Wiesbadener TsgblÄ
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Abend
das
;u regeln. Durch Ver-
Aus Kunst und Lebe«.
ondon wird
, jrung des Gesetzes bewaffnete Macht im Frieden in
■ Rückzug ist, eine große Retirade vor beut inu.uy.., harten Winter, der bereits im hohen Norden irlngen bereit macht und uns bald seine Vorposten Die Vögel sind die vorsichtigsten Geschöpfe. Nach
grauen, griesgrämigen, sich zum Vorbringen b schicken wirb. ‘ „ ..... ... ______________ ,
ben Schwalben werden uns im September noch verlassen die Wachteln, die Roth- und Blaukehlchen, die Turteltauben, der Mönch, der rothköpfige Würger, der Steinschmätzer, die gelben Bachstelzen, die Haidelerchen, die Dorngrasmücken, die weiblichen Edelfinken, die Wasserläufer und der Kiebitz.
Aus Stadt und §nnd.
Wiesbaden, 7. September.
— Geschichtsltalrnder. 7. September. 1830: Volksanfstand in Braunschweig, Flucht Karls, Herzogs von Braunschweig. 1812: Schlacht zwischen Nüssen und Franzosen bei Borodino. 1757: lleberfall des preußischen Lagers durch den österreichischen General Nadasdy bei Moys. 1714: Frieden zu Baden zwischen dem deutschen Reich und Frankreich. 1706: Sieg des Prinzen Eugen von Savoyen bei Turin über die Franzosen. 1631: Sieg Gustav Adolfs über Tilly bei Breitenfeld nördlich von Leipzig. 1553: Kaiser Karl V. legt die Kaiserkrone nieder. 1464: f Friedrich II., der Sanftmüthige, Kurfürst von Sachsen, zu Leipzig.
® Dir Verpflegung der Truppen auf Märschen und hri Uebnngen konnte bisher nach den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen nur für die Marschtage von den Ouartrerwirthen beansprucht werden, während für die übrigen-Tage (Liegetage) es der besonderen Vereinbarung zwischen den Truppen und den Gemeiiiden überlassen war, die Verpflegung zu rege" ~ ordnung vom 13. Juli 1898, betreffend die Ausfüh über die Naturalleistungen für die bewaffnete Mach „ . ... der Fassung des Gesetzes vom 24. Mai 1898 ist aber bestimmt, baß für Mannschaften und untere Militärbeamte auf Märschen
glötenklang, — Gluth ist ihr Blick und Tanz ihr ruft ist voll, die Lippen roth — und wen sie lieben, küssen sie tobt; — gar fleißig schauen sie nach Knaben, — bie Selb und Amt unb Titel haben — als Mädchen lieben sie Putz und Tand — unb rühren im Haushalt nicht gern die Hand — als Sausfrau sind sie stets am Platz, — gar treu und fleißig ein wahrer chatz. — Doch sind sie Jungfrau mit 20 Jahr, so bleiben sie es immerdar.
69) Die Manöver;eit ist auch bei den Vögeln gekommen. Aehnlich wie bei Truppentheilen wird jetzt bei den Vögeln in Kolonnen eifrig geübt, um später zur Hauptmasse zu stoßen. Die schnellen, leichtbeschwingten Schwalben haben bereits den großen allgemeinen Kriegszug begonnen, bei weichem es gilt, große Em- fernungen, alle Unbill von Wind und Wetter und Entbehrungen zu überwinden, und welche die größten Anstrengungen, alle Kraft unb Ausdauer erfordern. Der weniger fiuggewandte Staat ist bei uns jetzt bemüht, sich darin auszubilden. Schaaren üben dm Aufflug, um nach Wendungen in der Masse der verschiedensten Art sich auf Bäumen niederzulaffen, schwirrend und schwatzens, wohl sich meisternd und aufmunterud, auch sich fteueud über ine erlangte «Schwungkraft, die besonders für die Neulinge, die Rekruten, von Wichtigkeit ist, die bis jetzt nur die goldene Zeit des Sommers haben kennen gelernt, aber noch nichts wissen von den ernsten Anstrengungen eines Zuges über Lauder, Berge und Thäler, wohl gar über das weite Meer hinweg. Der große Vögelzug har eben begonnen, der ein Rückzug ist, eine große Retirade vor dem
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und bei Hebungen grundsätzlich Quartier mit Verpflegung von den Ouartierpflichtigen in Anspruch zu nehmen ist. Auch die Vergütung für Vorspannsuhrwerke ist wesentlich erhöht worden, indem bei einer Vorspannleistung von mehr als zwölf Stunden innerhalb desselben Tages ein Zuschuß in Höhe der Hälfte des Tagessatzes gewährt wird, während bisher für eine Vorspannleistung, welche Ächt länger als von Mitternacht bis zu Mitternacht bauerte, nur 6er einfache Tagessatz gewährt wurde. Diese neuen Bestimmungen kommen bei den diesjährigen Herbstübnngen zum ersten Mal praktisch in Anwendung.
