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Wiesba-enrr ®agblatt

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1899.

Donnerstag, den 24. Anglist

Do. 394

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Abend-Ausgabe

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^ Vielmehr selbst hervorgehoben, datz die Buren einen schweren ; Fehler gemacht haben, indem sie den zahlreichen im Lande lebenden Ausländern Zugeständnisse verweigerten, die sie ihnen nach Lage der Sache auf die Dauer nicht vor-

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gezögert haben, diesen Weg einzuschlagen, den sie jetzt in Begriff sind zu beschreiten, so lag diesem Zögern eine Erwägung zu Grunde, deren Feststellung die Gerechtigkeit erfordert. Die Ausländer in der Transvaal-

mchlbst zu dieser Kategorie von Financiers gehört, hat man l Manches begreifen können, was vordem unverständlich war. Wir sind weit entfernt davon, den Streit zwischen Eng­land und der Burenrepublik einseitig zu beurtheilen, haben

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Republik bestanden lange Zeit hindurch im Wesent­lichen aus Engländern, und zwar zumeist aus sehr bedenklichen Elementen, welche lediglich der Goldhunger nach dem Transvaal getrieben hatte. Das hat sich jetzt insofern erheblich geändert, als unter den Ausländern auch andere Elemente, so vor Allem das deutsche und die aus dem Cop­land Eingewandcrten, stark vertreten sind, sodaß die Republik von einem großen Theil der Ausländer keinerlei Umtriebe zu gewärtigen hat.

Aber trotzdem die Regierung der Republik sich jetzt zu den weitestgehenden Zugeständnissen bereit erklärt hat, wird in England das frivole Spiel der Kriegshetze ungeschwächt fortgetrieben, sodaß es immer mehr den Anschein gewinnt, als wolle England garnicht die Verständigung und den Frieden, sondern vielmehr den Krieg, um seine alten niemals völlig aufgegebenen Gelüste auf das goldreiche Transvaal- Land zu befriedigen. Die außerordentlichen Kriegs­rüstungen Englands scheinen jedenfalls den Rahmen der „Schreckmittel" bereits wesentlich zu übersteigen, und mit Bedenken muß es auch erfüllen, daß England es verstanden hat, die portugiesische Regierung zur Parteinahme gegen die Republik zu bestimmen und ihr die Waffenzufuhr über die Delagoa-Bai abzuschneiden. Weniger Erfolg dürfte die Taktik Englands haben, zwischen der Transvaal-Republik und dem Oranje-Freistaat Zwietracht zu stiften, denn im Oranje-Freistaat ist man sich nicht im Unklaren darüber, welches Schicksal seiner harren würde, wenn England erst mit der Transvaal-Republik fertig geworden ist. Auf eine andere Unterstützung als die des Oranje-Freistaats hat die Transvaal-Republik zwar anscheinend nicht zu rechnen, aber wir glauben doch, daß. wenn England auch den weitestgehenden Zugeständnissen gegenüber sein illoyales und frivoles Ver­halten gegen die Buren sortsetzen wird, Seitens anderer Mächte, unter welche wir auch Deutschland zählen, jeden­falls nicht mit einer Meinungsäußerung zurückgehaltcn werden wird, daß ein solches Verfahren nicht zu recht- fertigen sei. Wenn die Engländer auch den weitherzigsten Zugeständnissen der Buren gegenüber weiter den wilden Mann spielen werden, so würden sie die gesummte öffent­liche Meinung Europas gegen sich haben. Da man aber diesen Faktor in England doch zu würdigen weiß, glauben wir nach wie vor an eine friedliche Lösung des Konfliktes zwischen England und den Buren.

lang sauer werden lassen und in den Dingen, welche ihm die Natur zum Tagewerk bestimmt, sich Tag und Nacht keine Ruhe und keine Erholung gegönnt, sondern immer gestrebt, geforscht und gethan, so viel er gekonnt habe; wenn Jeder von sich dasselbe sagen könne, so würde es um Alle gut stehen.

