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Mksbsdkmr SagHatt
Verlag: Langgasse 27.
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Uo. 389.
Dienstag, den 22. August.
1899
Fernsprecher 91«. 52.
Fernsprecher R» 52.
Morgen-flusgabe
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1. Preis in der ersten
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Km. Imkeret. Vorgestern hielt die Sektion Wiesbaden des ,Nass. Bienenzüchter-Verein" eine sehr gut besuchte Versammlung in Auringen ab. Der Vorsitzende verlas zunächst einen Bericht Kber die am 15. August in Neustadt a. A. stattgchabte mittcl- ftänkische Wanderversammlung, auf welcher der bekannte Universitäts- Professor Dr. Fleischmann-Erlangen einen Vortrag über das Thema
kür die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgab« bis 3 Uhr Nachmittags. — Für die Aufnahme später eiugereichtcr Anzeigen zur 6** 1 * * * * * * * * * * nächsterscheinendcn Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.
d. Dom Turnfest. Für die Sieger des vorgestrigen Rina- rampfes waren vier Ehrenpreise ausgesetzt worden, um welche in zwei Gruppen gekämpft wurde. Den 1. Preis in der ersten Gruppe erhielt Herr Louis Hanson von der Turn-Gesellschaft, den 2. Preis dieser Gruppe Herr Kull mann vom Männer- Turnverein. In der zweiten Gruppe fiel Herrn H o d e l von der Turn- Gesellschaft der 1. und Herrn Müller vom Turnverein der 2. Preis zu. Der Besuch des Festplatzes war am Sonntag doch bedeutend ge- »T als an den vorhergegangenen Festtagen. Es wurden circa Karten verkauft. Da der Gebrauch der Dauerkarten diesmal wegstcl, so wurde damit ungefähr ein Drittel der Frequenz des ersten HauptfcsttagcS erreicht.
genannten Straßen spielenden Kinder waren sehr gefährdet, handelt cs sich bei dem ansgefiidrtcn Gaul um eine Kolik, so dürfte bei ähnlichen Anlässen künftig doch eine andere Stelle zum Leichtgehcn zu wählen sein, als die Straßen eines ziemlich bevölkerten Stadttheils.
d. Ein Kaminbrand entstand gestern Vormittag gegen 12 Uhr in dem Hause des Herrn Auktionators Klotz, Adolf- straße 3. Als die Feuerwache an Ort und Stelle erschien, war ein Balken des Dachstnhlgebälkcs bereits in der Länge eines Meters ziemlich durchgebrannt. Beim Untersuchen der Brandstelle brach plötzlich ein ganzes Stück der zwischen den Ralkenlagern befindlichen Füllung durch und riß beinahe einen Mann der Wache mit hinab in das zwei Stocktverke tiefe Treppenhaus Das Feuer selbst war bald gelöscht.
Anzeigcn-PreiS:
Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeigen 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. — Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.
«. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezngs-PreiS: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. «o Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
hielt: „Wer bestimmt das Geschlecht der Bieneneier". Bei dem Hohen Interesse, welches man weit über die Grenzen der Bienenzüchter hinaus, ja man kann sagen in der ganzen wissenschaftlich gebildeten Welt den Anfstcllungen deS Darmstädter Imkers Dickel entgegeubringt, muß das Urthcil des Fachmannes, D. habe ein wissenschaftliches Fiasko gemacht, bedeutendes Aufsehen erregen, wenn damit auch die Frage noch nicht endgültig entschieden sein wird. Den ersten Vortrag hielt Lehrer Hehmach-Wallau über „Wachs- gewinnung". In erschöpfender Weise führte er nach kurzem Rückblick auf die Erzeugung des Wachse? als Nebenprodukt der Verdauung im Bienenkörper und die Bedeutung desselben in der Gegenwart die besten Methoden vor, es aus den Bienenwaben durch Sonnenwärme, heißes Wasser ober Dampf zu erzeugen. Der Vortrag des Sektionsvorstehers