«’• Jahrgang.
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Knzcisc» Annah,.,« - r-' ip».-n«.»
N». 494
Fernsprecher Wo. 52.
Snmstng, den 21. Oktober.
Fernsprecher No 52.
1899.
flbend«flusgabe>
(Nachdruck verboten.)
Frankreichs Kolonialpolitik.
Unser Pariser u-Korrespondent schreibt uns:
Es ist gewiß mehr als ein bloßer Zufall, daß England und Frankreich, welche beide unter allen europäischen Mächten bei Weitem den größten überseeischen Kolonialbesitz ihr eigen nennen, gleichzeitig in der Behauptung dieses Besitzes mit außerordentlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Für das britische Reich hat dieser Kampf zur Zeit eine akute Form angenommen, während die Kolonialkrisis, au welcher die französische Republik laborirt, eine latente und schleichende, aber darum nicht minder gefährliche ist. Auf welche französische Kolonie man auch den Blick werfen mag, nirgends ist es den Eroberern gelungen, sich die Eingeborenen organisch anzngliedern, ihr Vertrauen und ihre tvilligc Unterordnung zu crtvcrben, selbst nicht in Algerien, das man hier zuversichtlich bereits V»r Jahrzehnten als „terre francaise“, als „prolongement de la France au dein, de la Mcditerranee“, als „Verlängerung des Mutterlandes über das Mittelmeer hinüber," bezeichnet hat und dessen Bevölkerung man nur dadurch gefügig erhalten kann, daß man in die Kolonie fortgesetzt bedeutend mehr Millionen jährlich hincinsteckt, als man ans ihr heranszicht, und daß man in ihr für alle Fälle ein stattliches Heer auf dem Kriegsfüße unterhält. Aehnlich ist die Lage in Tunesicn, viel ernster dagegen in den entfernteren afrikanischen und asiatischcit Tropen- kolonieeu. Der Handel mit dem Mutterlande ist äußerst geringfügig, die meisten Geschäfte sind in den Händen der Deutschen und Engländer, während Frankreich die Kosten der Verwaltung trägt, einer kostspieligen und häufig sorglosen Verwaltung, die gewissenhaft allen Schlendrian und alle Mißbräuche der französischen Büreaukratie auf den fremden Boden verpflanzt ha!. Dazu kommt die Anhänglichkeit des Franzosen an den heimischen Boden, im Gegensätze zum Wander- und Abeutenertrieb des Briten und Deutsche». Während von uns und von England meist thatkrästige, geweckte und geistig überlegene Kräfte nach den Kolonieen gehen, sind es hier häufig Leute, die sich daheim nicht halten können, Unfähige und Verkommene, die man los sein will oder die guten Grund haben, zu verschwinden. Die früheren Regierungen der Republik selbst sind nicht von dem Vorwurf frcizusprecheu, daß sie bei der Auswahl der Kolonialbeamteu welliger auf die zur Kolonisiruug erforderlichen Eigenschaften geachtet haben, als vielmehr beflissen gewesen sind, unbequeme Personen auf gute Manier los zu werden. So sandte man s. Z. den radikalen Parteiführer Donmer, einen gewandten Parlamentsredner, als Geueral-Gonverncur nach Indo-China, das ihm völlig fremd war. Er hatdort seine 150,000 Frcs.jährlichen Gehalts eingesteckt—unddieZnstände dort sind dieselben, über die man seit 15 Jahren klagt und die eines Tages in einer allgemeinen Erhebung ihren Ausdruck finden werden. Jetzt kommt Doumer zurück und wird, Dank seinen Ersparnissen, wieder eine politische Rolle zu spielen versuchen. In welchem Lager, das scheint er selbst noch nicht zu wissen. Daß er aber seine Kolonie glänzend verwaltet hat, muß wohl wahr fein,, da er es selbst allen Reportern, die er auftreiben kann. In die Feder diktirt. Solche Verhältnisse erklären, wie im Sudan der Leutnant Voulet dazu kommen konnte, sich zu empören und durch seine schwarze Truppe seinen Chef über den Haufen schießen zu lassen. Das System, in einer Kolonie Banden von Eingeborenen zu rekrutiren und sie gegen die wehrlosen Eingeborenen anderer Kolonieen loszulasseti, rächt sich jetzt an den Franzosen selbst. Die „Dislokation" des Sudangebiets, seine Vertheilutig unter sechs Kolonialbehörden wird nur bann zur Besserung der dortigen Zustände beitragen, wenn man den Eingeborenen nicht mehr das Beispiel von Mord, Plünderung und Verwüstung geben läßt, sondern ihnen durch eine gute, gerechte und fürsorgliche Verwaltung die geistige und sittliche Ueberlegenheit der europäischen Kultur praktisch darlhut.
