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sc nc in zahllosen Adressen und Mißtrauensvoten^ aus­gesprochenen Wünsche wenig oder gar nicht berücksichtigt werden; wcßhalb auch sein Vertrauen zu seinen Ver­tretern geschwunden und es dahin gebracht ist, in dum­pfer Verzweiflung nur einer trüben Zukunft entgegen sehen zu können. —

Vertreter deutschen Volkes! Ein starkes, einiges Deutschland zu schaffen, dazu hat eS Sie nach Frank­furt gesandt und am Vorabende deS Tages, -an dem Sie ihre Wirksamkeit beginnen sollten, flammten durch das ganze Deutschland Freudenteuer auf allen seinen Bergen und jauchzten Ihnen des Volkes Herzen ent­gegen, Ihnen, von denen es Sicherstellung seiner Zu­kunft und Erlösung aus langjähriger Schmach und Zer­rissenheit erwartete. —

Aber Deutschlands Einheit ist ein leerer Schall, und seine Kraft und Stärke ein Spott des Auslandes geworden.

Bereitwillig stellte daS Volk seine Söhne Ihnen zur Verfügung; — nahe an eine Million Krieger stan­den gerüstet, um auf Ihren Willen dem Auslande zu zeigen, daß der Geist der alten Germanen noch in ihren späten Enkeln lebt; — und Sir? Sie wagten es nicht, einen winzigen D â n e n k ö n i g zu züchtigen, der Deutsch­land Hohn bot.

Das Volk erwartete von Ihren die Einigung Deutsch­lands zu einem großen, untheilbaren Ganzen — und Oesterreich ist faktisch von Deutschland losgerissen, und Preußen will nur dann Ihre Beschlüsse anerken­nen, wenn sie ihm behagen. —

So haben Sie in der Sitzung vom 5. d. M. ein StaatenhauS drcretirt, dessen Mitglieder zur Hälfte von den Regierungen, resp. d n Fürsten gewählt werden sollen.

Das Volk fleht in diesem Beschluß eine Gefährdung seiner Zukunft, und fürchtet, durch denselben w eder in den alten verfaßten constitutionellen Zustand zurückge- führt zu werden, in welchem seine Wâide so lange mit Füßen getreten worden.

Wir beschwören Sie, zu bedenken, daß ein Staaten­haus, dessen Mitglieder nicht frei vom Volke gewählt sind, gegen die von Ihnen selbst ausgesprochene Volks, souveränität streitet, nud bitten Sie, von diesem Be­schlusse, den wir leider nur einen unseligen nennen können, zurückzukommen.

Bedenken Sie, daß Sie im Namen des souveränen Volkes in Frankfurt tagen, daß Sie nur seine Jute- ressen zu wachen haben, und nicht bieder Fürsten. Be­denken Sie, daß die von Ihnen zu gebende Verfassung auf demokratischer Basis ruhen muß, wenn sie daS Volk befriedigen und dasselbe sich dabei beruhigen soll.

Bedenken Sie, daß das Volk Se auf Jche Sitze geschickt und nicht die Fürsten, die, wenn sie es wagen dürften, Sie davon getrieben Habens würden, wie König Friedrich Wilhelm die Preußische Nationalversammlung.

Bedenken Sie, daß daS Volk Ihre Stütze ist, und nicht die Fürsten, und wenden Sie durch volksthüm-

liche Beschlüsse das Unglück einer zweiten Revolution I abgeben. — Dieser soll 5 Millionen Fr. für Rcprä Deutschland, die, unberechenbar in ihren Folgen, i sentationSkostèn verlangen. — Der Zug des Prä siden i Elend, Blut und alle Gräuel eines Bürgerkrie- ten aus der Nationalversammlung in das gegenüber

von

es in Elend, Blut

ges stürzen könnte.

Wir bitten, wir beschwören Sie, dem Willen des

Volkes Rechnung zu tragen und nicht der Revolution die Hände zu arbeiten, sondern sie zu beendigen.

in

Jm Namen einer Versammlung des Volkes aus den Aemtern Nastätten, Nassau, Diez, Limburg, St. Goarshausen, Wehen und L. Schwalbach.

