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Tette 4, _ Morgen-Ausgabe, I. Bia«. DktKSvMerrer TagVIkM« Ureitag, LS. November ISIS. Nr. 546.

tibmmsn noch einige Lieder für Sopran m Gehör. Den Schluß !Z»es Programms bilder eine musikalffch-dramatifche Burleske, i«Der Tyrann von Syrcckns".

'i ei. Hochhcim,. November. Den Reigen der diesjährigen Weihnachtsveranstaltungen eröffnete anr Sonntag der katholische Jungfrauenverein. Zur Aufführung kamen das BoWschauspielKlotilde" und das LustspielEine listige Er­oberung". Am Sonntag hatten sich zwei Rekruten des Zns.-Regts. Nr. 87 von Mainz ohne Urlaub hierher begeben, -dem Hochheimer" etwas mehr als gut zugesprochen und die !Rückkehr unterlassen. In ziemlich seligem Zustande wurden sie von der Polizei ausgegriffen, dem Amtsgericht überliefert und $k» dort am Montag zu ihrem Regiment zurückgebracht.

t Naffcmische Nachrichten.

!l Rüdesheim i. Rhg., 20. November. Bei den Ber- str a u e n S m ä n n e r w a h l e n zur Angestelltenversicherung wurden gewählt: 1. als Vertrauensmänner: Buchhalter

Heinrich Bayerle aus Winkel (Liste B), Buchhalter Ludwig Schenk aus Geisenheim (Liste B), Buchhalter Wilhelm Stall «ms Niederwalluf (Liste Ol; 2. Ersatzmänner: Expedient Gregor Wohlfahrt aus Eltville (Liste B), Buchhalter Heinr. Klee aus Ostrich (Liste B), Buchhalter Karl Witter aus RüdeSheim (Liste 0), Werkmeister Rudolf Kern aus Geisen­heim (Liste B), Buchhalter Adolf Cloeter aus Rüdesheim (Lifte Bl und Buchhalter Valentin Hesch aus Rüdesheim (Lifte G ) m. Die gestrige Stadtverardnetensitzung faßte den Beschluß, dem Anträge von 50 Geschäftsinhabern, wäh­rend der Monate November, Dezember, Januar und Februar den '8-Uhr-Ladenschkuß einzuführen, zuzu­stimmen. Auch der Magistrat hatte diesem Anträge zuge­stimmt. 23 Ladeninhaber sind grundsätzliche Gegner des früheren Ladenschlusses.

ht. Idstein, 20. November.. Die Stadtverordnetenver­sammlung erhöhte das Schulgeld für Teilnahme am Laternnnterricht von 80 Mark auf jährlich 72 Mark.

hfc Camberg, 20. November. Gegen den Mtrtner Pilz wurde in der letzten Nach: ein gemeiner Racheakt verübt, indem ihm von Bubenhänden der gesamte Bestand seines Saninchenstalles getötet wurde.

Bockenhausen, 18. November. Am Sonntag, den 1. Dezember d. I., vormittags 10 Uhr, wird der Gauturnwari Lehrer Fritz Ott (Bermbach) die letzte diesjährige V 0 r - turnerüb ung desMittel-Tauuusgaus" im Saalbau «Müller" abhalten. Dabei wird der Gauturnwari einen Vor-. trag über Gerätekunde halten.

8. Hofheim a. T., 20. November. Bürgermeister Heß dahier wurde von den hiesigen städtischen Körperschaften zum Kreistagsabgeordneten gewählt. Dieselben Kör­perschaften verliehen dem verdienstvollen Beigeordneten Adolf Mohr den TitelS t a d t ä l t e st e r".

