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Wiesbadener TaMt

Druck und Berlaa: 7 Sl««aaben SMtäalidlwutimitt6gs,Samstags owu.li

32.

7 Ausgaben

Druck und Verlag:

Wöchentlich

NnierhalttmgSbeilage.

mit einer täglichen

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84. Jahrgang.

Montag, 16. November 1936,

Nr. 315.

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Sitzung des Nichteinmischungsausschusses gegen Sowjetregierung gerichtet hatte.

Die Unterredung EdenGrandi.

Sowjetruglands Rolle in den spanischen Wirren.

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L. ScheUenberglche Hosduchdruckerer, ^Tagblatt-Hau»-. Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends außer Sonn, und Feiertags.

Ber,türkte Agitation ausländischer Kommunisten

im Antwerpener Hasen.

m-ifäaU» nachmittags, Samstags UM. nachmittags Fernsprecher-Sammel-Rr. 59631.

Berltnrr Büro: Berliu-Wilmersdorf.

reiter zu machen. Auch das erscheint als em bedeut­samer Hintergrund dieses großen Länderkampfes, der weit über die ja ohnehin bestimmt nicht kleine Sportge­meinde mit starkem Interesse verfolgt worden ist.

s$ür Berlin brachte der Länderkampf zeitweise saft .olympische" Bilder. 65 Sonderzuge hatten Volksgenossen aus allen Teilen des Reiches, teilweise schon am Samstag, nach Berlin gebracht. Dazu konnte man in den Berliner Straßen Autobusse aus allen deut­schen Gauen sehen. Kein Wunder also, daß bei dieser Invasion" schon am Sonntagvormittag rn den Haupi- verkehrsstraßen, vor allemUnter den Linden em großes Gedränge herrschte. Daß das Rlefenstadron brs auf den letzten Platz gefüllt war, und daß es am Vor­mittag noch eine große Schlacht um dreertz zu dieser Frist zur Ausgabe gelangten 4000 Schülerkarten gab, braucht kaum besonders betont zu werden Schon früh­zeitig setzte die Völkerwanderung zum Stadion em Vor dem Stadion standen lange vor Spielbeginn Tausende, die keine Karten erhalten hatten und die nun ähnlich wie bei den Olympischen Spielen den bekannten Per­sönlichkeiten und den Spielern bet der Anfahrt zu­jubelten. Im Stadion selb st aber J P t e 11 e eigentlich alles mit. Ern,feder wurde gepackt, es aab Augenblicke, m denen die über 100000 Zu­schauer wie auf ein geheimes Kommando von ihren Sitzen aufsprangen und klatschten. Es gab aber auch Augenblicke der Spannung, m denen eine fast unheim­liche Ruhe über dem Stadion lag. Meist aber äußerte sich die Begeisterung und die Anteilnahme rn lauten Kundgebungen, woran die italienischen Zuschauer, die alle Fähnchen in ihren Landesfarben mitgebracht hatten,* sich besonders hervortaten. Mancher Zuschauer hat sicher noch heute mit Heiserkeit zu kämpfen. Auch Petrus hatte volles Verständnis für die Bedeutung des Fußballänderkampfes. Er bescherte Berlin einen schönen und gänzlich regenfreien Novembersonntag.

London, 16. Nov. (Funkmeldung.) Der diploma­tische Korrespondent desDaily Telegraph" hält es für wahrscheinlich, daß in der Unterredung zwischen Außen­minister Eden und dem italienischen Botschafter Grandi am Samstag die Rolle Sowjetrußlands im spanischenBürgerkrieg besprochen worden sei. Der Korrespondent erinnert in diesem Zusammenhang an die schweren Angriffe, die Grandi in der letzten die

Aktion in ganz Belgien mit dem Ausgangspunkt Ant- meiT)eiiei6tanbaaib hat, ohne einen unmittelbaren Zusam­menhang "mit den Vorgängen m Antwerpen herzustellen, die Reaierunq aufgeforbert, ein wachsames Auge auf die Tattg- ^it bes sowjetrussischen Gesandten in Brussel, Rulbimn, zu rt- k-n Das Blatt behauptet, baß in der sowfetrusilschen Ge­sandtschaft in letzter Zeit wiederholt Zusammenkünfte kommu­nistischer Agitatoren stattgefunben hatten.

