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Strasburg, 17. Dec. Die ganze Presse behaup- M im Allgemeinen eine würdige Stellung. Alle Jour­nale stimmen darin miteinander überein, daß man sich dem Aussprüche des allgemeinen Stimmrechts fügen müsse. — Nach der amtlichen Wahlliste Jm Moseld par- temente hat Louis Bonaparte daselbst <5,142 und Ge­neral Cavaignac 19,660 Stimmen erlangt. Gerade im östlichen Frankreich hatte man am wenigsten e.'n solch günstiges Ergebniß für Napoleon erwartet. (F. I.)

Erklärung.

In Nrv. 89 unterm 23. Nov. dieses Jahres, enthalten die „Flugblätter der deutschen Nationalversammlung", herausgegeben von dem Abgeordneten Herrn K. Jurgens, eine Mittheilung über mein derzeitiges Verhalten, welche angeblich aus „guten Quellen" geschöpft sein soll. — Ich würde mich einer Berichtigung dieser Mittheilung überhebe» können, wenn nicht fall gleichzeitig die ministerielle „Oberpostamts-Zeitung" Artikel in ähnlichem Sinne in die Oeffentlichkeit gebracht hatte, wodurch ich zu der Ueberzeugung gelang, daß diese Verdächtigungen meiner Person und meiner Stellung systematisch betrieben werden.

Es thut mir leid, einem Collegen gegenüber erklären zu müssen, daß sämmtliche in sein Blatt aufgenommene Angaben über meine Person unwahr find.

Unwahr ist die Behauptung: ich sei um Mitte October ohne Urlaub oder vorgängige Anzeige nach Frankfurt gekommen. Der mir im August von der Natio­nalversammlung ertheilte Urlaub war durch meine Ernennung zum Gesandten unterbrochen worden. In Berücksichtigung dieses Um­standes erlaubte mir der damalige Minister des Auswärtigen, Herr Heckscher, unmittelbar nach Ueberreichung meiner Accredi- tive von meinem Urlaub vollständigen Gebrauch zu machen, was ich auch nach den beklaHenSwerthen September Ereignissen unver­züglich that. — Kaum in Köln angekommen, erhielt ich ein pres­santes Schreiben vom Reichsminister der auswärtigen Angelegen­heiten, Herrn v. Schmerling, worin derselbe mir den Einfall Struve's anzeigte, und mich aufforderte, mich unverzüglich auf meinen Posten nach Bern zu begeben. Gleich nach Empfang dieses Schreibens trat ich die Reise an und erbat mir hier in Frankfurt beim Ministerium, meinen Collegen, Herrn v. Neu­wall, als begationSrath mit nach Bern nehmen zu dürfen, da­mit ich später nicht mehr Gefahr laufen könnte, auch zum dritten Male aus meinem Urlaub abberufen zu werden.

Gegen die Mitte deS Monats Oktober sandte ich den Sekretär Herrn Wülfing von Bern auS, mit einem Auftrage an das ReichSminifterium, und ließ bei dieser Gelegenheit durch denselben dem Herrn v. Schmerling noch zum Ueberfluß mittheilen, daß ich nun gesonnen sei, von meinem Urlaub Gebrauch zu machrn, wo­gegen damals auch nicht das Geringste eingewendet wurde; ich muß sogar hinzufügen, 1>aß bei meiner Durchreise Herr v. Schmer­ling auf meine Bemerkung, „ich hoffe in 8 bis 14 Tagen wieder

zurückzukehren", antwortete: „ich möge nur ruhig meine Geschäfte abmachen, wenn etwas Wichtiges vorkäme, so würde er mir schrei­ben: dann aber auch wäre ja noch Herr von Neuwall da."

Die Aeußerung, am 6. Nov. zur Eröffnung der Bundesver­sammlung in Bern anwesend zu sein, ist von mir und nicht von Hrn. von Schmerling ausgegangen. Es mag hiernach Jeder be­urtheilen, inwiefern die oben gegen mich ausgesprochene Verdäch­tigung wahr oder unwahr ist. Ebenso unwahr ist die Erklärung, welche ich am 18. November an Hrn. von Beckerath abgegeben haben soll: daß Rappard zu viel gesagt habe. Ich habe mich mit Hrn. von Beckerath über einen Gegenstand besprochen, der diese Sache durchaus nicht im entferntesten berührt.