über „Geflügelte Bieuensciude" hielt sich an die vorzügliche Farbentafcl des Leipziger Thiermalers Schmidt. Eine ganze Reihe von Bienenschädlingen können und dürfen aus verschiedenen Grütlden nicht verfolgt werden. Die Würger (besonders der rothrückige) und der Fliegenschnäpper sollen womöglich vertilgt werden. Rothschmanz, nebenbei ein ganz infamer Beerendieb, und Meise möge man vom Stand vertreiben, ersteren, wenn er gar zu frech wirb, auch einmal wegknallen. Horniß und Wespe schaden den SB leiten mehr als die Feinde ans der Vogelwelt. Mau fängt sie in enghalsigen Flaschen, welche mit Zuckerwasser zc. halb gefüllt sind. Besonders den frechen Wespen sollte man allgemeiil den Krieg erklären. Sie treten dies Jahr in gewaltigen Mengen auf und werden unsere Trauben schön dczimiren, wenn die Reifezeit kommt. Ihr unverschämtes Treiben wird dann wieder von llnknndigen den armen Bienen aufs Conto geschrieben. An die Versteigerung der von voriger Verstimmlung her zurückgebliebenen Waben knüpfte sich der Beschluß, eine Wabenpresse für die Sektion anznschaffen. Ort der nächsten Versammlung ist Breckcnheim; Förster Ilgen wird dort einen Vortrag über Bienenweide halten. Nicht unerwähnt wollen wir lassen, daß der gemeiiisaiue Besuch des Bienenstandes des Bürgermeisters Ruf alle Imker sehr befriedigte, da neben der praktischen Einrichtung deS'elben die gute Ordnung und sorgfältige Wartung angenehm anfficl.
— Apotkekrrtag. Die diesjährige allgemeine deutsche Apotheker-Versammlung findet vom 21. bis 21. August in Danzig statt. Als Vertreter für den Kreis Nassau sind Herr Dr. Bracke- bus ch-Wiesbaden und Apotheker M e y er - Hanau gewählt worden.
— Heißesten! Man esse und trinke niemals zu heiß! Alle Speisen und Getränke, die beim Genuß „geblasen" werden müssen, sind, wie der „Praktische Wegweiser", Würzburg, schreibt, ein zwar langsam, aber sicher wirkendes Gift, das seine schädlichen Folgen früher oder später äußert, so unschädlich sie ön und für sich mich sein mögen. DieMagenwände werden durch solchen Genuß gewissermaßen verbrüht und in ihrer verdauenden Kraft gelähmt, sodaß der Magen schließlich jeden Dienst versagt, nachdem er Jahrelang mißhandelt worden ist unter dem thörichten Bekenntniß: „Kaffee und Suppe müssen rauchen und wollen „geblasen" sein, wenn sie schmecken sollen!" — Genau ist's aber auch umgekehrt mit dem Genuß von Eis und eiskaltem Bier, das von Vielen unbedachtsam in den erhitzten Magen im Sommer mit Wohlbehagen hinabgestürzt wird. Viele gehen auch daran zu Grunde, nachdem sie sich den Magen gründlich ruinirt haben, ohne es zu ahnen. Kurz, alle Unvorsichtigkeit und Widernatüriichkeit rächt sich bitter, die man sich beim Essen und Trinken zu Schulden kommen läßt.
— Handelsregister. In das Firmenregister ist die Firma „G. Auaust" zu Wiesbaden und als deren Inhaber der Kaufmann Gustav A u g u st voil da eingetragen worden. — Die Firma „August und Crakauer" hier ist im Gesellschaftsregister gelöscht worden.
— Warnung. Gegenwärtig werden wieder Versuche gemacht, 50 Kopekenstücke für 2 Markstücke auSzngeben, und zwar legt die betreffende Person die Geldstücke möglichst so, daß das Wappen nach oben zu liegen kommt, wodurch die Täuschung leichter gelingt. Auch mit dänischem und holländischem Geld werden solche'Manipulationen gemacht, darum, Geschäftsleute, die Augen auf!
d. Belästigt wurden am Sonntag Abend gegen sechs Uhr die Passanteii der oberen Westend- und Scharnh'or'ststraße durch einen jungen SJiann, der zu dieser etwas sehr unpassenden Zeit dort ztemlich lang einen Gaul spazieren führte, welcher fortwährend nach allen Seiten ansschlng. Besonders die jeden Abend in den
Hereins - Nachrichten.
