Einzelbild herunterladen
 

sei, denjenigen Theil des ehemaligen Polen, der jetzt das Königreich Polen bildet, in seiner Unabhängigkeit (vielleicht vom 1. Januar schon) herzustellen , ihm eine besondere Verfassung und in dem Herzoge von Leuch­tenberg einen König zu geben. Dieser Plan sei bereits durch' den General v. Pfuel dem p.cußischen Kabinet mit dem Anträge mitgetheilt worden, an dieses neue Königreich Polen auch die preußisch-polnischen Landes­tbeile abzutreten, welche durch die damals schon projek- tirte Demarkation — (die erste Idee dazu scheint so ar gleichfalls von Rußland ausgegangen zu sein) — Deutsch­land nicht einvei leibt werden würde». Auf diesen An­trag wäre nun preußischerseits eingegangen worden, einmal, um das dem Deutschen widkist-ebende polnische Element so viel als möglich von sich auszuscheiden, und dann, weil dadurch die mit einer Reorganisation für Preußen verbundenen vielerlei Schwierigkeiten beseitigt würden. Aehnliche Unterhandlungen schwebt n auch zwischen dem russischen und österreichischen Kabinett wegen Abtretung des krakauer Gebiets und der rei,n polnischen Theile von Galizien.

Pol e n.

Warschau, 30. Nov. (Die politischen G e-' sangenen.) Wir haben Ihnen vor einiger Zeit über das Schicksal der Gefangenen in Modlin arm lket. Allein diese machen kaum den Hundettstn Th-il jener langen Reihe der Märtyrer aus, welche die Mauern der Citadelle ve^ schlingen. D'e Warschauer Citadelle gleicht einem bodenlosen Abgrund, dessen Eingang stets offen steht, dessen Ausgang aber man vergebens sucht. Was dieses unermessliche Grab einmal in sich aufnimmt, das hält es auch unwiderruflich fest, oder es wüst es zerschmettert und vernichtet aus seinem Innern. Es gibt im ganzen Lande fast kerne Familie, die nicht den Verlust wenigstens eines Mitgliedes zu beweinen hätte, das entweder in die Verbannung nach Sibirien geschickt worden , oder noch in den unterirdischen Ge­fängnissen der Citadelle schmachtet. Und unsere Weichsel, die ihren Saum näßt, hört inmitten der nächtlichen Stille die Seufzer der Unglücklichen und vermischt sie mit dem eigenen Brausen. Und weiterhin fliesst sie, dis sie bei Modlin der Schwester Narew begegnet und beide sich die trüben Erzählungen von Warschau mtzthei'en. — Die Behandlung der Gefangenen in der Citadelle ist so grausam, so barbarisch, so ohne jedes menschliche Gefühl, daß man keinen Ausdruck für deren Beschreibung finden kann. — Es genügt die Mitthei- lnng, daß das geringste Nebel das Peitschen bis zu einem solchen unbarmherzigen Grade ist, daß die Ge­fangenen zuweilen schon bei der Untersuchung 300 und mehr Hiebe empfangen. — Weun dann die Mut­ter, Frau oder Schwester des unclücklichen Opfers die mit Blut gefärbte Wäsche erhält, mit Thränen nach der Ursache dieses Blutes fragt, und verzweiflungsvoll die Wahrheit zu wissen verlangt, da antwortet ihnen der Inspektor Zurzkowski lächelnd: „es wä e i.'chtâ !" .— Seitdem Jolszyn Präsident der Nntcisuchunqs- kommission geworden, steht der Besuch nur bei denje- N gen Gefangenen frei, die sich schon frei Jahre in der Untersuchungshaft befinden. Aber auch diese darf man

nur dm ch ein Gitter sehen, und zwar nur ein paar Minuten in Gegenwart einiger Zeugen. Früher war es den Gefangenen gestattet, Bücher zu lesen; j'tzt ist auch diefs verbet n, und die Regierung hat es in ihrer väterlichen Fürsorge übernommen, die Gefangenen mit geistiger Nahrung zu versehen. Ebenso verhält es sich mit der körperlichen Nahrung, an deren Lieferung die Beamte! sich benichern, und die in unreinen Ge­fäßen gereicht, und in Verbindung mit der verpesteten Luft der Kasematten, die Ursache zahlreicher Leiden wird (Bresl. Ztg.)

Schweiz.

Chur, 2. Decbr. Hier eingegangene Privatbriefe von Fiankfurt geben die bestimmte Versicherung, daß die deutsche Centralgewalt keine belästigenden Maß. regeln gegen die Schweiz werde eintreten lassen.