(Folgen die Unterschriften.)

Frankfurt, 22. Dez. Von allen hiesigen Kämpfen und Wirren bleibt ein Mitglied der hiesigen Versamm­lung unberührt, nämlich Herr Professor Dahlmann. Herr Professor Dahlmann sitzt am warmen Ofen, ar­beitet unausgesetzt und im Schweiße seines Angesichtes am — deutschen Kaiser. Herr Professor Dahlmann hatte die Absicht, der deutschen Nation den neuen deut­schen Kaiser als Christkindchen zu bescheeren; aber der Kaiser ist leider Gottes nicht fertig geworden. Dem deutschen Kaiser fehlt bis jetzt noch Hand und Fuß; da nun ein deutscher Professor gründlich und dauerhaft arbeitet, so wird d.r deutsche Kaiser erst bis zum nächsten Fasching fix und fertig sein. Ob aber besagter, von Professor Dahlmann verfertigten Kaiser lutherisch oder katholisch sein wird, ja, ob nicht an diesem kitzlichen Punkte die freie imperiale Schöpfung zu Schanden wird, ist eine Frage, deren Beantwortung dem nächsten Jahre Vorbehalten bleibt! — So wird hier Politik ge­rieben. Und wir machen uns darüber lustig, daß die Franzosen einen LouiS Napoleon an die Spitze lhrer

Republik stellen!

(M. Z.)

Wien, 19. Dec. Eben erscheint daS dritte Ar­mee-Bulletin: „An Se. Excellenz den fatf. gehei­men Rath, FeldmarfchaUlieutknant und Gouverneur in Wien. Preß bürg, den 18. Dec. 1848. Ich beeile mich, Eurer Ercellenz bekannt zu geben, daß ich soeben, Nachmittags 3 Uhr, mit dem 2ten Armee-Corps über Stampfen in Preßburg eingerückt bin, nachdem diese Stadt gestern vollständig voin Feinde geräumt und die Schiffbrücke abgefahren worden war. Nähere De­tails behalte ich mir vor. Mein Hauptquartier über» trage ich heute nach Karlsburg. Alfred Fürst zu Windifchgrätz."

Frankreich.

Paris, 21. Dez. Als Louis Napoleon Bonaparte gestern von der Tribüne der Nationalvelsammlung stieg/ schritt er der Bank zu, auf welcher Cavaignac saß. Ge­neral, sagte er tief gerührt, ich bin stolz darauf, einem solchen Manne, wie Sie sind, folgen zu können. Ca­vaignac reichte ihm ohne aufzustehen die Hand, die sein Nachfolger krampfhaft drückte. Das ist die große Scene, von der heute die Blatter so viel Rühmens machen. — General Cavaignac ließ schon im Laufe des gestrigen Tages seine Karte bei Napoleon Bonaparte

liegende Palais Elisee National war rein militärisch

Das Volk nahm daran keinen Theil. Ain Wagen- schlage ritten Cbangarnier, Edgar Nep und Emil Fleury. Im Hofe des Palais angekommen, war die ganze Fa­milie Bonaparte versammelt, die den Präsidenten em­pfing, nachdem Lacrosse im Namen der Nationalv'rsamlung einige Worte an ihn gerichtet hatte. General Chan- garnier hatte einen rein dienstlichen Tagesbefehl ohne

weitere Wichtigkeit erlassen.

(O-.P.A.-Z.)

Für die Hinterbliebenen Robert Blums

sind bei der Redaktion der Freien Zeitung weiter ein-

gegangen:

56) Von 18 Einwohnern von Berg- Nassau und Scheuern, welche aus geringen Mitteln eine „kleine von Herzen kommende Gabe" für die Hinterbliebenen des Helden Robert Blum mit dem Zurufe: An das jetzige deutsche Volk! 5Mose 4, V. 10, und 5 Mose 6, V. 7-9, sandten........

