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wird Dir eine traurige Berühmtheit blühen! Du hast die glänzende Aussicht das deutsche Irland zu werden!

Zu dem lächerlichen Unsinn, welcher aus diesen Ci­taten spricht liegt der Kommentar so nahe, daß ich mich jeder weiteren Bemerkung enthalte, doch mache ich da­rauf aufmerksam, wie die Partei, welche -sich nicht ent­blödet dem ungebildeteren Theile des Volkes, vermittelst der Presse Sand in die Augen zu streuen, im Dunkeln erst agitiren mag!"

Karlsruhe, 20. Jan. Das so eben erschienene Regierungsblatt No. 2wom 18. Januar verkündigt die Grundrechte des deutschen Volks nebst dem Einsührungs- gefetzte mit folgender Einleitung: „In Gemäßheit höchster Entschließung Sr. f. Hoh. des G oßherzogs im Staatsministerium vom 8. Jan., No. 92, werben hiermit die im Reichsgesetzb'att vom 28. v. M. ver­kündeten Grundrechte mit dem Bemeiken zur öffentli­chen Kenntniß gebracht, daß die Entwürfe der zum Vollzug erforderlichen Gesetze den Ständen werden vorgelegt werden. Karlsruhe, 12. Jan. 1849. Das Ministerium des großh. Hauses und der auswärtigen Angelegenheiten. Dusch. Barbiche.

Vom Thüringer Walde, 12. Jan. (Ein Län­dertausch zwischen Coburg und Meiningen.) In wohlunterrichteten Kreisen j beschäftigt man sich ge­genwärtig vielfach mit dem neuerdings auftauchenden Gerüchte von einem zwischen^ Coburg und Meinlygen beabsichtigten Ländertausche, indem Coburg das Mei­ninger Oberland, Hildburghausen und Saalfeld über- nehmen, und dagegen Gotha an Meiningen abtreten wolle, um sich ganz auf fränkischen Boden zurückzuzie- hen. Manche, welche diesen Plan gern mit dem mehr­fach besprochenen Projekt der Verschmelzung des König­reichs und der Herzogthümer Sachsen zu einem sächsi­schen Gesammtstaate in Verbinduug bringen, wollen darin ein Anzeichen mehr erkennen, daß es im Werke sei, die schon von dem großen Kaiser Maximilian I. beabsichtigte und in unsern Tagen vielseitig angeregte Herstellung der deirtschen Volksherzogthümer durchzufüh­ren, um so der verschobenen politischen Eintheilung Deutschlands eine feste volkstümliche^ Grundlage ,zu geben.

Wien, 17. Jan. (In B ctreff der Einberu­fung ital. Abgeordneter) meldet der Oester. Lloyd. Vom Ministerium deö Innern ist in Bezug auf Italien das Folgende angeoidnet worden: Um den lombardifch-venetianischen Provinzen jene Einrichtungen zu gewähren, wodurch ihnen die Selbstständigkeit des nationalen Lebens innerhalb der von der Nothwendig­keit einer kräftigen Centralgewalt gezogenen Grenze voll- kommrn gewährleistet wird, soll eine Versammlung von Abgeordneten aus allen lombardisch-venetianischen Pro­vinzen nach Wien einberufen werden. Zu diesem Zwecke solle jede Provinzialcongregation für ihre Provinz einen Abgeordneten erwählen.

— (Steckbriefe.) Die Wiener Zeitung vom 18. bringt die Personenbeschreibung 1) des Ludwig Kossuth, 2) der Theresia, verehl. Kossuth, geb. Meßliny, 3) deö ungarischen Kriegsministers Meszaros, 4) des Pau! Niary, Mitglied des ungarischen ^Landesvertheidigungs- ausschusses, 5) des Szöllesy, alio Nagy, Kossuth's Secretair, 6) des Daniel Jrünyi, ungarischer Negie­rungskommissär und 7) des Ladislaus Mäderasz, Mit­glied des Landesvertheidigungs-AusschusseS.

