Einzelbild herunterladen
 

Sette 2. _ Morgen- Ansgabc, 1. Blatt.

Ereignisse irr unserer Betoegnng hervorgeoufen wurde. Ber- gebenL war -aS Bemrühen der Gegner, die Zerrüttung in unsere Reihen zu tragen. . . . Nachdem! der «mßerordentÄch: Kongreß erneut die Unerfchüttvrlichdeit !der christlichen Gc- werckschaften- zu ihren alten 'bewährten Grundsätzen öffentlich ^ präzisiert, nachdem durch die Kundgebung maßgebender kirch­licher Instanzen sestgülegt ist, Latz den katholischen Arbeitern die Mitgliedschaft und Mitarbeit i y den christlichen Gswerk- schasten ausdrücklich gestaltet ist und alle Befürchtungen wegen der zentralen Organisätiansforin und der Sckbstäiwig» Seit der christlichen Gewerkschaften ausgeräumt sind, richten die auf dem außerordentlichen Gewerkschaftskongreß ver­sammelten Delegierten an euch die dringende und herzliche Mahnung: Setzt nunmehr alle Bitterkeit und allen Mitzmu: beiseite, tretet in eine umfangreiche nachdrückliche Werbe­tätigkeit ein. Nützt die Stunden aus, .entfaltet alle Kräfte zur Festigung und Ausbreitung unserer Bewegung!"

* Eine Polnische Gewerbeausstellung im deutschen Westen! Die polnischen Geiverbeveveinigungen im Westen wollen im nächsten Jahre einen schau lange von ihnen gehegten Plan ausfühven, nänilich die Veranstaltung einer polnischen Ge- Werbeausstellung. Die Ausstellung soll im Jahre 1913 in Bochum stattfinden, ein Ausstellungsausschutz ist 'bereits ge­wählt. Wie derDjaouS Posten" meldet, sind auch die Kosten der Ausstellung durch Zeichnungen schon gedeckt.

* Die Kouzesstonspslicht dir Kinotheater. Es besteht dem B. L.-A." zufolge kein Zweifel mehr, daß die Konzessions- ,flicht für die Riuematographeutheatcr in der allernächsten Zeit kommen wird. Dem Bundesrat wird eine Novelle zur Gewerbe­ordnung zugehen, die sich auf die Paragraphen 32 und 39 be­zieht. Die Vorlage wird die Bestimmung, nach der Schauspiel­unternehmungen der Erlaubnis bedürfen, auch auf kinemaw- vuphische Vorführungen ausdehnen.

parlamentarisches.

Weitere Anfragen im Reichstag. Im Reichstag sind fol­gende Anfragen eingegangen: Anfrage Br- Müller»

Meiningen:Werden die Verbündeten Regierungen noch in der lausenden Session einen The a te r g c s c tz e n,tw u t; borlegen?" Anfrage des Abg. Mumm:Ist dem Reichs­kanzler bekannt, daß, da nach den gesetzlichen Bestimmungen das BülhnenlweihfestspielParsifal" demnächst schutzfrei wird, weite Kreise des Volkes für eine reichsdeutsche Gesetzes­bestimmung sowie für eine internationale Konvention ein- treien, um ungeeignete Darbietungen des Festspiels zu Er­werbszwecken unmöglich zu machen?" Anfrage des Abg. Br. Liebknecht:Ist der Reichskanzler bereit, Auskunft darüber zu geben, ob und welche Maßnahmen getroffen oder geplant sind, um das Geibiet deS Deutschen Reiches gegen die Ei n schleppu n g d e r Cholera zu schützen und ob und inwieweit die Reichsregierung zu diesem Behufe ein gemein­sames Vorgehen mit den Regierungen anderer Staaten in die Wege geleitet hat?" Weiter ist eine Interpellation des Abg. A lb rech t eingelausen: WaZ gedenkt der Reichskanzler als verantwortlicher Leiter des Rcichseisenvabnamtes zu tun, um gemäß Artikel 43 .der ReichSverfasfung dafür Sorge zu tragen, daß die preußischen S ta ats e i senb ah n en so mit 83c- triebsmater ial ausgerüstet werden, wie es das Ver- kehrIbedürfniS erheischt?"

Tie deutsche Arbeit aus der Brüsseler Weltausstellung.

