bewährt und eine erwünschte Bei uhigmig über die Fort- ■ Bezirke» Rappel geschlagen dauer des geregelten Zustandes geboten haben. " '
Wien, am 19. Mai >648.
Die interimistischen Minister: Pillersdorfs. Sommaruga. Krauß. Latour. Dohlhoff. Bauingartner.
Wien, 20. Mai. In Prag erfüllt die Abreise des Kaisers die ezechische Partei mit Zuversicht. Man
wird den Kaiser nach Prag dringend einladen.
Die
Ruhe ist in Prag nicht gestört worden.
— In Brünn und Gratz, herrscht gleichfalls Bestürzung über die Abreise des Kaisers. Sonst aber Ruhe und Ordnung.
— Aus Walsch-Tprol wenig befriedigende Nachrichten. Schweizer-Emissäre in Vorarlberg verhaftet. Versuche von Schweizer Freischaren die Verhafteten zu befreien. Diplomatischer Verkehr mit St. Gallen über diese Angelegenheit.
— Dein Gerücht über die Entführung der Schatzkammer muß bedeutend widersprochen werden.
— Aeußerste Erbitterung der wälschtyrolischen Co- lonnen gegen ihre Herren. Mißtrauen gegen die Innsbrucker Regierung. (A. O 3 )
Innsbruck, 20. - Mai. Alles ist hier noch voll
freudiger Erregung. Am Morgen sind die Grafen fassung zwei Reihen von je 16 mit Statuen rc. reich- * verzierten Pavillons bildeten, auf denen sich Banke für die zuschauenden Bürger befanden. Im Mittelpunkte des Maisfeldts prangte die riesige Bildsäule der Republik mit vier Löwen an den Ecken des Piedestals. Die Spitze des an der Haupt-Tribune vorbei defiliren-
Wckzeck und Hoyos eingetroffen; man zweifelte, daß sie den Kaiser zu alsbaldiger Rückkehr bewegen könnten.
„ (A. 3 )
Ungarn.
Pesth, 15. Mai. Aus Semlin wurde dem Ministerium durch einen Courier die Nachricht gebracht, daß die Serben bei Semlin mit 50 Kanonen eingefallen sind. — Der Ministerrath ist in diesem Augenblicke Abends 9 Uhr zur Berathung versammelt. (Pann.)
Preßburg, 18. Mai. Der siebenbürgische „Ellenör" bringt die Nachricht, daß der russisch gesinnte Fürst der Moldau (Stourdza) durch das Volk ermordet worden sei. —
— Einige Escadrons der Wilhelm Husaren befin- den sich bereits auf dem Marsch von Ungarn uach Galizien. Das Provinzial-Kommissariat hat schon Auftrag erhalten, für die Einquartierung derselben zu sorgen. Auch soll sich bereits ein Theil der Palatinat- Husaren aus Böhmen auf dem Marsche befinden.
Donarr-Fürstenthümer.