(Alpenbote.)

Frankreich.

Paris, 12. Dee. Die Minister scheinen an der Möglichkeit, dem „Prinzen" den Erfolg streitig zu machen, zu verzweifeln; denn schon gestern miethete sich He. Bastide eine Wohnung, da er voraussieht, daß er bald das Hotel des Capucins werde verlassen müssen. Aus 40 D partemcntö hatte die Regierung heute be­reits Nachrichten über das Wahlergebniß; in 30 der­selben fl Ute sich eine starke relative, in den andern 10 eine starke absolute Majorität für Louis Napoleon heraus. — Nachschrift. In diesem Augenblicke (5 Uhr) weiß man das Ergebniß von 11 Wahlbezirken deS De« partements der S ine: LouiS Navo'eon 97823, Ca- vaignac 52,950, Ledru-Rollin 14,469, Raspail 7694, Lamartine 2098 Stimmen. (K. Z.)

Paris, 13. Dez. Die Nachrichten über die Wahl­ergebnisse nehmen seit gestern die öffentliche Ausmerk- samke.t ausschließlich in Anspruch. Ueberall, an ken öffentlichen Otten, wie in den Privatkreisen beschäftigt man sich 1 ur mit der Zusammenstellung der Stimmen, welche die verschiedenen Cantioaten für die Präsident- schaft der Republik erhalten. Bis gestern Abend belief sich die Zahl der bekannt gewobenen Stimmen auf etwa 600,000; unter diesen waten 381,746 für Louis Napoleon Bonaparte und 136,903 für General Ca- vaignac; die übrigen Stimmen waren auf Hrn. La­martine, die wenigsten aus die socialistischen Candidaten g fallen. Das Stimmenverhältniß steigt zu Gunsten Louis Napolevn'ö in dem Maße, als die Abstimmungen aus den Departementen bekannt werden. In den Departementen erhält Hrr Cavaignac, Louis Na­poleon gegenüber, vrhältuißmäßig noch weit weniger Stimmen, als in Paris. Die Wahlergebnisse der zwölf Arrondlssemenke von Paris sind jetzt fast voll­ständig bekannt; die Zahl der bekannten Voten für Louis Napol on beläuft sich hier bereits aus mehr als 140,000 Stimmen; die der Voten für Cavaignac auf etwa 67,000; es ist dies also ein Verhältniß von mehr als 2 gegen 1, und da die übrigen Candibaten zusam- »i n noch nicht einmal soviel Stimmen als Hr. Ca- vâignac erhalten haben, so ergiebt sich, daß Louis Na­poleon in Paris weit mehr als die Hälfte der Stim­me» für sich zahlen wird. In den Gemeinden der

Bannmeile, deren Bestimmungen zu denen der Haupt­stadt hinzugezählt werden, ist daS Verhältniß noch weit günstiger für Louis Napoleon. Und noch weit mehr ist dies, wie schon erwähnt, in den Departementen der Fall. Heute haben wir die Wahlergebnisse aus einer großen Anzahl von Departementstädten erhalten. Mit Aus­nahme der Städte Havre, Lille und Valenciennes, wo Herr Cavaignac m-hr Stimmen als sein Concourrent bekommen hat, ist das Verhältniß ganz enorm zu Gun­sten Louis Napoleons. Bis jetzt kennt man bereits mehr als 2 Millionen Stimmen, und unter diesen zählt Louis Napoleon mehr als 1,500,000. Man sieht nun wohl noch mit Spannung den Ergebnissen der noch nicht bekannt gewordenen Scrutinien entgegen. Aber schon jetzt kann an der Wahl Louis Napoleons zum Präsidenten der Republik nicht mehr gezweifelt werden. Angenommen, daß sieben Millionen Bürger sich an der allgemeinen Abstimmung beteiligt haben, so kann wohl schon jetzt die Zahl der Stimmen für Louis Napoleon auf vier Millionen wenigstens geschätzt werden.

Nach einer Zusammenstellung der Civilstandsregistex Frankreichs belauft sich die Zahl sämintlicher Wähler vom 21 sten Lebensjahre bis zum 100sten noch nicht auf 11,600,000, und wenn man nur die vom 21sten bis zum 65sten nimmt, auf etwa 10,010,000.

