bei der unverbürgten Angabe des „Um'vcrs". Die Trasteveriner waren biS dahin ruhig geblieben. Cice- ruacchio ist unergründlich. Sein Verhalttu ist neutral. Dasselbe Schreiben sagt, daß Rossi, der immer im Auölande gelebt, hauptsächlich als Ausländer den unte. ren Klassen ein Dorn im Auge war. Der Sohn Roisi'S soll sich bei der Katastrophe nicht weit von seinem Datei- befunden und auch sein Leben in Gefahr geschwebt haben.
— Ein Bulletin des „Diario di Roma" vom 18. enthält Folgendes: Der Papst ist gesonnen, auS Rom zu fliehen. Er war in der vorigen Nacht streng bewacht worden. Er will nicht nachgeben. Mehrere auswärtige Gesandte flößen tym Muth ein. Es liegt ein spanisches Schiff bereit, um ihn nach Malta oder Marseille zu bringen. Fast sämmtliche Eardinäle sind auf auf der Flucht. Der Volksclub regiert allein in Rom. Der Papst hat ein Schreiben an die Gesandten gerichtet, um von ihnen Abschied zu nehmen. — Privatbriefe melden, daß der Papst buchstäblich im Ouirinal blokirt ist; andere Briefe sagen, er fei geneigt, dem VvlkswiUen nachzn geben. — Der „(Konstitutionell subalpin»* vom 24. spricht von einem in Turin umlaufenden Gerüchte: der Papst sei nach Civita - Vecchia geflohen und habe sich dort au Bord eines neapolitanischen Schiffes begeben. — In Mailand gehen die Hinrichtungen ruhig ihren Gang.
Turin, 22. Novbr. (Bern. Z.) In dem Augenblicke, wo ich Ihnen schreibe, hat sich die Stadt gegen das Ministerium aufgelehnt, welches man, nach den Interpellationen , die gestern (bezüglich her auswärtigen Pv'itik) stattfanden, nicht mehr an der Spitze der Geschäfte dulden will. Die Bürgerwehr, die Linientruppen und besonders die Kavallerie stehen unter den Waffen. Das Volk häuft sich auf dem Schloßplätze an und schi-eit mit wahrer Wutb: Nieder mit den Ministern. Diese aber weigern sich/ ihre Demission zu geben und sind entschlossn , sich zu vertheidigen. Bereits sind einige Opfer unter den Bajonetten gefallen, und ich fürchte sehr einen allgemeinen Kampf, um so mehr, als die Nachricht von der Revolution von Rom in unserer Hauptstadt eine große Aufregung verursacht hat.
Frarrkre ick.
" Paris, 28. Novbr. Napoleon ist nicht so dumm, wie er aussieht. Sein langersehntes Manifest ist endlich erschienen: leer, inhaltlos, und doch jeder beliebigen Interpretation Raum gebend. Wenigstens hat er die Naivetät zu gestehen, daß seine Person nichts und sein Name Alles sei. „Die Beweise eines so ehrenvollen Zut.aueus richten sich weit mehr an meinen Namen als an mich selbst .... Ich bin keineswegs ein Ehrgeiziger, der bald vom Kaiserthume, bald vom Kriege, bald von der Anwendung staatsumstürzender Theorien träumt. In der Schule des Unglücks und in freien Ländern groß geworden, werde ich immer den Pflichten getreu bleiben, welche mir durch die Stimme und den Willen der Nationalversammlung aufgelegt werden." Mit andern Worten: Ich, der Napoleon, bin doch nicht so dumm, wie ich aussehe. Ich sehe aus, wie der Kaiser, und bin doch nicht der Kaiser. Oh, ich bin doch nicht so dumm, wie ich aussehe!
