WiksWeim THlstt
Nnzeigen-PreiS t
— Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur
1899
Sonntag, den 10. Scxtcmbrr.
Fernsprecher No. 22.
N». 423.
Fernsprecher No. 52.
Morgan »Ausgabe
An.°ia°n-K«nahn,° sgaarca? L
41. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgaben. - Vezags.PrciS: durch den Verlag 50 Psg. monatlich, durch die Post 1 Mk. OO Psg. viertcljäijklich für beide Ausgaben zusammen.
(Nachdruck verboten.)
Aus der Uelchsh'Mplstadt.
Krrlin, 8. September.
Merlin siebt im Reichen des AntomobiliSmuS, und das ■ Automobil hat sich nach heftigeni Kampf und nach tapferer Gcgeu- wehr seiner zahlreichen Konkurrenten die Position als beeechttgtes Mitalied des wachsenden Straßenverkehrs errungen und für alle Zeil^gesichert. Die deutsche Reichshauptstadt hat sich verlMing- mäsiig lauge Zeit gegen da? Eindringen des Automobils geehrt von dem man eine erhebliche Vergrößerung der Gesahr der lraße bekürchtete. Und während das Automobil sich in Frankreich, England uild Amerika seit langer Zeit die Daseinsberechtigung erkämpft hat, hat man hier noch vor einem Jahr dieses neue Berkehr^ittel mckr ms ein Kuriosum betrachtet, dem man halb zweifelnd, halb Gefahr wMernd begegnete. Im Laufe dieses Jahres aber hat das Automobil feinen siegreichen Einzug in die Thore Berlins gehalten imd ^uw bat e" die Pl'Usiognoiine des Berliner sttahenbildes bereits^erheblich verändert Man hat sich allmählich an das geräuschvolle schnaufen u^ Pusten der dabinrasenden Ungeheuer und .an das nerven, erschütternde Alanmulen gewöhnt und nimmtes letzt »gebungSvoll bin wie das Klinaeln der Straßenbahnen und das ^turnuaulen der Radler. An was gewöhnt sich nicht der Mensch und besonders der Berliner! Das Automobil hat sich überraschend schnell m den Straßen Berlins heimisch gemacht. Den Anfang machten b'e großen Geschäftshäuser, welche bei ihren Motorgeichattswagen das Nützliche mit dein Angenehmen, die schnelle Beförderung mit der Rellame - banben Dann folgten die Luxusautomobile, die Automobllradcr und endlich sogar die Antomobildroschkem die allerdings erst sehr hEbsich vertreten sind, sodaß die Berliner Droschkengaule erster und zweiter Güte noch keinen Anlaß genommen haben sich mit Ma neu auf. fnudienbcn socialen Frage zu befassen und Mit trotzigem Gewieher ihren Uebergana in das Lager der Unzufriedenen anznkundigen.
' Daß Berlin im Zeichen des Automobils steht beweist die hier kneben erökknete erste internationale Motorwagen- Ausstellung, welche den Beginn der sich immer starker an- kimdiaenden großen Automobilmachung der Zukunft bedrntet. Die recht intereffante und lehrreiche Ausstellung zerfallt m Met Thcile, »ine ruber,be Ausstellung, in der man »das D>ng an sich Dt-
Volttische Meberficht.
