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Wöckentlich (fäs 7 Ausgaben Werktäalich nachmittags, Samstags vor- n. n

7 Ausgaben

Wöchentlich

£. ScheNenberg'sche Hofbuchdruckerei,Tagblatt-Hans-.

Unterhaltungsbeilage.

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mit einer täglichen

Berliner Büro: Berltn-Wilmersdorf.

Drahtanschrift: lagbla« Wiesbaden.

Samstag, 5. Dezember 1936,

Nr. 333

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Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn, und Feiertags.

das Rüstzeug geben werde. Dazu aber gehöre die totale ErfassungderdeutschenMenschen, denn die Weltanschauung des Nationalsozialismus sei unteilbar. Um in dieser Idee und Weltanschauung festen Boden zu bekommen, müsse jeder in sich die Ent­scheidung selbst fällen. Der Nationalsozialismus lehne diesen inneren Kamps niemals ab. Aber die erkämpfte, nicht einefertig gelieferte" Weltanschauung führe die Menschen dann in die Gemeinschaft der Idee.

Bei dieser Arbeit am deutschen Menschen hat die SA. nicht nur ein großes Vermächtnis zu wahren, son­dern selbst die h e l d i s ch e H a l t u n g des national­sozialistischen Menschen vorzuleben, damit wir alle ein­mal in den Spuren Horst Wessels in Ehren eingegliedert werden können."

Stürmischer Beifall folgte den Worten des Reichs­leiters.

Bezugspreise: Für eine Bezugszeii von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2., ein» schiieguch Traglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35. zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel, nummern 10 Rpf. Bezugsdestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Tröger und alle Postanstalten. In Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.

Werftäglich nachmittags, Samstags vor- u. nachmittags Fernsprecher-Sammel-Nr. 59631.

Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höh- der 22 Millimeter breiten Spalte UN Anzeigenteil Grund, preis 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 60 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 5. Nachlakistafsel B. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestlinmten Tagen und Platzen wird keine Gewähr übernommen. Schluß der Anzeigen-Annahme 9 Zs Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

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Beschleunigung der Schweizer Aufrüstung.

Bordatierung der neuen Truppenordnung.

Bern, 4. Dez. Der Bundesrat hat am Freitag beschlossen, dem Militärdepartement die Möglichkeit zu geben, verschiedene Truppenkürper und -einheiten bereits im Laufe des Jahres 1937 neu zu ordnen. Die neue Truppenordnung sollte ur­sprünglich erst zum 1. Januar 1938 zur Einführung kommen.

Oberbrandstifter Dimitroff in Paris?

Näher an Spanien heran?

Paris, 4. Dez.Figaro" bringt ohne nähere angabe und als einzige Pariser Mörgenzeitung die daß sich der Sekretär der Dritten Internationale, troff, seit Donnerstag in Paris aufhalte.

Kerntruppe für die Tagesverteidigung der Idee."

Nürnberg, 4. Dez. Auf der Arbeitstagung des frän- | kischen SA.-Führerkorps sprach am Freitag der Beauf- g? kragte des Führers zur Überwachung der Schulung und Erziehung der gesamten nationalsozialistischen Bewe­gung, Reichsleiter Alfred Rosenberg. Er skizzierte - einleitend die Entwicklung des nationalsozialistischen Kampfes, der bewiesen Habe, daß einer neuen Welt­anschauung nicht eine Theorie oder Debatte vorauszu­gehen brauchten, sondern daß C h a r a k t e r w i l l e und -Haltung eine neue Weltanschauung wachsen ließen. Bei diesem Wachsen habe sich die SA. ein weltgeschichtliches Verdienst erworben. Man könne es heute mit Stolz sagen:Auf den Schultern der SA. wurde die Revolution zum Siege getragen!"

Die SA. aber sei, wie kaum eine andere Organi­sation, nach ihrer inneren Struktur an das L e b e n des Alltages geknüpft. Damit sei die SA. zugleich I zur Kerntruppe für die Tagesverteidigung der Idee bestimmt und es sei gut, daß der Mann im Braunhemd ebenso bei großen politischen Aktionen wie bei schweren llnglücksfällen als der unbekannte, stets bereite Helfer erscheine. So leiste die SA. im stillen Einsatz ungeheuer viel für die nationalsozialistische Idee.

Im Ausland sei vielfach aus Haß Achtung und schließlich Verständnis geworden für die weltgeschicht­liche Tatsache der NSDAP., wie sie sich aus den beiden letzten Reichsparteitagen manifestierte. Wie einst Athen den großen Verteidigungskampf der griechischen Kultur gegen das Kleinasiatentum führte, so sei Deutsch­land heute bestimmt. Europas Kultur gegen das jüdisch-bolschewistische System zu verteidigen.

Dieser Kampf verlange selbstverständlich den ge- Ulofsenen Einsatz der Menschen, denen die NSDAP.

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Die Spannung in Tsingtau.

Noch keine Zurückziehung der japanischen Truppen.

