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indeß genügt das angeführte Factum, um meine Be­hauptung zu rechtfertigen, daß die Pacification Ungarns keine so ganz leichte Sache sei.

Aus Debreczin ist die Nachricht vom 11. dieses eingetroffen, daß der Agitator Koffuth mit seinem An­hang alldvit eingetroffen war. Er wurde von den ihm vorausgegangenen und herbeigeströmten Magyaren mit vielfachen Eisens begrüßt. Er nahm seine Wohnung im Gemeindehaus, und verkündete dem Volke, daß er erst jetzt in seinem Element sei. Das Gebäude des protestantischen Collegiums befahl er für die Sitzungen seines Reichstages herzurichten. (W. Z. A. B.)

Schweiz.

Bern, 12. Jan. sMögliche Trennung Sa­voyens von Sardiniens Berner Blätter berich­ten wiederholt, in Savoyen denke man lebhaft an Tren­nung von Sardinien und Anschluß an Frankreich. Sie machen dabei aufmerksam aus die Bedeutung einer sol­chen Gebietsänderung in Bezug auf Genf und die Schweiz überhaupt. Die Frage würde wohl auch Europa beschäftigen. — Nach der „Suisse" hat England die neueonstituirte Schweiz nunmehr anerkannt.

Frankreich.

Paris. Ueber den Zweck der Rüstungen si d von Seiten der Regierung noch immer keine bestimmten Auf­schlüsse gegeben worden. Der heutige „Constitutionnel" welcher einen längern Artikel darüber enthält, bemerkt nur, daß Frankreich sich rüsten müsse, um auf jede Eventualität gefaßt zu sein. Die Flucht des Pabsss, sagt das halbofsizielle Organ unter Andeiein, war an sich schon eine großer Wichtigkeit, und wohl geeignet, bedeutende Schwierigkeiten hervorzurufen. Die Maß­nahmen der französischen Regierung, wie sie bereits vor fünf Wachen von Cavaignac in dieser Angelegenheit ge­troffen wurden, sind ungeschwächt geblieben, und wenn österreichische Divisionen nach Piacenza marschiren, wenn andere Staaten sich anschicken, thätig ei'nzuschreiten, so

muß Frankreich sich gleichfalls bereit halten, seine Stimme hören zu lass.n, ohne deßhalb die Rechte der Völker zu vergessen und in fortwährender Erwägung, daß Pins IX. kein Gregor XVI. ist, sein kann noch sein will. Uebri- gens dauere das Vermittelungswei k nach wie vor fort und die Hoffnungen auf einen glücklichen Erfolg seien immer noch dieselben. Die Berichte aus Toulon, wel­che bis zum 15. reichen, melden, daß man dort weite­ren Befehlen der Regierung entgegensehe.

Paris, 10. Jan. Man versichert, Hr. Lamartine habe seinen Freunden ei klärt, daß es seine Absicht sei, sich von den öffentlichen Geschäften ganz zurückzuzichen, und daß er deohalb keine Candidatur bei den allgenrei- nen Wahlen zur nächsten gesetzgebenden Versammlung annehmen werde. — Bor einigen Tagen gaben die französischen Journalisten den Repräsentanten der aus­ländischen Presse in Paris ein glänzendes Diner. Auch einige Mitglieder des diplomatischen Corps waren zu­gegen. Hr. Emil von Girardi» forderte in seinem Toaste die französische Presse auf, dem Beispiele ihrer englischen Collegen zu folgen, die ausschließlich die In­teressen Englands im Auge haben. Eine solche Mah­nung nimmt sich freilich seltsam aus im Munde Girar- din's, dem so häufig schon auswärtige Beziehungen vorgehalttn worden. — Nach der „Gazette des Tri- bunaur" haben in diesen letzten Tagen wieder mehrere Beschlagnahmen von Waffenvorräthen und Munition stattgefundeu. (F. I.)

Großbritannien.

London, 18. Jan. Der „Globe" zeigt an, daß die Königin das Parlament in Person eröffnen werde. Lord J. Russell hat an die für ministeriell geltenden Mitglieder des Unterhauses das gewöhnliche Rund­schreiben erlassen, worin er die Erwartung ausspricht, daß sie sich am Eröffnungstage einstigen würden. Die Adresse des Unterhauses wird von Lord Harry Vane beantragt und von Herrn Bunbury unterstützt werden. — Die „Brigthon Gazette" erklärt, daß Ludwig Phi­lipp viele Anträge, die ihn zum Besuche von Blighton einluden, empfangen, dieselben jedoch abgelehnt habe

und mit seiner Familie von Richmond nach Claremont zurückkehren werde. — In Dublin treffen aus ben östlichen Provinzen traurige Berichte über die rasche Zunahme der Noth und Sterblichkeit unter den ärmeren Klassen ein.

