Miksbs-km TsWM.
4». Jahrgang.
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Verlag: Langgasse 27.
AKormemerr.
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1899.
Donnerstag, den 10. August.
Hl». 369.
Fernsprecher No. 52.
Fernsprecher No. 62.
Morgen-Ausgabe
Hektoliter.
61,300,000
Ans Ztadt und Land
55,400,000
Maland .... 53,000,000 Oesterreich - Ungarn 20,610,000
ffsen-Nassau
Dänemark Schweiz
f Das wenigste Vier wird also in Rußland getrunken. Bekanntlich lebt deshalb in diesem Reich die Bevölkerung nicht am nüchternsten. Der Branntwein hat dort leider Hoch und Niedrig unter- jscht; die russische Trunksucht ist iprüchwortlich geworden und in
Deutschland steht also in der Biercrzeugung obenan. Es ist das Land des sich von Bayern ans immer mehr auch im Norden einbürgernden MaßkrugS und der Vierpaläste. Die größte Bicr- erzeugung hat Bayern mit 16,200,000 Hektoliter. Es folgen dann:
Deutschland . . . Bereinigte Staaten mit Südamerika und Australien .
Wien . Straßburg Ofen-Pest Moskau Marseille Paris .
kcinemLande richtet derAlkohol mehr wirthschaftliche und moralische Verwüstungen au als in Rußland. Uebcrhaupt ist die geringste Ziffer der auf den Kopf entfallenden Biermenge noch keineswegs für die Mäßigkeit der Bevölkerung eincsLandcs entscheidend. Vielfach ist neben dem Bier noch der Schnaps, wie in Belgien, England, Deutschland, Niederland, Dänemark re., oder der Wei», wie in Frankreich und thcilwcise auch in Oesterreich-Ungarn, Volksgetränk. Im Jahre 1807 bis 1898 entfielen auf jeden Einwohner vom Säugling in der Wiege bis zum Greis am Grabesrand in
Oesterreich-Ungarn. 44,0 Liter
Niederlande . . . 40.0 „
mnobcr .... 1,560,000
Hleswig-Holstein . 1,350,000
Hektoliter. 1,485,000 1,450,000 540,000
. 145 Liter . 136 „
. 48 „
. 28 „
. 11 ,
. U .
22,4 15,3 11,0
4,7
Niederlande Schweden. Norwegen. Numänicn. Indien. . Bulgarien. Griechenland Italien. . Serbien . Spanien . Luxemburg
4,750,000
4,380,000
3,800,000
3,120,090
2,980,000
2,560,000
2,320,000
2,000,000
1,940,000
folgen dann: Hektoliter. . 1,210,000
310,000 290,000
60,000 65,000
100,000 105,000 130,000 135,000
Ostpreußen . . Elsaß-Lothringen Pommern . .
Westpreußen .
Hamburg . . Posen....
Braunschweig .
Mecklenburg .
Anhalt . . . Oldenburg . . Hobenzollern .
12,410,000
8,870,000
4,580,000
1,980,000
1,580,000
yäusig auch noch heute der Tod der unheimliche Genosse des Trinkers ist. Auch auf den Kops der Bevölkerung berechnet, verbraucht die Gegenwart wahrscheinlich nicht weniger alkoholische Getränke, als jene lebensfrohe Zeit Hans Holbeins (1497 bis 1543), doch hierüber lassen sich nur Vermuthungeu anstcllcn, da es an Zahlen zum Vergleich mit heute fehlt. Wirft man gegenwärtig einen Blick auf die Statistik der Erzeugung alkoholischer Getränke, so kann man fast zu der Annahme gelangen, daß heute in den sogenannten Kultur- chnaten mehr Bier als — Wasser getrunken wird. Es betrug in dem Jahre 1897 bis 1898 die Biercrzenguna der Erde zusammen 224,400,000 Hektoliter. Davon entfielen aus
. Belgien .... 169,2 Liter Großbritannien . 145,0 „ Deutsches Reich . 115,8 ,
- Dänemark . . . 85,0 , Schweiz .... 55,0 , r Vereinigte Staaten 47,0 „
Frankreich .