Die KrisiS in Preußen, welche nach wie vor das Gebiet der inneren Politik beherrscht, hat sich überraschend weiter entwickelt und sowohl die Voraussagungen der Optimisten wie der Pessimisten zu Nichte gemacht. Es pflegt dies freilich eme Eigentümlichkeit aller inneren Kn,en bei uns zu fern, deren Verlauf säst stets das weise Wort zur Wahrheit machte: „Es kommt immer anders l" Die Grunde hierfür liegen auf der Hand. Einmal wird die Entwicklung derartiger Krisen bei uns weniger als ini « anderen Staaten durch den Gang der parlamentarischen Ereignisse deeinflußt, und zweitens hat man bei unS zumeist gut verstanden, deii schützenden Schleier bis zuletzt über d'-m Vorbereitung be- findlichen Ereignisse zu breiten und so die politische Welt mrt einem fait accompli zu überraschen, eine Taktik, die auch in der politischen Strategie ihre unverkennbaren Vortheile hat. Diese Strategie hat die Regierung auch bei dem Wechsel tm Mini sie rtum des Innern und im Kultusministerium verfolgt, und wenn aud) der Minister des Innern seit dem Fall der Kanal-Vorlage als ein politisch kranker, der Kultusminister aber als ein körperlich kranker Manu galt, so präseutirte sich der Ministerwechsel in diesem Augenblick doch als eine gelungene Politische Ueberraschung Nach der bisherigen Entwicklung der Krisis m Preußen darf eS nicht Wunder nehmen, wenn Manche meinen, daß die Aera der lieber« raschllngeu noch keineswegs zu Ende sei. Aber obgleich bereits von verschiedenen Seiten weitere Minister namhaft gemacht werden, denen eS bestimmt sein soll, den Weg ihrer Kollegen Recke und Masse zu wandeln, wird man gut thun, diesen Prophezelungeil Stisch zu begegnen, denn die stärkere Wahrscheinlichkeit spricht
ir, datz die Krisis, wenn sie durch den Wechsel im Mnnstcrium mich keineswegs beendigt ist, doch bis zum Wiederbeginn des Kampfes um 'die Kanal-Vorlage in einem aewissen Beharmngs- ^^Äus 'deui" Veharrunasznstand, den die seit längerer Zeit chronisch gewordene Krisis in O est er re ich zu verzeichnen hat stheint sic letzt, wenn nicht alle Anzeichen tauschen, m een akuteres Stadium irberzugehen. An den matzgebeiiden «teilen tu ^eftermd) scheint man sich endlich doch nicht mehr der.Erkenntmß zu ver- tchließen, daß der jetzige Zustand der chronisch gewordenen Verwirrung unhaltbar ist und daß die Lahmlegung der parlamentarnchen Maschine in Oesterreich allgemach das politische Leben tn ben bciben Reichshälften zum völligen Stocken bringen und die österreichische Krisis zu einer schwere,, Reichskrisis erweitern muß w-lche die größten Gefahren für die österreichisch-ungarische Monarchie tnstch birgt. Um dstse Gefahren zu verhindern, ist es für die österreichische Regierung unumgänglich, sich mit der berechtigt-rucksichtslosen Opposition der Deutschen in irgend einer Weise abznfinden. Ern Sangbarer und sicherer Weg zu diesem Ziel wäre der Rücktritt des Kabinetts T h u n und die Aufhebung der gesetzwidrigen Sprachenverordnungen. Ader wenn aus manchen Vorgängen der jüngsten äeitfo daraus daß Freiherr v. Chlumecky in lungster Zeit wieder m den Vordergrund der politischen Situation getreten ist, auf eine, solche entscheidende Wendung geschlossen wird, so scheint dem ein gut Tbeil Optimismus zu Grunde zu liegen. Thalsacht ich hat es mehr den Amchein als ob man der deutschen Opposition auf einem anderen Wege' beikommen will, indem man nainlich die »Gemäßigten , d. h. den verfassungstreuenGroßgrundbesitz und die Christlich-Socialen, von den radikaleren deutschen..Parteien i»tteanEn silcht. Es steht freilich zu hoffen und zu wünschen, daß diese überkluge. Takt k an der politischen Einsicht und an der nationalen Entschlossenbeit der deutschen Parteien scheitern wird. Damr aber wurde der österreichischen Regierung der letzte Ausweg abgeschmtten sem, und diese müßte wollend ober nicht wollend, mit einer Politik brechen, welche die Stützen des Staates, die Deutschen, schwächte, die Gegner des Staates, die Slaven, aber begünstigte. Der Bruch mit ^er slavei,freundlichen Politik ist für den österreichischen Staat eine Sclbsterhaltnngspflicht, deren Veruachläffigung sich bitter rachen wurde.
