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Wiksbckmr Sanblatt

<1. Jahrgang.

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Montag, den 6. November.

Ko. 820.

Fernsprecher No. 52.

Fernsprecher N» 52.

1899.

Drntschland England Rußland.

Am Mittwoch trifft der Czar von Rußland in Potsdam zu einem längeren Besuche deS deutschen Kaisers ein, und «S kann keinem Zweifel unterliegen, daß diesem Besuche eine erhebliche politische Bedeutung zukommt. Diese That- sache wird durch nichts schlagender bewiesen als durch den Umstand, daß man von englischer Seite mit Eifer bemüht war und ist, diesem Besuche jegliche politische Bedeutung abzustreiten und ihm gegenüber die angekündigte Reise des deutschen Kaisers nach England in den Schatten un­politischer Harmlosigkeit zu stellen. Es ist begreiflich, daß mau in England dem Czarenbesuch in Potsdam mit starken Beklemmungen entgegensieht, besonders seit auch von offiziöser deutscher Seite die politische Bedeutung dieses Besuches mit nicht mißverständlicher Entschiedenheit betont tootbeit ist.

Die Lage Englands ist zur Zeit nichts weniger als günstig. Die englische Politik hat sich durch die Machen­schaften eines Mannes wie Chamberlain, über den sogar die öffentliche Meinung Englands bereits den Stab zu brechen anfängt, und durch Goldhunger und Ländergier zu einem Krieg verleiten lassen, den man anfänglich als einen kolonialen Spaziergang betrachtete, der sich aber bereits jetzt zu einem in seinen Folgen und seinem Ausgang unüber­sehbaren Massenkrieg gestaltet hat. Wenn aber der Optimismus, den man in England anfänglich gegenüber den Ereignissen in Südafrika zur Schau trug, jetzt einem durch die in Natal «rliltenen Schlappen leicht erklärlichen Pessimismus Platz gemacht hat, so ist es umso natürlicher, daß angesichts dieser prekären Situation die Furcht vor internationalen Verwick­lungen in England ganz außerordentlich gestiegen ist.

England hat viel Feinde und wenig Freunde, und es verdankt dies jener traditionellen Politik, welche von dem Grundsatz ausgeht: erst komm' ich, dann nochmal ich und dann kommst du noch lange nicht! Im englischen Unter­hause ast das Wort ausgesprochen worden, daß England auf der Erde keinen aufrichtigen Freund habe, und cs wäre gut gewesen, wenn man in England über die Bedeutung, über den Ernst und über die Ursachen dieses Ausspruchs eifriger nachgedacht hätte, als es geschehen ist. Mit der größten Besorgniß aber ist man in England gegenüber dem Ver­halten des Zweibundes erfüllt und seit dem Beginn des südafrikanischen Krieges ist in England die Befürchtung ge­hegt worden, daß besonders Rußland die Verlegenheit Eng­lands zum Anlaß nehmen werde, um seinerseits im Trüben zu fischen und manche alte unausgeglichene Rechnung zu beglichen.

Wir haben niemals die Vermuthung gehegt, daß der Zweibund sich zu einem offenen Eingreifen in die süd­afrikanische Frage veranlaßt sehen könnte, denn dem Zwei­bund sind die Buren im Grunde Hekuba, und was er ver­folgt, das sind recht reale und materielle Interessen. Aber der Zweibnnd ist in der Lage, England an verschiedenen Punkten der Erde Schwierigkeiten zu bereiten, die seine Schlagfertigkeit schwächen könnten: auch ist es nicht aus­geschlossen, daß in einem späteren Stadium des Krieges die Jnterventionsfrage ernsthaftere Formen annimmt. Hierbei wäre es aber für England von größter Bedeutung, wenn es sich auch fernerhin der strengsten Neutralität von Seiten Deutschlands versichern könnte, und hier liegt der Grund, we^alb man in England durch den Czarenbesuch in Potsdam nervös geworden ist und mit umso krampfhafterem Eifer die Bedeutung des Besuchs Kaiser Wilhelms in England betont, obwohl doch kein Zweifel daran sein kann, daß diesem Besuch, wenn er wirklich stattfinden sollte, keinerlei politische Bedeutung zukommt.

