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Nr. 531.

Dienstag, 12. November 1912.

gradieren dürfen. De- Stadtkommandant von Sofia ver­weigert den Journalisten sogar die Püffe für die Abreise. Der Korrespondent eines österreichischen Blattes wurde rn P h r l r p p u p e l v»n bulgarischen Soldaten

t ° IV 5. ^ e r ? 0fl e n und nach verdächtigen Papieren durchsucht. Natürlich erfolglos.

Vom Westlichen ttriegsschauplatz.

Einzug der bulgarischen Prinzen in Saloniki.

Novamiber. Sosben ist hier die Meldung eiii-

Prosen Bo r i s und Ky r«i l l am Sams­tag rn Saloniki eingezogen sind.

Das Vorgehen der Griechen.

.Athen, 12. November. General Sapundiakis teke- °m lta: ^ ie «ricchische Armee hat gestern die Pendepigadia besetzt. Der Feind er zog sich hinter Pendepigadia zurück und seiic^xn ® auf ' ,faie btn «anzen Tag ohne Evfolg

» an- Angebliche griechische Greueltaten.

- November. Nach Bukaraster Blättermel-

r «riechischen Truppen in den von

AutzMvallachen bewohnten eroberten Gebieten Mazedoniens em fürchterliches Blutbad angertchtet haben. Viele von Kuhowallachen sollen angMich sowohl von "ls ailch von regulären griechischen m-ssakriert worden sein. Selbst Frauen, Greise erbarmungslos abgeschlachtet lu.or.beti. Der Ma;oreseu hat den rumänischen Gesandten liLriit ^anftragt. bei der griechischen Regierung unver- d'hrit^ zu tun und über die Meldungen verlangen^ "" " Kutzowallachen Aufklärung zu

Ein verhängnisvoller Irrtum der Türken, wb. Rjeka, 11. November. Von einem verhängnisvollen Irrtum der Türken berichten die Kundschafter fo-laendcs- AlS vor mißen Tagen türkische Abteilungen, die -bei Giovanni 0l Msdua zur Sicherung des Grenzülbergang-es Patrouillen M postieren suchten, im eigenen Rücken Truppen bemerkten, .eroffneten fte sofort d-as Feuer, auch mir Maschinengewehren. allS" ^merkten sie, hast sie infolge des hcrr- £fttnJ 0 ? türkische Abteilung geschossen, von

der sie eine Anzahl Soldaten Löteten und verwundeten.

Aus dsr Türkei.

Mrcike hoher Militärs und Ulcmas zum Kriegsschauplatz.

Konstantinopel, 11. November. Die Blätter melden, ro r,T r mterimistlsche Kriegsminister Tewzi, Marschall Fuad- Ä 3 ««»etolc und etwa 15 Ulemas gestern abend nach Nchataldscha nbre-sten. Prinz M> ul Hämin, dessen Wunde geheÄt ist, begibt sich wieder zum Kriegsschauplatz.

Eine Erklärung des Ministers Noraduughian.

Konstantinvpcl, 11. November. Dex Minister des Auster» gab -dem Vertreter , des Wolffschen Bureaus folgende Er- m L CC i f* nc Mediation hnben wir noch kein..' Nachricht der Machte. Wir fragten setz: bei den v i e r Bai ran stauten wegen der Friedensbedingungcn an, abe-' wir ^rben nocr, keine Nachricht erhalten. Nun erwarten wir neu Kamps bei Tschataldscha. Wie der Minister weiter er­klärte, ^nkt die Türkei nicht daran, wie die Gegner den .^rreg auf dastc I i g i Öse G elb i e L h in übcrzu spielen und oie retrgwien werdenschäften au stacheln. Der in den n?i- tum.gen erschienene Aufruf zum heiligen Krieg stamme nicht vom Scheich ul Islam. Der geistliche Beamte, der -deii Ausi- rus verbreitete, sei bereits bestraft, und die Zeitungen, die chn veröffentlichten, seien suspendiert worden.

Freigabe der griechischen Schiffe. vfb. Konstantinopel, 11. November. Wie dieAgence f?^ aS bie türkische Regierung auf die franzö-

szchen Vor,tellungen beschlossen, den mit Getreide für neutrale llander beladenen griechischen Schiffen eine weitere Frist von twoche zum Auslaufen aus dem Schwarzen Meer zu

Die mohammedanischen Auswanderer.

