würdig und antwortet den'Vclläiimdungen Eurer Feinde durch Eure Seelengröße"
Rom, 25. November.
Muzzarelli, (ConseilSpräfident); Galletti; Lunati; Sterbini; Campello; Sereni.
Welche Stimmung in Rom bei dieser Nachricht herrschte, läßt sich daraus entnehmen, dass, wie berichtet wird, das Volk auf das Hotel des französischen Gesandten, der des Papstes Flucht begünstigt hatte, mehrere Schüsse abfeuerte.
Es wurde früher viel von den TraSteverinern, als den fanatischen Anhängern des Papstes, gesprochen. Allein bei der letzten Revolution haben sie sich keineswegs passiv verhalten, wie einige Nachrichten meldeten. Im Gegentheil waren sie es, dte mit an der Spitze der Bewegung standen. Ein TraSteveriner, Namens Bietta, war es, der Guizot's Freund, Rossi, erdolchte.
(N. Rh. Z.)
Florenz, 26. November. (N. Nh. Ztg.) Gestern erfolgte die Abreise des neapolitanischen Gesandten. Sie ist einer Kriegserklärung gleich zu achten.
Großbritannien.
London, 4. Dezember. Zum Nachfolger des Lord- Gough, dessen Amtsdauer als Oberbefehlshaber der indischen Armee in Kurzem abläuft, hat die Militarbe- börde dem Direktorenhofe den Helden von Scinde, Sir C. Napier vorgeschlagen. Da letzterer aber mehrere Direktoren persönlich beleidigt hat, so ist von Seiten des Hofes erwiedert worden, daß er zwar, wenn die Militärbehörde auf Ernennung Napicr's dringe, dieselbe genehmigen, den neuen Oberbefehlshaber jedoch nicht, wie üblich, als Mitglied des obersten Raths von Indien zulassen werde. (K. Z.)
Frankreich.
Paris, 4. Dez. Die Präsideutschaf : das ist der Glanzpunkt von ganz Frankreich, um den sich Journale, Korrespondenten, Intriguen und Conservationen drehen. Je näher die Periode heranrückt, je lebendiger werden die Debatten. Wer wird Präsident werden? Wer wird Frankreich retten? „Frankreich muß gerettet werden", das ist der allgemeine Nick, und es kann nur gerettet werden durch die Wahl eines Präsidenten, durch Cavaignac, sagen die einen, durch Napoleon antworten die andern. Unterdessen lebt man nur noch von der Hoffnung. Das Leben, d. h. das was man im com- merziellen und bürgerlichen Leben so nennt, die Wiederkehr des Kredits, der Ruhe, der Sicherheit, ist völlig suspendirt; man lebt, wie gesagt, nur von der Hoffnung, daß der neue Präsident das alles widerbringen wird.
Paris, 4. Dez. Heute und gestern fanden hier fünf Bankete statt. Das politisch wichtigste darunter
war ein Studentenbanket an der Barriere de Sevres, an welchem Proudhon, Felix Pyat, Ledru-Rollin, der berühmte Arbeiter Vincard und auch zwei Deutsche, Namens Hesse aus Köln und Appuhn aus Hannover (Beide Mitglieder des demokratischen deutschen Vereins) Vorträge hielten. (Fr.O. P.-Z.)
— Kriegsminister Lamoriciere hat in der Nationalversammlung angezeigt, daß die Wahlen in Algerien am 19. Dezember stattfinden, wodurch das definitive Resultat der Präsidentenwahl schwerlich vor dem Ende Dezember bekannt sein dürfte.
— In einem Saale der Rue de Rivoli Nr. 26 versammelten sich gestern sämmtliche Gencralstabsvffiziere, welche seit dem Februar außer Dienst gesetzt wurden. General Baron Sourd führte den Vorsitz und hielt eine fürchterliche Reoe gegen Cavaignac und die Republik Marraffs. Am Schlüsse derselben wurde ein sprühender Antrag zu Gunsten der Wahl Louis Napoleons genehmigt, den heute die „Patrie" und „Liberte" mittheilen. Dieser Antrag gleicht einem wahren Anklageakt gegen die Generale Cavaignac, Lamoriciere und Charras, der in der Rue de Barrennes großes Aufsehen machen dürfte.
