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Wiesbadener T-gblatt (Abend-Ansgabe). Verlag: L«»ggaffe 27,
Wo. 818. 47. Jahrgang
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Unwetter und Hochwasser.
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Die Abend-Ansgabr enthält 1 Beilage.
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Kralra», 11. Jitti. Gestern Früh ist die Nntawa ans den Ufern getreten. In wenigen Minuten war der ganze Westen der Stadt einen Meter tief unter Wasser gesetzt. "Militär und Feuerwehr retteten verschiedene m ihren Häusern gefährdete Personen.
Mexikaner —, Dresdner Bank
gerichtet. .
wasser, bereit niedrig gelegene
Schlangenbad starb plötzlich .... ------ — —
Pfarrer Moys Thewalt. — In Hanau wurde der Stcttions- " ' Maschine ersaht und total zermalmt. Der
Details über die Torturen, welche Dreyfus aut der Teufelsinsel erduldete, sind geradezu haarsträubend. Die Anklage des Exminiflers Lebon vor dem Staatsgerichtshof ist ebenso scher, wie die des Gouverneurs von Cayenne, Demel. Lebon wird aus demVenvattungSrath des Crelit foncier, welchem er angehörst
SitanlrootlUd) fite 0<n und sk«w>'»». rh-n. w. Z-uU' »rwl,
für btn übriarn ThrU uni) dir Anjiigkn: Ct. Kltlitrbt; Selbe in Wiesbaden Druck uud Vertu« der L L4 ei Ii »de n'leben Huf-Vatdrucker-i in WieSdaden.
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Hochwasser große Verheerungen. Ganze Landstrecken sind übcrfluthet. Ueber Oswicin ging gestern ein furchtbarer Wolkenbruch nieder. Das Wasser fand keinen Ablauf, sondern sammelte sich und unterwusch viele Häuser. Ställe mit Vieh wurden von dem Wasser fortgerissen. Die Saaten sind auf weite Strecken vernichtet.
unter Führung von Lehrpersonen .... ---------- , ..
gemacht. Als der Blitz tn bett Saal einschlug, in bem die Kinder leim Kaffeetrinken sahen, entstand eine entsetzliche Panik, wobei eine Anzahl Kinder Verletzungen erlitten. Unterhalb Opladen wurden die gefnmmten Feldfrüchte total vernichtet. (Fr. Z.)
DolitowirthschasUicheo.
£vitd)tp reife, mitgetheilt von der Preisuotlrungsstelle der LandwirthschaftZkammer für dm Regierungsbezirk Wiesbaden am Fruchtmarkt zu Frankfurt a. M. Montag, de» 10. Juli, Nachmittags 12'/- Uhr. Per 100 .Kilogramm gute marktfähige Waare, te nach Qualität, loco Frankfurt a. M.: Weizen, hiesiger, 16 Mk. 50 Pf. bis 16 Mk. 60 Pf., Roggen, hiesiger, 15 Mk. 25 M. bis 15 Mk. 60 Pf., Gerste, Ried- und Pfalzer-, — Mk. — Pf. bis — Mk. - Pf., Gerste, Wetterauer-, — Mk. — Pf. bis — Mk. — Pf., Hafer, hiesiger, 15 Mk. 25 Pf. bis 15 Mk. 75 Pf.
viel gelungen werden. ,
Der Sohn des jüngst verstorbenen Dichters Klaus Groth, Karl Groth in Rüdeshetm a. Rh., bereitet eine Gesammtausgabk der Werke und abschließende Biographie Klaus Groths vor, die auch dessen Briefwechsel in möglichster Vollständigkeit enthalten wird. Zu diesem Zweck bittet er Freunde und Verehrer des Verstorbenen, Lkutographmsammler ec. um Mutheilmig von Skiefen und Handschriften seines Vaters in Original oder sorgfa ttger Abschrift. Jede von ihm nicht .genehmigte Veröffentlichung von Briefen re. wird strafrechtlich verfolgt. , .
Der letzte Sitzungsbericht der Pariser Akademie eet Inschriften enthält folgenden PassuS: „Herr Ovpert verliest eine Arbeit über die Fälschungen und Nadirungen, welche die chaldäischen Beamten 40 Jahrhunderte vor der jetzigen Zeitrechnung begangen haben, um den Fiskus zu betrugen. Die Herren Akademiker glaubten offenbüt die BrtWW btt Ta-es- vlätter zu vernehmktt.