Kremsier, 17. Jan. Das Resultat der heutigen ^eichstagssitzung, welche von halb 11 Uhr Morgens

bis halb 8 Uhr Abends dauerte, war die Annahme des §. 1 der Grundrechte, bei dessen jetziger Fassung die Amendements von Schuselka, Löhner, Öheral und Gleis­pach berücksichtigt wurden. Der §. 1 der österreichischen Grundrechte lautet nun wörtlich: „Vor dem Gesetze sind alle Staatsbürgw gleich: die Constitution und das Gesetz bestimmen, unter welchen Bedingungen die öster­reichisch? Staatsbürgerschaft e.worben, ausgeübt und verloren wird. Die Gesammtheit der Staatsbürger ist das Volk. Alle Standesvorrechte sind abgeschafft; Adelö- bezeichnungen jeglicher Art werden vom Staate weder verliehen noch anerkannt. Die öffentlichen Aemter und Staatsdienste sind für alle dazu befähigten Staatsbür­ger gleich zugänglich. Ausländer sind vom Eint'ltte in Civildienfte und in die Volkswehr ausgeschlossen. Ausnahmen werden durch besondere Gesetze bestimmt. Zu öff'Ntiichen Auszeichnungen und Belohnungen berech­tigt nur das persönliche Verdienst; keine Auszeichnung ist vererblich. Minetitel dürfen nicht als bloße Ehren- titU verliehen werden." Die Abgeordneten Brestl, Kro­mer, Kautschttsch, Sierakowsky, Schuselka, Borrosch, Straffer, Szabel, Löhner und Stein hatten sich bei der Debatte b theiligt. Herr Szabel hatte auch den Mi­nister des Innern wegen der Unterdrückung von Ku- randa's Ost-deutscher Post iuterpellirt und gefragt: 1) Ob das Ministerium gesonnen sei, die Freiheit der Presse aufrecht zu erhalten; 2) ob es diesen inconstitutionellen, die Freiheit der Presse vernichtenden Schutt aufheben will. (V. Z.)

Berlin, 18. Jan. Zu den neuaufgetretenen Can- didaten gehört Heir Theodor Mundt. Er hat eine Ansprache („Revision oder Vereinbarung?") drucken lassen. Sein Bekenntniß lautet: 1) die Revision ist Vereinbarung. 2) Kein Protest! Auch Bruno Bauer wird wieder auftreten. Er hat seine Ansicht von der Lage der Dinge in der Zeitungshalle entwickelt. End­lich präsentut sich auch der auS dem Schuldgefängniß wieder befreite Herr H^ld dem Wahlpublikum durch zwei Broschüren. Seine hier verbotene „Loeomotive" erscheint wie die Zeitungshalle jetzt in Neustadt-Ebers­walde.

Die Umgehung deö Verbots mehrerer periodischer Schriften dluch Wiedererscheinen derselben unter anderm Namen, hat Herrn v. Wrangel, der darin „eine ab­sichtliche böswillige Umgehung" erblickt, veranlaßt, auch die Herausgabe neuer Zeitschriften von seiner Erlaub­niß abhängig zu machen.

— Der Wahlkampf ist jetzt in allen Bezirken auf das Heftigste entbrannt. UeveraU stehen sich die Parteien in geschlossenen Ruhe» gegenüber und ringen um Sieg oder Niederlage. Es ist von keinem Handeln mit der andern Partei, keinem Nachgeben mehr die Rede. Die Wahlen werden daher, je nach der Starke derselben, ganz radikal oder ganz conservativ ausfallen, ohne Zweifel aber die Demokraten im Ganzen das (Übergewicht behalten. Es ist offenbar ein großer Un­terschied gegen die vorigen Wahlen wahrzunkhnlkn. Die politische Bildung hat sich mit Macht^ahn ge­brochen, die Geister sind erfüllt von der NotMvendigkeit des Fortschrittes, des Gestaltens der Demokrati-, der unabweisbaren Reform der jetzigen Staatsverhältnisse, und da sie diese nur von den entlchiedeuen Männern zu erwarten haben, so wenden sie sich diesen zu.^ too mächtig haben die jüngsten Ereignisse gekiekt. selbst die sonst Trägen und Unentschiedeuen sind durch |te fortgerissen und zur Parteinahme gegen die Reaktion und das Ministerium der Contre-Revolution getrieben worden. Aber auch den Clubs gebührt das Verdienst,

viel zu diesem Fortschritt beigetragen zu haben. Wie mangelhaft sie großen Theils auch waren, wieviel Un- reise sich in denselben noch hervordrängte, so haben sie doch immer aufgeklärt und sind eine Bildungsschule für das Volk geworden.

