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Kessen u» eitag. de«- t nach bet es Weins; hl. Mess­verben. ^schuldigen ii 9.15 Uhr eleaenheit: Uhr cm, von 47 ften Weih- 30 Uhr ab I Uhr, am »rgens von

jt Kinder- Hocktrmt .18 Uhr: Miti- nachtsiest. t Predigt, cn. 9 Uhr 10 Uhr: redigt. he Vesvcr : Fest des ist wie mt n Wochen- N-ssen. früh von -7 U. ttöOT von 6.30 2. Weih- m, Sams-

Advent), il. Kom-, 28. Dez. 10 Uhr: m. unter hors.

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Samstag, 21. Dezember 1912

Morgen- klusgabe.

Nr. 596. - 60. Jahrgang.

Oie Bedeutung der Iesuiten- srage.

Lanögerichtsrat Otto v. Pfister-Darmstadt schreibt in derDeutschen Wacht", Wochenickrift der Deutschen (katholischen) Vereinigung, u. a.: Es ist zu. verstehen, wenn katholische Kreise von ihrem «tand- tzunkt aus in dem Jesuitengesetze eine unzulässige Be­schränkung erblicken, sei es in religiöser, ser es ur staatsbürgerlicher Hinsicht. Das sind Anschauungen, die in das berechtigte Gebiet der Meinungsverschieden­heiten gehören und die man, ob Anhänger oder Gegner, billiger Werse achten nruß. Aber in allen Dingen, ;o auch' in der Freiheit der Ansichten sind gewisse Grenzen gezogen. Werden solche Grenzen überschritten, so M die Hemmung und Abwehr berechtigterlverse geboten.

Ein solches Überschreiten, eine solche Über­schätzung und Übertreibung der Angelegenheit liegt vor, wenn gewisse katholische oder politisch-katho­lische Kreise ihr Vertrauen zur Reichs­te g t e r u n g von der Behandlung der Jesuitenfrage abhängig machen wollen und wenn sie aus der Ein­schränkung der Jesuitentätigkeit iin Reich eine unge­rechte Bemessung der Bedürfnisse der Katholiken her- leiten wollen. Ein solcher Standpunkt ist unbe­dingt zu weitgehend und nnrtz daher zurückge- lotesen werden. In der Sache selbst kann er keine Stütze finden. Man bedenke doch einfach, daß t r o tz des Bestchens des Jesuitengesetzes von der höchsten katholischen Stelle das Deutsche Reich als ein Land be­zeichnet wurde, in welchem die katholische Kirche die größte Freiheit besäße. Ties ist von dem fetzigen Papst und ähnlich auch von seinem Vorgänger zum Ausdruck gebracht worden. Man erwäge weiter, lote unter der Herrschaft des Jesuitengesetzes, dieser tatsächlichen katho­lischen Freiheit entsprechend, bei uns die Zahl der Klöster und Ordensniederlassungen sowie ihrer Jnsasten erheblich ü b e r den Prozentsatz der B e v ö l k e r n n g s° zun ah me hinaus zugenommen hat. Man vergüt aber vor allem nicht, und dies ist das wtchtlgste, wie Man in der katholischen Welt selbst, jetzt und früher, geteilter Ansicht über den Wert des ,Mmten- ordens ist, und daß es sogar so weit einst gekommen ist, daß dieser Orden vom Papste verboten wurde. Was etrtft hohe und höchste katholische Kreise vbgelehnt haben und was teilweise noch von Katho­liken abgewiesen wird, das kann unmöglich eine sola-e Bedeutung für das kirchliche und religiöse Leben der ^stholiken haben, daß sich hieran die Auffassung voll Einer Freiheit oder einer Bedrückung dieses Lebens knüpfen kann, wenn man eben vorurteilsfrei und ge­recht urteilen will. Es ist daher n ich t v e r st ä n d l rch. äste man in den ernstesten Zeiten des Vaterlands, in ssenen die deutsche Welt nach innen und außen gegen­über den vielen Gefahren geschlossen zusammen- ^ehen sollte, es von der Jesuitenfrage abhängig machen l?ill. ob man im Vertrauen zu der Regierung des Reiches ^ehen will oder nicht. Wie wenig sachlich von manchen

Vertrauen prägt sich in einem solchen Ausspruch zu den eigentlichen kirchlichen Organen, zn bein kathobichen Klerus aus! Was diese nicht in treuer Pflichterfüllung erreichen und abwenden können, das sollte dann also den Jesuiten gelingen. Bleibe man also allseits un­befangen, gerecht und sachlich: dann kann und darf die Jesuitenfrage nie zu einer so bedeutungsvollen werden, daß sie die gebotene Ei n heit unseres deutschen Volkes gefährden könnte! #

Das ist eilt beso n n e n e s und m a ß v o l l e s ernstes' Wort zur Sache, von dem wir gern Kenntnis geben zugleich mit den folgenden Auslassungen zu dem­selben Thema aus der Feder eines geschätzten Mit­arbeiters. Ter Verfasser des ArtikelsNoch einmal die Jesuiten" in Nr. 585 desW i e s b a d e n e r T ß g- blatte" (Samstag voriger Woche), ein n a s s a u i s ch e r P f a r r e r, schreibt uns:

Noch einmal die Jesuiten".