lauf nur von dentsckn Fahrern bestritten wurde,, da Seidl, der zwar ein geborener Oesterreicher ist, aber seit Zähren in Deutschland lebt, zu den deutschen Fahrern gerechnet wird Das Berliner Publikum, welches noch immer eine unbezwingliche Vorliebe für seinen Liebling Willy Arend hat, vertrante und wettete mit wahrem Fatalismus mif de sen Sieg. Und als bann der erst neunzehnjährige «eidl als Erster du^S Ziel ging, konnte die Arenbgemcnide trotz der Freude über bett C,eg der beutfdjen Fahrer ihre Enttäuschung und ihren «chmerz nicht ganz verbergen. Jetzt schlage» die Herzen aller Radler bereits dem Kamps nm den „Großen Preis von Berlin" entgegen, der am 17. September im Sportpark Friedenau zum Austrag kommt. Die Mehrzahl weitet diesmal nicht auf Arend, der auf der Bahn Kursiirstendamm als Zweiter durchs Ziel ging, sondern auf Seidl und den Münchener Huber, der als Dritter abschmtt, aber vielleicht Anwartschaft auf den Sieg gehabt hätte, wenn er nicht durch den vierten Fahrer Büchner wiederholt in inkomnientmatziger Weise gehindert worden wäre. , „ , . . - ..
Ein Rekord anderer, aber nicht leichterer Art wird zur Zett in Berlin allenthalben ausgefochten. Jetzt, wo der Berliner dw Strapazen der eigenen Reise überivunden hat, beginnen für «hu in stärkerem Maße die Strapazen frember Renen. Uni diese Zeit wo bcs Sommers Gunst noch zmn Reisen lockt. und die.Saison m Berlin doch schon halb und halb beginnt, ist die Bluthezett der V e r w a n d t c n - u n d F r e u n d e s b e s n ch c. Jetzt "effen haunger als sonst die gefürchteten Briefe ans der Provinz ein, welche m» den niederschmetternden Worten bcgtnnen: „Lange schon habe ich Euch versprochen. Euch in Berlin zu besuchen, und jetzt endlich ...l Jetzt beginnt für die „zärtlichen Verwandten" eine Zeit der Plage. Die Wohnungsverhältnisse sind bei den theuren Mietheu 'n Berlin aanz anders beschränkt als in der Provinz. Trauernd opfert die wehmiithiqe Hausfrau ihr „gutes Zimmer', in da« man sonst nur auf den Spitze» hereinsch eicht und profamrt.eS.zum Schla - und Fremdenzimmer. Das häusliche Leben ist aus nmge Wochen vernichtet. Der Besuch geht spät zu Bett und steht spat auf, womit die bisherige Hailsordnnng radikal über den Haufen geworfen ist. Aber der Besuch ist auch unersättlich und unerbittlicüunb will Berlin im Fluge genießen. Den Bärenführer zu sprelen, ist
Deubel, ist das schön!' Dr. Paul Berthold.
Sne Kinderkrankheiten überwunden und unter Abstreifung aller tiefen, Tücken und Erplosionsqelüste sich zu einem zahiuen lind zuverlässigen Hansthier hecangebildet hat Freilich, die B-it wo dieses seinen älteren und früher privilegirten vierbeinigen Kollegen aus Amt und Hafer verdrängen wird, liegt noch tn weiter, nebel- arauer Ferne, umso mehr, da der Preis für Automobile für« Erste noch allzu exorbitant ist, als daß diese sich so bald zu einem Massen-Konsmnartikel herausbilden sollten.
