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Neben der Preußcnvcreine und ihres Anhanges gegen­über einen festen Stützpunkt zu gewinnen. Er hatte sein Amt in den Schooß der Versammlung niederge- legt und seine Abdication nur dann zurücknehmen zu wollen eiklärt, wenn die Stadtverordneten ihm ganz ausdrücklich erklären wurden, daß sie ihn auch ferner an der Spitze der Verwaltung zu sehen wünschten.

(Köln. Ztg.)

Posen, 23. Dezbr. (D. A. Z.) Seit gestern ist das Gerücht hier verbreitet, daß das in unserer Provinz stehende fünfte Armeekorps demnächst mobil gemacht werden soll; ja, es heißt sogar, daß die vorläufigen An­ordnungen bereits getroffen und die Contracte wegen schleunigster Liefrung der für die Artillerie noch fehlen­den Wagen schon abgeschlossen seien.

In Wien erwartet man zum 1. Januar den jun­gen Kaiser und znm 31. Dez. die Aufhebung des Be- lagerungsZustandes. Der Carueval fällt diesmal aus.

Wien, 21. Dec. Die heutigen Nachrichten vom Kriegsschauplatz? aus Ungarn melden: Die Truppen den Banus rückten bis in die Verschanzungen bei Naab vor. Die Magyaren flüchten sich von allen Seiten und führen bereits ihr schweres Geschütz gegen Pesth ab. Von Nord-Ungarn ist die Nachricht eingetroffen, daß die Truppen des Feldmarschalls Schlick ohne Schwerdtstreich bis Miskolz vorgerückt sind. Im süd­lichen Ungarn haben die Serben und Naißen am 14. Werschetz genommen. (BreSl.Z.)

Am 20. Dezbr. war in Wien allgemein die Nach­richt von der Einnahme des ungemein festen Naab ver­breitet, am 21. gab es indeß noch keine Bestätigung derselben. Man wollte auch wissen, Komorn sei von zwei Brigaten umzingelt, und die Vorposten ständen bereits bei Gran; doch scheint dies alles voreilig zn sein. ' (K. Z.)

Kremsier, 21. Decör. (Sitzung des Reichs­tags vom 20. December.) Vorsitzender: Präs. Smolka. Auf der Ministerbank: Thinnfeld, Bach, Stadion. Der Präsident zeigt an, daß der Konstitutions-Ausschuß die Berathung über die Grund­rechte beendet, und daß sie dem Drucke bereits in der neuen Fassung übergeben worden, und bereitsâ Nach­mittags zu haben sein dürften. — Sodann werden mehrere Interpellationen verlesen. Die Minister, welche sie betreffen, sind jedoch abwesend. Es wird dreimal über die Wahl eines Präsidenten abgestimmt. Endlich fällt die Wahl auf den Abgeordneten Strobach mit 166, der Abgeordnete S.m olka erhielt 157 Stimmen. — Der Abgeordnete Strobach wird somit vom ehe­maligen Prasiventen Smolka eingeladen, den Präsi­dentenstuhl einzunehmkn. Strobach dankt für das ihm hierdurch bewiesene Vertrauen, und glaubt den JSrunb einer Wiederwahl in der Anerkennung zu fin­den, die ihm gezollt wurde in Folge seines Strebens, allen Parteien und allen Nationalitäten gegenüber Ge­rechtigkeit zu üben. Er übernehme das Ehrenamt mit um so größerem Vergnügen, als die Versammlung jetzt an die Berathung der Konstitution gehe. (Beifall.) — Der Präsident Strobach fordert hierauf zur Vornahme der Wahl des eisten Vizepräsidenten auf. An der Ab­stimmung nahmen Theil 233 Abgeordnete. Die ab­solute Majorität beträgt 117 Stimmen; hiervon erhält Doblhoff 213. — Doblhoff besteigt die Tribüne. (Stürmischer, lange anhaltender Beifall.) Meine Her­ren! Ich habe an ihren parlamentarischen Arbeiten bisher so wenig Theil nehmen können, daß ich von dem Resultat der Wahl überrascht bin; jedrnfalls war «s eine freudige (Überraschung. £$ glaube in dem mir geschenkten Vertrauen Ihre Ueberzeugung zu er­kennen, daß ich in jeder Lage, in jeder Stellung, aus allen meinen Kräften bestrebt sein werde, zum Wohle unseres Vaterlandes beizutragen. (Beifall.) — Um 4 Uhr wird die Sitzung geschlossen. Morgen: erste Lesung der Grundrechte und zweite Lesung des Finanz-Aus­schuß-Berichtes. (Bresl.Z.)

Ungarn.