Wir wissen nicht, welche politischen Folgen der Czaren­besuch in Potsdam haben wird, aber wir wissen, daß die deutsche Politik, wenn auch die trüben Zeiten der einstigen Abhängigkeit der deutschen von der russischen Politik erfreu­licher Weise einer längst entschwundenen Epoche angehörcn, Werth darauf legt, so weit es möglich und mit unseren Interessen vereinbar ist, mit der russischen Politik ein gutes Einvernehmen aufrecht zu erhalten. Und wir hoffen, daß die deutsche Politik sich auch in Zukunft nicht verleiten laffen wird, dies ans mancherlei Gründen freilich unsichere Ver- hältniß zu Rußland dem noch unsicheren zu England zu opfern. Wenn England jetzt plötzlich nach der Freundschaft Deutschlands verlangt, so muß betontwerden, daß Englands Verhalten hierzu bisher in starkem Kontrast stand.

Die Haltung Englands in der Samoa-Frage ist geeignet, die starke Verstimmung, Die in Deutschland England gegen­über herrscht, auf einen nicht unbedenklichen Grad steigen zu lassen. Die Mehrheit des deutschen Volkes würde darüber darf kein Zweifel bestehen eine Aufgabe Samoas nur mit den schmerzlichsten Gefühlen aufnchmen, und es bedürfte sehr erheblicher Kompensationen, um die Mehrheit des deutschen Volkes in dieser Frage zu befriedigen. Die bisher genannten Kompensations - Objekte, die

Abend-Ausgabe.

Gilbert- und Salomons-Juseln, können wir als ein hinreichendes Objekt nicht erachten, und wir möchten hoffen, daß sich die Gerüchte über dieses zweifelhafte Tausch­objekt als unzutreffend erweisen werden. Die englische Politik hat dringenden Anlaß, zu wünschen, daß sie an­gesichts der internationalen Komplikationen auf die Neutralität Deutschlands und in manchen Fragen, wir meinen selbstverständlich nicht den Burenkrieg, auf ein ge­wisses Wohlwollen rechnen kann. Wir möchten wünschen, daß die deutsche Politik das Gewicht dieses Umstandes und gerade jetzt ist die Zeit dazu mit solcher Entschieden­heit in die Wagschale werfe, daß der Streit um die Samoa- Frage zu einem Ende gebracht werde, welches den An­schauungen der Mehrheit der deutschen Nation entspricht.

* * *

hd. Berlin, 4. November. DieBerliner Neuesten Nachrichten" schreiben: Das in ausländischen Blättern verbreitete Gerücht, in der Samoa-Frage sei eine Entscheidung erfolgt, trifft nicht zu. Richtig ist dem Vernehmen nach nur, daß Graf Bulow nicht gewillt ist, die deutsche Stellung in Samoa anfzugebcn.

London, 4. November. Mit Bezug auf die diplomatischen Verhandlungen, welche gegenwärtig zwischen London und Berlin geführt werden, beobachtet man aus Seiten der englischen Negierung tiefes Stillschweigen, was hauptsächlich damit begründet wird, daß noch andere Mächte von den Abmachungen in Kenntniß gesetzt werden müßten, ehe man sie bekannt geben könne, doch höre ich, schreibt der Londoner Korrespondent derFranks. Ztg.", daß die Verhandlungen sowohl Samoa als auch Westafrika betreffen. Bezüglich Samoas handelt es siel' um die endgültige Beseitigung der Dreiherrschaft. Bezüglich Westafrikas scheint es sich um ein allgemeines weitreichendes Abkommen zwischen Deutschland und England zu handeln. Die hiesige Regierung ist der Ueberzengung, daß, wenn die Resultate dieser Verhandlungen bekannt werden, dies auf die öffentliche Mcinnng Deutschlands eine sehr gute Wirkung ausüben werde. Der BerlinerTimes"-Korrespondent theilt heute Berliner Preßstimmen über die Samoafrage nut und kommt dabei merkwürdiger Weise zu einem diesen Preßstimmen ziemlich direkt widersprechenden Schluffe, indem er sagt, schließlich könnte es doch England sein, welches seinen Antheil an Samoa gegen eine Kompensatioil von Seiten Deutschlands abgebe.