Gleichzeitig mit der Eröffnung der Motorwagen-Ausstellung lmt das Verkehrsleben Berlins einen weiteren Schritt vorwärts gethan. In dieser Woche hat der erste elektrische Omnibus leine erste Fahrt durch die Straßen Berlins angetreten, die sich bald zu einem Sieqeszuge gestalten durfte, beim noch m diesem Vionat wirb auf brn Omnibuslinien die Pferdekraft der elektrischen weichen Der elektrische Omnibus ist eine Schwergeburt gewesen, denn länger als ein Jahr hindurch hat der Kampf um die Konze,s>onirung besbArciimulatorungethüms gedauert, dem die Verkehrspolizei mit schwer besiegbaremMrauenaegenüberftanb. Inden erstenTagen feine« Daseins rechtfertigte dieser neueste Sproßlmg des Berliner Verkehrslebens jene polizeilichen Bedenken insofern, als creme lasterhafte Sleiaunn zum Streiken und zur Karambolage mit anderen vierräderigen Strasienvafsanten'zeigte. E« zeigte sich aber bald, baß hier ferne lasterhafte Veranlagung, sondern eine akute Kinderkrankheit vorlag, nach^ de re n U eherv in bu i i g sich der jugendttche Großstädter eines durchaus sittsamen und korrekten Benehmens befleißigte, sodaß die Zukunft des esiktrischen Omnibus als gesichert erscheint Selbstverständlich ist der Berliner, der sich von jeher durch starke Neugier und Begeisterung für alles Reue ausgezeichnet hat von Zuiieigung fürdasneueVerkehrsinssitut entbrannt und es gehört für. ihn zum „guten Ton in allen Lebenslagen' sich, wo « g- st oder nichtgehff des neuen Weltwunders zu bedienen, welches somit cm Zugstück Crfiteiuanod) stÄeres Jntereffe freilich brachte der Beniner dem Kampf um den „Großen Radfahrer Preis von Deutsch, land' entgegen, der am letzten Sonntag auf der Radrennbahn Kurfürstendamm ausgefochten wurde. Kaumiemals ist em Fliegerrennen von so hervorragenden Fahrern des In- und Auslandes besucht worden, und in Radlertteisen sah man imit steb»hafter Spannung der Entscheidung entgegen, °b der große Piers von Deutschland ins Ausland wandern oder ob ein deutscher Fahrer ihn einheimsen werde. Das Rennen brachte '"^^ rnie außerordentliche Ueberraschung, als alle Ausländer m den Zir'Ichen- läufen und im Befähigungslauf geschlagen wurden, sodaß der Eud-
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Einer solchen Pflicht der Selbsterhaltung. ist sich die französische Regierung bewußt, wenn sie nut einer Entschiedenheit, welche den Gegnern des Kabinetts Waldeck-Rouffeau Respekt ern- geflößt hat, gegen die monarchistische Verschwörung der Dörouläde und Genossen vorgeht. Um o unbegreiflicher ist es, daß dieselbe Regierung, welche bei der Verfolgung dieser jetzt dem Senat als dem Staatsgerichtshof übergebenen Hochverrathsaffalre Energie und Entschlossenheit gezeigt hat, diese loblidjen unb für eme Regierung bringend nothwendigen Elgenschasten gegenüber dem luftigen Krieg in der Rue Chabrol völlig vermissen .ließ. Es wird für immer eines der denkwürdigsten Fakten der französischen Kultur- unb Sittengeschichte bilden, daß ein politischer A^nteurer wie der wunderbare Heilige Gnörin es ist, vom frauzostschen Staat gleichsam als kriegführende Macht anerkannt worden ist und datz sich wochenlang mitten in Paris im tiefsten Frieden em Belagerung^ krieg abgespielt hat. der Stoff für eine lustige Operette, aber auch Stoff für die Beurteilung der heutigen Zustande in Frankreich bietet.
