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trauens im Verkehr, — die unumschränkte Freiheit der Neli- gion, — die Trennung von Kirche und Schule, — die Organisation von Schulen, welche nur Männer, keine Sklaven bilden, — Soldaten, welche dem Volke schwören, Offiziere, welche nicht die Feinde der Freiheit, — die Ersparniß in den Finanzen statt der Vergeudung, — die öffentliche Rechtspflege, — die Volksvertvaltung bis hinunter ins Kleinste, — die Einheit Deutschlands, nicht bloße Lügen mit Farben, — die schleunige Sicherung unserer Grenze nach Osten, unserer Küsten, die Unabhängigkeit Polens, — die Vernichtung des Despotismus in Europa zum Schutze der eigenen Freiheit, — das einhellige Handeln mit Frankreich, — die Oeffcntlichkcit, nicht die Verstecktheit: das Volk will Wahrheit, keine Lüge, das Volk will Thaten, will Gesetze. Wer sind Sie, meine Herren Minister, die Sie sich eindrängen zwischen König und Volk, im Augenblick der drohenden Auflösung im Innern, der Gefahr von außen? Wer sind Sie, die Sie sich des Staatsruders bemeistern wollen, die Republik im Westen, den Despotismus im Osten, und die Anarchie der Fürsten und des Volkes in der Mitte, wer sind Sie? Die Werkzeuge, wir wollen es zu Ihrer Ehre glauben, die blinden Werkzeuge aller Freunde des Despotismus, einer erbärmlichen Coterie, die nur auf Verrath sinnt, die mit allen verwandten Elementen im Auslande, mit Rußland conspirirt. Meine Herren Rath- geber des Königs, wir denunziren Sie dem Könige, dem Könige, den Sic ins Verderben stürzen; wir denunziren Sie dem Volke!!!" Die Herren, welche die Erklärung unterzeichnet haben, sind: Graf Reichenbach-Dometzko, Landesälte- ster und Kreisdeputirter. Briegcr-Comprachezütz, Landesältester und Kreisdeputirter. Freiherr von Dalwig-Dombrowka. Langosch-Schlawitz, Rogoseck-Scholkowitz, Kreisschulzen.
— Aus Preußen werden zur deutschen Rationalver- tretung 113 Vertreter gesandt, und zwar aus Brandenburg 19, Pommern 11, Schlesien 28, Sachsen 16, Westphalen 14, Rheinprovinz 25.
— Man beabsichtigte, einen preußischen Prinzen an die Spitze der Bürgerwehr zu stellen. Dieser Vorschlag hat eine solche Aufregung hervorgebracht, daß sämmtliche Hauptleute eine Versammlung anberaumt haben.
— Der geheime Justizrath und Professor der Rechte in Jena, Michelsen, war im Dienste der provisorischen Regierung von Schleswig-Holstein, in Berlin. Es ist ihm vom König die erfreuliche Antwort zu Theil geworden, daß morgen schon zwei Regimenter Gardegrenadierc und ein Jäger- corps nach Rendsburg abgehen werden.
Von der polnischen Gränze wird gemeldet, daß vorgestern 16,000 Mann russische Truppen in Czcn- stochau eingerückt sind und noch mehr erwartet werden.
Warschau, 1. April. Es scheint nun endlich, als ob der Kaiser die lange Ungewißheit brechen werde, in der nicht nur wir, sondern das, ganze westliche Europa über dessen Haltung den neuesten Vorgängen gegenüber sich befunden hat. Bisher hat man uns auf eine wahrhaft offfrielle Weise zu rauften gesucht über die Angelegenheiten in Polen. Unsere Garnison ist so gut wie gar nicht verstärkt worden; man hat sogar von vielen Seiten uns Polen Hoffnung gemacht, der
Kaiser werde entweder Polen im Einvernehmen mit seinen Alliirten wieder Herstellen, oder durch eine freisinnige Verfassung an Rußland knüpfen. Plötzlich hat man die Maske abgeworfen. Am 26. März (14. März alten Styls) ist in der Metropole des Heil. Isaak zu St. Petersburg ein kaiserliches Manifest durch den Erzbischof verkündigt worden, in welchem der Kaiser dem ganzen Westen den Fehdehandschuh hinwirst. Als die Kunde von diesem Manifest hierher gelangte, war Alles wie uiedergeschmettert. Der Fürst Statthalter wurde von allen Seiten bedrängt, so weit es sich thun lasse, Aufklärung zu geben. Bei einer solchen Gelegenheit — und ich kann Ihnen diese Aeußerung mit meinem Ehrenworte versichern — sagte der Fürst: Binnen heute und zehn Tagen wird Europa d a s S ch a u s p i c l erleben, daß 300,000 Mann Russen in und um Warschau concentrirt sein werden. — Inzwischen geht alles den gewohnten Gang. Aber die scheinbare Ruhe Warschaus gleicht der Schwüle vor einem Gcwittcrsturme. (Schles. Z.>
— Aus Mailand erfährt man, daß allda die Nachricht eingetroffen sei, daß die französische Regierung die jetzige lombardische Regierung anerkenne, dem Verfahren Sardiniens seinen Beifall gebe und ein Heer von 60,000 Mann am Var aufstellcu wolle, um nöthigcnfalls die Sache Italiens zu unterstützen.
— Nachrichten aus Toulon melden, daß am 1. April die ganze Flotte des Mittelmeeres unter Segel gehen soll. — Die Regierung hat Abd-el-Kader das Schloß Pau zum Wohnsitz angewiesen und ihn ermächtigt, sowohl seine Familie, als sämmtliche Dienerschaft, welche ihm nach Frankreich folgte, mit dorthin zu nehmen.
— An der Börse zu Paris geben in Folge der Ab- , reise deS englischen Gesandten die Geschäfte sehr schlecht Uebcrall ängstliche Gesichter, Mutlosigkeit, Mangel an Vertrauen. Der Gesandte reiste ab, wegen angeblichen Gerüchten, als hätte die provisorische Regierung die Absicht, in Italien zu interveniren.
Pvivatanzeige.
g3» In der am 7. April stattgehabten Versammlung im „Adler" ist ein seidner Regenschirm mitgenommen worden. Der Mitnehmer ist dem Eigenthümer bekannt und wird hiermit ersucht ihn beim Portier im Adler innerhalb 3 Tagen abzugeben, widrigenfalls sein Name in diesen Blättern der Oeffentlichkeit übergeben wird. (168)
Anmerkung.
In dem Art. über das Nass. Forstwesen in der vorgestrigen Nummer steht Zeile 24 von unten Entgegen statt Abgegangene, sowie in dem Artikel „Aus der Provinz" in der letzten Zeile immer statt nimmer; in dem Artikel Wiesbaden, 7. April über Vater Jahn (Nr. 37) 24. Zeile statt „Mode huldigen" — „Mode nicht huldigen"! im Unterhaltungsblatt, in dem Art. über das Theater, Z. 17, letztes Wort, statt „eine nützende" — „eine reizende"^ was man zu berichtigen bittet.
Verantwortlicher Redacteur: Dr. Möller.
Verlag von H. Fischer 8» C. Ritter. — Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.