Norwegen. .
Schweden. .
Rußland . .
Belgien . Frankreich Rußland .
Im Gebiet der freien Stadt Bremen wurden im angegebenen Jahre 280,000, im Gebiet von Lübeck 110,000 Hektoliter Bier her- «stcllt. Von der Bicrerzengung der Provinz Brandenburg entfallen allein 2,805,000 Hektoliter auf zwanzig große Berliner Brauereien, von denen die größte im Jahre 1897—98 nicht weniger als 709,000 Hektoliter herstellte. Getrunken wurde das meiste Bier, auf den Kopf der Bevölkerung berechnet, natürlich in Bayern. Es ; entfielen durchschnittlich auf jeden Bewohner (sowohl das zarte Kind an der Mutterbrust, wie den durstigsten Hofbräustnmmgast eingerechnet) jährlich 235,8 Liter Bier. Kein anderes Land errercht diesen »Rekord" auch nur annähernd. Es kamen auf den Kopf der Bevölkerung in
-n. Dir Aussichten des Ioland-Kabrls. Es ist in den letzten Wochen viel davon die Rede gewesen, daß die lang begehrte Kabelverbindung zwischen England oder vielmehr den Shetlands- Jnseln und Island zu Stande kommen soll. Außer dem Interesse, das Island und sein Stammlaud Dänemark an der Ausführung des Planes besitzen, ist noch ein internationales Interesse daran vorhanden, mindestens soweit das nördliche Europa in Frage kommt. Daß nämlich die Witterungskunde zur Vervollkommnung ihrer Wetterprognosen täglicher Wettertelegramme ails Island dringend bedarf, ist eine ständig wiederholte Forderung. Außerdem' könnte man noch an die alljährlich aus Nord-Frankreich nach der isländischen Küste ziehenden „Island - Fischer" denken, die beim Vorhandensein einer telegraphischen Ver- hindung wenigstens die Möglichkeit hätten, im Falle der Noch nach ihrer Heimath Nachricht zu geben. Ucber den gegenwärtigen Stand der Angelegenheit berichtet der Pariser „CosmoS"" Folgendes: Die große Nordische Telegraphen- Gesellschaft, deren Sitz in Kopenhagen ist, hat sich zur Legung eines Kabels von den mit Europa bereits verbundenen Shetlands- Inseln nach den Färöer und von dort nach Island bereit erklärt, wenn man ihr während der ersten zwanzig Jahre ein jährliches Einkommen von 337,500 Franes sicher stelle. Die dänische und die isländische Negierung sind diesem Vorschläge insoweit entgegen gekommen, daß sie sich zur Ueberuahme der Hydrographischen Untersuchungen, die der Legung des Kabels vorher- gehen müssen, ferner zur Einrichtung der meteorologischen Stationen und zur Herausgabe des täglichen Wetterberichts verpflichtet haben, ferner wollen sie der Telegraphen-Gesellschaft für die nächsten 20 Jahre einen jährlichen Zuschuß von 125,000 Francs zahlen. Das Zustandekommen des Planes würde demnach gesichert sein, wenn der Gesellschaft theils durch den Verkehr, theil's durch Subventionen noch eine jährliche Summe von etwa 210,000 Francs in beftimmte Aussicht gestellt werden würde. Es besteht die Hoffnung, daß die an der isländischen Fischerei beteiligten
Statistisches vom Sier.
k Das letzte Bild in Hans Holbeins berühmtem „Todienlanz" * zeigt den Knochenmann inmitten einer zechenden Tafelrunde. Der Tod drückt mit der linken Hand den Kopf eines der Trinker nach hinten und gießt mit der rechten einen vollen Krug in dessen weit geöffneten Mund. In einer Zeit überschäumeiideu Lebensgenusses haben die sogenannten „Todtentänze" an die Nichtigkeit und Vergänglichkeit aller Erdenfreuden erinnert. Durch die enge Beziehung, tn die iS Tod und Trinker zu einander bringt, ist das letzte Bild des genannten Holbeinschen Werkes eine ernste Warnung, über deren Absicht man nicht im Unklaren sein kann.