Einen nicht minder werthvollen Beitrag zur Sittengeschichte des modernen Frankreich bietet der Verlauf des Dreyfus- Skandals, dessen letzte ober vielleicht auch vorletzte Phase, bte sich vor dem Kriegsgericht zu Rennes abspielt, kurz vor ihrem Abschluß steht, nachbem am Donnerstag unerwartet schnell und urplötzlich bas Beweisverfahren in dem Prozeß geschloffen worben ist Von Seiten der hervorragend geschickten Vertheidigung und der zahlreichen Entlastungszeugen ist in diesem an aufregenden Zwischenfällen überreichen Prozeßverfahren Alle« geschehen, was nur irgend möglich war, nm die Wahrheit ans Licht zu bringen. Aber von Seiten der den Hauptmann DreysuS belastenden Generalstabsoffiziere welche in erster Linie die Rolle der öffentlichen Ankläger übernommen hatten, ist mit nicht minderem Eifer Alle« versucht worden, um den Thatbestand zu verdunkeln und ein Urtheil aufrecht zu halten, das sich in diesen fünf Jahren als em schwerer Justrz- irrthum, der nachträglich zu einem Justtzperbrechen gemacht wurde herausgestellt hat. Der in letzter Stunde unternommene Versiich des Vertheidigers Labori, das Zeugmß des früheren deutschen Militärattaches Oberst v. Schmartzkoppen und des früheren italienischen Militärattaches Panizzardi zu Guilsten DreyfuS ins Feld zu führen, ist trotz des EMg^enkommenS der beide.u be- thciligtcn Ncaierimgen fehlgeschlagen, da das Kriegsgericht die von der Vertheidigung beantragte komiuiffansche Vernehinung^abge- lehnt hat. Aus" welchen Gründen unb von welchem Standpunkt aus dies geschehen ist, wird das Urtheil m bem Prozeß feigen Thaisächlich hätte» die beiden Zeugen nichts anssagen können, waS nicht schon feststeht, denn nach d-" feierlichen Erklarimgen de? deutschen Botschafters tn Paris unb des beutscheu Staatssekretärs des Auswärtigen konnte die Fiktion, daß Dreyfiis jemals in irgend einer Verbindung mit irgend welche» deutschen Organen gestanden habe, nicht mehr aufrecht erhalten werden, und nicht minder energisch ist jene Vezichtigmig von der italienischen Re- 8i,rs,rs"*s ’ä.m w »
Messers Schneide stehende Konflikt zwischen England und der Transvaal-Republik. Die Situation hat sich rn der letzten Woche erheblich verschärft, und wenn auch die Hoffnung auf die Erhaltung des Friedens noch nicht völlig geschwunden ist, so ist sie doch zweifellos auf ein äußerst geringe« Maß zuruckaeschraubt worden. Die Buren haben kernen Zweifel darüber gelassen, daß sie fest entschlossen sind, der englischen Anmaßung gegenüber ihre Selbständigkeit mit den Waffen in der Hand zu vertherd,gen aber durch ihre Zustimmung zu dem Abhalten einer Konferenz ni Kapstadt haben sie in letzter Stunde einen Weg jurJBerftnubtgung eröffnet Hoffentlich erweist sich ebenso tote bei ven Buren, so auch bet bett Engländern die 'kühle politische Vernunft als starker denn blind- wüthende Leidenschaft.
Verlag: Langgasse 27,
116,000 Alwmiriitim
Begründer der neueren vlämischen Litteratur IW: * KaA Rudolf Bromme zu Anger bei Leipzig, der erste deutsche Admiras. 1771: * Mungo Park zuFowlshiels, ber. Afn greifenden Entdecker bes Niger. 1721: Frieden von Nystad, Livland Esthland, Spgerntatfe land fallen an Nutzland, Beendigung des nordischen KnegeMIIE: Ermordung des Herzogs von Burgund, Johann ohne Furcht/; auf ber Bonuebrückc bei Montereaii. 1180: Feierliche Belehnung Ottos 1., Graf von Wittelsbach, mit dem Herzogthnm Baiern iU sute^I1^riwSlJ(< §. Küppere. Neu cingetroffene
Gemälde, von Montag ab zu besichtigen: Prof. A.' Achenbach. „Marine', Prof. E. Hunten: „TianSport franzoiischer Gefangener . Ä Rosöe: „Landschaften von Tirol und Eisakthal', Prof. Gabrick Mar: „InErwartung und Sehnsucht', H.Laffen: .Weinprobemw Schachpartie', F. v. Persoglia: „Verlobung und Hochzeitmorgen., R Felldmer: „Hafen von Antwerpen", D.Thomasstn: „Herbst und Winter', Erwin Günter: „Marine", JulinsAdam: „Junge Katzen , A Rieger: „GebirgSmühle', Hugo Kaufmann: „Neckerei und .Beim schätz'. Diese, sowie sämmtliche rn obiger Aiisstellung vor- haildenen Gemälde gelangen Dienstag Vornnttag von 11—1 Uhr 5'‘r — Vlrftuuosbo“«1. Nächsten Mittwoch, den 13. b. M., wird bas ee. Rettliiigshaus dahier sein Jahresfest feiern. Morgens 91/2 Uhr findet die Konfirmalion von 16 Zöglingen durch »erat Konfistorialrath Eibach aus Dotzheim statt. Nachmittags nm 2 Uhr beginnt die Nachfeier, welche bei günstigem Wetter im Freien abgehalten wird. Eine zahlreiche Betheiligung ift tm Interesse der Arbeit genannter Anstalt sehr erwünscht.