Bucharest, 27. April. Sieben Bojarensöhne, die sich in Braila unter den Schutz des englischen Consuls begân, sind dem russischen Consul, jedoch nur unter her Bedingung ausgeliefert worden, daß ihr Leben und ihre pcrchnlrche Freiheic auf türkischem Gebiete, wohin sie gebracht wurden, nicht gefährdet sein solle. - Dem Surften Stom dza scheint ein Wink gegeben worden zu !sln, seine Leibgarde^ aus 300 Arnauten bestehend, zu eiltiüffeii. Er habe sich deßhalb an Rußland gewendet, daß man ihm dann ein Bataillon russischer Truppen zur Erhaltung der Ruhe nach Jassy schicken möchte. —
Bucharest ist Alles ruhig. Einige der jünger» Boparen tollen sich indeß auf ihre Landgüter begeben haben, um ihre Bauern frei zu machen. ' (Oest. Z )
Paris, 21. Mai. Das Eintrachtsfest auf dem Mars felde. Nach zwei Regentagen war heute Vormittag herrliches Wetter. Von 5 Uhr früh war ganz Paris in Bewegung; um 6 Uhr ward in allen
^•0...... "•"*■*'*• ö>riy«uyvil, um 7 Uhr langten die Limentruppen und die Mobilgarde bei dem Palaste der Nationalversammlung an, wo sich auch die National- garde in Massen sammelte. Um 8 Uhr war dieselbe auf den Boulevards von der Bastille bis zur Säule des Eintrachtsplatzes ausgestellt. Um 8 % Uhr schloß sich die vollziehende Regierungs-Kommission der Natio- nal-Versammlung auf dem Peristyl ihres Palastes an und der imposante Zug, die Regierungs-Kommission an der Spitze, setzte sich nach dem Marsfelde in Bewe
gung, wo gewiß 300,000 Zuschauer versammelt waren. Die Hügel von Chaillot und Paffy waren ebenfalls mit Neugierigen bedeckt. Das Marsfeld bot einen feenhaften Anblick. Die Militärschule war von oben bis unten mit National-Fahnen geschmückt. Vor ihr befanden sich die vorbehaltenen Estraden, aus welcher die Regicrungs-Kommifsion, die Volksvertreter und eine Menge Damen in eleganter Kleidung Platz nahmen; viele Inhaber von Eintritts-Karten konnten auf dieser ungeheuren Tribune keinen Platz finden, sondern mußten sich auf die Seiten-Tribune begeben.
Von 9 Uhr an reihten sich die Legionen und die Armee rechts und links auf dem Marsfelde, so daß sie die große Allee des Centrums frei ließen, deren Ein-
den Zuges bildeten die Abgeordneten der Departements, ihre Banner vor sich her tragend; das Banner des Pyrenäen-Departements trug eine Baske im Nationalkostüme.
Nach ihnen kamen die Mitglieder des Instituts und die Beamten. Ihnen folgten die Abgeordneten der freien Neger, die unter Vivats für die Freiheit defilirten, und hierauf mit ihren National-Fahnen die Deutschen, Italiener und Belgier. An diese schloffen sich die Orpheonisten an, deren trefflicher Vortrag eines patriotischen ChorS einen Augenblick die wiederholten Vivats für die Republik verstummen machte. Nicht minder trefflich war der Gesang eines zweiten Männerchors, der „choristes montagnards“, wie ihr Banner sie bezeichnete. Den Abgeordneten der National-Werk- stätten fuhr ein von vier Pferden gezogener Schlitten vorauf, der die Bildsäule der Republik trug.
Ihnen folgten 500 weißgekleidete junge Mädchen, die Veteranen der Republik und des Kaiserreichs, unterwegs von lautem Beifallsrufen begrüßt, und in ihrer neuen Tracht die Zöglinge der Rechtsschule, der Nor- malschule, der Schule von St. Cyr. Als der Erstatter des Berichtes, dem wir Vorstehendes entnehme», um 12% Uhr das Marsfeld verließ, sah er an der Madeleine den von 17 weißen Rossen gezogenen Agricul- turwagen, dem mit ihren Bannern die Genossen aller Gewerke folgten. Hinter ihnen bewegten sich schwere Fuhrwerke, welche auf erhöhten Estraden Arbeiter-Werkzeuge und Erzeugnisse aller Zwecke des Pariser Gewerb- fleißes trugen. Die Ordnung und Ruhe war bis um Mittag, so viel bekannt, nirgendwo gestört worden.
Hr. Larabit hat seinen Posten als Director des Personals und der militärische» Operationen im Kriegs- ministerium niedergelegt, weil er dessen Beibehaltung
für unverträglich mit dein Amte eines Volksvertreters erachte.
— Die Commission der vollziehenden Gewalt hat die seit der Februarrevolution vom Unterrichtsministerium getrennte Verwaltung des Cultus wieder mit demselben vereinigt.