Dem Herrn Abgeordneten Jost Schmidt gewidmet.

Daß es Ihnen nicht in den Kopf will Hr. Schmidt sich einem leitenden Prinzipe, d. h. einer Partei unter- zuordnen, überrascht mich nicht. Einer Partei aber sich anschließen, heißt weiter nichts, Herr Schmidt, als er­klären, daß ein Prinzip — eine objective Wahrheit, höher steht^als die suöjective Grille eines Einzelkopfes; und um Sie von der Nothwendigkeit einer systematische n Opposition, zu übe>zeugen, von der Sie eben, wie aus Ihrer gestrigen E.kläiung in der Nass. Allg. hervorgeht, keine Ahnung zu haben scheinen, erlaube ich mir nur, Sie ans die Geschichte aller Landtage und die Praxis in allen Verhandlungen, wo klare selbst bewußte Männer sitzen, zu verweisen.

Seien Sie übrigens dmü^er nicht ungehalten, wenn ich mich manchmal mit Ihrer Person, wenn auch ge­rade nicht immer in lobender Weise beschäftige und be­haupte, daß man es eben im gewöhnlichen Leben „Jn- kon equenz" zu nennen pflege, wenn I maud heute für reaktionäre, morgen für radikale Maßregeln spricht und einsteht. Gerade diese Rücksichtnahme sollte Ihnen be­weisen, daß ich Ihrem Auftreten Bedeutung beilege. Es sind noch Mitglieder genug in der Kammer, welche meiner Ansicht nach ebenso inkonsequent sind, wie Sie ■— doch ich ich erachte es offen gestanden für Zeitver- schwendung mich mit einer Kritik der Thätigkeit dieser Mitglieder zu beschäftigen. J. Oppermann.

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

Bekanntmachungen.

Verein zuv Wahrung der Vokksrechte.

(85) Mittwoch den 24. dieses, Abends 8 Uhr, Versammlung. Tagesordnung: Die Erläuterung der Grundrechte des deutschen Volks, so wie die Kaiserfrage.

Politische Titeratnr.

(82) Zu haben in den Buchhandlungen von H. Fischer und H. W. Ritter in

Wiesbaden:

Atlas für Zeitungsleser, histor sch, geographisch, statistisch, enthaltend die Karten des Kriegsschauplatzes in Schleswig-Holstein, in der Lombardei, in Polen und in Ungarn mit erläuterndem Tert. Preis: 36 kr.

Frey, A, Robert Blum. Ein Charakterbild für Freunde und Gegner. Siebente Auflage. (Dieses ist die einzige getreue Biographie des Großen Volks­mannes. 18 kr.

Hecker, Friedrich, Die Erhebung des Volkes in Baden für tue deutsche Republik, im Frühjahr 1848. Mit Beiträgen von Mögling, Sigel und Kaiser. Nebst 4 Abbildungen. 1 fl-

Heintzen, Karl, Die Helden des deutschen Kommunismus. , 36 kr.

Herwogh, Emma, Zur Geschichte der deutschen demokratischen Legion aus Paris. 27 kr.

Linden, Ernst, Freiherr von, Politische Gedanken 12 kr.

Die Grundrechte des deutschen Volkes nebst den Entwürfen zu dem Gesetze und Hinweisungen auf andere Verfassungen von Ottow, Mitglied der deutschen National-Versammlung. 30 kr.

Ueber gemeinsame und materielle Interessen Deutschlands. 18 kr.

Venedey, I., Die Waage, deutsche Reichtagsschau 3. Heft: die Parteien in der Paulskirche. 21 kr.

— — — 4. Heft: Wer soll Kai­ser werden? 21 kr.

Vogt, C, Mitglied der National-Versammlung Der 18. September in Frank­furt a. M. Im Auftrage des Clubbs der Linken vom deutschen Hofe und vom. Donnersberg. Zweite Auflage. 24 kr.

Râ» Der Ertrag ist für die Familien der bei den Ereignissen des 18. Septembers Verunglückten bestimmt.

(96) In den Buchhandlungen von H. Fischer und H. W. Ritter sind zu haben:

Die

Grundrechte des deutschen Volkes

Preis: 2 Kreuzer.

AAerbKH's Dorfgeschichten»

Vierte Auflage. Mit Holzschnitten, 1848. geh. 1 fl. 45 kr.

Vorräthig in der Buchhandlung von Heinrich Fischer und in der H. W.

Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden. (1584)

Frankfurt. Cours der Staatspapiere.________1 Uhr.

Den 22. Januar 1849.

pEl.

Papier |

Geld

Den 22. Januar 1849.

pCt.

Papier

Geld

Oesterreich

W

FF

FF FF

Preußen

Bayern

Würtcmb.

Baden

Darmstadt

Metalliques Obligationen ....

