LTV
9-6.9
3<J0
Kie
irS Im -PP
ein.
Set«
M «z ft« er -b. utt ir-
in :bt et» et» Pt- tot :im 88
/A, ter: ath
2
:o6»
IHirsbatifiirr TsMt
19. m / z*» am
«»• Jahrgang.
Verlag: Langgasse 27.
16,000 Abonnenten.
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. «O Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
Anzetgen-PreiS:
Die einspaltige Petitzeile für lvealr Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Buzeigeu 26 Pfg. — Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.
Amrmen -Ammlmte 6.is. 11 Uhr Vormittag», für die Morgen»Ausgabe bi» 3 Uhr Nachmittags. — Für die Aufnahme später einaereickter Aurriaen Utr
nachstcrschcmenden Ausgabe wird keine Gewähr Übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen. ' v w eingereicyier Anzeigen zur
U-. 293
Dienstag, den 27. Imn
Fernsprecher 9b. 52.
1899
Fernsprecher W». 52.
Morgen-Ausgabe
len, zu vermindern.
1,459,290 Mann 8,609,000 Mann
Panzerflotte:
Kreuzerflotte:
| Also Dreibund
Frankreich. . f Rußland . .
’ Also Zweibund
(Nachdruck verboten.)
Der brwaffnete Frieden Europas.
In gegenwärtiger Zeit, wo die Friedenskonferenz im ; , um die Lasten der Kriegsrüstungen, die theilS in der Gestal ! enormer stehender Heere, theils in der
1,193,796 Mann 8,381,000 Mann
572,290 Mann 4,053,000 Mann 887,000 „ 4,556,000 ,
einen seidenen, mit Spitzen oder Perlen bedeckten Sattel zuiammen, gehalten, sich über das ganze Kostüm, oft bis zum Rocksaum ets gießen. Eine originelle Neuheit ist ein Mantel aus schwarzem Flitter über weißem gauffrirten Mouffeline. Der schwarze Flitter in verschiedenen Größen bildet hier so dichte Muster, daß das weiße Mousseline nur schwach durchschimmert. Große Bogen aus schwarzen Mousseline-Volants bilden den unteren und den Aermel-Abfchluß. Welche Pracht, aber auch welche Last! Der Flitter, der von bett Hüten verschwunden ist, sucht sich eben neue Gebiete; er ist letzthin auf eleganten Sonnenschirmen erschienen, wo er sich schwarz auf schwarzem Grunde, ober in Stahl und Silber auf weißer Seide, unbekümmert um die Bürde, die er der zarten Hand seiner Trägerin auserlegt, breit macht. Die elegante Damenwelt schwärmt augenblicklich auch für himmelblaue — nicht türkisblaue — Schirme mit himmelblau lackirtent Stock. Ans Ausflügen stützt man sich auf einen hohen, in der Farbe des Kleides lackitten und mit Bändern geputzten Stock mit einem Louis XVI. Griff. Himmelblau ist auch bei Hüten die bevorzugte Farbe. Das allgemeine Kennzeichen der gegenwärtigen Hutmode ist der bedeutend niedriger gehaltene Aufputz, der au» farbigen Gazeflügeln, großen glänzenden Vögeln und bereiften, im Sonnenlicht glitzernden Blumen besteht Aber der „elou“ der Saison sind die „Capelines chiffoneee", Vie neueste Schöpfung der Carlier. Sie find aus ttalienischem Stroh und auf Decke und Rand von hervorragenden Künstlern — oder zum Müdesten solchen, die in dm Kunstsalon zugelaflen wurden — bemalt. Dazu kommt ein der Malerei entsprechender Aufputz, z. B; oben gemalte Rosen ober Kitschen, unten künstliche Ätjen »der MilheyWeige. FragzMrVÄ.
Iüv öas 3. gmarfaü 1899 auf das „Wiesbadener Tagblatt" - zu abomiiren, findet sich Gelegenheit im Verlag kanggaffe 21, bei den Ausgabestellen, den Zweig-Expeditionen in den Nachbar- orten und sümintlichen deutschen Reichsxostanstalten.
(Nachdruck verboten.)
Uarljer Modenbericht.
r (Eigener Bericht für das.Wiesbadener Tagblatt'.) pari», 25. Juni.