Deveschenbüreau Herold.
Wie», 11. Juli. In Komorn hat die Staatsanwaltschaft gegen die Gemeinde-Vertretung von Moesa Anklage wegen Miß- brauchs der Amtsgewalt erhoben. Der Gemeiudekasse wurden am 15. November vorigen Jahres beinahe 3000 Gulden gestohlen, ohne daß es bis jetzt gelang, den Thäter zu ermitteln. Nun ließ die Gemeinde-Vertretung unter Leitung der Behörde an sechs der verhafteten Verdächtigen die Tortur (!) anwenden, nm ein Geständniß zu erpressen. — Die türkische Botschaft bementirt das Gerücht von der Erkrankung des Sultans. — In der nächsten Woche trifft König Alexander von Serbien auf der Durchreise nach Karlsbad in Wien ein.
Finme, 11. Juli. Unbekannte Thäter versuchten den gestern Abend von hier nach Budapest abgclaffeuen Eilzug zur E n t- gleisiing zu bringen, indem sie grosze Steine auf das Geleise legten. Nur durch die Wachsamkeit eines Bahnwärters konnte eine Katastrophe verhütet werden.
Kndapest, 11. Juli. Die jüngste AuSgleichsredeDipaulis im österreichischen Jndustrierath erregt hier daS größte Aufsehen. Eme offiziöse Meldung nimmt auf das Schärfste Stellung gegen die Rede Dipaulis und sagt, die Rede hätte nur Sinn als Signali- sirnng von Dipaulis Rücktritt und erklärt, wenn Oesterreich Die Reciprocität verleugnet, wird Ungarn ein selbständiges Zollgebiet proklamiren. Die heutige Hierherkunst der österreichischen Minister gilt für eine Perfekliouirnng der außerhalb des Zoll- biindnifses stehenden Konventionen.
Krüssel, 11. Juli. General Vrialmont erließ ein Manifest, in welchem er, außer einer Wahlreform und dem allgemeinen Stimmrecht, dringend die Einführung des persönlichen Heeresdienstes fordert. Es verlautet, König Leopold werde am 23. jnlt, anläßlich der lttberreichuug einer Fahne an den Veteranenbiind, eine große politische Rede hatten, welche die Stellung der Krone zu den letzten Unruhen kennzeichnen wird.. Fortan sind alle Meetings unter freiem Himmel sowie alle Straßen-Umznge erlauot, so fern Der Generalrath die Polizeigewalt während der Kundgebungen übernimmt.
Paris, 11. Juli. Millevoye läßt iuiN(nbigen, er werde nach bem Zusammentritt der Kammer über den Besuch Kaiser Wilhelms au fd er,Iphigenie" eine Interpellation einbriugen. — Nach dem „Courrier du Soir" werde die Amtseiithebung des Gouverneurs der Teufels-Inseln nicht die einzige Sühne der von Dreyfus erlittenen Torturen fein.
Paris, 11. Juli. Die socialistische Prcfle greift Loübet wegen der Begnadigung des Generals Giletta heftig an. Der General dürfte übrigens von der italienisck-en Negiermig seines
ausgestoßen werden.,
Kando», 11. Juli. Nach einer Interpellation des Führender Liberalen, Campbell-Bannermann, fragte int Unterhanse der Ire Davitt an, ub es wahr sei, daß die Soldaten in Süd-Afrika mit dem berüchtigten Dum-Diim-Geschoß bewaffnet feien, welches die Haager Friedens-Konferenz verurtheilte. Der Staats- 'ekretär des Krieges, Wyndham, erwiderte, daß diese Geschosse in Woolwich fabrizirt und allerdings nach Süd-Afrika verschickt worden seien, worauf die Iren schrieen: Das ist eine Schande! Im Hause herrschte große Aufregung über diese Auskunft, die auch die Glocke des Präfidenten nicht zur Ruhe bringen konnte.
Pom, 11. Juli. Einigen Blättern zufolge ist die Begnadigung Gilettas nur das Vorspiel noch intimerer Freundschaftsbeweise Frankreichs für Italien.