Deutsches Reich.

nur anläßlich des Allerseelentngs nach Wien kommen werde, mithin die Zeit zum Empfang zu kurz sein wird. Er werde sich aber freuen, den König auf der Rückreise empfangen zu können. Zufälliger Weise sei der König von Griechenland am Tag des Hierseins des Kaisers in Wien emgetroffen, und da dieser aus der Heimreise be- griffen war, so sei es natürlich ein Gebot der Etiquette gewesen, daß der Kaiser den König von Griechenland empfangen hat. Die Nachricht mehrerer Blätter von der Aufhebung der Ver­lobung der Kronprinzessin Stephanie ist falsch. Die Heirath erfolgt spätestens im Februar. Bis dahin wird die Tochter der Kronprinzessin für großjährig erklärt und wahrscheinlich ver­lobt. Als Bräutigam wird Herzog Ulrich von Württemberg ge­nannt. Im Schlosse des Grafen Lonyay, wo täglich Sendungen von Möbeln und Waaren eintreffen, werden unter persönlicher Leitung des Grafen die Adapiirungen fortgesetzt. Wie dieK. Z." aus zuverlässiger Quelle hört, hat allerdings Kaiser Franz Joseph zu der morganatischen Ehe zwischen dem Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich-Este und der Gräfin Sophie Chotek seine Einwilligung gegeben, dabei aber dem Thronfolger ausdrücklich eine einjährige Wärtefrist bis zur Ehe­schließung nuferlegt. Der Beschluß des Genieinderaths in Innsbruck, eine neue Straße Bismarckstraße zu taufen, wurde infolge eines klerikalen Rekurses vom Tiroler Landesausschutz aufgehoben/ Der Gemeinderath wird hingegen an den Verwaltungs­gerichtshof nppellireu.

* Spanien. Prinz Albrecht und Prinz Friedrich Heinrich von Preußen sind nm Samstag in Madrid eingetroffen. Auf dem Bahnhof waren die Mitglieder der Regierung, die Spitzen der Behörden und der militärische Hofstaat der Königin-Regentin er­schienen. Die Prinzen begaben sich vom Bahnhof in den königl. Palast, wo sie von der Königin-Regentin empfangen wurden. Prinz Albrecht von Preußen überreichte dem König den ihm von Kaiser Wilhelm verliehenen Schwarzen Adlerorden. Der feierlichen Handlung wohnten die Minister, hoben Würdenträger, Marschälle, sowie die Granden von Spanien bei. Später fand FrühstückS- tafel statt.

* Türkei. Großvezier Halil Rifaat soll gestorben sein. Bei der bei solchen Anlässen üblichen Geheimhaltung ist jedoch Bestimmtes nicht zu erfahren. Eine Katastrophe ist aber bei dem Alter und der Schwäche des Großveziers jedenfalls nicht aus­geschlossen, dem kürzlich durch die Ermordung seines Sohnes Djavid Bey noch eine schwere Geniiithserschütterung bereitet worden ist. Halil Rifaat Pascha wurde vor vier Jahren Großvezier, nachdem er Vali verschiedener Vilajets, zuletzt von Smyrna, gewesen war. Als fein eventueller Nachfolger wird neben Zekki und Djewad Pascha nun auch Zichni Pascha, Minister der öffentlichen Arbeiten, genannt.

* Krrlit». 6. November. Wie derLokal-Anzeiger" ans München meldet, sand der Staatssekretär Po dbielski in seiner Besprechung mit dem bayrischen Ministerpräsidenten insoweit ein srenndschastliches Entgegenkommen, als die Vorschläge der Reichs­postverwaltung unter Aufrechterhaltung des bayrischen Reservat­rechts zur Verhandlung angenommen, jedoch aus Gründen politischen Charakters erst später vertragsmäßig geregelt werden sollen. Die Nordd. Allgem. Ztg." meint, daß sich ein Ausweg nicht allzu schwer finden lassen dürfte, um die Schwierigkeiten zu beseitigen, die Einheitlichkeit des Postwerthzeichens mit der Trennung der Verwaltung zu vereinbaren.