Lyon, 13. Dtt. Bei uns erhielt Louis Bonaparte etwa 37,000, Caoaignac 14,000, Raspail 6000 und Ledru-Rollin 1000 Stimmen. So wie in Paris steigen auch hier die Coarse aller Staatspapiere. (F. I.)

Strasburg, 15 Decbr. Louis Napoleon hat in sämmtlichen Departementen Frankreichs eine überwie­gende Stimmenmehrheit als Präsident der Republik er­langt und so werden wir in einigen Tagen die officielle Ernennung desselben durch den Telegraphen erhalten.

(Frkf. I.)

Großbritannien.

London, 12. Dec. Der dänische Gesandte ist ge­stern über Brüssel, wo er besondere Aufträge an den König der Belgier hatte, hierher zurückgekehrt. Ihn begleitet ein ausgezeichnetes Mitglied der dänischen Kammern, Herr Thieshow, welcher an den nächstens zur Ausgleichung der Streitigkeiten zwischen Dänemark und Deutschland zu treffenden Unterhandlungen Theil nehmen soll.^(K. Z.)

Nach schrist.

Frankfurt, 15. Decbr. Hr. v. Schmerling ist nun wirklich aus dem Reichsministerium getreten. So eben (berichtet die D. Z.) wird im Parlament bekannt, die Herren Reichsminister von Schmerling und Un- terstaatssekretär v. W ürjth hätten ihre Amtsentlassung eingereicht. Sie sind die einzigen österreichischen Mit­glieder deS Reichsministcrkums. Heinrich v. Gagern war in der Mittagsstunde beim Reichsverweser. Die Bildung eines neuen Ministeriums wird wohl Anstand haben, bis in der österreichischen Frage die Ansicht der Nationalversammlung sich entschieden ausgesprochen hat. ______________________________________________(Frkf. I.)

B^a'ttw 'etlicher Redakteur: I Oppermann.

Bekanntmachungen.

(1601) Guter Rath.

Alle Geistlichen, welche fette Pfründen, alle Schultheifen, welche Bürgermeister- stellen zu erobern wünschen; ferner alle Amtmänner, Amtssecretäre und Amtsacces- sisteu, welche bei der bevorstehenden Organisation gute Aemter zu erschnappen ge­neigt find, werden hiermit aufgefordert schleunigst EinschläferungSvereine zu gründen.

Die Geistlichen, Angestellten des Amts, sowie Hofräthe und sonstige Hofrachs- Nat^ren und Creaturen, sowie auch etliche Bürgermeistercilnstclne in Diez ha cn ebenfalls kürzl'ch mit den Schiffern daselbst, w lche Wirrklich ihren Brüdern am Rhein und in Cöln und Coblenz an männlichem Freimuth-' und Gesetze.' sinn durch­aus nicht gleichen, und neben diesen eine sehr traurige und bejammernswürdige Rolle aufführen, einen neuen Eiusch'äferungsverein zu Stande gebracht.

Die Regierung möge auf die Stifter Pfründen, BürgermcistcrejstcUen, Orden und Titel gnädig herabregnen lassen.

(1580) Dtm geehrten Publikum mache ich hiermit die ergebenste An­zeige, daß ich Dienstag, den 12. d. M. meine Weihnachts-Ausstellung eröffnet habe, empfehle anbei besonders eine sehr bedeutende Auswahl ganz neuester schön glacirter Marzipan-Figuren, Liqueur und Choco- lade-Bonbons; Wind- nnd Makron-Confekt â Pfd. 1 fl. 4 fr. sehr ge­eignet für an Chriftbäumchen, so wie alle in dies Fach einschlagende

Artikel zu äußerst billigen Preisen.

M Lebkuchen a Pfd. 12 fr., sowie auch viele andere Sorten feine M Baseler, Nürnberger; Nürnberger weiße und feinste Gewürz- und Honig-Kräuterknchen. ' Heinrich Wens^

M Conditor.

Allgemeine

Rentenanstalt zu Darmstadt.

Diejenigen, welche der in der Bildung begriffenen 5ten Lahresgesellschaft (1848) beizutreten oder Nachzahlungen auf frühere Einlagen zu leisten beabsich­tigen, laden wir hierdurch ein, solches vor Ablauf dieses Lahres entweder dahier bei dem Bureau der Anstalt, oder auswärts bei den Herrn Bevollmächtigten der­selben^) zu bewerkstelligen.

Bis Ende 1847 zählte die Anstalt 4887 Mitglieder mit 8019 Einlagen und einem Vermögen von 385,098 fl. — Hei der mit dem Lustitut verbundenen De­positenanstalt können fortwährend Gelder gegen 4 Prct. Zinsen hinterlegt werden.

