Rom, 12 Dcc. Garibaldi und Massini sind heute Morgen her eingctrcffln. Unmittelbar nach d<m Zusammentritt der provisorischen Regierung soll die Con- ssikuame einberufen werden. Man ist in dieser Dezie- hunq aus einen förmlichen Protest von Seiten des Papstes gefaßt. Das Ministerium Giobertk zu Turin bat sein Programm veröffentlicht. Es heißt darin, daß die Un- abhängiakeit Italiens ohne Krieg sich nicht verwirklichen könne. Eine Union der italienischen Staaten wird zum Zwecke dieser Unabhängigkeit dringend anempsohlen.
(O.P.A.-Ztg.)
Amerika.
St. Louis, 28. Nov. Friedrich Hacker ist schon drei Wochen hier bei uns, hat aber jede öffentliche Demonstration bisher abgklkhnt. Er lebt sehr znrückaew- aen, indem er zudringliche Neugierige, welch in Masse ibn behelligt haben, ersucht bat, ihm einige Ruhe zu vergönnen, deren er zur Wiederherstellung seiner angegriffenen Gesundheit durchaus bedürfe. (O P.A.-Z.)
Nachschrift.
Hadersleben, 21. Dec. Es dürfte die Leser dieses Blattes interessiren, die Meinung zu ersahen, die in diesem Augenblicke unter den Dänen über die Absichten der Regierung von Munde zu Munde geht, und ^- wie fabelhaft sie auch klingt - unter der dänischen Bevölkerung vielfachen Glauben findet. An der Südgränze von Jütland we!dkn 8000 Mann zusam- mengezogen, um gleichzeitig mit den nach Alsen über- grschifften 8000 Mann über Schleswig herzufallen, sobald in Deutschland — wie man stündlich erwartet — Umstände kintreten, die den Waffenstillstandsbruch begünstigen. Diè Einnahme Schleswigs, meinen die Dâ^en, würde bog einem Winterfeldzu.e ein Leichtes sein, und wäre sie erst zum fast accompli geworden, wie die letzten Wiener und Berliner Ereignisse, würden die späteren Verhandlungen auf diplomatischem Wege zu einem so erwünschten Ziele führen, als Rußland diesem angeblichen Plane ein williges Ohr geliehen
haben soll; auch soll mit dieser Absicht die im nächsten Monat zu erwartende Ankunft des Königs Oskar in Malmö in Verbindung stehen. (Schl.-H.-Z.)
Köln, 24 Dezbr. (Fr. I.) Die drei Angeklagten, Gottschalk, Anneke und Esser, sind vorgestern vom Schwurgerichte für nicht schuldig erklärt worden. Seit dem 'Laffall'schen Prozeß war der Andrang des Volkes zu den Assiffen nicht so groß und es mag manche Verhandlung an die Reihe kommen, ehe das Publikum wieder eine solche Theilnabm' bekundet. Wir gewahrten Blousenmänner, welche den Saal kaum den ganzen Tag mehr wie einmal verließen, damit tönen nur kein Wort verloren gehe; viele Arbeiter vergaßen an diesen drei Tagen die Nachfrage um Arbeit. An eine Vermthei- lung dachte man kaum entfernt. Am Morgen des dritten Tages sprach man schon davon, gegen 3 Uhr würde die Freisprechung erfolgen, und am Abende gebe es einen Fackelzug. So gewiß war man seiner Sache. Unter den Angeklagten thaten sich in ihren Reden Gottschalk und Anneke hervor, besonders glänzend ersterer, und der Vertheidiger Wallraf, ein junger Jurist, hat in diesem Prozesse den Ruf sich gesichert und erhöht, den er sich in wenig Jahren erwarb.
München, 20. Dez. Die N. M. Ztg. enthält die offizielle Anzeige von Lerche nfeld's Entlassun: Se. Maz. der König haben sich unterm 19. Dez. allergnä- digst bewogen gefunden, dem bisherigen Staatsnnnister des Innern Frhrn. v. Lerchenfeld auf sein wiederholtes Ansuchen von diesem Amte, sowie von dem eines Staatsrathes im ordentlichen Dienste zu entheben, und zum Staatsrathe im außerordentlichen Dienste ohne Gehalt unter allergnädigster Anerkennung seiner geleisteten guten Dienste zu ernennen.