Der glänzende Empfang, den Hr. Marrast und seine Partei dem Papste bereiten — ruft das orleanistische Blatt „Asscmvlve Nationale" mit vieler Bitterkeit aus — geschieht lediglich im Interesse der Kandidatur Ca- vaignac's. Das Volk soll seine Regierung lieben lernen ; die Geistlichkeit wird gewonnen .... Aber man lasse sich ja nicht täuschen u. s. w. Die Expedition nach Civita-Vecchia ist ein bloßes Gaukelspiel. Acht Tage sind es her, daß Cavaignac den Befehl zur Ausrüstung gab und noch brachte der „Moniteur" keine Zeile über ihre Abfahrt. Die Sympathie für den Papst ist eine reine Heuchelei rc.
Das „Journal du Havre" meldet: Wir erfahren aus London vom 2. Decbr., daß England ebenfalls ein Geschwader vor Civita-Vecchia schicke. Es scheint dem Pariser Kabinet also doch nicht vollständig zu vertrauen. Offenbar wird die italienische Frage zu einer unerhörten Wichtigkeit heranschwellen.
Paris, 5. Dez. Der Papst kommt nicht nach Frankreich. Er befindet^sich ruhig und frei in Gaeta.
— Cavaignac hat der Nationalversammlung angezeigt, daß die Expedition nach,Civita-Vecchia nicht stattfinde. (NRh.Z.)
Nachschrift.
Olmütz, 2. Dez. Gegen 8 Uhr Morgens versammelten sich heute auf Befehl sämmtliche höhere Civil- uud Militär-Autoritäten in der erzbischöflichen Residenz.
Um 9 Uhr trat ein Hofbeamter in den Saal und ver kündete die dtufyidßt, daß Kaiser Ferdinand I. J Gunsten seines Neffen abdicirt habe, der als Fran- Joseph 1. den Thron besteigt. *
Die anwesenden Personen verfügten sich in den Krönungssaal und huldigten dem neuen Kaiser. Nachdem die, die Abdikation betreffende Staatsschrift vom Rathhause aus verlesen war, stellte sich die ganze Garnison am großen Exerzierplätze auf und wurde? von dem früheren und dem jetzigen Kaiser, in Begleituna des Feldmarschalls Windischgrâtz, des BanuS Jellachich und einer zahlreichen Generalität besichtigt,^ um dann schließlich ebenfalls dem neuen Kaiser den^Eid der Treue abzulegen.
Franz Joseph, der jetzige Kaiser, ist der Sohn des Erzherzogs Franz (Karl Joseph, Bruder des eben abgetretenen Kaisers Ferdinand) und der Erzherzogin Sophie, einer gebornen Prinzessin von Bayern. — Franz Joseph l ist am 18. August 1830 geboren.
Erzherzog Franz Karl leistet zu Gunsten seines Sohnes auf die Krone Verzicht.
Der neue Kaiser hat den Ban Jellachich als Civil- und Militär-Gouverneur Kroatiens bestätigt.
(N. NH. Ztg.)
Kremsier, 3. Dez. In der gestrigen Reichstags- sitzung verlas Fürst Schwarzenberg die drei den Kaiserwechsel betreffenden Dokumente:
1) Die Volljährigkeits - Erklärung des Erzherzogs Franz Joseph.
2) Die Verzichtleistung des Erzherzogs Franz Karl auf das angestammte Recht der Thronfolge.
3) Die Besitzergreifung des Thrones durch den jungen Kaiser Franz Joseph 1.
Für die Hinterbliebenen Robert Blums sind bet der Redaktion der Freien Zeitung weiter eingegangen: fl. kr.
42) Vom Gesangverein zu Idstein, durch Fr. Vietor übergeben ... 7 —
43) Von einigen Bauern zu Holler, Amts Montabaur, eingesandt durch W. Hansen ......1 — Summa 8 —
Uebertrag 487 12%
Summa 495 12%
Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.
Bekanntmachungen.
Sitzung der Abgeordnetenversan»n«lnng
Samstag, den 9. Dezember 1848, Vormittags 9 Uhr.
Tagesordnung:
1) Gesetz wegen Aufnahme eines Anlehns zur Bestreitung der Staatsbedürfnisse.
2) Abstimmung über den Bericht wegen der auf das Zehntgesctz bezüglichen weitern Mittheilung der Regierung. (1558)
Anzeige.