$ London, 10. November. Die mohammedanischen Aus- wanderer, die vom thrazischen Kriegsschauplatz geflüchtet sind, um m Klemasien eine neue Heimat zu suche», sind zu Tausen- den mit ihren Büffel-Karren, mit Pferden und Wagen, mit Sa« und Pack rn Konstantinopel eingetroffen und lagern auf den Platzen und den Straßen Stambuls, bis sie Gelegenheit zum Elnschiffen finden. Bunte Bilder sind da zu erblicken Der Beobachter fühlt sich in biblische Zeiten versetzt. So etwa ~. r der Kinder Israels aus Ägypten ausgesehen.

Regierung beeilt sich, diese unglücklichen Opfer de§ Balkankmeges neu a n z u s i e d e l n und hat für sic unbe. baute Gegenden in den Kreisen Modania, Brusia, Panderma, Jsimd und Carasst zur Verfügung gestellt.

Die Choleragesahr.

Konstantinopel, 12. November. Die Cholera greift unter den auf dem Kriegsschauplatz befindl-ichon türkischen und unter den Verwundeten und Flüchtlingen van L,chatald,cha immer mehr um sich. In Konstanttnopel kommen ganze Zuge an, rn denen Verwundete und Cholerakranke r»- smnmengepfercht sind. - Die Türken benutzen den Vor- mar,chversuch der Bulgaren, sich hinter den Schützengräben zu verschanzen und so ihre Verteidigungslinie zu befestigen Wenn die Bulgaren den Tschataibdscha-Gürtsl nehmen wollen so kann dies nur unter groston Menschenopfern geschehend denn dre Türken haben inzwischen -auch Zeit gesunden, aus kklciuapen Ver,tarkmügen heranzuzichen.

Wirsbkdrrrer TagblE.

NVenv-VsSsave, 1. Matt.

Sekte 8.

schäften des ältesten Jahrganges zur Reserve übergeschricben. Die Entlassung der Mannschaften erfolgt in der Maße, als die Rekruten einrücken.

Ein indischer Boykott.

^ Kalkutta, 11. November. In einer von einflußreichen .Mohammedanern lind Hindus zahlreich besuchten Bersmmn lung wurde der Boykott europäischer, besonders eng er sch er Waren empfohlen, als Protest gegen die Stellung- nahme Englands und anderer europäischer Mächte gegenüber der -vurkei. Der bekannte Hinduführer Bepin Chandra Pal warnt Europa davor, einen mohammedanischen Religionskrieg

Deutsches Reich.

* H-f-.und Personal - Nachrichten. Die K r o n p r i n - ©rfthUil, l* lVC L ,,dl in der nächsten Woche nach Mecklenkmrg-

um an den Tauffm-erlichketten am Hofe ln «uÄvigslust teilznnebmen. .Der Kronprinz bat für den

WiitterLm MgeZk mf Um Ccfö in Schlesien

t.ts.pi ..di«. ..KorrespmidcnZ Hoffmann" aus München meldet, Ä«?ss^4 Otto von Bayern seit einigen Tagen an Karbunkel oberhalb des.linken SMüsselbeins mit leichter Lympsgefahentznntmng nach der Achselhöhle zu. Kein Fieber

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rt ^c + .® er . Reichskanzler v Bethmann-Hollweg empfing v.^Lchelemann^ Besuch des bayerischen Justizministers

.Regiernngsrat Dr. Ernst b. Hülsen ist surrt Geb Mnrnnt^wlwden^ ^'°^^endcn Rat im Kultusnnnisterium

Das preußische Staatsministerium ist am Montag zu erncr Sitzung zusammengetreten.

^ Das Ergebnis der Berliner Kirchenwahlen läßt sich jetzt ubersehen. Es bestätigt sich, daß die L i b e r a l e n eine ganze .keihe von Kirchengemeinden erobert haben, daß es ihnen aber doch nocy nicht gelungen ist, die orthodoxe Mehrheit in der I?"otsynode zu brechen; sie werden dort über 65 gegen bisher 81 Sitze, die Orthodoxen zusammen mit der Mittelpartei ft, -»r ^ 4 ©ttmtnctt verfügen. In der Zusammensetzung der Kreissynoden ändert sich nichts.

* ~, s , r Wmwmnaugcl im giuhrgebiet nimmt zu. Da die Uber.jchlchten anfhören müssen, macht sich unter den Berq- arbeltern angesichts des zu erwartenden Lohnausfalles eine starke Bewegung bemerkbar.