DasInternationale Bataillon" verlor über 200 Tote.

Zwei rote Flieger abgeschossen.

Lissabon, 16. Roo. (Funkmeldung.) über den Tender Sevilla gab General Qneipo de Llano in seiner Ansprache am Sonntagabend noch bekannt, daß bei den erbitterten Kämpfen im südlichen Madrid das vollständig geschlagene Internationale Bataillon" übe t 200 T o t e, zwei Tank- und viel anderes Kriegsmaterial zuruckgela,sen hat. Werter berichtet der General, daß am Sonntag auch zwe, rote Flieger in der Umgebung Madrids abgeschossen wurden.

Weitere Fortschritte der nationalen Truppen in Madrid.

Baris, 16. Nov. (Funkmeldung.) General Qneipo de Llano hat, wie hier bekannt wird, in der Nacht zum Montag noch ein Ferngespräch mit General Franco geführt, der,hn von dem Fortgang der Operationen vor und ,n Madrid unterrichtete. Danach haben die nationalen Truppen ihren Vormarsch fortgesetzt nnd weitere Straßen, rüge i« Madrid eingenommen.

St Sean de Luz, 16. Nov. (Funkmeldung^) Eene- ral Queipo de Llano hak am spaten Somitag- adenb über den Sender Sevilla folgendes amtliches Telegramm des Generals Franco aus Salamomca ver­lesen wobei er bemerkte, baß er den Befehl des Gene­rals Franco habe, bas Telegramm wörtlich und ohne jeden Kommentar weiterzugeben:

Seit dem srühen Morgen haben an der Front von Madrid die roten Milizen angegriffen, worauf sich em h e s - tigesEefecht entwickelte, das bis 1 Uhr mittags dauerte. Zu dieser Stunde waren die Roten nicht nur bis zu ihren Stellungen zurückgeworsen waren, sondern es wurden auch unter heftigem Eewehrseuer und Handgranaienangrifsen die Gräben ihrer Verteidigungslinien ein­genommen. Die Roten haben zwei Eisenbahnbrücke« der Nordbahn über den Manzanares, ungefähr 300 Meier vom Nordbahnhos entfernt, gesprengt. Von diesem Augenblick an begann der Angriff mit Tanks, denen Infanterie folgte, die in ihrem Angrissseiser sogar die Tanks überholte. Die Universitätsstadt wurde vollkommen eingenommen. Daraus setzten um 17 Uhr drei Abteilungen unter Führung des Obersten Ssague den Vormarsch über Bolilla, Paseo de Rosales nnd in die Straßen von Madrid fort, wobei ein merkliches Nachlassen des rote« Widerstandes festzustellen war."

Der General schloß mit einemViva Espana!"

Über die oben geschilderten Kümpfe wird noch bekannt: Um die Widerfkandslimen der Roten zu brechen, mußten alle Kräfte eingesetzt werden, da unter sowjetrusftscher Leitung me Linien und Gräben auf das mobernste angelegt waren. Mäh-