Belgrad, 11. Juli. Ein Thcll der Verhafteten wurde zn kleinen A rreststr afen bis zu fünf Tagen verurtheilt. Unter dem Verdacht der Verschwörung sind 23 Personen in Haft. Die Kugel, durch welche der Lldjutant Lukie verwundet wurde, ist noch einer Durchleuchtung mit Röntgenstrahlen aus dem Körper herauSgezogen worden. Gestern wurde von Köuig Alexander und König Milan eine Deputation der evangelischen 'Kirchengemeinde und eine deS deutschen Vereins in Belgrad empfangen, welche ihre Glückwünsche aussprachen. Die Leitnug der Unterfud)img wurde dem Richter des Kassationshofs AuastaS Antoirovie übertragen.
wurden dem Hospital zugefiihtt. Nach Elendsthal hatten 450 Kinder Kommandos enthoben werden. - DreyfiiS, welcher nunmehr alle
unter Führung von Lehrpersonen und Geistlichen einen Ausflug Einzelheiten der Kabale kennt, deren Opfer er geworden, fordert
- k" ’ — ' ■ ~ ..... ' ‘ ‘- völligeWarstellmig aller Jntnguen. Alle bisher bekannt gewordenen
sich verflüchtige, nicht die Verflachung ihre wie des Publikums Gefahr sei. Die alten Klassen besaßen wie ein Privilegium Geschmack, Formensinn, Feinheit. Die Demokratie des Jahrhunderts aber und also auch die Presse, ihr wichtigstes Jnsttument, wendet sich an die. Maffen. Jeder kann Journalist werden und der Journalist spricht zu Allen. Hat dieSprache dadurch gewonnen ober nicht? Genau besehen, glaube ich ja! Der Jouruattsmus zumeist setzte an die Stelle des schweren Balkenwerkes der Perioden einen leichteren, bequemeren, gefälligeren Bau. Doch hat der Journalist vor sich selbst auf der Hut zu fern, daß die Hast des Zeitatters sich ihm nicht muiheile. Im Kampfe mit ihr sollte er eine antike Seele besitzen unb einen klassischen Geist, Form und Stil wahren, sich nicht verzetteln und ausgeben das Eilige mit Sinn und das Gefährliche mit Grazie sagen. Diese Ausgabe gehört zu den schwierigsten, heischt eine fortwährende Bereicherung des WiffensschaheS, heischt neben der stetigen Ausbreitung stetige Vertiefung. Wenn man Kollegien der Journalistik einrichten, wenn man eine Journattstenschntt gründen wird, so ist mein Wunsch, daß darin nicht bloß die Mache gelehrt werde, von der ich wahrlich nicht übel reden will — sie macht den Journalisten, nur nicht ganz! — ionbem muß man auch, darf ich sagen, von den priesterlichen Pflichten sprechen, welche der Journalist hat, Pflichten gegen den Genius der Sprache seines Volkes, wie gegen die ganze nationale Kultur. Ilm diese Mission, um diese Zukunft bet Presse ist mir aber nicht bange, so lange in Deutschland d«S Wissen als die Voraussetzung des journalistischen Könnens gilt, und weil ich in Ihren Blattern im politischen Text oder Feuilleton so oft Artikel lese, weiche »Muster der Gattung, Kunstschöpfungen sind. Die Mittelpunkte Ihrer litterarifdjen Bildung sind auch für uns tn bem kleinen Land, dessen ZeitnngSpreffe mit kleinen Mitteln arbeiten mug, Stützpunkte gegen jede rückläufige Bewegung und für unser Vor- schretteuck Man kann in der That die Bande, welche über staatliche Grenzen hinaus die Schweiz mit dem großen Mutterlandver» binden, nicht bester djaratierifiren, al» Herr Curti aethan. Möge man diesseits wie jenseits der Grenze sich stets besten bewußt b.eiben.
W. lUbtr ritte segensreiche Ginrichtimg wird der »Straßburger Post' ans Mülhanf en geschrieben. Dort hat die Kammgarnipinnerei Schwartz u. Co. eine Kind erbewahr anstatt errichtet, in der Kinder Aufnahme finden, deren Mutter tn der Fabrik beschäftigt sind, und zwar so lange, bw sie meine Elementarschule ausgenommen werden können. Die Kinder verbleiben von 6 Uhr Vormittags bis 6 Uhr Abends in der Anstatt, wo sie von zwei katholischen Schwestern beköstigt, bewahrt und gepflegt werden. Lustige Helle, im Winter durch Dampfheizung erwärmte, mit Parkettboden versehene Räume, im Sommer
ein Garten mit dem nörhigen Spielzeug stehen den Siemen zur Verfügung. Auch eine der Kinderanzahl — vierzig — entsprechende Anzahl Betten ist vorhanden, bauüt die jungen Herren und Damen, es sind solche von 15 Monaten dabei, ihr Schläfchen halten können.
