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Drahtanfchrift: lagblatt WiesbaSen.
84. Jahrgang.
Dienstag, 1. Dezember 1936.
Nr. 329.
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Verlegung des politischen Sitzes der Komintern nach Barcelona?
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L. ScheNenbergftche Sofbnchdrnckeret, Lagblatt. Haus'. Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, nutzer Sonn, und Feiertags.
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Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.
„Sowjetpoesie."
Dem ersten Meister des mörderischen Feuers.
Warschau, 30. Nov. Rach einer Moskauer Meldung, die über Reval nach Warschau gelangt ist, übergab eine Abordnung aus den Muntionssabriken in Tula während des 8. Sowjetkongresses das neueste Modell eines Sowjetmaschinengewehres. Das Maschinengewehr soll Stalin mit folgenden Worten gewidmet sein: „Dem ersten Meister des mörderischen Feuers." Stalin habe sich bei der Abordnung für die Erhöhung der Waffen- und Munitionserzeugung bedankt.
Radikalsozialisten gesonnen, nach der Pfeife der Kommunisten zu tanzen. So haben sowohl Außenminister Delbos wie der Kriegsminister Daladier und auch Blum selbst auf die Gefahren der innenpolitischen und damit auch der außenpolitischen Lage aufmerksam gemacht. Diese Warnung in letzter Stunde, wie man die Reden wohl bezeichnen kann, hat rn Pariser politischen Kreisen starken Eindruck gemacht, zumal der Kriegsminister darauf verwies, daß die Streiks in der Metallindustrie verhängnisvolle Folgen für die Landesverteidigung haben könnten. Die Regierung Blum befindet sich also in einer schwierigen Lage. Die Kommunisten fordern von ihr eine klare Stellungnahme für die Roten in Spanien, wodurch Paris in einen Gegensatz zu London geraten würde. Die bürgerlichen Kreise warnen sehr nachdrücklich vor der kommunistischen Gefahr. Eine Regierungskrise lregt bei den derzeitigen Verhältnissen im Bereich der Möglichkeit. Durch den Rücktritt der Regierung Blum wurde eine bedenkliche Lage geschaffen, und in diesem ^all ginge der Riß mitten durch die.Sozialradikale Partei hindurch. Richt zuletzt aus diesem Grund dürfte man freilich alles tun, um den Ausbruch der offenen Krise zu verhindern. Ob dies in Wirklichkeit gelingt^wird nicht zuletzt von dem Kommunistenhäuptling Thorez abhängen.
„Tag der nationalen Solidarität."
I« diesem Jahre am Samstag, 8. Dezember 1936.
Berlin, 30. Roo. Der „Tag der nationalen Solidarität" findet in diesem Jahre am Samstag, 5. D e z e m b e r, statt. Wie bisher werden auch in diesem l Jahre wiederum die führenden und bekannten Persönlich- F leiten aus Partei, Staat, Kunst und Wissenschaft für das : Winterhilfswerk sammeln. Die Sammlung wird in den i Nachmittagsstunden des 5. Dezember durchgeführt.
Der „Tag der nationalen Solidarität" 1935 erbrachte i fast 4,1 Millionen RM. zugunsten des Wmterhilfs- | werkes. Er muß auch in diesem Jahre ein voller Erfolg i we rden. ________________
Berufung Professor Gerlachs
an eine Hochschule im Reich.
Berlin, 30. Nov. Professor Dr. Verlach, Ordinarius k an der Universität Basel, hat einen Ruf an eine | Hochschule im Reich erhalten. Diese Berufung gewinnt inso-
etingspreiie: Für eme Bezugszelt von 2 Wochen 94 Rpf-, für einen Monat RM. 2.—, ent. Mtehnch Traglohn. Durch die Poft bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel, nummern 10 Rpf. — Lezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, ote Träger und alle Postanstalten. — In Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.
Mitteilungen des „Matin".