Dem Reichstag ist der Bericht des ReichSkouuniffarS für die Weltausstellung in Brüssel von 1910 zugtzgangen. Aus mehr als 200 Seiten werden hier die Ergebnisse der Ausstellung, so weit die deutsche Arbeit in Betracht kommt, zusaminen- gestellt. Es wird Auskunft gegeben Wer die Kosten der Aus­stellung, die Entscheidungen des Preisgerichts, die geschäft­lichen Ergebnisse. Der Bericht enthält weiter zahlreiche An­lagen, die einzelnen Bestimmungen uüd Formu-laräbdrücke der Ausstellung.

In Sachen der Eiscnbaliuassistentcn hatte das preußische Abgeordnetenhaus am 19. April einstimmig die Regierung aufgefovdert, noch in dieser Session deur Abgeordnetenhaus einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den vom 1. April d. ,F. an die Gleichstellung der Eisenbahnassistenten mit den Reichs- bahcnassistenten in ihrem Gehalt hevbeigeführt lrird. Inn Juni d. I. hatte dann der EiserKahnassistentenverlband den EiseNbahnminister gebeten, bei Wibdereröffnuiig der Sitzungen

Wie schlecht ließ d a sich Allah an Ms höh'rer Schlachten-lenkcr!

Der Türk', seit je einkranker Man n".

Der ward nun immer kränker.

Uuzähl'gemal operiert.

Gerupft, geschröpft, geschunden,

An allen Gliedern amputiert,

Wie soll so'n Mann gesunden?

Run sieht er sich trotz Mohammed Vorm großen Klädd'radatschc,

Vom europä'schen Krankenbett Fällt er ins kleinasiat'sche.

So stürzte, der vor Mondesfrist Noch schmeichelnd ward umworben,

Und mit dem toten Türken ist Der8 t a t u s qu o" gestorben.

DerStatus quo" nach einer Woch'

Kam plötzlich er zu Tode,

Die Sieger interessiert nur noch Der Status ihrer Quote.

Fernando kriegt das größte Stück,

Mißt man mit richt'gem Matze,

Denn schlau war seine Politik Und groß wie seine Nase.

Die Dinge brachte er in Fluß,

Die zu dem Ausgang führten,

Und Herz und Hand und Spiritus War er den Alliierten.

Was immer Serb' und Griech' getan,

Fernando tat am meisten,

Dein Nikolausigen Größenwahn Entsprang ein kleines Leisten.

Die Sieger steh'n von Stolz erfüllt Vorerst noch L-eit' an Seite,

Doch dämmert schon das Zukunftsbild Vom Streite uni die Bcuie.

Auf Daucrfricden darf am End'

Das Abendland erst bauen,

Wenn sich.um ihr stück Orient Die vier Vcrfchwor'ncn hauen..

_ Wissim-errer Tagblar^

des Landtags ihm ein entsprechendes Gesetz vorzufegen. Bis­her ist darauf noch nichts erfolgt. .Es wird 'daher wohl nötig sein, den Minister im Abgeordnetenhmiss an jenen ein- stimmigen Beschluß des Abgeordnetenhauses zu erinnern.

Heer und Flotte.

Schiffs-Nachrichten. S. M. S.Breslau" am 27. November in Port L-aid. cs. M. S.Seeadler" am 27. November in Lourerwo Marguez, S. M. S.Luchs" am 27. November :n Amop, S. M. S.Weisenau" mit dem Chef des Kreuzer­geschwaders am 28. November in Amoy, S. M. Flutzkanonen- Lo»tTsingtau" am 28. November in Wuchow. S. M. S. Arcona" ist am 26. November von Wilhelmshaven nach Borkum gegangen und geht am 80. November nach Emden, S. M. S. Friedrich der Große" ist am 27. November von Kiel mich Neu» fahvwaffer gegangen.

klusland.

Iialien.

Studenten-Demonstrationen. Rom, 29. November. Dem Giornale d'Jtalia" zufolge veranstalteten gestern morgen in Messina die Studenten eine Kundgebung gegen die Hal­tung der österreichischen Polizei in Triest, die Studenten italienischer Rationalität mißhandelt haben soll.

Rußland.

Reichsdeutsche Schulen in Odessa. Aus Odessa wird dem Verein für das Deutschtum im Ausland geschrieben, daß am 1. September die beiden reichsdeutschen Schulen, eine höhere und eine Volksschule, eröffnet wurden. In ersterer sind be­reits 60 Kinder, in letzterer 32 Kinder cingetreten. Russische Untertanen dürfen nicht ausgenommen werden, wohl aber Schweizer, Engländer usw. Die Gründung der Schulen ist das Werk des deutsche:! Generalkonsuls Ohnesseit.