— Einfache Beseitigung einer der häufigsten Thirr- nnalereien. Ein bekannter Rationalökonom schreibt der»Allg. Ztg.“: »Auf einem Studiengaug durch Düsseldorf fand ich auf den Baustellen eine überaus einfache und nützliche Einrichtung Win Schutz der Pferde. Bei der Ausschachtung der Baustelle benutzte man I-Eisen, die später im Ban als Deckenträger ihren eigentlichen Beruf erfüllen sollten, vorläufig als Schienen für die den Grund fahrenden Wagen. Man legte die r-Eiscn auf ihre Breitseite und stellte dadurch rasch eine Geleisanlage her, die jederzeit verkürzt, verlängert ober verlegt werden konnte. Die schweren Grundwaaen liefen auf den Schienen ohne jede Schwierigkeit, während sonst das Ausfahren des Grunbes bei der Aus-
feine zufällige ist, unb daß vielmehr die Aehnkichkeit mit der Gestatt einer nach rechts gewundenen Schraube einer bestimmten Wirkung des Blitzstrahls entspricht, die in ihrem Ursprünge noch nicht auf» geklärt ist. Hobbs bcrmutljet, daß diese Blitzwirkimg dem spiralen Verlauf der Kathodenstrahlen in einem magnetischen Felde ähnelt, wie er von dem deutschen Physiker Hittorf auf Grund von Experimenten beschrieben worden ist, die Stelle der Kathodenstrahlen würde in jenem natürlichen Fall« der Blitz einnehmen, während das magnetische Feld von der Erde geliefert wirb.
* Verschiedene Mittheilungen. Eine schöne Festgabe zur ©oetljefcier veröffentlicht Emil Neubürger in Frankfurt a. M. (Druck unb Verlag von Reinhold Mahlan, Firma Mahlan und Waldschmidt 1899) in einer feinsinnigen Studie über »Goethes Jugendfreund Friedrich Martmilian Klinger". Vor wenigen Jahren hat Max Rieger in Darmstadt, der Großneffe bc8 Dichters, den zweiten Baiid feiner Klingerbiographie erscheinen lassen und darin zum ersten Mal die fast märchenhaften Schicksale des merkwürdigen Mannes ausführlicher bargestellt, der, aus kleinsten Verhältnissen hervorgegangen, einer der leidenschaftlichsten Kraftgenies gewesen ist, um in hohem Alter als hoher russischer Staatsbeamter sein Leben zu beschließen. Im Anschluß an dies verdienstvolle Werk, aber mit voller Selbständigkeit, zeichnet uns Neubürger die hohe geistige Bedeutung des krastvolken Dichters und geistreich reflektirenden Roman-Schriftstellers unter Anführung zahlreicher Stellen aus seinen Werken.
Wiesbaden und Umgebung finden in dem soeben ausgegebenen Heft 3 des Prachtwerkes: Die Rheinlande von Mainz bis Koblenz, die Thäler der Lahn und der Nahe von Dr. M. Schwann (Verlag von Th. Schröter in Leipzig) eine ganz eigenartige Schilderung, vollständig von dem abweichend, was sonst in Prachtwerken textlich geboten wird. Der Verfasser weiß so Manches z« Süden, steht Vieles, an dem die Meisten achtlos vorübergehen und ictet selbst auch dem Kenner des Landes manches Neue und Sntereffante. Die Sprache ist schwungvoll und der reiche Silber» schmuck ist von vollendeter Ausführung.