Kurze sachliche Berichte werden bcreilwilligst unter dieser lleberschris! aufgeuommen.
* Der Gesangverein „Bruderbund" veranstaltete am vergangenen Sonntag sein zweites Waldfest im „Eichelgarten". Unter Mitwirkung des Arbeiter-Gesangvereins ans Bierstadt nahm daS Fest bei niehrcren schönen GesangSvorträgen einen würdigen Verlauf. Auch für sonstige Belustigungen, mte Tanz zc., war bestens gesorgt. Trotz der etwas kühlen Witterung endigte das Fest erst am späten Abend. Auch erfreute sich der Verein eines recht zahlreichen Besuchs.
— Wiesbaden, 20. August. Das „Militär-Wochenblatt" meldet: Eben, Hauptmann der Infanterie 2. Aufgebots des Landwehr-Bezirks Hamburg, früher Compagnie-Chef im Füs^
Regiment v. Gersdorff (Hess.) Nr. 80, im aktiven Heere und zwar
mit einem Patent vom 1. September 1895 als Hauptmann und Compagnie-Chef im Infanterie-Regiment Nr. 173 wieder angestellt. —
Oberleutnant v. Langsdorfs im Nass. Jnf.-Regiment Nr. 87 zum Comp.-Chef unter Beförderung zum Hauptmann ernannt. — Lciituant Schimrigk im 5. Rheinischen Jnf.-Regiment Nr. 65, kommandirt als Erzielter an dem Kadetteiihause in Oranienstein, zum Oberleutnant befördert. — Wit dem 1. Oktober dieses Jahres treten in ihrer Eigenschaft als Compagnie-Offiziere über: Witte, Leutnant im Po mm. Füs.-Regiment Nr. 34, von der Unteroffizier- Vorschule in Weilburg zur Unteroffizier-Schule in Weißenfels, Wiistefeldt, Leutnant im Könias-Jnfanterie-Regimeirt Nr. 145, von der Unteroffizier-Vorschule in Weilburg zur Unteroffizier-Schule in Biebrich. Vom gleichen Zeitraum werden als Co.mp.-Offiziere kommandirt zur Ulltcroffizier-Schulc in Biebrich v. Dreß (er, Oberleutnant im 8. Ostprenßischen Infanterie-Regiment Nr. 45, Zeska, Oberleutnant im 2. Hanseatischen Infanterie-Regiment Nr. 76, Schmidt, Leutnant im Infanterie-Regiment Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig (Ostfrief.) Nr. 78; zur Unter- offzier-Vorschule in Weilburg v. Hake, Oberleutnant tm Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2, Hellmich (Fritz), Leutnant im Infanterie-Regiment Prinz Moritz von Anhalt-Dessau (5. Pomm.) Nr. 42. — Jordan, Hauptmann und Compaauie- Chef im 1. Nassauischen Infanterie-Regiment Nr. 87, unter Stellung a la suite des Regiments als Lehrer zur Kriegsschule in Cassel versetzt. — Die Fähnriche Baehreu, Wagner im Füf.-Negiment v. Gersdorff (Hess.) Nr. SO, Sartig, Sievers tm 1. Nass. äufanterie-Negiment Nr. 87 sind zu Leutnants befördert. — iernide, Viccfeldwebel im 2. Nass. Infanterie - Regiment Nr. 88, znm Fähnrich ernannt. — Ritter, Major z. D., unter Enthebung von der Stellung als Bezirksoffizier bei dem Landwehr-
Bezirk Mülheim an der Ruhr und Ertheiluna der Aussicht auf
Anstellung im Civildienst mit feiner Pension uns der Uniform des
1. Nass. Infanterie-Regiments Nr. 87 der Abschied bewilligt.
* Cassel, 21. August. Die Kaiserin ist mit den kaiserlichen
Kindern heute Mittag mittels Sonderzug abgereist.
* Ans der Umgebung. In Hanau ist der älteste Ein
wohner, der pensionirte Steueranfseher Jakob Heiderich, im hoben Alter von 96 Jahren gestorben. — Herr Bürgermeister Ohl in Lohrheim, der älteste Bürgermeister des Unterlahnkreises, der vor einiger Zeit sein goldenes Dienstjubiläum feiern konnte, hat seine Amtsniederlegung angezeigt. — In Holzappel wurde Herr Albert Ströhmann zum Bürgermeister gewählt. — Herr Förster Capito in Walsdorf hatte das Glück, einen Kronenhirsch, einen Zehnender, zu erlegen. — Vor einigen Tagen wurde
Ans Stadl «nd §and.