' gegen die ganze nationale Kultur, ese Zukunft der Presse ist mir aber nicht ilanb da» Wissen als die Voraussetzung
Köln, 10. Juli. Fortgesetzt laufen Hiobsposten über bas gestrige, in der Gegend von Schlebusch und Baronen yermeder- gegangene Unwetter ein. Als bei Schlebusch ein Turnverein mit klingendem Spiel die Straßen durchzog, schlug der Blitz in die Musikkapelle. Zwei Personen wurden vom Blitz getroffen. Sie
Ein schweres Unwetter richtete vorgestern, wie aus Papenburg depeschirt wird, erheblichen Schaden an. Bei Meppen ist ein großer Theil der Ernte verhagelt. Viel Vieh wurde auf der Werde erschlagen. Infolge dcS anhattenden Regens in der letzten Woche sind, wie aus Oesterreich-Schlesien gemeldet wird, färnnttliche Flusse OstschlesicnS, insbesondere die Osttawitza, die Oder und die Weichsel bedeutend gestiegen und haben ausgedehnte Ueberschweinniiingen an- ‘ ‘ ‘ Besonders hart mitgenommen ist die Stadt Schwarz- ' ' gelegene Theile unter Master stehen. — Ans Leuiberg melbet dem „B. T." ein Privat-Telegramm: Anhaltender Regen verursachte ein furchtbares Steigen des Wasserstandes der Weichsel. Stellenweise verursacht das Hochwasser große Verheerungen. Ganze Landstiecken sind überflutliet. Heber Oswicin ging gestern ein furchtbarer Wolkenbruch nieder. Das Wasser sand
k * Main?, 9. Juli. Die Jubelfeier der Mainzer Feuerwehr war von bestem Wetter begünstigt. Hotte Vormittag wurden Hebungen der Feucrwehrcorps an dein auf dem Stadthalleplatz eigens dazu erbauten Steigthurm mit großer Präcision aus- geführt. An dem Festzug beiheiligten sich über 170 Feuerwehren i unb Vereine. Nachmittags 3 Uhr begann bei zahlreicher Bethcittgung in der Stadthalle das Festmahl, der erste Toast wurde von Herrn - Provinzialdirektor v. Gager» auf den Großherzog au$gcbrad)t, Ober- W bürgcrmcifter Dr. Gaßucr toastirte auf den Hefsischen Feuerwehr- Verband, Branddirektor Müller-Offeubach auf die Stadt Mainz, ' Baurath Kuhn auf die Mainzer Feuerwehr, Branddirektor Pricken k auf alle Diejenigen, die der Feier ihre Unterstützung haben zu Theil werden laffen, Brandmeister Keller ans die auswärtigen Feuerwehrttute. Branddirektor Nehm von Frankfurt sprach tn launiger Weise über das baldige Absterben der freiwilligen Frankfurter Feuerwehr, die den Verhältnissen der Großstadt zum Opfer falle, fein Hoch galt bet freiwilligen Feuerwehr; Stadtverordneter M. M. Mayer toastirte auf Herrn Provinzialdirektor v. Gagern, Fritzberger-Nidda ließ die Damen hochleben unb Daniel-Geisenheim gedachte der Veteranen der Feuerwehr.
△ Main?» 11. Juli. Rheinpegel: 2 m 13 cm Vormittags gegen 2 m 22 cm am gestrigen Vormittag.
* Ans der Umgebung. Herr Professor Dr. Richter am Kgl. Gymnasium zu Hadamar ist auf seinen Wunsch mit e 1. Oktober l. I. an da? Gymnasium nach Hersfelb versetzt. — In Wirges soll eine selbständige evangelische Pfarrei errichtet und der Ort Mendt, der seither zum Kirchspiel Eppenrod gehörte, M der neu zu errichtenden Pfarrei eingepfarrt werden. — In M Schlangenbad starb plötzlich im Atter von 47 Jahren Herr Pfarrer AloyS Thewalt. — In Hanau wurde der Stations- Diätar Vogel von einer Maschine erfaßt und total zermalmt. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau mit drei Kindern. — Am W Dienstag, den 25. dieses Monats, trifft in Mainz zum M' zweitägigen Besuch der „Wiener Männergesang-Verein" in einer Stärke von mindestens 170 Sängern em. — Zur £: Kur weilen gegenwärtig in Ems ein Herr aus Schweden, ■ welcher im Jahre 1836, und eine Dame aus Mitteldeutschland, die im Jahre 1847 zum ersten Mal Bad Ems besuchten.