k. Höchst a. M., 20. November. In der gestrigen gemein­schaftlichen Sitzung der Stadtverordneten und des Magistrats referierten der Chefarzt des Krankenhauses Sanitätsrat Br. Schwerin und Baurat Boeihke (Berlin) über die geplante Krankenhauserweiterung. Wie Baurat Boethke ausführte, soll die Zahl der Krankenbetten von 114 auf 220 erhöht werden. Neu errichtet sollen werden ein Pavillon, ein Wirt­schaftsgebäude, ein Leichenhaus und ein Desinsektionshaus. Der alte Pavillon und das alte Krankenhaus sollen umgebaut werden. Auf dem Dache des alten Pavillons soll ein Licht- und Luftbad geschaffen werden. Von dem Armenhaus wird ein Teil zu Krankenhauszwecken benötigt und umgebaut. Die ganze Anlage wird eine Fläche von 20 400 Quadrat­meter bedecken und bei aller Sparsamkeit 868 000 Mark kosten. 8- Die Suvpenküchc im alten Rathaus da­hier wurde am 18. d. M. geöffnet. In derselben wird auch warmes Frühstück (Kaffee und Brötchen) an arme Schulkinder verabreicht. Nur wirklich hilfsbedürftige Personen werden berücksichtigt und Kinder erst dann zugelassen, wenn die Eltern darum vorstellig werden. Trotz des ungünstigen Wetters nehmen die Planierungsarbeiten am hiesigen städtischen Wasserwerk guten Fortgang, ungefähr 60 Mann sind hierbei beschäftigt. Eine Anzahl öster­reichische Reservisten, die hier und in der Umgebung in Arbeit standen, wurden zur Fahne einberusen und sind gemeinschaftlich abgereist.

k. Nied a M., 20. November. Im hiesigen Walde wurden heute nacht die Arbeiter Emil Hammerschmidt, Erich Bnchholz, Heinrich Leham und Wilh. Port ans Bockenheim beim Wildern ertappt. Hammerschmidt wurde sofort sestgenommen. Die übrigen drei konnten, obwohl die Be­amten von ihren Schußwaffen Gebrauch machten, zunächst mtkommen. Sie wurden aber noch in der Nacht in Bockenheim ^mittelt. Buchholz, der der Anführer der Bande war, und Hammerschmidt, der unter Polizeiaufsicht steht, wurden in Haft genommen. Die Gesellschaft hat das Wildern ge­werbsmäßig betrieben. Sie hatte der von dem Herrn Regierungspräsidenten gepachteten, mit Fasanen reich besetzten Jagd schon großen Schaden zugefügt. In der Scnnstagnacht hatten sie 18 Fasanen erbeutet. Es wurde auch eine Anzahl verendeter Fasanen gefunden, die von den Wild­dieben angeschoffen worden waren. Heute morgen wurden weiter vier Arbeiter aus Griesheim uud Rödelheim bei der Kaninchenjagd betroffen. Man nahm ihnen die Beute ab und erstattete Anzeige gegen sie.

ö Sossenheim, 20. November. Einen ebenso übermütigen pnc gefährlichen Scherz erlaubte sich der Dresch­maschinenarbeiter M. Sell von hier. Er warf sich vor einem daherkommendcn Automobil zur Erde und zwang hier­durch den Chauffeur zu solch scharfem Bremsen, daß eine im Auto sitzende Dame auf die Straße fiel und eine Fnßvcr- letzung erlitt. Bei der Anzeige stellte es sich heraus, daß der Frevler sich als Militärpflichtiger der Musterung entzog.

1 kt. Cronberg, 20. November. Im nahen Schönberg wurde in derVilla Berg" ein Einbruch verübt, bei dem die Diebe zunächst die großen eisernen Rolläden erbrachen and dann im Gebäude schwere Verwüstungen anrichteten. Was gestohlen^ wurde, konnte noch nicht festgestellt werden. Die Diebe wären mit Leichtigkeit erwischt worden, wenn der Wächter, der sie entdeckte, nicht erst aus Amtseiftr nach der Bürgermeisterei eilte und den Bürgermeister holte. Als nach etwa 80 Minuten die Hilfe erschien, waren die Einbrecher natürlich längst verschwunden.

ht. Laubuseschbach, 20. November. Auf - der Eisenstein- grübe ..Altenberg" geriet der Arbeiter Nehl unter einen um. stürzenden Karren und erlitt dabei schwere B e i nver - Atzungen.