Von der ungarischen Gränze, 20. Dezbr. Die Szeklerstühle Csik, Györgiö und Keßon haben ihre Unterwerfung tingesendet. (Bresl.Z.)

Pest, 13. Dez. Bei uns herrrscht der Krieg und der Schrecken. Jeder kampffähige Mann muß die Waffen führen; die Jüngeren marschiren zur Armee, die Aekteren bleiben zum Schutze der Stadt zurück. In derselben herrscht eine unbeschreibliche Aufregung, die in eine wahre Verwirrung ausartet. Die Eraltirten — zwar die geringe! e aber doch die herrschende Zahl — scheinen mit nichts wenigerem umzugehen, als die Stadt in ein Saragossa zu verwandeln. Rings herum wer­den um dieselbe Schanzen aufgeworfen, wobei Jung und Alt, Männer und Weiber arbeiten. Damit ist es aber noch nicht genug, sondern man trifft anch bereits Anstalten, einzelne Häuser in eine Art von Citadellen zu verwandeln. Wer sich bei allem dem lässig zeigen, oder wohl gar Bedenklichkeiten äußern wollte, um den wäre es geschehn. (S. M.)

Italien.

bed Papstes auf neapolitanischem Afbtet hat wohl für einen Augenblick einen Waffen- strustand zwischen den Liberalen und Ferdinand herbei, l^doch den Aufstand in Calabrien nicht beschwich- tigen können. Denn die amtliche Zeitung Neapels

meldet eine lange Reihe Gefangennehmungen von Näu- berhauptleuten und Zersprengungen von Räuberbanden zum Theil erst nach hartnäckigen Gefechten. In der neapolitanischen Amtssprache ist Räuber bekanntlich gleichlautend mit Insurgent. — Der toècanische „Mo­niteur" vom 14. D?z. meldet die Absicht des Papstes, sich unmittelbar nach Frankreich zu begeben, spricht so­gar von einer bereits erfolgten Einschiffung. Diese Nachricht scheint uns aber jeden Grundes zu entbehren. Eben so,bte der „Alba", welche wissen will, daß der Papst nur das Resultat der Präsidenten-Wahl in Frank­reich erwartet, um jene Absicht zu verwüklichen. Wir glauben, daß der Papst unbedingt in Gaeta den Gang der Ereignisse abwarten wird, und seine Umgebung wird gewiß Alles anwenden, um ihn dort zurück zu halten. Ein Schreiben aus Gaeta vom 13. Dez. mel­det, daß Se. Heiligkeit am Morgen dieses Tages die Nachricht von der Einsetzung einer Junta aus Rom erhalten und daß er einen zweiten Protest gegen diesen Schritt bereite. — Ein Brief aus Rom an die „Daily NewS" lautet: „Der Cardinal Castracane thut alles Mögliche, um eine Verständigung zu erwirken : allein alle seine Bestrebungen scheitern an dem Cardinal An­tonelli und an der Umgebung des Papstes." Auch dieser Correspondent sieht die Sachen ganz anders an als das doktrinäre „Journal des Debats". „Nie­mals,,, sagt er, „wurde ein größerer Mißgriff began­gen, als zu glauben, daß Nom jetzt in Gaeta sei." Unterdessen erhält der Graf Spaur den Lohn für seine Bemühungen. Die „Alba" veröffentlicht ein Schreiben des Papstes aus Gaeta vom 27. Nov. au jenen Ge­sandten des Inhalts:

Die Hülfe und die Stütze, die wir an Ihnen ge­funden haben, Hr. Graf, in dem Augenblicke, wo wir Rom verließen, legt uns die Pflicht auf, Ihnen einen Beweis unserer Dankbaikeit zu geben. Zu diesem Zwecke ernennen wir Sie zum Großkreuz unseres Pius- Ordens und Ihren Sohn zum Ritter des Christus- Ordens. Wir hoffen jedoch, daß günstigere Umstände uns bald erlauben werden, Ihnen alle unsere Gefühle auszudrücken. Unterdessen aber bitten wir den Allmäch­tigen, seinen Segen auf Sie zu ergießen, so wie über Ihre Gemahlin und Ihren Sohn. Empfangen Sie den apostolischen Segen, welchen wir Ihnen von gan­zem Herzen ertheilen. (K. Z.)

Die Zeitung „il Nationale" (von Florenz) vom 18. Dez. meldet, ohne die Nachricht zu verbürgen, daß der Papst sich entschlossen habe, in Civita-Vecchia unter dem Schutze einer englisch-französischen Flotte seinen Wohnsitz zu nehmen. Sein Ministerium soll aus fol­genden Personen bestehen. Cardinal Antonelli, Conseil- präsivent; Montanari, Inneres und Polizei; Abbe Rosmini, öffentlichen Untirricht; Bevilacqua, Finanzen; Ricci, Handel; Zucchi, Krieg. Das Justizportefeullle ist noch nicht vergeben. In Livorno war das Gerücht verbreitet, daß das römische Ministerium in Masse ab- gedankt habe. In Ancona werden starke Lieferungen an Proviant für die französische Flotte ausgeschrieben.