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Pieltmurlit ;« Fraulisnrl a. Ul. vom 10. Juli 1899. Zuni Verkaufe standen: 482 Ochsen, 62 Bullen, 806 Kühe und Färsen (Stiere unb Rinder), 250 Kälber, 162 Schafe und.Hümmel, 957 Schweine, — Ziegenlämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund: Ochsen: a) vollsleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerths bis zu sechs Jahren (Schlachtgewicht) 63 bis 65 Mk., b) junge fleischige, nicht ausgeniästete und ältere au#» gemästete 58—60 Mk., c) mäßig genährte junge, gut genährte altere 53 56 Mk. Bullen: a) vollfleischige, höchsten Scl)lachtwerthS 53—55 Mk., b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 49—51 Mk. Kühe und Färsen (Stiere und Rinder): a) voll- fleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwerthes 61-62 Mk., b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerthes bis zu 7 Jahren 56—58 Btt., c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 41—45 Mk., d) mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 35—37 Mk., e) gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 31—34 Mk. Bezahlt wurde für 1 Pfund: Kalber: a) feinste Mast- (Vottm. Mast) und beste Saugkälber (Schlachtgewicht) 76—80 Pf. (Lebendgewicht) 46—48 Pf., b) mittlere Mast- unb gute Saugkälber (Schlachtgewicht) 70—72 Pf. (Lebendgewicht) 42—43 Pst o) geringe Saugkälber (Schlachtgewicht) 58-60 Pf. Schafe: a) Masilammer und jüngere Masihämmel (Schlachtgewicht) 60—62 Pf., b) ältere Masthämmel (Schlachtgewicht) 53- 56 Pf. Schweine: a) voll- fleischige der feineren Raffen und deren Kreuzungen im Alter bis zu l1/« Jähren (Schlachtgewicht) 55 Pf. (Lebendgewicht) 42—43 Pf, b) fleischige (Schlachtgewicht) 53—54 Pf.
Geldmarkt. Coursbericht der Frankfurter Börse vom 11. Juli, Düttags 127» Uhr. Eredit-Attien 237.80, Disconto- Coinmanbit 196.40, Staatsbahn 14850, Lombarden—.—, Gotthard- bahn-Aktien 144.70, Centralbabu 114.40, Nordostbahn 100.60, Union« bahn 83.10, Laurahütte-Aktien 262.30, Gelsenkirchener Bergwerks-
Bochumer 265.10, Harpencr 201.—, 3 - proe.
-, 6-proc. MeZkauer —, Italiener 94,50, ; —, Darmstädter Bank —, Berliner
Handels - Gesellschaft —, Deutsche Bank 208.50, 4-proeentige Spanier —, 3-proc. Portugiesen —. Tendenz: schwach.
Wien, 11. Juli. Ocsterr. Credit-Aktien 381.—, Staatsbahn. Aktien 348.10, Lombarden 78.20, Marknoten 58.97.
nun noch das übrige gestohlene Geld — ungefähr die Hälfte — verblieben ist, bleibt noch anfznNären. Vielleicht hatte Lieser auch " cmen Mitthäter, mit dein er den Raub theilen mißte.
o. Kefichiuechsei. Herr Tiinchermeister Georg Moos hier verkaufte sein Hans BiSinarck-Ring 23, Ecke der Bleichstraße, für 125,000 Mk. an Herrn Kaufmann Alwin Hoepfner hier. — Herr Josef Schwank hat fein Haus tn der Herderstraße durch ■ Vermittlung der Jmmobitten-Agentur Hch. Heß, Philippsberg- straße 33, an Herrn Karl Ludwig Christian hier verkauft. — | Fräulein Kath. Mahr verkaufte ihr Hau» Oranienstraße 55 an M-Herrn Kaufmann Hans Ahlers ans Danzig. Das Geschäft ; wurde vermittelt und abgeschlossen durch die Immobilien-Agentur von E. Meyer, Kapellenstraße 1 hier. — Der Preis de» von £ Herrn Mar kl off an Herrn Waner verkauften Acker? im Distrikt : „Gcishcck" beträgt nicht 1200, sondern 12,000 Mk.
