noch gewachsen
ein
Anerkennung der deutschen kolonialen Leistungen.
W. H. Dawson, der sich in einer großen Zahl von Veröffentlichungen vor und nach dem Kriege besonders darum bemüht hat, in England Verständnis für Deutschland zu werfen, hat sich jetzt in einer Inschrift an die „Zimts“ auch für eine richtige Wertung des dentsche« Kolonialanspruchs eingesetzt, Dawson nimmt vor allem Stellung gegen die falschen Annahmen und Behauptungen, durch die der deutsche Anspruch ans Kolonien stimmungs- mätzig und moralisch erledigt werden soll. Wenn Dawson sich nicht für eine historisch richtige und gerechte Beurteilung des deutschen Anspruches einsetzt, sondern auch eine Rückgabe von Kolonien an Dentschland befürwortet, so wiegt das umso schwerer, als er selbst früher Mitarbeiter des Foreign Office gerade auf dem Gebiet kolonialer Fragen war.
Wozu der Sätm?
Wollen polnische Blätter das gute Verhältnis Danzig- Warschau stören? -.Ein Dorfkrach als Gegenstand der großen Politik?
In den letzten Tagen hat sich Dauzig gegen eine Hetze zur Wehr setzen müssen, die von einem Teil der polnischen Presse betrieben wurde und die u. a. mit der Behauptung, daß es Polen in Danzig mit einem wohldurchdachten Spiel Berlins und der Freien Stadt zu tun habe, das auf eine Beschneidung seiner Rechte hinauslaufe, solche Formen annahm, daß der Danziger Polizeipräsident sich entschließen mußte, einige polnische Blätter zu beschlagnahmen und zu verbieten. Damit hat diese Angelegenheit aber leider nicht ihren Abschluß gefunden, vielmehr wird von den polnischen Blättern die Hetze fortgesetzt. Ein an sich sehr harmloser Dorfkrach in dem Freistaat-Dorf Schöne- berganderWeichsel wird aufgebauscht und wird nun plötzlich zum Gegenstand der großen Politik gemacht. Es hat in diesem Dorfe eine kleine Holzerei gegeben, bei der drei Dorfbewohner verletzt wurden. Einige polnische Blätter machen daraus einen Überfall auf Polen, da nämlich die Verletzten polnisch klingende Namen tragen. Tatsächlich handelt es sich um Dorfbewohner, die überhaupt nicht einmal das Polnische beherrschen, vielmehr Mitglieder der NS.-Hago, resp. der Danziger Arbeitsfront, also Mitglieder nationalsozialistischer Organisationen sind. Einer von ihnen hat allerdings seine Räume für einen unangemeldeten polnischen Unterricht zur Verfügung gestellt, da es ein polnisches Haus in diesem Dorfe nicht gibt, in dem 1935 bei der Volkstagswahl von den 1034 Wahlberechtigten nur 4 für die polnische Liste stimmten! Es ist aber bisher noch nicht einwandfrei festzustellen gewesen, ob die Zur-Verfügung-Stellung der Räume für den unerlaubten polnischen Unterricht überhaupt mit dieser Schlägerei in Zusammenhang steht. Könnte man sehr viel eher sagen, daß der Versuch, in einem solchen Orte polnischen Unterricht abzuhalten, eine Herausforderung darstellt, so sucht nun ein Teil der polnischen Presie diesen Dorfstreit aufzubauschen und ihn zu einem Gegenstand der großen Politik zu stempeln, indem sie die polnische Regierung zu entsprechenden Schritten zu drängen trachtet. Es handelt sich hier ganz offensichtlich um einen ganz systematischen Versuch gewisser polnischer Blätter, das bisher gute Verhältnis zwischen Danzig und Warschau zu trüben und die einsetzende Aussprache über den Fragenkreis Danzig zu stören. Es dürfte noch erinnerlich sein, daß die letzte Ratstagung Polen mit der Berichterstattung über die Danziger Verhältnisie beauftragte und damit Polen sozusagen zum Mittler zwischen Danzig und Genf machte. Auch polnische Blätter schrieben damals, daß dieser Auftrag von Kreisen ausgehe, die ein Interesse an einer Störung des Danzigpolnischen Verhältnisies hätten. Man sah jedenfalls
[ Roosevelts „Erdrutsch".