Zu unserem LeitartikelNoch einmal die Jesuiten" bringt dirRheinische Valkszeitung" eine Erwiderung, die wir stillschweigend hinzunehmcn keine Veranlassung haben.

Sie beschäftigt sich zuerst mit unserer Statistik der Ordens niederlass un gen und ihrer Jnsasten uno bemerkt dazu:DasTagblatt" vergißt darauf hmzu-

weisen, daß in dieser Zeit die Bevölkerung um 50 Prozent gewachsen ist." Sie erkennt damit die Richtigkeit unserer Zahlen an. Daß sie durch ihren Hinweis auf die Ver­mehrung der Bevölkerung nichts gegen unsere Behauptung, daß Deutschland das klösterreichste Land Europas Jci, bewegt, leuchtet um so mehr ein, wenn man in Erwägung zieht, datz bei einer Vermehrung der Bevölkerung um 50 Prozent die .Ordensniederlassungen sich um 216 Prozent, die Zahl ihrer Insassen um 327 Prozent vermehrt hat.

WaS dieVolkszeitung" weiter gegen die Statistik tns F-Id führt, die Frauenorden hätten sich in bedeutend höherem Matze vermehrt als die Männerorden, jene seren aber für Erziehung und Krankenpflege von autzerordent- licher Bedeutung, spielt die Frage ans ein ganz anderes Gebiet. Wir hatten gar keine Veranlassung und haben )tc heute auch nicht, uns über die Bedeut-ung der männlichen und weiblichen Ordensangehörigen für unser Volksleben aus- zulassen. Wir haben mit unseren Zahlen nichts anderes ge- ivollt, als den Klageruf derVolkszeitung":Die schikanösen

Kulturkampfbestimmungen werden täglich immer rücksichts­loser gegen Klöster und Ordensniederlassungen angewandt", als gegenstandslos nachzuweisen. Der Schlußsatz be­weist das für den, der sehen will, deutlich genug:Das siegt doch,' weist Gott, nicht wie Verfolgung aus!" DieVolks, zeitung" hätte sich also ihren höhnischen Satz sparen können: .So fürchterlich ist in Wirklichkeit das, was in der nnbe.

stimmten Angabe desTagblattS" enthalten rst-"

Sodann geht dieRheinische Volkszeitung" auf unsere Jesuitenzltäte ein. Sie erkennt die Richtigkeit der Anführungen an, fügt jedoch hinzu:Die Behauptung dieser gelehrten Patres, im Zusammenhang genommen, wird > e d e r Katholik unterschreiben und verteidigen . . . . Es wird mcht schtver fein, aus Büchern von Uutoven, die. erlitten

sind, ähnliche Zitate zusammenzustelle-i .... Es ist also eine Verleumdung, wenn diese Lehre als eine Spezialität des Jesuitenordens ausgegeben und damit gegen den Orden gehetzt wird." Wir haben ofsengestanden mit sehr grohem Bedauern von diesem Geständnis derRheiNZchen Volks- zeitung" Kenntnis genommen. Dieses freiwillige Eintreten

für den Jesuitenorden mtb seine unduldsame Gesinnung

zeigt, wie der jesuitische Geist der Intoleranz rn ivetto Kreise des katholischen Volkes eingedrungen ist und bestmllt uns noch in der ttberzeugung, das; m Intere; f e its konfessiwuellen Friedens die Haupttrager dieser Jntolcraitz gefälligst drangen bleiben

Das Zitat ans Perrones Kontroverskatechismus wird üe- anstandet; d. h. nicht sein Sinn. Der wird anstandslos Äs richtig anerkannt:Was nun den Inhalt de» Zitats angcht,

so 'ist klar, datz das vernichtende Urteil des Paters Perrone sich nicht auf da§ private Leben der Protestanten. bezicht. Denn Pater Perrone hat keine Gelegenheu gehabt, Pro­testanten in ihrem Leben zu beobachten. Das Zitat kann ,ich nur auf die Geschichte des Protestantismus beziehen. Das kann doch nichts anderes heißen als: Perrone urteilt nicht