Paris, 22. Dec. Die Botschaft des abtretenden Präsidenten der Vereinigten Staaten, Herrn Polk, an den versammelten Congreß, datirt vom 4. December, traf heute hier ein, ging jedoch spurlos vorüber. — Marschall Oudinot steht mit dem neuen Cabinet nicht gut. Der lakonische Ton seiner Abschiedsproklamation,
welche er an die don ihm bisher befehligte Alpenarme gerichtet, läßt einen Bruch ahnen. Man hofft ihn durch den Gesandtichaftsposten in Petersburg zu beschwichtigen. — Die bisher so leeren Säle des ehemaligen Königs von Westphalen, Hieronymus Bonaparte, sind jeden Abend jetzt übervoll. — Der unsichtbare Lenker der neuesten Ereignisse, Hr. Thiers, soll Hrn. Odilon-Barrot zum Vicepräsidenten der Republik be. stimmt haben. Das Ministerium wäre also nur provisorisch. — Die Verhandlungen der Nationalversammlung waren heute sehr unwesentlich. (O.P.A-Z.)
Bologna, 18. Dezember. (Franks. I.) In unserer Zeitung ist heute die förmlich? Erklärung veröffentlicht, daß Pius IX. jede fremde Intervention in die politischen Angelegenheiten des Kirchenstaats auf das Entschiedenste abgelehnt hat. Man behauptet, daß nicht allein von Seite Neapels, sondern auch von Frankreich, Großbritannien und Oesterreich dem Papst die kräftigste Hilfe angeboten woroen; Se. Heiligkeit will jedoch nicht durch Waffengewalt, sondern allein durch dil Liebe der Röiner nach der Weltstadt zurückgeführt sein.
Rom. Das Ministerium Gioberti hat sein Programm veröffentlicht. Es erklärt, daß die italienische Unabhängigkeit nicht ohne Krieg verwirklicht werden könne. Es empfiehlt Eintracht unter den italienischen Staaten an.
Fruchtpresse.
Diez, 22. Dcc. Ir Preiß. 2r Preiß.
Reiher Walzen .....14 fl. 17 kr. 14 fl. 47 kr. Weißer Waizen , , . . . 12 fl. 56 ftv^ 13 fl. 38 kr. Korn........8 fl. 18 fr. 8 fl. 33 fr.
Gerste . '......6 fl. 34 fr. 6 fl. 43 kr.
Hafer.........3 fl. 44 kr. 3 fl. 44 kr.
Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.
Bekanntmachungen.
0*70 Einladung zum Abonnement auf die
Mainzer Zeitung.
(HerauSzegeben von Karl Bölsche und Ludwig Bamberger.)
Wer Etwas schreibt, der will, daß es so viel als möglich gelesen werde. Woher nähme er daS Recht, drucken zu lassen, wenn er seine Arbeiten nicht für lesenswerth hielte? Leider hindert die partcknlaristische Selbstständigkeit, die auch auf dem literarischen Felde Deutschland zersplittert, daß ein Journal sich selbst auf große Strecken hinaus empfehlen könne. Man muß sich also immer wieder zu dem leirigen Klappern des Handwerkes entschließen, um nur einmal vor die Probe zu kommen. Also : eine Réclame ! „Lesen Sie! Lesen Sie! Das Blatt ist vortrefflich!" — Was sollen wir sagen? — Die Erfolge, welche unsere Zeitung in ihrer natürlichen Umgebung begleitet haben, geben uns den Glauben, daß sie Verbreitung verdiene. Unsere Gesinnung ist mit einem Worte charakterisirt: demokratisch, ohne Klausel, ohne Vorbehalt, demokratisch, wie das Wort vom Volke verstanden wird. Die Auswahl an auten demokratischen Blättern ist jedenfalls so gering, daß es sich der Mühe lohnen wird, auch mit uns es zu versuchen. Wir haben Correspvn- denten in den wichtigsten Theilen von Deutschland und in Paris. Wir geben die Verhandlungen von Frankfurt am folgenden, die Börsen-Course am nämlichen Tage; desgleichen Mainzer Marktberichte: ein Feuilleton in zwanqloser Folge, nach Maßgabe deS Materials und der Weltstimmung. Die demokratischen Vereine von Rheinhessen, der demokratische Turnerbund von ganz Deutschland haben unS zu ihrem Organe bestimmt. Der,Central-Ausschuß in Berlin steht in direkter Verbindung mit uns. — Das Abonnement auf die Mainzer Zeitung beträgt vierteljährig im Großherzogthum Hessen, der Provinz Hanau, dem Herzogthum Nassau, der Landgrafschhft Hessen-Homburg und der freien Stadt Frankfurt 2 ff. 30 kr. In anderen Gegenden tritt, je nach der Entfernung, ein entsprechender Postaufschlag ein.