Die Statistik über die Ursachen der Sterblichkeit lehrt, wie
Aus Knust und Zcben.
t. Die physiologische Mrlumg von Parfüms. In §Paris ist kürzlich ein merkwürdiges Buch erschienen, es trägt den Hriitel „Die Gerüche und die Parfüms, sowie ihr Einfluß auf den Fortpflanzungstrieb" und ist von Etienne Tardif verfaßt. Zunächst F wird darin der Nachweis geführt, daß der Gebrauch von Wohl- Uxrüchen bis in das höchste Alterthiim zurückreicht, und daß ihr Ursprung ebenso wie der so vieler anderer Gebräuche religiöser E- Natur war, außerdem kann es als Thatsache betrachtet werden, daß ^ heutzutage ein weit mäßigerer Gebrauch von natürlichen und künstlichen : Wohlgerüchen gemacht wird n(§ ehemals. In welcher Weise wird nun die R Gegenwart eines Geniches überhaupt für den Menschen wahrnehmbar ?
Das ist eine vielumftritteneFrage, über die vornehmlich zwei verschiedene - Ansichten bestehen. Von der einen Seite wird behauptet, daß die i llebertragung des Geruchs durch Wellenbewegungen geschieht wie ; beim Schall' und beim Licht, die Anderen meinen, daß sich die
Riechstoffe in winzigen Theilchen in die umgebende Luft hinein verketten und durch diese für das Geruchsorgan wahrnehmbar werden. Eine allgemeine Eintheilnng der Gerüche in bestimmte Klassen ist Pinz unmöglich, besonders deshalb, weil die Geruchsempfiuduilgen der 'rmzelnen Menschen zu verschieden sind. Durch Versuche hat Tardif einen 8 bemerkcnswerthen Einfluß des Parfüms auf Sie Aihembewegung fcst- I gestellt, und zwar dienen sie dazu, die Athembewegungen zu ver- tie'en, außerdem veranlassen sie eine Zusammenziehung der Gefäße und gelegentlich Vergiftungserfcheiiiungen. Die Frauen haben mehr Neigung zum Gebrauch von Parfüms als die Männer. Es ist dabei zu berücksichtigen, daß der Gerlichssinn durchschnittlich bei der Fran weniger entwickelt ist, als beim Mann, sodaß ihr ein Grad ^6es Geruchs noch angenehm erscheinen kann, der für den Mann bereits ein Uebermaß bedeutet. Der französische Physiologe schließt dahin, daß der Gebrauch von künstlichen Wohlgerüchen durchaus rSne natürliche Rechtfertigung findet und daß man sich nur davor Mitten soll, in eine krankhafte Uebertreibuitg zu verfalle».
München .... 566 Liter
Frankfurt a. M. . 428 „
Nürnberg .... 421 „
Berlin..... 206 „
BreSlau .... 189 „
Prag.....172 „
In den Städten mit geringer Vierziffer, wie Paris, Marseille, auch Ofen-Pest, wird mehr Wein, in Moskau mehr Schnaps getrunken. Der deutsche Durst wird neben den 61,300,000 Hektoliter Bier jährlich noch mit etwa 32,000,000 Liter Wein und leider auch mit etwa 230,000,000 Liter Branntwein gestillt. Im vorigen Jahr betrug der Bierverbranch auf den Kopf der Bevölkerung, wie angegeben, in Deutschland 115,8 Liter, von 1872—1889 jedoch, nach der Schätzung des kaiserlichen statistischen Amtes, nur 89,4 Liter jährlich.
Welche Meugeii nationaler Arbeit, welche Summen tiefsten Elends stecken in den hier angeführten Zahlen! Wollte ein Künstler einen modernen „Todtentanz" zeichnen, so könnte er noch immer, wie einst Hans Holbein, das Trinklaster zu einem erschütternden Bilde verwenden.
europäischen Staaten und auch diejenigen, die von den dortigen meteorologischen Beobachtiingen Nutzen ziehen würden, gemeinsam die Garantie für die noch fehlende Summe übernehmen werden, man rechnet üdrigeus auch auf einen Zuschuß Seitens der Vereinigten Staaten.