Darmstadt, den 27. November 1848.

Die Direktion.

*) In Wiesbaden bei Herrn Friedrich Wilhelm Käseb ier; in Dillenburg bei Herrn F. J. Zi»co.

lAjmygässer Wittwe ,

(ib06) Modiste in Mainz

empfiehlt sich den geehrten Damen im Verfertigen von Putz-Gegenständen zu den billigsten Preisen und verspricht den sie mit werthen Aufträgen Beehrenden prompte und reck Bedienung.

Sammthüte, schwarze w’e auch in bunten Farben von . . 4 fl. — kr.

Glaoe-seidene Strupphüte von . . . . . . . . . 3 „ 40 „

Schwarze und weiße Putzhauben von.......1 „ — „

Negligo- Hauben und Chemisetten, Bänder, Blumen und Spitzen zu allen Preisen.

Schustergasfe S.51. C 110 neben Herrn Dreyfus.

Associations-Osfevte.

(1595) In einem blühende» und durch poli­tische Ereignisse nie gefährdete» Geschäfte auf hiesigem Platze steht für eine» junge» selbst­ständigen Mann des In- und Auslandes von 8—19,000 st. Vermögen, die Societät offen.

Frankfurt im Dezember 1848.

Frankirte Offerte» adressire man hierher unter der Ehiffer A. S.

courlicr, poste restante.

(1 <>0 4) Französischer Eognac per Flasche 48 kr., Rum 48 kr., 1 fl. 24 kr., 1 fl. 45 kr , Arrac de Batavia 1 fl. 36 fr , Schwei,er Kirschwasser 4 fl , Extrail d'Absynthe 1 fl. 40 kr , Punsch- essenz 1 fl 20 fr., 1 fl. 36 kr., 2 fl. 12 kr. große Flaschen, Citronen per Stuck 3 und 4 fr., Orangen 9 fr., spanische Brunelle» per ^. 24 fr., Mirabellen 18 kr. und sonstige in dies Fach schlagende Artikel bei Curt Cromer, am Kranz.

(1602) Der Unterzeichnete empfiehlt eine schöne Auswahl Zeichnen- und Schreibmaterialien, ge­wöhnliche und Stollbergäche Reißzeuge, 9tei^ federn il s. w., Zeichnenvorlagen, Schreibvor­schriften, Bilderbogen, Bilderbücher, Stamm­bücher, Neujahrwünfche, Schreibhefte, lintirle Geschäftsbücher, rastrirte 0toreupapicre, — Ci­garre» zu allen Preise«, — ferner eine Parthie zweite Lesebücher mit Abbildungen, Eigarren-EtuiS und Spielwaaren, welche zu», Einkaufspreis abgegeben wrrden.

G. PH. Lippe, Goldgaffe Nr. 13.

(1599) Der Unterzeichnete beabsichtigt mehrere bisher in seinem Ladengeschäft geführte Gegen­stände gänzlich ausgehen zu lassen und, da unk dem projectirten Ausverkauf nicht aufgerauV» werden kann, die nachfolgenden Artikel ~len ' tag, den 19. Dezember, Morgens 8 Uhr an- fangend, einer öffentlichen Versteigerung a»sj< - '^Albums, Wand-, Brief- und Damentaschen, Schreibmappen, Cigarrenetuis, Notizbücher, - derne Geldtäschchen (,Port-Monnats), '

bischer, Reißzeuge, Farbeukâstchen, TabakS- Theekästchen vo» Holz, Uhrgehäuse, S bischer, Nähetuis, Schreibzeuge, ledern« ballen, Gebetbücher, darunter Schulß in > Bänden (Prachtband), Lichtschirme, T Ringe, Streichfeuerzeuge, Schnellreinigung' ver in Paqueten, feine und ordinäre stich« >«. . ,, Milbe.

Indem ich mir noch die Bemerkung daß sich säninitliche Gegenstände beiten s Weihnachtsgeschenke« eignen werden, ^ merke ich, daß sämmtliche Gegenstände » ^ Versteigerung zu Jedermanns ^H1^ a1^ sind, und vorher einzeln wie im Gunzen g Baarzahlung äußerst billig verkauft wer -

August - Buchbiiider am Kranz

(1600) Ein Capital von 1700 fl»

dieses Blattes zu erfahren.

Berlag von H. Fischer und C. Ritter. — Druck der C. Nitter'schen Buchdruckerei.