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5. Mage jiini Wieskaöener Tagblatt

Wo. 507» Morgen-Ausgabe

Sonntag, den 29. Oktober.

47. Jahrgang. 1899

Lehm aus Dm Klkerhreik

älhalla

(Aus dem .Rhein. Kurier".)

F419

* * Theater

7

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Tisch-, Wand- und Hänge-Lampen

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Elegante Säulen-Lampen mit im. Onixfüssen von Mk. 6.50 an.

Club „Rheingold“.

Heute Svniitag, den 29. Oktober er., Nachmittags Nhr, zur Nachfeier unseres 6. Stiftungsfestes:

Ausflug nach Rimbach,

Saalban „Hum Taunus", wozu die merthen Gäste, sowie Freunde und Gönner des Clubs höflichst einladet

Grosse Vorstellung.

Metzettis, 2 Delaforests. 2 Alferino».

2 Mordons, Walter Steiner etc.

Gewöhnliche Preise.

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Otto ITnkelbach, Schwalbacherstr. 71.

Telephon 852.

Unkenntniß geglaubt haben. Diesen Umständen müssen die Gesetz­geber Rechnung tragen und je geistvoller und eingehender, je intimer und je spezieller fie das thnu, desto schöner werden fie ihr schwierige Aufgabe zum Vortheil der Gesammtheit erfüllen. Es ist vielleicht viel verlangt, daß man auch au die Bäckergchülfen dieselben An­forderungen stellt — ihre Manifestation aber im verflossenen Streik beweist, daß fie ihre Lage, die eine andere ist, al« die der Fabrik­arbeiter, richtig erkennen. a. H.

Nach der Vorstellung: Concerf der Theater-Hape Ile. Eintritt frei.

Morgen Montag, zum letzten Male:

Ninoff.

Heute Abend von 6l/a Uhr ab:

Spansan, Gänse- und Entenbraten, Mas im Topf mit Kartoffelklössen, Hasenbraten, sowie reichhaltige Abendkarte.

Karl Alt.

NB. Anfang nächster Woche: SU.«er Traubenuiosi.

Sonntag, den 89. Oktober, Vormittag» ll'/a I hr i

Matinee

unter Mitwirkung von Kunstkräften. Eintritt frei.

Nachmittags 4 Uhr: Vorstellung bei ermässigten Preisen.

Abends 8 I hr:

Rbeiigold,

Weil dir Bäckerei nun neben and reu ein Handwerk ist, muß man auch die Arbeiterfrage, die Gehülfenfrage, unter einen ««deren Gesichtspunkt bringen. Der Arbeiter der Groh- tndustrie bedarf der weitgehendsten Sozialpflege, denn er kann - ui« — von seltenen Fällen abgesehen — selbständig werden. Dr Gesellschaft ist vc>pflichtet, für diesen Ardener in umsäng- »chfler Weise Sorge zu tragen, damit er sein einziges Kapital stiue Arbeitskraft und Gesundheit, möglichst lange behält. Wcharfc Fabrikordnnngen, Beschränkungen der Arbeitszeit,sorgsamste MStcnische Einrichtungen sind hier am Platze.

fe Anders liegts beim Gehülien int Handwerk. Der Handwerks- deWlfe wird zu einem großen Theil später selbstständig» er kommt m eine soziale Posttion, die der Ardettcr der Großindustrie Urtbehren muß. So unterscheidet sich die sozial-wirihschaftliche elruttur der Handwerksgehülfen von der der Fabrikarbeiters;

-demgemäß muß auch die Sozialpfirg« gegenüber dem Handwerks- lehülsen eine andere sein, wie die des Fabrikarbeiters, und — was »enso wichtig ist — der Handwerksmeister muß anders behandelt

Machen, wie der Fabrikbesitzer. Wen» also ein Bäckermeister beispiels- Llsetse mit seinen zwei Söhnen sein Handwerk betreibt und in der Wachen Arbeit ein Vergnägeu findet, so soll man ihm nicht kommen -MU Ladenschluß und Beschränkung der Arbeitszeit; dar ist «ne sozialpolitische Pfuscherei, die vielleicht den grünen Tisch,

Mer nicht die grüne Weide des praktischen Ledens kennt.