— In der „Heilsarmee", Frankenstraße 13, wirb heute Abend Herr Oberstleutnant Junker aus Berlin, wie aus dem Jnseratentheil ersichtlich, eine besondere Versammlung leiten. Oberstleutnant Junker, der Chefsekretär der deutschen Heilsarmee und Redakteur des „Kriegsruf", hat sehr viel zur gedeihlichen Entwickelung dieses Wohlfahrtswerkes in Deutschland beigetragen unb die Fortschritte der deutschen Heilsarmee sind zum großen Theil auf fein thatkräftigeS Wirken zu rückzuführen. Da die Versammlung sehr interessant zu werden verspricht, so kann der Besuch derselben bestens empfohlen werden.
* Iournaliflenfrendrn in Renne». Aus L
. geschrieben: Von den Journalisten, die mit der Mission betraut wurden, von Rennes aus über den DreyfuS-Prozeß zu berichten, wird eine außerordentlich große Aufopferungsfähigkeit und Selbst- derlengnung verlangt. Die Leiden eines solchen Spezial-Bericht- , erftatterS schildert ein hervorragender englischer Journalist in einem im »Daily Telegraph" veröffentlichten Brief wie folgt: »Seit . der Prozeß begann“, schreibt er, »mußte ich darauf verzichten, r- regelmäßig meine Mahlzeiten einzunehmen, und selten konnte fe ich unter ben besonderen Bedingungen, unter denen ich zu arbeiten hatte, länger als vier Stunden in der Nacht schlafen. Sch darf mich nicht rühmen, ein eigenes Eintrittsbillet in den krichtshcf zu besitzen. Ich muß — wie alle ausländischen MAorrespoudenun — mein Billet mit dem Korrespondenten eines anderen Blattes theilen. Daß ich ben Gerichtshof über bie mir gewährte Zeit hinaus mit meiner Anwesenheit er- f neuen kann, ist nur dadurch möglich, daß ich jeden Tag von Neuem bei einem einflußreichen Bekannten vorspreche. Das ist nicht bloß j^inlicfi, sondern nimmt auch viel Zeit weg. Ich bin genöthigt, | jeden Morgen um 4‘A Uhr aufzustehen, unb eine Stunde später bin ich auf meinem Wege zum Gerichtshof. Dort bleibe ich, halb - tobt vor Hunger und Durst, bis Mittag. Um 1 Uhr bin ich in Mweinem Hotel unb muß nun, ba bie Zahl bet Gäste Legion ist, m warten, bis ich zur Abspeisung zugelassen werbe. Gegen hr bekomme ich etwas zu essen. Ich habe niemals die Ge- Mduld ober bie Muße gehabt, mich butch alle Gänge hindurchzu- 2. Waben. Ich nehme einfach irgenb eine Speise zu mir und stürze hinaus. Zunächst muß ich umständlich alle mir bekannten Leute, die das Knick hatten, einen Platz in der Nahe der Zeugen zu erringen, ins Gebet nehmen, da mein Wissen nur Stückwerk ist. Diese Nachforschungen kosten natürlich wieder unmenschlich viel Zeit. Dazu kommen noch andere Hindernisse. Viele Zeugen Md absolut unverständlich. Bevor ich schreibe, muß ich mir
aber über das, was sie gesagt haben, ganz klar fein. Wenn ich endlich dazu komme, Papier und Feder zur Hand zu nehmen, bann fliegt die Feder übers Papier unb meine Hand erstarrt zur Maschine, bie Stunden lang dieselben Bewegungen auszuführen hat. Wenn ich fertig bin, so spüre ich heftige Schmerzen in ben Fingern. Das Arbeiten selbst macht mit Vergnügen, aber bie Bebingnngen, unter denen ich arbeite, sind geradezu töbtlich. Wenn der Prozeß noch lange dauert, bann muß ich unbedingt zusammenbrechen. Der tägliche Kampf um den Platz, das lange Verweilen in dem schwülen Gerichtssaal, die Anstrengungen und Kniffe, die nothwenbig sind, um heraüszubekommen, was bet ober jener Zeuge thatsächlich gesagt hat, die Hintansetzung aller hygicinischen Rücksichten, das Schreiben unter Dampfdruck endlich lassen das lieben hier als eine Art Vorbereitung zum Tode er- fcheinen. Ich bin natürlich nicht bet einzige Korresponbent, bet leidet. Wir Alle sind Dulder unb einige von uns mußten sogar bebauerlidjer Weise den Kampf bereits aufgeben. Aber trotz alledem — ich wiederhole es: die Arbeit macht mir Freude.“