Trotz alledem hatte Goethe, gleich Heinrich Heine und anderen großen deutschen Dichtern des Jahrhunderts, einen außerordentlichen Respekt vor der weltgeschichtlichen Persön­lichkeit Napoleons I. Er, der so manchen deutschen Duodez­fürsten seiner Zeit genau kannte und hinter die Kulissen der Weltgeschichte manch prüfenden Blick zu werfen Gelegenheit hatte, mußte unwillkürlich zwischen diesen kleinen, eng­herzigen und mäßig begabten Landesvätern und dem gigantischen Koloß, der eine Welt aus ihren Angeln hob und durch seine unheimliche Energie und sein Feldherrn- talent Europa unterjochte, Vergleiche anstellen, welche natür­lich zu Gunsten Napoleons I. ausfielen. Seine dichterische Phantasie betrachtete diesen Titan gleichsam als die Ver­körperung des Schicksals, vor dem er sich in stummer Be­wunderung beugte.

So kam es, daß er gern die Gelegenheit ergriff, mit Napoleon zusammenzukommen, als der Strudel der Welt­ereignisse ihn aus seiner stillen und ernsten Beschaulichkeit emporriß. Es war am 29. September 1808, als ihn sein Freund und Landesherr, der Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar, nach Erfurt berief, wo damals Kaiser Napoleon über die Fürsten Europas Revue abhielt; unter Kaisern und Königen durfte natürlich der Herrscher im Reiche der Gedanken und der Phantasie nicht fehlen I Er scheint sich die bunte, bewegte Welt in Erfurt mit großer Gemüths- ruhe, bisweilen auch zu scherzhafter Laune angeregt, an­gesehen zu haben. Am 1. Oktober wohnte er Morgens dem

Die Transvaal-Krisis.

r Der Konflikt zwischen England und der Transvaal- MAcpnblik scheint sich nachgerade zu einem chronischen zu ge- M stalken. Nulla dies sine linea, kein Tag ohne neue Nach­ff richten vom Kriegsschauplatz, die in lieblicher und bunter I Reihenfolge zwischen alarmirenden und beruhigenden wechseln. [ Die Taktik, welche England in dem vom Zaun gebrochenen MKonflikl mit der Transvaal-Republik von Anbeginn verfolgt Kat, ist weder ritterlich, noch einer Großmacht soitderlich Rwürdig. Diese Taktik bestand und besteht darin, daß die Menglische Regierung Forderungen aufstellt, welche sie als H das Mindestmaß der noihwendigen Zugeständnisse bezeichnet. H Wenn dann die Buren durch das englische Säbelrasseln so F weit mürbe geworden sind, daß sie sich zu den geforderten k Zugeständnissen bereit erklären, bann wird alsbald, um die UHefahr des — Friedens zu beseitigen, von englischer Seite «nie neue erschwerende Bedingung aufs Tapet gebracht und ° das alte Spiel mit seinen Kriegsrüstungen, Kriegsdrohungen, I Bedingungen und Zugeständnissen nimmt feinen Fortgang. L Eines haben die Engländer durch diese unschöne und in- humane Taktik jedenfalls bereits erreicht, nämlich die gründ­liche wirthschaftliche Schädigung der Transvaal-Republik, in der Handel und Wandel durch diesen chronischen Zustand der Ungewißheit und Unsicherheit bereits eine schwere Ein­buße erlitten haben.