Deutsches Deich.
Zur jüngsten Kaiserrede.
Die Unterhaltungen der politischen Welt über die Hamburger Kaiserrede haben sich — man kann sagen: naturgemäß — nicht lange fortgesponnen. Die Rede hat wieder einmal bekundet, welches Herzensinteresse der Kaiser an der Verstärkung unserer Flotte _ nimmt. Dies war nickt neu, und daß es abermals einen so lebhaften Ausdruck gefunden hat, ist überall gebührend beachtet worden. Darüber hinaus aber liegt keine Veranlassung vor, die Worte des Kaisers mit einem ausgereiften ober auch nur in Umrissen schon bestehenden Plane ber verantwortlichen Regierungsstellen berartig in Verbindung zu bringen, daß zu trgenb einer jpnneten Marine-Frage Stellung genommen werden müßte. 8>ie sehr ausführlichen Darlegungen, mit denen eine Reihe
von Parteiblättern die Hamburger Rede kritisch behandeln zu müssen geglaubt hat, sind ja insofern nicht werthlos, als sie vermuthlich dem Kaiser vor die Augen kommen, und es wird dem Kaiser bei der Frische und Unmittelbarkeit seines Temperaments nur erwünscht fein, in dieser Weise ein Echo feiner Mahnungen zu vernehmen. Aber sachlich und praktisch betrachtet, ist die Lage, wie man wiederholen muß, keineswegs fo; daß der Reichstag schon im Winter genötigt sein wirb, sich über Annahme ober Ablehnung eines neuen Flottengesetzes zu entscheiden. Es will bemerkt fein, das; bie Offiziösen schweigen. Es ist ja möglich, daß sic noch zu reden bekommen, aber vorderhand haben sie von ihren ministeriellen Auftraggebern keine Anweisung zum Sprechen erhalten. Es ist ferner bezeichnend, daß die Konservativen die äußerste Zurückhaltttng üben. Sie konnten die Gelegenheit benutzen, sich in angenehme Erinnerung zu bringen'; sic könnten auch die OppositionSvioline spielen. Damit, daß sie beides nicht thun, geben sie zn verstehen, daß keine unmittetbare und thatsächlichc Veranlassnng da ist, der Flottensrage schon jetzt näherzutreten.
Centrum und Flotte.
Gegenüber immerhin möglichen neuen Flotten-Forderungeii schreibt die „Köln. VolkSztg.", dem 6entrinn sei cS unmöglich, einer netten Flotten-Vor läge, wenn sic auch nur eine Beschleunigung des Schiffsbancs empfehle, zuzustimmeit. Bei dem vorjährigen Flotleugesetz sei gleichsam ein Vertrag zwischen der Volksvertretung und der Regierung geschlossen worden, wonach für die nächsten 6 Jahre diese Frage erledigt sein sollte. Die Negierung Hube versprochen, mit weiteren Forderungen nicht zu kommen. Es wäre eilte arge Täuschung des bewiesenen Vertrauens, wenn jetzt eine Beschleunigung oder Vergrößerung der beschlossenen Flotte beantragt werden sollte.
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* Kretin, 21. Oktober. Dem Bundesrat!) ist eine Novelle ju dem Munzgesetz zugegougeii, welche auf Grund der gesammelten Erfahrungen verschiedene Abänderungen verschlägt.