Aufruf.
Da die Noth der arbeitenden Volksklassen, der Handwerker, gering bemittelter Landleute und Taglöhner, ^^ tlfr größeren Gewerbebesitzer mit jedem Tage mehr steigt, so ersucht man alle Menschenfreunde Nassaus, aber insbesondere die Deputirten sich
Sonntag den 28. Mai l. I., Nachmittags
2 Uhr,
in dem Gasthause des Gasthalters Walter dahier zu versammeln, und zur sofortigen Stiftung eines Central- Vereins mit Locavereinen zur Hebung der arbeitenden Volksklasse, auch des höheren Gewcrbeweftns insbeson- dere Anwendung von nachdringlichen Mitteln zur Abwehr der augenblicklichen Geschäftsstockung und Beschaf- ^ fung von Arbeit für verdienstlose Arbeiter. Dieser hoch, wichtige Gegenstand ist für die Staatsbeamten, für die reicheren Leute, wie für den Mittelstand von der größten Wichtigkeit. Die Frage warum, kann sich jeder Denkende leicht beantworten, längeres Zögern mit energischem Handeln kann dem Staatsleben unheilbare Wunden schlagen, um so mehr, da das vorigjährige Hungers- jahr den niedern Ständen große, noch nicht ersetzte Ver- mögensverluste gebracht hat; um die Handwerker u. s. w. vor großen Reisekosten zu bewahren, so mögen sie uns Deputationen entsenden, aber ja vorerst alle Be— schwerdepunkte ihres Standes zu Hause berathen, schriftlich abfassen und dann hier der Versammlung übergeben lassen. Nur durch Stiftung eines solchen Centralvereins werden unsere Bestrebungen in allen Aemtern, allen Orten, wo möglich schnell und gleichheitlich verwirklicht und wird der Noth für immer am kräftigsten abgeholfen werden.
Dringend ladet man alle Bürger Nassau's zu dieser ernsten Tagfahrt ein, wo die Geschicke von Tausenden von Familien und noch andere wichtige Fragen über das große Reformwerk zur Erwägung koinmen, damit wir über diese Gegenstände eine gründliche öffentliche Meinung vernehmen können.
Limburg al d. L., den 18. Mai 1848.
Verehrliche Redaction wird ersucht, so schleunig als möglich diesen Aufruf in Ihre Zeitung aufzunehmen, und mögen noch andere Redactionen demselben zur woMy^ sten Verbreitung ihre Spalten öffnen.
Erklärung.
Auf Verlangen erklären wir hiermit der Wahrheitgemäß, daß Herr Posthalter Eckher in Usingen weder der Verfasser noch der Einsender des in Nr. 66 der „Freien Zeitung" enthaltenen Artikels, dadirt Usingen 6. Mai, den Herrn Rentmeister Ackermann daselbst betreffend, ist.
Die Redaction.
Bekanntmachungen.
Bekanntmachung.
®ön de", dn^ch Subscription für das Schleswig - Holsteiner Freicorps zusammengebrachten ?-onds ist nur ein Theil für diesen Zweck verwendet worden.
m ^er â^bleibende Betrag von 290 fl. wird zweckmäßig zur Bewaffnung und Uniformirung der Burqerwebr hiesiger Stadt bestimmt.
f ^br der Subscribenten mit dieser Verfügung nicht einverstanden sein, so bleibt eS
>>n-k ^Erlassen, durch persönliche Anmeldung bei dem Herrn Stadtadjunkten Weichardt iT' """ heute an, über den nach Abzug des verhältnißmäßigen Theils der Kosten gebenden Neil der unterschriebenen Summe beliebige anderweitige Anordnung zu treffen.
Wiesbaden, den 23. Mai 1848. Das SicüerHeits-Emnite.
Mcrradier âöre's
a i’ fö in a t i $ c h - in e d i c i n i s c h e Sei f e.