DieStaatsbürger-Zeitung" schreibt: Das Programm für die Zwei-Kai ser-Zuf ammenkunst steht nunmehr fest. Der Czar trifft mit Gemahlin Mittwoch, den 8. November, Früh 9 Uhr, in Potsdam ein, wo auf dem Bahnhof großer Empfang stattfindet. Der Aufenthalt dauert ben ganzen Tag. Erst um 10 Uhr Abends setzt das russische Kaiserpaar die Heimreise fort. Der Czar steigt im Potsdamer Stadtschloß ab und beabsichtigt im Lause des Tages nach Berlin zu kommen und in feiner Botschaft vorzusprechen. Aus den weiteren Einzelheiten des Programms der Zwei-Kaiser- Zusammenkunft ist zu entnehmen, daß es dabei zur Erörterung und Entscheidung der wichtigen politischen Fragen, die zur Zett im Vordergründe des Interesses stehen, kommen wird.

* Kischof Simon theilt dem Kölner Metropolitan-Kapitel mit, er könne die Wahl zum Erzbischof von Köln nur annehmen, wenn er durch ausdrücklichen Wunsch oder Befehl des Papstes dazu bestimmt werde. Es widerstrebe seinem Gewissen ebenso sehr wie seinem Herzen, die Diöeese Paderborn zu verlassen, wo ihm vom Klerus und dem Volke soviel Vertrauen und Liebe entgegen­gebracht werde, um die Last eines anderen Wirkungskreises zu über­nehmen, von der er fürchten müsse, daß sie für seine Schultern zu schwer sei. Das Kölner Metropolitan-Kapitel berichtete auch bereits in diesem Sinne an den Papst über das Wahlergebniß.

* lieber einen ulten Zopf, dem wir längst eine kräftige Scheere gewünscht hätten, urtheilt derSchwäbische Merkur" u. A.: Wenn der Kulturmensch schon bei der gewöhnlichen Jahreswende seinen alten Adam mustert und nachsieht, wo er etwa verbesserungs­bedürftig wäre, so hat er zehnfach mehr Anlaß, an der Wende des Jahrhunderts das Gepäck zu revidiren, das er in das neue Säculum mit hinnbernehmen will, um sich zu besinnen, ob er nicht im Begriff ist, einen Zopf weiterzuschleppen, der längst schon abgeschnitten fein sollte. Ein solcher alter Zopf, überreif zum Abschneiden und des 20. Jahrhunderts unwürdig, das noch' mehr als fein Vorgänger im Zeichen des Verkehrs stehen wird, ist es. daß noch immer im deutschen . Reich dreierlei Arten von Freimarken im Gebrauch sind: württembergische, bayrische und solche der Reichspost, und daß die drei Verwaltungen einen Brief nur mit Strafporto befördern, wenn er mit einem Post- werthzeichen versehen ist, das nicht bei einer ihrer Poststellen gekauft worden ist. In dieser Beziehung behandeln sich ,a Württemberg, Bayern und das Reichspostgebiet gegenseitig fast ebenso, wie sie das Ausland behandeln. Die Beweisgründe dafür, daß der bisherige Sustand, wonach die beiden süddeutschen Königreiche je ihre eigenen reimarken haben, unhaltbar und chikanös ist, brauchen ja nicht mehr besonders aufgezählt zu werden; sie haben sich zu einer statt­lichen Höhe angehäuft.

* Rundschau im Reiche. In Ilmenau wurde zum ersten Mal ein Soeialdemokrat in den Gemeinderath gewählt. In Arnstadt eroberten die ©ocialbemojraten infolge der Gleichgültigkeit der bürgerlichen Wähler zwei Sitze.

Anstand.

* Geftrrreich-Ungarn. Heber den Grund des Richt­empfangs des Königs von Serbien am Wiener Hof wird offiziell mitgetheilt, daß dem König Alexander bei dem Antritt fern« Auslandreife mitgetheilt worden sei, daß Kaiser Franz Josef

Der Krieg in Südafrika.

