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Wöchentlich
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Werktäglich nachmittags, Samstags vor- u. nachmittag«
mit einer täglichen
Unterhaltungsbeilage.
Dratztanichrtst: Zagblatt Wiesbaden.
Nr. 302.
Dienstag, 3. November 1936.
Polnische Arbeitslose als Kanonenfutter.
auch Eorew
M inötneo gerne mim unö MM
Fernsprecher-Sammel'Nr. 59631.
Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.
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EefchäftszeU: 8 Uhr morgens dis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.
Gorews Bemühungen im Ruhrgebiet scheiterten jedoch. Er mußte nach Berlin zurückkehren, wo er verhaftet wurde. So konnte er die ihm von Moskau aufgetragene Mission — er sollte sofort nach dem vollzogenen Umsturz das Kommando über die „deutsche rote Armee" übernehmen — zwar nicht ausführen, was aber Moskau nicht hinderte, später diesen Revolutionsspezialisten überall dort hinzusenden, wo die roten Drahtzieher ihr blutiges Handwerk begannen. Aber auch die Tätigkeit dieses „besten Spezialisten" Moskaus und die Waffenlieferungen der Sowjets blieben erfolglos. Das Schicksal Madrids vermag nicht mehr zu wenden.
attjeigenpreife: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund, preis 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte tm Tertteil 60 Rpf., ionft laut Preisliste Nr. 5, Nachlatzstafsel B. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plötzen wird teine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen - Annahme 9'/e Uhr vormittags. Größere Anzeigen müßen fpäteitens einen Tag vor dem Erichetnungstage aufgegeben werden.
Em Zeichen froher Opferbereitschaft.
300 000 WHW.-Abzeichen in München verkauft.
München, 2. Nov. Die erste Sammlung der nationalsozialistischen Formationen in der Hauptstadt der Bewegung war ein großer Erfolg. In den zwei Tagen froher Opferoereit- schaft setzten SA., SS. und NSKK. nicht weniger als 300 000 Abzeichen für das Winterhilfswerk 1936/37 ab.
Veränderungen in der deutschen Diplomatie.
Berlin, 2. Nov. Der Führer und Reichskanzler hat ernannt:
den Gesandten in Luxemburg, Grasen v. Podewils- B ü r n i tz zum Generalkonsul in Kalkutta,
den Generalkonsul in Danzig, v. R a d o w i tz, zum Gesandten in Luxemburg,
den Gesandten in Tirana, Dr. o. L u ck w a l d, zum Generalkonsul in Danzig und den Legationsrat Dr. v. P a n n - w i tz zum Gesandten in Tirana.
Anarchistische Vereinigung. Das Luftfahrt-, Innen- und ' Finanzministerium ist nicht neu besetzt worden.
Der rote Präsident Aza na wurde aufgesordert, nach Madrid zurückzukehren, was ihm jedoch bei den gegenwärtigen Zuständen schwer fallen dürfte.
Sm, bet tote flWWtt.
Moskaus „bester Spezialist". — Kein Unbekannter in Deutschland
Der Gauleiter zum Tode von Franz Josef Schwarz.
Einer unserer Besten ist aus unserer Mitte gerissen worden — Franz Josef Schwarz. Als Soldat, als Parteigenosse, als SS.-Mann, als Wirtschaftsführer, wo er stand, stand er als Nationalsozialist. Ob er im Kampf, beim Aufbau der 2. SS.-Standarte seine Männer fürsorglich betreute, denen er ebenso Kamerad wie Führer war, oder ob sich notleidende Volksgenossen an ihn als Wirtschaftsführer wandten, immer wußte ersieh als Mensch ebenso einzuschalten wie als Verantwortlicher. Diese vielseitigen Eigenschaften waren es auch, die ihn auf die hervorragende Stelle des Treuhänders der Arbeit brachten.
Jäh wurde er aus verantwortungsvoller Stelle uns entrissen. Schmerzerfüllt stehen wir alle an seiner Bahre. Seine aufopferungsvolle Hingabe an Führer und Volksgemeinschaft wird uns alle Zeit ein Vorbild sein.
Frankfurt a.M., 2. November 1936. gez.: Sprenger.