Brüssel, 16. Nov. Die Etreikhetze. bie seit einiger wieder im Antwerpener Hafen von den Kommunisten getrieben wirb hat zu ber Verhaftung von zwei kommuaistischen Hetzern geführt. Eine Untersuchung ist eingeleitet worden. Der Be­hauptung, baß bei vor einigen Tagen ausgebrochene Teilstreik spontaner Natur gewesen sei, trtten letzt die Antwerpener Zei- tuna Metropole" und andere Blatter mit Veröffentlichungen entgegen, aus denen sich einwandfrei ergibt, daß die Kommu­nisten wiederum eine methodische und zielbewusste Agitation im Antwerpener Hafen entfalten. Es wird daran, Angewiesen, datz der internationale Unruhestifter Fimmen aus Holland der bereits in den Iunistreiks eine erhebliche Rolle gespielt habe in der letzten Zeit wiederholt in Belgien gewesen ,et, um mit den belgischen Kommunisten zwecks weiterer Aktionen in Füh­lung zu treten. Die Regierung van Zeeland wird aufgeforoert, Fimmen das Betreten belgischen Bodens künftig zu, verbieten. Außer Fimmen seien noch andere auslandifche Agitatoren in Belgien tätig. Mehrere von ihnen hatten m Antwerpen ihren ständigen Wohnsitz, andere hielten sich nur vorübergehend dort auf. Es sei erwiesen, datz diese revolutionären Hetzer sichhoher und mächtiger Protektionen" erfreuten, die sogar bis zur Unterbindung polizeilicher Untersuchungen-ginaen. Die,e Agi­tatoren seien im Besitz erheblicher ausländischer Geldmittel. Die Blätter warnen die Regierung vor diesen Manovern, die «n Anz-'che» für dje Vorbereitung emer kommunistischen

Das Lebensrecht Ungarns.

Eine der größten Irreführungen des sogenannten Versailler Vertrags war Artikel 8, der Deutschland und seine ehemaligen Verbündeten zur Abrüstung zwang. Der weiteren Pflicht der übrigen Volker, be­sonders der Großmächte der früheren Entente auf Grund dieses Artikels des Völkerbundspaktes ihrerseits nun ebenfalls abzurüsten, ist niemand nachgekommen ,m Gegenteil, sie haben einen Wettlauf im Hochrusten aufge­nommen. Daß diese Pflicht zur.Abrüstung» nicht nur rechtlich, sondern auch moralisch bestand, das ist selbst von der Gegenseite offen zugegeben worden und von dem britischen Außenminister Henderson tp ker Sit,ung bc5 Völkerbundsrates vom 20. Januar 1931, die dre Ein­berufung einer Abrüstungskonferenz zum Gegenstand hatte mit aller Eindeutigkeit erklärt worden. In diesem Sinne besteht das Verlangen Ungarns nach Aufrüstung und Gleichberechtigung zu vollem Recht. Der Friedensvertrag von T r i a n on ist mit der allgemeinen Aufrüstung hinfällig geworden^ und das Ergebnis der Wiener Konferenz, worrn auch Italien und Österreich - Ungarn die Berechtigung der Aufrüstung zuerkennen, ist nur eine natürliche Folge­rung aus den Verstößen der übrigen Nationen und ent­spricht einem Grundprinzip der Gerechtigkeit. Die Dro­hungen der Kleinen Entente, diese Rustungsgleichberech- tiquna Ungarns nicht anerkennen und sich ihr Mit allen Mitteln entgegenstellen zu wollen, verringern tn keiner Weise dieses Lebensrecht Ungarns auf die notwendigste Selbstverteidigung. Rings umgeben von Nachbarn dre bis an die Zähne bewaffnet sind dre sich, wie die Tfchecholsowakei und Rumänien, mit französischem Solde eine moderne Aufrüstung gestatten konnten, muß auch Unaarn zur Selbstverteidigung die Mittel erhalten, dre

