Nr. 559 . Freitag. 2 9 . November 1812 .
Münze soll ungefähr so groß wie ein Talevstück sein. Die Rückseite zeigt einen LozKeerzweig mit der Umschrift „Griechensirnd an seine Vorkämpfer". Die Vorderseite ist mit einer geflügelten Nike und dom Zweige des wildem ODiWmes geschmückt, ans 'denen im Mtsrtnm die Kränge der olympischen Sieger gestochtem wurden. Die Nike-figur vrcht auf einem mit der Aufschrift „Der heilige Kampf 1912" geziertem Sockel.
Englische Kritik des deutschen Konsuls von Saloniki. London, 29. November. Der Korrespondent des „Daily Dslegraph" meldet aus Petersburg: Einem hier eingetro-ffenen Teilsgramm aus Scvloniki zufolge hat der dortige deutsche Konsul -beLcmittgegebM, daß sämtliche türkischen Untertanen unter deutschen Schutz gestellt und bah die griechischen Behörden für jedes Unrecht verantwortlich gemacht werden. daS den Türken zugefügt wird. Man fragt sich hi«r evstaurtt, wie es möglich ist, die Bewohner eines Gebietes unter dem Schutz einer neutralen Macht zu stellen, wenn ÄaSfelbe von einer schniNrcheri Macht besetzt ist. Man sei überzeugt, daß di« deutsche Regierung sich baD veranlaßt Wien wird, da» Vorgehen -ihres Konsuls zu tadÄn.
Aus der Türkei.
Rekrutenei nbernfungen. Kon st antinopeil, 28. Nov. Das KriogSminisderium teilt mit, daß die Rekruten des Ge- iburtsjahvganges 1893 sofort zu den Waffen berufen werden sollen.
Der Berliner türkische Botschafter. Konstantinopel.
28. November. Osman Niza-mi wird sich morgen früh zur Tsch-rtaldschalime begeben.
Die fremden Landungstruppen. Ko nstantino pel,
29. November. Die deutsche Botschwst hat ihr LanbungS- korps nicht, wie gestern verbreitet wutzde, zurückgezogen, sondern die ausgeschisften Mannischasten deS Krsuzers „Goeben ‘ durch 50 Mann von der „Vineta" als Botschasts- und Spital- wache abgelöst. Auch Österreich und die anderen Mächte beobachten laut Beschluß der gestrigen BotschaftskoNserenz eine gleiche Haltung. Man ist sich darüber -einig geworden, daß eine vollkommene Zurückziehung der Landungstruppen erst Nach dom Frie-densschluß erfolgen kann.
Die französische Flotte. K o n st an ti n o p el, 28. Nov. Der französische Panzerkreuzer „Jurten de la Agravitzre" erhielt von dem Botschafter Bompard Instruktionen, sobald als möglich nach Cavalla zu gehen, wo sich französische Niederlassungen befinden. — Smyrna, 28. November. Der Stab deS Panzerkreuzers „Jules Ferry" begab sich kürzlich nach Adana. Die Erregung unter den dortigen Armeniern hat sich gelegt. Der „Jules Ferry" verließ heute Merstna, um nach Alexandretta zu fahren.
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Die Cholera. Bukarest, 23. November. Die Flutz- schifsahrtsbchörde unterbrach als Vorsichtsmaßnahme gegen die Cholera den Verkehr zwischen Calafat und Widdin.
Deutsches Reich.
* Hof- und Personal-Nachrichten. Die Kaiserin reiste gestern abend über F ankfurt »mch Stratzburg i. E ad.
Dem in den Ruhestand tretenden Oberbürgermeister a. D. Bender,(Breslau) ist der Stern zum Kronenorden zweiter Achse verliehen worden.
* Ter Jesuitenerlaß. Ter Bundesrat hat in seiner
gestrigen Sitzung über die Ausführung des Jesuitengesetzes folgenden Beschluß gefaßt: Ta Zweifel über
die Bedeutung des Begriffs der verbotenen Ordens- tätigkeit im Sinne der Bekanntmachung des Reichs- kanzlers vom 6. Juli 1872 (Reichsgesetzblatt, Seite 254) -entstanden sind und die bayerische Regierung erne Authentische Auslegung dieses Begriffes beantragte, beschloß der Bundesrat: Verbotene Ordens-
i ä t r g k e i t ist jede priesterliche oder sonstige religiöse Tätigkeit gegenüber anderen sowie die Erteilung von Unterricht. Unter die verbotene religiöse Tätigkeit fallen nicht, soweit nicht landesherrliche Bestimmungen entgegenstehen: Das Lesen stiller Messeir, . die im
Rahmen einer Familienfeier sich haltende Primizfeier und das Spenden der Sterbesakramente. Nicht untersagt sind -wissenschaftliche Vor-
räge, die das religiöse Gebiet nicht berühren. Die christstellerische Tätigkeit wird durch das Verbot nicht ietrosfen.