57) Ergebniß einer Kreuzersammlung in dem Lokale des Turnvereins zu Diez, übergeben durch den Berg- amtsaccessisten Zachariä ...

58) Von A. D. in WieSdaden . .

59) Ergebniß einer Sammlung zu Singhofen, kingesandt durch Post­halter Minor ......

fl.

kr.

4

6

2

3

Summa 15

Uebertrag 531

Summa 547

42

9

51

51'/.

Berichtigung.

In dem gestrigen landständischen Bericht muß es in der 5ten Zeile statt „gemachten" mitgetheilten heißen, und in der 38ten Zeile der dritten Spalte muß zwischen die Worte „auf die" und „Ablösung" — frü­her angenommene — eingeschoben werden.

erscheint morgen den 26. Dezbr. keine Zeitung.

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

Bekanntmachungen.

«°-»> Mannheimer Abendzeitung.

Mit dem 1. Januar 1849 beginnt ein neues halbjähriges Abonnement der „Mann­heimer Abendzeitung" und ihrer „Rheinischen Blatter".

Die Richtung der „Mannheimer Abendzeitung" bleibt dieselbe. Wie sie in den Tagen der Censur und Zcilungsverbvrc gegen den fff Bundestag und die bundertäglichen Oiegierungen un- crfdwtrerhd' für die Erringung freier volitifcher und sozialer Zustände in die Schranken trat, und im Kampfe gegen die Dränger und Aussauger des Volkes keine Gefahr und Opfer scheute, so sucht sie seit den Marztagen bei freierer Presse ungeachtet der neugeitaltigen Verfolgungen mit erneuerter Kraft, Freiheit, Wohlstand und Bildung des Volkes und der Einzelnen zu för­dern und Alles entschieden zu bekämpfen, was der vollen Entwickelung der VolkssouverLnilät und der Rechte des Menschen und Bürgers im Wege steht.

Zu diesem Zwecke und zur schnellen sorgfältigen Mittheilung der Tagesgeschichte haben wir neuerdings durch Bestellung eines weilern Redacteurs und mehrerer Korrespondenten die Bedeutung und Nützlichkeit ter Zeitung erhöbt und werden auch im neuen Jahre diese Kräfte vermehren, wo­bei uns freundliche Beziehungen zur demokratischen Opposition in der 2. badischen Kammer und in der Nationalversammlung zu Frankfurt, sowie zum demokratischen Central-Ausschuß in Berlin und dem diesseitigen Kreisausschuß unterstützen.

Das Erscheinen dieser Blätter, welches iu Folge der Einkerkerung des Redacteurs und Ver­legers im Mai d. I. unterbrochen war, ist künftig gegen jederlei Störung gesichert und ebenso für pünktliche und schnelle Lieferung gesorgt.

Der Preis der Zeitung sammt Beiblättern und Extrabeilagen ist für das Halbjahr für ganz Baden (mit dem Postansschlag) 5 fl., welch' letzterer sich auswärts verhälinißmäßig erhöht In Baiern und Preußen ist der Preis durch Minderung des Poftaufschlags nnd in letz­terem auch durch Wegfall des Stempels ermäßigt.

Man abonuirr bei den nächstgelegenen verehrlichen Postanstallen; für Frankreich und die überseeischen Länder bei Hru. Alexander in Strasburg, Brandgasfe Nr. 29, und ruc Notre-Dame Nr. 23 in Paris.

SSs-" ^^ richtigen Bezugs wegen bitten wir die Bestellungen möglichst bald zu machen.

Zu amtlichen und niânElichen Anzeigen, deren wir täglich eine größere Anzahl ver- öffentlichen, empfiehlt nch die Zeitung ihrer ausgedebuien Verbreitung wegen besonders.

Mannheim, 20. Dezember 1848.

Die Expedition der Mannheimer Abendzeitung.

