Nr. 563* Montag, S. LezeArLer 1S1L.
Die Greueltaten der verbündeten Balkautruppcn in SalouM. Konstan'tinopel, 2. Dezember. Der türkische Generalstabsosfizier Taik-Effertdi erhielt nach seiner Erklärung, als er sich in Saloniki über die unmenschliche Greuel krach der Eroberung der Stadt bei der bulgarischen Militärbehörde beschwerte, die Antwort: Das ist Ihre Schuld.
Warum haben Sie sich den Griechen und nicht den Bulgare» ergeben?
Die Gefangenen von Saloniki. Athen, 2. D^emLer. Rach amtlicher Feststellung wurden in Saloniki 20 000 türkische Soldaten und 1060 Offiziere gefangen. 70 Kanonen, BO Maschinengewehre, 1200 Pferde, 800 Lasttiere und 75 000 Gewehre sind erbeutet tvorderr.
TrauergotteSdirnst in Saloniki. Saloniki, 2. Dez. Goftern fand zum GÄächtrriS an die gefallenen SoDaten oer verbündeten Armeen ein foierlicher Go'tteZdienist statt, an idem der König von Griechenland, die bulgarischen Prinzen Boris und Kyrill, die höheren Offiziere und daS LwnfularkorpS tLidarhnien.
Die Türken auf ChroS bedroht. A t h e n, 2. Dezember. Rach offiziellen Meldungen aus Chios haben griechische Landungstruppen die <Türkein so Pfngeschlo sseu, daß deren Übergabe sicher sei. Die Türken halten sich im Kloster der heiligen Väter verschanzt. Mit Hilfe der Geschütze des Militärdampfers „Makedonia", die auf 10 Kilometer Entfernung feuerten, wurde das Kloster zerstört und die Türken zur Räumung ihrer Position gezwungen. Gleichzeitig wurden durch die Kanonade auch die Proviantdepots der Türken vernichtet, was ihre Lage erheblich verschlechtert.
Die griechische Grenze bedroht? K o n st a n t i n o p c I, 1. Dezember. Drei griechische Bataillone, die zu Schi f f von Saloniki nach Katerini befördert worden waren, begaben sich zur griechischen Grenze, da diese durch die Truppen Kara- Said-Paschas, der aus der Richtung von Kozarii heran- marschiert, bedroht werde.
Hus der Türkei.
Eine konservative Aera? Konstantinopel, 2. Dez. Die jmigtürkischen Führer, die noch nicht verhaftet sind, be- Ijarrce» ans ihrer Behauptung, bei der Pforte liege ein fertiger Beschluß des Ministerrats, der «die Verfassung als unbrauchbar abermals suspendieren will. Der Sultan zögere noch» diesen Beschluß zu unterschreiben. Man erwartet eine Abdankung Kimnil-Paschas rmch dem Friedens- schluß. VorLäusig wird zunächst eine stark konservative Ära mü-t dem Schwager des Sultans, David Ferid, als Präsidenten des künftigen Staatsrats folgen.
Drohbriefe jungtürkischer Komiteeführer. Konstan- tinopel, 2. Dezember. Der Sultan erhielt kürzlich einen Drohbrief ans Genf, unterzeichnet van dem Expräsi- denten der Kammer Achmed Riza und dem Exminister Dschabid-Pascha und Ismail Hakki. In dem Brief wird erklärt, Kiamil-Pafcha habe die europäische Türkei an die Großmächte vervaten, um in der künftigen asiatischen Türkei den Absolutismus wieder einzuführon. Die Komiteeführer raten dem Sultan zum letztenmal, jetzt wenigstens seine religiöse. Macht als Kalif zu Gebrauchen und alle Mohammedaner Asiens und Afrikas zum heiligen Krieg aufzurufen.
Die Wiedereinsetzung verurteilter Offiziere. Konst a n t i n o pe l, 1. Dezemiber. Der Ministerrat genehmigte die Wiedereinsetzung der anläßlich der Aprilrevolution im Fahre 1909 verurteilten Offiziere in ihren fiüheren Rang. ^— Der erste UWgelliadjntant des Sultans begad sich in Begleitung anderer Mügeladjutanten in das Hauptquartier, um den Offizieren Grütze des Sultans und Geschenke zu übermitteln.
