Freie Zeitung.
^ 45. Wiesbaden. Montag, 17» April 18L8.
âerheit und NerhL!
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33. Sitzung der Bundesversammlung vom 13. April 1S4S.
In der heutigen Sitzung trat für den abberufenen k. hannöverischen Gesandte v. Lenthe der Klosterrath V. Wangenheim ein.
Der seitherige k. dänische Gesandte für Holstein und Lauenburg war gestern schon in Folge des in der schleswig- holsteinischen Angelegenheit gefaßten Beschlusses aus der Bun- deövcrsammlung getreten.
Von dem kurfürstlich-Hessischen Gesandten, Professor Dr. Jordan, wurde officielle und vertrauliche Auskunft über die neuesten Vorfälle in Cassel gegeben, wonach die Bundesver- ssimmlung keinen Anlaß fand, weiter in dieser Sache vorzugehen , da die Ruhe im verfassungsmäßigen Weg vollständig hergestellt erscheint.
Auf den Antrag des Revisions-Ausschusses wurden sämmtliche Regierungen anfgcfordcrt, unverzüglich anzuzeigen, wann bei möglichst zu beschleunigenden Wahlen sämmtliche Abgeordnete zur Nationalversammlung gewählt sein werden.
Desgleichen wurde genehmigt, daß die als das allein geeignete Local zur Aufnahme der Nationalversammlung erscheinende Paulskirche sofort für jenen Zweck hergerichtet und insbesondere der zur Beseitigung der akustischen Mängel erforderliche Kostenbetrag auf die Bundescaffe angewiesen.
Wiesbaden, 12. April. Der Zustand der Arbeitslosigkeit unter den Gcwcrbtrcibenden tritt immer dringender hervor. Er ist eine natürliche Folge unserer jetzigen socialen und politischen Krisis, und der traurigen Vergangenheit, welche diese Krisis hervorgerufen hat.
Jedem der das Volkswesen richtig auffaßt, liegt die unumgängliche Nothwendigkeit einer raschen Abhülfe klar vor Augen und wir sehen daher allseitig die Bestrebungen darauf hin gericht. So hat das hiesige Sicherhcits-Comite durch die Subscription zum Gedächtniß des 4. März die Gründung Mier Hülfs- und Unterftützungskassc für Gewerb- und Acker
bautreibende eingeleitet und unser Gcwerbvercin die sofortige Ausführung einer Verloosung von Gegenständen aus der Nassauischen Jndustrichalle augeordnet.
Ebenso sind auch, wie wir versichern können, von der Regierung vielfältige Chaussee- und Ufcrbauarbciten in Vollziehung gesetzt worden, wodurch einer großen Zahl von Handarbeitern Beschäftigung und Verdienst zu Theil werden wird. Leider aber haben wir den Mangel an thatkräftiger Wirksamkeit, sowie wahrhaft freisinniger und praktischer Auffassung der eingetretenen neuen Verhältnisse von dieser Seite noch fortwährend zu beklagen. Noch immer bewegt man sich in den verwickelten Formen des abgeworfenen Systems; noch immer fehlen uns Männer an der Spitze, welche durchdrungen von dem Umschwung der Dinge und unterstützt von dem Vertrauen des Volkes keinen Anstand nehmen werden diejenigen Anordnungen zu treffen, welche unter den jetzigen Verhältnissen nothwendig und allein heilbringend sind.'
Wir behalten uns vor in dieser Beziehung nächstens unsere Ansichten weiter zu erörtern und wollen jetzt nur das nahe liegende Interesse der Arbeit besprechen.
Unter allen Gewerbtreibenden sind durch die gcgeuwär- tige Geldstockung die Bauhandwerker am meisten gedrückt. Aus Mangel an Vertrauen auf die glückliche Lösung der gegenwärtigen Fragen verschiebt der Privatmann seine Bauprojekte oder er gibt sie gänzlich auf und wo Bauarbeiten ihnen nun unumgänglich nothwendig sind, ist er durch Geld- und Credit-Mangel verhindert die Bauhandwerker sofort zu bezahlen.
Diese werden dadurch in die schlimmste Lage versetzt; denn sie finden nicht wie andere Gewerbe, als Metzger, Bäcker, Schuhmacher, Schneider u. dgl., welche sich auf täglich wie- derkehreiwe Bedürfnisse stützen, Beschäftigung und Verdienst.
Wie die Verhältnisse jetzt bei uns stehen, muß für sie die Abhülfe ihrer Bedrängniß von den öffentlichen Behörden erwartet werden, und die Mittel dazu liegen nahe.
Man sorge dafür, daß die zur Unterhaltung der StaatS- und Gemeinde Gebäude erforderlichen Reparatur-Arbeiten so-
