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Dienstag» den 8. August.

1899

Fernsprecher Wo. 52.

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Morgen-Ausgabe

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Die dieS- Denkmäler

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Aus Stadt und Land.

Wiesbaden, 8. August.

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Verein» Nachrichten.

Kurze sachliche Berichte werden bereitwilligst unter dieser Ueberschrift ausgenommen.

* Der GesangvereinBruderbund" unternahm vorgestern eine Rheintour nach Budenheim und von da aus Uber den Lenia-

HttuIrtOtt.lttttitltttto für die Abend-AuSgabe bis 11 Uhr Vormittag», für die Morgen-Ausgabe bi» 3 Uhr Nachmittags. Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur 6»*IWhI|h * nächsterscheinendcn Ausgabe wird teilte Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

f Franz Alexander v. Kleist auf Ringelwalde in der Neumark, lyrischer und dramatischer Dichter (* zu Graun zu Berlin, hervorragender Komponist (* brück in -,CBO- - *-r-!rj-

* Auf eine nicht gewöhnliche Meise hat eine junge, hübsche Berlinerin einen Mann gefunden. In einem Berliner Exportgeschäft war die 23-jährige Cäcilie B. als Buchhalterin und Korrespondentin angestellt; sie ernährte mit ihrem Gehalt ihre Mutter und eine jüngere Schwester. Fräulein B. führte fast aus­schließlich den Briefwechsel mit den amerikanischen Geschäfts­freunden des Hauses, so auch mit einer gewissen Konfektioiisfirma in San Francisco. Zwischen dieser Firma und dem hiesigen Hause schwebte seit längerer Zeit eine Differenz, zu deren Begleichung in den letzten drei Monaten ein reger Briefwechsel nöthig war, der namentlich Seitens der Korrespondentin Fräulein B. mit großem Eifer und Geschick gefiihrt wurde. Ihr war es auch zu verdanken, daß Slieblich die amerikanische Firma nachgab und mittheilte, daß ihr itinhaber Herr James S. anfangs Juli in Berlin eintreffen werde, um die Angelegenheit endgültig zu erledigen. Vor etwa 14 Tagen sprach auch der junge Amerikaner bei dem Chef des Berliner Exporthauses vor, und in einer kurzen Konferenz hatte man sich geeinigt Der Geschäftsfreund aus San Francisco sprach nun den Wunsch aus, den schneidigen Korrespondenten kennen zu lernen, der mit so vieler Energie den Kampf mit der Feder ge führt habe; wenn es ginge, wolle er denselben für briioei

Skandal verursachte gestern Nachmittag gegen 5 Uhr ein junger Mann in einer Wirthschaft am Mauritiusplatz und auf diesem Platz selbst. Der Bursche schieu's besonders auf den Gast- wirth iwgesehen zu haben, denn mit einem riesigen Messer in der Hand versuchte er demselben mit lautem Geschrei auf den Leib zu rücken. Als man einen Schutzmann herbeirief, sprang derMenschin ein naheliegendes Haus, das einen Durchgang zu der Schulgasse hat, und obwohl sofort von beiden Seiten je ein Polizist in das Haus eindrang, blieb die Durchsuchuilg desselben doch erfolglos. Wenigstens kamen eine Viertelstunde später die Schutzleute unverrichteter Sache zum Vorschein.

berg nach Gonsenheim, wo ein gemeinschaftliches Essen stattfand. Um/iS Uhr wurde die Tour per Lokalbahn nach Mainz fort­gesetzt. Dort vergnügte man sich in dem schönenRaimundigarteu" bei Tanz und anderen Volksbelustigungen in Gemeinschaft des GesangvereinsHarmonie"-Mainz. Das Fest war gut besucht und der Wiesbadener Verein sowohl wie der Mainzer ließen ein paar Gesangsvorträge steigen. Die Rückkehr nach Wiesbaden ... folgte erst am späten Abend.

«. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugs-Preis: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. «o Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Wilhelm I. bei Rezonville errichtetenKönig Wilhelm-Rast" statt. Dieselbe ist an der Stelle errichtet, an welcher der König am 18. August 1870, Abends 9 Uhr, die Nachricht von der gewonnenen Schlacht Gravelotte-St. Privat entgegennahm. Sollte sich eine Verschiebung dieser Feier nöthig machen, wird weitere Nachricht erfolgen.

