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Viksbaömr Sagblatt

«3. Jahrgang.

Verlag: Langgasse 27

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16,000 Abonnenten

Ao. 362

Samstag, den 5. August

1899

Fernsprecher No. 52.

Fernsprecher No. 52.

Abend-Ausgabe

Es wurde auch in der That eine Kommission zur Untersuchung der

Sonder-Beilage zum Wiesbadener Tagblatt No. 36,.

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prakt. Arzt

im Alter von 25 Jahren.

Ernst Winker, Stadtbaudirektor

Lydia Sonntag, geb Winker,

Wiesbaden, 4- August <899.

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edlrch gesprochen, ^eS Friedenszelt ist.

Das dauert noch einige

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Volle Einstimmigkeit wurde gänzlich vermißt. Doch, es wurde recht niedlich gesprochen. Vis der Erdball ein einziges Friedenszelt ist.

Ausschusses das Denkmal der Stadt Berlin. Bürgermeister I Es wurde auch in der That eine Kommission zur Untersuchung der Kirschner nahm dasselbe in Empfang, indem er den Dank I dortigen Verhältnisse abgeordnct, deren Bericht, vom Kapitän der Stadt Berlin aussprach. Er hob des Weiteren bte in ...... ™ '

Die Engländer schießen hübsch weiter dum dum. Trotz hefligstem Friedens-Konf'riren, Auch der Änd'rcn Kanonen, sie bleiben nicht stumm, -Wer Truppen hat, läßt sie marschiren.

Die KricgSrüstuna nachher wie vorher sich zeigt In Ost und West, Süden und Norden, Das einzige Greifbare, das man erreicht. War Bourgeois' russischer Orden.

Das ist zwar nicht viel, aber 's ist doch schon was — Wie wert man die Welt auch durchwand're —

Die Hitze benimmt uns die Lust, in der That, Uns viel mit dem Kopf zu befassen, Drum hat auch auf Milan das Mordattentat Im Juli so kalt uns gelassen.

Die Welt hat sich wenig genug drum gekehrt. Von Aufregung gar war die Red' nicht," Auch hat uns ja Serbien seit Jahren gelehrt, Milan geht, indeß — er vergeht nicht.

.Die Vorsehung schützte" — so klang'S officiell — »Den Exkönig, froh wird das Land sein", Die Vorsehung (hieß es an anderer Stell') Müsse sehr nah' mit Milan verwandt sein.

Der Staat Montenegro, Fürst Nikitas Land, Ist Deutschland auch näher gekommen, Es ist jetzt mit Mecklenburg-Skrelitz verwandt. Mit Staunen ward's allseits vernommen.

Es muß kein« Kleinigkeit sein, wie uns däucht. Von strclitz dabin zu spazieren. Man kann auf dem schwierigen Wege sehr leicht Die Geduld und den — Glauben verlieren.

Auch war's für Gott Amor ein sehr fernes Ziel, Weit hatten die Pfeile zu fliegen, Doch, da die Partie dem Czar Nic'laus gefiel. So mußten die Pfeile sich fugen.

Der Czar ruht jetzt aus, denn auch er findet'« schwül. Seine Fricdcns-Konf'rcnz ist vorüber. Sie that, was sie könnt', leider könnt' sie nicht viel, Und die Welt ward nicht Heller noch trüber.

über die Wahl-Vorlage nicht länger als acht Tage dauern würde, sodaß am Ende des Monats die Vertagung der Kammer erfolgen könnte.

* Frankreich. Der „Temps" meldet aus Rennes, es stehe nunmehr fest, daß die Verhandlungen des Drehfus-Prozesses im großen Festsaale des Gymnasiums stattfinden werden. — General Chamo ix ist mit dem Geheimen Dossier in Rennes cingetroffen. Dasselbe wird heute der Verthcidigung mitgetheilt, sodaß der Prozeß am Montag beginnen kann, und zwar wird die erste- Sitzung Früh 7 Uhr stattfinden. Oberst Jouaust äußerte, der Prozeß würde höchstens 14 Tage beanspruchen. — Alle nicht hier garnisonircnden Offiziere "erhielten den Befehl, zu ihren Regimentern zurückzukehren. — Schon vor einiger Zeit gaben die Franzosen die Absicht zu erkennen, in ihrer Besitzung an der Elfenbeinküste in Oder-Guinea eine Eisenbahn zu bauen.

Gestern Nacht um U Uhr entschlief sanft nach längerem Leiden unser hoffnungs­voller lieber Sohn und Bruder

et it ßtt rt Itllt e tür die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. — Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur nachsterscheinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

(Nachdruck verboten.)

Monatsrnckblicke.

(SigeneS Feuilleton für das.Wiesbadener Tagblatt'.)

Von Julius Rosenthal.