X Diez, 19. November. Der Kreistag des Unterlahn­kreises hat in seiner gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen, den Kreis mit elektrischem Licht durch die Elektrizitäts-

Aktien-Gesellschaft vorm. W. Lahmeyer und Ko. in Frankfurt a. M. versorgen zu lassen. Das am alten Markt befindliche Doppelhaus Jung-Erbach, aus der Zeit vor dem 30jährigen Krieg stammend, ist in seinem ursprünglichen Zu­stand durch den Altertumsverein wiederhergestellt worden und bildet eine Zierde des Platzes. Was die Ornamentik deö Holzes anbelangt, so ist dieselbe die schönste von allen jetzt hier freigelegten Gebäuden. Der Hansabund hält Sonntag, 24. November, abends 8 Uhr, im Hotel Viktoria eine Ver­sammlung ab, in welcher Herr Br. Zowe (Weimar) über die Beamtenversicherung sprechen wird.

X Freiendiez, 20. November. Nach vollendetem Dienst schlug der 61jährige Weichensteller Lotz von hier heute morgen vom Bahnhof Diez einen verbotenen Weg ein, um kaum zehn Schritte zu sparen. Dabei stürzte er von der hohen Böschungsmauer auf den Weg und brach das Genick.

h. Herschbach (Westerwald). 20. November. Das drei­

jährige Töchterchen des Zimmermanns Johann Hörle ist in dem am Hausgartcn seiner Eltern vorbei fließenden Holzhäch ertrunken.

£tus dev Umgebung.

Der Darmstädter Stndentenexzeß.

nnk. Darmstadt. 20. November. Die Davmstädier Studentenschaft hielt heute nachmittag im Kaisersaale dahier eine Mt besuchte Versammlung unter dem Vorsitz des stuä: Düvel ab, in welcher nach Erledigung verschiedener ge­schäftlicher Angelegenheiten auch die Feier des. Geburtstages des Landesfürsten durch den üblichen Kommers zu begehen be­schlossen wurde. Dann kam der FM Bahr-Weiser zur Sprache und gab zunächst dem Vorsitzenden im Namen dos Ausschusses der Studierenden Veranlassung, den Mitgliedern des S. C. Verbandes, welche an der Bahre Werfers Ms dem Friedhofe bei der Rede eines Freundes Werfers, der die un­sozialen Verhältnisse der deutschen Studentenschaft kritisierte, ihrem Mißmut durch Scharren Ausdruck gaben, seine Miß-. billigung ausznsprechem Der Vorsitzende trug dann eine Reso­lution vor, die schließlich in -folgender Fassung angenommen wurde:1. SDie. Darmstädter Studentenschaft' gibt einstimmig ihrer Entrüstung über die Vorgänge, welche den Tot des Studenten Weiser verursacht haben, Ausdruck. 2. Sie erklärt auf das entschiedenste, daß ein Mensch, der in nichtstudentischer Weise zu den Waffen greift, den ehrenden NamenStudent" nicht verdient. 3. Sie ist ferner der Ansicht, daß das Verhalten aller Beteiligten an dem Falle auf das schärfste zu verurteilen ist." Noch lebhafter als über diese wurde die Debatte bei der von der Freien Studentenschaft bor-geschlagenen, aber abge- lehnten Resolution, in welcher der Entrüstung Ausdruck gegeben wird, daß ein großer Teil der Studentenschaft seine Teilnahms­losigkeit dadurch bezeugte, daß er an dem Begräbnis nicht teil- , nahm, sondern aus der Straße zuschaute. Hiergegen wurde erwidert, daß der S.- E. durch vier sabbentragende Kommilitonen mit einem Kranz vertreten war.

