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Fürstenwort und lauten Zuruf dcS Volkes gestern feierlich ga- rantirt worden.
Der Verwirklichung vertrauen wir, sie beruht auf dem Charakter unseres Herzogs, auf der freien Wirksamkeit der Volksvertreter, auf Eurer festen Gesinnung, dem Bewußtsein Eurer Kraft und dem Vertrauen auf Eure Einigkeit.
Das Comite hat Euch bereits erklärt, daß es seine Wirksamkeit mit aller Thätigkeit fortführen wird, bis die erhaltenen Versprechungen zur That geworden sind. Es erwartet von Euch, daß Ihr in gleicher Weise Euern bisherigen Eifer für die Erreichung des hohen Zweckes bewahrt.
Vor allem ist es Eure Aufgabe, die bestätigte allgemeine Volksbewaffnung so in das Werk zu setzen, daß dadurch Sicherheit gegen Außen ebensowohl als Ruhe und Ordnung im Innern erzielt werden.
Das hiesige Comite hat bereits die nöthigen Schritte gethan , daß für diese allgemeine Volksbewaffnung alle disponiblen Waffenvorräthe von dem Gouvernement zur vcr- Haltnißmäßigen Vertheilung in allen Landestheilen hingegeben werden.
Von der Volksbewaffnung wird erwartet, daß sic die Sicherheit der Person und des Eigenthums im Innern überwache, gegen Außen kräftigen Schutz gewähre und die Volkskraft erhalte.
Wir haben Euch bereits cingeladen, für die Hauptstädte des Landes und deren Bezirke Hülfs - Comites zu bilden, welche sich der Leitung der Volksbewaffnung und der Handhabung der Ordnung unter Mitwirkung der öffentlichen Behörden anzunehmen haben.
Jedes Hülfs -Comité wird sich mit dem hiesigen allgemeinen Comite in Communikation setzen.
Das allgemeine Comite wird es sich zur höchsten Aufgabe machen, die Forderungen der Nassauer zur Erfüllung zu bringen, Einheit zu bewahren und das Vertrauen Aller zu begründen.
Wir danken Euch für den Beistand, den Ihr der guten Sache geleistet habt. Wir preisen die Großherzigkeit unseres Herzogs, der im großen Momente alle Bedenklichkeit bei Seite gesetzt und entschieden das Glück Nassans ausgesprochen hat. — Erfüllen wir das Versprechen, welches wir im begeisterten Zuruf gegeben haben, Ihm mit deutscher Treue bcizustehcn gegen äußere und innere Gefahren. Halten wir fest an unserem Fürstenhause, welches seinen Bund mit dem Volke so innig erneuert hat, und halten wir ferne allen Einfluß von Aufreizung zu Gewaltthat und Unordnung, woher er auch kommen mag.
W uns den gestrigen Tag als einen Tag der höchsten
und^ glücklichsten Entscheidung für alle Zukunft in ehrendem Gedächtniß behalten. Laßt uns fest beharren auf dem be- trctenen Wege zur Begründung unserer inneren Freiheit, der Freiheit Deutschlands und seiner politischen Selbstständigkeit.
Wir sind Nassauer und bleiben Nassauer. — Wir sind aber auch Deutsche und bleiben Deutsche.
Darum Nassau im Verein mit Deutschland und Deutschland verbunden durch die Nationalversammlung.
Wiesbaden, 5. März 1848.
Das Sicherheits-Comite.
Die Herren Geglichen« (Correspondenz.)
„Ich ging zum Gotteshaus«, Da hort' ich himmlisch Recht, Hier drinnen Alle Brüder, Da draußen Herr und Knecht, Der Fesiesrede Giebel War: duck dich! schweig dabei; Als ob die ganze Bibel Ein Buch der Könige sei."
' Uh land.
Je höher und heiliger ein Beruf ist, um so unwürdiger sind häufiger die Diener dieses Berufs. Welche schauderhafte Gräuel sind schon im Namen der Freiheit verübt worden und welches Gefühl ist göttlicher als das der Freiheit! Zu welchen schauderhaften Justizmorden namentlich in Angelegenheiten der Religion und Politik ist die Nechtpflege, jene Stellvertreterin Gottes auf Erden, mißbraucht worden! Oder haben wir nicht erlebt, daß in Baiern, Preußen, Darmstadt, Cassel re. wahrt Teufel über die edelsten Männer des Vaterlandes zu Gericht gesessen habend Wie es sich mit dem Mißbrauch der Freiheit und Rechtspflege verhält, so verhält es sich auch mit dem Mißbrauch nicht allein der christlichen, sondern auch feder andern Religion. — Es ist wunderbar, wie manche Herrn Geistlichen immer die Demuth lehren und doch vor Hochmuth fast zerplatzen, wie sie immer vom Himmelreich reden und häufig mehr als alle anderen Menschen nach der Erde trachten, wie sic immer rufen: „Unser Reich ist nicht von dieser Welt!" und dennoch immer sich in politische Dinge mischen; wie sie immer von Liebe reden und häufig die allergcfähr« lichsten und unversöhnlichsten Feinde sind; wie sie immer sa- ' gen: „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen" und doch häufig mehr als andere Menschen den Mantel nach dem Wind drehen. — Weil diese Beobachtungen über die unwürdigen Glieder dieses hohen Standes in allen Ländern gemacht worden sind, so hat sich auch der Witz des Volkes und der Wiß der größten Geister an dieser Verkehrtheit geübt. — Voltaire wird in dieser Hinsicht von seinem Volke
