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mir zu Hause sind. Das Journal des DebatS, wel- | ches am meisten Interesse hat, jeden Skandal im Mi­nisterium zu vertuschen, verbürgt diese Details, da sie doch schon stadtbekannt sind." Mehr bedurfte es nicht, um Mallcville abzustzen; aber noch mehr, weit mehr fiel vor. Doch warum wandte sich nicht Napoleon an den Justizminister Barrot, der eigentlich Inhaber dieser Aktenstücke sein muß. Gewiß Barrot wurde schon An­standshalber die Papiere dieses Crimmalprozesses dem edlen Prinzen ausgeliefert haben. Das Weitere, das vorfiel, ist also kurzgefaßt, folgendes:

Nach den Debats verlangt Napoleon, daß alle ihn betreffenden Artikel und Akte, die im Moniteur einge- rückt wurden, aus dem Hotel der Präsidentschaft, und nicht aus dem Ministerium des Innern datirt werden sollten.

Ferner findet Napoleon, daß die Minister, „die er erwählt," gar kein Gewicht legten auf seine Präro­gative, und er möchte doch auch nicht ein Präsident im Style der Konstitution von Sicyes sein. Was will dann nun Napoleon sein? Um das zu sein, was die Wähler wollen, müßte Napoleon wenigstens dreifältig sein. Den Louis Napoleon kann er nun einmal nicht abschütteln, noch weniger vertilgen; denn der Minister will ihu nicht herausgeben, sondern ihn eingeschlossen behalten in den Schranken der Archive. Dem Kaiser kann er auch nicht spielen, denn bei Lauterbach hat er seinen — Hut verloren; und ohne Hut kann man nicht Kaiser sein. Was bleibt also denn dem von den drei ver­schiedenen Parteien gewählten Napoleon anders übrig', als trotz seiner Dreifältigkeit einfältig zn bleiben?

Paris, 1. Januar. Die deutschen Demokraten in Paris haben folgende Aufforderung an die französischen Demokraten ergehen lassen: Seit einigen Tagen ver­suchten es gewisse Individuen, unter dem Vorgehen, Märtyrer für die deutsche Demokratie zu sein, die brü­derlichen Sympathien der französischen Demokraten aus­zubeuten. Wir, die untei zeichneten deutschen Demokra­ten und politischen Flüchtling", erklären gegenüber dieser Thatsache, daß bis auf den heutigen Tag keiner unserer Mitbrüder die öffentliche Mildthätigkeit in Anspruch ge­nommen hat, und daß im Gegentheil die wahren De­mokraten es vorziehen, mit ihren eigenen Kräften gegen das Elend anzukämpfen und ihre geringen materiellen Mittel unter sich zu theilen. Wir prou stiren demnach feierlich gegen j'des derartige Unternehmen, das, mehr oder weniger offen, zum Zweck hat, auf die Dienste, welche man der heiligen Sache der Völker erwiesen hat, zu speculiren. Gruß und Brüderlichkeit. Heß, Prä­sident. — Ewerbeck , Schriftführer des deutschen Pari­ser Vereins. — E. Dronke, Redakteur der Neuen Rheinischen Zeitung. — F. Beust, Redacteur des neuen Kölner Journals. — Kapp, politischer Flücht­ling aus Frankfurt. — C. Jmandt, politischer Flücht­ling aus Trier.

— Der Juflizmim'ster hat dem Prokurator der Re. publik und dem Polizeipräfekten den Befehl ertheilt,

diejenigen, welche sich beikommen ließen, „es lebe der Kaiser!" zu rufen, zu verhaften und gerichtlich zu ver­folgen, indem dieser Ruf als ein Attentat auf die Con- stckulion und die französische Republik betrachtet werden müsse.