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ht. Frankfurt a. M., 20. R-wember. Der eindringliche P r o t e st des Frankfurter Journalisten- und Schriftsteller- Vereins gegen das Vorgehen des Cäcilienvereins Hai schon am ersten Tag seiner Veröffentlichung den Erfolg gehabt, daß alle hiesigen Tageszeitungen, mit Ausnahme derFrank­furter Nachrichten", dem Cäcilienverein die Karten zurück­sandten und bis zur Beilegung des Streites sich jeder Be­sprechung irgend einer Veranstaltung des Vereins enthalten. Auch die Musikkritiker auswärtiger' Matter. haben sich mit dem Journalistenverein solidarisch erklärt. Gegen die Wahl des Lehrers L e hr zum Stadtverordneten war von sozialdemokratischer Seite Einspruch mit der Begründung erhoben worden, daß der Gewählte als Volksschullehrer nach Frankfurter Gemeindeverfassungsgesetz nicht Stadtverordneter sein könne. Vom Wiesbadener Bezirksausschuß wurde der Protest abgewiesen, ebenso vom Kasseler Provinzialschul- kollegium; beide betonten in ihrem Urteilstenor, daß übungs­schule und Seminar organisch mitein mder verbuirden seien, also nicht BolksschulcharaktLr trügen. Das Obervcrwaltungsgericht zu Berlin , hat gestern aber eitt' entgegengesetztes'' Urteil gefällt und die Übungsschule nicht als höhere Lehranstalt, anerkannt. Demzufolge wurde auch die Wahl des Stadtverordneten Lehr vom Jahve 1910 für ungültig erklärt. Herr Lehr wurde 1910 mit nur einer Stimme Mehrheit gegen den sozialdemo­kratischen Kandidaten im Wahlbezirk Eckernheim-Preungesheim gewählt. w. Ein Fall echter Pocken ist hier festgestellt worden. Die 19jährige Arbeiterin Klara Kneiseler, die in einer Federn­reinigungsanstalt beschäftigt war, wurde als pockenkrank ln das städtische Krankenhaus eingeliefert. Die Erkrankmrg ist nur leichter Art, doch wurde auch ihre Mutter und ein 114- jähriges Kind, mit denen sie in Berührung gekommen war, unter Beobachtung gestellt. Die Federn waren aus dem Aus­land bezogen worden. -

ht Bad Homburg v. d. H.. 20. November. Der in den weitesten Kreisen durch seine mathematischen Arbeiten be­kannte Professor Dr. SS. G l.as er ist gestern nach 43jähriger Tätigkeit am hiesigen Gymnasium gestorben. Professor Glaser veröffentliche u. a. auch den Satz über die Kreise des Apollomus rm Dreieck, einen der gediegensten und fesselndsten Sätze in der Elemeutargeo,metrie überhaupt.

ht, Friedbcrg, 20. Itovember. Die hiesige Handelskammer lehnte einen Antrag auf Verstaatlichung des Ge- richtsvollzieherwesens ab. da sie dadurch eine Bureaukratisierung des Instituts befürchtet, womit kffneswegs den Interessen des Publikums gedient würde.

Gerichtliches.

Kus answärtigen GerichtssSlen.

Die Stadtverorductenwahl in Eckenheim-PrenngeSheim.

Berlin, 19. November. Heute wurde, wie dieFranks. Ztg." berichtet, vor dem ersten Senat des Ohe rVer to altun g s- gerichts die Frage der Gültigkeit der Wähl des Stadtver­ordneten Lehr in Eckenhcim-Prenngesheim verhandelt. Nach eingehender Verhandlung und- zweistündiger Beratung ver­kündete der Vorsitzende das Urteil dahin, daß das Urteil' des Bezirksausschusses in Wiesbaden aufgehoben und die Wahl des Stadtverordneten Lehr als ungültig erklärt werde. '

** Berlin, 21. November. Der Fabrikbuchhalter Zinke, der unter den Anklage des Mordes vor dem Schwurgericht des Landgerichts 2 stand, wurde wegen Totschlags unter Ge­währung mildernder Umstäüde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

wb. Tutz (Spanien). 21. November. Das Kriegsgericht von Chavsz verurteilte den Führer der portugiesischen Royalisten Parva Conceiro zu sechs Jahren Gefängnis und zehnjähriger Verbannung oder zwanzigjähriger Verbannung m contumaciam., Penella würde freigesvrvchen.

Sport

, Pferderennen.

* Paris-Auteuil, 21. November. Prix Batan. 3000 Franken.

