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Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden,- ' m'g von Preußen rc. :c.

haben nn Vereine mit der kaiserlich österreichischen Regierung Unsere deutschen Bundesgenossen eingeladen, sich unverzüglich ! zu einer gemeinsamen Berathung über diejenigen Maßregeln zu vereinigen, welche unter den gegenwärtigen schwierigen und gefahrvollen Verhältnissen das Wohl des deutschen Va­terlandes erheischt, und sind entschlossen, mit allen Unseren Kräften dahin zu wirken, daß diese Berathungen zu einer wirklichen Regeneration des deutschen Bundes führen, damit das deutsche Volk in ihm wahrhaft vereinigt, durch freie In­stitutionen gekräftigt, nicht minder aber auch gegen die Ge­fahren des Umsturzes und der Anarchie geschützt, die alte Größe wiedergewüme, damit Deutschland den ihm gebühren­den Rang in Europa einnehme. Welches aber auch der Er­folg dieser Unserer Bemühungen sein möge, so werden jeden­falls dadurch Maßregeln für Unsere Staaten bedingt, zu deren Ausführung Wir der Mitwirkung Unserer getreuen Stände bedürfen. Dieserhalb und weil Wir überhaupt in so großen und entscheidenden Epochen, wie die gegenwärtige, Uns nur in Vereinigung mit Unseren Ständen stark fühlen, haben Wir beschlossen, den vereinigten Landtag auf Donner­stag den 27. April d. J. in Unserer Haupt- und Residenz­stadt Berlin zu eröffnen, und beauftragen das Staats-Mi- nisten'um, die Einberufung desselben durch den Minister des Innern zu veranlassen, auch die sonst erforderlichen Vorbe­reitungen zu treffen.

Gegeben Berlin, 14. März 1848.

Friedrich Wilhelm. Prinz von Preußen.

Mühler, v. Rother. Eichhorn, v. Thile. v. Savignp.

v. Bodelschwingh. Graf zu Stolberg. Uhdem. Frhr.

v. Canitz, v. Düesberg. v. Rohr.

In Emmerichenhain auf dem Westerwalde haben die Bürger freiwillig eine bewaffnete Nationalgarde gebildet, die sich schon bei Äufrechthaltung der Ordnung ans einem großen Markt sehr bewährt hat.

In die Bundesfestung Ulm, die noch nicht vollendet ist und im Frieden vertragsmäßig nur durch Baiern und Würtemberger besetzt werden darf, wozu nur noch österrei­chische Artillerie kommt, wollen eben 3000 Mann öster­reichische Truppen einziehen. Es ist sogleich vom König ein Legationsrath nach Friedrichshafen geschickt worden, um die Landung und den Durchmarsch nach Ulm, wo noch keine einzige Bundeskaserne fertig ist, zu verweigern. Oesterreichi­sche Offiziere machen kein Geheimniß daraus, daß sie zur Ueberwachung der unruhigen Würtemberger bestimmt seien. Wenn Oesterreich nur so klug und so bescheiden wäre, sich nicht um die Ruhe Anderer, sondern um seine eigene zu I kümmern.

Frankreich. Nach dem National hat Frankreich gegenwärtig 377,128 Mann Linienmilitär, außerdem 86,312 Mann Reserve und 25,000 Mann in Paris. Im Fall des Krieges könnte diese Zahl auf der Stelle bis auf 558,440 | erhöht werden.

Paris. Noch weitere drei Handelshäuser ersten Ranges haben fallirt; eine Menge von Capitalisten man nennt auch Rothschild darunter wollen nach England aus­

wandern. Die provisorische Regierung wird vielfach ange­griffen und muß vielleicht noch vor der Einberufung der Na­tionalversammlung abdanken. Lamartine's Worte waren jchön und ernst gemeint, aber es waren nicht die Gesinnungen von Frankreich, die er ausdrückte, sondern seine eigenen und wenn er fällt, fallen jene mit. Es ist leicht gesagt, Arbeit und Arbeitslohn zu garantiren, aber schwer auszuführen; noch kein Mensch hat einen bestimmten Plan angeben können, der dabei zu Grund gelegt werden könnte.

Italien. Es ist eine neue Republik entstanden. Das Fürstenthum Monaco im Kirchenstaat hat die von seinem in Paris wohnenden Fürsten Florestan I. gegebene Constitution für ungenügend erkannt, und seine Absetzung, sowie die Ein­führung der republikanischen Regierungssorm am 4. März beschlossen.

Spanien. Die Oppositionsmänner in Spanien ha­ben der Königin eine Addresse überreicht, in welcher sie ge­beten wird, einer Reihe von Ausnahmegesetzen, welche die Minister beantragt und der Congreß schon genehmigt hat> die königliche Bestätigung zu versagen. Es hat den Anschein, als ob dieses nicht geschehen würde; Ausnahmen und Ab­weichungen von den bestehenden Gesetzen müssen doch natür­lich in solchen Staaten, wohin der Louis Philipp'schc Geist verpflanzt worden ist, eristiren, sonst könnten sich die Regie­rungen und Herrschcrfamilien nicht halten.

In Neapel ist das Wahlgesetz publicirt worden. Der Census für die Wählenden ist auf 24, für die Gewählten auf 240 Ducati festgesetzt.

Neueste Nackricht.

Die Hoffnung, welche wir schon früher ausgesprochen haben, ist soeben durch das Verordnungsblatt vom 18. März erfüllt worden: Der Herzog von Nassau hateine allgemeine nnd «nnmsckränkte Amnestie für alle politischen Vergehen" ertheilt.

PeivatanzetZen.

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(35) Donnerstag den 16. März hat sich eine junge Wachtel- hündin verlaufen. Dieselbe ist, hauptsächlich an den Vorder­beinen, getiegert, hat schwarze Ohren, große schwarze Flecken auf Rücken und Kreuz. Sie trug ein Halsband mit Schlöß­chen, beides von Messing. Derjenige, welchem dieselbe zu­gelaufen ist, oder welcher Auskunft deshalb ertheilen kann, wird ersucht, desfallsige Nachricht in das Haus Louisenstraße Nro. 18 gelangen zu lassen.

(36) Die 5. Compagnie der Nationalgarde wird hiermit aufgefordert, Sonntag den 20. d. Ai. Morgen« 8 Uhr, sowie die zweite Nachmittags um 2 Uhr in der neuen Colonade ohne Waffen zu erscheinen, um die Züge zu ordnen und die Zugführer zu wählen.

(37) Ein gebildetes Mädchen von angenehmem Aeußeren, welches seit längerer Zeit als Buffelmädchen in einem bedeutenden Kaffeehause con- ditionirt hat, sucht eine ähnliche Stelle.

Das Nähere im Geschäftsbureau von Carl Leyendecker.

Verantwortliche Redaction: Diepenbrock 87 Dr. Möller.

Verlag von H. Fischer 8» C. Ritter. Druck der C. Ritter'schen Buchdruckerei.