d Von der Mästigsieit der Zeffen schrAl Wilhelm Dlltch in seiner 1608 in Cassel erschienenen „Hessischen Chromea : „Gle^ wie nubn die Hessen ein sehr arbeitsam unb hart volck, also achtelt sie sich sehr wenig besonderer leckerbißlern und Niedlichkeit der Speisen, sondern nuhr allein, welche genugsamb ist zii erhaltung ihrer arbeitsamen Leiber, al« frisch und geräuchert fleisch, speck, bratwürsie, milch, käse, gesaltzene butter, erbsen ruben, auch e>n- gesaltzt auroer kraut, Haffernbreh, 60neu und andere harte fpeifcn wie auch vorweilen die alten Satten gebrauchet haben, ^hr getrank ist ein gemein dün bier, wiewol nicht ohne, den sie auch an etlichen orten, besonders in Unterdessen unb ber Graveschafft Waldeck, auch gute bier branwcn, sich je bißroetlem dann, wie auch im wein so sie nutz Franken, und insonders denen landen am Rhein gelegen abholen, meitlich, in massen es dann leider in Tentschland ein gemeiner brauch ist, mit sansfen begehen. Darumb verwarten sie mit besonderem verlangen die Kerchmeffen und jahrmarckte, und lassen es ihne» als dann an fressen und sanffen nicht mangeln. Kompt als dann etwa einer, seh frembt oder nicht,, seiner geschafft halber in das hantz ober losament, ober gehet em bekanter vor bcmfelbigcn ort, in welchem man bte zeche Helt, vor über, rüsten sie ih» an, 'reichen im einen trunk unb halten ben jentgen, so ihnen solchen abschleqt, entweder vor einen feind ober aber zum wenigsten vor einen groben ungezogenen gesellen. Unter ben zechen neben sie einander die Hände, so offt einer dem andern jutrmtfet. Wann sie ansenglich zusammen kommen, unterreden sie sich zwar freundlich uutcreiuanbcr, wäret aber nur allein so lang, biß ihn vg« getronck in kvpff steiget: Als dann fingen unb ruffen fie also gröblich, daS aud) einer den andern nicht recht vernehmen kan. Wann sie nuhn erregter massen toben, kompt eS leichtlich zum gezenck, vom gezenck zum schlagen, ja auch bißweilen gar zum ermorben. Siehe das ist äls daun der Lolin und nutze», wann man al 0 auff den kunfftigen Durst trincket, und sich barmit in eine selbst schuldige und crkaiiffte Unsinnigkeit stürzet." $tan sieht, es war bei gewissen Leuten in pan-to Trinken ehemals wie jetzt; des alten Chronikschreibers Drohung: „Siche, da« ist alsdann der Lohn", wird auch heute noeh in den Wind geschlagen.
- Mückenstiche lassen sich, ,o wirb uns von fCtnet Abonnentin geschrieben, schwer verhiiten, aber sie bedeuten absolut nichts mehr gegenüber dem sehr einfachen Verfahren, das ich mir, nachdem ich stets durch die Stiche sehr litt, selbst erfand. Die Stelle mit Wasser und Seife wasche», mit reinem Wasser ab,pulen, gut abtrocknen, alsdann gut pudern. Der J'ickreiz hort auf unb, falls er roicbcrtommt, muß man aud) ben Stich nochmals be-
Aus und Zand.
Wiesbaben, 10. September.
— Geschichtolmlender. 10. September 1896: ff Lliigi Palmieri zu Neapel, ital. Mathematiker und Phistiker, Erfinder des । Seismometer. 1883: ff Hendrik Consetenee zu Brussel, einer der