„Matin" will nähere Ausklärungen über die Absichten Sowjetrußlands machen können, insbesondere hinsichtlich der zukünftigen Tätigkeit der Komintern. Die Unterzeichnung des deutsch-japanischen Abkommens, so schreibt das Blatt, habe in Sowjetrußland einen sehr viel stärkeren Eindruckgemacht, als man dies allgemein glaubenmachenwolle.
Paris, 30. Nov. Eine Gruppe in Moskau ist, wie ^r „Matin" meldet, der Ansicht, daß Sowjetrußland sich nicht eher in einen Konflikt einlassen dürfe, bevor es nicht einer zumindesten wohlwollenden Haltung der bürgerlichen Staaten sicher sei. Zu diesem Zweck habe man vorgeschlagen, den politischen Sitz der Komintern aus Sowjetrußland zu verlegen. Es hano.e sich jedoch nur um das politische Sekretariat, während der technische Dienst und die Geheimarchive nach wie vor m Moskau bleiben sollten. Die Versammlungen der Dritten Internationale aber sollen in Zukunft an dem neuen Sitz stattfinden.
Der ursprüngliche Gedanke, das politische Büro der Komintern nach Paris zu verlegen, sei aufgegeben worden, da man eine zu heftige Reaktion der franzo-ischen Öffentlichkeit befürchte. Es scheine jedoch, als ob man sich nunmehr aus Barcelona geeinigt habe. Diese Lösung habe nach Ansicht der bolch^ wistischen Kreise auch den Vorteil, den Kampf endgültig nach dem Westen Europas zu übertragen. Die katalanischen Behörden hätten schon ihre begeisterte Zustimmung zu diesen Plänen gegeben.
Die Mobilmachung des Bauerntums.
NSK. Eine Woche lang war das Führerkorps des Reichsnährstandes in der alten Reichs- und jetzigen Relchsbauern- stadt Goslar versammelt. Aus den Orts-, Kreis- und Landesbauernschaften waren die Männer dieses Führerkorps dem Rufe des Reichsbauernführers gefolgt, um zu der wichtigsten und bedeutungsvollsten Tagung des Reichsnährstandes im Laufe eines Jahres zusammenzutreten. Und es ist diesem 4. Reichsbauerntag eine besondere Bedeutung zugesallen, da er kurz nach dem Eintritt der Nation in den Kampf um Durchführung und Erfüllung des Vierjahresplans abgehalten wurde. Das eine Wort des Reichsbauernführers zu dieser Tatsache: „Reichsnährstand an die Front!" kennzeichnet und ebenso charakterisiert klar und eindeutig die willensmatzige Einstellung des Führerkorps des Landvolkes und der Ernährungs- Wirtschaft zu den neuen Aufgaben wie dem Inhalt der ganzen Tagung. A
Angesichts der ernährungspolitischen Lage Deutschlands sicht im Vordergrund aller kommenden Arbeiten des Landvolks selbstverständlich eine w e i t e r e P r ob ui 11 o ns ste i g e - rung auf fast allen Gebieten der Landwirtschaft. Die Rechenschaftsberichte der Reichshauptabtcilung II des Reichsnahr- siandes auf diesem 4. Reichsbauerntag haben das uberraschende Ausmaß der auf den verschiedensten Gebieten erreichten Erzeugungssteigerung gezeigt. Trotz °^dem aber konnte man sowohl auf den Kundgchungen als auch im Gespräch der Bauern- sührer untereinander seststellen, daß die in Goslar versammelten Bauernführer sich darüber im klaren waren, dag trotz des bisherigen Erfolges in der Erzeugungsschlacht die Ertrage in den kommenden Jahren sich noch mehr steigern muffen.