— Herr Marrast hat öffentlich erfleht, daß er sich nicht mehr zum Präsidenten der Nationalversamm­lung wählen lassen werde. — Die Befürchtungen, daß das Finanzministerium seinen vierteljährlichen Zahlungs- Verbindlichkeiten nachzukommen nicht im Stande sei, hat sich nicht bestätigt. Sämmtliche Gesandte sind von den Staatskassen auSgezahlt worden. — Proudhon's „Peu- ple" berichtet über ernste Auftritte in Badonvilles. Das Volk schaarte sich dort zusammen und wollte mehrere Beamte und reiche Fabiikanteu aufknüpfen. Man rief: „Tod dem Henker Cavaignac! Hoch die Guillotine! Nieder mit den Geloaristokraten!" — (O.P.-A. Z.)

9t a ch sch r i f t.

Karlsruhe, 1. Januar. (Mannh. Abndztg.) Es gewahrt uns ein besonderes Vergnügen, Ihnen heute die glückt che Ankunft von Dr. Friedrich Hecker zu St. Louis melden zu können. Er verlies zu Ende Oktober deS vorigen Jahres Cincinati und fuhr in Ge­sellschaft von Tiedemann, Schöninger und der Familie des Dr. Hammer von Mannheim mit dem Steam- Boat „Lady Byron" dem Ohio entlang nach Cairo, an der Mündung des Flusses.

Die Fahrt war vom herrlichsten Wetter begünstigt und allgemeine Bemühung herrschte unter dem Schiffs­volk um dem gefeierten Passagier Dr. Frd. Hecker alle Ehre anzuthun und die Uebrigen wetteiferten ihm ge­fällig zu sein. Der Telegraph hatte nach Louisville die Nachricht vorausgeschickt, daß der große Mann auf der „Lady Byron" dorten vorbeikomme und so hörte man auf dem Schiff schon 2 Stunden vor Anlunft Böller, schüsse von dieser Stadt hervonnern. B.i der Lan­dung wogten Tausende von Menschen an dem Ufer. Als Hecker am Bord erschien, da brach ein Jubel los der nimmer enden wollte. Eine deutsche vorzügliche Musikgesellschaft spielte die ganze Nacht Hindu ch bis zum andern Morgen, wv Hecker unterm Donner zahlloser Böller und dem Gejauchze der Menge „Hurrah sor Hecker" auf der Lady By on wieder abfuhr, um in Cairo an der Mündung des Ohio das Dampfboot Diadem zu besteigen, und damit die Steife nach St. Louis den Missisippi hinauf zu vollenden.

Die Fahrt ging auch auf diesem gewaltigen Fluß ohne Unfall von Stätten und der Empfang des Dr. Fr. Hecker war in St. Louis nicht weniger großartig ung begeistert als in New-Jork, Philadelphia und an­deren großen Städten Amenka's.

München, 1. Jan. Ein allerhöchstes Nescript be­ruft die beiden Anmmern deä Landtag« ans Montag den 15. d. M. zum ordentlichen Landtage zusammen. Der neue Staatsminister des Innern, v. Beiöler, hat

sein Poreseuille bereis heute Übernomen. Man befürch­tet seit einigen Tagen ernstliche Reibereien unter den Soldaten der verschiedenen hiesigen Regimenter, daher denn wie gestern, so auch heute Abend sehr zahlreiche Infanterie- und Cürrassirpatrouillen umher marschiren. Von den hiesigen drei Jufanterieregimentern soll eines demnächst nach Rastatt marschiren, als Besatzung für diese Reichssestung. (N. W. Ztg.)