Ferner ist eS unwahr, daß Hr. von Schmerling mir meines Benehmens wegen einen „Vorhalt" und die Eröffnung gemacht haben soll, „daß sich die Sache in einer für mich (Naveaur) schonenden Weise nur applaniren lasse, sofern ich in einer Eingabe nutnen Abschied fordere, und dabei wiederhole, was ich erklärt, daß ich gegen die Person der Minister keine Mißachtung hege, widrigenfalls der Beschluß des Ministern vom 16. zur Ausführung kommen werde."

Diese Angabe ist eine wahre Lächerlichkeit. Ich, der ich schon in den ersten Tagen des November meine Entlassung sehnlichst wünschte, durch meinen Collegen Rappard schriftlich dieses Gesuch einreichen lasse, soll nun damit bedroht worden sein, meine Ent­lassung zu erhalten, wenn ich mich nicht dem „Vorhalt" des Hrn. v. Schmerling fügen wolle." Zur näheren Erläuterung mag es nicht überflüssig scheinen, wenn ich mein Verhalten dem Ministe­rium gegenüber, seit Einreichung meines DienstentlaffungsgesucheS mittheile. Einige Tage, nachdem Herr von Rappard das oben erwähnte Schreiben überreichte hatte, kam ich hieher, um meinen Sih als Abgeordneter im Parlamente wieder einzunehmen. Ich besprach mich mit Herrn von Beckerath über die Wohnung des zukünftigen Reichsgesandten in Beni. Nach der Sitzung besuchte mich der UnterstaatSsecretär Herr von Bigeleben; er theilte mir mit, wie es wünschenSwerth wäre, daß ich nochmals schriftlich mein EntlaffungSgesuch einreiche, und zwar in der Art, daß nichts Verletzendes für die Personen darin enthalten sei, eingedenk deS SprüchworteS: der Sache Feind, der Personen Freund!" Zu­gleich könne dieses Schreiben die Erklärung enthalten: „daß ich mit dem Ministerium hinsichtlich der schweizer Politik, nicht aber hinsichtlich des Verhaltens in den österreichischen und preußischen Angelegenheiten einverstanden," das Ministerium könne^dann, hier­auf gestützt, mir meine Entlassung mit dem Ausdrucke seiner voll­kommenen Zufriedenheit zukommen lassen.

Ich erklärte mich mit Hrn. von Bigeleben einverstanden und sagte ihm, daß ich mit Hrn. v. Schmerling hierüber noch näher sprechen würdr, was ich denn auch am 19. Nov. in der Sitzung that. Hr. v. Schmerling lud mich ein, mit ihm auf das Mini- sterium zu gehe», woselbst die Unterredung stattfand, welche in den Flugblättern als der obige „Vorhalt" bezeichnet wurde.

Wenn ich mun nichtsdestoweniger es später für gerathener fand, das erbetene Schreiben nicht abzusenden, so hat mich das Verfahren, welches man für gut fand, gegen mich einzuschlagen, uud zwar im Wege öffentlicher Verdächtigung, in den Gründen bestärkt, welche mich bestimmten, obiges Schreiben nicht abzusenden.

Am 30. Nov. endlich erhielt ich meine Entlassung aus den Reichsdienste, datirt vom 29. November, aus welcher mir eben falls ersichtlich, wie gern man mir begreiflich machen möchte daß das Ministerium ungefähr zu derselben Zeit, wo ich meine'Gut; laffung eingereicht, auch meine Entlassung beschlossen habe. Da dieser Beweis aber an dem gegebenen Datum und an allen,Neben- umständen scheitert, so möchte man, um wenigstens bett' Schein zu retten, der Sache dadurch eine Wendung geben, daß meine Mission als eine außerordentliche und beendete zu be­trachten sei, wie das ein Passus des ministeriellen Schreibens klar und dentlich besagt. Allein auch diese Aufstellung ist eine unrich­tige, und hätte ich dem Reichsminister der auswärtigen Angelegen­heiten nicht zugetraut, daß er sobald seine eigenen, auf der Tri­büne der Paulskirche ausgesprochenen Worte vergessen könnte, nämlich: wir haben in der Schweiz eine ständige Ge­sandtschaft." Sapienti sat!

Alle ehrenwerthen Redaktionen werden um Aufnahme dieser Erklärung gebeten.

Frankfurt, im December 1848.

Franz Raveaux, Abg. von Köln.