* Die Festlichlirilen in der technischen Hochschule zu Char- lottenburg setzten gestern Morgen mit dem Empfang der Abordnungen ein, die tnt Lichthofe de« Hauptgebäudes der Hochschule stattsanden. Der Festakt war eine imposante Kundgebung der Jutbcuualiiue, welche die deutschen technischen wissenschaftlichen Vereinigungen und die Vertreter der Praktik, insbesondere die Hnrchverbande der Groß-Industrie, an der Jubelfeier nehmen. Dem Alte wohnten mehrere Negierungsvertreter bei. Nach der BegrüßungS- ansprache des Rektors gab im Namen der Stadt Berlin der Bürgermeister Kirschner Kunde von der Errichtung einer Stiftung in Hohe von 100,000 Mk. für Studienreisen. Aus den Knien der Stiftung soll die Studentenschaft der Hochschule nach vollendeten Studien Stipendien im Mindest- betrage von 1500 Mk. erhalten. Für die Stadt Char- lottcnburg überbrachte Oberbürgermeister Schustehrus 20,000 Mk als eine Gabe _ der Stadt zu der von dieser schon 1834 im Interesse der Hochschule errichteten Stiftung. Den Höhepunkt des Festaktes bildete das folgende, lieberreichen der Stiftungs- Urkunde für die Jubiläumsgabe der deutschen Industrie, die von den Herren Geheimrath Jencke und Herrn Borsig vollzogen wurde. Dem Gluckwunsch der deutschen Universitäten gab der Rektor der Berltiier Universität, Dr. Fuchs, beredten Ausdruck. Die Vertreter einer Reihe von Universitäten überreichten kostbare Adressen hc«= gleichen zahlreiche Vertreter kaufmännischer, gewerblicher' und in= austneller Vereine. Hierauf begann die große Festsitzung der würben* e", löcltf)cr 1!lci)rere wissenschaftliche Vorträge gehalten
* Ei« Gesetzentwurfntr Regelung der patrnt.iiin>„It- fchast war in der Thronrede bei Eröffnung des Reichstags ange- kundigt worden. Der dem Bnndesrath vorgelegte Gesetzentwurf Wurde m den Ausschüfsen stillschweigend begraben, da der Gesetzentwurf die Eintragung in die Liste der Patentanwälle jeder verfugungsfahigen und unbescholtenen Person von mindestells 2o Zähren ohne Pruning ihrer Äefähiguiig gewähren wollte. Nach dem „Hamb. General-Anzeiger" ist iiunniehr im Reichsamt des 3nntrn em neuer Gesetzentwurf, betreffend die Patentanwälte, ausgearbeitet worden, worin die Forderung nach einem gewissen Befähigungsnachweise ftir die zur Eintragung in die Liste der Patentanwälte zugelassenen Personen berücksichtigt ist.
Anslanv.
* Gesterreich Ungarn. An der Universität Wien fanden gestern Vormittag stürmische Demonstrationen der deutsch-nationalen Studenten gegen den aus Graz an die hiesige Universität versetzten der Uenfalcitjl?artei angehörigen Geschichts-Professor Dr. Joseph §trn statt -vrotzdem der Universitäts-Rektor vermittelnd eingriff wurde Professor Hirn verhindert, seine Antritts-Vorlesung zu halten und von den Studenten gezwungen, den Hörsal zu verlassen. — Graf Elemer Lonyay, der Bräutigam derKronprinzessin-Wittwe Stefanie, hat vor einigen Tagen tu Wien geweilt, wo er in aller Stille zum Katholieismus übertrat. Die Lonyays waren ein alte« protestantisches Geschlecht und Abkömmlinae desselben leidenschaftliche Parteigänger „RakoezyS, des Rebellen".
* Rußland. Eine große BekrngSaffaire ist in St. Petersburg ausgedeckt worden. Der Direktor des E'senbahn- iiiid Industrie-Departements, Excellenz Maximoff, ist verhaftet worden, da derselbe sich ein großes Vermögen lediglich an* Be- „ ^"S-U'mmeu zusammengescharrt hat. Maximoff ließ sich für alle Eisenbahn-Konzessionen und Jndnstrie-Unternebmungen horrende Summen zahlen. Wer dabei knauserte oder Bedenken hatte, kiel mit feinem Gesuch einfach durch. Um zu ihm zu gelangen, mußten wiederum kleinere Beamte geschmiert werden, kurz, ein völlko>umenes Bestechungsfystem entstand. Die ganze Affaire ist dadurch publik geworden, daß etn in. seinem Bittgesuch um Konzession Zurückgewiesener eine Bittschrift an den Czaren einreichte und rücksichtslos den furchtbaren Krebsschaden aufdeckte. Finanzminister Witte, der Vorgesetzte Maximoffs, bricht infolge dieses Skandals seine aus längere Zeit berechnete Erholungsreise in ber Krim ab und
trifft schon demnächst in St. Petersburg ein. Eine sehr vornehme Dame soll ebenfalls in der Asfaire kompromittier sein. Dem Kaiser ist von dies em Panania eingehend Bericht erstattet.