Das Blumenfest, die Blumm- und die Hunde-Ausstellung — | ein par exeellence aristokratisches Rassenvergnügen — das Rennen E in Auteuil und der Grand Prix in Longchamp, alle diese, in F athemloser Hast einander folgenden Weltfteuden bilden die eigent- r liche Pariser Hauptsaison. Toat Paris, das nach den Karnevals- f genüssen fein Heim mit der Riviera vertauscht, kehrt zurück und der Fremdenzufluß steigert fich auf» Höchste. Alle eilen herbei, £ denn Alle sind hier nicht nur Zuschauer, sondern auch Aussteller, und man könnte ebenso gut vom .Toiletten-Turnier" und .Fest [ der Hüte" sprechen, denn einen großartigeren Wettkampf an |. Originalität und Reichthum der Stoff- und Spitzen-, ^Blumen-, Stroh- und Band - Konibinationen könnte man ; sich schwerlich vorstellen. Dieses fin de siöole-Turnier unterscheidet L sich jedoch wesentlich von denjenigen vergangener Jahrhunderte- So könnte wohl kein Dichter heute fingen: .Wer nennt die Völker- V kennt die Namen, die alle hier zusammenkamen?" Man kennt - sie sehr genau, nicht nur di« Namm der schönen Theilnehmerinnm, !- die beim Toiletten-Tumier ben größten Ruhm ernten, fonbem auch £ diejenigen der hinter ben Coulffsm verborgenen Künstler, benen das l Hauptverdienst zukommt, aber auch der materielle Gewinn zu Theil l wird. Alle Welt bewunderte z. B. in Longchamp ein Kunstwerk don irifirmdem Mousseline mit reicher Valmeienne»-Spitzm-Ver- V »ierung, zu dessen Trägerin sich Prinzessin Hohenlohe machte, und rin anderes aus rothem orbpe de Chine mit cremefarbenen
Spitzen - Applikationen, auf denen gestickte blaue Korn, blumen hervorttatm — das die fkulpturalen Formen der berühmten Schönheit Aimse Martial bekleidete. Nicht weniger Aufsehen erregte die Toilette der Lady Greville, schwarze Chantilly-Schmetter, linge in allen Größen auf Mousselmewolkm flatternd, und das stylvolle Kostüm des Fräulein Sorel, der für das Schauspiel und für die Liebe gleich begabten Künstlerin. Im Styl Ludwig XVI. gehalten, bestand der Rock aus Spitzen-Applikationen, in denen ge- sttckte Mousseline-Medaillons inkrustirt toaren;aufbmt cremefarbenen Tafft der Taille waren antike Muster gemalt. Nach dem Grand Prix aber geht es wieder ans Gestade oder ins Gebirge, und die Reise- und Ausflug-Toiletten treten in ben Vordergrund. Die Zeit der reizlosen Staubmäntel ist lange vorüber. Da giebt es kurze anliegende und halblange sackarttge Jacken mit runden, eckigen oder ab. geschnittenen Schößen; sie offnen fich über Seiden-Chemisetten und sind mit Steppnähten ober Passepoile verziert. Dazu kommt eine neue Rockform: oben enges Fourreau und unten ein sehr weiter, in Falten sich legender Umfang. Wie von kompetenter Seite versichert wird, soll übrigens der .flache Styl", der nachgerade durch Uebertreibung unästhetisch und unbequem geworden war, einem neuen den Platz räumen, der die leichtgeraffte faltige Tunik begünstigen wird. Als vorherrschende Farbm müffen alle Nuancen bon Drap und Grau mit Hinzufügung des Blaugrau genannt werden. ®ilt mit Bezug auf ein Kleid die Einfachheit noch hie und da als ein Vorzug, so ist sie vollständig aus dem Gebiet der Gesellschasts- mäntel verbannt. Hier muß Alles reich, flatternd, rauschend ober glänzend sein. Zu ben gewöhnlichen gehören die hellfarbigen gauffrirten Mousseline- und Rüschenkaskaden, hje, an dm Schultern nur durch
Die vorstehenden Zahlen würden wenigstens, was die Großstaaten anlangt, kein vollständiges Bild der Rüstung abgeben, wenn nicht die Stärke der gehaltenen Kriegsflotten mit aufgeführt würde. Diese letzteren nun, ' in Panzerschiffen (über 5000 Tonnen) und Kreuzern (über -- 800 Tonnen) nach Schiffsanzahl und Gesammttonnenzahl e verzeichnet, ergeben folgende Tabelle:
und Schornsteine) darstellen, der Fall. — Durch diese Gegenüberstellung der Wehrkräfte zu Lande und zu Wasser gewinnt man ein augenfälliges Bild von den großen Heeresmassen und Flotten, die Seitens bet europäischen Mächte zu halten für noth- toenbig erachtet wird, um ben Frieden zu wahren.
