Einzelbild herunterladen
 
  

tischen Offiziers versaßt? Sind Sie Mitglied des bie- sigen demokratischen Vereins? Haben Sie für d c Na- tional-Bersammlung 1 Nth. bezahlt? Herr Rüstow beantwortete jede der Fragen mit ja und heute früh wurde ihm eröffnet, daß er wegen schwerer Beleidi ung des Offizierffandes und um Ercesse zu verhüten, vom Dienst suspendier sei. Die Bedeutung des letzten Grundes zu begreifen, ist nicht möglich. Von wem be­fürchtet man Ercesse, denen vorgebeugt werden soll? Jedenfalls wird Herr Rüstow demnächst vor ein Ehren­gericht gestellt werden. So befolgt man den Pfucl'- schen Ministmal-Erlaß! (Osts. 3 )

Prag, 1. Dec. Mit ungeheurer Spannung sah man hier dem Programm des Ministeriums entgegen. Die cz^chische Partei, die nicht immer mit den Ansichten der sie ve; tretenden Deputüteu übereinstimmt, findet in diesem Programme keineswegs, was fie erwartete. Die Stelle bezüglich des Verhältnisses zu Deutschland ist keiner Parthei recht. Die Czechen erwarteten die von ihnen vertretene Idee eines Bündnisses mit Deutschland in dem Programm verwirklicht, sahen aber mit Stau­nen, „man wolle den Bundespstichten" genügen bis zur Feststellung dieses Verhältnisses. „Welch vager Ausdruck!" sagen die Czechen, könnte man nicht daraus die völlige Anerkennung der Centralgewalt folgern? Noch weniger zufn'eden sind aber die Deutschen, denn wer den diplomatischen Styl kennt, weiß, was man bezüglich des Anschlusses an Deutschland nach dieser Erklärung zu erwarten hat. (Frkf. I.)

Wien, 30. Novbr. (Br. Z.) Bei der durch den Belagerungszustand möglichen näheren Bekanntschaft mit den Verhälnissen unserer Truppen bemerken wir, daß trog der großen Militärkost n Oesterreich die Berpfle- gung der Armee eben nicht im besten Zustande zu sein scheinet. Es kommen häufte Klagen über schlechtes oft verschimmeltes Brod, schlechte Beschaffenheit der Mili- tärbettkn, die nur aus eimm Strohsacke, mit alle drei Monate gewechseltem Stroh und einer Decke mit alle Monat gereinigten Betttüchern bestehen, verdorbenes Pferdefutter und dergl. m. Die Truppen-Comwandan- ten suchen solchen Umständen stets mit Energie zu be­gegnen; allein nicht immer kann es ihnen gelingen, die Lieferanten, welche die einzige Ursache solcher mangel­haften Administrationen bilden, zur pflichtgemäßen Ord­nung zu bringen. — Die Gewerbe nehmen wieder ein regeres Leben an, die Zahl der arbeitslosen Arbeiter wächst aber dessenungeachtet von Tag zu Tag. Der Gemeinderath hat beschlossen, um die von Smmming zurückkehrenden und hierher zuständigen Arbeiter beschäf­tigen zu können, neue Erdarbeiten in Angriff zu nehmen.

— Mit Ende dieser Woche sollen die Operationen gegen Ungarn nun wirklich beginnen, und Fürst Win« dischgräß sowohl, als Ban Jellachich sich zu diesem Zwecke zur Armee begeben. Der Grund der eiugetre- tenen Verzögerung liegt darin, daß man mit der nöthi­gen Approvisionirung der Armee noch nicht gänzlich zu Stande gekommen, und bei den Maßregeln, welche ungarischer Seits getroffen wurden, um so vorsichtiger zu Werke gehen muß. Auch soll es Bedenken erregt haben, Preßburg, das stark befestigt erscheint, zum näch­sten Angriffsziel auszuersehen. — Nächst Ungarn und Kremsier ist es Frankreich, das die Blicke auf sich zieht, und man ist auf die bevorstehende Präsidentenwahl um so mehr gespannt, als sich durchaus noch keine Prognose stellen läßt; sehr glaubwürdig ist jedoch, daß eine Allianz zwischen Rußland, Preußen, Oesterreich und England, über welche bereits eine Interpellation in Frankfurt statt­fand, für den eventuellen Fall geschlossen ist, als Louis

Napoleons Erwählung zum Präsidenten an die Erobe- rungsgelüste seines OheimS ernstlich mahnen sollte.

Triest, 28. Nov. Der Tod Ibrahim Pafcha's ei folgte zu Cairo in der Nacht vom 9.—10. d. M-, nachdem er einige Tage in völlig bewußtlosen Zustande dagelegeii. Sein Leichenbegrâbniß war nicht sowohl einfach als vielmehr auffallend ärmlich. Nur wenige Truppen waren so anogerückt und von andern Personen auch nicht viel erschienen. Er war 1789 geboren. Von seinen 3 Söhnen studieren 2 in Paris, der mittlere be­findet sich in Cairo. Sie erben zu gleichen Theilen das Hiutirlass ne Vermögen, das zu den bedeutendsten im Oriente gehört.