Sitzung bet Stadtverordneten

vom 29. November.

Die heutige Sitzung der Siadtverordneten-Versammlnng war ziemlich gut besucht. Die Wahl des Ersten Bürgermeisters, deren Ergebnis an anderer Stelle mitgeteilt wird, ging ihr voraus. Den Vorsitz führte der erste Vorsteher, Geh. Sanitäts­rat Br. Page n st e ch e r. Vor Eintritt in die Tagesordnung verlas der Vorsitzende ein Schreiben, in dein sich Oberbür­germeister Br. v. Jbell für 'die Anerkennung bedankt, die seine 29jährige Tätigkeit im Dienst der Stadt Wiesbaden in der letzten 'Stadtverordnetensitzung gefunden hat. Er werde auch in Zukunft seine Kraft in den Dienst der Stadt stellen, so weit ihm das möglich sei. Das Schreiben schließt mit deur Wunsche, daß die Stadt Wiesbaden einer gedeihlichen Entwick­lung und glücklichen Zukunft entgegengehen möge.

Beigeordneter Travers teilte mit, daß der Lcmdwirt- schastSminister die Genehmigung zur

Einfuhr vv» holländischem Schlachtvieh gegeben habe. Da der Organisationsausschuß sich damit ein­verstanden erklärt habe, daß von der Genehmigung des' Ministers Gebrauch gemacht werde, habe der Magistrat be­schlossen, einen Versuch, mit der Einführung holländischen Rindviehs zu inachen. Leider lasse sich eine erhebliche Verbilli­gung des Fleischs von diesem Versuch kaum erwarten, da die Viehpreise Hollands infolge der starken Nachfrage gleichfalls sehr in die Höhe gegangen seien.

Weiter nahm Beigeordneter Travers Bezug auf eine Anfrage des Stadtverordneten De mm er, der sich nach der Ursache der Aufhebung des

Weihnachtsmarkts

auf dem Faulbrunnenplatz erkundigte. Der Weihnachtsmarkt sei kein Markt im Sinne beS Gesetzes gewesen; er habe ohne die Genehmigung der Behörden -bestanden, die die Märkte zu genehmigen habe. Der Polizeipräsident habe bei die­ser Sachlage die Aufhebung des Marktes verfügt. Eine Reihe von Kleingewerbetreibenden hätte daraufhin den Magistrat ersucht, darauf hinzuwirken, daß wenigstens diesmal noch, wo

Nus Runll und Leben.

* Brieslander - Album. I. I. VrieSlauder: Wiesbaden. Zwanzig Handzeichnungen. sHosbuchhandlung Heinr. Staadt, Wiesbaden.)Wer den Dichter will verstehen, muß in Dich­ters Lande geh'n", heißt cs. Das trifft auf das Verständnis jedes Künstlers zu und zumal eines solchen, der nicht die üb­lichen, von jedem gekannten und verstandenen Wege wandelt, der vielmehr einEigener" ist. Und als ein Eigener ist der Holländer Brieslander längst bekannt und geschätzt. Seine einfach gehaltenen, linearen, meist figürlichen Umriß­zeichnungen von eigenartig karikierter Auffassung, durchaus flächig gehalten, haben sich viele Liebhaber erworben. In 7>em vorliegenden Album, dem er schon ein ähnliches von Weimar -voraussandte, schlägt er neue Wege ei», wenn er auch die bisherigen Bahnen nicht vollkommen verleugnet. So sieht er, zum Architektur- und Landschaftszeichner werdend, da­von ab, auf Licht und Schattenwirkung hinzuarbeiten, kaum, daß er einmal eine Schattenfläche andentet oder eineTiefe" bringt. Daß cS ganz ohne das nicht geht, erkennt er selbst an seinen Bildern vom Frehtag- und vom Kaiser Wilhelm- Denkmal, wo er die Statuen aus dunkeln.! Hintergrund vor­treten läßt, aber im wesentlichen bleibt er doch durchaus linear und schwelgt geradezu tu minutiöser Wiedergabe der Tausende von Förmchen und Linien, die sich seinem Auge offenbaren. Daß er, dessen besondere Manier bisher so auf das Einfache ging, aber auch außerordentlich detaillieren kann, sehen wir gleich auf dein ersten Blatte von der Wilhclmftratze, wo ein Schaufensterladen seinen ganzen Reichtum an Schätzen offenbart. Am shmvathi'chsten le- rührt uns sein liebevolles Eingehen auf alles einzelne in seinem Blatte: Blick aus Rathaus und Marktkirche. Dort