* Nhouographetisiinser. lieber eine neue Profession bringt der Pariser „Temps" einen interessanten Artikel, dem die „Post" das Folgende entnimmt: Es giebt in Paris ein Geschäftshaus, in welcheni die Musik für Phonographen gemacht wird; das Hans beschäftigt eine Truppe von Sängern und Musikern, die fast ebeufo zahlreich ist, wie die irgend einer großen Opernbühne. Vorn frühen Morgen bis zum späten Abend bringen ans dem Hause musikalische Vorträge heraus, welche auf Phoiiographencylinder gebracht werden und später das Entzücken aller Freunde des modernen Fortschritts bilden. Etwa 15 Musiker spielen unter der Leitung eines geschickten Kapellmeisters unaufhörlich die brillantesten Stücke ' ihres Repertoires und die Sänger schmettern ihre schönsten Arien in die Hilft. Jedem wird eine bestimmte Aufgabe zngewiesen; dann geht er mit dem begleitenden Pianisten in ein besonderes Zimmer, und der Vortrag beginnt. Er dauert nur einige Minuten, denn der Phonograph ist nicht im StanSe, lange ©eenen ober komplizirte Stücke wiederzugeben. Aber das Repertoire ist reich und wächst von Tag zu Tag. Das neue Metier ist zwar nicht so interessant wie das der Bühneu- sänger, aber e8 ist sicherer und wird deshalb sehr gesucht. Es widmen sich ihm viele Zöglinge des Konservatorinms, ja selbst geschätzte Mitglieder der Komischen und der Großen Oper, die zu alt geworden sind, um noch Ehrgeiz zu besitzen, oder die die Jlliisionen der Jugend verloren haben. Wie Andere Konzert- ober Kirchen- ober Bühnensänger sind, fiub sie Phonographensänger, nichts weiter. Sie singen zwei ober brei Stunden täglich und verdienen nicht selten 1200 bis 1500 FreS. im Monat, also mehr als der größte Theil ihrer Kollegen vom Theater verdienen kann. Dem Rühm haben sie allerdings endgültig Lebewohl gesagt.
Wiesbaden, 10. August.
— Grschlchtsknlrndcr. 10. August. 1888:'s Georg Weber zu Heidelberg, namh. Geschichtschreiber (* zu Bergzabern). 1827: * Staatsminister a. D. Dr. Falk, OberlandeSgerichts-Präsibent in Hamm. 1810: * Graf Camille Benso bi Cavour zu Turin, ber Einiger Italiens. 1792: Erstürmung ber Tnilerien in Paris. 1782: * Sir Charles James Napier zu Loiibon, ber. brit. General. 1557: Sieg Philipps II. von Spanien bei St. Quentin über die Franzosen. 955: Sieg Ottos I. über die Ungarn aus dem Lech- fclbe bei Augsburg. 843: Vertrag von Verdun, Thcilnng des Reichs Karls des Großen.
u. £aurentiu»frft. Heute feier” unsere katholische'i Mitbürger das Fest des heil. Laurentius. Sankt Laurentius stammt aus Spanien und wurde im Jahr 257 511111 Diakonus und Schatzmeister in Rom gewählt. Die Heiligen-Legeude weiß von ilmi zu berichten, daß er bei einer Christenverfolgung genöthigt wurde, die Schätze der Kirche heranszngeben; et bezeichnete als solche die Armen und Kranken der Gemeinde. Infolgedessen wurde er auf einen Rost gelegt und lebendig gebraten.
— Im WalhaUnRrstnnrai.t (Garten und Hauptrestaurant) findet Freitag, 11. August, Abends 8'/, llhr, zum ersten Mal m diesem Soinmer großes Militärkonzert ber 80er unter persönlicher Leitung des Herrn Musikdirektor W. Münch statt.