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Ob Falb die Erlaubniß nun gab oder nicht.

Wir hatten im Juli viel Hitze,

Die Sonne that redlich und voll ihre Pflicht Und zwang von dem Haupt uns die Mütze.

Nach Regen ward täglich gespäht und gefragt.

Auch ward er versprochen von Hirten, Doch, da uns der Himmel was Feuchtes versagt, So holten wir's uns bei den Wirthcn.

Wo immer ein Wirthshausschild freundlich gewinkt. Schien Einkehr uns prakttsch zu dünken. Fatal bleibt nur Eines, je mehr der Mensch trinkt. Desto öfter und mehr macht' er trinken.

Ja, der Juli war tropisch, er blicb's bis zum End', Und es füllte der Markt sich mit Früchten, In die Ferien ging unser Reichsparlament, Aus dem Märkischen Sand galt's zu flüchten.

Die Gurken erschienen und, wie es Gebrauch, Schlief Alles, was Halbwegs politisch.

Die Seeschlange kam und die Ente kam auch. Und der Zustand der Presse ward kritisch.

Es ist diese gluthheiße Hochsommerzeit Ein Greuel den Herr'n Redakteuren, Ihr Dasein ist Marter dann, Kummer und Leid, Denn sie leben fast nur von Malheuren.

Ein Schornsteinbrand hier, ein Zusammenstoß dort, Erne Kinder mißhandelnde Mutter, Eine Hochstaplerbande, ein Streik und ein Mord Sind ihr nothdürft'ges geistiges Futter.

Es kämpfen im Herzen des ChefredatteurS

Zwei feindliche inn’re Gewalten,

Die eine fühlt Mitleid ob jeden Malheurs, Die anb’re denkt nur an die Spalten.

So ärgern die beiden tagtäglich erneut

Ihren Herrn durch ihr Walten und Wesen, Ein Trost für ihn ist, daß zur Hochsommerzeit Die wenigsten Leser was lesen.

",,b KdL ^uratb, Adolf Winter, Referendar,

ÄmM tolnfrr- Hugo Sonntag,

Rnzeigen-Prei-r

Die einspaltige Petitzeile für letale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. — Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Psg^ für Auswärts 75 Pfg.

nauf nur noch 30 Kilometer bis Tummod im Säule bleiben würden. In dieser AuS- ihn eine Gesammtlänge von 187 Kilometer Schnitten den gewaltigen Mstenwald der und so die Ausnutzung der sehr reichen und Waldgebiete gestatten. Als späteres Ziel die Ausdehnung der Eisenbahn bis zu dem g im Ange behalten, jedoch verspricht von der Ausführung des Planes tn e Hinlcnkung des ganzen Handels von ich dem Sudan ging, nach der Elfenbein- Seziehung wird der Bahnbau als das wirk­en, um die Negerstämme des Gebiets dem iu unterwerfen. Baule würde von der Küste Stunden zu erreichen {ein, wovon 3 Stunden der Küste den Comoe aufwärts und 9 Stunde« entfallen würden. Die natürlichen Schwicria- i sind nach dem Bericht nicht groß. Die stärkste winden wäre, würde 15 Millimeter pro Meter sge nothwenöige Kunstbau würde eine et ferne nge über den Me bei Alepe sein. Die Kommission 1 der unter staatlicher Leitung gebauten Linie ~ -------- ‘ ‘ 's die

Die Leichenfeier findet Samstag, den 5. August 1899, Abends 5'/- Ahr, in der Leichenhalle auf deui alten Friedhof statt.

K) Francs für jedes Kilometer, sodaß i 6 bis 8 Millionen und die ganze St i 12 Millionen Francs kosten würde. Die r ersten Theilstrecke wird auf 12,400 Menschen i 15 Dörfer vertheilen. Der wesentliche wirth- 8ahn wird, wie bereits erwähnt, in der AuS- ■■Bl lhums des Küstengebiet« gesehen unb Kapitän

r Schätzung,daß in dem Waldsttich 500 Meter zu Bahnstrecke rund 535,000Kubikmerer werthvoller oären. Die Bäume haben, soweit bekannt, Holz, das fich zur Kunsttischlerei und zur iflaster eignen würde, Mahagonibäume bilden laldbestanbes. Es wird die Berechnung auf­gestellt, daß sich die Bahn rentiren würde, falls das Kubikmeter Holz mit 15 Francs Nutzen verkauft werden kann. Der wunde Punkt bei dem ganzen Unternehmen scheint uns darin zu liegen, daß die „sehr reichen" Waldgebiete, wie der Bericht selbst zugiebt, noch unerforscht sind, und daß man demnach den wirth- schaftlichen Nutzen der Bahn vorläufig garnicht richtig ver­anschlagen kann.