Der durchschlagende Wahlerfolg des Präsidenten. — Landon auf der ganzen Linie geschlagen. — Die demokratische Mehrheit im Parlament
habe niemals Kolonien durch Krieg erobert. , Rechte anderer Mächte seien durch koloniale Erwerbungen Deutschlands in keiner Weise verletzt worden, em Teil seines früheren Kolonialbesitzes sei sogar durch Verträge zustande gekommen, an denen Großbritannien teilgenommen habe. Während des Krieges habe das deutsche Kolonialwerk von vielen Seiten Anerkennung gefunden. Persönlichkeiten wie Cecil Rhodes, Theodore R o o s e v e l t u. a. gehörten zu denjenigen, die diese Leistungen gewürdigt hätten. Verwaltung und Behandlung der Eingeborenen hätten nichts zu wünschen übrig gelassen. Deutschland habe auch niemals im Gegensatz zu Frankreich diese Eingeborenen unterdrückt. Was die Frage der Bedeutung der Kolonien als Ausnahmegebiet für Menschenüberschuß und als Rohstoffquelle anlange, so könne die Ableugnung dieser Bedeutung von einem Lande, das ein Viertel der Erde beherrsche, auf die landarmen Rationen wenig Eindruck machen. Wenn behauptet werde, daß nach Vbernahme eines Kolonialmandats die Mächte nicht auf dieses Mandat verzichten könnten, so sei darauf zu verweisen, daß Großbritannien das Mandat über den Irak aufgegeben habe, und Frankreich im Begriff stehe, in Syrien ähnliches zu tun. Es sei-auch für „undenkbar" erklärt worden, datz Großbritannien irgendwelche seiner Untertanen einer anderen Regierung überlasse. 2m Jahre 1919 fährt Dawson wörtlich fort, haben Großbritannien und seine Verbündeten es aber nicht für unvorstellbar gehalten, willkürlich Millionen Deutscher fremden Regierungen zu überantworten. Ist die Ehre eines Landes mehr wert als die eines anderen?
Landon beglückwünscht den Sieger.
New Pork, 4. Nov. (Funkmeldung.) Der unterlegene Präsidentschaftskandidat Landon hat aus Topeka (Kansas) an Roosevelt folgendes Telegramm gesandt: „Die Nation hat gesprochen. Jeder Amerikaner wird den Urteilsspruch annehmen und persönlich mitarbeiten. Das ist der Geist der Demokratie. Nehmen Sie meine herzlichsten Glückwünsche."
Äußerst niedergeschlagen war ein republikanischer Abgeordneter, der die schwere Niederlage seiner Partei nicht ztmeben wollte. Ms einige Pressevertreter ihn baten, über den Rundfunk einen Glückwunsch an die Gegenseite zu richten, rief er lediglich die Worte: 2m Sterben grüßen wir euch!
Für den großen persönlichen Triumph des Präsidenten Roosevelt gibt es, nach amerikanischer Auffassung, kaum eine Parallele.
Die Wähler haben weniger für das Programm der Demokratischen Partei alsfürdiePersünlichkeit gestimmt. Das Wahlergebnis bedeute ein wachsendes Vertrauensvotum für den Mann Roosevelt.
Ei« Engländer foiDürt Die MWe der deuWn Kolonien
D. H. Dawson für eine richtige Wertung des deutschen Anspruches.
Dawson weist in seiner Zuschrift an die „Times" wie uns Funkbericht meldet, zunächst einmal nach, daß die deutsche Kolonialbewegung aus der Zeit des großen Kurfürsten stamme, als Brandenburg Kolonien in Westafrika erhielt. Preußische Könige und vor allem deutsche Forscher hätten diese Bewegung am Leben erhalten. Deutschland, so betont Dawson,
New York im Fieber.
New Park, 4. Nov. (Funkmeldung.) Nach de» bis 23 Uhr (New Parker Zeit) vorliegenden Wahlergebnisse» hat Roosevelt i»sgesamt401Wahl- miinner stimme» ans sich vereinige» könne«. Er siegte i» 31 Bundesstaate». Landon k konnte in 10 Staaten den Erfolg für sich verbuchen und insgesamt 81 Wahlmänner gewinnen. Da bei 531 Wahlmännern die Mehrheit nur 266 beträgt, ist der bisherige Präsident Roosevelt mit großer Mehrheit ans weitere vier Jahre wiedergewählt
U. worden.
[ Gegen Mitternacht amerikanischer Zeit (6 Uhr morgens MEZ.) drängen sich, wie uns ein Funkbericht aus New k)ork meldet, über eine halbe Million Menschen im Ver- gmigungsviertel New Ports zwischen Broadway und ,be r 8. Avenue zusammen. Dicht stauen sich die Menschen- Msien, die nur von berittenen Polizisten und zahlreichen Konfilmanlagen und Lautsprechern überragt werden. Menschen aus allen Schichten der Millionenstadt erwarten Wt fieberhafter Spannung das Wahlergebnis und die llnter- Mtung drehte sich nur um Roosevelts „Erdrutsch", Ur die Amerikaner einen große» Wahlsieg bezeichnen.