Den Hauptvortheil von diesem unrühmlicheti Fehdezug Eujflands gegen die Buren aber haben die Spekulanten und Jobber in London gehabt, welche diese ganze Zeit hindurch einen erfolgreichen Spekulationsfeldzug in Minenaktien ■ durchgeführt haben. Die englische Regierung hat wenig

t ihm das Unglück des deutschen Volkes und die maßlose s Veberhebung der Franzosen nicht nahe gegangen wäre. Zahlreiche Kundgebungen aus jener Zeit geben sprechende b Zeugnisse seiner deutschen Gesinnung; so äußerte | er sich z. B. einmal seinem Freunde Falk gegen» R über dahin: „Steht denn das napoleonische Kaiser- > :hum von gestern schon auf so festen Füßen, daß man keinen, gar keinen Wechsel des menschlichen Schicksals t n Zukunft zu befürchten hat? Von Natur zu gelassener [ Betrachtung der Dinge aufgelegt, werde ich doch grimmig, t sobald ich sehe, daß man dem Menschen das Unmögliche abfordert .... Und wenn es auch mit dem Herzog Karl f August dahin käme, wohin es mit jenem Johann einst ge- c kommen ist, daß beides, sein Unglück und fein Fall, gewiß | wäre, so soll uns das auch nicht irre machen, sondern mit

errathen. Allerdings scheint ienigen politischen Beamten, der Negierung ni

einem Stecken in der Hand wollen wir unseren Herrn, wie jener Lukas Kranach den {einigen, ins Elend begleiten und treu an seiner Seite aushalten. Die Kinder und Frauen, wenn sie uns in den Dörfern begegnen, werden weinend die Augen aufschlagen und zu einander sprechen: Das ist der alte Goethe und der ehemalige Herzog von Weimar, den der französische Kaiser seines Thrones entsetzt hat. . . Ich will in alle Dörfer und Schulen ziehen, wo irgend der Name Goethe bekannt ist, die Schande der Deutschen will ich besingen, und die Kinder sollen mein Schandlied aus­wendig lernen, bis sie Männer werden und damit meinen Herrn wieder auf feinen Thron herauf- und Euch von dem Euren heruntersingen!"

In den späteren Jahren suchte sich Goethe gegen den Vorwurf, der ihm von gewisser Seite gemacht wurde, daß er nicht durch politische Gedichte die Begeisterung der Nation wieder angesacht habe, durch den Einwand zu rechtfertigen, daß es zur Zeit der napoleonischen Herrschaft kein Deutsch­land gegeben habe. So sagte er z. B. einmal zu seinem vertrauten Privatsekretär Johann Peter Eckermann: „Wir haben keine Stadt, ja wir haben nicht einmal ein Land, von dem wir entschieden sagen könnten, hier ist Deutschland; fragen wir in Wien, so heißt es, hier ist Oesterreich, und fragen wir in Berlin, so heißt es, hier ist Preußen. . . Wie hätte ich die Waffen ergreifen können ohne Haß, und wie hätte ich hassen können ohne JugendI Hätte jenes Ereigniß mich als Zwanzigjährigen getroffen, so wäre ich sicher nicht der Letzte geblieben, allein es sand mich als Einen, der bereits über die ersten Sechzig hinaus war." Auch könne, meinte er, nicht Jeder dem Vaterland auf gleiche Weise dienen, sondern Jeder thue sein Bestes, je nachdem es ihm Gott gegeben; er habe es sich ein halbes Jahrhundert

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enthalten konnten. Die Verhältnisse in der Transvaal- Nepublik sind ganz cigenthüinliche. Ungefähr 75 pCt. L'ber Bevölkerung sind Ausländer, und von den rcstirenden ■ pass n 25 pCt. besteht ein Theil aus Koffern, sodaß das eigentliche vom» - Bureüelement nur einen kleinen Bruchtheil der Bevölkerung bildet. Unter diesen Umständen wäre es für die Transvaal­

pa« Mwuvri. unter utejen uinjuuiutu wate t» |iu uit. x,iuhkvuui- imert. Republik unmöglich, auf die Dauer ihre Selbstständigkeit :est<® E zu bewahren, wenn sie es nicht verstände, wenigstens mit vvorit | einem Theil der Ausländer zu paktircn und sich deren imore | Unte stützung zu sichern. Wenn die Buren allzu lange york. ' "" ' * *■“ I*1*1

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Preußischer Landtag.