® Sonderbare Klitzröhren beschreibt HobbS im »American Journal of Science“. Vor einiger Zeit fand dieser Forscher bei bet Stabt Cuttet im amerikanischen Wisconsin in einer 10 Fuß hohen Saiidmasfe eine Blitzröhre von eigcnthümlicher Form, die 5 Fuß unter bet Oberfläche lag. Der Sand, aus dem sie gebilbet war, hatte eine lichtbraune Farbe unb war aus durchsichtigen Ouarzkörnern zusammengesetzt. Die Röhre selbst besaß etwa bie Dicke des Daumens von einem erwachsenen Manne unb war über 5 Zoll lang, ursprünglich war sie noch 3 Zoll länger, aber bei ihrer Herauslösung aus bet umgebenben Masse brach ein Stück ab unb ging verloren. Die ganze Röhre hatte die Form einer rechts- gewundenen Schraube unb zeigte einen vollständigen Umgang einer solchen. Nur einmal ist bisher eine ähnliche Blitztöhre bekannt geworden, die ebenfalls in den Bereinigten Staaten gefunden wurde, und zwar in der Nähe des Ortes Wateroille in Maine. Auch dieser erste Fund zeigte die Gestalt einer rechtsdrehenden Schraube. Es liegt der Schluß nahe, daß die Übereinstimmende Form beider Stücke
nach einigem Zögern einverstanden erklärte. Ich hoffte, daß nach Beseitigung des Katarrhs das Fremdkörpergefühl ohne Weiteres verschwinden würde. Nach sechstägiger Behandlung war die Laryngitis im Wesentlichen beseitigt. Der Behandelte War jedoch mit dem Erfolg unzufrieden. Er erklärte, daß er die Anwesenheit des Haares im Kehlkopf noch deutlich verspüre. Ich sollte es ihm endlich entfernen. Ich sah nun em, daß ich ben Klagenden von feinem eingebildeten liebel nut durch eine Scheinbehandlung befreien könnte. Ich erkundigte mich zunächst vorsichtig, welches Haar seine Frau habe und erfuhr, daß dasselbe braun und glatt sei. Da das Haar meiner Frau von gleicher Beschaffenheit ist, ließ ich mir von ihr eins schenken, brachte es, ohne daß der Behandelte es merkte, mittels Kehlkopfpincette in den Kehlkopf und holte es bann gleich wieder heraus. Nachdem er dasselbe gerührt als ein Haar seiner Gattin wiedererkannt hatte, erklärte er sich sofort als vollkommen geheilt. Das corpus delicti wickelte er sorgfältig in Papier unb nahm es mit nach Haus.
schachtnng ber Baustellen zu ben abscheulichsten Quälereien ber Pferde Anlaß ist. Die Verbreitung bieser einfachen, für ben Thier- freunb, den Pferdebesitzer unb am meisten für bas gequälte Thier wohlthätigen Einrichtung ist um so leichter, als die Einrichtung mit keinerlei Kosten verbunden ist. Die Abnutzung der T-®ifen ist so geringfügig, daß sie außer Betracht bleiben kann. Der Bauunternehmer hat nur nöthig, einige T-Eisen Wenige Wochen früher als sonst auf die Baustelle zu legen. Vielleicht ließe sich bie Einführung durch eine polizeiliche Verordnung beschleunigen. Die Menschen wollen ja zum Guten gezwungen werden. Ich hoffe, diese Notizen genügen. Es bedarf hierin nicht vieler Worte; bie Sache spricht, ja schreit für sich selbst." Wir bitten biejenigen unter den Lesern, die direkt oder indirekt Einfluß auf Bauarbeiten haben, dringend, für möglichst rasche Einführung des beschriebenen Verfahrens zu Wirken.