Run kommen die obligaten Versprechungen und Verheißungen einer honneten, gemäßigten Republik, der Wiederherstellung der Ordnung, des Schutzes, die er der Religion, dem Eigenthum und der Familie angedeihen lassen will ic. ic. Auch die Friedensversprechun- gen fehlen nicht, aber im Hintergründe lauert für die
„Kaisötlichgesinnten" der Krieg durch, der Krieg, „im Falle, wo die Nationalehre gekränkt ist." Den Schluß bildet das Versprechen einer Erleichterung im bisherigen Coiiscritp ionSwesen. WaS will man mehr? Napoleon ist nicht so dumm, wie er aussieht.
— Der berüchtigte Verräther Napoleons, Marschall Marmont, der seit 1830 wie der ewige Jude umherirrte, will (auf Einladung Cavaignac'S?) Plötzlich nach Frankreich zurückkehren.
— DaS hiesige polnische Demokratencomite schreibt so eben an die „Demokratie pacisique": „Wenn die ganze europäische Demokratie mit dem Gefühle des Zorns der deutschen Demokraten über Bl um's Ermordung fpmpathisirt, so hat die polnische ganz besondern Anlaß, um die Wucht dieses Verlustes zu empfinden. Blum war einer der unermüdlichsten, beredtesten Vertheidiger des polnischen Rechts, einer der aufopferndsten Freunde der Söhne Polens. Seit 1837 hat er fort und fort Dienste unserm Lande erzeigt. Und so sei eS uns vergönnt, voll Ehrfurcht und Dankbarkeit der Demonstration beizutreten, indem wir in dem Bureau unseres Blattes: Demokrat Polski „eine polnische Subskription" für des Märtyrers Familie eröffnen. General Sznapde, der Sekretär Chrpstowski." Es heißt, die hiesigen Italiener und Spamer werden ein AehnlicheS machen.
Niederlande.
Amsterdam, 26. Nov. Einige alte Philister haben heute eine ^dhaesionsadresse an den König von Preußen zur Zeichnung bei dem Buchhändler Blickmann niever- gelegt, die j doch wenige Anhänger findet. Diese Leute wünschen Ruhe um jeden Preis, wenn sie auch durch Knechtschaft erkauft werden muß; sie kennen nichts höheres, als ihren Wanst und Geldsack. Es sind Dent- Iche, denen jedes edlere Gefühl abgeht, Deutsche, die gerne ihre paar Tage noch in Ruhe fortvegetiren möchten. (N. Rh. Ztg.)
Nachschrift.
/X Thüringen. Die konstituirende Stände-Versammlung des Fürstenthums Sch warzburg-R udol- stadt hat in ihrer 24. Sitzung, den 28. Nov., folgenden Beschluß gefaßt:
§. 1. Der bisherige Adelsstand ist mit seinen Vorrrechten abgeschafft.
§. 2. Der Staat kennt keine Adels titel mehr.
8. 3. Alle zum Besten des Adels etwas Besvn- deres verordneten gesetzlichen observanzmäßigen Bestimmungen sind aufgehoben.
Frankfurt, 1. Dez. Am gestrigen Abende fand, die von dem „Montagskränzchen" veranstaltete Trauer fei er zum Gedächtnisse Robert Blums im Saale zum .Wolfseck" statt. Fast sämmtliche Mitglieder dieses so bedeutenden politischen Vereins, sowie eine große Anzahl Reichstags-Abgeordneten waren zugegen.
(Fr. I.)