. * Pnmänien. Das Befinden des Prinzen Carol hat sich wesentlich gebessert. Es ist Hoffnung auf baldige Genesung vorhanden.
England und die Kmenstaaten.
aK Kapstadt, 19. Oktober. Das Transvaalheer ist in Antal im Vorrucken begriffen, und feine Vorhut kam an mehreren Punkten bereits mit englischen Vorposten in Berührung. Möglicher Weise hat inzwischen der Kampf bereits begonnen, doch wäre das entschieden zum Nachtheil der Buren, denn vorerst hat nur bie §ranie-Frei,taat-Kolonne das voraussichtliche Schlachtfeld erreicht. Dieselbe traf gestern in der Nähe von Aetonhomes und Bester, also nur ungefähr sechszehn englische Meilen von Ladysmith, wo sich tue englische Hauptmacht von nunmehr ungefähr t12- Mann befindet. Die Freistaat-Kolonne zählt ' aber ?00 Mann und ist ganz unzulänglich mit Artillerie cnis- gestattet. General ^oubert, der vom Norden her zum gleichzeitigen Angriff auf Ladysmith vorrückt, befindet sich noch volle vierzig Meilen von da und hat zunächst auch noch den Widerstand von etwa 4100 Engländern in Glencoe zu überwinden, ehe er daran denken kaum mit den vom Westen durch die Drakensberg-Pässe ge- kommeneu Bundesgenossen Hand in Hand zn gehen. Sir George White der die englischen Streitkräfte in Natal befehligt, soll nun frohlocken. Er hak Anstalten getroffen, um den Vormarsch Jouberts ferner zu erschweren sodaß er sich mit feiner ganzen erdrückenden llebermacht auf die Freistaatler zn werfen und biefe aufzureiben Deruiag. alt das geschehen, so will er sich Joubert zuwenden und dieselbe Taktik auf ihn und sein Heer anweiiben. Es wäre iudeß sonderbar, wenn die Buren, die doch in Natal ganz besondere L.erraiiikenntulste besitzen, den Eiigländern den Gefallen timten, sich ui einzelnen Abtheilmigen bedeutend überlegenen Trnppeukörpern preiszugeben. Der Vortrab des Jonbertschen Heeres hat sich übrigens alle erdenkliche Mühe gegeben, die Engländer in und um Glencoe heranszufordern und sie in das Hügel- laild zu locken, etc haben aber noch die bitteren Er
fahrungen von 1881 in der Erinnerung und verblieben in unmittelbarer Nähe ihrer befestigten ' Lager. Es ist. Wie gesagt, sehr wahrscheinlich, daß man im Augenblick be- reit« an verschiedenen Punkten kämpft, doch dürften es die Buren wohl verstehen, bie kommende große Schlacht zn verzögern, bis ihre Streitkräfte versammelt sind. - Aus Kimberley liegen wirklich authentische Meldungen nicht vor, boch scheinen bie Buren gegen biefen Platz and) noch nichts Ernstliches unternommen zn haben. Dagegen wirb Mafeking gegenwärtig bombarbirt und wirb sich wohl schwerlich lauge zu halten vermögen.