Zum Tode des ökumenischen Patriarchen. Konstant;- nopel, 2. Dezember. An der Bestattung des ökumenischen Patriarchen nahmen auch die Geistlichen aller Konfessionen teil.
Weiterer Rückgang der Cholera. Konftantinopel, 1. Dczsiwber. Nach den jüngsten authentischen Nachrichten sind die Cholera- und Dyseuteriefälle bei dep-Armee vor Tscha- taldscha erheblich zur.ückgegangen. Im Cholera- Park in San Stefano -befinden sich gegenwärtig 300 Kranke t«_ Behandlung. In Kon-stantinopÄ sind gestern 11 neue Fälle und 19 Todesfälle dorgekommren. Bis jetzt beträgt die Zahl 4«r Erkvankungen 795, von denen 398 tödlich waren.
Finanzielle Hilfe aus Ägypten. Kairo, 30. November. Der in Ägypten gchammÄte türkische Kriogsschatz beträgt bisher etwa 2 Millionen Mark. — Der ägyptische Prinz Ibrahim Hilmi schorckte 4000 Kleidungsstücke für die KvaÜLen in Konstant: nopel.
Die Kriegsschiffe vor Beirut. Beirut, 30. November. Der deutsche Kreuzer „Geier" und ein italienischer Kreuzer sind heute hier eingetroffen. Nunmehr ankern 6 Kriegsschiffe vor Beirut.
Deutsches Reich,
* Hof- und Personal - Nachrichten. Prinz Eitel Friedrich von Preußen ist gestern vormittag von Baden- Baden nach Station Wildpark abgereist.
Der russische Generalmajor a ln suite des Kaisers, Tatischtschcw, hat seinen gewöhnlichen Dczernberurlaub angetveten.
^ Der Kaiser in Tmraueschmgcn. Am Sonntagpor- nvittaa nahm der Kaiser mit dem Fürsten zu Fürstenberg und dem Gefolge an dem evangelischen Gottesdienste in der Stadtschule teil und besichtigte anschließend den Neubau der evangelischen Stadtkirche. Zur Frühstückstafel im fürstlichen Schloß waren der Statthalter Gras v. Wsdel und Gemahlin geladen. Nach der Tafel ivurde ein Automobilausflug auf das Stettener Schlößchen unternommen. Der Kaiser hat noch weitere Auszeichnungen verliehen.
* Fronturachung der preußischen Regierung gegen die Kurie? Der Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg hat, wie die „Franks. Ztg." aus guter Quelle erfährt, am 27. November einen bekannten Führer des Rsichs- tagszentrums zu sich gebeten und ihm mit voller Bestimmtheit erklärt, daß die jüngste päpstliche Enzyklika über die Arbeiterorganisationen das Letzte sei, lvas sich die preußische Regierung von der Kurie an Eingriffen m dre tfveüfte des Stabes und in die Selösiändistkeit der nichrkonfessionellen Arbeiter- und sonstigen -Verbände: habe bieten lassen. Sollte wieder derartiges vorkonnnen, iverde sie unbedingt die diplomatischen Beziehungen zum Vatikan ein stellen.
* Ein neuer Industrie- und Handclshftseir in Köln. Ten Stadtverordneten ist eine Vorlage zuaeaanaen, die
^ WisSdKdserer jt-cgfektt«
die Schaffung eines neuen Industrie- und Handelshafens in Köln, und zivar in dem Vorort Riehl, Vorsicht. Dieser Hasen soll geschaffen werden in Verbindung mit einer linksrheinischen Gürtelbahn, die die Stadt Köln auf der linken Rhcinseite umschließt und die weitere BestinAnuug hat, eine Verbindung mit dem Braunkohlenrevier herzustellen. Die erforderlichen Mitte! dürften etwa 8 600 000 Mark betragen. Vorläufig werden für den ersten Bauabschnitt rund 8 Millionen Mark gefordert.
^ “ Reue Zentralverbänbe. Eine Konfererrz von Staats- und Gemeindearbeitern sowie Straßenbahnern, die im Tvmreftaurant zu Frankfurt a. M. tagte, schritt zur Gründung eines neuen Zentralverbandes der Ge-. memdearbeiter und Straßenbahner Deutschlands mit dem Anschluß an den Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften mit dem Sitz in Köln. derselben Konferenz inurde die Gründung eines neuen Zentral- verbcmdes der MWtärhandwerker und -Arbeiter Deutschlands, nrit dem Sitz in Elberfeld, ebenfalls rnit dem Anschluß an den Gesamtverb and der christliche!: Gewerkschaften beschlossen.