t Er ist also etwas Anderes, ob Bäckergesellen streiken, oder die Arbeiter au« Kohlenbergwerken, oder Maschinenfabriken. Den Mackergeselleu wird man zurusen müssen: die große Mehrzahl von wch wird selbst mol Bäckermeister, kann es wenigstens werden," xkun sie fleißig und sparsam ist; ihr müßt also jetzt schon eure Miatigkeit etwas unter deut Gesichtspunkte der zukünftigen MeisterS- Watigkeit betrachten. Wenn ihr aber durch unbillige und üder- medenc Forderungen das Geschäft überhaupt erschwert, dann arbeitet wr allerdings den Großbäckereien bind in die Hände, mindestens Achmert ihr den Meistern und euch selbst die Daseinrdedinguiiqen. Denselben Gesichtspunkt sollte der Gesetzgeber ms Auge fasien; dm« darf das Handwerk, wie also die Bäckerei, nicht so behandeln, « die Fabrik; der Gesetzgeber muß disferenzireu. Unser Wirth- daftsleben wird immer vielgestaltiger, je weiter die gewerb- >che Kultur sortschreitet, nicht uniformer und concentrirter, te Mauchestermänner und die Sozialisten aller Gattungen in ihrer

Gtlegenheitsklms!!

Eine große Parthie Wandschirme, seidene Decken und Kiffenstickereien, worunter einige mit kleineren Fehler», um eingehenden Neuheiten Platz zu schaffen, empfiehlt zu äußerst billigen Preisen

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Oeffentlicher Vortrag.

Thema:

Wann wird Jesus Christus roieHerhomnien?

Dienstag, de» 31. Oktober, 8'/- Uhr Abrndö, im „Hotel Schützenhos", Schützenhosstraße.

Jedermann ist freundlichst cingeladen. — Eintritt frei.

<x. Tüll Im er.

Für gutes Brennen aller Lampen wird garantirt.

Kaufhaus Führer

In den Handwerken und Gewerben nun, die ihrer Natur ^«ach dem Großbetrieb nicht zu verfallen brauchen, gehört die - Bäckerei. Zwar giebt es Brodfabriken, aber ihre Erzeugnisse um­fassen nur einen bestimmten Theil des Verzehrs und selbst dieser wird im Allgemeinen vom Publikum nicht übermäßig goutirt.

- Schon aus Gründe» der Technik und des Haudgriffmäßigen steht die Bäckerei fabrikmäßiger Productiousart entgegen; es sind hundert Dinge zu berücksichtigen, die nur in der handwerkerlicheu Detailpflege ihn zuftäudigc Erledigung finden können; selbst die Anwendung von Maschinen — Knetmaschinen — im Handwerksbetrieb ist nur von begrenzter vortheilhaficr Wirkung. Man muß diese Sachen natürlich vis ins Kleinste studirt haben, um ein verläßliches Urthcil abgebcn -

_»n können. Die Bäckerei gehört dem Handwerk, das wird kem Kenner zu bestreiten wagen; fie characlerisirt sich »och im Be- M»deren als Kleinbetrieb, weil sie durch ihre Verbindung mit der Berkaufsftelle ans Bedürsniß und Nothwendigkeit des drcentralistrten Betriebes hinwcist.

£ der Großproduktion nicht angegriffen werden kann. Es ist zur Würdigung dieser Thatsachen freilich nöthig, daß einerseits das Handwerk selbst Gebilde nicht halten will, ans weid,en die Groß- i Produktion bistiger und rationeller und darum legitimer - arbeit:! und der Gesetzgeber und Politiker andererseits aus die besonderen Lebensbedingungen dieses Handwerks Rücksicht nimmt.

Aufforderung.

Das bei uns auf den Namen Anton Ruf hier unter No. 8617 angelegte Sparkassenbuch mit einem Restdestand von Mk. 160.27 ist angeblich abhanden gekommen.

Wir fordern den etwaigen Inhaber desselben auf, seine Ansprüche auf dasselbe innerhalb 4 Wochen bei uns geltend zu machen, andernfalls nach Ablauf dieser Frist da« Buch für null und nichtig erklärt und dem Herrn Anton Ruf ein neues Buch ausgestellt wird.

Wiesbaden, den 28. Oktober 1899.

Allgemeiner Vorschuss- und Sparkasscn-Verem

zu Wiesbaden.

Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.

H. Viels. A. Schönfeld. C. Vlichel.

Kirchgasse 48.

13367

| Der Wiesbadener Bäckerstreik hat seine vorläufige Erledigung tchinden; wie indes auswärtige Blätter melden, soll er im Früh-

*n Verbindung mit anderen Städten aufs Neue und auf breiterer Grundlage" beginnen.

g Der hiesige Streik hat die auch anderwärts beobachtete interessante Erscheinung gezeitigt, daß sich ein erheblicher Theil der Gehülfen, dioleicht der größte, nicht auf den Standpimkt unerschwinglicher Forderungen stellte und zu den Meistern hielt. Das Letztere ist mcht nur dar Erwünschte, sonder» auch das Natürliche.