über die Qualität des einzelnen Protestanten, sondern über den Protestantismus als solchen, d. h. über dm Proteftameu in ihrer Gesamtheit in Verbindung ntit chrer Leqre und ihrem Glauben. Das kommt aber im Grunde doch auf das­selbe hinaus. Und es ist doppelt unerfreulich, wenn ein Ge­lehrter aus der reinen Theorie heraus zu einem sst^Erdar.i- menden Urteil über einen so grotzeti Teil seiner ^Mitchripcu gelangt. Wir wollen ein anderes Zitat aus Perrone» Kontroverskatechismus anführen, das geeignet ist, unicr erstes zn ergänzen:Der Protestantismus und ieme Ver­

breiter sind in religiöser Beziehuiig das, was tn natürliche'. Beziehung die Pest ist." Dieses Zitat hat vor dem andere den Vorzug, daß über die übcrietzuiig keni Streit entstehen kann. Testis heißtPest", daran ist nicht zii zw"lclw Nämlich die Richtigkeit der Verletzung des anderen Zitats wird bestritten. Nicht etwa, weck dieRh. Vztg. den Wortlaut des italienischen (nicht lateinischen) Textes ivutzw, aber sie schreibt:Da müssen wir zunächst mit aller Be­

stimmtheit behaupten, daß die vom ,"Tagblatt" beliebte Ubm- setzung eine ebenso gehässig tendenziöse Entstcviing isi - - Urid an diese Behauptung, zu der nicht der S« »

Beweises tritt, knüpft sie dann die andere Behauptung Die scharfen, dem Vater Perrone zugeichobenen Ausdruck- sind also (!) nicht Ausdrücke des Paters Perrone, sondern ver­hetzende Ausdrücke des ..Tagblatts"." Das ist denn doch etwas zu billig! Zum mindesten steht Behauptnng gegen Be­hauptung. Wir sind dem Wortlaut der Übersetzung gesolgt, die unbeanstandet schon oft zitiert ivorden ist und deren Sinn, das gesteht dieRh. Vztg." ja zu, durchaus Perrones Ge­danken entspricht. (Vgl. auch die andere Belegstelle.) Wir behaupten also die Richtigkeit des Zitats, bis Grrrnde, nicht Behauptungen uns eines Besseren belehren.

Zum dritten wendet sich dieVztg." gegen unsere Zeug­nisse hervorragender Katholiken. Die beiden Hohenlohe, der Reichskanzler irnd der Kardinal, kommen dabct sehr schlecht weg.Jener hat das vatikanische Konzil bekämpft war alw zu jener Zeit ditrchaus unkirchlich." Bet dem Kardinal steht aberdie kirchliche Würde in schroffem Gegensatz zu seinenr unkirchlichen Urteil". Danach ist es überhaupt unnioglich, irgend einen Katholikeii mit seinem andersartigen Urteil an- zuführen. ohne daß einem entgegnet wird:Wenn er gegen

die Jesuiten ist, so ist er eben kein richtiger Katholik. Wir andmen haben kein Recht in diese innerkirchliche Frage, wer ein guter Katholik ist uud wer nicht, cinzugreisen, aber daß jene Männer ein Urteil in der Jesuitensrage habmi, und nach ihrer Möglichkeit, den Orden bester kennen zu lernen als viele andere, ein maßgebenderes Urteil _ als andere, da» lassen wir uns nicht nehmen. Unter diesen Umstanden har es natürlich für dieRh. Vztg." keinerlei Beweiskraft, wenn ich dvS Urteil des freisinnigen Abgeordneten Eduard Windt-

Mistehauber.

eodienst.

! Ubr: Sttgjj

i

Von Franz Pflugk

^ Weihnachten! Wieder erfüllt dieses Wort mit seinem ^aubertlang uiiscre Herzen, wieder naht die fröhliche, selige nett, die die jubelnden Kinder um den strahlenden Weits- ^achtsbaum vereinigt urcki die Alten zurückführt m me Aage Jugend. Wo wäre das Haus, wo wäre die .yutte, d-e »-N Ehristabeud Dannenbaum und Lichterglanz Misten Mochten! Allüberall flammen seine Kerzen auf, allüberall I'vnmelt sich um ihn, was im Frieden des Hauses steht.

Seit einigen Jahren begnügt man sich jedoch hier und da !sscht mehr mit dem Weihnachtsbaum, sondern !ucgt dem oiliimer auch noch durch anderes Weihnachtsgrun Schmuck ^ verleihen, insbesondere durch Stechpalmen- und^.^tistc!- «veige. Sie sind gerade zur Weihnachtszeit von besonderer Schönheit und in allen größeren Blumenhandluiigen ziem- "ch wohlfeil zu haben. Während die Zioerge der Stechpalme ihren dunkelgrüneil, glänzenden Blättern, aus ^denen roten Beeren lebhaft hervorlmichten, Wände und wuren ^Mücken, werden die gelblich-grünen Mistelbüsche mit (hren ^ßen, kleinen Perlen gleichenden Beeren an Kronleuchtern °^er an der Decke des Zimmers befestigt. .