vermissen wir seine Schattenlosigkeit kauin bei der Pikan- terie, mit der er zeichnerisch in die Details eingeht, ohne daß der Eindruck der Kleinlichkeit erweckt würde. Nicht jedes Blatt ist gleichwertig, an manchem bliebe dies und das aus­zusetzen; die Perspektive ist nicht immer, geglückt, die Wolkcn- bildung oft seltsam und die Staffage hie und da einmal verhauen". Aber wenn man sich mit Liebe in diese mit Liebe entworfenen Bildchen versenkt, wird man doch, zu seinem Genüsse kommen. Da freut man sich z. B. an der sein'durchgearbeiteten Form der griechischen Kapelle und ent­deckt an dem dort svaziercnden Kinde, sine cha^lkierisliich »nd sein, ja, wie pikant der Künstler oft ein F'gii'-'cii'n zu salstn versieht. Das Bild des Theaters, des Biebricher Schlosses, die

Sam stag, 3«. November 1912. ' Nr. 560.

sie sich schon auf den Markt eingerichtet hätten, der Weihnachts- markt abgehalten werden dürfe. Der Magistrat habe dieser Bitte -entsprochen und auch bereits dre mündliche Genehmigung zur nochmaligen Abhaltung des Marktes in der alten Weise von dem Polizeipräsidenten erhalten. Wie eS im nächsten Jahre gehalten werden solle, müsse einer besonderen Beschluß­fassung Vorbehalten werden. Nach einer kurzen Auseinander­setzung mit dem Stadtverordneten D e m m e r, der lebhaft für die Beibehaltung des Weihnachtsmarkts eintrat, wurde in die Tagesordnung eingetreten. Zunächst berichtete Stadtverord­neter H ä f f n e r für den Finanzausschuß über den Antrag des Magistrats auf Bewilligung von 6000 M. zur

Beschaffung eines Lastwagens für die städtische« Straßenbahnen.

Der Ausschuß empfahl, mit Rücksicht auf die Anwohner und die Betriebssicherheit, den Magistratsantrag abzulehnen. Die Lastwagen sollen nur vorinittags verhältnismäßig kurze Zeit in Betrieb gestellt werden. Beigeordneter Petri wies dar­auf hin, 'daß es sich um Wagen leichter Konstruktion handle, die unmöglich die Anwohner belästigen oder die Verkehrssicher- heit in Frage stellen könnten. Demgegenüber bemerkte Stadtverordneter H a f f-n e r, wenn ein Unglück passiere, dann werde jedenfalls die sowieso nur widerwillig genehmigte Bier- stadter Linie von der Aufsichtsbehörde aufgehoben. Die Sache sei auch zu teuer, und wie sehe cS aus, wenn auf allen Vor­ortbahnen Wiesbadens Lastwagen verkehrten! Die Stadtver­ordneten Baumbach, D emmer, Hessemer, Schr öder und v. Eck sowie Beigeordneter Körner traten entschieden für den Antrag des Magistrats ein. Stadtverordneter D em m e r meinte, wenn man sich auf den Standpunkt des Ausschusses stelle, dann müsse man dazu übergehen, Unter- grundbahnen einzurichtcn. Die finanziellen Aufwendungen würden sich schon bezahlt machen. Beigeordneter Körner machte besonders darauf aufmerksam, daß seit längerer Zeit über die verhältnismäßig hohen Wiesbadener Gemüse - preise geklagt werde. Wenn man den Landleuten und Gärtnern die Einfuhr des Gemüses erleichtere, so werde das jedenfalls nicht ohne Einflutz auf den Preis bleiben. Stadt- vercrdneter H esse m e r nannte die Einlegung eines Last­wagens itt den städtischen Straßenbahnverkehr eine erfreuliche Verkehrsverbesserung. Stadtverordneter Schröder meinte, die Einlegung des Lastwagens werde eine erhebliche Steige­rung des Verkehrs herbeiführen, während Stadtverordneter v. Eck darauf aufmerksam machte, daß der Lastwagen nicht mehr Geräusch mache als jeder Anhängewagen. Ein mit Men­schen besetzterAnhängewagen sei jedenfalls nicht schwererwls ein Lastwagen mit Gemüsen; die Verkehrssicherheit könne also nicht gegen den Antrag des Magistrats ins Feld geführt wer­den. Es spreche ja kein Mensch für den Antrag des Finanz- ansschuffes, die Sache wird sich also glatt erledigen. (Heiter- keit.) Nachdem der Vorsitzende unter großer Heiterkeit bemerkt hatte:Für den Antrag des Finanzausschusses wird Wohl nie­mand die Hand erheben", ließ er über diesen Antrag abftim- men; er wurde mit allen gegen 3 Stimmen abgelehnt und der Antrag des Magistrats angenomulen. Der Lastwagen wird demnach angeschafft.