Präsenzstärke Kriegsstärke
309,774 Mann 870,711 Mann
66,149 , 220,000 .
51,063 „ 229,284 ,
60,000 .
49,200 , 200,000 .
12,700 , 337,500 .
— 'I । —AlM
müsse. Hat man nun im Gespräch am Telephon bie ersten Worte solcher Leute nicht gleich verstanden, so führen sie dies auf ihre vielleicht zu leise Stimme zurück und aus der ohnehin für bas Telephon viel zu kräftigen Stimme wird eine aus vollster Lungenkraft brüllende. Der Ton, welcher einem dann entgegenschallt, hat nichts mit einer menschlichen Stimme gemein und gleicht dem einer schmetternden Trompete. Also für die Zukunft nicht mehr in das Telephon gebrüllt, fonbem gesprochen, wie man es bei einer gewöhnlichen Unterhaltung im Gespräch mit seinen Mitmenschen gewohnt ist, babei klar und deutlich und mit nicht zu großer SUjj Endlich sei noch daran erinnert, daß der Sprechende den Mund nicht ganz dicht an die Schallöffnung des Apparates bringen, sondern etwas entfernt davon sprechen soll.
— Küustlerhon-rare. Was das sogm. fahrende Volk für Honorare bezieht, davon mag sich mancher Laie kaum eine Sore stellnng machen. So unternimmt der Mimiker Herr Francois Rico«
Aus Stadt und §and.
Wiesbaden, 27. Juni.
— GrschfchtsKnlrndrr. 27. Juni. 1866: Treffen bei Langensalza, Treffen bei Nachod. 1848: f Johann Heinrich Zschocke zu Aarau, berühmter deutscher Schriftsteller (* zu Magdeburg). 1794: f Wenzel, Reichsfürst v. Kaumtz-Rietberg, zu Wen, berühmter österreichischer Staatsmann. 1789: * Friedrich Silcher zu Schnaith in Württemberg, bekannter Liederkomponist (f zu Tübingen). 1743: Niederlage der Franzosen bei Dettingen. 1682: * Karl XII., König von Schweden. 1519: Disputation zwischen Dr. Eck ans Ingolstadt und Luther zu Leipzig über ben Primat des Papstes.
— Ausflug nach der Saalburg. Der vorgestrige Ausflug des „Verein für Nassauische Alterthumskunde und Geschichts-
Präsenzstärke Kriegsstärke
I Deutschland .... 579,828 Mann 5,000,000 Mann
F Oesterreich-Ungarn. . 354,300 „ 1,872,000
| Italien 259,668 „ 1,509,000
Die Staaten des Dreibundes sind weiß gelassen und mit einer starken schwarzen Linie umgrenzt; die des Zweibundes sind durch kräftige gekreuzte Grenzschrafstrung hervorgehoben; die anderen Staaten, mit Ausnahme Englands, sind durch horizontale Schrafstriing unterschieden. Bei diesen stellt sich die Stärkezahl der Landheere wie folgt:
— Uam Lachen. Wie die Graphologen den Charakter einer Person nach ihren Schrittzügen beurtheilen, so will, nach einer MM theilung des „Evenement", ein feinet Beobachter aus der Art zu lachen und besonders aus dem Vokal, der dabei oorklingt, auf Charakter und Temperement sichere Schlüsse ziehen. Das gewöhnliche Hahaha läßt auf Ehrlichkeit, Offenherzigkeit, Lebhaftigkeit und lautes Wesen, aber auch auf wechselnde Laune schließen. Wenn Phlegmatiker und Melancholiker lachen, flingt das e vor, das i hingegen bet Kindern und bei naiven, dienstgefälligen, schüchternen und unschlüssigen Personen. Lachen in 0 deutet auf ©belfinn und Kiihn- deil; horst Du aber ein Lachen in u, so gehe dem Mann aus dem Weg, er tst ein Menschenhasser.