Dir zwangsweise Zuführung säumiger Schulkinder durch Organe der Polizei ist Seitens einzelner Polizeiverwaltnngen abgelehnt worden. Die Polizeivenvaltungen waren der Meinung, daß sie nicht verpflichtet seien, dahin gehenden Ansuchen der Schul­behörden nachzukommen. In einem Spezialfalle haben nun der Kultusminister und der Minister des Innern in einer gemeinsam erlassenen Verfügung entschieden, daß Kinder, welche ohne Grund beharrlich die Schule versäumen, zwangsweise zur Schule geführt werden dürfen, und daß den Schulbehörden das Recht zusteht, zur Durchführung dieser Maßregel die Hülfe der Polizei in An­spruch zu nehmen.

n. Die Gurke. Mehr als die saure dominirt jetzt doch noch die frische Gurke. Die in letzter Zeit eingetretene Warme kam eben noch zur rechten Zeit, um das Zurückbleiben dieser erfrischenden Sommerfrucht in ihrem Wachsthum erfolgreich auszugleichen. Wir haben infolge dessen eine sehr reichliche Gurkenernte. Jeder hat Gelegenheit, sich nun des Wohlgeschmacks des Gurkensalats zu er­freuen. Nur die Herren Junggesellen glauben Ursache zu haben, über die trotz der Billigkeit kleinen Portionen an Salat und Ge­müse in den Speise-Etablissements zu murren. Denn es ist nach Vorbild feiner Restaurants einmal Mode so, während der Instinkt ganz richtig ist, der im Sommer weniger hitziges Fleisch als mehr kühlenden Salat und regloses Gemüse beansprucht In einzelnen Restaurants ist diesem Bedurstliß der Tischgäste bereits Rechnung getragen. Die Gucke läßt sich außer als saurer, Senf- und Pfeffergurke auch für einen süßen Mund als Zuckergurke konserviren. Für einen penibeln Magen ist sie gekocht als Gemüse zum Fleisch am bekömmlichsten, in welcher Form sie besonders in Süddeiitsch- land gern genossen wird. Auch als Suppe zu Saucen, Brei zc., Ä m aromatischer Augustbowle ist sie zu verwenden, die in

1 Tagen besonders erfrischt.

(f-rtvird)t wurde der unlängst aus dem hiesigen Gefängniß entsprungene Strafgefangene Johann Wagenbach. Man fand ihn in seiner Wohnung unter dem Belt versteckt. .

Kleine Notizen. Zu der Notiz im gestrigen Abendblatt Miether und Vermiether" theilt uns der Miether mit, daß der Vorfall sich Mittags um 12 Uhr abspielte, und daß er nicht nur in die eine Hand gebissen worden, sondern auch in die andere Hand ge- Ä worden sei. Das Gericht dürste sich mit diesem Fall, der angezeigt ist, zu beschäftigen haben.

Militärische». Wie wir erfahren, kann im Herbst d. I. beim hiesigen 1. Bataillon noch eine große Zahl von Zweijährig- E Freiwilligen eingestellt werden. Junge Leute, welche im Besitze eines Meldescheines fein müssen, können sich auf dem Büreau des 1. Bataillons melden.

O Radfahrsport. Der Gauverband IX desD. R.-B." veranstaltete am Sonntag, den 6. er., eine Gautour nach Oppen­heim a. Rh., welche wohl an 600 Gaumitglieder an dem Treff­punkt versammelte. Die in Händen des Gaufahrwartamtes ge­wesenen Arrangements waren vorzüglich, und der Zweck der Veranstaltung die Förderung des persönlichen Ver­kehrs in dem nunmehr 2600 Mitglieder zählenden Gau­verband wurde vollkommen erreicht, indem Abgesandte von allen Gauvereinen sich an der Tour betheiliaten. In dem auf hohem Berge gelegenenHotel zur Landskrone" fand ein gemein­sames Mittagessen statt, welches ca. 300 Gaumitglieder vereinigte und während welchem eine gute Musik frisch-fröhliche Radlerlieoer I intonirte.

