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®a6> Hat er die Schurken erreicht, und seine Waffe , banden sie und wachten bei ihnen bis zum frühen Morgen. ganz in Schieferfelsen eingebettet liegt, damit kein Laut Pflichtgefühl bei dem Schreihals mehrere Nächte hinter«

laust aus die Schulter des links laufenden Räubers; der I Der wollte schier nicht kommen, so erregt waren die nach außen dringe, mit seinen Druckmitteln die siebzig- einander gewacht, und da sei Re in der letzten Nacht so

Nr. 310.

Mittwoch, 11. November 1936.

84. Jahrgang

päi scheu Friedens bezeichnet hat.

as.

Mit der Einreichung der Beweisanträge von deuticher Seite ist in den nächsten Tagen zu rechnen. Voraussichtlich wird auch die Witwe des Ermordeten, Frau Hedwig Eust-

I on, persönlich über die Mordhetze gegen ihren Mann und die Ereignisse am Mordtage vernommen werden.

Wenn in der Meldung der Hoffnung Ausdruck gegeben wird, daß der Prozetz nur wenige Tage in Anspruch nehmen wird, so ist diese Annahme infolge des klaren Tatbestandes der Ermordung berechtigt. Es erscheint aber fraglich, ob in so kurzer Zeit auch die Frage der Hintergründe der Tat und die Hintermänner des Täters mit der Ausführlichkeit er­örtert werden kann, die ein Attentat von so hochpolitischer Be­deutung wie die Mordtat von Davos erfordert. Die von der deutschen Presse und auch einigen Schweizer Zeitungen in den letzten Tagen angeprangerten Versuche des internationalen Judentums in aller Welt, dem Mörder hilfreich zur Seite zu stehen und seine Verurteilung zu hintertreiben, lassen erkennen, daß der M ö r d e r n i ch t a l l e i n st e h t. Es wäre auch zu klären, ob er noch andere Mordtaten beabsichtigt hat.

Voraussetzung für eine schnelle Abwicklung des Prozesses dürfte ferner' die Beschränkung der Verteidigungsmatznahmen für den Mörder auf das eigentliche Verhandlungschema sein. Zahlreiche jüdische Presseäußerungen lassen erkennen, datz man von jüdischer Seite plant, die Verhandlung zu politischen An­griffen gegen die deutsche Heimat des Ermordeten und die nationalsozialistische Bewegung zu mißbrauchen. Man wird für diesen Teil eingehende deutsche Erwiderungen umso weniger zurückweisen können, als ja nach der Mordtat von schweizerischer Seite die Auflösung der Landesgruppe Schweiz der NSDAP, aus Gründen verfügt wurde, wie sie auch in den Pressefeldzug gegen Eustloff eine Rolle spielten.

Verhandlungen auf die Interessen Polens Rücksicht nehmen würden. Auf eine weitere Frage antwortete der polnische Außenminister, datz die Beziehungen zwischen Polen und Ungarn gut seien, und gab der Hoffnung Ausdruck, datz diese guten Beziehungen die Grundlage für eine allgemeine Ver­ständigung im Donauraum abgeben würden. Ab- schliehend erklärte er, datz er von seinen Besprechungen in London sehr befriedigt sei. Man dürfe jedoch von derartigen Besprechungen nicht allzu viel er­warten, da man sich über die Grütze der vorhandenen Schwierigkeiten klar sein müsse.

Göring regelt den Arbeitseinsatz.

Sechs Anordnungen zur Durchführung des Vierjahresplans.

(Von unserer Berliner Schriftleitung.)