— Wie spricht man in da» Telephon? Im Telephon- verkehr herrscht vielfach die Sitte, mit kräftiger Stimme in da» Telephon zu sprechen, wodurch aber immer ein sehr undeutlicher Ton erzielt wird. Hört man beim Sprechroht den mit kräftigster Stimme und dabei deutlich gesprochenen Ton recht gut, so ist beim Telephon immer das Gegemheil der Fall. Schrecklich aber ist, daß mancher Laie, trotz vieler Belehrung auf diesem Gebiete, nicht von dem Glauben abzubringen ist, es bedürfe, um sich mit dem Telephon verständlich zu machen, einer recht kräftigen Ssimme, welche mit der Entfernung des mit ihm Sprechenden noch verstärkt werden
tagt, um die Lastei
r und Unterhaltung ,,
r Wendung bedeutender Kosten für dieselben besteh | ist ein Blick auf die stehenden Heere Europas^ wie t er durch unsere Karte in graphischer Weise ver-
- anschaulicht wird, von großem Interesse. In unserer j Zeichnung sind die Armeen nach ihrer Präsenzstärke i im Frieden und ihrer Kriegsstärke im Mobilmachungs- t fall durch Quadrate dargestellt, von denen die schwarzen | die Präsenzstärken, die schraffirten die totalen Kriegsstärken l bezeichnen. Ein jedes Quadrat entspricht 100,000 Mann, & die Präsenzziffern sind außerdem mit weißen Zahlen in F die schwarzen Quadrate eingeschrieben. Danach ergiebt k sich folgende Tabelle für die Landheere:
England . Holland Belgien . .
Dänemark . Rumänien . Serbien. .
forschung nach der Saalburg fand lebhafte Betheiligung. Einige 30 Personen kamen in Homburg zusammen, um unter der ebenso sachkundigen tote liebenswürdigen Führung des Herrn Baurath Jacobi das Saalburg-Museum zu besichtigen. Ein seinem Namen Ehre machender Omnibus brachte darauf die Gesellschaft, von der nur ein kleiner Theil den Weg zu Fuß zurücklegte, nach der Saalburg, wo in dem nahegelegenen Wirthshaus ein gemeinschaskliches fröhliches Mittaq- effen eingenommen wurde. Der Besuch der Saalburg selbst, wo bereits die Porta decumana und ein längeres Stück der Mauer mit den beiden davor befindlichen Spitzgräben wieder m der früheren Weise hergestellt find, und wo Alles in eingehendster Weise durch den Restaurator dieser auf deutschem Boden best- erhaltenen interessanten römischen Zwingburg erflärt wurde, erregte naturgemäß das höchste Interesse. Alle Theilnehmer kehrten be- sriedigt am spaten Abend heim.
Deutschland 12 Schiffe 110,000 Tonnen 33 Schiffe 116,000 Tonnen
Oesterreich 13 . 70,000 , 13 . 38,000 .
Italien 12 . 148,000 , 45 . 102,000 .
Frankreich 36 , 347,000 „ 83 „ 311,000 .
Rußland 18 „ 182,000 , 33 , 140,000 .
England 62 . 699,000 „ 197 „ 758,000 „
In den Schiffszahlen sind die fertigen und die Ende 1897 im Bau befindlichen Schiffe enthalten. In unserem Kartenbilde sind auch die Starken der genannten Kriegsflotten graphisch eingetragen. Und zwar bezeichnen die Rechtecke nut den schwarzen Panzerschiffskizzen (Geschützthürme, stehende Masten und Schornsteine) die Zahl der Panzer, die auch oben links in jedem Rechteck angegeben ist; sie stellen durch ihre Größe die Gesainint-Tonnenzahl dar, und ebenso ist es mit den Rechtecken, die die Kreuzer (schräge Masten