Fr ö K h e ich.

Paris, 16. Januar. In Toulon dauerte am 11. Januar die große Thätigkeit in Hasen und Rhede fort; doch erwartete man noch nähere Befehle aus Paris, die aber wah scheinlich noch lange ausbleiben dürsten, denn das französische Kabinet wird sich in der italieni­schen Angelegenheit zum brittenmale blamiren, sobald sich die Nationalversammlung, wie es allen Anschein hat, des Gegenstandes bemächtigt und die Minister zur Rede stellt, wozu National bereits auffordert.

Paris, 20. Januar. Die National - Versammlung wählte in ihrer heutigen Sitzung von den ihr vorge­schlagenen Kandidaten den Hrn. Boulay (Meurthe) mit 417 gegen 177, auf Vivien gefallene» Stimmen zum Vic Präsidenten der R publck. Ein wahrhaft homerisches Gelachter vom Berge und der Journalisten.,allerie kann als die beste Charakic ist k dieser Wahl gelten. Para­guay d'Hllliers erhielt 1 S-imme. „In Folge dieses Stimmresu t..ts — setzt M irrast hinzu — proklamire ich den Bürger Boulay (Murthe) zum Vicepräsiventen der Repub.ik und lade ihn ein, die Tribüne zu besteigen, um den Eid zu leisten." Boulay folgt dieser Einla­dung und spricht nach den: ihm von Marrast vorgelese- nen Eide: „Ich schwöre es!" Dann halt er eine Rede. Er baust zunächst der Versammlung für das ihm erwie­sene Vertrauen und sagt bann: Ich bedauere, daß Sie mir den Vorzug vor den beiden anbet n berühmteren Kandidaten gegeben, von denen der eine ein glorreich verstümmelter General, der Andere einer der tüchtigsten Kämpfer auf der Tiidüne ist. Wie gering aber auch immer meiue Kräfte sein mögen,', die mir noch übn’i bleiben, so gelobe ich, sie zur Befestigung der Republik anzuwenden. (Beifall.) Ich verdanke meinen Vorschlag zu diesem hohen Amte dem Präsidenten Louis Napoleon Bonaparte. Ich habe in seinem Herzen lesen können, und kann Sie versichern, daß er die Hoffnungen nicht tauschen wird, die Frankreich auf setzte." In ^Be- trcff der National-Versamm'ung sprach der Redner die Ueberzeugung aus, daß sie den Faktionen, wie im Mai und Juni, so auch jetzt zu widerstehen wissen werde u. s. w. Marrast: EineBotschaft wird sogleich den Präsidenten der Republik von dem Resultat der Wahl in Kenntniß setzen. (Paue.) Hierauf eilte Lagrange, der Unermüdliches auf die Tribüne und verlangt Amnestie. (Tumult.) Ab-' gewiesen. Die Versammlung Egeht zur Mai-Debatte über. Eug. Raspail, der Vetter des Gefangenen, er­hält zuerst das Wort gegen den Gesetzentwurf.

Ungarn.

Die „Bresl. Ztg. berichtet von der ungarischen Gränze, 13. Jan. von einem Sieg der Magyaren über Jellacic bei Keeskemet, wo eine blutige Schlacht stattgefunden haben soll, in der von beiden Seite» an 10,000 Mann gefallen wären und die mit der Flucht des ersten Armeekorps geendet hätte. Sie gibt dies Gerücht, ohne es berbürgen zu wollen, weil es ihr von verschiedenen, sonst glaubwürdigen Personen nritgetheilt wurde.

Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.

Bekanntmachungen.

* Edictalladung.

(89) Den Concursprozeß über das Vermögen der Anton Schall's Eheleute von Nied betr.

Zur Anmeldung dinglicher und persönlicher Ansprüche an dem Ver­mögen der Anton Schall's ^Eheleute, worüber der Concurs erkannt worden ist, wird bei Vermeidung ^dcs^Rechts- nachtheils des Ausschusses von der vor­handenen Masse Ttrmin auf

Freitag den 23. Februar 1849, Morgens 9 Uhr, bei unterzeichnetem Amte anberaumt.

Höch st,^.12. Januar 1849.

Herzoglich Nass. Amt

DatÜstHiefergrube.

Wilhelm Erbstollen zu Caub a. Nh.

(iOO) Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß unser Dachschieferstein-Lager auf s vollständigste affcrtht ist und wir durch den ausgedehnten Betrieb unserem Grube in den Stand gesetzt sind, Bestellungen von je­dem beliebigen Quantum der verschiedenen Schiefersteinsorten auozusührcn. Preise, sowie die näheren Berkaufs-Bedingnngcn theilt auf Verlangen des unterzeichnete Verwalter mit.

Can b, 23. Januar 1849.

Die Gewerkschaft des Wilhelm Erbstollcns.

In deren Auftrag:

Zobel, Verwalter.

(99) In der Nacht vom Freitag auf Sam­stag wurde aus dcm^ Lokal der Bürgerwchr

zu B......während der Dienstzeit ein Wurst» kessel geganfl.

Der Wiederbringer erwirbt sich den Dank der ganzen Bürgergarde.

Olssene Stelle.

(94) Ein Handlttngsdicnca, welcher einer Eisen- waarcnhandlnng vorstchen kann, fiubet unter annehmbaren Bedingungen auf Ostern eine Stede.

Ein wohlerzogener Junge, welcher die Hand­lung erlernen will fiubet eine offene Stelle aus künftige Ostern. Das Nähere ertheilt auf fran- kirte Anfrage das Gcschästs-Bureau von Earl Leyendecker in Wieobaden.

Zu versaufen:

(93) Ein ganz gut befindliches Klavier mit 7 Oktaven, sehr billig.

Zwei nah an der Stadt gelegene Aecker mit Obstbäumen.

In hiesiger Stadt ein dreistöckiges Wohn­haus mit Hinterbau, Hosraum und sehr be­quemen Einfahrt, zu jedem Geschäft dienlich, unter sehr annehmbaren Bedingungen.

Das Nähere ertheilt auf frankirte An­frage das Geschästs-Bürean von Earl Leyen­decker in Wieobaden.

(97) Ein geräumiges Wohnhaus in einer fre­quenten Straße, zu jedem Geschäftsbetrieb ge­eignet, ist ans freier Hand unter gemäßigten Bedingungen freiwillig zu verkaufen. Wo? sagt die Expedition.

A^ (92) 400, SOO, 1000, 4000 fl. werden gegen gericht- fioooirW.'l lichc, doppelte Sicherheit zu lei- hen gesucht durch das Geschäfts- Bureau von Earl Leyendecker in Wiesbaden.

(101) Laßt der Welt ihren Las und der Katz ihren Sprung.

VivM Narrheit!

Nachdem sich die hiesigen Narren permanent erklärt haben, so wurde die erste Sitzung auf Freitag den 26. dieses, Abends 8 Uhr 7% Minuten festgesetzt. Die Narrhalla hat ihren Sitz im Nonnen Hof aufgeschlagen und werden alle Ver­ehrer Carnevals dienstgehorsamst ersucht, sich recht zahlreich einzufinden.

^M«® Vomlté.

(96) In den Buchhandlungen von H. Fischer und H. W. Ritter find zu haben: Die Gr«tt-reehte des deiltsehc» Bölkes.

Preis: 2 Kreuzer.

Verlag von H. Fischer und C. Ritter. — Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.