Abgc ordnetenhans.

Kertin, 23. August.

Dritte Lesung des Gesetzentwurfs, betreffend die Berliner Gerichtsorganisation. Nach längerer Debatte, die aber in dem Lärm des Hauses vollständig verloren geht, kommt es zur Ab­stimmung, die auf Antrag Träger eine namentliche ist. Der Namens­aufruf ergiebt die Anwesenheit von 178 Mitgliedern, von denen 111 mit Za und 67 mit Nein stimmen. Das Haus ist beschluß­unfähig. Nächste Sitzung um 2 Uhr. — Zur dritten Lesung des Gesetzentwurfes, betr. Gewährung des Zwischenkredits bei Renten­gutsgründungen, beantragt Abg. Hirsch die Wiederherstellung der Regierungsvorlage. Der Antrag wird nach kurzer Debatte abgelehnt. Der Gesetzentwurf wird in der Fassung der zweiten Lesung ange­nommen. Es folgt dieBerathung der Resolution Wangenheim, welche bei der Gründung von neuen Ansiedelungen eine entsprechende Be­theiligung der lokalen Behörden, sowie die Revision des Reuten- Äs verlangt. Abg. Wangenheim (kouf.) beantragt, den s, betreffend die Vorbeugung von socialen Gefahren, welche in der planlosen Güterzertrümmerung liegt, zu streichen. — Nach längerer Debatte zwischen den Adgg. Wangenheim und Richter wird die Resolution Wangenheirn mit dem Anträge Wangenheim angenommen. Morgen 11 Uhr: Kleinere Vorlagen.

Zeitung" verzeichnet da« Gerücht, daß auch Fürst Hohen­lohe gegen eine Auflösung des Abgeordnetenhauses ist. — Hebet den Umstimmungsversuch, den der Minister v. d. Recke un­mittelbar vor der dritten Lesung der Kanal-Vorlage bei den poli­tischen Beamten, welche Gegner der Vorlage waren, gemacht hat, war bisher nichts Zuverlässiges bekannt geworden. Rach 2Rit» lheilungen, welche die „National-Zeituug" für wohl begründet hält, scheint der Minister eine ihm zugegangene Anweisung des Kaiser« in einer ihr nicht durchaus entsprechenden Art ausgeführt zu haben. Sie soll dahin gelautet haben, daß solche Beamte selbstverständlich in ihrer parlamentarischen Abstimmung frei seien, daß die Bei­behaltung ihrer amtlichen Stellung aber nach einem Votum gegen die Kanal-Vorlage unmöglich fein würde (sie sollen also wohl auf Kosten der Steuerzahler pensionirt werden?). Herr v. d. Recke da­gegen soll die betreffenden Beamten aufgefordert haben, für die Vor­lage zu stimmen. — Zur inneren Lage schreibt die „National- Zeitung": Heber die Verhandlungen des gestrigen Kronrathes wird in den amtlichen Kreisen Stillschweigen beobachtet. Dennoch sind Anzeichen für die Berurtheilung der politischen Lage vorhanden, nach denen wir annehmen, daß eine Auflösung des Abgeordneten­hauses zunächst wahrscheinlich nicht erfolgen wird, eine end­gültige Entscheidung hierüber jedoch nicht getroffen ist. Mög­licher Weise wird diese von dem Verhalten der Konservativen int Lande, angesichts der Maßregeln, abhängig gemacht, durch welche die erwartete Anküitdigung von einer Äenderung der inneren Politik und der Stellung der Krone zu ihm verwirklicht werden soll. An diesen Erklärungen wird festgehalten. Es steht fest, daß Fürst Hohenlohe im Amt bleibt, ebenso sicher scheint aber auch zu sein, daß Herr v. Miquel nicht zurückmtt. Worin darnach die Äenderung der inneren Politik noch bestehen soll, ist schwerlich zu errathen. Allerdings scheint ein energisches Vorgehen gegen die­jenigen politischen Beamten, auf welche nach ihrem Verhalten von der Regierung nicht gerechnet werden kann, beabsichtigt zu fein. Im Zusammenhang damit dürfte die Ersetzung des Ministers des Innern, v. d. Recke, durch eine energische Persönlichkeit bevor­stehen. Wir halten auch nicht für auMschloffen, daß in dem einen oder anderen Ressort, das an der Kanal-Angelegenheit nicht direkt beteiligt ist, eine Äenderung eintritt, wenn auch nicht gerade in den nächsten Tagen. Vermuthlich wird die Thronrede zum Schluß des Landtags die SBiebereinbringung der Kanal- Vorlage für die nächste Session ankündigen. Dem „Lokal-Anzeiger" zufolge besteht das auf seine Richtigkeit zur Zeit noch imkontrollir- bare Gerücht, die Berathungen des Kronraths sollten heute fortgesetzt werden. Das „Kleine Journal" will wissen, daß weder das Abgeordnetenhaus aufgelöst werde, noch ein sofortiger Ministerwechsel bevorstehe. Herr v. Miquel werde .vorläufig die Geschäfte weiter führen und erst nach Klärung der inneren politischen Situation, voraussichtlich tut kommenden Herbst, fein Amt niederlegen.