(Fr. O.-P.-Z.)

Fr a n k r e ich.

Paris, 24. Dec. Gewiß, mit Frankreich ist's auS! In Frankreich hat die Bewegung Halt gemacht: so frohlocken die Bourgeois aller Nationen. Und wirklich, wenn man so sieht, wie die Februarrevolution so ganz auf ihren Anfangspunkt reduzirt ist, wie derselbe Od.- Barrot, mit welchem die Wahlreform begann, und wel­cher der letzte Minister Louis Philipps war, jetzt wie­der der erste Minister Napoleons geworden, dann kann man begreifen, wie vom Bourgeois-Standpunkte. Alles fertig sein muß. Wenn wir vom Bourgeois-Stand­punkte sprechen, so meinen wir natürlich immer den ideologischen Standpunkt, Den eigentlichen Bourgeois war Odilon-Barrot immer der verhaßteste Mann, grade seiner kleinbürgerlichen Eitelkeit wegen, die am meisten in die Unehrlichkeir hinüberstreift. Odilon-Barrot hat cs immer zu ehrlich mit der bürgerlichen Ehrlichkeit ge­meint; er konnte sich nie auf die Höhe der eigentlichen Bourgeoisie hinaufarbeiten, um den Wechsel der Ehr­lichkeit, den Wechsel der Verhältnisse in neue ehrliche Formen hineinzudrängen. Wenn das „Journal des Debats" ihn beständig bekämpfte, und ihm noch feind, seliger gegenübertrat, als dem „National", so war dies gerade, weil dieser kleinbürgerliche, ehrliche Kram, der bei den Krämern von Paris so ziemlichen Anklang fand, alle eigentlichen Bourgeois-Geschäfte verdorben hätte.

Die revolutionäre Partei in Frankreich hat sich also ganz dieselbe Lage wiedergeschaffen, wie am 22. Fe­bruar; aber sie steht ihrem Feinde jetzt weit schroffer gegenüber als ehedem. Erstens ist die jetzige offizielle Negierung, welche an die Stellung der Gui'zot'schen ge­treten, eine solche, welche selbst nicht im Stande ist, die Bourgeois-Interessen zu leiten. Zweitens hat die revolutionäre Partei ihre eigenen Illusionen verloren. Sie hat mit Napoleon ihr Spielwerk getrieben, und vor allen Dingen gesucht, Cavaignac, ihren eigentlichen Be­sieger, wenigstens unschädlich zu machen. Trotz ihrer fürchterlichen Niederlage im Juni, stehen die französischen Proletarier wieder mächtiger da, als jemals. Je näher der Februar heranrückt, je mehr sie sich ihres frühern Sieges erinnern, je mächtiger erwacht der Groll bei ihnen. Während Girardin einen neuen Organisations­plan entwirft, und die neuen Minister die Reste der republikanischen Garderobe entfernen, haben die Prole­tarier schon den ganzen Boden unterminirt, um mit

nächster Gelegenheit die jetzt enthüllt dastehenden Feinde in die Luft zu sprengen. Schon drängt sich das Jour­nal des Debats um Napoleon, als den Mann, der die „Ruhe und Ordnung" wiederherstellen und das Ver­trauen kinflößen kann.

Von Odilon-Barrot ist gar nicht die Rede. Der Rechtsboden des „Journal des Debats" verändert sich nach den Umständen. Cavaignac wäre obne Zweifel nach Herrn Rothschild besser gewesen als Napoleon. . Aber warum hat Napoleon so viele Stimmen erhalten? Weil Cavaignac aus der Februar-Nevolution herstammt, und Frankreich, ungeachtet der Dienste, welche er dem Lande geleistet, noch nicht jene Schreckensmänner vom 24. Februar vergessen hat.

Das neue Ministerium beschleunigt den Ausbruch der Volkswuth. Man will in den Europäisch n Staa­tenverband hineintreten. Eine heilige Allianz ist am 22. Dezember unter dem Vo> sitze des Präsidenten Na­poleon beschlossen worden. Diese heilige Allianz hat zum Zwecke, den Papst roterer auf seinen „gesetzlichen Thron" einzusetzen, durch die vereinigte Kraft franzö­sischer, österreichischer und neapolitanischer Bayouette. Frankreich, Oesterreich und Neapel, diese b.ei Mächte sollen Seine Heiligkeit, den Papst, wieder als zeitli­chen Prinzen einsetzen. Frankreich wird diesen Vor­schlag auch den andern Kabinetten machen. (N.R.Z.)

