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FreWura, 20. Mai. Heute früh hat unS das hier statioiurte großh. Hess. Infanterie - Negunent ver­lassen. Diesen Vormittag find würtcmbcrglsche Uhlanen und Infanterie, nebst Artillerie hier eingezogen.

München, 19. Mai. Hier hat sich ein „ober- bayerisches Comite für Sammlung von Beiträgen zur Gründung einer deutschen Flotte" gebildet.

— Gestern Nacht hat unsere zweite Kammer das Gesetz über die Kapitalsteuer mit 82 gegen 28 Stim- men angenommen, heute Mittag das über die Ein- kommensteuern mit 85 gegen 30 Stimmen. Die Amen­dements, welche dabei beschlossen wurden, haben nament­lich im Auge, die Steuerbestimmung so wenig als möglich drückend zu machen, Stiftungen in der Deckung ihres Zweckes zu sichern, und solche Inländer, die von auswärts Einkommen deziehen, nicht doppelt zu treffen.

Hannöver. Der König hat den Befehl ertheilt, daß 5 fernere Bataillone der Armee mobil gehalten würden. — In Göttingen hat am 15. eine Vorver­sammlung von Volksschulmännern stattgehabt, die zum 24. eine "Hauptversammlung veranstalten will, um über Verbesserung des Volksschulwcscns zu berathen.

Braunschweig. Es ist hier eine Darlehnsaustalt auf Waaren, Fabrikate und Bodenerzeugnisse vorläufig bis zum Betrage von 400,000 Thlr. gegründet und bereits am 16. d. eröffnet worden. Dieselbe wird durch eine Commission verwaltet, bestehend aus einem Regie- rungSbcvollmächtigten, den Vorstandsmitgliedern des Kaufmannsvercins und deren Stellvertretern. Der Vorsitzende des Vorstandes, so wie der Regierungsbe- vollmächtigte haben das Recht, außerordentliche Mit­glieder vorzuschlagen. Rücksichtlich der Gewerbetreiben­den hat jede Gilde zwei Meister dazu gewählt.

(B. Z.-H.)

Berlin, 20. Mai. Der Gesandte der französischen Republik, Emanuel Arago, ist gestern in Potsdam ein- getroffen; er hat- in der Polensrage sehr entschiedene Aufträge seiner Regierung. (K. Z.)

Hamburg, 10. Mai. Heute hat eine feierliche Parade des hiesigen Bundes-Contingents stattgehabt, bei welcher, nach einer Anrede des Chefs der Militär- Commission, die Fahnen und Standarten mit den deut­schen Farben geschmückt wurden. Zwei Compagnien Infanterie werden am nächsten Montage dem Rufe nach dem Kriegsschauplätze Folge leisten. Die Caval- lerie, 120 Mann, erwartet noch bestimmte Marschordre.

Aus Nordschleswig, 17. Mai. Man will heute früh in der Richtung nach Sonderburg hin wieder Ka­nonenschüsse gehört haben. Daß es aber auf eine Be­schießung Sonderburgs abgesehen sei, erscheint uns um so zweifelhafter, da man heute noch den General Hal­kett in Apenrade erwartet.

Uebereinstimmendrn Mittheilungen von Militärs und Nichtmilitärs zufolge soll vor einigen Tagen der ehema­lige Stiftsamtmann v. Ripen, der als Propagandist bekannte Graf Sponnck von den schleswig-holsteinischen Truppen unter Zastrow gefangen genommen worden sein. Außerdem soll Graf Schulin, Stiftsamtmann von Aar- huus, auf Commando festgenommen und nach Kolding gebracht worden sein. Es stehen jetzt 2000 Mann schleswig-holsteinische Truppen am Limfiord bei Aarhuus.

Apenrade, 17. Mai, Abends. (Landungsver­such der Dänen.) Durch die heute hier in großer Anzahl an- und durchgekommenen Hannöver'schcn Trup­pen (3 Bat. Infanterie, einig Schwadronen Dragoner, mehrere Geschütze und eine gemischte hannöversch-braun- schweiger Pionierabtheilung) erfährt man, daß gestern Dondcrburg gegenüber die Dänen einen Landungsver« such gemacht, den sie aber mit einem verhältnißmäßig bedeutenden Verluste zu büßen hatten. Besonders wa­ren cs die Oldenburger, die sie mit den Bajonnetten arg zurichteten und ans Wasser zurücktrieben, wo sie wieder von ihren Schiffen ausgenommen wurden. — Jetzt scheint sich ein großer Theil des regulären Mili­tärs vom 10. Dundtsarmeecorps hier, so wie in Lott und Hadersleben, also in gerader Richtung auf diejüt- ländische Gränze zu postiren zu sollen. Nach Loit ist heute Nachmittag auch das Krog'sche Frricorps beordert worden. In Instand geht Alles erwünscht; das schles­wig-Holsteinische Hauptquartier ist noch in Veile (Wran­gel soll in Middelfahrt sich festgesetzt haben (?), aber Zastrow ist schon in Aarhuus gewesen und ein kleines Detachement hat sich sogar bis nach Viborg und Aal­borg vorgewagt, ohne seiner Kühnheit durch irgend einen Dänen einen Damm entgegengesetzt zu sehen.