0. Thcologische Prüfung. Während der Zeit vom 4. bis 9. b. M. haben sich sechs Kandibaten ber evangelischen Theologie vor der Prüfungs-Kommifsion des Kgl. Konsistoriums dahier ber zweiten theologischen Prüfung unterzögen unb bicfelbe bestauben. Es finb bicS bie Herren Richard Endres von Nassau, Heinrich Peter von Ballersbach, Gustav Schmidt von Naurod, Immanuel Spehr von Grävenwiesbach unb Hermann Zipp von Sulzbach (Taunus).
— Kahlköpfigkeit ist «uv ritt Schönheitsfehler, so hat bas Kammergericht jüngst in einer Strafsache entschieden. Wegen Anpreisung von Arzneimitteln war ein Fabrikant von Haar- tiiirturen, Haarwuchspräparaten unb llniversalkopfwassern unter Anklage gestellt. Er würbe jedoch in letzter Instanz vom Strafsenat des Kammergerichts freigesprochen, wobei in dem Urtljeil ans- geführt wurde, daß die mtgebriefenen Tinkturen, Präparate und Wasser nicht als solche Mittel zn erachten seien, welche dazu bestimmt finb, zur Verhütung ober Heilung menschlicher Krankheiten zu bienen. Kahlköpfigkeit könne zwar bie Folge von Erkrankungen bes Haarbodens ober Haares fein, es fei aber an sich selbst nur ein Schönheitsfehler ober Ktzrperschaben, nicht aber eine Krankheit, b. h. eine „Abweichung eines Körperorgans von derjenigen Be- fchasfeuheit oder demjenigen Verhalten, welches zur Erhaltung der vollkommenen Leistungsfähigkeit des Organismus erforderlich ist";
ebensowenig fei Kahlköpfigkeit eine „wesentliche Störung des normalen Zustandes ber Gewebszellen und ihrer Wechselwirkung uiitercinnnbcr.“
— Das Spihhündche», bas kürzlich einer Halbweltdame auf dem Nömerberg von feinem rechtmäßigen Besitzer abgenommen worden ist, wurde demselben gestern Morgen wieder von einem halbwüchsigen Jungen gestohlen, der aber von einem Herrn, der den Vorfall beobachtete, erkannt worden ist. Jedenfalls dürfte der Dieb des werthvollen kleinen Gcschöpfchens bald in den Händen der Polizei fein. Das Hündchen hatte man übrigens, ehe man eS der Dame auf dem Nömerberg verkauft, glatt geschoren, um es unkenntlich zu macheu.
0. Arbritsvcryekuna. In den städtischen Schulgebäuden werden auch in diesem Jahre wieder umfangreiche NenovirungS- nrbeiten (Tüncher- und Anstreicherarbeiten) uorgenommen. Die ftnbtifdK Baudepntation genehmigte bieZufchlaaSertheiluna an Herrn A. Haber für die Oberrealschnle, an Herrn Jakob Krebs für die Schule zu Clarenthal, an Herrn A. Krebs für die Höhere Töchterschule, an Herrn W. Bopp für die Schule in der Bleichstraße, an Herr» A. Schranz für die Schule Schulbcrg 10, an Herrn Ang. Lenz für die Schule Schulbcrg 12, an Herrn Ferd. Schmitt für bie Blücher- schule, an Herrn A. Streim für bie Schule an bet ©tiftftrafje, au Herrn Ph. Wieth für bic Schule in der Nheinstraße und an Herrn Eh. Maurer für diejenige in ber Castellstraße,
— Kleine itotijrn. Dem Vernehmen nach hat der Magistrat dem Kurdeputations-Vorschlag, betreffend die Neuverpachtung des Kurh aus-Restaurants an Herrn Nuthe, zugestimmt.
Klimmen ans dem Publikum.
(Für äkrüffvutlidjungcii unter dieser Ueberschrist übernimmt die Redaktion keinerlei ®emnliuortuna.)