Käckergehülfen - Versammlung. Von demVer- - anügnugS-Verein der Bäckergehülfen" wird uns geschrieben:In Nr. 363 Seite 2 Ihres geschätzten Blattes betreffs Bäckergehülfen- E Versammlung möchte ich dem betreffenden Herrn Einsender er­widern: 1. Wie es möglich ist zu schreiben, man hätte bei der Versammlung einen Meister und einen Gesellen aus dem Lokal ä- entfernt, weil sie Radau gemacht hätten. Letzteres gebe ich B'- zu, aber das Hinauswerfen wäre doch nicht so schnell gc= gangen. Die zwei Leute haben sich freiwillig entfernt. 2. Stellen Sie die Behauptung auf, daß alle^anwesenden Gesellen gegen die Verlegung der Herberge proteftirt hätten. Ich dagegen behaupte das Gegentheil, wenn man einen jeden Einzelnen befragt hätte, wäre man zu dem Resultat gekommen, daß von den 130 an­wesenden Gesellen 100 für und 30 gegen die Verlegung gestimmt hätten. Wie nun Einsender ja selbst behauptete, wären ja große Mißstände auf der Herberge vorhanden, warum sollte man nicht Schritte thun, um eine bessere Herberge zu bekommen. Ferner be­hauptet der Herr Einsender, baß die Versammlung den Gesellenausschuß beauftragt hätte: sich mit allen Mitteln gegen die Verlegung der Herberge zu wehren. Mir ist aber doch bekannt, daß derGefellen- AuSschuß selbst die Verlegung der Herberge beantragt habe, und zwar aus ganz praktischen Gründen. Ferner will Einsender uns damit abschrecken, der Deutsche Bäcker-Verband würde, wenn die Innung bei ihrem Beschlüsse beharrt, eine eigene Herberge mit un­entgeltlichem Arbeitsnachweis einrichten, wogegen ich dem Einsender h erwidern muß, daß die hiesige Bäcker-Innung bereits schon seit drei Jahren einen unentgeltlichen Arbeitsnachweis hat."

Der Centralverein der deutschen Lutherstiftung, der sich des Allerhöchsten Protektorates Seiner Majestät des Kaisers erfreut, hat in diesen Tagen den Jahresbericht für 1898 an die Hauptvereine versandt. Bei der am 30. und 31. Mai in Soest abgehaltenen vierzehnten Hauptversammlung waren 9 Haupt- vereiue vertreten, auch der Hauptverein Wiesbaden hatte einen Ab- Seorbneten gefanbt. Die auf den Festgottesdienst folgende reich esuchte Abendversammlung, wobei eine Festgabe von 1000 Mk. überreicht wurde, benutzte der Vorsitzende des Centtalvorstandes, Probst D. v. d. Goltze, dazu, nicht allein die Bewohner der Stadt Soest, sondern überhaupt die evangelischen Gemeinden Westfalens zu umfassenderer Betheiligung an dem Liebeswerk der Lutherstiftung anzuregen. In der Sitzung des Centralvereins konnten 6960 Mk. an besonders bedürftige Pfarrer- und Lehrer - Familien als Beihülfen zur Erziehung ihrer Kinder vertheilt werden. 500,139 Mk. sind seit Bestehen der Stiftung zu diesem Zweck verwendet worden; im vorigen Jahre 1898 konnten mehr als je, nämlich an 193 Psarrer- familieu 16,555 Mk. und an 446 Lehrerfamilien 27,128 Mk., ver- thcilt werden. Der Centralverein hat ein Kapitalvermögen von 245,000 Mk. und die Hauptvereine besitzen ein solches von 105,000 Mk., also zusammen 350,000 Mk. In diesem Jahre kamen Seitens des Hauptvereins Wiesbaden an 15 Petenten, größtentheils Wittwen k und Waisen, 2200 Mk., wovon der CentralvereinWO Mk. bereitwillig ge­währt hatte, zur Vertheilung. Damit hat unser Hauptverein bis jetzt [ 34,549 Mk. verwendet, wovon er selbst 18,484 Mk. aufgebracht hat, während vom Ceutralverein 16,065 Mk. zugeschossen wurden. Mit dieser Summe konnten an 16 Pfarrer- und 85 Lehrerfamilien, vor­zugsweise auf dem Lande wohnend, Beihülfen zur Erziehung und Ausbildung ihrer Kinder gewährt werden. Gewiß verdient das segensreiche Wirken der deutschen Lutherstiftung die thatkräftige - Unterstützung weiterer Kreise der evangelischen Bevölkerung unseres Bezirks. Dazu anzuregen, ist der Zweck vorstehender Mittheilungen.