Da sich dank des nationalsozialistischen Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit die Lage insofern völlig ver­schoben hat, als nicht mehr die Frage der Unterbringung der Arbeitslosen im Vordergrund steht, sondern viel­mehr, vor allem für die Metallindustrie und das Bau­gewerbe, die Frage, wie die erforderliche Zahl von Facharbeitern sichergestellt werden kann, so war es klar, datz zur Durchführung des Vierjahresplanes eine Rege­lung des Arbeitseinsatzes erfolgen mutzte. Das ist nun­mehr geschehen durch sechs Anordnungen, die Minister­präsident Göring erlassen hat und die imReichs­anzeiger" veröffentlicht wurden. Sie gehen alle von dem Gedanken aus, datz die Durchführung des Vier­jahresplanes nur gelingen kann, wenn keine Arbeits­kraft im deutschen Volk ungenutzt bleibt und wenn jede Arbeitskraft an der richtigen Stelle eingesetzt wird. Man hat dabei bewutzt eine Schematisierung und Reglementierung vermieden, man hat aus diesem Grunde auch keine neuen Gesetze gemacht, sondern man hat Anordnungen veröffentlicht, die jeder­zeit leicht den Erfordernissen der Praxis angepatzt wer­den können. Dabei kann natürlich auch gegen die­jenigen, die böswillig gegen diese Anordnungen ver- stotzen, oder die sich gar einer Sabotage an der Durch­führung des Vierjahresplanes schuldig machen sollten, mit Strafen vorgegangen werden. Aber der Sinn aller dieser Anordnungen ist, nach Möglichkeit keinen Zwang auszuüben, vielmehr an die Vernunft und damit an die staätspolitische Einsicht vor allem des Unternehmertums zu appellieren, diesem Unternehmertum die neuen Pflichten vor Augen zu führen und ihm zunächst eine Selbstkontrolle zu ermöglichen, inwieweit er diese Pflichtey heute erfüllt oder in der allernächsten Zukunft zu erfüllen bereit ist. So sind die verschiedenen Melde­fristen, beispielsweise über die Lehrlingshaltung oder über die Einstellung älterer Angestellter so gelegt, datz sie dem Unternehmer eine Korrektur ermöglichen, falls in dieser Hinsicht bei ihm Mängel abzustellen sind. Auf Grund solcher Meldungen wird dann zunächst mit dem Unternehmer verhandelt werden, um ihn dort, wo er selbst diese Korrekturen nicht vornimmt, zu den nötigen Maßnahmen zu veranlassen. So atmen diese Anord­nungen, die sich sämtlich durch eine einfache und volks­tümliche Sprache auszeichnen, staatspolitischen und sozialpolitischen Geist.

Die wichtigste dieser Anordnungen, auf lange Sicht gesehen, ist zweifellos über die S i ch e r st e l l u n g des Facharbeiternachwuchses für die Eisen - und Metallwirtschaft wie für das Baugewerbe. Seit längerer Zeit wird ja der Gedanke verfochten, daß der Nachwuchs an Facharbeitern in diesen Zweigen der deutschen Wirtschaft nur dann sichergestellt werden kann, wenn jeder Unternehmer verpflichtet wird, eine ent­sprechende Anzahl von Lehrlingen auszubilden und datz es nicht angängig ist, wenn einzelne Unternehmungen sich dieser Arbeit machenden und Kosten verursachenden Lehrlingshaltung entziehen, sich also ihre Arbeitskräfte sozusagen durch andere Unternehmungen ausbilden lassen. Dem wird jetzt ein Riegel vorgeschoben. Wer aus irgendwelchen besonderen Verhältnissen heraus, der Pflicht, eine Anzahl von Lehrlingen auszubilden, die im angemessenen Verhältnis zu der Zahl der von ihm beschäftigten Facharbeiter" stehen muß, nicht Genüge tun kann, mutz eine entsprechende Ablösungssumme an die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung bezahlen. Durch diese Summen wird man die Lehrlingsausbil­dung in Gegenden, wo sie auf besondere Schwierigkeiten stützt, fördern. Betont sei aber, daß sich diese Anord­nung nur auf die Eisen -und Metallwirtschaft wie auf das Baugewerbe bezieht. Eine weitere Anordnung gibt die Möglichkeit, gelernte Metall- und Bauarbeiter, die heute eine andere Beschäftigung ausüben, wieder ihrem alten Beruf zuzuführen, um eine unwirtschaft­liche Verschwendung wertvoller Arbeitskraft zu ver­hindern. Auch hier soll aber zunächst kein Zwang aus­geübt werden, sondern man will auch hier versuchen, aus dem Verhandlungswege zum Ziel zu kommen. Sehr wird von den älteren Ange st eilten die Anord­nung begrüßt werden, die besagt, datz in Betrieben und Verwaltungen mit 10 oder mehr Angestellten in ange­messenem Umfange Angestellte im Alter von 40 und mehr Jahren beschäftigt werden müsien. Ist auch an sich die Zahl der erwerbslosen älteren Angestellten nicht so sehr groß, so ist die Not gerade in diesen Kreisen groß und man wird es sehr begrühen, datz jetzt ein für alle Teile gangbarer Weg gefunden ist, diese Arbeitskräfte