Die Wirtschaftsbelebung durch die Arbeitsschlacht, das Wiedereinfügen von 6 Millionen arbeitslosen Volksgenossen in feen Arbeitsprozeß und der mit der stetigen Erhöhung des Volkseinkommens gleichlaufend erhöhte Nahrungsmittelverbrauch hat der deutschen Landwirtschaft Aufgaben gestellt, an die vor Jahren noch niemand auch nur in kühnsten Traumen gedacht hätte. 2m Gegenteil, die Agrarpolitik früherer Zeit mußte darauf bedacht sein, die einheimischen Erzeugnisse , überhaupt aus dem Markt unterzubringen, weil aus den Raumen der Weltwirtschaft, aus in der Hauptsache sogen. „Primltiv- ländern mit jungfräulichem Boden",— wie Staatssekretär Backe sich ausdrückte — den einheimischen Markt hemmungslos überschwemmten. Man hätte sich in damaliger Zeit bestimmt nicht vorstellen können, daß einmal eine Zeit kommen würde, da vom Menschen und vom Boden das Letzte, aber auch Allerletzte abverlangt würde, um soviel Ertrage zu schassen, wie es sich nur eben ermöglichen ließe. Und doch ist dieses schier Unglaubliche wahr geworden, und heute ist es sogar so, daß in der Landwirtschast die Fachkräfte fehlen, um wirklich die Kräfte des Bodens restlos nutzen zu können.
as. Berlin, 1. Dez. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Roch bevor in der Kammer die Beratung des Haushalts begonnen hat, die fast regelmäßig eine innenpolitische Krisenstimmung auslöst, hat sich in Frankreich die innenpolitische Lage zugespitzt. Ein Pariser Blatt meint, daß die Temperatur auf 38,1 Grad gestiegen sei. Zwar sei die Krise noch nicht eintreten, der kommunistische Bazillus treibe aber das Fieber um einen Punkt hinauf, was der Gesundheit der Regierung Blum wenig zuträglich sei. Zurückzuführen ist diese Krisenstimmung aus die n e u e Kampfansage des Kommuni st enfuhr er s Thorez, der, wie schon kurz berichtet wurde, der Regierung Blum die Gefolgschaft kündigt für den Fall, daß die Regierung an der Nichteinmischungspolitik Spanien gegenüber festhalte. Dabei hat Thorez aber nur von einem Bruch mit der Regierung Blum, nicht etwa mit der Volksfront gesprochen. Thorez denkt sich offenbar auf Moskauer Einflüsterungen hin, daß die jetzige Regierung, vor allem Blum, Delbos und Daladier, durch Männer ersetzt werden können, die der Sowjetunion und der Sache des bolschewistischen Spaniens mehr geneigt sind, ohne daß dabei die Volksfront zusammenbricht. Daß hierbei schon längere Zeit Namen wie diejenigen des sowjetfreundlichen Herrrot und Cvt fallen, mag in diesem Zusammenhang nur erwähnt werden. Andererseits sind aber keineswegs alle Kreise der
Für das deutsche Landvolk war der Start 3um Einsatz im neuen Vierjahresplan des Fuhrers das wichtigste Thema. Wie der Beauftragte des Führers, Ministerpräsident Generaloberst Göring, zum Abschmg der Tagung in seinem leidenschaftlichen Appell und mit seinem unbeugsamen Willen dem ganzen Bauernstand in das Herz gebrannt hatte, was die Nation in der Stunde der Rot von ihm verlangt, erwartet und an Einsatz fordern muß. So gab Staatssekretär Backe in seiner grundlegenden Rede die Richtlinien bekannt, nach denen sich der neue Einsatz der Ernährungswirtschaft, der sich praktisch als die Weitersührung der Erzeugungsschlacht auswirkt, ausrichten muß. Drei Dinge sind es, die in erster Lime beachtet werden müßen: Mehrerzeugung, Vorratswirtchast und schließlich die geistig-seelische Einstellung der Menschen auf die durch den neuen Vierjahresplan aufgestellten Forderungen.