Wiesbaden, 21. August.
— Grschichtsknlendrr. 22. August. 1866: Friedens- Vertrag zwischen Bayern und Preußen. 1864: Genfer Koiwention, Ueberelnkunft zur möglichsten Milderung der vom Krieg un- «rttcunlichen liebel. 1850: f Nicolaus Lenau zu Oberdöbling bei Wien, ausgez. deutscher Dichter (* zu Czatad in Ungarn). 1828: Franz Josef Gall zu Montrouäe bei Paris, der Vater der SchädeUehre (* zu Tiescnbnmn in Baden). 1796: Sieg Erzherzogs Karl Über die Franzosen bei Deiningen. 1680: ch Johann Georg 11. von Sachsen zu Freiberg. 1845: Schlacht bei Bosworth. Tod Richards III. des Buckligen von England.
— Kurhaus. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Theilnehmerkarten zu der am Donnerstag dieser Woche stattfindenden letzten diesjährigen Rheinfahrt der Kurverwaltung bis spätestens heute ^Dienstag) Abend 6 Uhr an der Tageskasse im Kurhause zu — Malhalla-Theater. Die neuen Bilder (letzte Serien) der „Schönheits-Gallerie" finden großen Beifall. Zn dem gc- sammten glücklich gewählten Programm tritt seit gestern (Montag) noch eine neue, ganz aparte Attraktion hinzu: The Carters, ein Excenttiqiie-Dnett, bestehend aus einem grotesken Neger und einer Kn weißen Dame. Der komische Thcil des Programms, in sonders die radfahrendeu Knock-Abonts The Arleys außerordentlich gefallen, hat damit noch eine wesentliche Bereicherung erfahren.
— Alterlhumsknnde. Die diesjährige Generalversammlung des GesammivereinS der deutschen Geschichts- und Alterthums- veremc findet in Verbindung mit dem ersten allgemeinen deutschen Archivtag in Straßburg vom 25. bis 28. September statt. Das Programm ist ein außerordentlich reichhaltiges und vielverfprechendes. Wie wir hören, wird auch der Verein für Nassauische Alterthums- kunde und Geschichtsforschung nicht nur, wie alljährlich, durch einen Delegirten, sondern auch durch mehrere weitere Mitglieder vertreten fein.
O Rndfahrer-Klumenkors». Wie wir vernehmen, laufen die Meldungen zu dem am Sonntag, den 27. d. M., dahier vor dem Kurhause stattfindenden, von dem „Wiesbadener Radfahrer- Verein von 1884" arrangirten Preiskorso des Gauverbauds des „Deutschen Radfahrer-Bund" Seitens der Ganvereine zahlreich ein, sodaß diese Radfahrer-Parade ein hier noch nicht gesehenes .imposantes Bild bieten wird. Dagegen sollen in der ausgeschriebenen und mit werthvollen Ehrenpreisen botirten Ab- theuung III nur wenige Meldungen bis dato vorliegen, weshalb wir alle radfahrende Kurgäste und hiesige oder auswärtige Einzelfahrer — auch solche, die keinem Verband angehören — auf diese Blumenschmuck-Konkurrenz nochmals aufmerksam machen. Meldungen sind bis spätestens Mittwoch, den 23. er., Mittags 12 Uhr, bei Herrn Alex Petitjeau hier, Dambachthal 16, 1, anzubringen, woselbst auch der Prospekt über den Gaukorso zu erhalten ist.
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Ans Anirst «nd Erben.