Peiping, 4. Dez. (Ostasiendienst des DNB.) Das über 700 Mann starke japanische Landungskorps, das unter dem Kommando des Oberstleutnants Takeda am Donnerstagfrllh in Tsingtau gelandet worden war, isttrotz^schärfften chinesischen Protestes bisher noch nicht zurückgezogen worden.

China fordert Zurückziehung der Landungstruppen.

Tokio, 5. Dez. (Funkmeldung. Ostasiendienst des DNB.) Der chinesische Botschafter in Tokio überreichte heute dem Außenminister Arita den förmlichen Protest der Nanking-

Jn den Klauen der GPU.

Das Schicksal eines deutschen Firmenvertreters.

Nürnberg, 4. Dez. Unter den 32 Deutschen, die in Sowjetrußland von der GPU. wegen angeblicher Sabotage" verhaftet wurden, und von denen Stickling nach einem merkwürdigenJustizverfahren" zu zehn Jahren Kerkerbegnadigt" wurde, befindet sich auch der Vertreter der Aschaffenburger Zweigstelle der Aktiengesellschaft für Zellstoff- und Papierfabrikation, Kurt Futterknecht.

Futterknecht, der die rusiische Sprache vollkommen be­herrscht, war seit zehn Jahren jeden Sommer im Auf­trage seiner Firma in Leningrad tätig. Am 22. Nov. lief bei der Zentrale der Firma in Berlin eine Depesche des deutschen Generalkonsuls in Leningrad ein, aus der hervorging, daß ihr dortiger Vertreter Futterknecht um den 10. November von der GPU. wegen angeblicher Spionage" verhaftet worden sei. Auch seine Frau, eine gebürtige Rusiin, wurde festgenommen und in das Gefängnis eingeliefert. Weder mit Futterknecht noch mit seiner Frau konnte das deutsche Generalkonsulat in Leningrad bisher in Verbindung treten.

Die Nichteinmischungspolitik.

as. Berlin, 5. Dez. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die außenpolitische Aussprache in der französischen Kammer hat gestern programmäßig begonnen. Sie wird heute fortgeführt und in ihrem Nahmen will Ministerpräsident Blum in der heutigen Sitzung eine Erklärung abgeben. Gestern stand natur­gemäß die Rede des Außenministers D e l b o s im Mittelpunkt. Sie hat, um das vorweg zu nehmen, nichts x. Überraschendes gebracht. Die an Deutschland gerichteten Worte haben die in den Reden bisher üblichen Ankün­digungen nicht überschritten. Das einzige Hindernis für eine Annäherung zwischen beiden Ländern sieht Herr I Delbos in dereinseitigen" Aufhebung von Verträgen, eine Formulierung, die kaum als sehr einladend für , Deutschland bezeichnet werden kann. Wir vernehmen jedenfalls nichts darüber, daß Frankreich nun bereit sei, x irgend etwas seinerseits zu dieser Verständigung beizu- i tragen. Es folgten einige kühle Worte über den ge- i planten Westpakt, Worte, die den Schluß zulasien, daß Frankreich weiterhin eine Ausdehnung dieser Ver- I Handlungen in der Richtung wünscht, daß sie schließlich zu Tinern allgemeinen europäischen Pakt führen, in dem die Verbündeten Frankreichs in Osteuropa eingebaut werden. Dieser Eindruck wird noch dadurch verstärkt, daß Delbos sich nochmals ausdrücklich zu dem Bünd­nis mit Moskau bekannte. Da andererseits fest- steht, daß ein Westpakt, der irgendwie aus dieses Bünd­nis Bezug nimmt, nicht möglich ist und da sich darüber auch Herr Delbos nicht im unklaren sein kann, so be- : (tätigt sich die Vermutung, daß die französische Volks­frontregierung nur ein geringes Interesse an dem West­pakt hat und daß sie in erster Linie ein e i n s e i t i g e s Bündnis mit England erstrebt, für das die

gestern von Herrn Delbos verkündeten Garantien Frankreichs für England die Vorstufe darstellen sollen. Frankreich garantiert jedenfalls nunmehr ebenso die Sicherheit Englands wie umgekehrt. In dieser Hinsicht hat die Rede des französischen Außenministers unsere Voraussagen durchaus bestätigt.

Im übrigen hat Herr Delbos zur Abwehr der gegen die Regierung Blum erhobenen Vorwürfe, daß Frank­reich durch die Außenpolitik des Kabinetts isoliert wor­den sei, einestolze Bilanz der Sympathien" aufgemacht. Er hat dabei vor allem auf die enge Freundschaft mit England verwiesen. Er hat seine Verbeugung vor den Vereinigten Staaten gemacht und hat als einzigen dunklen Fleck in dem freundlich hellen Bild Italien nennen muffen, zu dem die Beziehungengetrübt" seien. Hinsichtlich der Spanienpolitik ist Herr Delbos den Kommunisten, die nach wie vor die Einmischung zu­gunsten der Roten fordern, nicht entgegengekommen. Die französische Regierung hält an der Politik der Nicht­einmischung fest. Sie mutz das, wenn sie die guten Be­ziehungen zu London nicht gefährden will, und sie muß das, wenn, sie nicht das Tischtuch zwischen sich und den Rechtsparteien zerschneiden will. Ja, es scheint, als ob selbst Paris jetzt wegen der Zulassung von Freiwilligen bedenklich geworden sei. Bekanntlich beschäftige sich der Londoner Nichteinmischuügsausschutz jetzt mit dieser Frage, die garnicht aktuell wäre, wenn man Deutschland gefolgt und sofort die Freiwilligen in das Nichtein­mischungsabkommen einbezogen hätte.