Amsterdam, 4. November. Dr. Leyds theilt mit, daß ein Dazwischentreten Deutschlands, Frankreichs und Rußlands in der Transvaalfrage gesichert fei.

wb. London, 5. November. Die Blätter veröffentlichen ein Telegramm aus Kapstadt vom 1. ds., welches besagt, daß der Feind gestern die Eisenbahnbrücke bei Norvalspont überschritten und Colesberg ohne Widerstand besetzt habe. Ein kleines Polizeikommando unter Führung eines Sergeanten, welches die Garnison darstellte, streckte die Waffen. Das Rentersche Bürean meldet aus Ladysmith vom 2. ds., 10 Uhr Vormittags: Heute Früh 6 Uhr begann ein Artilleriekampf, der noch andauert. Der Feind richtete bis jetzt im englischen Lager keinen Schaden an. Das Feuer der Engländer verhindert die Buren, ihre Geschütze zu richten. Man hört Kanonendonner in der Richtung ans Colenso. DasRentersche Bürean" meldet aus Colenso vom 2. d. M., 11 Uhr 15 Min. Vormittags: Der Feind begann die Beschießung von Colenso. Das Feuer richtete sich gegen das Fort Wylie, welches der Tngelabrücke als Deckung dient. Dasselbe Bürean meldet ans Kapstadt vom 2. d. M.: Das Transportschiff Niniveh" mit einer Abtheilung der New South Wales Lancers aus Aldershot ist eingetroffen. Eine Abordnung, welcher sich der Bürgermeister und mehrere Mitglieder des Stadtralhes angeschloffen hatten, begrüßte die Truppen. Einem Telegramm ans Lady­smith zufolge erließen die Buren eine Proklamation, worin der Theil Natals, der Upper Taegela heißt, als Terri­torium des Oranje-Freistaats erklärt wird. Die Blätter veröffentlichen in Sonderausgaben folgende Depesche aus Ladysmith vom 2. ds., Nachmittags 2 Uhr: Während der Beschießung, die heute morgen stattsand, überrumpelte eine Ab­theilung unserer Kavallerie und Freiwilligen ein Burenlager. So­eben traf eine englische Bombe ein schweres Geschütz der Buren und zerschmetterte dasselbe (H). DasRentersche Bürean" meldet aus Kapstadt vomß.ds.: Dem Vernehmen nach erhoben sich die Basntos gegen die Buren. Die amtliche Bestätigung der Nachricht steht iioch aus. Die Blätter melden ans Ladysmith: Am Donnerstag Nachmittag wurden die Buren bei Besters Hill voll­ständig in die Flucht geschlagen. Sie erlitten beträchtliche Ver­luste. ' Das ganze Lager wurde genommen.

wb. London, 6. November. DasRentersche Bürean" meldet aus Colenso vom 2. ds.: Heute gingen die Buren gegen die Stadt vor. Sie kamen von Ladysmith her und stellten Batterieen auf dem Groblers Kloof-Hügel auf. Alsbald eröffneten diese das Feuer sowohl auf Ladysmith wie auf Colenso. Die Buren ver­wenden Kanonen großen Kalibers gegen Colenso und zielen haupt­sächlich aus das Fort Wylie; allein da diese zu weit tragen, fallen die Geschosse sämmtlich diesseits der Stadt nieder. Während des Vormittags entgingen ein Postzug von Ladysmith und ein anderer Zug dem Feuer der Buren und trafen hier unbeschädigt ein. Die Zugführer berichten, die Buren hätten außer Mausergewehren auch Nordenfeldt-Schnellseuergeschiitze.

hd. London, 6. November. WieDaily Mail" meldet, befahl General Buller, keine Ueinere Truppenabtheilungen den von Bethulie heranmarschirenden Freistaaten-Buren entgegen zu stellen. Infolge dessen zogen sich die Buren aus Queenstown 50 Meilen südlich von Steinberg-Junktion zurück.

hd. Krüssel, 6. November. Die Meldung von der Kapitulation Ladysmiths, die bisher unbestätigt geblieben ist, rührte von demselben Amsterdamer Asrikander-Comits her, welches den ersten Sieg der Buren bei Dundee melden konnte. Aus diesem Grunde schenkte die hiesige Transvaal-Gesandtschaft der Meldung Glauben.

hd. Kudapeft, 6. November. Fortgesetzt laufen von Offizieren Gesuche ein, in welchen sie um die Erlaubniß nachsuchen, nach dem südafrikanischen Kriegsschauplätze abgeben zu können. Sammt» liche derartigen Gesuche werden abschlägig beschteden.