* Frankfurter Stabtthratrr. (Spielplan.) Opernhaus: Dienstag, den 22. August: „Nachtlager von Granada", hierauf: fallet - Divertissement". Mittwoch, den 23.: „Bärenhäuter". Donnerstag, den 24.: „Lohengriu". Freitag, den 25.: Geschlossen. Samstag, den 26.: „Walküre". Sonntag, den 27.: Geschlossen. Montag, den 28.: Goethe-Feier. Vierter Abend. Festvorstellung zum 150. Geburtstage Goethes. Prolog, Lebendes Bild, „Egmont". — Schauspielhaus: Dienstag, den 22. August: .Fuhrmann Henschel". Mittwoch, den 23.: Goethe - Feier. Zweiter Abend. „Iphigenie auf Tauris". Donnerstag, den 24.: „Nora". Freitag, den 25.: „Prometheus", hierauf: „Clavigo". Sainstag, den 26.: Goethe-Feier. Dritter Abend. Festvorstellung zur Vorfeier von Goethes 150. Geburtstage, „Torquato Tasso". Sonntag, den 27., und Montag, den 28.: Geschlossen.
* Karlsruher Ulädchrngymnaftunr. Zinn ersten Mal konnte am 29. Juli in öffentlicher Schlußfeier Abiturientinnen des Mädchengymnastums das Reifezeugniß überreicht werden. Die vier I fangen Mädchen, welche die erste Oberprima der Anstalt bildeten, - Haden das Examen mit einem Erfolg bestanden, der alle Anerkennung von Seiten des Prüfungskomimssars fand. Für die An- : palt ist dieses Examen auch in anderer Richtung bedeutungsvoll. Es wurde, ganz wie die Abiturientenprüfungen an den Kiiabcn- Shmnafien, von den Lehrern der Anstalt selbst unter dem Vorsitz eines vom Oberschulrath bestellten Prüfungskommissars abgenommen. I Damit ist die Schule als vollberechtigtes Gymnasium anerkannt F und cs würde aller Folgerichtigkeit wideriprechen, wenn nicht k wenigstens die badischen llniversitäten sich diesen Abiturientinnen V anstandslos in allen Fakultäten öffneten.
t. Versteinerte Kern in Persten. Die in London er- g>einende Zeitschrift „English Mechanic" bringt — leider ohne . ezeichnnng der benutzten Quelle — die genauere Beschreibung s. eines Naturwunders, das freilich zu den allermerkwürdigsten Er- | kcheinungen auf der ganzen Erde gehören muß. Der Schauplatz fe befindet sich in der Nähe des großen Urmia-Sees im nordwestlichen e Persien, wo sich einige kleine Teiche oder Sümpfe befinden, deren l Wasser in einem Zustand völliger Stagnation ist. Allmählich nun E bildet sich aus dem Wasser ein fester Körper, es vollzieht sich ein
l mtgfamer und unaufhaltsam fortschreitender VersteinerungSprozeß, der schließlich zu der Entstehung eines schönen durchsichtigen Steines führt. Dieser ist dem Volk unter dem Namen Tabris- Marmor bekannt und ist oft in den persischen Gräbern zu sehen, auch bildet er^init beit Hanptschmuck der öffentlichen Gehäude in Persien. Jene eigenartigen Teiche, die nahe aneinander liegen, erstrecken fick) in einer Ausdehnung von über einem Kilometer. Ihre Lage ist leicht kenntlich an den Steinhaufen, die in ihrer Umgebung aufgehäuft sind. Der Gewährsmann des Londoner Blattes sagt, daß er in ganz Perflen nichts sah, wdas er Aufmerksamkeit eines Naturforschers würdiger gewesen wäre, und daß er sehr bedauerte, nicht genug zur Erklärung dieses Naturwunders beitragen zu können. Der Platz sei voit Europäern so gut wie garnicht besucht. Wenn man sich der Stelle nähert, so äiebt die Erde unter den Schritten einen hohlen Klang. Der Boden ist völlig nackt und mit Kalk durchsetzt, und ein strenger mineralischer Geruch steigt von der Oberfläche jener Wasser empör. Der Vorgang der Versteineriing kann von Anfang bis zu Ende leicht verfolgt werden. In seinem natürlichen Zustande ist das Wasser klar und dann wirb es dick und ftagntrenb, schließlich ganz schwarz. Einer bicscr Teiche im Zustand bet Versteinerung