1899
Freitag, den 23. Juni
Us. 287.
Fernsprecher R». 52.
Fernsprecher 9b. 52.
E88orgen«flusgabe
Haus Hochstätte
innen
— Ärsitzivechsrl. Herr Ph. Mark!off hier verkaufte sein * „S Hochstätte Nr. 12 14 au Herrn Bäckermeister Schupp hier zum Preise von 90,000 Mk. Die Vermittelung erfolgte durch die Jmmobilienagentur Hch. Heß, Philippsbergstraße 33.
— Klumenpflege. Dem „Gartenbau-Verein" sind auf seinen Antrag vom Magistrat auch für dieses Jahr, wie bisher, 250 Mk.
Auf dem „Steinzler Hof' aus. Die Oekonomie-Gebäude,
(Nachdruck verboten.)
Sismarck-Feuersiinleil.
Verlag: Langgasie 27.
16,000 Abonnenten
* Kleine nassauische Nachrichten. In EmS findet in den Tagen vom 24. bis 26. Juni d. .I. eine große Gellüael- Ausstelluna statt, die von hervorragenden Züchtern beschickt sein wird. — In Usingen schlug der Blitz in die Behausung des Dreher Paul in der Untergasse ein. — In einem anonymen Schreiben wurde der Gendarm Daus zu Frickhofen in gemeiner Weise beschimpft und ihm mit Tödten gedroht. Als Schreiber dieser anonymen Briefe wurde der Bäckermeister Johann B. zu Frickhofen ermittelt und zu 1 Monat Gefängniß vernrtheilt. — Auf dem „Steinzler Hof" bei Selters brach gestern Nacht Feuer ie-Gebäude, gefüllt mit vielen Futtermittel«, — In Nassau funktionirte dieser Tage zum
liche Beleuchtung erhalten soll.
Zn der Konkurrenz über die Bismarck-Säule hatten etwa 320 Bewerber mehr als 1000 Blatt Zeichnungen eingesendet; ein Zeichen für das außerordentliche Interesse, welches dieser Sache entgcgengebracht wurde. — Die ersten BiSmarck-Säuleu will die deutsche Studentenschaft in FricdrichSruh und Straßburg errichten. Ueberall, wo eine deutsche Hochschule ihren Sitz hat, sollen solche Säulen erstehen und am 21. Juni, bekanntlich dem Bismarck- Gedenktag der Studenten, werden in Zukunft die Feuer- ieichcn weit hin in die Lande leuchten.
sind uiedergebrannt. — In Nassau funktionirte dieser Tage zum ersten Mal die neue Gasglühlicht-Straßenbeleuchtung. Die Schuljugend folgte dem Laternen-Anzündcr in Schaaren und begleitete die Entzündung einer jeden neuen Straßenlaterne mit einem laute« Hurrah! — Der „Verein deutscher Gas- und Wasser-Fachmänner" wählte Mainz zum nächstjährigen Versammlungsort. — DaF diesjährige Verbandsfest des Kreis-Kriegcrverbands für den Unter? westerwaldkreis findet am Sonntag, den 9., und Montag, den 10. Juli, in Braubach statt. — Das Bezirks-Turnfest des Westerwald-Turnbezirks wird für dieses Jahr am 16. Juli in Mogendorf abgchalten. — Dem Vorarbeiter Schmidt zu Selters wurde aus Anlaß 40-jähriger ununterbrochener Dienstzeit in der Blaudruckfabrik Conradi das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.—Aus Cassel wird das Fallissement der Bankfirma Kersten u. Comp. gemeldet. Bankier Kersten hat seit vorigem Jahr erhebliche Spekulationen an der Börse getrieben. Er ist heimlich auf- und davongegangen. Eine große Anzahl geringer Leute und kleiner Sparer und Kapitalisten verlieren ihre sauer verdienten Pfennige. — In Niedcrreifenberg brach in dem Wohnhaus des Ehr. Messer Feuer aus und brannte dasselbe total nieder. — Das am 25. Juni in Lorch stattfindende Gauturnfest wird von ca. 400 aktiven Turnern besucht werden. — DieThomndustrie Lohrheim nebst allem Zubehör ist für 16,500 Mk. an Herrn Bauunternehmer Brötz in Limburg überaegangen. — In Griesheim findet am 1. und 2. Juli eine Kaninchen-Ausstellung, veranstaltet vom dortigen „Kaninchenzucht-Verein", statt. — Der Kreistag in H o m b u r gv. d. H. bewilligte nach Vorschlag des Kreisausschusses für das Limes-MuseyM 5000 Mk. aus Kreismitteln. X .
zur Verfügung gestellt worden. Die Summe dient zur Anschaffung von Topfpflanzen, welche an die Volksschüler und -Schülerinnen zur Pflege vertheilt werden.