Die Nachricht von Ibrahim Pascha's Ableben em­pfing «ein Vater mit dem Ausruf: „Schade!", sprach aber sofort von andern Dingen und zwar irre, wie ge­wöhnlich.

Es versammelte sich gleich nach dem Tode Ibra­hims ein Divan, in welchem beschlossen, Mehemed Alis Enkel, AbaS Pa cha auS Merca und Said Pascha, nunmehr Mehemed A!iö ältester Sohn herbeizuholen, die G sä'äfle im Namen des Präsidenten des Divans yi betreiben und von Allem alsbald an die hohe Pforte zu berichten.

Der Beschluß wurde den Konsuln der 4 Groß­mächte mit, theilt, die nicht säumten, sogleich dieNach- licht an ihre resp. Höfe weiter zu bczördern. (N.R.Z.)

Italien.

Aus Nom meldet der „Schwab. Merkur", daß der würtembergischk Geschäftsträger dem Neichsgesandten Heckscher ein Bankett gegeben. Wann werden wir ein­mal von Neichsbeamten etwas anders hören, als daß sie etwas zu essen bekommen?

Turin, 27. Novbr. (N. Nh. Z.) In der heuti­gen Sitzung der Deputirtenkammcr beantragte General Antonelli alsbaldige wirksame Unterstützung Venedigs in seinem Kampfe gegen Oesterreich. Die Kammer be­schloss, den Antrag in Erwägung zu nehmen.

Frankreich.

Paris, 1. Dezember. Im ganzen Kirchenstaate herricht völlige Gleichgültigkeit bei der Abreise des ehe­maligen Weltbeherrschers, welcher Könige und Kaiser zu seinen Füßen liegen sah. Prinzen, Adlige, Kardi­näle und selbst die Schweizer — Alles ließ ihn im Stich. Kein Auge netzte sich um den heiligen Vater, den man unlängst noch als Reformator begrüßte. Nach­dem er nach langem Widerstreben endlich seine Unter­schrift unt r die neue Minister-Liste gesetzt, die anfang, lich so sehr seinem Gewissen widerstrebte, rief er aus: „Ich will mein Gebet, das ich unterbrochen, fortfegen; sie bedürfen so sehr des Gebetes." Kein Mensch küm­merte sich um das Gebet; kein Mensch um die Flucht des heiligen Vaters. Pius IX. stand da wie LoniS Philipp! Die neuen demokratischen Minister erhielten in der römischen Kammer ein Vertrauensvotum, ganz wie in Paris, ganz wie der Bourgeois Cavaignac, und dem heiligen Vater bleibt weiter nichts übrig, als dem General, dem „künftigen" Präsidenten zur Reklame, zum Puffe, zum Aushängeschild zu dienen. Doch da­mit ist die Sache uoch nicht am Ende.

Wie man weiß, kann man nicht von Cavaignac sprechen, ohne Bonaparte mit zu nennen. Bisher kann­ten wir nur die beiden Bonaparte's in der Kammer,

mit dem Louis Napoleon an der Spitze. Jetzt aber wird die Sache noch drolliger. In Nom gibt's auch einen Bonaparte, das ist der Prinz von Canino, Bru­der des Pet"r Bonaparte, der in der französischen Kam­mer sitzt, beide sind Söhne LucianS. Dieser Prinz von Eanino nun hat seinem Bruder Peter und seinem Vet­ter Louis Napoleon einen entsetzlichen Strich durch die kaiserliche Rechnung gemacht, ohne es zu ahnen. Der Prinz von Caniro nämlich war's, der in Rom an der Spitze der Verschwörung stand, mit Flinte und Pistole, und direkt auf die Wohnung des Papstes drang, mit dem Rufe: „Es lebe die Republik." Peter Napoleon in seiner Einfalt hat selbst die Stelle aus dem italieni­schen Journal übersetzt, welches die Heldenthaten seines Bruders erzählt, um dieselben der französischen Kammer durch Poujoulat zur Kunde zu bringen. Nun denke man! Die Ankunft des Papstes, wie wir gestern ge­sehen, schadet dem Napoleon eben so scbr, wie sie dem Cavaignac nützt. Denn sie fühlt letzterem die Stim­men der Geistlichen und der Bauern zu. (N. NH- Z.)

Nachsch rist.

Leipzig, 4. Dec., früh halb 11 Uhr. (Abdankung des Kaisers von Oesterreich.) So eben erhalten wir pr. Estafette die Nachricht von Prag vom 2. Dec. Nachts 12 Uhr, daß der Kaiser an diesem Tage früh in Olmütz zu Gunsten des Erzherzogs Franz Joseph abdicirt hat, und 12^ Uhr Nachts in Prag zu allgemeinem Erstaunen sammt der Kaiserin eingetroffen ist.. (So meldet ein Ertrablatt zur „Deutschen Allgemeinen Zeitung.")