Vorkcrmenroirs?ch>es.

Die Winzernot-Jnterprllation im preußischen Abgeord­netenhaus wird wahrscheinlich zwischen der zweiten und dritten Lesung des Wasiergesetzes, am Ende dieser oder zu Beginn der nächsten Woche besprochen werden. Der Landwirtschaft?- Minister hat inzwischen noch einige Eihebungen in den Wein­baudistrikten anstellen lassen.

fjeer und frTovte.

Personal Bcrändenmgen. v. Werder, Gen.-Leut. und Kommandeur dar 8. Dw., in Genehmigung seines Abschieds- aesuches wit der gcgctzlichen Pension zur DiSp. gestellt. « von Gen.-Leut. und Kommandeur der 3. Div., ml Wahrnehmung der Geschaf'e des lSeneral-Jnspekteurs der v. Gle > ch . Major im Generalstabe des 13. ENomgl Wurttemb.) Armeekorps, behufs Überweisung zum Großen General,tabe und gleichzeitiger Entsendung zur griechischen Armee nach Preußen kommandiert.

Roten Adlerorden zweiter Maffe. m»t Eiwenlaub erhielt Gen -Major z. D. Goebel bisheriger Kommandeur der 33. Feld-Slrt.-Brig.

klalottke'k«'«?.

Staatssekretär Dr. v. Lindequist weilt zurzeit in Berlin, er wird jedoch demnächst auf ein halbes Jahr eine Reise nach dem Süden antreten und dabei u. a. auch Nordafrika besuchen. Nach Äußerungen, die der frühere hochverdiente Leiter des Reichskolonialamts ostafrikanischen Pflanzern gegen­über getan hat, erscheint es nicht ausgeschlossen, daß Herr v. Lindequist im Laufe der nächsterl Jahre auch dem Schutz«^ biet Deutschostafrika itochmals einen Befuch abftatten wird.

Amerika.

Das Panamakanalgesetz. Washington, 12. Novem­ber. Nach den gegenwärtigen Absichten der Regierung soll das Panamakanalgesetz in seinen Bestimmungen über die freie Einfuhr von Schiffsbaumaterial auch Dampf­maschinen und andere Hilssmaschinen frei zulaffen. Ferner soll sich die Bestimmung über die Ausstattung von Schiffen mit Möbeln, Wüsche usw. nicht nur auf die erstmalige Aus­stattung, sondern auch auf den Ersatz während der ganzen Be- irieoszeit eines Schiffs beziehen.

Friedlicher Ausgleich zwischen Chile und Peru. San­tiago de Chile, 11. November. Die Regierungen von Chile und Peru sind übereingekommen, die diplomatischen Be­ziehungen zwischen den beiden Ländern wieder aufzunehmen, die noch bestehenden Schwierigkeiten auf friedlichem Weg zu lösen und einen Handelsvertrag zu unterzeichnen.

Ti- in Böhmen internierten Türken.

. Prag, 11. November. Bon den in Reichenberg kaser- "En 200 in Bosnien entwaffnten türkischen Soldaten sind bioyer g e st o r b e n. Ein Leutnant erschoß sich aus Furcht »or ein Kriegsgericht gestellt zu werden.

Das Rote Kreuz.

wb- Sofia 11. November. Die ausländischen Sanitäts- r to u tSc ? ou f. bcr Durchfahrt auf dem Bahnhof von Philippopel, von der Königin empfangen, die ihnen für die edel- mutlge Hil,e dankte. In Stara-Zagora wurden die Missionen von den Behörden empfangen, die ihnen ein Diner gaben.

griechische Kriegsbudgc!.

<m:. .^E?°v"Niber. Das KriegSbudget ist vom

Ministerium tn .,pohe von 300 Millionen festgesetzt worden.

Das rumänische Heer.

wbl l 1 - November. Den gesetzlichen Bestim-

mnnaen entsprechend werden am 14. November die Mann-

Kuslanö.

England.