Koblenz, 1. Dez. Vorgestern Abend fand hier ein Straßentumult statt und gestern Abend hatten wir eine Wiederholung jener Scenen. Eine Anzahl Kriegs- reservisten und Landwehrmänner hatten mit Beobachtung aller gesetzlichen Vorschriften in dem geschlossenen Saale von Colling eine Versammlung ausgeschrieben. Zur Zeit der Eröffnung hatte sich eine große Anzahl Soldaten des 26. Jnsantrie-RegimeutS vor demselben mit Seitengewehren versammelt und fingen an, die Eintretenden ohne Veranlassung mit ihren Waffen zu mißhandeln. ES entspann sich dadurch ein Streit, in
welchem mehrere Personen, Soldaten und andere schwer verwundet oder gar getödtet wurden in dessen Folge die ganze Stadt in die furchtbarste Aufregung kam, in der Oberpfarr- uud in der Jesuitenkirche Sturm geläutet und die Thore geschlossen und militärisch besetzt wurden. Gegen 9 Uhr ward wieder alles ruhig. Es ist an der absichtlichen Provokation dieses Skandals durch die 26er um so weniger zu zweifeln, als diese schon des Nachmittags allgemein mit Säbeln gesehen wurden und bis zum vorgestrigen Tage noch nicht die mindeste Reibung zwischen Militär und Bürgern stattgehabt hatte; es auch von Seiten der politischen Vereine sowohl als der einzelnen Bürger Grundsatz war, das Mi. litâär möglichst freundlich zu behandeln. Wie wir hören, ist heute der Stadt, ath berufen, um wegen des zu erwartenden Belagerungszustandes zu berathen. Bei dem Erceß wurden ruhige Bürger auf die unverantwortlichste Weise angegriffen, der Art, daß selbst das 25. Regiment, die Artillerie und Pioniere gleichmäßig empört sich auf die Seite der Bürger stellten und sie ge^en die Rohheit vertheidigten, Dem Vernehmen nach soll heute ein Verbot der Ansammlung des demokratischen Vereins bevorstehen. Kann aber ein solches Vei bot, ohne die Stadt in den lieben Belagerungszustand zu erklären, erlassen werden.
(Rh.- u. M.-Ztg.)
Neisse, 24. Nov. Seit einigen Tagen ist unsere Festung in einen solchen Vertheidigungszustand gesetzt worden, daß sie vor einer Uebei umpelung vollständig sicher ist. Die Haupteingänge der Festung sind mit Geschützen besetzt, welche die nach ihnen führenden Straßen bestreichen. Die Gräben sind m-t Wasser gefüllt, alle Wachten und Posten verstärkt und letztere außerhalb des 'Hauplwalls stets mit geladenen Ge- wehreu versehen'. Ja sogar die Wachwn in der Stadt haben scharfe Munition erhalten, die jedoch unter Verschluß gehalten wird. Die Pulvermühle hat ebenfalls eine kleine Besatzung erhalten und ist zugleich durch einige Hindernißmittel, wie Wolfsgruben ic. geschützt worden, wodurch jenes Etabliffem-nt vor einem Ueber- fall gesichert werden soll. Ein Detaschement Husaren wurde von Neustadt schleunigst hierher gerufen, ist in Friedrichsstadt einquartiert worden und hat die Bestimmung, Patrouillen in die Umgegend der Festung zu senden. Was diese ernsten Maßregeln plötzlich veranlaßte, ist uns Geheimniß. (Schl. 3 )
Wien, 27. Nov. Eine Deputation aus Siebenbürgen hatte in Kremsiier beim Grafen Stadion Audienz. Sie verlangten Beruhigung über die ihr Land bedrohende Gefahr für den Fall, daß die Pazifizirung Ungarns ohne dessen Einvernehmen stattfinden sollte, und weiterhin, an der Repräsentation am allgemeinen Reichstag Theil zu nehmen. Den ersten Theil des Begehrens versprach der Minister in Erwägung zu ziehen; über den zweiten äußerte er sich in einer Weise, die eine demnächsiige Umgestaltung der Reichsversamm- lung in ihren äußeren Formen in Aussicht stellt. (Also noch ein Staatsstreich?)(N. K.)
Fruchtpreise.
Mainz, 'l. Dec.
Preis.
Wcißmehl, das Malter 140 Pfd
. 8 fl. - kr.
Roggenmehl
dttto
. 6 fl. — kr.
Waizcn, das
Malter 200 Pfd.
. 8 fl. 30 kr.
Korn,
ditto!
. 5" fl. 44 kr.
Gerste
ditto
. 5 fl. 10 kr.
Hafer
ditto
. 6 fl. 12 kr.
Spelz
ditto
. — fl. — kr.