*** Ein allgemeiner Amnestieerlaß zum Regierungs- jubiläum des Kaisers. Zum bevorstehenden Regierungs. Jubiläum des Kaisers Wilhelm II. erfolgt gutem Bernebmen zufolge für Preußen erstmalig seit der Regierung des Kaisers eine umfassende Amnestie für Vergehen und Wer- lretungen.
* Die Folgen des Wagenmangels. Die Buderusschen Eisenwerke in tzerzershausen muhten den Betrieb einstellen, weil infolge der bei der Eisenbahn herrschenden Verkehrsstockung und Wagenrnangels seit mehreren Tagen die Koks- zusuhr ganz ausgeblieben ist. — Zur Abhilfe des Wagenmangels verfügte der Eisenbahnminister die Verlängerung deS Ausnahmctarifs für die größere Ausnutzung der Ladefähigkeit im Ruhrkohlenversand bis zum 1. Januar 1913.
* Der bevorstehende Polizeikongreß. Der in Aussicht ge. nommene Polizeikongreß, dem Vertreter der größeren Bun. dessiaaten beiwohnen werden, wird am 22. Dezember in Berlin stattfinden. Es handelt sich um Beratung eines Programms, das Delegierte der Bundesstaaten bereits am 27. und 28. September dieses Jahres auf Einladung der sächsischen Regierung in Dresden ausgestellt haben: möglichst einheitliche Organisation der Kriminalpolizei in den Bundesstaaten unter besonderer Berücksichtigung des Nachrichtenwesens und des I d e n t i f i. zierungsverfahrens im Dienste der Kriminalpolizei.
* Spionagefragen. Der ,.K öln. Z t g." drahtei man aus Berlin: „In der Presse ist auf eine ungleichmäßige Behandlung der Spionagefälle Dahm und Kostewitsch durch die preußische und russische Behörde hingewiesen worden. Dabei ist behauptet worden, während Oberleutnant Dahm nur gegen Hinterlegung einer Bürgschaft von 30 000 M. Erlaubnis erhalten habe, vor Antritt der Strafe in die Heimat abzureisen, habe man bei uns Kastewitsch „laufen lassen". Diese Annahme ist irrtümlich. Wie beim Warschauer Gericht für die Rückkehr des Oberleutnants Dahm zum Strafantritt eins Kaution von 30 000 M. hinterlegt worden ist, so befindet sich im Gewahrsam des Reichsgerichts eine Kaution von gleicher
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Höhe für die Rückkehr von Kostewitsch. Es besteht Überein, kunst zwischen Deutschland und Rußland dahin, daß beide Kautionen zurückbezahlt werden, wenn die Verurteilten ihre Strafen verbüßen oder wenn sie begnadigt werden sollten. Also in beiden Fällen ist insofern die völlige Gleichstellung gewahrt. Der Unterschied liegt nur darin, daß der deutsche Richter nicht wie der russische einem Offizier, der für sein eigenes Land Kundschafterdienste tut. eine ehrlose Gesinnung zuschreibt, und daß auch die Bestimmungen unseres Spionagegesetzes zu wünschen übrig lasten."
* Ein Prozeß gegen die „Norddeutsche". Der Herausgeber der „Neuen Gesellschaftlichen Korrespondenz" vir- A. v. Wilcke hat (wie schon angekündigt) seinen Rechtsbeistcmd beauftragt, gegen den Chefredakteur der „Nordd. Allg. Ztg." O. Runge die Klage wegen öffentlicher verleumderischer Beleidigung zu erheben. Es handelt sich um jene, am Montagabend an der Spitze der „N. A. Z." veröffentlichte Erklärung, die sich gegen eine Nachricht der „N. G. K." vom gleichen Tage richtet, und aus welcher die „N. G. K." den schweren Vorwurf gegen sich herauslas, daß sie aus unlauteren Motiven eine ungünstige Beeinflussung der Börse hervorgerufen habe.