— Klei»« Tlokisen. Mittwoch, den 12. Juli, Abends9Uhr, •- findet der Vereinsabend des „Verein selbständiger Kauf- l i c n t e" im „Hotel Union", Neugasse 7, ©aal 1. Etage, statt. Unter l, - Aiiderem soll' die Betheiligung an der Generalversanimlilng des Eeittralverbandes deutscher Kaufleute in Berlin (20. bis 24. August) | besprochen werden. Der Vorstand steht recht zahlreichem Erscheinen Bi . der Mitglieder entgegen, zumal solche Zusammenkünfte die beste ß Gelegenheit zur Aussprache über Berufsangelegenheiten bieten und - das Jntercffe des Vereins nur fördern können. — Wir machen 7- nochmals darauf aufmerksam, daß morgen, Mittwoch, Abends ■ 872 Uhr, Reunion dansante im weißen und rothenSaale des te Kurhauses ftattfinbet. Zum Besuche dieser Veraiiftattmig ist Vall- D- toilette, Herren Frack und weiße Binde, erforderlich.
Sittcratur, die deutsche Philosophie und Wiffenschast von jeher gewesen ist. Wir Schweizer müssen sogar bekennen, daß niemals die Dichter und Kunstttr unseres Landes über bem Rhein eine willigere Anerkennung gefunden Haden aisgerade während dieser letzten Jahrzehnte. Als St. (Satter sage ich heute mit Stolz, daß tn meinem heimischen Gan die erste Statte war, von welcher deutsches Wißthnm und Schriftthum nach allen Theilen des alten Reiches ausstrahlte — als Schweizer aber lassen Sie mich noch der geschichtlichen That- fache gedenken, daß wir in der entscheidenden Zeit, als das Neuhochdeutsche entstand, auf unsere oberdeutsche Schriftsprache verzichtet haben, um eine gemeindeutsche Sprache schaffen zu helfen, wahrend Die Niederländer ihre Mundarten zn besonderen Sprachen auswachfen ließen. Das war unser großer Voriheil, es war aber auch ein Verdienst um da« Ganze. Im Religionsgespräch zu Marburg stritten Luther und Zwingli über eine Stelle des Evangeliums. Da sagte Luther: „Herr Zwinge!, Ihr wollt's überboldern; das Ort Johannes dient nicht hieher." Zwingli entgegnete: „Nein, nein, das Ort bricht Euch, Herr Doktor, den Hal«." Das nahm nun Luther wörtlich und rief: „Ihr seid in Hessen, nicht in der Schweiz; die Hälse brechen nicht also." Und Zwingli suchte ihn zu beschwichtraen: „Im Schweizerland hätt man auch gut Gericht, und Recht und bricht Niemand den Hals wider Recht. Es ist aber eine Landesart, bei uns so zu reden, wenn wir verstehen, einer habe eine verlorene Sache." Luther war nicht so bald beruhigt, und auch der Landgraf mußte znm Guten reden. Sie sehen, meine Herren Kollegen, der Sachse und der Alemanne verstanDen sich damals auch in der Sprache nicht recht, und das führte zu beinahe hochnothpeinlichen Mißverständnissen. Wir verstehen einander jetzt entschieden besser. Im Jahre 1523 wurde damals in Basel ein Verzeichniß derjenigen Wörter der Luthcrschen Bibelübersetzung herausgegeben, welche dm Schweizern erklärt werden mußten. Gewiß giebt es in unserer deutschen Redeweise und Schreibart noch immer Helvetismen gc ‘—1™
Sie denken! — aber nicht insaesammi find fu
manche verdienten, als würdige Älperckramer neben die geschmeidigen Sprachbluuten gelegt zu werden. Doch sprechen wir nicht allein von der Vergangenheit, sondern unter Journalisten auch von der Gegenwart, vom Tage. Unsere Tagesblätter sind ein geradezu integrirenber Bestandtheil der Natioi'.al-Litteratur geworden. Unb da wissen wir Schweizer recht gut, wie viel, wir den,Zeitungen Ihrer großen StädtL zu danken haben. Man spricht viel von der gewaltigen Entwickelung, welche das Preßwesen feit zwanzig oder dreißig Jahren genommen hat. Es tauchen freilich auch Zweifel guf, öd die Bedeutung der Preffe — ihre innere Bedeutung, ihr kultureller Werth — sich wirklich gesteigert habe, ob über einem so raschen und fast schrankenlosen Wachsthum nicht ih: Gehalt
Kehte Nachrichten.