FF FF • • • •

FF FF • • • •

FF FF • • • •

Wiener Bank-Acticu ..... 500 fl. Loose........

250 fl. Loose von 1839 .... Bethmännische Obligationen , . .

50 Thaler Prämieu-Scheine . . . S taats- S ch nld- Sehe inc â 105 . . Obligationen........ Ludwig-Kaual-Actien incl. d. v. E. Bexbacher Eiscubahn-Actien . . . Obligationen........

Obligationen........

Lotteric-Anlehen â 50 fl. von 1840 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . , . Obligationen........4

5

4

3

2%

3

4

4%

3% 3%

3% 4% 3%

3%

77%

61%

46%

41%’

1212

138%

82%

80%

77%

70%

78%

91%

78%

49%

28%

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77 61%' 46%'

41 1

1206 ;

138

81%' 64 74%| 98

80% 76% 44% 70% 78% 94

77%, 39% 27% 78 %1

Darmstadt

Kurhessen Nassau

Frankfurt

FF FF

Holland

Spanien

Polen

Sardinien

Obligationen..... . .

Lotteric-Anlehen von 50 fl. . . . 25 fl. Loose........ Friedrich-Wilhelms-Nordbahn . .

40 Thaler Loose bei Rothschild . . Obligationen bei Rothschild . . .

ditto 25 fl. Loose , . .

Obligationen........ ditto von 1839 ....

ditto von 1846 ....

Taunus-Eisenbahn-Actien â 250 fl. .

„ „ „ per ultimo

Jntegr.-Obligatiouen..... Syndikats ......... Innere Schuld neue Obligationen . Ardoins incl. 14 Coup..... Lotterie-Loose 300 ......

ditto 500 ......

36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmann

4

4

3%

3 3% 3%

2% 3%

3

87% 72% 25% 38% 27 Vs 79% 22% 77

91% 87% 287

49%

20%

87 71% 25% 38% 26% 79% 22% 76% 90%

87

284

49% 76% 20%

98% 73% 26%

Cours der Wechsel.

Den 22. Januar.

Kurze Sicht

Zwei Monat

Gold- und Silber-Sorten.

fl.

kr.

Briefe

Geld

Briefe

Geld

Neue Louisd'or............ Friedrichod'or............. Ducaten..............

20 Frank-Stücke........... Holländische 10 fl. Stücke........ Englische Souverains..........

Lanbthaler .............

Preußische Thaler........... Hochhaltiges Silber ....... . .

Gering-mittelhaltiges Silber........

11

9

5

9

10

12

2

24

24

(Fr

5 54

36

35

1

1

43%

24 18

kf. I.)

Amsterdam, 100 fl. Ert. . . .

Augsburg, 100 fl. Ert. . . .

Berlin, 69 Thlr......

Bremen, 50 Rthlr. in Louisd'or.

Hamburg, 100 Birk. Bco. . . .

Leipzig, 'vo Thlr. _.....

„ in der Meße ....

London, 10 Livr. St.....

Lyon, 200 Fr.......

Paris, 200 Fr.......

Mailand, 250 Lir. Anstr. . . .

Wien, in 20r 100 fl. C.-M. . .

1 DiSconto........

99

120%

100% 119% 105

88

105

95

95 99% 106%

87%

120%

99% _

"1%

Verlag von H. Fischer und C. Ritter. — Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.

Inserat.

(91) In Nr. 14 dieser Zeitung befindet sich eine „Empfehlung von Wurst aus Demokraten". Die ganze Sache ist so gehässiger Art, daß man gewiß einen so schlechten Wi'rthshauS-Witz viel bester auf sich hätte beruhen lassen. — Ich kaun nun aber nicht umhin zu erklären, daß die in dieser Anzeige enthaltenen Au- spielung auf meine Person nur eine boshafte Lüge ist, was ich gegen Jedermann durch Zeugen erweisen kann.

Dietz, den 18. Jan. 1849.

Christian Seiffert, Packer.

(97) Ein geräumiges Wohnhaus iu einer fre­quenten Straße, zu jedem Geschäftsbetrieb ge­eignet, ist ans freier Hand unter gemäßigten Bedingungen freiwillig zu verkaufen. Wo? sagt die Expedition.

(22) 400,800,1000 4000 fl. werden gegen gericht­liche, doppelte Sicherheit' ^, lei­hen gesucht durch das Geschäfts- Burean von Carl Leyendecker

in Wiesbaden.

(86) 1600 — 2000 fl. sind sogleich geegen Sicherheit, entweder in die Stadt oder in das Amt Wiesbaden, auSzuleihen. Wo? sagt die Erpedivn.

(90) Ein gesitteter, braver Junge, der mit den nöthigen Schulkenntnis­sen versehen ist, kann in der C. Rit­ter'schen Buchdruckerei als Setzer­lehrling ausgenommen werden.