Für die Hinterbliebenen Robert Blums

sind bei der Redaktion der Freien Zeitung weiter ein-

gegangen:

fl.

kr.

54) Von drei Bewohnern Hombergs

1

——

55) Ergebniß einer Hauscollekte in Nauheim, Amts Limburg, einge- sandt durch Lehrer Roth . . .

9

4

Summa

10

4

Uebertrag

521

Summa

531

51 %

Fruchtpreise.

Diez, 16. Dec. Ir Preiß. 2r Preiß.

Rother Waizen.....13 fl. 25 kr. 14 fl. — fr.

Weißer Waizen , , . . . 12 fl. 24 kr. 12 fl. 47 kr.

Koru ........ 8 fl. 18 kr. 8 fl. 33 kr.

Gerste . '......6 fl. 12 kr. 6 fl. 30 kr.

Hafer.........3 fl. 53 kr. 3 fl. 53 kr.

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

Bekanntmachungen.

Sitzung der Abgeordnetenversammlung

Mittwoch, den 30. Dezember, Nachmittags 3 Uhr, wegen der am Morgen stattfindenden Wahlen dahier.

1) Gesetz wegen Erhebung zweier Steuersimpel in 1849.

2) Remuneration für die Ertheilung des Religions-Unterrichts am Lehrer- Seminar zu Idstein;

3) Adresse an die Nationalversammlung wegen Herabsetzung der Eingangszölle.

4) Schreiben an den Abgeordneten Bellinger;

5) Wahl der Mitglieder der Bankdirection;

6) Petitionsberichte. (1611)

(1582) Soeben ist erschienen und in den Buchhandlungen von Heinrich Fischer und H. W. Ritter in Wiesbaden vorräthig zu haben:

Komischer Bolkskalender für 18519.

Herausgegeben von Adolph Brennglas.

Mit vielen Illustrationen von Th. Hosemann.

Preis 36 kr.

Aufforderung.

Bereits elf freisinnige und volksthümliche politische Vereine in Nassau haben sich bis jetzt auf die in Kirberg gefaßten Beschlüsse hin geeinigt. Von diesen haben weitere fünf — darunter der Volksvcrein zu Weilburg mit 19 Zweigvereinen — ihren Beitritt zum Märzverein erklärt.

Wir fordern nun diejenigen Vereine welche dem in Kirberg eingegangenen Bunde sowie dem Märzverein beizutreten gesonnen sind, hiermit auf — ihre betreffenden Er­klärungen unverzüglich an den unterzeichneten Vorort schriftlich abzugeben, damit der­selbe sich in den Stand gesetzt sieht, die Beitrittserklärung demnächst in Frankfurt im Namen der freisinnigen Vereine Nassaus abzugeben.

(1610) Der Vorstand des „Vereins zur Wahrung der Volksrechte" in Wiesbaden.

In Georg Wigand's Verlag in Leipzig ist erschienen und in den Buch- hvndlungen von Heinrich Fischer und H. W. Ritter in Wiesbaden zu haben:

Itieritz, Gust., Sächsischer Volkskalender auf das Jahr 1849.

Mit 3 Kupferstichen und 20 Holzschnitten. Geheftet. Preis 36 kr.

Frankfurt.

Cours der Staatspapiere.

1 Uhr.

Den 11. December 1848.

pCt. Papier I Geld li

Den 11. December' 1848.

pCt.

Papier

.Geld

Oesterreich Metalliqnes Obligationen ....

5 71% 70%

Darmstadl

Obligationen...... .

4

85

84%

ei f, „ , , , ,

4 58 57 '

Lotterie-Anlehen von 50 fl. . . .

61% I

61%

1, , , . , ,

3 42 41%

25 fl. Loose . . ......

21%

—

„ ,, „

2% 37%! 37%

Kurhesseu

Friedrich-Wilhelms-Nor.dbahn . .

4

40%

40%

„ Wiener Bank-Actien.....

1205 — ■

40 Thaler Loose bei Rothschild . .

25%

25%

„ 300 fl. Loose........

124%} 124%

Nassau

Obligationen bei Rothschild . . .

3%

79%

—

„ 1 250 fl. Loose von 1839 ....

75% 75

ditto 25 fl. Loose . .

21

20%

» 1 Bethmännische Obligationen . . .

4 59 58 1

Frankfurt

Obligationen...... ,

3

77

—

4% 68% 68%;

dilto von 1839 ....