Bestellungen auf die Mainzer Zeitung wolle man bei den zunächst gelegenen Postämtern und zwar möglichst bald machen, indem auf vollständige Eremplare, nur bei rechtzeitigem Eintreffen der Bestellung in Mainz, gerechnet werden kann.
Ankündigungen werden mit 4 fr. für die vierspaltige Petitzeile oder deren Raum berechnet. Mainz, im Dezember 1848.
(1529) In den Buchhandlungen von H. Fischer und H. W. Ritter in Wiesbaden ist zu haben:
Gesetz
über die
Einführung einer wachsenden Einkommensteuer
und
Gesetz
über die
Capitalsteuer für das Herzogthum Nassau, wie solche am 11. November d. I. von der Staatsregierung publicirt worden sind.
Preis 3 Kreuzer.
(1530) In den Buchhandlungen von Heinrich Fischer und H. W. Ritter in Wiesbaden sind einzeln oder buchweise um billigen Preis zu haben:
Formulare
zur Erklärung
über
den Betrag des nach dem Gesetz vom it November 1848 der wachsenden Einkommensteuer unterworfenen
Einkommens.
st 584) EmyfehkensVerLhes Geschenk.
A«erbsch's Dorfgeschichten.
Vierte Auflage. Mit Holzschnitten, 1848. geh. 1 fl. 45 kr.
Vorräthig in der Buchhandlung von Heinrich Fischer und in der H. W.
Ritter'schen Buchhandlung in Wiesbaden.
(1457) zu haben:
Die
Wechsel-Qrdnung
nebst
Wechseiprocefs-Grdmmg
für das
Herzogthum Nassau, wie solche von den Volksvertretern berathen, beschlossen snd von der Staats-Regierung genehmigt worden ist.
Preis 12 Kreuzer.
°527* Allgemeine
Renteuanftalt zu Darmstadt.
Diejenigen, welche der in der Bildung begriffenen 5ten Jahresgesellschaft (1848) beizutreten oder Nachzahlungen auf frühere Einlagen zu leisten beabsichtigen , laden wir hierdurch ein, solches vor Ablauf dieses Jahres entweder dahier bei dem Bureau der Anstalt, oder auswärts bei den Herrn Bevollmächtigten derselben^) zu bewerkstelligen.
Bis Ende 1847 zählte die Anstalt 4887 Mitglieder mit 8049 Einlagen und einem Vermögen von 385,098 fl. — Bei der mit dem Institut verbundenen Depositenanstalt können fortwährend Gelder gegen 4 Prct. Zinsen hinterlegt werden. Darmstadt, den 27. November 1848.
Die Direktion.
’) In Wiesbaden bei Herrn Friedrich Wilhelm Käsebier; in Dillenburg bei Herrn F. 2. Zlncv.
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Bestellungen ans Steinkohlen selbst bis zu 1 Malter können auch bei der Expedition der Freien Zeitung gemacht werden.
(1578) Militär-Einsteher werden gesucht. Nâhe- I re« bei der Expedition dieses Blattes.
Widerruf.
(1629) Die in Nr. 272 der „Freien Zeitung" (Inserat Nr. 1626) angekündigte Versammlung der israelitischen Vorsteher findet nicht statt.
(1600) Ein Capi- { tal von 1900 fl. ge- T gen dovpelte, gute Si- T Herstellung wird zu T leihen gesucht. Das ? T Nähere ist bei der Expedition die- T T ses Blattes zu erfahren. X X-*^^^W^**^
Verlag von H. FilHcr und C. Ritter. — Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.