Die „Leipz. Ztg." bestätigt 'diese Nachricht durch folgende Correspondenz aus Prag, 3. Dec , Morgens. Kaiser Ferdinand ist diese Nacht nach zwei Uhr hier angekommen; er bat zu Gunsten seines Neffen Franz Joseph (geb. 1830) die Krone niedergelegt. Erzherzog Ferdinand von Este ist eiligst hier durch nach Frankfurt gereist. ' (F. O.P.Z.)

Frankfurt, 5. Dez. Das gestern erschienene 7. Stück des „Reichs - Gesetz - Blattes" bringt folgende Verord­nung, die baare Vergütung für die Verpflegung der Reichstruppen betreffend: Der Reichsverweser, in Aus­führung des Beschlusses der Reichsversammlung vom heutigen Tage, verordnet wie folgt: §. 1. Zum Zwecke der baaren Vergütung für die Verpflegung der im Reichs- dienste befindlichen Truppen, wird eine Umlage von Einer Million siebenhundert fünfzigtausend Gulden (Eine Million Thaler) nach der bestehenden Bundes­matrikel ausgeschrieben. §. 2. Diejenigen Regierungen, welche bis zum 30. November geleistete Naturalver­pflegung baar vergütet haben, sind berechtigt, den nach­gewiesenen Betrag an ihrem Beiträge zu der Umlage aufzurechnen, beziehungsweise für den Ueberschuß der geleisteten Zahlung über ihren Anthesi an der Umlage, den Ersatz ans der Reichs- kaffe anzusprechen. §. 3. Die NeichSministerien der Finanzen und des Kriegs sind mit der Vollziehung dieser Verordnung beauftragt. Frankfurt, den 27. No­vember 1848. Der Reichsverweser Erzherzog Jo­hann. Der Reichsminister des Kriegs von Peucker. Der Reichsminister der Finanzen von Beckerath."

Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.

Bekanntmachungen.

(1457) In der H. W. Nitter'schen Buchhandlu g ist soeben erschienen und zu haben :

Die

Wechsel-Ordnung

nebst W e c hselpro cess - © rb nun ij

für das Herzogthum Nassau, wie solche von den Volksvertretern berathen, beschlossen und von der Staats-Negierung genehmigt worden ist.

Preis 12 Kreuzer.

t ^y Bei 5. Weber in L e i p 5 i 8 'N erschienen und in den Buchhandlungen von Heinrich Alscher und H. W. Ritter in Wiesbaden vvrräthig zu haben :

Jllnstrirter Kalender für m<).

Jahrbuch der Ereignisse, Bestrebungen und Fortschritte im Völkerleben und im Gebiete der Wissenschaften, Künste und Gewerbe Preis 1 fl. 30 kr.

Dieser Kalender eignet sich wegen seiner prachtvollen Ansstattunq aanr besonders zu Geschenken.

Allgemeine

Rentenanstalt zn Darmstadt.

Diejenigen, welche der in der Bildung begriffenen 5ten Jahresgesellschaft (1848) beizutreten oder Nachzahlungen auf frühere Einlagen zu leisten beabsich­tigen, laden wir hierdurch ein, solches vor Ablauf dieses Jahres entweder dahier bei dem Bureau der Anstalt, oder auswärts bei den Herrn Bevollmächtigten der­selben*) zu bewerkstelligen.

Bis Ende 1847 zählte die Anstalt 4887 Mitglieder mit 8049 Einlagen und einem Vermögen von 385,098 fl. — Bei der mit dem Institut verbundenen De- pofitenanjMt können fortwährend Gelder gegen 4 Prct. Zinsen hinterlegt werden. Darmstadt, den 27. November 1848.

Die Direktion.

*) In Wiesbaden bei Herrn Friedrich Wilhelm Käsebier; in Dillenburg bei Herrn F. I. Z i n c v.

Steinkohlen.

l l 552) Donnerstag, den 7. d M. kommt noch ein Schiff mit Steinkohlen bester Qualität für mich an, und werden solche zu billigen Preisen abgegeben. Bestellungen können auch bei dec Erpedition der Freien Zeitung in Wiesbaden abgegeben werden.

Biebrich, den 6. Dezember 1848.

Jean Blees 8> Gomp.

(1550) Ein guter, wenige Jahre gebrauchter Flügel ist billig zu verkaufen. Wo? sagt die Erpedition dieses Blattes.

Frische Lebkuchen

das Pfund zu 12 kr. uud bei größerer nähme, sowie auch billiges Marzipan-CoNse an Wiederverkäufer, zu ganz ermäßigten ü ' seit bei Heinrich W*en®» tLonrito, (1541) Langgaffe Nr. 38. in Wiesbaden.— (1531) Gin mit den nöthigen Vorkenntnissen versehener junger Mann von tv Jahren wuM ? gegen Kost und Logis in einem Colonial 2v ren-Geschâfte placirt-zu sein.________ „____ __

(1516) Mr. L. Nro. 35 Taunusstraße, g'b Unterricht in der englischen Sprache, die Stun 30 kr.

Verlag von H. Sisler und C. Ritter. — Druck der C. Ritter'schen Bnchdruckcrei.