* Großbritannien. Der Prinz von Wales wird, wie man aus London schreibt, während seiner Auslandreise auch einige Tage in Homburg verbringen, entweder bevor er nach Marienbad geht, oder auf der Rückreise. Er beabsichtigt, der Kaiserin Friedrich einen Besuch abzustatten, die sich gegenwärtig auf Schloß FnedrichS- hof aufhält. Nach seiner Heimkehr vom Kontinent, die für September geplant ist, bezieht sich der Prinz nach Schottland, um die Königin Victoria in Balmoral zu besuchen.

Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

* $of- «nd Personal Nachrichten. Als der Kaiser vor­gestern in dem neuen Verkehrs-Motorboot nach der Kaiserlichen Werft f führ, stieß das Boot an die Steinmauer und erlitt Beschädigungen am Bug. — Nach einet Londoner Meldung der „Vosstschen Zeitung" »fahrt der „Daily Telegraph", Kaiser Äilhelm werde die Königin V ictoria noch in diesem Sommer oder Frühherbst besuchen. Endgültige Abmachungen sind noch nicht getroffen worden, allein es sei des Kaisers feste Absicht, den Besuch abzustatten, so­bald seine Verpflichtungen dies erlauben.

* Drnkmals-Enttsiillnng. In Anwesenheit der Vertreter der Staats-Regierung, der Berliner städtischen Verwaltung, des Eharlottenburger Magistrats, der industriellen Vereinigungen und unter zahlreicher Betheiligung der Delegirten des Genossenschafts- bundcs wurde gestern Vormittag das Denkmal für Schulze- Delitzsch enthüllt. Professor Virchow übernahm im Namen des

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Houdaille verfaßt, im belgischen „Mouvement Gcographique" »er» ia ceu. «e Bahnlinie kamen bisher drei Vorschläge ingspunkt wurde natürlich der Hauptort der angenommen, von wo aus die Bahn enttoeber Flusses ober längs bes Comoe, des größte« iber längs bes Me in bas Innere führe« ir Aufnahme des Terrains ist Houdaille zu ____ gt, daß bie Linie bes Comoe die größte« ngs des Banbamma bie größten politische« gen würbe, daß aber eine bisher noch nicht alle Vortheile in sich vereinigen könnte, von dem Endpunkt der Schiffahrt auf dem Klein-Alepe ausgehen und zunächst in gerader )eften nach Seka-Seka oder Mope führen. 7 Kilometer lang sein und die Küste in direkte )ochthälern von Agneby und dem Me-Flusse erlängcrung würde in 50 Kilometer ostwärts des Banbamma, erreichen unb bann aus bem

Der Eine verschmäht es, bem Anber'n macht's Spaß Und Bourgeois — scheint's — ist der And're.

Zu Deutschland — das seh'n wir seit Monaten schon — Mocht Frankreich sich freundlicher stellen, Es will seine schwierige Situation Und sein Dasein nicht mehr noch vergällen.

Seitdem es mit England stark rivalisirt,

Liebäugelt's mit uns ganz verstohlen, Still hoffend, daß seine Kastanien wir Ans bem englischen Ofen ihm holen.

Ja wenn bie Kastanie bann nur nicht verkohlt, Me sollten bie Franken vergeffen. Daß Deutschland die Früchte, bie’8 etwa sich holt. Doch vorzieht, auch selber zu essen.

Und rängen's auch noch mehr Franzosen sich ab, Uns halbwegs als gleichwcrth zu achten, Unb ließen sich noch mehr Matrosen herab, Uns're Kriegsschiffe sich zu betrachten.

Sobald dort nur Einer im rechten Moment In bie Massen schreit: „Alsace-Lorraine“ — Aufs Neu' glüht der Haß dann, die Lieb' ist am End' Und erstickt in 'n» riesigen Throne.

Ersprießlich zwar würd' für Europa es sein. Wenn diese zwei mächtigen Staaten, Wenn Deutschland und Frankreich m Frieden allein Unb ehrlicher Freundschaft sich nahten.

Wenn beide im Kampf um die höchste ffultur

Sich selbst und Europa beglückten

Und nicht in den Grenzen der heimischen Flur Ihrer Thätigkeit Grenzen erblickten.

Wenn nicht mehr der Säbel als Rett» »schien

Unb als ultima ratio beider,

Unb ehrlicher Arbeit einträchtig Bemüh'n

Der Hanblungen Lenker unb Lester.

Würd' je es zur Wirklichkeit, dies Ideal, Wie würden wir fröhlich und frei fein!

Bis dahin hcißt's „warten" — da bleibt keine SBa& Auch muß erst die „RenneS'-Zeit vorbei sein.

Wenn abgethan erst dies» schreckliche Fall,

Der Frankreich» Verblendung bescheinigt, Währt's immer noch lang, bis der Augiasstall, Der gallische, gründlich gereinigt.