fuhrt habe; wenn es ginge, wolle er denselben für drüben engagirtn. Mit eigenthiimlichein Lächeln bemerkte der Berliner Geschäftsfreund, daß dies wohl schwerlich angehen werde, ba fein Buchhalter für Mutter unb Schwester zu sorgen habe. Da» sei kein Hinderungsgrund, meinte der Amerikaner, denn er bezahle solche Leute vorzüglich. Wiederum lächelte der Berliner, drückte auf den Knopf der elektrischen Klingel, und im nächsten Augenblick stand vor dem verblüfften Amerikaner eine zierliche Mädchenerscheinung, der Korrespondent der ihm das Leden so sauer gemacht hatte. Geschäftlich hatte I. den Kürzeren ziehen müssen, und nun geschah es auch noch, daß die kleine Korrespoudenttn ihn durch Amor- Macht befiegte, denn vor einigen Tagen hielt Mr. James bei Frau B. um die Hand ihrer Tochter an. In wenigen Wochen wirb bie ehemalige Korrespondentin ihrem Gatt« nach Siia Francisco folgen. (Nordd, Allg. Ztg.")

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Vermischtes.

* Der im Rhein ertrunkene Pionier Schöler au» Duisburg-Hochfeld wurde Donnerstag Nachmittag unter zahlreicher Betheiligung in seiner Vaterstadt beerdigt. Bezüglich des Unfälle» selbst soll, wie dieKöln. Volksztg." mittheilt, nach Angabe de» Gefreiten, der mit dem Feldwebel Stallmann und dem verunglückten Schöler in demselben Nachen fuhr, weder den Feldwebel noch den Gefreiten irgend eine Schuld treffen. Die Drei hätten einen Schleppdampfer für den Dampfer angesehen, der die Pionier­pontons von Wesel nach Düsseldorf bringen sollte. Sie feien es war Abends zur Zeit der eintretenden Dunkelheit auf den Schleppdampfer zugesteuert und infolge des Ausspringens des Ruders aus dem Dollen in das Wellengetriebe des Schleppers ge» rathen. Schöler sei plötzlich über Bord gefallen und in den Wellen verschwunden, ehe es bie beiden Anderen sich hatten versehen können. Infolge des Strudels hätten auch bet Feldwebel und der Gefreit« in höchster Lebensgefahr geschwebt und sich selbst nur mit knapper Noth retten können. Von ihrem Kameraden hätten sie gleich nach dessen Sturz ins Wasser nichts mehr gesehen.

GeWichtskalender. 8. August. 1897: Ermordung des spanischen Ministerpräsidenten Canova» de Castillo zu Santa Agueda. 1827: f George Canning, berühmter britischer Staats­mann (* 1770). 1824: f F. A. Wolf zu Marseille, der genialste Alterthumsforscher seiner Zeit (* 1759 zu Haynrode). 1797: t Franz Alexander v. Kleist auf Ringelwalde in der Neumark, lyrischer und dramatischer Dichter (* zu Potsdam). 1759: f Karl ©raun zu Berlin, hervorragender Komponist (* 1701 zu Wnhren- I ' Sachsen). 1588: Niederlage der spanischen Armada. 1570: Religionsfriede zu Saint Gennain-en-Laye zwischen Karl IV. unb den Hugenotten. 1270: f Albrecht II., Markgraf von Meißen, aus dem Hanse Wettin zu Frankfurt. 936: Otto L, in Aachen »um deutschen Kaiser gekrönt. 870: Vertrag zu Mersen. Theilung LotharingienS. Das Elsaß kommt an Deutschland.