Tie Spimmgeafsäre von Marienwerder löst sich in nichts auf. Die beiden verhafteten „Russen", von denen der eine „Major" geioesei: sein soll, waren, tvie sich hinterher herausstellte, zwei Berliner Reisende, die sich aus einer Geschäststour befanden.
varlomenimriMes.
Die Eiatsberatung im Reichstag. Im Reichstag wird man die heute beginnende Etatsberatung, wie das in den letzten Jahren schon einige Male geschehen ist, damit nicht über die heterogensten Dinge in einer Debatte durcheinander-gesprochen wird, nach Materien abgrenzen und höchstwahrscheinlich zunächst über die auswärtige Politik sprechen. Der Reichskanzler wird diese Debatte mit einem Erposo eröffnen.
NochtsNAeas nnb
JMB. Justiz-Personalien. Die Referendare Schippers, D-r. Salomon tut Bezirke des OberlandeKgerichts zu Frarckstirt a. M. wurderr zu Gerichtsassessoren ernannt.
^ . _ post und EZfsnh-adn.
Verbilligung der Prcßte'legramme zwischen Deutschland und Amerika. Mit dem 1. Dezember wird laut einer Vereinbarung zwischen der Deutsch-Atlantischen Telegraphengesellschaft in Köln und der Commsrcial Cable Co. in New Aork die Worttare für Prcßtele- gramme im Verkehr zwischen Deutschland und Amerika auf 83 Pfennig herabgesetzt unter Zustimmung des Rsichspostamts und der portugiesischen Regierung, die als Besitzerin der Azoren, wo sich die Zwischenlandung der beiden deutsch-amerikanischen Kabelleitungen befindet, in Betracht konmrt. Die allgemeinen Sätze für den Kabelverkehr zwischen Deutschland und Amerika werden von dieser neuen Festsetzung nicht berührt, kfeer und
Einweihung eines Fransecky-Twnkmals. In Magdeburg fand die Eintveihung des Denkmals für den Hcer- fübrer im Deutsch-Französischen Kriege General Fvan- secky statt. Als Vertreter des Kaisers war der kommandierende General Sixt v. Arnim erschienen.
Emden als Kriegsschifssstatiou. Das Schiff „Arcona" ist am Samstagnachmittag zur dauernden Stationierung im Emdener Hafen eingetroffen. Nachmittags fand im Emdener Außenhafen anläßlich der Statio- nieruna eine Begrüßungsfeier durch den Magistrat und die städtischen Kollegien statt. Oberbürgermeister Ge- heimrat Fürbringer bewillkommnete die Maimschaft. Ter Konnnarrdant der „Arcona", Korvettenkapitän Hippel, wies darauf hin, daß Eindeü der Heimathafen der kurbrandenbumischeu Flotte gewesen sei. Hieran schloß sich ein Rundgang durch das Schiff, woraus dasselbe dem Publikum freiasgeben wurde. An den Kaiser wurde ein Huldigungstelegramn: abgewndt. Darauf ging vom Kaiser folgende Antivort an Gehoimrat Für- kringer ein: „Ich danke Ihnen und den städtischen
Kollegien. Behörden, Vereinen und allen Festteilnehmern herzlichst für den Huldigungsgruß aus dem Nesserland. M5ae die gemeinsame Freude ebenso wie die aus das gemeinsame MM des Vaterlandes gerichtete Tätiakeit diesem zum Heil und Segen gereichen. Wilhelm, I. 8."
Kuslanö.
Gfterreich-UngQvrk.
Stapeltauf eines neuen Dreadnoughts. Triest, 30. Nov. Der dritte Dreadnought Österreich-Ungarns, „Prinz Eugen", ist heute vormittag in Anwesenheit des Erzherzogs Peter Ferdinand vom StapÄ {ttfmifen. Die Gemchsin des Erzherzogs, d-ie Erzherzogin Marie Christine, war Taufpatin.
England.