Verantwortlicher Redakteur: I. Oppermann.
W e ^ a u u t M a ich K u g e N.
(1534) Eben angekommen frische Schellfische per //. 11 kr., Cabliau 24 kr., Tombots 36 kr. Schellfische bald noch billiger. Bückinge per Stück 1% und 2 kr., holländische Voll-Häringe per Stück 4 kr., in %, % und % Tonnen billiger.
Wiesbaden, den 1. December 1848.
Joh. P/h Napp.
L. S^mygäxser Wittwe,
(iso«) Modiste in Mainz empfiehlt sich den geehrten Damen im Verfertigen von Putz-Gegenständen zu den billigsten Preiien und verspricht den sie mit werthen Aufträgen Beehrenden prompte und recke Bedienung.
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GlaeP-ieidcne Strupphüte von..... 3 „ 40 „
Schwarze mnd weiße Putzhauben von ....... 1 „ — „
Neglige - Hauben und Chemisctten, Bänder, Blumen und Spitzen zu allen Preisen.
Schuftergasse I>1 * 110 neben Herrn Dreyfus.
(1497 ) Um vielfach geäußerten Wünschen nachznkommen, hat sich die Theater- Commission entschlossen, bis zum Schluffe dieses Jahres noch Einzeichnungen in's Abonnement in der Weise zu gestatten, daß der Betrag für die bereits gegebenen Vorstellungen in Abzug gebracht wird.
Zugleich- machen wir" darauf aufmerksam, daß sich die Iahreöabonnements- preise (für 176 Vorstellungen) nach neueren Bestimmungen folgenoermaßen stellen: 1te 9tauß3allem 110 fl.; ite Rangloge 82 fl. 8 kr.; Sperrsitze 82 fl. 8 fr.; Parterrloge 64 fl. 32 kr.; 2te Ranggallerie 52 fl. 48 kr; Parterre 46 fl. 56 kr.; 2te Rangloge 35 fl. 12 kr.
Wiesbaden, den 21. November 1848.
Die Theater Commission.
(IM” Allgemeine
Renteuanstalt zu Darmstadt.
Diejenigen, welche der in der Bildung begriffenen 5ten Jahresgesellschaft (1848) beizutreten oder Nachzahlungen auf frühere Einlagen zu leisten beabsichtigen, laden wir hierdurch ein, solches vor Ablauf dieses Jahres entweder dahier bei dein Bureau der Anstalt, oder auswärts bei den Herrn Bevollmächtigten derselben^) zu bewerkstelligen.
Bis Ende 1847 zählte die Anstalt 4887 Mitglieder mit 8049 Einlagen und einem Vermögen von 385,098 fl. — Bei der mit dem Institut verbundenen Depositenanstalt können fortwährend Gelder gegen 4 Prct. Zinsen hinterlegt werden. Darmstadt, den 27. November 1848.
Die Direktion.
*) In Wiesbaden bei Herrn Friedrich Wilhelm Käsebier; in Dillenburg bei Herrn F. J. Zinco.
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(1536) Soeben ist erschienen und zu haben in der Friedrich'schen Buchhandlung in der Webergasse:
Trauerrede auf Robert Blum, gehalten im demokratischen Verein zu Mainz am 15. November 1848 von Bamberger. Preis 6 kr.
Demokratischer Kalender für 1849. Herausgegeben von A. Fr ei in und. ivlit Holzschnitten. 2te Auflage. Preis 21 kr.
(1533) Vorzügliches Münchner Bier P^ Flasche 9 kr. Sehr gutes Frankfurter Bier per Flasche 6 kr. bei August Muller, Wedergasse Nro. 0. _
(1537) Bei Bäckermeister W. Hipp ach er in der Langgasse sind täglich frische ptbkuch das Pfund zu 12 kr. zu haben. _____ (1516) Mr. L Nro. 35 Taunusstraße, g'bt Unterricht in der englischen Sprache, die Stun e 30 kr.
Verlag von H. Fischer und C. Ritter. - Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.