(1457) In her H. W Ritter'schen Buchbandlu g ist soeben erschienen und zu haben:

Die

Wechsel-Ordnung

rebst W e cst s e lpro cess - D rhnung,

für das

Her;ogthum Nassau, wie solche von den Volksvertretern berathen, beschlossen und von der Staats-Regierung genehmigt worden ist.

Preis 12 Kreuzer.

(i6>7) Einladung zum Abonnement

auf die

„Freien Blätter."

Dieselben erscheinen von Neujahr ab mit interessantem Feuilleton, wöchentlich 3 Mal, und zwar: Sonntag, Mittwoch und Freitag. Die Richtung der Blätter ist eine durchaus demokratische und bieten sie außer raisonirendcu Artikeln, das Neueste und Wichtigste aus der Tagesgeschichte. Der Preis für Köln und nächste Umgebung ist auf 18 Sgr. festgesetzt; — durch die Post bezogen auf 22 «gr. 6 Pf. per Quartal (für das Ausland kommt der ermäßigte Post­aufschlag hinzu). Insertionen werden zu 6 Pfennige die Zeile ausgenommen, wozu sich die Blät­ter ihrer ansehnlichen Verbreitung wegen, besonders eignen. Beiträge nach der Tendenz der Blätter nimmt die Redaction dankbar entgegen.

Bestellungen beliebe man in Köln unter Hutmacher Nr. 17; auswärts bei der nächsten Post­anstalt baldigst zu machen.

Köln, im Dezember 1848. Die Expedition.

(1582) Soeben ist erschienen und in den Buchhandlungen von Heinrich Fischer und H. W. Ritter in Wiesbaden vorräthig zu haben:

Komischer Volkskalender für 184».

Herausgegeben von Adolph Brenn glas.

Mit vielen Illustrationen von Th. Hosemann.

Preis 36 kr.

(1626) Ausgefordert von vielen israelitischen Cnltuè-Vorstehern unseres Herzogthums, laden wir hiermit sämmtliche israelitische Vor­steher zu einer nochmaligen Berathung unserer Cultus-Verhältnisse auf Montag den 1. Januar 1849, Morgens 9 Uhr in das Gasthaus des Herrn Walter in Limburg ein.

Der Vorstand der Aemter Hoch­heim, Höchst, Königstein und ___________der Stadt Diez.___________

(1628) In dem über die 130te Sitzung der Reichsversammlung ausgegebenen stenographi­schen Berichre Nr. 131 bin ich, wie ich soeben durch zufällige Einsicht der über das Titelwesen erfolgten Abstimmung erfahre, unter denjenigen aufgeführt, die für die Aufhebung des aus der ersten Berathung der Grundrechte hervoraeru- feiien Beschlusses gestimmt haben. Da ich in­dessen für die Aufrechterhaltung dieses früheren Beschlusses, also für den Wegfall der Titel, gleich wie bei der ersten Berathung der Grund­rechte gestimmt habe, so berichtige ich hiermit diese irrige nnd fehlerhafte Zusammenstellung der Abstimmung.

Frankfurt a. M., den 21. Dez. 1848.

Schenck,

Abgeordneter aus Dillenburg.

(1606) Das Haus Nro. 3 auf dem Loutsenplatz neben Herrn Nagler ist zu vermiethen und kann vom 1. Januar 1849 bezogen werden; solches besteht in 10 Zimmern nebst Dachkammern, Küche, Keller, einer Waschküche, einem Hinter­bau nebst allen Bequemlichkeiten. Auf Verlangen kann es auch möblirt wer­den.

Auskunft ertheilt

J. Strauß, Michelsberg Nr. 16.

(1612) Für einen soliden jungen Mann, wel­cher im Stande ist Lehrgeld zu zahlen, wird in einem Spezerei - und Laugwaarengeschäft eine Lehrlingsstelle gesucht. Wo? sagt die Ex­pedition dieses Blattes.

(1508) Bei Dreher Barth in der Kirchgaffe Nro. 30 sind ein auch zwei möblirte Zimmer zu vermiethen, wobei auch die Kost abgegeben werden kann.

Verlag von H. Fischer und C. Ritter. - Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.