gleicht einer mit Eis bedeckten Fläche. Wenn man einen Stein Darauf wirst, ehe sich der Prozeß ganz vollzogen hat, so bricht er burch, uub das schwarze Wasser kommt durch die Ocffnung zum Vorschein. Ist aber die Versteinerung beendet, so hinterläßt ein auf die Fläche geworfener Stein keine Spur, und man tarnt über den Teich hinubergedeu, ohne daß die Füße naß werden. Au den Stellen, wo bas Wasser noch nicht mit einer festen Decke überzogen ist, kann der Vorgang ber Verfestigung beobachtet werben. Es scheint, als ob sich dicke Papierblätter übereinander legen. Das Wasser hat also eine bestimmte Neigung, sich in Stein zu verwandeln, und zwar so sehr, daß die Tropfen, die hier und da in heißem Zustand aus der Erde bringen, sofort versteinern nnb dieselbe Form aunehmen, als wären sie durch Zauberei plötzlich in Marmor verwandelt worden. Der einzigartige Stein ist brüchig, durchsichtig und stellenweise reichlich mit Adern von grüner, rother und kupferähnlicher Farbe durchzogen. Er wird in großen Blöcken fortgeschafft und ist leicht zu bearbeiten und zu politci». Die persischen Fürsten haben keinen umfangreichen Gebrauch von dem Steine gemacht, jedoch sicht man am Ufer noch heute riesige
Stücke liegen, die auf den Befehl von Nadir Schah im vorigen Jahrhundert ausgeschnitten wurden, um zu öffentlichen Ver- schönerungszwecken zu dienen. Die inerkwürdige Bildung dieses Marmors hat Anlaß dazu gegeben, daß er im Orient als ein Werthgegenstand betrachtet wird, der ausschließlich für den Gebrauch des Königs und seiner Söhne Vorbehalten bleibt. Die Gewinnung ist nur den Personen gestattet, die einen besonderen Erlaubnißschein dazu erhalten haben. ES ist eigentlich zu Dcrrounbern, daß bet Staat bic Gewinnung bcS Steines noch nicht an den Meistbietenden losgeschlagen bat, um sich daraus eine Einnahme zu verschaffen. In der Tyat ist die Natnrerscheiiuing nach der gegebenen Schilderung garnicht erklärlich, bisher war es nur bekannt, daß aus den Sümpfen aus ber Hingebung des Urmia-Sces Salz gewonnen wirb. Steinsalz aber bildet sich nicht an der Oberfläche, sondern in ber Tiefe von Seen unb wirb unseres Wissens auch nirgenbs zu Bauzwecken verwendet.
* Verschiedene Ptttthettnnge». Der „Voss. Ztg." wird geschrieben: Als ich jüngst durch die Alleen des herrlich gelegenen Friedhofs von Görlitz wandelte, fiel mir ein wohlgcpflegtes, mit fnschen Kränzen geschmücktes Grab auf, dessen Inschrift lautete: „Minna Herzlieb. Goethes Liebe verklärte Dir einst die glückliche Jugend, Goethe-Liebe, sie schmückt Dir das erlösende Grab. Hier ruht die AppellationsgerichtSräthin Walch, geb. Herzlieb, geb. 22.5.1789, gest. 10. 7. 1865." Goethes Liebe zu der schönen Pflegetochter des Frommannschen Hauses zu Jena hat Glück und Frieden ihrem Lebenswege nicht gebracht; die letzten Jahre brachte die unglückliche Frau in der Nervenheilanstalt zu, die nachmals dem jüngst verstorbenen Psychiater Kahlbaum gehörte.
„Der Triumph der Republik", eine Kolossalgriippe von Dalon, die 14 Meter hoch ist und mehr als 40,000 Kilogramm wiegt, ist in ihren wesentlichen Theilen auf der Place de Nation in Paris aiifgeftellt. Die Republik ist sitzend auf einem mit zwei Löwen bespannten Wagen dargestellt uub von allegorischen Figuren umgeben. Arn Jahrestage ber Proklamation ber ersten Republik (25. September 1792) soll bie Gruppe enthüllt werben.
In bau angeblichen Athenatempel auf ber Halbinsel Sunion wurde eilte Inschrift aus dem 4. Jahrhundert vor Christi atifgefunbeit, ans ber hervorgeht, daß ber Tempel nicht d« Athene, soiidcrn dem Poseidon gewidmet war.