— Kleine Notizen. Am 28. d. M. feiern die Eheleute Joseph Beringer und Frau, geb. Spies, Bismarckring 16, das Fest ihrer silbernen Hochzeit.
besprochenen Frauelt-Versichemngsbüreaus des „Deutschen Anker" unverhältnibmäßig hoch erscheinen zu lassen; dies erfordert eine kleine Berichtigung. Die Prämie von 31 Mk. 80 Pf. pro 100 Mk. Penfionsrente bezieht sich auf einen Tarif, laut welchem im Todesfall sämmtliche cingezahlten Prämien baar rückerstattet werden, und erklärt sich hieraus natürlich die höhere Prämie. Bei Pcnsionsversicherung ohne Prämienrückgewähr im Todesfall ist natürlich die Prämie erheblich geringer. Für hie einzelnen Berufe kommen verschiedene Bedingungen und Tarife in Anwendung. So beträgt z. B. die Prämie einer 30-jährigen Krankenschwester 22 Mk. 20 Pf., die der kombinirten Versicherung für Lehrerinnen 21 Mk. 10 Pf., wobei schon die bloße Berufsinvalidität ziim Rentenbezug berechtigt. Selbstverständlich erlischt auch beim „Deutschen Anker" die Prämienzahlung, wenn Rcntenbezug eintritt.
43. Jahrgangs
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
Ans Stadt «nd Amd.
Wiesbaden, 23. Juni.
— Grschlchtskalender. 23. Juni. 1897: f Max Sticlcr in München, Genremaler und dramatischer Dichter.
- 1866: Einrücken der Preußen in Böhmen. 1848: Straßen-
kampf in Paris. Schließung der Nationalwcrkstätten. Cavaignac Diktator. 1000 Arbeiter gctödtet. 1828: * Johannes Schilling zu Mittweida, berühmter Bildhauer, Schöpfer des Nationaldenkmals
i aus dem Niederwald. 1760: Schlacht bei Landshut. 1596: * Johann Bansr, bekannter General der Schweden im 30-jährigen Kriege.
— Liindchesbichn. Der Magistrat hat auf eine Einladung hin feine Verkehrskommission beauftragt, sich auf der am 28. b. M. zu Erbenheim stattflndendcn Sitzung des Gesammtausschusses für die Erbauung einer Kleinbahn durch das blaue Ländchen durch einige Mitglieder vertreten zu [offen.
— Masse» Hänschen. Den Antrag des Pächters der städtischen Mineralivasserhäuschen, Herrn Eschenbrenner, die Trinkhalle im Nerothal auf feine Kosten zwischen die ersten Bäume der Echo- straße versetzen zu dürfen, da sich die jetzige Lage zu sehr abseits des großen Verkehrs besiiidet, hat der Magistrat genehmigt.
— Freiwillige Fe»ie»wehr. Die Abfahrt zu dem Feuerwehrtag in Höchst am ©Clinton, den 25. d. M., ist auf 7 Uhr 25 Min. Vormittags festgesetzt. Diejenigen Feuerwehrleute, die sich be- thciligen, müssen sich um 63/. Uhr in Uniform im Accishof einsinden.
— Ninchsache» an Soldaten. Das Reichspostamt gießt über die Portofreiheil der in verschlossenen Umschlägen an Soldaten gerichteten Drucksachen bekannt: „Das Reichs- ■ geeicht hat entschieden, daß Drucksachen in verschlossenen Briefumschlägen unter der Aufschrift „Soldatenbrief. Eigene Angelegenheit des Empfängers" portofrei zu befördern sind, well derartige
c» für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. - Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur
iiächsterscheinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.
Sendungen gesetzlich als Briefe anzusehen sind. Vorbedingung für die Portofreiheit ist aber, daß die Sendungen thatsächlich eigene Angelegenheiten des Empfängers betreffen."
— Steuer. Der Termin zur Einzahlung der ersten Rate Staats- und Gemeindeabgaben ist abgelauscn. Die rückständigen Steuerpflichtigen werden von der Steuerkaffe nochmals zur raschesten aahlung aufgefordert, mit dem Bemerken, daß im Laufe der nächsten loche das Mahnverfahren beginnt.