Dabei sind die Roten offenbar bemüht, überall Freiwillige zu werben. So haben in Warschau Nachrichten der polnischen Botschaft in Paris erhebliches Aufsehen erregt, nach denen kommunistische Agitatoren. unter den in Frankreich ansässigen polnischen Arbeitern, von denen ein beträchtlicher Teil erwerbslos ist, Freiwillige für die roten spanischen Milizen werben. Es wird eine erhebliche Löhnung versprochen, die dann jedoch nicht zur Auszahlung gelangt. Sofort nach ihrer Ankunft würden die Freiwilligen an die Front geschickt und müßten für die roten Machthaber ihr Leben einsetzen. Insgesamt wird die Z a h l der in F r a n k r e i ch angeworbenen P o l e n auf 6 0 0 beziffert. Man sieht, daß die Roten, zumal ihre eigenen Anhänger zu einem erheblichen Teil alles andere als kampfbegeistert sind,
lenigen Partei gewählt, die die meisten Stimmen auf sich vereinigt. Die Gesamtzahl der Wahlmänner beträgt 531, so daß Rosevelt zum mindesten die Stimmen von 266 Wahlmännern erhalten muß, wenn er wiedergewählt werden soll. Bei der letzten Wahl im Jahre 1932 stimmten für Roosevelt 477 Wahlmänner — 22 821857 Stimmen. Für seinen Gegner Hoover wurden 59 Wahlmänner gewählt bzw. 15 761841 Stimmen abgegeben. Hinsichtlich der Parlak mentswahlen glaubt man, daß der Senat in seiner politischen Zusammensetzung unverändert bleiben wird, da es sich zunächst um sichere demokratische Wahlbezirke handelt. Dagegen dürften die Demokraten im Abgeordnetenhaus wohl etwa 50 Sitze verlieren, wodurch ihre Überlegenheit aber nicht in Frage gestellt werden würde.
Quittung für den Moskauer Kurs.
Schwere Niederlage der Arbeiterpartei bei den englischen Eemeindewahleu.
London, 3. Nov. (Funkmeldung.) Gestern sanden in ganzEnglandundWalesmit Ausnahme von London die Eemeindewahleu statt. Obwohl bei diesen Wahlen nicht allein Fragen der großen Politik den Ausschlag geben, ist es stimmungsmäßig doch bezeichnend, daß die oppositionell e L a b o u r P a r t p, die sich in der letzten Zeit immer mehr in das bolschewistische Fahrwasier begeben hatte, eine starkeNiederlaLe erlitt. Wenn auch noch nicht alle Abstimmungsergebnisse aus dem Lande vorliegen, so können die restlichen Ergebnisie auch nichts mehr daran ändern, daß die Konservativen die Sieger, die Opposition aber die Unterlegenensind. Die Opposition dürfte 100 Sitze verloren haben. Nach den bisher vorliegenden Meldungen haben in England und Wales die Konservativen 44 Sitze gewonnen, die Labour Party 81 Sitze verloren. Auch die Liberalen haben eine Einbuße von 5 Sitzen zu verzeichnen. Allerdings haben die Konservativen der Labour Party nur rund die Hälfte der verlorenen Sitze abnehmen können. Den Unabhängigen ist es gelungen, ebenfalls 42 neue Sitze zu erobern,
as. Berlin» 3. Nov. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die aus Spanien kommenden Meldungen lassen klar erkennen, daß der seit einigen Tagen im Süden Madrids durchgeführte rote Gegenstoß zusammengebrochen ist. Die nationalen Truppen haben die verzweifelt kämpfenden roten Milizen immer weiter zurückgedrückt. Es hat also auch nichts genutzt, daß im letzten Augenblick ein sowj et- russischer General in Madrid den Oberbefehl übernahm. Dieser General, besten Name bisher unbekannt war, ist der bisherige Militärattache an der Sowjetbotschaft in Madrid, Gorew. Der „Völk. Beobachter", der sich heute eingehender mit diesem Moskauer Revolutionsspezialisten beschäftigt, stellt fest, daß Eorew der deutschen Polizei und den deutschen Gerichten nicht unbekannt ist. Eorew, der sich in den revolutionären Kämpfen in Rußland und später im Kriege gegen Polen ausgezeichnet hatte, wurde von Moskau nach Deutschland entsandt, als die Bolschewisten hofften, in Deutschland ähnliche Verhältnisse, wie sie heute in Spanien herrschen, schaffen zu können. So erschien er 1923 in Berlin. Er reiste viel in Deutschland herum. Man sah ihn in Hamburg, man sah ihn in Braunschweig und an der Ruhr. Dort sollte er auf Geheiß Moskaus bewaffnete Herausforderungen der französischen Besatzungstruppen durch deutsche Arbeiter herbeiführen, ______________
wovon Moskau ernsthafte politische Konflikte erhoffte. ' überall Kanonenfutter suchen.
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Gute Aussichten für Roosevelt.