Unsere niodernen Sozialpoliiiker, diejenigen, die mit dem Gefühl, e6tt in blasser Unkenntniß der ihalsächlicheu Dinge, Politik machen, find leicht geneigt, sich bei jedem Streik auf die Seite der Aus- ftändigen zu, stellen; fie halte» das für „human" und wissen nicht, daß es meisientheils nur einfältig ist. Gewiß giebt es gerechte Ltreiks und es ist in diesen Blättern schon mehr als einmal aus­gesprochen worden, daß der Streik rin legitimes Kampfmittel der Aadustricarbeiterschafr ist, ein Ausfluß der nothwendigen Coalitions- sreiheit, um den ganze» Stand moralisch und wirthschaitlich vor­wärts zu bringen, ein Kampfmittel, das man, wie jeden scharfen Kamp', beklagen mag, das aber bei der Natur der heutigen Ver- hältniffe nicht zu unlgehen ist. Wir halten also die Streikenden nicht tue einen Auswurf, der schlechthin bekämpft werden müsse; ein streik wird auch in letzter Linie von den Sympathien oder Antipathien des großen Publikums, das oft viel feinfühliger ist, «16 die Herren Sozialpolitiker, entschieden.

Man sollte aber unterscheiden zwischen einem Streik, der in der Großindustrie ausdricht und einem folchen im Handwerk. Da kommen wir freilich auf eine wunde Stelle unserer gesammtcn sozialpolitischen Gesetzgebung nicht nur, sonder» auch aus eine solche der sozialpolitischen Auffassungen. Unsere ganze Geseü- Obnng schlägt in Wirklichkeit Industrie und Handwerk über tincn Leiste«; nach demselben Prinzip wird bei allen sozial­politischen Untersuchungen, in der Siatistik wie in der Sozial- ■ pflege, verfahren; wir haben heute tbatsächlich keine genauen E Mittheilungen über den zahlenmäßigen Umfang des Handwerks, west eben dieses nicht als eine sozial-wirttzschaftliche und sozial­politische besonders geartete Gruppe ausqefaßi und behandelt .Wird, sondern in der Hauptsache unter der Rubrik .Industrie" erscheint. Gewiß find Ansätze zu einer besonderen statistischen und l virthschastspolitischeu Behandlung des Handwerks vorhanden, im großen Ganzen aber wird Alles nach demselben Schema beurtheilt. Das aber gerade rst das Ergebnitz der heutigen moderne« gcwerb- V«chen Entwicklung, daß sic dar Handwerk immer mehr als einen besonders gearteten Partikel des allgemeinen wirthschaftlichen Organismus erscheinen läßt, dessen Aufgabe es nicht ist, sich im ; Gegensatz zur Industrie zu entwickel», das vielmehr ein -natürliches Terrain bebaue» soll, das die wirthschastliche stutwickelung als für die Behandlung durch die Industrie un- r geeignet ausgeschieden hat und zwar nach Maßgabe derselben - natürlichen Entwickelungsfattoren, welche die heutige sozial- - wirthschastliche Gestaltung der Dinge herdciqeführt haben. Das Handwerk ist also — von Einzelstationen der Entwickelungs- Mozesses abgesehen — nicht ei» Uedervleibsel der industriellen Smivtckclnng, eine geduldete Erscheinungsform derselben, sondern eine voNgültige wirthschaftspolitische Positiou, i #u Aufgaben zn erfüllen hat, welche kein anderer Faktor be- k wolligen kann. Die großiudnstriclle Entwickelung wird noch da F und dort Gebieisthcile der handwerksmäßigen Produktion erobern E - das ist zweifellos — sie wird aber dar Handwerk nicht .vrrnrchlen", wie Ignoranten und Gesiihlspolitiker geglaubt haben, sondern «inen unangreifbaren Kern handwerklicher Produktion l herauSschälen, der nach allen seinen natürlichen Bedingungen von

Der Borstand.

NB. Besondere Einladungen sind diesmal nicht versandt.

| GcslWs-EröffilMlg

»> Die Wiederöffnung meines Ladengeschäfts in den bedeutend größeren Räumen

| Ecke Bahnhof- und

§ Lulfenstratzc

« (Eingang Luisenstraße)

« zeige ergebenst an. Empfehle mein großes Lager

55 in Haus- und Knchengeräthcu, Lampe» R für Gas und Petroleum, Badewannen und *> Badeöfen zu billigen Preisen. 14719

Hochachtungsvoll

S Carl Koch

(seither Ellenbogengasse 5).