Dabei kann man im Rahmen des Vierjahresplanes zum Kreis der Ernährungswirtschaft im allgemeinen Sinne auch den Verbraucher rechnen, denn die Aktion .Kampf dem Verderb" und die Forderungen einer volkswirtschaftlich ausgerichteten Verbrauchslenkung sind im besonderen Maße gerade an den Verbraucher gerichtet. Dabei ist gerade bei der Verbrauchslenkung z. B. auf die Notwendigkeit eines stärkeren Fischverzehrs hinzuweisen, denn Fisch ist wohl das einzige Nahrungsmittel, das in praktisch unerschöpflichen Mengen zur Verfügung gestellt werden kann. o .
Überaus zahlreich sind die einzelnen Gebiete der Landwirtschaft, die in Zukunft eine wesentliche Mehrerzeugung erreichen müssen. Es wird z. B. notwendig sein, die verschiedenen Meliorationsobjekte baldmöglichst der Nahrungsgütererzeugung nutzbar zu machen. Auch der Flurbereinigung wird in Zukunft stärkere Beachtung geschenkt werden, sind es doch noch etwa 3 700 00 Hektar, die durch Zusammenlegung und
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Größere Anzeigen mässen spätestens einen Tag vor bem Erichemungsiage aufgegeben werben.
Der Judenklüngel in der Sowjetunion.
Moskau, 30. Nov. Eine anderthalbstündige Rede des Vorsitzenden des Rates der Volkskommisiare, Molotow, vor dem Rätekongretz bestand in dem Schema, das den meisten Kongreg- rcden zugrunde gelegt war: In der Verherrlichung der ,,«ow- jetöemotratie“ und in hemmungslosen Beschimpfungen gegen den „Faschismu s", die offenbar eine Antwort auf die Rede des letzten Nürnberger Kongreßes der NsDAP. dar- ftellen sollen. Bekanntlich hatte es damals die Sowfetpreße vorgezogen, die Nürnberger Anklagen gegen den Bolschewismus vor der Öffentlichkeit der Sowjetunion voll und ganz zu verschweigen.
Molotow sprach nunmehr von „modernen Menschen- fresiern" und führte als Beispiel dafür — die deutsche -mden- gesetzgebung an. 2hr gegenüber betonte er, daß die bolsch^ wistische Auffassung der Judenfrage sich mit einem Ausspruch Stalins decke, der erklärt hätte, daß der „Antisemitismus als gefährlicher Rest des Kannibalismus für die werktätigen Maßen besonders bedrohlich" sei. Aktiver Antisemitismus werde in der Sowjetunion mit dem Tode bestraft. Ferner erklärte Molotow, daß die Haltung des Bolschewismus zur Judenfrage dadurch bestimmt sei, daß das jüdische Volk den „genialen Befreier der Arbeiterklasse Karl Marx hervorgebracht habe. 3n der Sowjetunion wurden die Juden als „talentierte Organisatoren und Verteidiger der Sache des Sozialismus" gefördert. . .
Schließlich kam Molotow auch auf das deut, ch - fapa- nische Abkommen gegen die Komintern zu sprechen und versuchte es als eine „Verschwörung gegen den Frieden" hmzu- stellen. Dabei verftieg er sich zu der Behauptung, daß der Kommunismus den Frieden, die gegen ihn gerichteten Kräfte jedoch den Krieg bedeuteten.
fern besondere Bedeutung, als Profeßor Gerlach m der letzten Zeit im Mittelpunkt des allgemeinen Jntereßes stand. Wie erinnerlich, ist die durch den Regie rungs rat des Kantons Basel-Stadt verfügte fristlose Entlassung des Pro- feßors Gerlach durch den Spruch des Appellationsgerichtes vom 23. November 1936 aufgehoben worden. Profeßor Gerlach ist damit auch in der Schweiz restlos rehabilitiert und in fein Amt in der Baseler Universität wieder eingesetzt.
Kabinett Blum in Nöten.
Der Gegensatz Blum—Thorez. — Die Warnungen des Kriegs- und des Außenministers
„Eingeschränkte Beleuchtung"
von Beginn der Dunkelheit bis 20.30 Uhr.
„Verdunkelung" von 20.30 bis 22 Uhr. Volksgenossen, zeigt heute Luftschutzdisziplinl