(Wes.-Z.)

Von der böhmischen Grenze, 17. Mai. Die Ereignisse des 15. in der Residenz, sollen in Prag eine ungeheure Sensation hervorgerufen haben. Das Na- tionalcomitc soll endlich die Larve abgeworfen und für unabhängig von Wien sich erklärt haben. — Jin Innern desselben zeigt sich eine große Spaltung, es ist der Kampf des radicalen mit dem allenfalls eonftivativ zu nennenden Elemente.

Von der preußisch-russischen Grenze, 11. Mai. (Russ ischcs Corps. Ein Emissär.) Wie man bere, soll in Kurzem ein russisches Corps von 40000 Mann bei Tauroggen ein Lager begehen. Schon seit mehreren Tagen war in der Umgegend Georgenburgs ein schöner junger Mann gesehen wor-

vorsichtig die Gegend durchzog, aber jede nähere Berührung mit den Bewohnern zu vermeiden schien. Cänes Tages trat er, wahrscheinlich von Hun­ger und Dinsi erschöpft, zu einem in der Nähe woh­nenden russischen Schmied und vnlangte Speise und

Trank. Der Russe hieß ihn, unter dem Vorgehen, daß er selbst nichts zu Hause habe, indeß aus Geor- gcnburg etwas herbeischaffen wolle, warten und kam nach kurzer Zeit — imt drei Soldaten wieder. Bei ihrem Anblick ergriff der Fremde die Flucht nach dem nahe gelegener Wäldchen, wurde jedoch cingeholt und nach tapferer Gegenwehr mit einem Stockdegen, mit dein er einen Soldaten lebensgefährlich, die andern ■ beiden bedeutend verwundete, überwältigt und nach Gcorgenburg gebracht. — Von dem Augenblicke an sprach der Fremde kein Wort mehr. Papiere wurden bei ihm keine gesunken, alle Fragen nach seinem Namen, dem Zweck seiner Anwesenheit rc. blieben unbeantwortet; die grausamsten Martern und Mißhandlungen wurden an ihm versucht; nicht einmal einen Schmerzenlant entlockte man ihm. Als so alles fruchtlos geblieben, das Geheimniß seiner Person zu enthüllen, sandte mau den Unglücklichen pr. Ertrapost unter Begleitung eines Gensdarmen- Offiziers nach Kowno, wo ihn natürlich ein furchtbares Schicksal erwartet. Jedenfalls ist der Fremde ein polnischer Emissär. (D. D.)

Wien. (Der Sieg des Volkes, und die Bedeu­tung seiner zweiten Revolution am 15. Mai.) Ge­müthliche Menschen, die den Kopf über eine unbedeu­tende Katzenmusik verlieren, frugen öfter, wohin führt denn diese Bewegung? was ist ihr Ziel? dieselbe Fra­gen stellt die Reaction, welche die Charte vom 25. April retten möchte (denn Reaction heißt jetzt nichts anders, als die Vertheidigung der vom Volke annullir- ten Charte vom 25. April). Die Kurzsichtigen ! Sie möchten das Ziel auf der flachen Hand liegen sehen, aber ohne innere Arbeit, ohne Reibung, ohne Volksbe­wegung, ohne Demonstrationen, kurz ohne Kampf.

Die Gemüthlichen sind reaktionär, weil sic fürch­ten, daß ihnen die Scholle Erdö von den Füßen wcg- genommen würde; die Reaction ist gemüthlich, weiner­lich, zerflossen, haltlos, weil sie unwissend ist. Die Unwissenheit macht sie haltlos.

Wer aber jeden Schritt des Volkes redlich studirt, der wird in jeder — auch der kleinsten Bewegung — den guten Sinn zu finden verstehen, wer selbst frei ist, der freut sich auch an der Freiheit des Volkes. Er selbst gehört ja zu demselben.

Der 15. Mai war einer von den .großen Tagen Wiens, an welchem das große Volk Wiens eine Praxis, eine Thatkraft entwickelt hat, wie kein deutsches Volk. Der 15. Mai hat das ins Leben geführt, was der beste Theil der Wiener Presse nachdrücklich gefordert. Diesen Tag hat die Jntclligens gesiegt durch die große Kraft des Volkes, die deutsche Wissenschaft hat am 15. einen Triumph gefeiert, wir Oestcrreichcr sind jetzt Deutschland nahe gerückt, das soll Deutschland wissen. „Das Wiener Volk", mit seiner practischen Energie ohne Gleichen, mit seinem glücklichen Instinkte für po­litische Freiheit wird nie und nimmermehr eine halbe Freiheit gelten lassen. Der 15. Mai hat es bewiesen: das Volk hat gearbeitet um die ganze Freiheit.