Conti nental-Tete grapsen-Tomyagnkr.
Kerli», 11. Juli. Die Kornmifsion zur Prüfung der AuS- iihrungsbestimmungen des Jmpfgefetzes hat die Vor- chläge formulirt zur Beseitigung der bei der Impfung wahrge- genommeuen schädlichen Nebenwirkungen. Hieran anschließend ist, wie die Morgenblätter melden, gegen Ende des Jahres der Erlaß neuer AusfiihrungSbcstimmungeu zum Jmpfgesetz zu erwarten. An den Grundlagen des Gesetzes dürste aber nichts geändert werden.
Kerlin, 11. Juli. Die Morgenblatter melden ans Kot tbus: Bei einer Hochzeit im Dorf Jessen erstach ein Polnischer Arbeiter einen anderen Hochzeitsgast. — Dieselben Blätter melden ans Döbern: Durch Explosion von Kohlenstaub in der Felixgrube wurden zwei Arbeiter schwer, einer leicht verletzt. — Aus El ding melden die Vlorgeiiblätter: Eist Postafsistent ist flüchtig, welcher verdächtig ist, einen kürzlich verschwundenen Geldbrief mit 1000 Mk. unterschlagen zu haben.
Paris, 11. Juli. Unter den vom Präsidenten Loubet anläßlich des bevorstehenden NationalfesteS Begnadigten befinden sich Defoeescombes und Debaulny, welche infolge der Ausschreitungen auf dem Rennplatz in Anteutt verurtheilt wurden.
Kelgvad, 10. Juli. Die Verhängung des Belagerungszustandes über Belgrad ist heute im Amtsblatt durch königlichen Was bekannt gemacht. Derselbe bestimmt zugleich, daß die Geltung des Standrechts auch auf die anläßlich des Attentats auf den Exkönig Milan verhafteten Personen ausgedehnt wird.
Joffanneodnr'ü, 10. Juli. (Nentermeldung.) Der Ausschuß der Uitlanders nahm einen weiteren Beschlußantrag an, der erklärt, daß die neuen Vorschläge der Transvaal-Regierung weit hinter dein nicht zu verringernden Mindestmaß zuruckbleiben.
es sind solche von 15 Monaten dabei, ihr «chlaßhen hatten können. Zweimal wöchentlich werden färnnttliche Kinder ärztlich untersucht, wie auch der Arzt sich von den hygieinischen Zuständen der Anstalt zn überzeugen hat. Ferner hält er an bestimmten Tagen unentgeltliche Sprechstunden für sammtliche unter 14 Jahre alten Kinder der Fabrik ab. — Vivat segnens!
* fevicnltolonicrn für Schneiderinnen., 'Unter dem Protektorat einer hochgestellte::Dame hat sich in Warschau un vergangenen Jahr ein Verein gebildet, der erholungsbcdurftcgr Schneiderinnen aufs Land schickt. Im vorigen x;ahr sind so gute Erfahrungen mit dieser neuen Einrichtung gemacht worden, bau in diesem Jahr der Verein viel mehr Angebote von Damen erhalt, die solche junge Mädchen bei sich anfiiehmen wollen, als schneiderinnen sich bis jetzt gemeldet Haden. Letztere machen sich nützlich, tudem sre einige Stunden des Tages für ihre Wirthinnen nahen, ade. nur tm Garten. Sie erhalten dafür ein schönes 3immer zur Benutzung und vorzügliche Kost, nebenbei Milch, soviel sie nur mögen. Eine sehr gute Einrichtung, die allenthalben Nachachtung verdient.
* Perschiedeno Wtttheilnnsen. Die Kammersängenn Frau Moran-Olden, sowie deren Gatte Hvfvpernfanger Bertram sind vom Herbst -an für die Wiener Hofoper engagirt worden. , _. .
Im Verlage von Franz Schellenberg hier ist em neues Lied fürDttzzo-SopranvonE.Kauffmaun-Jassoy. „J'nFrühttngS- jauber“ (Text von Fritz Wichact), op. 49, Preis 80 Pf., erschienen. Es empfiehlt sich durch seine ansprechende Pielodie und wird gewiß