Fürst LichnowSkys erste öffentliche Rede. London, 1. Dezemiber. Der dsutpne Botschafter Fürst L i ch n o w s k t, hielt gestern ans Jahresitzankett der Royal Society of London seine erste össentliche Rede irr EnAand. in der er auSfiihrte, er benütze mit Freuden die Gelegenheit, davaus hinzuweisen, baz England und Deutschland Seite an Seite für die Aufrechterhukümg des europäischen Friedens arvc:- tctcn, unÄ s>öB ^ poltafcgen ÄeZiÄ)ungen bzx iöciibcn Mächte niemals verLrmrlicher unE> auf^ichlige-r Awvsen peisn als SosiMwärLtz. Es werde immer sein anfrichLiger Wunsch sein, diesen glucklicyrn Anfang ferner amMchen Tätigkeit in London weiter zu entwickeln zum Heile beider Nationen.
Lycrnierr.
Der französisch-spanischs Marokkovertrag. Madrid 80. November. Der fmngoftsch-spanische MarokkovorLcoq enthält 80 Artikel, ine fich rn 3 Teile zusammenfassen kaffen. Der erste Terl bchandL besonders die Berichtigung der Grenze der spanpchen Zone und die EnMave von Jfni. D r zweite Teil bchandelt ansschl-reWch sinranzielle Fragen, de-
1901
MenÄ-Ansgabe, 1» Blatt. Seite S.
orgonen vor. Der Vertrag wird allen Srgnayarurächten mit- geteilt und sobald als möglich in Madrid ratifiziert werden. In dem Vertrag erhält Frankreich unter arLcren territoriale« Vorteilen weite Erzlärckereien in dem Gebiet zwischen Ued Draa mV Sus; dadurch wird tzom saharrschen Hintevband ein rrouer Zuaang zum WantisHen Ozean gsgckben. Spanren behält die EnAave Jsni. Frankreich bekommt im Norden einen Teil des sehr fruchtbaren und bevölkerten Tales von Uergha, außerdem strategisch und wirtschaftlich bsdeukende GrenKerichtigungen am Muluja und LuKos. Der Dsrtvag erAärt nochmals den Grundsatz der Einheit der Zolltarife. Die administrative und finanzielle Autonomie der besrn Zonen ist erreicht, ohne der Souveränität des SuÄans oder den Rechten Dritter oder der wirtschafMchen Gleichberechtigung zu nahe zu treten. ES bleibt nun noch über _i>ie Sonderverwaltmng in Tanger im EinKang mit der allgemeinen VerwÄtrrng des Reiches zu entscheiden. — Es stnD bereits Unterhandlungen übler die vor einigen Tagsir gemeldete Note Deutschlands, betreffend das französisch-spanische MarokkoabroMmen zwischen Madrid, Paris und Berlin, an- gÄnüpft worden. — Wie bestimmt verlautet, wird Garcia anläßlich des Abschlusses des MaroKovertrageS zwischen Spanien und Frankreich von König MsonS der Rang emcs spanischen Granden verliehen werden.
Nutzland.
Ayllvergünstigung für Vaffagiergepäck. P'Utesrs- bürg, 30. November. Der Fiiranzminister unterbreitete der Reichsduma eine ÄesetzeSvmLage, die für die Verzollung deS PaffatziergepäckS beim überschreiten der Grenze große Vcr- günstiguntzen vorsieht.
Kfvkkc?.
Ein neues Gefecht Mangins. Paris, 1. Dezember. Die Agence Havas meldet aus Mazagan vom 80. Rovemiber: Die Kolonne Mangln stieß bei der Rückkehr von Devmat ans aufständische Marokkaner, dir von der Artillerie auf den Höhen, wo sie sich in Sicherheit glaubten, beschossen wurden. Dabei wupden etaa 00 Marokkaner erschossen. Die Fsan» zofen hatten keine Verluste.
Kffsn.
Mcktritt brS japanischen Kriegsminrsters. T o k i o , 1. Dez, Da daS Kabinett gegen eine Vermehrnrug der Garnison,auf Korea ist, beabsichtigt der KriegSminister morgen zurückzu- treten. Die Presse nnid das Publtkium sind auf seiden deS PvcmierministerZ.
Tod der Gemahlin bss Präsidenten von Brasilien. Rio de Janeiro, 1. Dezember. Heute starb hier die Gemahlin des Präsidenten von Brasilien Hermes da Fonseca.
Luftfahrt.