* Seit längerer Zeit ist Seitens bet stäbtischen Körperschaften berBan der elektrischen Straßenbahn Bahnhöfe-Nheinstraße-Bismarck- ring gmehmigt und man gab sich anfänglich allgemein bet Hoffnung hin, daß bie Bahn zum Turnfest fertig gestellt fein würde. Jedenfalls wäre damit der Verkehr nach dem Festplatz seht erleichtert worden. Wir stehen jetzt vor dem Beginn beS Turnfestes unb bis heute sicht mau noch keinerlei Anstalten, daß mit bem Bau begonnen wird, sodaß bic Aussicht, die Bahn wenigstens noch vor Beginn des Winters fertig gestellt zu sehen, immer mehr schwindet. Wie man hört, ist die Gesellschaft jederzeit bereit, mit dem Bau zu beginnen, und unter den Bewohnern des westlichen und südwestlichen Stadttheils herrscht allgemeine Mißstimmung darüber, daß Seitens der städtischen Behörden bie Angelegenheit ohne er- sichtliclien Grunb in biefer Weife verschleppt wirb. Da auch ber Ausbau ber östlich gelegenen Fahrbahn des Bismatckrings, übet .»eichen die Bahn führen soll, einBedürfniß ist, so würden sich die betreffenden Behörden den Dank aller Interessenten erwerben, wenn sie den sofortigen Beginn der Arbeiten veranlassen würden.
♦ Ans der Umgebung. Ein liebeglühcnder unb poetischer Jüngling, der den Namen feiner „Flamme" im Frankfurter Stadtwald „verewigt" hat, stand dieser Tage vor der Strafkammer in Frankfurt a. M. Er hatte in die Rinde einer alten Eiche bie AnfangSrunen feinet Angebeteten, umrahmt von einem Herzen, fein säuberlich geschnitzt. Als er fein Werk wohlgefällig betrachtete, tippte ihm ein Forftbeamter auf bie Schulter und fragte nach der Signatur des Schnitzkünstlcrs, ber wegen Vergehens gegen bas Forst- unb Felbpolizeigesetz angeklagt würbe. Die Strafkammer ober hat ben Jüngling ans Antrag des Staatsanwalts frei- gesprochen. Das Einschneiden der Namen sei leidet eine weit verbreitete Unsitte, sie bringe jedoch bei Nutzhölzern keinen Schaben weiter hervor unb fei nur strafbar, wenn babei Zierhölzer beschädigt würden. — Am Montag Morgen halb 7 Uhr fand ber Griesheimer Todteuaräber im Tannenwälbchen an ber Mainzer Chaussee, ganz in ber Nähe des Nebeneingangs »nm Friedhöfe, welcher zum Leichen- hause führt, einen Mann an einem Baume hängen, den er sofort abfchuilt. Die Leiche ist bie eines Mannes von circa 40 Jahren, 1,70 Meter groß, mit dunkelblondem Haar unb blondem Schnurrbart. Bei der Leiche befanden sich: Ein rothledernes Portemonnaie mit 4 Mk. 73 Pf. Inhalt, unb eine silberne Nemontoir- lihr mit Nickelkette. Im Deckel bet Uhr ist ber Name Albert Eibler cingraüirt. lieber bie Persönlichkeit des Selbstmörders konnte bisher nichts Weiteres ermittelt werden. — Auf dem Felde bei Al Im an sh au seit (Westerwald) gingen nm Sonntag durch Blitzstrahl über 20 Kornhausten in Flammen auf. — Dem bisherigen Beigeordneten Herrn Pickhardt in Braunse! s ist der Königliche Kronen-Orden vierter Klaffe verliehen worden. — Herr Kaplan Link in Oberwalluf ist mit Termin 10. August in gleicher Eigenschaft nach Höchst versetzt und Herr Kaplan
. 1,140,000 . 940,000
. 770,000
. 730,000
. 730,000
. 610,000 . 540,000
. 470,000
. 430,000
. 190,000
. 140,000
Brandenburg . . Rheinlande . . . Königreich Sachsen Württemberg . . Schlesien. . . . Westfalen . . . Provinz Sachsen. Thüringen . . . Baden . . . .