* Eine neue Denunziation gegen die „Kölner". Der
römische Mitarbeiter der „Tägl. Rundsch." berichtet: Die
bekannte „Correspondance de Rome" von Monsignore Benigni, die jedoch keine Beziehungen zur Kurie mehr hat, sondern als Hetzblatt ein kümmerliches Dasein führt, denunziert zwei Zentrumsblätter, die „Effener Volkszeitung" und die Dort» munder „Tremonia" wegen unerhörter Beleidigung des Heiligen Stuhles und des Kardinalstaatssekretärs. Beide Blätter hatten am 21. und 22. Nov. angebliche Dummheiten der Kurie aus den letzten Jahren aufgezählt und dafür die Ungeschicklichkeit Merrh del Val? verantwortlich gemacht. Benigni macht für diese Artikel den Chefredakteur Qensing verantwortlich, der ein Führer der Kölner Richtung und des Augustinusvereins ist. Mit dieser Denunziation sucht Benigni seinen verlorenen Einfluß aus Merry del Val wiederzugewinnen.
* Die Feuerbestattung in München beschlossene Sache. Wie aus München berichtet wird, hat der Magistrat der Stadt München mit allen gegen sechs Stimmen des Zentrums beschlossen, die Leichenverbrennung in München sofort einzuführen und den auf dem Ostfriedbof seit zwei Jahren bereits fertigen Verbrennungsofen dem Betriebe durch die Gemeinde zu übergeben.
* Eine liberale StadtratSmehrheit in der sächsischen Residenz. Die Stadtverordneten in Dresden wählten gestern abend von acht Stadträten fünf Liberale.
parlamentarisches.
Preußisches Herrenhaus. Nach den kn der Morgen-.Ausgabe bereits drahtlich mrtgeteilten Ausführungen des Eisen- bahnministers v. B r e i t e n b a ch über den Wagenmangel im Ruhrrevier wendete sich das Haus den Petitionen über die Kanalisierung von Mosel und Saar zu, die als Material überwiesen wurden, Petitionen um Abstandnahme von einer nicht im unmittelbaren Dien stintsresse liegenden Beschränkung der Beamten und Lehrer in der Wahl ihres Wohnortes wurden durch Tagesordnung erledigt, woraus das Haus sich auf un-bestimmte Zeit vertagte.
Die Steuorkommifsion des Abgeordnetenhauses beendete gestern vormittag die zweite Lesung des Ergänzungssteuer- Gesetzes. Demi Paragraphen 85 des Einkommensteuergesetzes wurde nachträglich folgender Absatz hinzugefügt: Ist ein
Steuerpflichtiger infolge eines offenbaren, ohne weiteres nachzuweisenden Irrtums in der Steuererklärung zu einem höheren Steuersätze veranlagt, als solcher dem wirklichen Einkommen entsprochen hätte, so ist der Finanzminister befugt, die zuviel gezahlte Steuer zurückzuerstatten, soweit solche Rückerstattung aus Billigkeitsgründen angezeigt ist. Diese hat auch die Rückzahlung der entsprechenden Gemeindesteuer zur Folge. Die Rückerstattung ist nur aus den Zeitraum von längstens drei Jahren zulässig.
Heer und Motte.
Generalleutnant z. D. v. Holleben, geboren am 15. Oktober 1840 in Torgau, zuletzt Kommandeur -der 27. Jnfanterie- brigade in Düsseldorf, ist in Berlin gestorben. Der Verstorbene ist vor dem Feldzug von 1870 eine Zeitlang auch Militärlehrer am Kadettenhaus in O r a n i e n st e i n bei Diez gewesen.
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ausländ.
Belgien.
Der deutsche Kronprinz zur Beisetzung der Gräfin von Flandern. Berlin, 28. November. Der Kronprinz fährt morgen nach Brüssel, um als Vertreter des Kaisers an den Beisetzungsfeierlichkeiten für die Gräfin von Flandern teil- zunehmen.
Ein scharfer Schuß. Paris, 28. November. AIS heute nachmittag eine Kompagnie Infanterie in Vincennes mit -Platzpatronen exerzierte, wurde von einem Soldaten ein scharfer Schuß abgegeben, wodurch zwei. Soldaten getötet, ein Äritter schwer verwundet wurde.
England.