, Überaus volkstümlich ist diese Weihnachtszier in Eng- M'd. Wie ein deutsches Weihnachten ohne Tanne oder üWe, m ist tzas englische ohne Mistelzweig und Stechpalme

so ist das engistche oyne uuu

Mt denkbar. Bei jedem Hanse findet sich ein Hollybusch, M kommt Christmas, seine grünen Zweige willig dar- um Haus und Hof, Stube und Kammer in ein fest

liches Gewand zu hüllen; in keiner englischen ymmckie wurde mau ja glauben, daß Weihnachten ist, wenn nicht wenigsten» ein Zweig der Stechpalme die Wohnung schmückte. Aber auch den Mistelzweig mag man nicht missen. Obgleich die Mistel in England jetzt ziemlich selten geioorden ist und in großen Mengen aus Frankreich eingesührt werden mutz gilt doch der Brauch, daß jeder Fre,md des Hauses und selbst der fremde Gast von der Hausfrau und ihren Töchtern emen Kntz fordern darf, wenn er sie zum Feste unter der Mistel trifft oder im fröhlichen Reigen unter den geweihten Zweig zu führen versteht. Ja. -S ist dem Manne am Wechnachtsfeste. sogar gestattet, einen Mistelzweig in der Tasche zu tragen and über sein Opfer zu halten, an jedem Orte und zu icder Stunde, wo ilnd ioann cS ihm beliebt. Fernab vom modernen englischen Salon, so in Wales, wird der Mistletoe «nt Weihnachtsabend unter das Dach gehängt. nie Burschen führen die Mädchen darunter und ivunschen ihnen mit herz» haitem Kuß glückliche Christnacht und glückliches Neujahr..

Ursprünglich besiegelte der Kuß unter dem Atrstelzweig die Verlobuiig. der iin folgenden Fasching die Vermählung folgte, heute' ist dieser mystische Sinn vergessen, und nur noch als Weihnachtsscherz ist der freie Kuß unter dem goldigt grünen Reis in Erinnerung und Übung geblieben.

Auch bei.uns haben sich, wie wir bereits erwähnten, namentlich in vornehmen Kreisen, Ilex- und Mistelzweige als Wcihnachtsschmuck eingebürgert. Nach dem vorstehenden ist man leicht geneigt, deir Brauch als einen englischen anzu­sprechen; mit Unrecht. Wenn wir ihn auch neuerdings aus England übernommen haben, so weist der Brauch selbst l.och in längst vergangene Zetten zurück. Mistelzweige hingen

schon in der Halle unserer heidnischen Vorfahren und waren von uraltheiliger Bedeutung. Durch einen Mistelzweig ivar, wie die Edda berichtet, der Tod des lichten Balder berbeige- führt worden, des Spenders des bebebenden Sonitenlichte», ohne den die Erde starr und tot liegen würde, ohne den selbst die Jlseii auf die Dauer nicht bestehen konnten. Schreckensträume hätten schon vorher Balders Mutter, die hehre Freia, geäiigstigt, und Allvater Odin selbst fragte tte Nornen, aber trübe Antwort ward ihm:

Siehst d>l nicht im Becher blank

Schäumen des Metes süßen. Trank?

Darüber hängt der- goldene Schild.

Für Paltar ist der Becher gefüllt!

PaltarS Haupt ist dein Tode gegeben:

Enden muß auch der Götter Leben!"

Als Odin die so festlichen Veranstaltungen sah, die zu Balders Empfang von HSl, der Beherrscherin des Toten- reicheS, getroffen waren, ritt er still nach Walhall zurück. Dort angekommen, versammelte er alle Götter, um zu be­raten, ob cs nicht möglich wäre, ihren Liebling dem Tode zu entreißen. Endlich faßte man den Entschluß, allen be­lebten und unbelebten Dingen einen heiligen Eid abzu­nehmen, Balder nickt zu schaden. Es geschah. Rur etneui zarten, zierlichen Mistclsproß, der östlich von Walhall wuchs, nahm Freia keinen Eid ab, er schien ihr zn nnbedeutend. Beruhigt kehrten die Götter heim und veranstalteten ein großes Fest. Zum Schlüsse stelltet, sie sich alle w» Balder herum und warfen auf den nun Unverwundbaren^ Pzette und Sperre. Da Mich der tückische Loki zur MiM, bracy einen Zweig, spitzte ihn zu und überredete den blinden Hödur.