3%

90%

—

Preußen 50 Thaler Prämien-Scheine . . .

- 93%

ditto von 1846 ....

3%

87

86%

„ Staaw-Schnld-Scheine a 105 . .

3% 79 — 1

Taunuè-Eisenbahn-Actien â 250 fl. .

270

265

Bayern Obligationen .

3% 76% 76 '

„ „ „ per ultimo

—

—

„ Ludwig-Kanal-Actien iuel. d. v. C.

•— —

Holland

Jntegr.-Obligatiouen .....

2%

47%

46%

„ Bexbacher Eisenbahn-Aclien . . .

66% 65%

Syndikats.........

3%

—

72%

Würtemb. Obligationen . ,

3% 77 76%

Spanien

Innere Schuld neue Obligationen .

3

19

18%

4% 93% 93%

Ardoins incl. 14 Coup.....

—

—

Baden Obligationen ....

3% — —

Polen

Lotterie-Loose 300 ......

97

„ Lotterie-Anlehen ü so fl. von 1840

45% 45

ditto 500 ......

7t

70%

„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 .

25% 25%

Sardinien

36 Frs. Loose bei Gebr. Bethmauu

24

Darmstadt Obligationen........

3% 75 74%

Cours der Wechsel. __Kurze Sicht Zwei Monat

Gold- und Silber-Sorten

fi-

kr.

Den 11. December. »tiefe Geld Briese Geld

Amsterdam, loo fl. Cn. ... — iw% loo% —

Neue Louisd'or..........

11

5

Augsburg, 100 fl. Crt. ... — 119% — —

Friedrichsd'or...........

9

54%

Berlin, 60 Thlr...... — 1V5 — —

Ducaten............

5

36

Bremen, 50 Rthlr. in Louisd'or. 99%

-- ---

20 Frank-Stücke .........

9

36%

Hamburg, 100 Mrk. Bco. ... 88

- , 87% -

Holländische 10 fl. Stücke......

10

5

Leimig, 60 Thlr...... — % — —

Englische Souverains........

12

2

„ in der Messe .... —

— — ____

Laubthaler ...........

2

43%

London, 10 Livr. St..... 121%

- «0% _

' Preußische Thaler.........

1

45

Lyon, 200 Fr....... 94%

—— — —.

Hochhaltiges Silber........

24

24

Paris, 200 Lr ....... 94%

— — ——

Gering-nuttelhaltiges Silber......

24

18

Mailand, 250 Lir. Austr. . . . 100%

— — —

Wien, in 20r 100 fl. E.-M. . . 107%

Diskonto ........ —

l3/

4

_____(Frkf. I.)

(1607) Unterzeichneter empfiehlt zu bevor­stehenden Weihnachten anßer einer schönen Aus­wahl Herrn- und Kinderkappen, Handschuhe, Hosenträger ic. auch solid gearbeitete Damen- Muffs und verspricht die billigsten Preise.

H. Profitlich,

Metzgergasse Nro. 27.

(1514) Es wird ein Capital von 20,000 Gulden gegen genügende Sicherstellung zu leihen gesucht und wollen sich Anmeldende in porto­freien Briefen an die Expedition dieses Blattes wenden mit der Angabe der Nummer der An­nonce auf die Adresse.

(1612) Für einen soliden jungen Mann, wel­cher int Stande ist Lehrgeld zu zahlen, wird in einem Spezerei - und Langwaarengeschäst eine Lehrlingsstelle gesucht. Wo? sagt die Ex­pedition diesesBlattes^ ______________'

Lieber Freuud in S.!

(1608) Deiner freundlichen Einladung Dich zu Weihnachten zu besuchen kann ich leider nicht Folge geben. Deine Aufträge werde ich pünktlich ausrichten. Nächstens in einem Briese mehr. Wiesbaden.

Dein Dir bekannter Freund, der in Bonn und Heidelberg so manche unvergeßliche Stunde mit Dir verlebte.

fr fr fr fr fr fr fr fr fr fr fr fr fr fr frfrfr fr fr (1600) Ein Capi- A tal von 1900 fl. ge- è

fr fr J

gen doppelte, gute Si- fr Herstellung wird zu

: leihen gesucht. Das .*.

fr Nähere ist bei der Expedition die- ses Blattes zu erfahren. fr

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Verlag von H. Fischer und C. Ritter. — Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.