„Besorgnisse" wegen der österreichischen Dreadnoughts. London, 28. November. Im Unterhaus fragte -der Union-ist Derburgh^ an, ob die Admiralität auf die Erklärungen aufmerksam geworden sei, die der österreichisch- ungarische Marinemin-ister am 7. November in der österreichischen, bezw. ungarischen Delegation -abgehoben habe, daß er sowohl von. der österreichischen wie von «der ungarischen Regierung ermächtigt worden sei, -außer den bereits gegenwärtig im Bau .befindlichen noch drei weitere Dreadnoughts für 1916 vorzusehen. Pavlamentsuntevsekretär Mac Nam-ara erwiderte namens der Admiralität, es sei die Ausgabe der Admiralität, dre gegenwärtigen oder beabsichtigten Entwicklungen der Floitenmacht fremder Staaten mit ständiger Auf- mer^ksamkett zu folgen. !^ebte Nachricht, bi*c dies Geibret fre- rühre, werde von verantwortlichen Offizieren zur Kenntnis der Admiralität gebracht. Diese Maschinerie arbeite ununterbrochen und regelmäßig. Daher sei auch die Aufmerksamkeit Churchills aus die erwähnten Reden, wie sie in österreichische!: Blättern -berichtet seien, ebenso auch auf andere Reden über denselben Gegenstand gelenkt worden. Danach «Märte der österreichisch-ungarische Marineminister zuerst, er habe die
Mbrnd-Ansgave, i. Mare. Gerts 8»
Ermächtigung erhalten, für 1915 den Ersatz der „Monarch" -
Klasse zu foiÄern. Am 19. November -dagegen erklärte er im Plenum der österreichischen Delegation, es sei chm nicht gobungen, vm Budget die Rate zum Ersatz der „Monarch"-' Klasse drrrchzu-setzen, der auf eine spätere Zeit verschoben worden sei. Sollten später Änderungen emireten, schloß 3kt Namara, werden auch sie beachtet.
Bugtetö.
«A« der »treten Reichsduma. Petersburg. 88. Kotz. In ferner Antrittsrede drückte der Präsident der vierten Reichsduma. Rodsjanko. die Gefühle unerschütterlicher Er. gebenheit, die die Duma gegenüber dem Kaiser hege,^ aus, dessen hoheitsyollem Willen das russische Volk stets folgen werde. Er führte u. a. aus, die Festigung der Grundlagen des Oktober-Manifestes müsse die allererste Sorge der russischen Volksvertretung sein. Das russische Volk erwarte von seinen Vertretern angestrengteste Aufmerksamkeit und Wv- ablässige Sorge für die weitere Entwicklung und Festigung der Kriegsmacht Rußlands. Unter großem Beifall erklärte der Präsident: Wir müssen stets ein Ziel im Auge behalten; nämlich die Wohlfahrt und das Glück unseres großen Vaterlandes, zu dessen Ruhm und unverletzbarer Integrität und für dessen Würde wir alle unverzagt bereit find, alle unsere Kräfte und unser Leben himzugebem, falls es uns beschieden sein sollte, wenn die am politischen Httnmel aufgezogenen Wolken Ge. witterwolken werden. Schließlich ermächtigte die Duma den Präsidenten, dem Kaiser zur Genesung des Thronfolgers die Glückwünsche des Hauses darzubringen. — Als sich später bei der Wahl des Präsidenten herausstellte, daß die Abstttn- mung zugunsten der Oktöbristen ausgefallen war, verließen die Rationalisten und die Rechte, etwa 150 Abgeordnete, den Sitzungssaal.
BAMUnieir.
Die Senatswahlen. Bukarest, 38. November. Der den Senatswahlen im ersten Wahlkörper wurden 22 Konser. vattve, 2g demokratische Konservative und 17 Liberale gewählt. Zwei Sttchwahlen sind erforderlich.
Bfvtfca.