^" Zeugnissen der berühmtesten Herren Aerzte gegen rheumatische und gichtische und aelbe t Sommersproffeu , Hautschärfen aller Art, sowie gegen spröde, trockene
lieben Toikette- bewährte Seife, welche sich auch noch besonders zu einer vortreff-
brbe ick dem « o'Süc ^"^ und daher zur allgemeinen Anwendung zu empfehlen ist, d eselbe in ,rüâ kl in Wiesbaden, Langgasse No. 14. zum Verkäufe übergeben! ^baEetchni , das Stück zu 5 Sgr. oder 18 kr. rhein., mit der Dr. Grafeichen Gebrauchs-Anweisung versehen, zu haben ist.
Edictalladung.
(516) Nachdem über das Vermögen des Leonhard Letschert und dessen Ehefrau Anne Catharine, geborue I u n g er von Ransbach der Concursproceß rechtskräftig erkannt worden ist, werden Alle, welche dingliche oder persönliche Forderungen an denselben zu machen haben, ausgefordert, solche Donnerstag den 15. Juni l. I., Morgens 8 Uhr, vor dem unterzeichneten Amte zu liquidiren, bei Vermeidung des von selbst eintretenden Rechtsnachtheils des Ausschlusses von der vorhandenen Masse.
Selters, den 15. Mai 1848.
Herzog!. Nass. Amt. Hermann.
(540) Im Berlinerhof dahier ist ein Keller zu vermiethen, worüber Näheres im Römerbad.
(500)
«J. ß. Kemhiirtlt r»» Berlin.
(541) Die Portraits von Hecker und v. Struve, sowie noch mehrere andere beliebte Karrika- turen sind wieder zu haben bei
C. Hüttner, Wiesbaden.
(538) Feinstes Jagdpulver per Pfd. â 48. kr. „ Musketenpulver a 40 kr.
„ Freudenpulver â 36 kr.
bei Fried. Emmermann.
(507) In dem früher Köpp'fchen Haus an der Dambach ist der erste und zweite Stock mit Garten und allen erforderlichen Räumen sogleich zu vermiethen. Auskunft darüber ertheilt W. Rü cker, TannuSstraße No. 29. .
Gartenwirthfchaft
Trommeln.
f539) Tie Kessel von Messing nebst allem Zubehör, handbreitem Bandelier und Tragriemen, schwarzem Zeuglcder und schwarzpolirte Stöcke, werden durch den Unterzeichneten ange- fertigt und für den festen und billigen Preis von fl. 16. abgegeben.
Hadamar, den 28. Mai 184«.
Mathias Gels.
«Ä" »Utes starkes Pferd (dunkelbraun) 'st zu verkaufen bei J^ob Ritzel
in Bad-EmS.
(527) Sämmtliche Sänger Wiesbadens werben hierdurch zu einer Zusammenkunft künftigen Freitag den 26. d. Mts., Abends 8 Uhr, im des Gasthauses zur Rose eingeladen.
Wiesbaden, 23. Mai 1848.
Die Vorstände der hiesigen Gesangvereine.
(463) In der Friedrichstraße an der Südseite sind 3 und, wenn es verlangt wird, auch 4 Piecen nebst Küche und allen sonstigen Erfordernissen an eine stille Familie zu vermiethen.
Ausgeber dieses sagt wo?
zur
Kcffönen Aussicht in Kiekrich.
«Jeden Donnerstag und Sonntag findet in dem Garten zur „Schönen Aussicht" in Biebrich , _ große Harmoniemusik statt, ausgeführt durch
das ganze Orchester des k. L österr. Linien-Infanterie- Regiments Erzherzog Rainer, unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters Herrn Ludwig Stasny, wozu höflichst einladet <»5ol!frisst Kraus.
In Abwcftnheit drs Dr. Möller veranlwortiicher Redacteur : Heinrich Fischer. Verlag v. H. Fischer u. C. Ritter. — Druck der C. Ritter'scheii Buchdruckerei.