Ja die Freiheit kostet Blut! die große Marzrevo- lution hat es bewiesen. Die Freiheit kostet Arbeit, die großen Anstrengungen seit den Märztagen haben es dargethan. O, wenn das Volk es nur auch wüßte, was für einen großen Aufwand von Kraft es gekostet, die Ideen der Freiheit zu schaffen.

Die Freiheit wächst nach und nach wie ein organi­scher Körper. Das nennt man die Entwickelung der Freiheit. Das 17. Jahrhundert, oder richtiger, die Männer, welche in diesem Jahrhundert für die Freiheit schrieben, waren noch befangen, unklar, unsicher, nur ein großer Mann hatte die klare Idee von der neuen, demokratischen Regierung — Spin oza heißt er. Erst die große Epoche des 18. Jahrhunderts begann die politische Freiheit festzustellcn. Unser Jahrhundert hat die Ideen des vergangenen weiter ausgebildet. Also die Freiheit muß erst von den Menschen geschaffen wer­den; von einzelnen Persönlichkeiten geht sie aus, dann dringt sie ins Volk, ergreift cs — und das Volk be­wirkt, wenn es Energie genug hat, Großartiges, das Volk führt durch die That die Ideen der Freiheit aus den Köpfen Einzelner in das Leben ein. Das ist die große Aufgabe des Volkes.

Und das Volk hat sich seit der Mäizrevolution nach und nach freier entwickelt. Die Märztage waren der Ruf nach einer Constitution, sie wurde verlangt von der Regierung. Nun sie — die Negierung — gab das, was ihr gut schien, und darum konnten wir auch früher behaupten, daß die Charte von 25. April der Ausdruck der Märztage war, der Ausdruck des Rufes nach Frei­heit. _ Aber schon bis zum 25. April war im Vottsbe- wußtsein eine Revolution vor sich gegangen, die von der Negierung unbeachtet blieb. Als die Urkunde er­schien, war das Volk ein anderes als in den Märzta­gen, sie aber war nur ihr Ausdruck. Das Volk bildete so einen Gegensatz zur Regierung, es schritt rasch, kühn vorwärts, die Regierung blieb wie eine chinesische Mauer stehen. Natürlich, denn es war kein Mann in dem Ministerium, der ein Verständniß für eine Volksbewe­gung hatte, kein Mann, der die Nothwendigkeit dcr po­litischen BolkSentwickelung anerkannte. Die Aufgabe jeder Regierung im I. 1848 ist aber nur die, das Volk zu l ei­lt e u, nicht cs zu behcrrschen, nicht die Ohren seinen Wünschen zu verschließen, sondern beide offen zu erhalten für das Volk. Die provisorische Regierung in Frankreich hat das Volk geleitet, darum erhielt sie" sich. Die Re­gierung muß mit dem Volke gleichen Schritt halten.

Das Wiener Ministerium hatte aber keine Ahnung von dem Umschwünge, der im Volke vorging, sie

stand auf dem Boden deS reinen Evpirens nach frem­den, überlebten, alten Charten. Sie glaubte, eine bel­gische Charte mit schlechten Correcturen reiche aus, um ein energisches Volk zum Schweigen zu bringen. Sie sieht, daß sie sich getäuscht. (Oest. Z.)

Nufiland und Polen.

Die Peter-Panls-Festung ist bekanntlich das Schatz­haus des Czarenreichcs, in welchem die Gold- und Silbersäcke stehen, die dem Papiergelde, mit dem das Land überschwemmt ist, als Sicherheit dienen. Von Zeit zu Zeit melden die Petersburger Zeitungen dem staunenden Volke von den neuen Millionen, welche in die Festung transportirt worden seien; die letzte An­kündigung der Art erfolgte am 19. Oktober v. I. an welchem Tage 5V2 Millionen Rubel in Silberbarren und Goldmünzen nach Pctcr-Paul gebracht wurden. Damals blieben in der kaiserlichen Krediterpedition noch über 6 Millionen baar zurück, seitdem sind aber an diese Behörde so bedeutende Ansprüche gemacht worden, daß am 2. d. M. aus dem Gewölbe der Festung zum ersten Male und zwar 6 Millionen wieder entnommen wurden. Dadurch ist der vorhandene Baarschatz auf 1091/2 Millionen gefallen.