Wien, 30. Dez. Zufolge auS Agram eingelaufe« nen Nachrichten ist die wichtige Festung Essegg den k. k. Truppen übergeben worden; die erste des Banats, Comorn, soll, wie wiederholt versichert wird, sich eben­falls ergebe» haben. Jedenfalls ist eS gewiß, daß neue Siegesnachiichten eingelaufer sind, indem sich der Im­puls davon durch fortgesetztes Steigen der öffentlichen Fonds wahrnehmen läßt. Vortheilhaft wirkt hierauf auch die Nachricht ein, daß zwischen Oesterreich, Frank­reich und Neapel ein Traktat zur Wiedereinsetzung des Papstes abgeschlossen worden sei. Ein verdienter Staats­beamter, Justtzhofrath Jeuull, welcher der vormärzlichen liberalen Partei angehörte, ist mit Tod abgegangen. — Man erfährt, daß die Ungarn auf ihrem Rückzüge allenthalben viel verwüstet und namentlich viele Ge. traibevorräthe verwüstet haben, bei Naab wurden Ge- traideschiffe in den Grund gebohrt.

— Diese Nacht soll in einem Kaffeehause der Vor« stadt Wieden ein Clubb von mehr als 100 Mitgliedern aufgehoben worden sein.

— Nach den heutigen Nachrichten aus Raab war gestern Morgens 11 Uhr der Marschall Fürst Windisch- grätz auf der Straße nach Gönyö gegen Pesth abmar- schilt. DaS Hauptquartier sollte in Atsch übernachten. Der Banus rückt in Eilmärschen auf der sog. Stuhl­weissenburger Fleischhacker Straße gegen Ofen vor. — Es sind soeben Berichte aus Preßburg von heute Mor­gen hier eingetroffen, welche besagen, daß in der Festung Comorn die weiße Fahne aufgesteckt ist. Es wird dies von allen Seiten gemeldet.

Das ueunte Armee-Bülletin wird jeden Augenblick aus der Druckerei erwartet. General Schlick soll bis Erlau vorgerückt sein.

Für die Hinterbliebenen Robert Blums sind bei der Redaktion dec Freien Zeitung weiter ein­gegangen: ' fl. kr.

64) Ergebniß einer vom Turnverein zu Runkrl daselbst veranstalteten Kol­lekte, emgesandt durch E. Wißmann 12 41 Uebertrag 602 45’/«

Summa 615 26%

Verantwortlicher Redakteur: J. Oppermann.

ekanntmachungeu.

(1652) All die

Wähler der Stadt Wiesbaden

Diejenigen hiesigen Bürger, welche bei der demnächst stattfindenden Bürger in e i st er- W a h l dem Buchhändler F i sch er ihre Stimmen zu geben gesonnen sind, werden gebeten, auf die Stimmzettel deutlich „Buchhändler Fischer" zu schreiben, indem sonst, wenn blos „Heinrich Fischer" geschrieben wird, die Zettel

„Fischer" oder

als ungültig nicht berücksichtigt werden.

Mehrere Bürger Wiesbadens.

Mahlmuhle - Versteigerung.

Die Erben des Martin Mehl von Niederwalluf im Rheingau lassen ihre daselbst an der Landstraße gelegene Mahlmühle, bestehend in einem vor circa 15 Jahren neu erbauten zweistöckigen, zum Wirthschaftsbetrieb, oder wegen der dabei befindlichen geräumigen Scheuer, Stallungen, Keller und circa % Morgen Garten zur Anlage einer Gerberei oder einer anderen Fabrik sich gut eignenden Wohn­hause Freitag den 26. Januar d. I., Vormittags 10 Uhr auf dem Ge­meindehaus zu Niederwalluf öffentlich versteigern.

(1442) In der H. W. Ritte r'schen Buchhandlung in Wiesbaden ist soeben erschienen und zu haben:

Die

Gemeinde-Ordnung

für das Her;ogth«m Nassau, wie solche von den Volksvertretern berathen, beschlossen, von der Staatsregierung genehmigt und publieirt worden ist

nebst Ordnung

für die Wahlen des Bürgermeisters, der Gemeinderäthe und des Bürgeransschujses.

Preis 9 Kreuzer.

' Gesellschaft ;um Schuhe

der Auswanderer nach Nord-Amerika,

unter specieller Aufsicht der französischen Negierung.