Ankauf von zwei neuen türkischen Dreadnoughts, ^onoon, 11. Nove.miber.Gvening News" m-elidet' Di" Admiralität erwägt den Ankauf van zwei Dreadnoughts, die letzt für die Türke- in Elswick und Narrow «in Furneß ae- oau-t werden., Das Matt fügt hinzu, die Admiralität sei sich klar, -daß der Ankauf dieser zwei Dreadnoughts, die im Januar 1914 schon in Dienst gestellt werden können, durch eme fremde Nation «das Gleichgewicht der Seemacht «in Eurov- ern-sttich stören könne. ^

Gros?» Schwierigkeiten. London, 11 November Sofort nach der Vertagung deS Unterhauses wurde ein- Kabinettssrhnng emSerufen, um die NLUgeschaffmc Sltuatwn zu erwägen. Die Niederlage «der Negierung ver­anlaßt «große Schtvierigkeiten -technischer Natur da das Amendement die Wirkung ha.ben kann, daß «bic finänUcllcn Bsstimmnngen der Hom-erule-Bill ernstlich gestört werden mtd da mancherlei Hindernisse einem Widerruf des Beschtt-sscS durch «das Haus im Wege stehen. Mer das R--futtat «der Niiciderläge werden im Parlament -die kühnsten Be-mutu»äen «ebßt »mn der,Annahme zu, daß die Regierung in Anbetracht der Orientkri,e nicht zurucktritt.

Eine Regierungserklärung. London, 11 November In einer heute,abend veröffentlichten offiziellen Kundgebung erwart die Regierung, «daß sie «die heutige Mstimmung nicht als eine solche an,che, welche eine Änderung ihres Progvamm- herveizufühven geeignet sei. Insoweit als dte heutme '»w- stunmung den -am letzten Donnerstag in «der Kommission «mi» einer Majorität von 121 Stimmen angenommenen B->schIuü umstoße, werde die Regierung «Schritte tun, um die wirkliche Meinung des Hauses zu -erfahren. Die Kundgebung erinner: daran, daß Asquith in einer am 5. Oktaber in L-^^vbank qe- haltcnen Rode erklärte, er würde sich obenfalls nicht durck- derartige un«erwartete UntechausabstimmilWen «beeinflussen lassen. ' '

Das russisch-mongolische Abkommen von China nicht an­erkannt. Peking. 11. November. Anläßlich des russisch­mongolischen Abkommens fand im Hause des Präsidenten der chinesischen Republik Nuanischikai eine langdauernde außer­ordentliche Beratung statt. Wie verlautet, wurde beschlossen das Abkommen nicht anzuerkennen und die Rückkehr der Cbalchaniongolcn unter die chiitesische Herrschaft mit Waffengewalt zu erzwingen.

Abgeordnetenhaus.

Fortsetzung des DraMcrichtes in der Morgen-Ausgabe.

$ Berlin, 11. November.

In der weiteren Beratung zum Antrag Hammer, betL Verbesserung des warenhaursteuergesetzes,

führte Abg. Trimborn (Ztr.) aus: Das Gesetz vom Iah» 1900 sollte den Anreiz, sich an den Warenhäusern zu beteiligen, für das Kapital einschränken, nicht etwa die Warenhäuser'er­drosseln. Die Kommission meinte fast einstimimg, das Gesetz entspreche nicht den Erwartungen. Der Umsatz, Kundenkreis und die Intensität des Betriebes der Warenhäuser nahm zu. Zu prüfen ist, ob durch das Gesetz die gebotene Hilfe nicht noch zu verstärken ist. Allerdings, wer es chrlich meint, mutz er­klären, daß den Erdrosselungstendenzen auf dem Wege der Steuergesetzgebung nicht Rechnung getragen werden kann. Die Kommission kam fast einstimmig zu dem Antrag: Der Not­stand ist in großem Matze vorhanden, er drängt nach Abhilfe. Die Regierung sollte untersuchen, ob nicht die vorgeschlagene Verschärfung möglich sei; der § 14 ist ein Unding. In Berlin erfahren die einen Steuernachlaß, welche nicht geschädigt wer­den, während im weiteren Umkreis, soweit die Automobile der Warenhäuser verkehren, das Umgekehrte vorliegt.