Mit diesem scheinbaren Reichthume Rußlands ist", es inzwischen nicht weit her. Ein Korrespondent der „Allg. Ztg." aus den russischen Ostseeprovinzen gibt darüber bemerkcnswcrthe Aufschlüsse. Als im vorigen Jahre Rußland so großmüthig dem Auslande seine edlen Mctalle schickte, begann alsbald das Silber aus dem inländischen Verkehre zu schwinden; die Kassen­scheine mehrten sich; auf Silber wird schon jetzt ein Aufgeld gezahlt- Die Kassen sind zwar gesetzlich ver. pflichtet, das Papier gegen Silber auszuwechseln, aber das Publikum scheut die Berührung mit der Büreau- kratie so sehr, daß es lieber an seinen Kassenscheinen etwas verliert, als sie auswechselt. Im Falle eines Krieges aber würde die ganze ungeheuere Papicrcirku- lation sich zu den Metallkassen drängen, und dann würde, sich zeigen, daß Rußland für seine Schulden keine Bürgschaft besitzt. Die sibirischen Bergwerke geben bei gewissenloser Verwaltung einen sehr unbe­deutenden Ertrag, und was den Reichsschatz in Peter- Paul anlangt, so glaubt in Rußland niemand an dessen Existenz. Unser Gewährsmann sagt: Ich habe in Moskau und Petersburg mehrere ange­sehene und keineswegs regierungsfeindliche Männer in Betreff jener mystischen Millionen gefragt; man gab mir die Antwort: Papier möge wohl da sein, aber kein Geld. Als ich nun einwandte, daß ja bei den jährlichen Umzügen aus der Festung in die Münze, und umgekehrt, Männer des Handelsstandes hcrbeige- zogen worden wären, damit sie sich mit eigenen Augen vom Vorhandensein des Geldes überzeugten, — „Ja, entgegnete man mir, man hat uns einen oder zwei Säcke geöffnet, was aber in den übrigen war, wissen wir nicht." Das ist ein Unglück für die Regierung, und so rächt sich der Mangel an Wahrheit und Offen­heit im Verwaltungssystcm. —

Die russischen R ü stungen, sagt derselbe Cor- respondent, wurden nach der Februarrevolution auf eine ernste und großartige Weise unternommen und sind jetzt beinahe vollendet; sie waren von Anfang an gegen Deutschland gerichtet. Aber Rußland kann, schon seiner Finanzen wegen, einen größeren Krieg nicht mit Nachdruck führen. Zu der Finanzvcrlcgenhrit kommen allerlei andere Hemmnisse, — die Stimmung unter den Leibeigenen, die Besetzung Polens, der kaukasische Krieg, endlich die Gährung in in den Ofiscepi ovinzcn, trotz der Pferdespenden deS livländischen Adels. Daß es nicht ganz geheuer ist, beweisen die vielen Allarmgerüchte, die in Rußland, „ivo nichts öffentlich ist als die geheime Polizei", mehr als anderswo zu bedeuten haben und die Behörden in atemloser Angst erhalten. Die unbedeutendsten Kra­

walle werden mit eiserner Strenge niedergedrückt, harm­lose Wortspiele wie „Frcßfrcihcit" ziehen verwickelte Criminaluntersuchungen nach sich. — In Podolien soll ein allgemeiner Bauernaufruhr um sich greifen, Adel und Behörden flüchten, die Linienkosacken hätten sich geweigert zu marschiren. — In den Ostsecprovinzen — so schließt der Bericht — verbreitet sich die Kunde, daß die ganze kaiserliche Familie nach Riga ziehen werde, um hier bis auf weiteres ihren Wohnsitz zu nehmen. Das wäre fast eine Flucht aus Peters­burg. Die nächsten Tage werden hierüber entscheidend sein. Soviel ist unzweifelhaft, daß das halbverfallene Schloß in Riga eilends in einen bewohnbaren Smnd gesetzt wird. Ich theile Ihnen das alles mit ebne eö verbürgen zu wollen, es wird aber hier so nttgemem geglaubt, daß es mir mehr als Gerücht zu Ich fürchte fast, daß hier in Rußland der M Schlußakt des großen Revolutiorsdrania o ch ‘ »>S aber werten f»\“ w'1^ fre. Bauernstand, der an die eftüt der ton könnte könnte, cxistnt nicht, und hi möge Gott verhüten! ~ ,

M s Unter den Rednern, welche

Paris, den -0. 2 - Nationalversammlung am

Verbannung der Familie Lud- w'a PhittPps sprachen, war Napoleon Bonaparte, Sohn des CrkönigS von Westphalen.

Heute Morgen ist dahier auf der Nordbahn eine §â»ne von etwa 500 Polen »»gekommen , die an der preußischen Gränze zurückgewieftn wurden.

— Zu Aw sind die Rationalwerkstätten geschlossc«