MEin Erfolg des bisherigen Präsidenten ist zwar von den Waten erwartet worden, und trotzdem aber kam ein derartig durchschlagender Erfolg völlig überraschend. Erwartungsvoll starrte die Menge auf die Oufenden Lichtbänder über den Kinos und Theater, die teilweise in Wolkenkratzerhöhe angebracht sind und die von Minute zu Minute Überwältigender den Sieg Roosevelts Drrkünden, was mit begeisterten 2ubelrufen ausgenommen Mrd. 2n der 5. Avenue hat man an dem gewaltigen Gebäude der Rockeseller Radio City eine riesige Landkarte der Vereinigten Staaten angebracht, auf der alle Staaten, die Roosevelt ihre Stimme gegeben haben, Mn aufleuchten, während die Staaten, in denen Landon legte in rotem Licht erscheinen.
U, Schon um Mitternacht ist diese Landkarte fast vollständig Hcün. Nur ein kleiner roter Zipfel im Gebiete der nördlichen Neuengland-Staaten erinnert an die Kandidatur der schwergeschlagenen Republikanischen Partei.
r. Nach den zuletzt eingegangenen Wahlergebnissen wird die demokratische Mehrheit im Kongreß vielleicht noch diejenige von 1934 übertreffen. Woosevelt verfügt bereits über mehr Stimmen als 1932 im Wahlkampf gegen Hoover, wo es nicht nur um die damals noch «erprobten neuen Probleme, sondern auch um die Abschaffung der Prohibition ging. Roosevelt führte um 1 Uhr morgens -lew Parker Zeit (7 Uhr MEZ.) in 45 von den 48 Staaten «r Union, besonders in den dicht besiedelten hochindustrialisierten Nordstaatcn Pennsylvania, Ohio und New Pork scheint « eine gewaltige Stimmenzahl auf sich vereinigt zu haben. 3m Staate New Pork, der früher als ausgesprochen republikanisch galt, hat er beinahe doppelt soviel Stimmen erlangt sie Landon.
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Sieger Roosevelt.
(Graphische Werkstätten, K.)
schäft und die JnnenpolÄik der Vereinigten Staaten, den Kampf um den neuen Kurs und den Kampf um die Verfassungsänderung beeinflussen wird, bleibt abzuwarten.
W. Wie allgemein erwartet wurde, hat die große Wahl' Macht USA. mit einem Kasache, daß es ' Mrutschast mehr
velts geendet. Die . , Roofeveltscher Prä- —------------------gut geht als im Jahre 1932, hat sich
Ir zugkräftiger erwiesen als die Versprechungen der . Sepubttjaner. Auch der Kampf Roosevelts für die nrinder- MMrittel-ten Schichten — und auch in Amerika gibt es ja mehr •wme als Reiche —, fein Eintreten für den Mann der Straße :*i ihm weisellos viel Stimmen gesichert. In Rom glaubt '^an ziwem, datz die Katholiken geschlossen für snoosevelt gestimmt haben, nachdem er PaceIli bei M"em Besuch in Washington die Errichtung einer (Avntiatur gugefagt habe. Jedenfalls hat es den s^epUblikanern nichts genW, datz sie die Erzählung verbreiteren. ein Huhn habe am Wahltag ein Ei gefegt, das deutlich r65 Wahrzeichen der Republikaner, eine Sonnenblume, er- ^tnen laste. Man mutz sagen, daß Roosevelts Krawatte, er Kd eine Krawatte mit dem Muster eines Esels — dem Wahrzeichen der Demokraten — zugkräftiger war, unter« doch der republikanische Kandidat Lan- to» selbst in seiner eigenen Heimat. Damit be- Dnnt nun die zweite und letzte Amtsperiode Roosevelts, da £ in Amerika nicht üblich ist, daß die Präsidentschaft länger zwei Amtsperioden, d. h. zweimal vier Jahre, in den ^kchen Händen bleibt. Für Roosevelt bedeutet das, datz er, 7° er mit einer weiteren Wiederwahl nicht zu rechnen hat, unabhängiger handeln und auch unpopuläre ^satznahmen durchsetzen kann. Autzenpoli- L'sch wird jedenfalls der alte Kurs weiterge- «e u e r t, wobei hinzuzufügen wäre, daß auch ein republika- Präsident sich ebensowenig wie der Vertreter der sieg- ^chen Demokraten für die rein europäischen fragen Logieren würde. 2n wieweit der Wahlausfall die Wirt-
VitsbckeM (Ldnblatt
L Sckeüenbera'icke Aofbudrttruderei. „Taablatt-Aaris". • Wöchentlich i-M 7 Ausgaben * SHwttrtrtliA nadimittaas Samstnos mir. n m
7 Ausgaben
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Werktäglich nachmittags, Samstags oor-n. nachmittag»
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Nr. 303
Mittwoch, 4. November 1936.
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