Stadtverordneter Dreher berichtete über die Magistrats» anträge, betreffend die Bewilligung von zusammen 0876 M. für

Einrichtung von Spielplätzen

in der Nähe des Hauptbahnhofs, iin DistriktKleinfeldchevst an der Dotzheimer Straße und auf dem an derSchönen Aus­sicht" liegenden Hohenloheplatz. Der Ausschuß beantragt die Bewilligung der angeforderten Mittel. V-nr Referenten so­wohl wie in der Diskussion, an der sich die Stadtverordneten Schweißguth. Glücklich, Demmer, Hansohn, Klärner, Friedländer. ö. Dreising und Wolfs sowie Beigeordneter Körner beteiligten, wurde wiederholt betont, daß in Wiesbaden noch ein großer Mangel an Spiel­plätzen herrscht. Selbst die großen Industriestädte seien reich­licher mit Spielplätzen für die Jugend berschen, als die Kur-

Wiesbadener Gesamtansicht und etliche andere Blätter Heden

sich hervor, und wer Verständnis für künstlerischeHand­schrift" hat, der wird sich freuen, daß das Seelenlose der üi» lichen Lichtdruck-Naturaufnahmen in den Siädtealbums hier einmal kräftig durchbrochen ivurde zugunsten individueller, künstlerischer Auffassung. In diesem Sinne rst auch die Herausgabe des elegant auSgestatieteu Werkes durch die rührige Staadtsche Verlagsbuchhandlung mit Freuden zu de- grüßen. Z 'K. v- B-

* Die Bildungsfrage in den deutschen Kolonien, die meist hinter den rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten zurückiritt, wird durch folgende Mitteilungen des Bezirksamtm«n«es und des Bürgermeisters der Stadt Swakopmund in Deutsch-Süd» Westafrika beleuchtet:Nachdem das Schutzgebiet über die

ersten schweren Anfänge hinausgekommen ist, macht sich lang, sain ein steigendes Bedürfnis nach geistiger Anregung bemerk­bar. Tie meisten Leute im Schutzgebiet haben die Heimat verlassen, um sich hier eine neue Lebensstellung zu gründen. Rach manchen Jahren voll schwerer angestrengter Arbeit ist es auch vielen gelungen. Dabei ist oft der Zusammenhang mit den geistigen Schätzen der Heimat, soweit er bereits vor­handen mar, gelockert worden ober ganz geschwunden. Da» her hat die hiesige Stadtverwaltung beschlossen, hier eine Volksbücherei zu gründen, durch welche auch den weniger Be» mittelten gegen eine geringe, nur die Selbstkosten deckende Gebühr gute Bücher zugänglich gemacht werden sollen. Leider sind die geldlichen Ansprüche, welche an die junge, erst vor noch nicht ganz drei Jahren errichtete Gemeinde ge­stellt werden, zurzeit noch so erheblich, daß sie die nötigen Mittel zur Errichtung i'nd Ausstattung noch nicht auf- briugen kann." Die Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stiftung. der dies Schreiben zuging, hat sich bereits wiederholt bemüht, die Gründung deutscher Büchereien im Auslande zu fördern, bisher leider ohne genügende Unterstützung zu jinden in den Kreisen, denen diese große Ausgabe am Herzen liegen sollte. Insbesondere ist cs der Stiftung nicht möglich, die Büchereien in den deutschen Kolonien lediglich aus eigene» Mitteln ge­nügend zu fördern; sie bittet deshalb dringend um Zuwen­dung von geeigneten Büchern aller Art und von Geldmitteln für die deutschen Bibliothelen in den Kolonien, die von der Kanzlei der Stiftung in Hamburg-Großborstel entgegenge- romuieii werden. Ter Zusammenhang ver im Auslande lebenden Deutschen mit dem geistigen Leben der Heimat wird am besten durch. Lesen guter Bücher unterhalten, in denen deutsche Art und deutsche Sitte leben.