Die letzte Fahrt der „Viktoria Luise". Frankfurt a. M., 30. November. Das Luftschiff „Viktoria Luise" absolvierte heute die letzte Fahrt in diesem Jahre. An der Fahrt, die streckenweise in 1600 Meter Höhe ausgeführt wurde und vier Stunden dauerte, nahmen wieder zwei Offiziere im Aufträge des KriegSministeriums teil, außerdem der neue kommandierende General.
KuZ Stabt unö Ccrnd.
Wiesberöener Nachrichten-,
2uM!K«m dev M«rrk1Mvche.
Das Jubiläumsfest, das die Marktkirchengemernde gestern feierte, verlies von Anfang bis zu Ende gut und fand in der evangelischen Bevölkerung Wiesbadens ein ziemlich lebha-ftcs Echo. Wir verwerfen hier auf den ausführlichen Artikel über die Errichtung und Einweihung der Marktkirche, den wir am 13. November, dem eigentlichen Jubiläumstag, an dieser Stelle veröffentlicht haben. In diesem Artikel haben wir besonders die Sympathie hervorgehoben, mit welcher vor 60 Jahren auch die anderen Religionsgemeinschaften Wiesbadens den Bau der evangelischen Marktkirche verfolgten und sich an der Ein- weihuNgsfeierlichkeit beteiligten. Damals herrschte in Nassau eine musterhafte Toleranz; inzwischen haben sich die Gegensätze erheblich verschärft, aber doch nicht so verschärft, daß die Brücke, die von einer Religionsgemeinschaft zur anderen führt, vollständig abgebrochen und das Gemeinsame über dem Trennenden völlig vergessen worden Wäre. Es ist sehr erfrerr- lich, daß die Marktkirchengemelude auch die berufenen ■ Vertreter der anderen, nichtprolestantischen Kirchen zu ihrem Jubiläumsfest eingeladen hat, und noch erfreulicher ist es, daß dieser Einladung entsprochen worden ist. Am Samstagabend wurde das Fest durch festliche Beleuchtung der Kirchtürme und einige vom Posaunenchor des „Christlichen Vereins junger Männer", Oranienstraße 15, von der Plattforrn des Hauptturms geblasene Choräle eingeleitet. Der Schlotzplcch und die angrenzenden Straßen waren mit einer gewaltigen Zuhörermenge bevölkert; die in den durchbrochenen Türnren schlafenden Tauben und anderen Vögel stoben nach allen Richtungen auseinander, als cs in ihrem hohen Revier hell und laut wurde. — Im F e st g o t t e s d i e n st am Sonntagvor- mittag — die Kirche war dicht beseht — hielt Dekan B'ckel die F e st p r e d i g t unter Zugrundelegung des Textes Petri 2, 5. Generalsuperintendent I). Maurer hielt eine Ansprache, in die er, der im Jahre 1862 als Kaplan in Hochheim a. M. stand, als geborener Wiesbadener allerlei Erinnerungen an die Entstehungszeit und Einweihung der Kirche verflocht. Kirchen- und Posaunenchor wirkten mit. Der' Festsaal der „Turngesellschaft" (Schwalbacher Straße 8), in dem gestern abend die Gemeindefeier stattfand, vermochte die Teilnehmer kaum zu fassen. Der obenerwähnte Posaunenchor er- öffnefc die Feier, ihm schloß sich der Vortrag der „Abendklänoe" von Bungert durch den unter der Leitung des LebrerS Hofheinz stehenden, gut geschulten „Evangelischen Kirchengesangverein" an, der im Verlauf deS Abends noch einmal zu Wort gelangte. Als trefflicher Salonvioloncellist trug Herr Max Schildbach und als ausgezeichneter Baritonfit Rechtsanwalt Freundlich zu den künstlerischen Genüssen des Abends bei. Der Beifall, den ihre Vorträge auslösten, war d-^chm.s verdient. Ziemlich umfangreich gestalteten sich die ^grn» ßungcn., Zunächst sprach Dekan Bickel, der tt._ a. ber -.».atmet gedachte, die zur Zeit der Kirchencinwechung eine Rolle >n oer evangelischen Gemeinde spielten oder beruflich an dem .-Archen» bau beteiligt waren; der Pfarrer Diez. Eonrady. Naumann. EDach, Köhler, des LaudesbrschvfS' Wilhelm;, oc§ Gcherme»