Uom Krisenschonplatz.

Berlin, 24. August.

Der Kronrath unter dem Vorsitz des Kaisers hat gestern Vor­mittag 10 Hhr im Neuen Palais bei Potsdam begonnen. Säinmt- licheMitglieder desStaatsministeriums hatten sich mit dem 9 Uhr- Zuge nach Station Wildpark begeben und fuhren von dort ins Neue Palais. Es wird berichtet, daß die Einladungen erst gestern Morgen per Fernsprecl)er erfolgt seien. Heber das Ergebmß der Berathungen wird strengstes Stillschweigen beobachtet. Die Ent­lassung desGesammt-Ministeriums ist zweifellos nicht erfolgt, weil der Zustizminister Schönstedt der gestrigen Sitzung des Herren­hauses beigewohnt hat. Wie ein Berichterstatter meldet, gilt es in unterrichteten Kreisen als zutreffend, daß der Minister des Innern, Freiherr v. d. Recke, von seinem Amt zurücktreten wird. Es ver­lautet, daß als fein Nachfolger in erster Linie der Geheime Ober- Regierungsrath im Reichsamt des Innern, Landtags-Abgeordneter Dr. Kelch, in Betracht komme. Die „Deutsche Tages-

Mi2 | Grund, darauf stolz zu sein, daß sie die Geschäfte der eng- lM.fi i fischen Finanzmänner besorgt.^ Aber nach der Enthüllung, - daß die Seele des englischen Kabinetts, Herr Chamberlain,

(Nachdruck verboten.)

Goethe und Napoleon I.

Ein Gedenkblatt zum 150-jährigen Geburtstag des Dichterfürsten, 28. August.

Von Dr. Adolf Kohut.

Bekanntlich war der unsterbliche Dichterfürst Johann Wolfgang v. Goethe, im Gegensatz zu seinem großen Bruder in Apollo, Schiller, eine kosmopolitische Natur; ein politisch' Lied war ihm ein garstig' Lied, und als der furchtbare Korse 1806 Preußen bei Jena zertrümmerte und die deutschen Fürsten zu seinen Vasallen machte, erließ er nicht wie andere deutsche Dichter, z. B. Arndt, Körner und Rückert, gegen den Kriegsgott auf dem französischen Throne eine litterarisch-dichterische Kriegserklärung, sondern nahm einen neutralen Standpunkt ein; doch würde man dem Genius der Poesie Unrecht thun, wollte man behaupten, daß