Paris, 24. Dezbr. (Köln. Z.) Es ist noch sehr ungewiß, ob das Programm des Ministeriums morgen der Nationalversammlung mitgetheilt wird. Ueber die Amnestiefrage soll zwischen Präsident und Ministerrath noch keine Verständigung erfolgt sein, weil der Eine zu viel, der Andere zu wenig bewilligen möchte. Wahr­scheinlich wird man die Entscheidung der Frage bis nach Erledigung des Prozesses wegen des Attentats vom 15. Mai vertagen. Im Publikum beschwerte man sich heute ziemlich allgemein darüber, daß der Revue nicht die Veröffentlichung des ministeriellen P ograms voran- gegangen sei. — Auf einen im Namen des Minister­raths von Odilon Barrot schriftlich an den Präsiden, ten der Republik gerichteten Vorschlag, worin auf die früheren militärischen Leistungen des Generals Jerome Bonaparte, des einzigen noch lebenden Bruders des Kaisers, hingewiescu wird, hat derselbe im Conseil einen Beschluß genehmigt, durch welchen, wie dies der gestrige „Moniteur" mittheilt, der Divisions-General Jerome Bonaparte zum Gouverneur des I.validenhotels, statt des Marschalls Molitor, und dagegen letzterer, an Ge, neral Subervic's Stelle, zum Großkanzler der Ehren­legion ernannt wird.

— Man befürchtete gestern uncon stitutionelle Kund­gebungen bei der heutigen Revue, welche mancherlei be­denkliche Folgen hätten haben können. Allein die Heer­schau ging im Ganzen sehr ruhig von Statten, und nur einige Compagnien des Weichbildes schrieen: „Es lebe der Kaiser! Es lebe das Kaisereich!" — ein Ruf, den das Publikum mißbilligend aufnahm. Auf den Boule­vards stimmten einige Haufen von Gamins denselben Ruf an, wurden jedoch vom Publikum zum Schweigen gebracht. In dec Rue Rivoli ei hielt ein Individuum für denselben Ruf von den ihn Umstehenden eine hübsche Tracht Schläge, wogegen er im Ota men der Constitution protestirte. Uebrigens ward der Präsident in den Rei­hen der Nationalgarde mit dem oft zahlreichen Rufe: „Es lebe Napoleon! Es lebe der Präsident der Repu­blik! Es lebe die Amnestie! empfangen. Aus einigen Reihesstraten me^me Nationalgardisten hervor und über­reichten ihm eine^Petition um Amnestie. Um 9 Uhr wa­ren die Truppen aller Waffengattungen, die National- und Mobilgarke einbegriffen, vom Triumphbogen bis über die Boulevards und die Quais des rechten Users ausgestellt.

Schweiz.

Bern. Der Zwiespalt zwischen Deutschland und der Schweiz kann als beendigt angesehen werden. Von einer weiteren Beschränkung des Personenverkehrs an der Grenze verlautet nichts. (§. I.)

Siebenbürgen.

Hermannstadt, 16. Decbr. Siebenbürgen ist in Folge einer Proklamation des Hrn. Feldmarschall-Ltn. Puchner unter daS Kriegsgesetz gestellt. Am 18. Okt. wurden alle Staatskassen mit Beschlag belegt und mit Doppelposten vom k. k. Miltitär und der Bürgergarde besetzt.

Großbritannien.

London, 23. Dezbr. (Fr. I.) Die Entdeckung reicher Goldminen in Kalifornien ist : ad) der Erklärung des Präsioenten in seiner Botscha lt außer allem Zwei­fel gestellt. Es heißt nämlich darin: „die Berichte über den Uebersluß an Gold in jenem Gebiete sind so außer­ordentlicher Art, daß sie kaum Glauben verdienen, wür­de» sie nicht beglaubigt durch die authentischen Berichte von Offiziere» im Staatsdienste, welche jenen Mineral­bezirk besucht und die Thatsachen aus persönlicher Be­obachtung geschöpft haben . . ., die bereits vorgenom- menen Nachforschungen verbürgen die Annahme, daß der Golovorrat h' ein sehr reicher ist, und daß Gold an verschiedenen Orten in einem ausgedehnten Distrikte ge­funden wird."

Diese Berichte kommen aus dem Munde des Be­fehlshabers der amerikanischen Truppen in Kalifornien, welcher im Juli selbst die Gegend besuchte und diese Berichte werden durch andere bestätigt. In dessen Folge hat das Gouvernement von Washington die Gründung einer Münzstätte in Kalifornien angeordnet, damit das Gold nicht verschifft zu werden braucht. In