Geheimer Obersinanzrat Schwarz: Die Regierung hat ein warmes Herz für den Mittelstand und verkennt nicht die großen Schäden, welche durch die Warenhäuser hervorgerufen werden. Sie prüft ernstlich diese Frage. Auf steuerlichem Wege kann nur bis zu einem gewissen Grade den Mißständ-n äbgeholfen werden. Die Erdrofselungssteuer wäre der gara»,'- tierten Gewerbefreiheit entgegen. Man darf nicht ganz über dre steuerrechtlichen Prinzipien hinausgehen. Deshalb wandte sich die R«egierung gegen den Vorschlag Hammer, die Höchst­grenze der Warenhaussteuer allgemein auf 30 Prozent der werbcsteuerpflichtigcn Erträge hinaufznsetzen. Dadurch wächst die Gefahr, daß die Warenhäuser die Steuer auf andere ab- wälzen und sich sonst schadlos halten. Deshalb ist bedarro-- licherweise nicht viel zu machen. Wenn man wünscht, daß me Warenhäuser in ihrer Tätigkeit eingeschränkt werden, so kann dies nur geschehen, daß man diese Gewerbeart entweder reichs­gesetzlich verbietet oder einschränkt. Inwieweit die bisherige Fassung des § 14 abgeändert werden kann, wird die Regierung untersuchen. Vielleicht kann bei Gelegenheit der Revision des KommiinalabgabengesetzeS erwogen werden, ob es nicht zwe«k. mäßig sei, daß diese Steuer direkt als eine Gemeindesteuer be­trachtet werde.

Abg. Schroeder-Kaffel (natl.): Die schädlichen Wirkungen der Warennäuser treten auch in kleinen Städten auf dem Land- hervor. Die Warenhaussteuer darf nicht zur Erdroffelungs- steuer werden. Wir stimmen dem Kommissionsantrag zu.

Aog. Varenhorst (sreikons.): Von dem Kommissionsantran erhoften wir eine Erleichterung für die kleinen Kauflcnte. Die Fraktion bedauert das geringe Entgegenkommen des Finanz­ministeriums, die Schädigung der kleinen städtischen Gewerbe­treibenden durch die Warenhäuser macht dort die Kommunal, lasten unerträglich. Von dem geforderten Gesetz erhoffen wir einen gerechten Ausgleich in Stadt »nd Land.

Abg. Pachnicke (Fortschrittler): Das Warenhaussteucrae- seh erreicht nicht seinen Zweck und dient auch nicht dem von uns erstrebten Schutze des Mittelstandes. Auch wir wollen an das Warenhaus-Problem Herangehen durch Reform de'- Ge­werbesteuer im Interesse des Mittelstandes. Wir können aber die Mittel des Antrags «Hammer nicht billigen.

^ Abg. «Hirsch (Soz.): Wir erklären uns gegen den Kom- Missionsantrag, der ein Ausnahmegesetz gegen die Waren­häuser verlangt.

Abg. Cahentzly (Ztr.) bedauert da§ geringe Entgegenkom­men der Regierung.

Der Kommissionsbeschlutz wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen.

Nächste Sitzung: Mittwoch 10 Uhr. Zweite Lesung des Wassergesehes. Schluß ßi/ Uhr.

Aus Stadt und Land.

Wiesbaöener Ncechrrchten.

Erzvr-cster Sergius v. Protopoposf, eine stadtbekannte Persönlichkeit, die sich in weiten Kreisen der Bevölkerung un­serer Stadt eines besonderen Ansehens erfteut, feiert nächsten Sonntag, den 17. November, sein 2 5jähriges Jubi­läum als Propst der russischen Kirche zu Wiesbaden. Herr v. Protopoposf ist in Rußland als Musikkomponist weit be­kannt. Die griechische Kapelle auf dem Nerobera, bis zulcht Eigentum der Großherzogl. Luxemburgischen Hofverwaltuna wurde vor kurzem durch die russische Regierung käuflich er­worben. Das Zustandebringen dieses Bcfitzwcchsels ist aus­schließlich der Anregung des Propstes v. Protopoposf zu ver­danken.

- Die nächste Stadtv-iorduetensihung findet Freitag, den 15. November l. I., nachmittags 4 Uhr, im Bürgersaal des Rathauses statt, und zwar mit folgender Tagesordnung: 1. Vornahme der Magistrats - Ergänzungs- Wahlen. 2. Projekt, bctr. den Umbau der K i r ch g a f f e. B"r. Bau-A. 3. Bewilligung von 16 000 M. für Verlegung von Bursauräumen und Nutzbarmachung des «Hauses Fried- richstraße 15. Ber« Bau-A. 4. .Magistratsvorlage, bctr. den Verbindungsweg zwischen C o u l i n - und B ic d i n g e n- ft r a ß e. Ber. Bau-A. 5. Bewilligung von 220 000 M. zur Beschaffung und Aufftellung einer neuen Turbine für das