Erklärungen vor der Presse.

Der polnische Außenminister Beck chatte am Dienstagvormittag eine halbstündige Unterredung mit dem englischen Ministerpräsidenten V a l d - w i n. Anschließend setzte Beck seine Besprechungen mit dem englischen Außenminister Eden fort, die sich auf die Fragen der Sicherheit in Osteuropa im allgemeinen sowie auf die Probleme der jüdischen . Auswanderung nach Palästina erstreckten. König Eduard VIII. gab am Dienstag im Buckingham- Palast zu Ehren Becks ein Frühstück, an dem u. a. der Außenminister Eden und der Lordsiegelbe­wahrer Lord Halifax teilnahmen.

London, 10. Noo. Der polnische Außenminister Beck empfing am Dienstag anläßlich seines Staatsbesuches in London die Vertreter der englischen und der ausländischen Presse.

Oberst Deck führt» u. a. aus: Man müsse bestrebt . sein, die Anstrengungen zu erneuern, um mit den Din- L gen in Fühlung zu bleiben, die in diesen kritischen ? Stunden der europäischen Geschichte an alle herantreten, und man müsie sich davor hüten, sich auf alle Beschwer- den den Vorwurf tatenlosen überlegens machen zu lassen. Andererseits dürfe man nicht denken, datz durch das eine oder andere politische Manöver sich die - Schwierigkeiten der internationalen Lage lösen ließen. Das Kennzeichen der täglichen Anstrengungen müsse in dem richtigen Gleichgewicht zwischen Ent- : fchlossenheit und Mäßigung liegen. Die Art i und Weise, wie die britische Regierung an die Lösung solcher komplizierten Fragen herangegangen sei, werde in Polen sehr geschätzt.

Oberst Beck teilte weiter mit, datz die polnisch- tschechoslowakische Frage nicht berührt worden sei. Dieses Problem eigne sich auch nicht für internationale Aus­sprachen. Auf die Frage, was ssiir ein Zusammen­hang zwischen der Westpaktfrage und dem deutsch-polnischen Pakt entstünde, erklärte der polnische Außenminister, daß er das deutsch-polnische Abkommen als ein wesentliches Element der Stabili­sierung des europäischen Friedens ansehe. An den kommenden Westpaktverhandlungen sei Polen in- teresiiert. Polen wünsche aufrichtig, daß diese Verhand­lungen zu einem vollen Erfolg führen werden. Er gab der Zuversicht Ausdruck, daß die Westmächte bei diesen ,