® Drachensteigen. Wenn die Felder leer geworden sind, beginnt das Drachensteigen. Der Herbstwind fängt bereits an, sich geltend zu machen, und hebt diese gefesselten papiernen Ungeheuer hoch in die Lüfte, und groß ist dann der Jubel unb nicht gering nach Knabenbegriffen die Ehre für den, dessen flügelloses Gebild den Vögeln zum Trotz bie höchste Luftregion zu erreichen vermag. Ja, selbst der ernste Papa geht Sonntags mit hinaus auf die Wiese und ist behülflich bet der oft widerhaarigen Arbeit; denn der Wind hat seine Launen; manchmal will das Aufsteigen nicht gelingen, ber Vater muß aushelfen bei ben noch unerfahrenen Kleinen und thut es gern in Erinnerung an die eigene heitere Kiudeszeit. Darum lasse man auch ber Kindheit dieses Vergnügen. Ja, es bietet sogar eine bildende Beschäftigung, wenn der Knabe sich seinen Drachen selbst anfertigt, der als Viereck, Dreieck unb Achteck hergestellt werden kann und bei der Herstellung nicht bloß Geschicklichkeit, Ueberlegiing, sondern vor allen Dingen Genauigkeit beansprucht, ba besonders bei dem Dreieck vollständige Gleichmäßigkeit nöthig ist. Dann begünstigt dieses Spiel die gesunde Bewegung uh Freien, unb selbst dem Erwachsenen ist es interessant, wenn er hoch über ben Kirchthürmen diese Produkte ber Menschenhand schweben sieht. Freilich ist es ein Zeichen unserer Zeit, der Zeit ber Fabrikationen, Alles fix unb fertig zu kaufen, unb da sehen wir auch Wirklich sogar papierne Fliegen, Bienen ober Schmetterlinge in der Luft fliegen, bie mit ben Vögeln zu fonfurriren scheinen.
fe Vorsichtsmaßregeln bei Gebrauch von Petroleum: 1. man verwahre das Petroleum in Blcchgefäßeu unb halte es kühl; 2. man bermeibe Alles, was eine Erwärmung des Petroleumsbehälters veranlaßt; 3. das Eingießen des Petroleums geschehe womöglich nur am Tage ober Abends nur Weit entfernt von Feuer uno Flamme; 4. man gieße nie Petroleum nach in eine noch brennende Lampe; 5. man sehe darauf, daß der Docht in die Lampe nur völlig rein uno trocken Ungezogen wirb, daß ber Docht nicht zu dünn, aber auch nicht zu bick sei; — das Trocknen erreicht man am besten mit einem heißen Plätteisen; 6. man entferne täglich alle kohligcn Reste von Docht und Brenner; 7. man schneide den Docht möglichst gerade ab, oder noch besser, man wische so lange mit Papier über ben Brenner hin, bis auf bem Papier keine Kohlenrefte mehr übrig bleiben; 8. man reinige möglichst oft den Luftzug des Brenners und. ersetze ihn, wenn er verdorben ist, sofort durch einen neuen; 9. man lasse nie das Petroleum in dem Bassin völlig ausbrennen, denn sobald bet Docht aus Mangel au Petroleum trocknet, brennt bie Flamme in ben Brenner hinab, das Petroleum Wirb bann erwärmt unb das baburch gebildete Gas entzündet sich; 10. das Bassin selbst muß vor jeder Erwärmung bewahrt Werden; 11. man muß bie Lampe nie zurückdrehen, denn dadurch wirb ber Brenner erhitzt und werden außerdem übelriechende Gase erzeugt; 12. man drehe ben Lampendocht nur ein wenig nieber, Wenn man die Lampe auslöschen Will unb blase leicht über ben Cylinder; 13. man brehe ben ausgelöschten Lampendocht wieder etwas aufwärts, damit die kohligcn Reste nicht den Breirner verstopfen; 14. man halte in Kinderstuben womöglich keine Handlampen, jonbern Hängelampen.