Zusammenfaffend also kann man sagen, daß die Rede Delbos nichts überraschendes gebracht habe. Sie brachte die schon angekündigte Bekräftigung der französisch-englischen Garantie, das Festhalten an dem Bündnis mit Moskau und das Festhalten an der Politik der Nichteinmischung.

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Reichsleiter Rosenberg vor dem fränkischen SA.-Führerkorps.

Ueberall Störenfried Moskau.

as. Die ganz unmißverständliche Drohung, die der Leiter der Kommunistischen Partei des Leningrader Gebietes, einer der Stellvertreter Stalins im Sekretariat der Eesamtpartei, Schdanow, dieser Tage aus dem Rätekongretz gegen die baltischen Staaten äußerte, hat in diesen Staaten naturgemäß große Empörung hervorgerufen. Wenn Schdanow diese Staatenfaschistischer Gesinnung" verdächtigte und ihnen erklärte, daß die Sowjetsmit Hilfe der Roten Armee nach­sehen" würden, was in diesen Staaten los sei, so ist das aller­dings die offene Ankündigung eines Überfalls" durch einen Staat, dessen Außenminister in Genf garnicht ost genug vom Frieden reden kann. Die lettische Presse hat sich sehr scharf gegen diese sowjetrussische Drohung gewandt und das gleiche gilt auch für die Blätter Estlands, wo man die Sowjet­methoden ja umso besser kennt, als sich Estland schon einmal eines von Moskau angezettelten Putsches erwehren mutzte. Mer auch in Polen, wo man den Vorgängen im Baltikum von je ein besonderes Interesse entgegengebracht hat, sieht man Anlatz, sich recht kritisch mit dem Verhalten der Sowjets zu beschäftigen. Man verweist darauf, datz Estland und Lettland immer loyal den mit den Sowjets eingegangenen Nichtein­mischungsvertrag gehalten und sich an keiner Blockbildung gegen die Sowjets beteiligt hätten, sodatz keinerlei Anlag für die Moskauer Drohungen vorhanden gewesen sei. Ja, die Eazetta Polska" wirft die Frage auf, ob sich nun etwa eine Wendung in der Politik der Sowjets ihren Vertragspartnern gegenüber vollziehe, eine Wendung, die auch die anderen Unterzeichner von Nichtangriffspakten mit den Sowjets, d. h. also auch Polen, zu einer ernsthaften Prüfung der neuen Lage zwingen würde. Man sieht aus diesem Kommentar, daß War­schau keineswegs desinteressiert ist. Es scheint aber, als ob es die Sowjets für nötig erachten, auch anderwärtsnach dem Rechten zu sehen". kommen wieder Nachrichten, datz s o w - jetrusfische U-Boote der norwegischen Küste ein. außerordentlich reges Interesse entgegenbringen. Nimmt man hinzu, daß dieses Interesse sich auch in Flieger- be such en äußert, von den Spuksliegern ist ja wiederholt die Rede gewesen, so vervollständigt sich das Bild. Offenbar haben aber schwedische Marinekreise ebenfalls ein merkwürdiges Interesse der Sowjets für die schwedischen Flottenübungen und für die schwedischen Verteidigungsanlagen feststellen können. Es ist wohl kein Zufall, daß gerade jetzt der Oberbefehlshaber der Insel Gotland eine Verstärkung der Befestigungsanlagen und eine Vermehrung der Besatzungstruppen fordert. Auch da­für dürsten sehr bestimmte Pläne der Sowjets den Anlaß ge- geqeben haben. Es sind also nicht nur die baltischen Staaten, die sich besondererAufmerksamkeit" in Moskau erfreuen, son­dern auch die fkandinavischen Staaten haben Anlaß genug, den Störenfried Moskau nicht aus dem Auge zu lassen.

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Delbos vor der Kammer. Deutschland und Frankreich. Festhalten am Sowjetpakt.

Regierung wegen der Landung der japanischen Marine- trüppen in TPngtau, die als widerrechtlich, bezeichnet wird. Es wird die Zurückziehung der Truppen gefordert.

Außenminister Arita antwortete, die japanische Regierung habe in Notwehr gehandelt, da die von japanfeindlichen Elementen aufgehetzten Arbeiter in Tsingtau das Leben und das Eigentum der japanischen Staatsbürger bedroht hätten. Trotz mehrfacher Zusagen habe China bisher nichts getan, um einen Schutz der japanischen Belange sicherzustellen. Japan müsse daher den Protest Nankings als unbegründet abweisen.

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Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

84. Jahrgang.