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auf der einen Seite das schleichende Mißtrauen durch Hin­weisung auf das vollständige Vertrauen unseres Herzogs, das ihn drängte sich seinen Nassauern ganz in die Arme zu wer­fen; zu bekämpfen und zu ersticken; auf der andern Seite den Vertretern des reaktionären Princips durch ernstes wür­diges Festhalten an unserer glorreichen Errungenschaft, durch regen, steten Eifer bei d^ Durchführung des neuen Systems zu zeigen; daß ihre Wünsche eitel, daß die Leuchtfeuer auf allen deutschen Bergen keine Strohfeuer sind, sondern unsere Herzen mit heiliger Gluth, für die neue Gestaltung der Dinge er­wärmt haben; — mit einer Gluth, die nur mit unserm Le­ben enden wird. —

Verkennen wir dabei nicht, wie schwer es für Viele sein muß, mit. der Muttermilch eingesogene Ideen mit einem Schlage aus dem Busen zu reißen; üben wir Geduld und Nachsicht, wenn das widerstrebende Herz blutet, wenn die Hand zittert, die das Todesurthcil liebgewordener Gedanken selbst unterzeichnen muß. —,

Haben wir Vertrauen zu der Kraft des Volks, zu der siegenden Macht der Wahrheit; verlangen wir nicht, daß zu­gleich mit der Morgenröthe, die wir mit frohem Jubel be­grüßen, schon die helle Mittagssonne' sämmtliche Räume, in welcher die weichende Finsterniß sich ängstlich birgt, plötzlich erleuchte; vergessen wir bei der großen Sache, die wir mu- thig vertreten, kleinliche persönliche Rücksichten; seien wir einig, durch Einheit stark; , und bald werden die letzten Ne­bel verschwinden; die ja auch einem heitern Tag vorauszu­gehen pflegen.

Baden, dieß wird jeder anerkennen, ist uns seit langen Jahren und so auch im Augenblick mit gutem Beispiel voran­gegangen. Es hat rasch und kräftig den panischen Schrecken, den die Verjagung des Juli-Königs, dieses schlauesten und wucherischsten aller Könige, unter den Gewaltherrschern ver­breitete, benutzt; von ihm sind die planmäßigen und feurigen Aufrufe durch ganz Deutschland ergangen, ehe sonst noch je­mand daran dachte, in Baden hat die Vereinigung deutscher Männer aus vielen Ländern statt gefunden, welche uns den abgestandenen Bundestag ersetzen wird. Doch auch Baden hat seine wunde Stelle, die Bürger der Haupt- und Resi­denzstadt Carlsruhe haben sich nach den Berichten der freien badischen Blätter, als sie das erhabene Schauspiel einer Vertretung des Volkes durch, sich selbst genossen, engherzig und schwach betragen. Kein froher Empfang ihrer Mit­bürger, die freilich keine Herrn Hoflieferanten, Hostlcidcr- macher re. waren, fand statt, die Läden waren geschlossen,

nicht weil der Spießbürger lebendig geworden wäre und An­theil genommen hätte, nein aus Furcht vor „Diebstahl von dem fremden Volk." Deutsche Cocarden wurden denen, die sie trugen, abgerissen, ja es sollen mehrere arretirt wor­den sein, weil sie dieselben nicht ablegen wollten. Den Braven unter ihnen und deren sind sicher auch vorhanden — muß eine solche „schaaf'sche" Maßregel noch weher thun, als denen, die sie betroffen hat. Die es thaten, mögen sich schämen und — sich bessern. — Das Ministerium ist am 22. März abgebrannt und zwar zeigte sich das Feuer gleich in allen Stockwerken. Es soll den Frankfurter Herrn nicht unangenehm sein, meint die Mannheimer Abendzeitung.

München, 4. März Nachmittags 3 Uhr. Die Bewe­gung war nun nicht mehr drohend, sondern sie ist zum Ausbruch gekommen. Die Thore des bürgerlichen Zeug­hauses wurden gesprengt, und die 4000 Musketen sowie 6000 neue Säbel und eine Anzahl alter Waffen sind in den Händen der Studenten, Künstler und Bürger. Auf dem Residenzplaße Alles mit Militär besetzt, in der Peterökirche heult die Sturmglocke, kurz, die offene Widersetzung ist zum Ausbruch gekommen. (Deutsche Zeitung.)

Es kommen uns stündlich aus allen Theilen des Nas­sauer Gaues Kundgebungen über die freudige Stimmung des Volkes zu. So gern wir bereit wären, dieselben zu veröffentlichen, erlaubt uns dies weder die Zeit noch der Naum unsrer Spalten.

So erhalten wir eben aus Langenschwalbach einen aus­führlichen Bericht über die dortige Begeisterung. Es ist die von Wiesbaden zurückgekommene Deputation mit allgemei­nem Jubel und Böllerschüssen empfangen worden, AbendS war Illumination. Obiges wird genügen, wegen Nichtauf­nahme seiner ganzen Einsendung, für die wir herzlich danken, den Herrn Verfasser zufrieden zu stellen. D. R.

Pvivatanzergen.

Bei Posamentier Schäfer in der Langgasse sind deutsche und nassauische Kokarden zu haben.

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Die Redaction.

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