1. H. Debrays La Hume (Head), 2. Magic Lantern, 3. Mono­plan. Tot.: 272:10. Platz: 58, 17, 20:10. - Prix de Lormoh. 5000 Franken. 1. Mr. CH. Köhlers Pa Tont (I. B. Moreau),

2. Guy Gourland, 3. Pompadour. Tot.: 20:10. Platz: 15, 31:10. Prix de Marly. 10 000 Franken. 1. H. Ramsells Ismen (R. Sauval), 2« Maki 2, 3. Eleuisis 2. Tot.:,29:10. Platz: 14,

19, 20:10. Prix Saida. 4000 Franken. 1. L. Prates Mar- teau 2 (Berteaux), 2. Sanssovino, 3. Waldshut. Tot.: 26:10. Platz: 19, 57:10. Prix de la Masseliärc. 4000 Franken: 1. I. Roberts Mary thc Second (Thibault), 2. Francois Joseph 2, 3. Roitelett 4. Tot.: 21:10. Platz: 15, 21, 56:10. Prix Beaureparre. 4000 Franken. 1. E. Fischhofs Tiphainc (A. Carter), 2. Porte au Prince, 3. Cholera. Tot.: 63:10. Platz: 24. 15:10.

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sr. Fußball. Die 2. Fußballmannschaft derJugend­vereinigung Wiesbaden" schlug am Mittwoch nach schönem Spiel die 2. Mannschaft desSportvereins von 1912 Sonnen- berg" mit 4:2 Toren. Halbzeit 4:1. Die Pokal- und D ip lo m wett sp i e le derJugendvereinigung Wies­baden" auf dem PlatzUnter den Eichen" beginnen nicht, wie gemeldet, A-Klasse morgens 9 Uhr, L-Klasse mittags 1 Uhr, sondern in der 8-Klasse morgens 9 Uhr, in der A-Klasse ncittags 1 Uhr. Der Fußball-Städtekampf Hamburg-Berlin gelangte am Bußtag in der Hansastadt zum Austrag und sah die Ber­liner Mannschaft mit 2:1 erfolgreich.

st. Eine Olympiaspende. In der am Bußtag zu, Ham­burg tagenden Versammlung der Ausschußmitglieder des Norddeutschen Fußballverbands wurde einstimmig beschlossen, dem Deutschen Reichsausschuß für olympische Spiele jährlich eine Summe von 1000 M. zur Verfügung zu stellen, die zur Verpflichtung eines erfahrenen Trainer s für Athletik- und Fußballmannschaften, die das Deutsche Reich bei der Olympiade 1916 in Berlin vertreten, verwendet werden sollen. Man kann diesen Entschluß nur mit Freuden begrüßen und hoffen, daß auch die anderen Verbände sich diesem Beispiel anschließbn werden.

= Das Rugby-Propagandaspiel des Berliner S.-C- Komet . mit dem Deutschen Fußballverein Hannover 78 fand am Buß­tag auf dem B.-S.-C. Sportplatz statt und endete mit dem er­warteten überlegenen Sieg Hannovers 11:3 Punkten, Ein zahlreiches Publikum, darunter auch Prinz Siegismund von Preußen, wohnte dem interessanten Kampf bei. Von dem Association Fußballspiel unterscheidet sich Rugby insofern, als der eiförmige Ball von den Spielern mit den Händen gefangen und getragen werden darf, und daß 15'statt 11 Spieler auf jeder Seite Mitwirken. Außerdem beträgt die Spieldauer wegen der größeren Anstrengung nur zweimal 30 Minuten.

^ Billard. In einem Cadrc-Dtatch auf 500 Points, der imAstor-Hotel" in New Jork züm Austrag kam, konnte der bekannte japanische Meister Jamada den Deutsch-Amexikaner Willi Hoppe um vier Points besiegen. Er machte, eine Schlußserie von 85, als Hoppe nur noch vier Bälle brauchte, um zu gewinnen.