Aus Kunst und Keben.
u. Loudon, 17. Juni. Daß die Engländer ein frommes,' prüdes Volk sind, erkennt die Welt an, da sie selbst es ihr so ost wiederholen und sie dürste nur häufig mit VeNounderung konstatirt haben, daß auf dem Kontinent diese Prüderie meist umgekehrte« Gefühlen Platz macht. Jetzt scheinen die Londoner aber gesonnen zu sein, die Heuchelei auch zu Hause bei Seite zu setzen und sich in ihrer wahren Gestalt zu zeigen. Ein hiesiger Theaterdirektor hatte kundgegeben, daß in einer Vorstellung Tänzerinnen aus dem berüchtigten „Moulin rouge“ in Paris auftreten würden, was ttt der Presse bereits zu Artikeln, die von moralischer Entrüstung überliefen, Veranlassung gab. Das Publikum, so hieß eS darin, würde entsetzt von seinen Plätzen sich erheben und den Saal verlassen. Aber gerade das Umgekehrte trat ein. Infolge der sehr regen Reklame und der erwarteten pikanten Geiiuffe war das Theater gedrängt voll. Als jedoch der Tanz begann, lagerte sich Enttäuschung auf allen Gesichtern. Die „Künstlerinnen" vom „Moulin rouge“ hatten wohl Anweiiung erhalten, nicht allzu lebhaft aufzutreten und begannen daher sehr gemäßigt. Dazu war man aber nicht gekommen und bald ertönte von allen Seiten laut der Wunsch nach energischerer K.mst- bethätigung. Dies genügte natürlich, um „Rayon d’Or“ und „La Goulue“ ihrem eigentlichen Naturell wiederzugeben, die 2 änze sanden ganz nach französischer Manier statt und erregten so großen Enthusiasmus, daß sie wiederholt werden mußten. Das Pikante an der Sache ist, daß auf der nämlichen Bühne vor einiger Zeit
Atizeigen-PreiSt
Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige»
15 Pfg., für auswärtige «lyeigen 25 Pfg. — Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.
________________________________________ A. a
Das Preisgericht, welches die Entscheidung über die Form der Bismarck-Säule zu treffen hatte, hat einen Entwurf des Herrn 6 W. Kreiß-Dresden, welcher, nebenbei bemerkt, die drei besten Entwürfe eingereicht und für dieselben den ersten, zweiten und dritten Preis erhalten hatte, zur Ausführung empfohlen. Der Kreißsche Entwurf, welchen wir unseren Lesern in belstehender Zeichnung im Bilde vorsiihren, ist ein einfacher, würdiger, monumentaler Aufbau von ' quadratischem Querschnitt, an den Kanten flankirt von vier Säulen, der einen Architrav trägt, in dem sich der Feuerbehälter - befindet. Er genügt dem Anspruch auf originelle und wuchtige, der Persönlichkeit Bismarcks entsprechende Form, fowie der Bedingung billiger Herstellung. In dem Zwischenräume zwischen den Säulen läßt sich Inschrift, Wappen oder Bildniß anbringen. Nunmehr werden den mehr als hundert Gemeinden, die die Errichtung einer Bismarcksäule ins Auge gefaßt haben, die erforderlichen Zeichnungen, Kostenanschläge re. sofort nach Fertigstellung der Vervielfältigung zugefandt werden.
Das aus dem oberen Theile der Säule zu entzündende geuer erhält feinen Platz in einer Aushöhlung des oberen reines. Die ausgehöhlte Mulde hat einen Asbestbelag und nimmt einen Kessel auf, in dem das Feuer brennt. Das Material zur Feuerung wird durch einen Flascheu- ~ ytg emporgewunden, den oben ein Mann von einer riick- ‘ festigen Oessnung ans lenkt. Der Thurm ist deshalb von ersteigbar und hat auf der Rückseite einen Eingang, jedoch soll er nicht als Aussichtsthnrm benutzt werden. .Vor dem Thurm liegt eine große Steinplatte, auf welcher nach dem Festzug die Fackeln zusammengeworfen werden, durch bereit Gluth der Bau seine stimmungsvolle nächt-
Nereins-Nachrichten.
(Kurze sachliche Berichte werden bereitwluigft unter dieser Ueberschrift ausgenommen.)
* Der Männergesang-Verein „Hilda" veranstaltet kommenden Sonntag, den 25. b. 21t., bei feinem Mitglieds Ritter unter den Eichen zur „Büraer-Schiitzenhalle" ein Sommerfest. Mehrere hiesige und auswärtige Vereine haben ihr Erscheinen zugesagt.
* Komntenden Sonntag veranstaltet der gesellige Verein „Wi es b ad en si a" ein humoristisches Waldfest auf dem „Speyerskopf". Zu demselben sind mehrere Einladungen an auswärtige Brudervereine ergangen, wie auch an hiesige befreundete Korporationen. Für Unterhaltung ist sowohl durch Musik- und GesangS- vorträge, wie durch Spiele gesorgt.
gtiminrn ans dem Publikum.
(Für Veröffentlichungen unter dieser Ueberschrift übernimmt die Redaltion (einerlei Verantwortung.)