GD Gin Kaar im Hehlkopf. Was bie Einbilbung eines selbst leicht Erkrankten mitunter vermag, darüber berichtet Herr Dr. M. Saengcr-Magdebura iin »Neichs-Mcbicinal-Anzeiger“ Wie folgt: Der Fleischergeselle W., welcher kurz vor Weihnachten 1897 zu mir kam, wünschte, daß ich ihm ein Haar, welches er feit mehreren Tagen im Kehlkopf habe, entferne. Er habe feine Frau auf den Kopf geküßt, dabei sei ihm ein Haar in den Hals qe- rathen. Die Untersuchung ergab eine leichte Laryngitis. Ein Haar fand sich weder im Kehlkopfe noch im Rachen. Indem ich über letzteres diplomatisches Stillschweigen beobachtete, schlug ich vor, zunächst den Katarrh zu behandeln, womit sich ber Kranke
® Grburtsltalruder für September. Ein Kinblcin, . im September geboten — hat helle Augen unb scharfe Ohren — ein fröhlich Herz unb schlanke Gestalt — doch feine Neigung ist mannigfalt — das Knäblein wird Liebeleien treiben — unb mag nicht gern in ber Heirnath bleiben — es liebt baS Spiel unb beii Gesang — noch mehr jedoch ben Becherklang — es hat Wohl im Geschäft viel Glück — doch tn der Eh' manch Mißgeschick. — Ein solches Knäblein hüte sich sehr — vor Wittwen, die im (Selbe schwer — zwar kommt man noch zu Amt, zu Orden — doch ist man ein mürrischer Alter geworden. — September-Mägdlein meistens haben — gar große wundersame Gaben. — Ihre Stimm' ift süß wie 1£L m,:-* - -*■ - lt-
Hang — bie
— Kleine Uotizen. Zn der »Eine Mark-Spende für Goethe“ wurden uns ferner übergeben von Hengsbach 2 Mark. Die Redaktion ist zur Entgegennahme Weiterer Gaben bereit.
Uereln» - Nachrichten.
Kurze sachliche Berichte werden bereitwilligst unter oieser Neberschrist ausgenommen.
* Der »Klub Edelweiß“ unternimmttommenben©onntag, den 10. September, einen Familien-Ausflug nach Biebrich (SaH zur Turnhalle). Der Ausflug findet auch bei ungünstiger Witterung statt.
* DieSepteinber-Verfainmlungdes.Bienenzüchterverein für Wiesbaden und Umgegend“ soll nächsten Sonntag, den 10. er., Nachmittags 3'/- Uhr, in der »Mainzer Bierhalle“ dahier ftattfinben. Herr Verwalter Arnst wird über die »Ein- unb lieber» Winterung" sprechen. Die übrige Tagesordnung ist bie feststehende Auch Nichtmitglieder sind bestens willkommen.
△ Main?, 6. September. Nheiupegel: 0 m 57 cm Vor» mittags gegen 0 m 59 cm am gestrigen Vormittag.
Kleine Chronik.
In einen mit heißem Wasser gefüllten Bottich fiel in einer Färberei in Elberfeld ein 17-jähriger Färberlehrling. Der junge Mensch soll an Epilepsie leiden. Am gangen Körper schwer verbrüht, wurde er ins Krankenhaus geschafft. Wahr- scheiirlich Wirb er nicht mit dem Leben davonkommen.
Ein ülgent aus Holland, geborener Elberfelder, der schon länger im Verdacht steht, Mädchenhandel zu treiben, Würbe in Barmen verhaftet, als er sich gerade in einer Wirthschast niedergelassen hatte, um dort wieder mit einem unerfahrenen jungen Mädchen einen Vertrag abzuschließen.
In Lauchstädt wurde kürzlich bei ber Festvorstellung zu Goethes 150. Geburtstag im Theater ein Prolog von bem tn Wiesbaben ansässigen Oberlehrer a. D. Th. Geskv gesprochen, ber vielen Beifall erntete.
91 für die Abend-AuSgabe bis 11 Uhr Vormittags, für bie Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags.
8* '(jtniitHjHW nächsterfcheinenden Ausgabe wirb keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.
— Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur
Ns. 417.
Fernsprecher N°. 52. Donnerstag, den 7. September.^-
Fernsprecher No. 52.
1899.