Die Mitteilungen, die der polnische Außenminister Beck gestern Pressevertretern gemacht hat, bringen keine Sen- sa t i o n. Er selbst charakterisiert die Londoner Gespräche ziemlich klar, wenn er erklärt, daß er durchaus befriedigt sei, aber auch hinzufügt, daß man von solchen Besprechungen nicht allzu viel erwarten dürfe. Wir wissen nicht, in wieweit diese Äußerung Becks geeignet ist, eine gewisse Nervosität zu besei­tigen, die in Paris entstand, weit man hort der Meinung wär, daß die englische Presse Beck allzu freundlich begrüßt habe. Man würde es in Paris naturgemäß höchst ungern sehen, wenn London allzu starken Einfluß auf Warschau gewinne, d. h. wenn es, wie es ein französisches Blatt ausdrückte, unter den osteuropäischen Mächten eindeutig für Polen optieren würde. Daß das dem nach Moskau orientierten Frankreich uner­freulich erscheint, ist nicht werter verwunderlich. Beck ist auf diese Dinge nicht eingegangen/ Der polnische Außenminister hat aber auch bei dem Journalistenempfang vermieden, die Danziger Frage zu behandeln, obwohl ja durch die neuerlichen polnischen Hetzkundgebungen gegen Danzig in Edingen dieses Thema leider erneut in den Vor­dergrund gerückt worden ist. Beck hat auf eine Anfrage lediglich erklärt, daß auch über Danzig in London gesprochen worden sei, daß er aber darüber keine Mitteilung machen könne. Um so seltsamer berührt ein Artikel desDaily T e l e g r a p h", der Polen die Unter st ützung Eng­lands Danzig gegenüber verspricht. Das heißt denn doch, die Lage völlig verkennen, denn wenn überhaupt irgend eine Unterstützung erforderlich ist, so doch wohl für Danzig, gegen das bestimmte polnische Kreise eine Hetze ent­fesseln, die nur geeignet ist, neue Komplikationen zu schaffen, Komplikationen,' die zweifelllos nicht im Interesse Polens, aber auch nicht im Interesse Englands liegen. Wir vermögen uns deshalb auch nicht vorzustellen, daß die Ausführungen des Daily Telegraph" etwa die Ansichten des amtlichen Eng­lands aussprechen. Gewisse Kreise des Auslandes, die sich offenbar der Hoffnung hingeben, daß die Danziger Frage die Beziehungen zwischen Berlin und Warschau belasten könnten, seien darauf verwiefen, daß Beck gestern bei dem Journa­listenempfang erneut und zwar in sehr entschiedenem Tone, die deutsch-polnische Verständigung als eine der wichtigsten Grundlagen des euro-

9. N* Veginil des Prozesses gegen den Mörder Wich

Teilnahme zahlreicher ausländischer Journalisten.

Deutschland fordert Gerechtigkeit.

Chur, 10. Nov. Die Hauptverhandlung im Mordprozeß David Frankfurter vor dem Kantonsgericht Graubünden beginnt am 9. Dezember im Saale des Großen Rates im Staatsgebäude. Sie dürfte etwa 3 Tage dauern.

Diese Meldung aus der Schweiz gibl nun endlich über den Verhandlungstermin gegen den Euftloff-Mörder David Frank­furter Gewißheit. Man rechnete bekanntlick schon im Sep­tember mit einer Verhandlung, die dann aber wegen des Ab­lebens des zuständigen Schweizer Staatsanwalts verschoben werden mußte. Die Anklage wird nunmehr der Amtskläger Friedrich Brügger vertreten. Als Präsident des Gerichts wird Dr. Eanzoni genannt. Eine weitere Verschiebung des Verhandlungstermins trat dadurch ein, daß man annahm, das Eerichtsgebäude würde bei dem zu erwartenden Andrang nicht genügen. Es wurde daher gewartet, bis der Sitzungssaal des Erotzrates zur Verhandlung frei wurde. Diese Maßnahme beweist das große Interesse, das man nicht nur in Deutschland und der Schweiz, sondern in der ganzen Welt diesem Prozeß entgegenbringt. Es liegen dem Schweizer Gericht bereits zahl- reiche Anttäge ausländischer Journalisten auf Teil­nahme an den Sitzungen vor.

London schattet sich ein.

Besprechungen mit dem polnischen Außenminister über die Sicherheit in Osteuropa Beck unterstreicht die Bedeutung des deutsch-polnischen Abkommens.Schweigen über Danzig

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