Hiermit zeige ich ergebenst an, daß fortwährend in großer Auswahl bei mir zu haben sind; doppelte und einfache Jagdflinten zu billigen Preißen; so wie Büchsen mit und ohne Spitzkugeln, ferner Pistolen und Terzerolen, Pulver und Zündhütchen 1r Qualität.
Da sämmtliche in meinem Lager befindlichen Waffen von mir selbst geprüft, und in jeder Beziehung genau untersucht sind; so kann ich um so mehr für die Güte meiner Waffen garantiren, und dieselben auf das beste empfehlen.
Friedrich Jäger,
Hof-Büchsenmacher zu Biebrich am Rhein.
| WEIHNACHTS-GESCHENKE, g
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^ Alle uns zukommenden Aufträge werden auf das
Beste ausgeführt werden.
Wiesbaden, 9. Dezember 1848.
Ey Buchhandlung von H. Wischer.
(1560) II, fl. Biller'»ehe Buchhandlung. El
EVIWZSSWSMNSISIZIWSNSWSZSSMIWSIS
EaaiawiiaEnaiaiaiM
(1530) In den Buchhandlungen von Heinrich Fischer und H. W. Ritter in Wiesbaden sind einzeln oder buchweise um billigen Preis zu haben:
Formulare
zur Erklärung
über
den Betrag des nach dem Gesetz vom 11. November 1848 der wachsenden Einkommensteuer unterworfenen Einkommens.
Frische Lebkuchen
das Pfund zu 12 kr. uud bei größerer Abnahme, sowie auch billiges Marzipan-Confekt an Wiederverkäufer, zu ganz ermäßigten Preisen bei Heinrich Wem, Convitor, (1541) Langgass« Nr. 38. in Wiesbaden.
(1533) Vonügliches Münchner Bier per Flasche 9 kr. Sehr gutes Frankfurter Bier per Flasche 6 kr. bei August Müller, Webergasse Nro. 6.
(1554) Im Badhaus zur Goldenen Kette ist eine Parterrewohnung zu vermierhen.
Steinkohlen.
(1552) Donnerstag, den 7. d. M. kommt noch ein Schiff mit Steinkohlen bester Qualität für mich an, und werden solche zu billigen Preisen abgegeben. Bestellungen können auch bei der Ervedition der Freien Zeitung in Wiesbaden abgegeben werden.
Biebrich, den 6. Dezember 1848.
Jean Blees 8? Comp.
Offene Lehrlingsstelle.
(1563) Ein junger Mann, der möglichst schon das Progymnasium durchgemacht hat, wird in ein Material- und Eolonialwaaren-Geschäft gesucht. Kost und Wohnung erhält der Lehrling gegen geringe Vergütung im Hause; für Lehrgeld wird nichts verlangt.
(1561) Es wird in ein sehr vortheilhafteS Geschäft ein Associe gesucht, bei dem mehr auf Sprachkenntniß in französisch und englisch gesehen wird als auf große Einlage; eine Einlage von 800 st. bis 1000 fl. wäre hinreichend. Das Nähere ertheilt daS GeschäftS- Bureau von Carl Leyendecker.
Neue Citronen . . . . â 3 kr. ver St.
Frische Bückinge . . . â 2 kr. „ „ Frischer Laberdan . . . â 8 fr. „ Pl-
Melis â 18, 19 und 20 kr. per Pf.
Java-Caffee rein von 18 kr. an per Ps Feinstes Provencer-Oel â 28 kr. per Schp. Neue Zwetschen . ... â 6 fr. per Pf. (1564) bei J. J. Möhler.
(1562) Meinen Freunden und Bekannten zeige ich hiermit an, daß ich wieder ein sehr gutes Schoppen-Bier erhalten habe. Heinrich Engel.
(1544) Zu bevorstehenden Weihnachten mit einer ausgezeichnet schönen Auswahl Km' spielwaaren und allen in dieses Fach ' genden Artikeln versehen, versäume ich mw1 . hiesige geehrte Publikum freundlichst bavo" Kenntniß zu setzen; zugleich bemerke ich , * stets bei mir alle Arten Schreibmaterialien, > wie auch alle Sorte» Instrumente, '
Notenpapier und dergleichen zu bekannt »»8 greifen zu haben find. fr «WAsse.
Verlag von H. Fischer und C. Ritter. — Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.