Wiesbaden", verbunden mit Ausstellung und Prämiining, wird am 23. August in unserer Stadt abgehalten werden. Außer den üb­lichen geschäftlichen Angelegenheiten werden nachstehende Herren Vorträge halten: 1. Herr Pfarrer Kopfermann zu Breckenheim überDeutsche Bienenzucht vor 200 Jahren"; 2. Herr Lehrer Schmidt zu Hiindstadt überAbnorme Zustände der Bienenvölker unb ihre Beseitigung"; 3. Herr Lehrer Struck zu Flacht über Hebung der Bienenzucht int Vereiiisgebiet". Hoffentlich wird dies« Versaminlung recht zahlreich besucht werden.

Em», 6. August. Der von Arno Kroegel, Lehrer am Kölner Konservatorium, geleiteteKölner Liederkranz" gab heute Nachmittag im hiesigen Kurgarten ein sehr stark besuchte» Konzert, das allgemein sehr ansprach und bei welchem namentlich ein von Herrn Opernsänger Gerhard Doch ans Trier gesungener Tenorsolo lebhaft applaudirt ward. Auch die Vorträge der Artillerie- Kapelle aus Koblenz gefielen gut. Die Saison hält sich fort­gesetzt auf der Höhe. Bei einem wöchentlichen Zugang von 1438 Personen haben wir heute eine Frequenz von 17,435 Personen. 8691 Kurgäste und 8744 Passanten, erreicht und damit bie vorjährig« Ziffer bereits nm runb 1200 Personen überholt. Angekomnien ist u. A. jüngst der bayrische Minister Freiherr v. Freilitzsch mit Familie aus München. Heute Mittag kurz nach 2 Uhr ging ein schweres Gewitter über der Stadt nieder. Wie wir Horen, hat dasselbe in der Dausenauer Gemarkung erheblichen Schaden angerichtet. Obstbäume wurden umgerissen unb vieles Obst von ben Bäumen abgeschlagen.

* Au» der Umgebung. In ber Gemarkung Herschbach (Westerwalb) wird in der allernächsten Zeit ein Eifenbergwerk in Betrieb konnnen. Der sogenannte Schenkelberger Kops, welcher ein sehr reiches Erzlager in sich birgt, soll ausgeschlossen unb für Hunderte von Arbeitern ans unserer Gegenb eine Quelle bes Ver­dienstes werden. Seit dem 1. Juli b. I. ist durch Wegzug de» Druckers und Verlegers derH ad am ar er Anzeiger" eingegangen. Zum Bahnbau Oberursel-Hohemark find bie Erd- betucgungeii fast vollendet. Die Legung der Schienengeleise bi» zur Hohenwart dürste nicht mehr lange auf sich warten lassen. 35 Morgen Ocdland im Gelbachthal, unweit unterhalb bet Weinährer-Hütte, welche bis 1848 bewaldet waren unb damals ab­getrieben wurden, sollen wiederum mit Nadelholz bestellt werden. 50 pCt. der Kosten find bereits als Beihülse behördlicherseits zu« gesagt. Dieser Tage ist oberhalb Nassau in ber Richtung Wi »den eine Manganerzgrube begonnen worben. Ein Milch« hänbler von Kemel stürzte gestern in einem hiesigen Hause beim Äustragen ber Milch durch eine Fallthür in ben Keller unb zog sich schwere innere Verletzungen zu. Von einem Brand wurde am 2. August Abends gegen 7 Uhr Hardt heimgesuckt. In dem Hause des Ludwig Schürz war Feuer ausgebrochen, welche» das Gebäude eincffcherte. Die Entstehungsursache des Feuer» ist bis jetzt nicht bekannt geworben. Am Sonntag, ben 6. August, feierte bie Lokomotivbearnten - Vereinigung Oberlahn stein bas fünfundzwanzigjährige Dienst-Jubiläum von 6 ihrer Mitglieder. Es find dieses bie Lokomotivführer B. Böhm, M. Rasch, N. Dores, W. Hoppe, H. Maurer unb I. Simon. In Grenzhausen findet im Sommer 1900 eine Gewerbe-Ausstellung statt, deren Dauer auf 14 Tage festgesetzt ist. Die Ausstellung bezweckt, bei Gelegenheit der nächstjährigen General-Versammlung des Gewerbe-Verein» für Nassau, welche in Grenzhausen ftattfinbet, ein vollständiges Bild des keramischen Gewerbes imKanncnbäckerlanbe" zu zeigen.