,. l"l. iünbon, 2ö. Oktober. In hiesigen Militärkreiseii wirb die Lage in Südafrika wie folgt beiirtheilt: Die Buren bringen ui vier Kolonnen vor, bie Hauptkolonne mit General Joubert im Jiorbcn, zwei andere im Westen und die letzte im Osten. Man weiß im hiesigen Kriegsamt nichts Genaues über die effektive Stärke dieser Kolonnen, aber die Regierimg ist überzeugt, daß bie Stärke derselben die der englischen Abtheiliingen bcbeuteiib übersteigt. ? .verfügt über 9000 Mann bei Ladysmith und über
00 Mann bei Glencoe. Die Verstärkungen, welche dieser Tage rn Durban enigctroffeu sind, belaufen sich auf 4000 Mann. Es ®?re baüci lhoricht von Seiten des Generals White, die Buren augen- blicklich anzugreifen, obgleich die ihm zur Verfügung stehenden Mannschaften besser organifirt sind, als die der Buren/ Er würde nur durch die Uebermacht erdrückt werden. Wenn die in Aussicht genommene «chlacht bei Ladysmith zu lliigunften der Buren ans- faut.witrde ihre Lage eine äußerst kritische, denn sie befinden sich 80 Mellen von den östlichen Bergen und 100 Meilen von der nörd- lichen Gebirgskette entfernt. Ein Rückzug der Baren würde für fte verhangnißvoll werben. Die Taktik des Generals Wikhe ist augenblicklich bie des Abwartens, und diese Taktik wird im hiesigeii KnegSamt gebilligt. Es fragt fick) nur noch, ob (scueral Joubert die englischen Verstärkungen herankommen lagt, oder ob er bie englischen Truppen vorher angreift — Die Engländer sind aufgeregt, da sie sich sagen, daß Vrybnrg durch • Verrath in bie Haube ber Buren gefallen sei. Die Kap-Polizei, Welche eine andere Bestimmung erhalten hatte, war kaum auS Vryburg ausgerückt, als die Buren, von den Vryburger Buren benachrichtigt, in die Stadt einrückten.
Eine Rikderlage der Buren.
wb. London, 20. Oktober. Jin Unterhanse verlas Wyndham heute 3'1» Uhr Nachmittags eine aus Ladysmith batirtc amtliche Depesche: Glencoe Camp. Wnrbeu bei Tagesanbruch von etwa 4000 Buren angegriffen. 4 oder 5 Geschütze wurden auf einen Hügel postirt und bewarfen unser Lager mit Granaten, richteten aber Wenig Schaden an. Unsere Infanterie formirtc sich zum Angriff gegenüber ber feindlichen Infanterie und ging, nachdem die feindliche Stellung eine Zeit lang beschossen war, zum Angriff über. Rack, einem heftigen, bis IV« Uhr Nachmittags dauernden Kampfe wurde bie fast uneinnehmbare Stellung genommen. Der Feind zog sick) in östlicher Richtung zurück. (Lauter Beifall.) Unsere Kavallerie und Artillerie ist noch außerhalb. Unsere Verluste sind schwer. General SymonS ist ernstlich verwundet.
London, 20. Oktober. Der „Centtal News" wird aus Glencoe vom 20. Oktober, 8 Uhr 25 Mm. Bonn., gemeldet: Der Angriff der Buren auf Glencoe begann beute Morgen bei Tagesanbruch. Die Buren hatten während der Nacht Artillerie aufgefahren und sie auf einem Dundee beherrschenden Hügel in Position gebracht Beim ersten Morgenlichte eröffneten sie das Feuer; sie warfen Geschosse in die Nähe der englischen Stellungen, zielten aber schlecht. Die englischen Geschütze antworteten sofort. Die Buren- Artillerie war der englischen Artillerie nicht gewachsen, ein Geschütz nach dem anderen wurde zum Schweigen gebracht. Nach einer halben Stunde antwortete kein einziges Geschütz der Buren den englischen Geschützen mehr. Dann wurden Schützen vorgeschickt und, das Terrain benutzend, unterhielten diese ein heftiges Feuer. Die Buren erwiderten dasselbe von ihren Stellungen aus, die englischen Soldaten, waren ihnen aber zu zahlreich, und nach einem hartnäckigen Kamps zogen sich die Buren zurück. Die englischen Truppen stürmten dann den Hügel hinauf und nahmen bte Ver- schanzungcn der Buren und fünf ihrer Geschütze. Den größten Aitthell am Jnfanteriegefecht hatten bie Dublin - Füsiliere; ihr Ansturm war ausgezeichnet, sie kämpften kühl und anhaltend, wahrend die Kugeln flogen; sie waren zuerst in bett Linien der Buren und nahmen die Geschütze.