Diese Gesellschaft, welche dem Auswanderer die größte Sicherheit, verbunden mit den billig­sten Preißcn barbietet, befördert ihre Reisende nur durch gut gekupferte und zweckmäßig ein­gerichtete Dreimasterschiffe erster Classe. Die Passagiere sind einer Nachforderung niemals unterworfen und ebensowenig verweilen dieselben im Seehasen länger als drei Tage; auch werden solche bis zum EiuschiffungSort stets von einem Agenten begleitet, um nöthigen Falles mit Nath und That an die Hand zu gehen.

Bei dem großen Zudrang der Auswanderer für das nächste Frühjahr ist es rathsam, daß diejenigen, welche im Februar oder März 1849 nach New-Uvrk auszuwandern beabsichtigen, sich jetzt schon ihre Plätze sichern, damit sie nicht zu ihrem Nachtheil zurückbleiben, oder bei Schiffs­maklern die Plätze theuer bezahlen müssen.

Die Unterzeichneten schließen gültige nnd gerichtlich beglaubigte UeberfahrtS-Contracte ab und geben im Uebrigen auf frankirte Briefe nähere Auskunft.

Der Haupt-Agent Der Agent

Professor Mayer sen. Wilh. Helm

zu Bockenheim bei Frankfurt a. M. zu Frankfurt a. M. (neue Kräme.)

Zur Nachricht:

Da man beabsichtiget, in denjenigen Drten, wo noch keine Agenten für obige Gesellschaft bestehen, solche nunmehr auzunehmen; so sind Gesuche um Agentur-Uebertragung direct an den vorgenannten Hauptagenlen, Professor Mayer sen. zu Bockenheim franco einzusenden.

(15) Wir, die unterzeichneten Spenglermeister, bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß wir alle in das Fach der Gasbelenchlungscin- richtungen einschlagenden Geschäfte, ein Zeder für eigene Rechnung, übernehmen und ansfüh- ren, ebenso vorkommende Reparaturen an Röh- renleitungeu, Lampen und dergleichen.

Wir machen zugleich in unserem, wie im Interesse unserer Mitbürger darauf aufmerksam, daß der in der Bekanntmachung der Direction der Gasbeleuchtung in Nro. 1 des diesjährigen Wochenblatts empfohlene Spengler Moog we­der hiesiger Bürger noch Meister ist, und daß es ihm von dem hiesigen Gcmeiudcralh durch den Herrn Stadlschulthcißen verboten worden ist, Arbeiten zu übernehmen und aus- zuführen.

Wiesbaden, den 4. Januar 1849.

Sämmtliche hiesige Spengler- ___________ meister.__

(1650) Zweimal 600 und 400 Gulden liegen zu verleihen bereit. Näheres in der Expedition.

(13) 200 fl., 350 fl., 600 fL, 800 fl., 2100 fl., 18000 fl. sind sogleich unb 3500 fl. auf' O steril auszuleihen durch Fr. Schaus.

(17) Bei Wittwe Traun in der Taunus­straße Nro. 9 ist der dritte Stock, bestehend in 3 Zimmern nach der Straße und 3 nach dem Hof mit allem sonstigen Zugehör, mit Gebrauch der Waschküche, des TrockeuspcicherS, Bleich­platzes und des Brunnens bis den 1. April zu vermiethen.

(18) Bei Hofkupferschmied Meckel in der großen Bnrgstraße ist im 2 teil Stock ein Logis, welches seither Fran Assessor Wolf bewohnte, bestehend in 3 Zimmern, Küche, mehreren Dach­kammern, Holzstall, Keller, Mitgebranch der Waschküche rc. zu vermiethen und den 1. April zu beziehen._____________________________________ (1643) Es wird ein Einsteher auf Nro. 62 gesucht, wo möglich ausgedienter Soldat. Wo? sagt die Expedition dieses Blattes.

Verlag von H. Fischer und C. Ritter. — Druck der C. Nitter'schen Buchdruckerei.