New York, 3. Nov. (Funkbericht.) Heute wird in den Vereinigten Staaten gewählt und damit die Entscheidung über di, Staatsführung während der kommenden vier Jahre getroffen. 2n diesem Wahlkamps handelt es sich bei den Demokraten im wesentlichen um die Billigung und Fortführung der Politik des New Dear, während der Kandidat der Republikaner, Landon, die Verurteilung dieser Politik als Wahlparole aufgestellt hat. Am Montagabend haben sowohl Roosevelt als auch Landon durch den Rundfunk einen letzten Appell an ihre Wähler gerichtet, in dem sie noch einmal kurz die Grundlagen ihrer Politik entwickelten.
Am Montag standen die Wahlwetten 2:7 für Roosevelt und 8:5 gegen Landon. Allein in New Pork sind etwa 5 Milli o n e n Dollars auf den Wahlausgang gewettet worden. Die meisten Hotels und Gaststätten in New Pork haben weitgehende Vorbereitungen für die anläßlich des Wahlausganges vorgesehenen Siegesfeiern getroffen.
Während der Wahlzeit herrscht ein strenges Autoverbot. Mit dem Wahlergebnis ist nicht vor Mittwoch zu rechnen. Der New Yorker Polizeipräsident hat angeordnet, daß alle der Polizei als verdächtig bekannten Personen und alle mehrfach Vorbestraften bis Dienstagfrüh von der Polizei in Gewahrsam genommen sein müßen. Diese „Schutzhaft" soll bis Mittwoch anbauern. Es ist damit zu rechnen, daß die Ee- fängnisie überfüllt sein werden. Man erwartet durch diese Maßnahme, für die wie auch für den Wahltag die Polizei um mehrere Tausend Beamte verstärkt worden ist, daß Gewalttätigkeiten und Ausschreitungen in Wahllokalen am Tage der Präsidentenwahl verhindert werden.
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Für die Vereinigten Staaten ist der heutige Dienstag ein Groß-Wahltag. Es wird nicht nur darüber entschieden, wer in den nächsten vier Jahren als Präsident die Geschicke der Vereinigten Staaten lenkt, es wird ferner da» gesamte Abgeordnetenhaus mit insgesamt 435 Sitzen neu gewählt, und außerdem werden 32 Senator e n s i tz e, ein Drittel des Senats, durch die Wahlen neubesetzt. Die Agitation der Parteien war bis zum letzten Augenblick lehr stark, und die Kosten des Wahlfeldzuges erreichen die Rekordhöhe von rund 13 Millionen Dollar. Allein di« Republikaner, die Hauptgegner Roosevelts, gaben rund 7% Millionen Dollar aus. Trotzdem glaubt man im allgemeinen an die Wiederwahl Roosevelts. Der Präsident wird bekanntlich nicht direkt gewählt, sondern durch die Wahlmänner, und zwar werden diese durch die einfache Mehrheitswahl bestimmt. In jedem »er 48 einzelnen Staaten werden die Wahlmänner der«
Der Endkampf beginnt.
Talaoera de la Reina, 3. Nov. (Funkmeldung.) Am Montag um 17 llhr MEZ. wurde von drr bei Paria stehenden Batterie des Oberstleutnants Tella der erste Schutz auf Madrid abgefeuert.
Nach den in Paris von den verschiedenen Fronten vorliegenden Meldungen haben die Truppen General Francos am Montag ihren siegreichen Vormarsch weiter fortgesetzt. Sie befanden sich in den Nachmittagsstunden vor den Toren von Madrid, das den ganzen Tag über den Besuch nationaler Flugzeuge erhielt.
In Madrid selbst halten es die roten Machthaber nicht mehr für möglich, der Bevölkerung die wahre Lage zu verheimlichen. 2n einer Bekanntmachung, die am Montagabend veröffentlicht wurde, wird zugegeben, daß sich die nationalen Truppen nur noch wenige Kilometer von der Hauptstadt entfernt befinden. Der Zentralausschuß der Kommunistischen Partei forderte alle Mitglieder und auch die übrige männliche Bevölkerung auf, einen letzten Versuch zu machen, um Madrid von dem immer stärker werdenden Druck der nationalen Truppen zu befreien.
Die Umbildung der Madrider „Regierung" ist inzwischen vollzogen worden. „Ministerpräsident" Largo Caballero ist im Amt geblieben, es find jedoch vier Mitglieder der marxistischen Gewerkschaft, Garzia Oliver als Justizminister, Sean Peiro als Industrie- und Handelsminister, Jean Lopez als Verkehrsminister und Frau M o n t s e n y als Eesundheitsminister, in das neue Kabinett eingezogen. Letztere vertritt die Jberisch-
Poftfcheckkonto: gtanffurt a. M. Rr. 7405.
84. Jahrgang