-?! E«n° des Betruges dn Arttl-I- S w- entölten nai. Aalten ha, scheu d,-,-- R-Ht Ungarns anerkannt und ist ber jeder Gelegenheit für Ungarn eingetreten. Es ist auch kerne Fkuge, daß Deutschland dem ungarischen Standpunkt volllg bersteht Haben wir es doch in dem vergangenen Jahrzehnt selbst bitter empfinden müssen, was es heißt der Gnade und Ungnade schwer gerüsteter Nachbarn überantwortet zu sein. Deutschland hat von sich aus dre rechtlichen Folge­rungen gezogen, die ihm die dauernde Vertragsver­letzung der anderen Mächte an die Hand gegeben hat und hat sich seine Wehrsreiheit und damit ferne Ehre selbst wiedergegeben. Die Türkei und Österreich haben sich ebenfalls der Rüstungsbeschränkungen entledigt em natürliches Recht. Wenn jetzt Ungarn ebenfalls ferne Schlußfolgerungen zieht und zur Wiederaufrüstung schreitet, so ist das sein unantastbares g u t e s R e ch t. Gerade in England, wo eben die Aufrustungsdebatte zu Ende ist, hat man Verständnis für drese ungarischen Wünsche. Um Konflikte zu vermeiden, mochte man

Anzei-enm«,«. Ein Millimeter Höhe de. ' Xextteiiel6o'1«pfe,alfonftnlau^Preisliste Nr. 5,

nrets 7 Rps., der 85 Millimeter breiten Spalte mr Teilten w wu i i * uni) Plätzen StaÄi B. - Für die «nfnahme °°n » ?Lahm7sV-Uhr vormittags.

W UeM ooö Bit itDlieniiöien Soröen.

Sport und Politik. Futzball-Länderkampf DeutschlandItalien 2:2. Einsatzbereit und widerstandsfähig.

Berlin im Zeichen des Länderkampfes.

as. Berlin, 16. Nov. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die Reichshauptstadt stand gestern völlig im Zeichen des großen Fußballänderkampf es Deutschland Italien, eines Kampfes, der alle ° Rekorde brach, die jemals in Deutschland bei seinen .olympischen Veranstaltungen ausgestellt wurden. Uber [ die rein sportlichen Leistungen hinaus kommt der gestri- ' gen Veranstaltung auch eine gewisse politische B e - : d e u t u n g insofern zu, als dieses Ländertresfen zwei- - fellos geeignet war, die guten Beziehungen zwischen 1 beiden Ländern, die um den Sieg rangen und sich mit ! einemUnentschieden" (2:2) begnügen mußten, weiter zu fördern. In italienischen Blättern ist gerade : auf diese Bedeutung des Länderkampfes mehrfach ver- W wiesen worden, wie denn überhaupt heute der Sport zu denjenigen Mitteln gehört, die sehr geeignet sind dre F Politik zu unterstützen. So war es auch charakteristisch, ' daß die KdF.-Fahrer aus der bayerischen Ostmark, die gestern zu dem Kampf nach Berlin gekommen waren, ; ein in Heimarbeit hergestelltes hölzernes Abzeichen f trugen das das Hakenkreuz und die italienischen Farben M. nebeneinander zeigte. Auf der anderen Seite wird rn italienischen Berichten mitgeterlt, daß es m Rom, wo große Menschenmengen sich vor den auf Straßen und Plätzen aufgestellten Lautsprechern angesammelt hatten, W um der Übertragung des Spiels zu lauschen, zu herz­lichen Beifallskundgebungen kam, als während der Pause des Spiels durch den italienischen Rundfunkansager der Gruß des Relchssportfuhrers von E Tfchammer-Osten an die italienische Sportgemeinde | übermittelt wurde. In beiden Landern ist überdies der Sport eingebaut in die Bemühungen, d,e Volker durch gesunde Lebensweise widerstandsfähiger und ernsatzbe-

305 im Wiel oon MW eiWWMU DasInternationale Bataillon" vernichtend geschlagen.

renb der Kämpfe wurde bas [»genannte ..Internationale Bataillon" vernichtend geschlagen. Die roten Aülizen wur­den von ihrer sowjetrufsischen Führung m großen Massen gegen die Linien der Nattonatisten, geworfen oh^ Rücksicht auf die dadurch verursachten großen W

Seher der zurück wich, wurde sofort erschossen. Trotz btejer verzweifelten Maßnahmen und trotz Verwendung des neiwta sowjetrussischen Kriegsmaterials wurden die roten Linien glatt durchbrochen.

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