Dir Krirgergräbrrschmückung bei Metz, jährige allgemeine Schmückung her Kriegergräber unb _ bei Metz findet am 13. August auf ber Ostseite unb am 15. August auf der Westseite statt. Anschließenb an die Schmückung findet am 15. August, wie alljährlich, die Gedenkfeier für die Gefallenen in ber Schlucht bei Graoelotte statt, Kranzspenden für bestimmte Gräber wollen rechtzeitig an ben Vorstand ber Vereinigung »ur Schmückung ber Kriegergräber in Metz gefanbt werden. Geldbeiträge, fet e» für bestimmte Gräber, sei es für die all­gemeine Schmückung, nimmt der Schatzmeister der Vereinigung, Herr Rendant JonaS, Metz, entgegen. Es werden über »00 Kränze niebergelegt und bietet sich allen Patrioten.Gelegen­heit, zu ben großen Kosten dieses Unternehmen» einen kleinen Beitrag zu stiften. Am 18. August, Nachmittag», nach der Ein- wiibung de» Denkmal» de» 1. Garde-Regiment» zu Fuß durch den mer, findet die Einweihung der zum Gedächtniß an Kaiser

* Der Ausflug desKonditor-Verein" am Sonntag verlief in schönster Weise. Der junge Humorist Paul Stahl erzielte auch diesmal wieder mit feinen zündenden Couplets großen Beifall. Es war schon buntte Nacht, als man ben Rückweg antrat.

Stimmen an» »em Publikum.

(Für Veröffentlichungen unter dieser Ueberschrift übernimmt die Redaktion kciuerlei Verantwortung.)

* Evangelische Kirchensteuer. Der Verfasser bes Ein- gefanbt in Nr. 359, Morgen-Ausgabe, welcher behauptet, eine Be­rufung auf bas ehemalige nassauische Gesetz sei unzulässig, scheint mit bem § 33 Nr. 6 der Kirchengemeinde- und Synodalordnung, welcher heute noch maßgebend und zu Recht besteht unb wonach bie evangelische Kirchensteuer nach sämmtlichen Staatssteuern zu gleichen Prozenten umgelegt werden müffe, nicht vertraut zu sein, beim sonst könnte er eine solche Behauptung, die er durch nichts begründen kann, nicht aufstellen. Die Gebandesteuer war früher viel geringer, aber sind denn die Miethen gegen früher im Ver- hältniß nicht mindestens ebenso gestiegen?

* Die Stimme in der Morgen-Ausgabe vom letzten Dienstag, welche sich mit den Gärtnerhütten am Philippsberg be­schäftigt, übertreibt stark. Wohl werden dort Ställe gemistet und auch menschliche ©jeremente mit auf bieDmighanfen geschafft, aber die Besitzer derHütten" vollbringen diese Arbeit niemals zu einer andern Zeit als Nachts um 11 Uhr, unb bis jetzt bermochte ber nächste Nachbar ber Leute nichts von bempestilenzartigen Gestank" zu bemerken. Uebrigens können bie Leute auch mit bem besten Willen bie Abortsstoffe nicht an ben Hauptkanal abführen, ba bie Kanalisation selbst in bärtiger Gegend noch nicht weit genug fortgeschritten ist, um ihnen diesen, auch von ben Besitzern ber Häuserchen bringenb erwünschten Anschluß Herstellen zu können.

* Rheinbahnhof. Vor etwa acht Wochen würbe ein großer Theil ber unteren Rheinbahnstraße mit sehr groben, mitunter faust­großen Decksteinen überschüttet. Ein weiteres Ueberbecfen biefer Straßenfläche mit Kies, sowie bas Ausebnen berselben mittels ber Dampfwalze ist aber unterblieben. Seit biefer Zeit müssen nun alle schweren Lastwagen aus bem Güterbahnhof biefe schreckliche Straße Jassiren. Die Pferdequälerei, welche durch diesen schauder­haften Zustand der Straße verursacht worden, ist geradezu empörend. Warum wird diese dein Königl.EisenbahnfiSkus gehörige Straße nicht durch die Dampfwalze ausgeebnet, wie das doch bei allen Kommuncu- unb städtischen Straßen geschieht?

-r- St. Goarshausen, 7. August. Die 31. General­versammlung de»Verein der Bienenzüchter im Regierungsbezirk