Deutsche Bemerkungen zum frarrzöfisch-fpanischek Marokkovertrag. Paris, 28. November. Dem „Journal des Tebats" wird aus Madrid gemeldet, die deutsche Regierung habe in Madrid und Paris bezöglich des französisch- spanischen Marokkovertrags zwei Bemerkungen gemacht: 1. daß die in dem Vertrag den beiden Mächten znerkannte Befugnis, in ihrer Zone über das Tabakmonopol vor dessen Erlöschen im Jahre 1933 zu verfügen, den Grundsätzen der wirtschaftlichen Gleichheit widerspreche, und 2. daß eine den Bau der französischen und der spanischen Teilstrecke der Eisenbahnlinie Tanger-Fez betreffende Bestimmung den Grundsätzen der internationalen Submission aller öffentlichen Arbeiten in Marokko zuwiderlaufe. Die französische und die spanische Regierung hätten einvernehmlich beschlossen, die Unterzeichnung des Marokkovertrags wegen der deutschen Bemerkungen nicht zu verschieben. Dieselben würden mit der deuffchen Regierung erörtert werden und schienen keinerlei ernste Schwierigkeiten zu bereiten.
aus §Laöt und LmrÄ.
rvrssbKLsnLv Nachrichten«.
— Natnrfchutzparkbewegung. Im Sitzungssaal des Rathauses fand gestern abend die konstituierende Versammlung einer Ortsgruppe Wiesbaden des Vereins für Naturschutzparks (Sitz Stuttgart) statt. Dr. W. Bergmann begrüßte die Anwesenden und erläuterte dann in einem Vortrag die bekannten Ziele des Vereins für Naturschutzparks, der die Absonderung größerer Reservationen zur urwüchsigen Erhaltung der heimischen Fauna und Flora, die durch die rastlos fortschreitende Kultur verdrängt und in einzelnen Arten bereits auf den Aussterbeetat gesetzt ist, erstrebt. Nur auf diese Weise wird es möglich sein, den nachfolgenden Generationen die gegenwärtige Heimat zu überliefern. Der Verein für Naturschutzparks, der sich rasch der Sympathien deS gesamten Volkes sowie namhafter Behörden und Korporationen erfreuen konnte und materielle sowie ideelle Unterstützung für seine Bestrebungen fand, hat bereits in der Lüneburger Heide eine weite Fläche erworben und ein anderes 40 Quadratkitameter großes Stück Land in prächtiger Gebirgsszenerie in Steiermark gepachtet. Ein weiterer Schutzpark soll tat Mittelgebirge errichtet werden, und es ist nicht ausgeschlossen, daß der Taunus hierfür in Frage kommt. Der Redner forderte die Anwesenden zum Schluß zur Mitarbeit auf, damit unseren Nachkommen ein Denkmal geboten werde, daS dauernder ist als Erz. Hierauf wurde der Satzungsentw-uef angenommen und zum Vorsitzenden der Ortsgruppe, die jetzt schon über 200 Mitglieder zählt, Dr. SB. Bergmann gewählt, zum Stellvertreter Assessor Dr. Ramdohr, zum Schriftführer Rechtsanwalt Freundlich, zum Kassierer Bankier Pfeiffer. Als Beisitzer wurden dre Herren städtischer Gartendirektor Berihold, Vergolder und Kunsthäwdler Reichardt, Mechaniker Aug. Saß» mann, Dr. Brömser und Schriftsteller Schulte vom Brühl, zu Rechnungsprüfern die Herren Zahnarzt Metzer und Dr. Hellwig bestimmt. g.
— Lom Akziseamt. Durch den Fortfall der Akzise aus Fleisch usw. ist der Geschäftsbetrieb deS Akziseamts derarttg eingeschränkt worden, daß eine ganze Kraft für die Leitung nicht mehr in Anspruch genommen wird. Es besteht daher mit Rücksicht darauf, wie wir hören, die Absicht, den Akzise, direktor Kieh! mit in die allgemeine Verwaltung zn übernahmen. Er ist zu diesem Zweck bereits seit längerer Zeit im Rathaus tätig.
— DaS Schneiderhandwerk und die Militärlieferungen. Die Handwerkskammer zu Wiesbaden schreibt uns: Immer mehr geht unsere Armeeverwaltung dazu über, sich wegen Lieferung von Mtlitärbekleidungsgegenständen mit den frank* werklichen Fachorganisationen (Innungen, GenossensibafterH in Verbindung zu sehen. Neuerdings sind verschiedene Armeekorps bezw. deren Bekteidungsämter an die deutschen HarÄ» Werkskammern herangetreten mit dem Ersuchen um “‘9* Weisung von solchen Fachorganisationen, denen die LtuSsutz- rung derartiger Militävliefernngen übertragen werden kaum. Die Handwerkskammer zu Wiesbaden hat che m
ihrem Bezirk bestehenden Schneider innungen (Franckfiutt,