Vermischtem«

Er» großer Fabrikbrand. K ö l n, 20. November. Heute nacht 1 Uhr brach int Modellschuppen der Maschinenbauanstali Humboldt in .Kalk Feuer ans, das alsbald einen gewaltigen Umfang annahm. Außer der Deutzer LSehr war auch der Hauptteil der Kölner Wehr mit Löschen beschäftigt, doch ge­lang es erst gegen. 5.15 Uhr den Brand zu überwältigen. Ein Viertel des Modellschüppens, was etwa einem Komplex von 4000 Quadratmeter entspricht, ist dem Brande zum Opfer gefallen. Der Schaden wird auf 300 000 bis 400 000 Mark geschätzt.

Vom Tanzvergnügen in den Tod. G lei Witz, 19. Rov. Auf der Heimkehr von einem Tanzvergnügen kam in Ujest die Ehefran Zymolka nachts in der Dunkelheit vom Wege ab und stürzte in den Klodniskanal, aus dein sie heute vormittag als Leiche gezogen wurde.

Eine »erhänignisvolle Verwechslung. Hamburg, 19. November. Die zwölfjährige Tochter eines hiesigen Gold­schmieds trank in der Werkstätte des Vaters statt aus der vermeintlichen Bierflasche aus einer Flasche mit scharfem Gift und verstarb in kurzer Zeit.

Schwere Meuterei in einem Gefängnis. R 0 ch e f 0 r t, 19. November. Heute abend kam cs im hiesigen Gefängnis zu einer schweren Meuterei der Gefangenen. Die Meuterer töteten einen Oberwächter durch Revoiverschüffe und schnitten seiner Frau mit einem Rasiermesser den Kopf, ab. Ein Offi­zier würde schwer und ein Matrose tödlich verwundet. Die Gefangenen haben sich verbarrikadiert. Beamte und Truppen, die herbeieilten, fanden einen zweiten Aufseher in einer Zelle ermordet mii abgeschniticnein Kopse auf. Gendarmen ver- folgten die Meuterer in das zweite Stockwerk. Dabei erhielt 'der Unteroffizier einen Axthieb; dem Kommissar wurden die Kleider zerfetzt. Zwei gefangene Matrosen verbarrikadierten sich in ihrer Zelle. Gendarmen schlugen die Tür ein, feuerten und töteten die beiden. Im ganzen wurden fünf Personen getötet und drei verwundet.

Elsenbahnräubex. I n ka t er sn 0 s l a w, 80. Rov. Aus der Katharinenbahn hielten nachts Räuber durch ein falsches Signal einen Schnellzug an, und raubten 30 Passe -' gieren Geld und Wertsachen. Der Bahnwächter und der Oberkondukteur wurden verwundet.- Chicago, 19. Rov Zwei Räuber haben gestern um Mitternacht die Reisenden d s Schnellzuges der Chicago-Milwaukee and Saint Paul-Eisen ­bahn im Süden Iowas ausgeplündert. Die Räuber ent­kamen, fünf Verdächtige wurden verhaftet.

Die Sturmkatastrophe auf Jamaika. L 0 n b 0 n, 21. Stet, Über den großen Sturm auf.Jamaika berichtet dieTimes" aus Kingston, daß in der Monego-Bai Hunderte von Ge­bäuden zerstört und über 40 Leichen bisher gefunden worden seien. Im ganzen dürften über 100 Menschen umgekominen sein. In Montego und Lucea wurde jedes Schiff im Haken zerstört oder an Land getrieben. Ein Schoöner kentertc auf See, zehn Personen ertranken. Aus manchen Orten-liegen noch keine Nachrichten vor.

Das Erdbeben in Mexiko. New Jork, 21. November. DerNew Jork Herald" meldet aus Mexiko: Bei dem Erd­

beben sind in Acamüaro 100 Personen umgekommen.

Handel, Industrie. Verkehr.

Die Staatsschulden der Türkei.

Aus Konstaniinopel wird uns von gutunterrichteter Seite geschrieben: In diplomatischen wie in Finanzkreisen wirf] die Ansicht vertreten, daß bei einem Verschwinden der Türkei von der Karte Europas nicht die Schulden der Türkei etwa mit- verschwinden oder auf die asiatische Türkei ohne weiteres gelegt würden. Eis ist vielmehr zu erwarten, daß diese Schulden von denjenigen übernommen wer-