* Der Selbstschutz der Frau vor Roth im Alter und bei Invalidität. In dieser Angelegenheit hat der Wiesbadener Vertreter der „Wilhelma in Magdeburg" eine Zuschrift an Ihr geschätztes Blatt gesandt, welche geeignet ist, die Prämien des
(Nachdruck verboten.)
Die Tomaten.
Von Margarethe Berlin.
- Erst feit einigen Jahren und nur ganz allmählich und langsam fängt man in Deutschland an, die schöne feuerfarbene Tomate, die mit idealeren Namen auch Gold-, Paradies- oder Liebes-Apfel genannt wird, zu schätzen und für die Küche, für welche sie eine willkommene, pikante, abwechslungsreiche Neuheit bedeutet, nutzbar zu machen.
In Norddeutschland wurde schon feit längerer Zeit die Tomate verwendet, jedoch fast ausnahmslos für die seine Küche, für den bürgerlichen Tisch hol sie noch nicht die Verbreitung und Beliebtheit gewonnen, die ihr im Ausland — Rußland, Frankreich, England, Italien, Ungarn, Spanien, in Nord- und Südamerika — zu Theil wird.
- Die Zeit naht, in der jetzt auch hier die schönen Früchte überall feilgeboteil werden und die Preise sehr wohlfeil sind. In der besten Zeit ersteht man V« Kilogramm der schönsten Früchte schon für 20 bis 25 Pfennig.
Die ursprüngliche Hcimath der Tomate, „Solanum Lyco- persicum“, ist Südamerika, doch wird sie mit gutem Erfolge auch in Europa angebaut.
In Spanien bereitet man einen in der Hitze der wärmeren Jahreszeit sehr willkommenen, erfrischenden Salat „Gaspacho" aus der Tomate, ein echt spanisches National-Gericht.
Dazu schneidet man einige Tomaten, frische Gurken, einige Zwiebeln und altbackene Semmel in würfelige Form ober Scheiben und vermischt diese mit einer Salatsauce aus mildem Essig, gutem feinen Oel (am besten Erdnußöl aus den deutschen Kolonieen Afrikas), etwas Salz und Pfeffer. Man schwenkt die Scheiben in btt Sauce um, damit sie gut durchziehen.
Ganz besonders geschätzt aber werden die Tomaten zur Bereitung von Saucen und man kann das einfachste Suppenfleisch zu einem feinen Gericht umgestalten, wenn man es mit einer Tomatensauce ferüirt. Diese paßt übrigens auch zu anderen Sleischspeisen, z. B. für Kalbsbraten, vorzüglich. In Oesterreich, öhmen und Ungarn ist die Tomatenfauce sehr oft auf dem Küchenzettel zu finden, so als Beiguß zu den beliebten Semmel- knödeln; ferner zu Makkaroni re. Die einfachste und gebräuchlichste Art, Tomatenfauce zu bereiten, dürfte die folgende fein: Man wäscht die Tomaten, trocknet sie ab, schneidet sie in Stücke und läßt sie in etwas Wasser und Salz einige Minuten kochen. Darauf streicht man diese Masse durch ein Sieb, vermischt sie mit einer Hellen Mehleinbrenne, etwa« Brühe ober Maggiwürze, etwas Essig unb Zucker nach Geschmack.
In Italien, wo man Tomatensauce über Makkaroni unb auch über ausgequollenen körnig gebliebenen Reis giebt, kocht man bie Srüchte mit etwas Salz im eigenen Saft zu Brei, giebt etwas utter ober Olivenöl baran unb rührt die Masse, die mehr cremeartig dicklich fein muß, durch ein Sieb.
Die französische Küche kennt Tvnlatensuppe. die auch in Rußland bekannt ist. Man bereitet eine solche, indem man entweder dicken, durch ein Sieb gestrichenen Toinatenereme an gute Fleischbrühe giebt ober auch, tnbeut man bie Tomaten mit einer Zwiebel, etwas Salz und Pfeffer unb einem Stück Butter dünstet, bann nach Bedarf kochendes Wasser hinzu gießt und die Suppe dann Stunde kochen läßt. Als Würze giebt man ein bis zwei Thee- löffel Maggiwürze und, wenn man es liebt, eine Kleinigkeit Mnskatnug dazu. Die Suppe wird über in Butter geröstete Semmelscheiben angerichtet.
In England und vereinzelt auch in Norddeulschlanb brät man Tomatenscheiben, bie man mit etwa» Salz unb Pfeffer bestreut, in geriebener Semmel panirt, in Butter bellbräunlich unb ferüirt
biefe zu gerösteten Schinkenscheiben ober zu gebratenen Kalbfleisch- schnittchen. ,
Die Verwendung der Tomate ist damit noch lange nicht erschöpft. Man bereitet z. B. auch ein Gemüse davon, ferner Compots und Marmelade.
Der Geschmack ist bekanntlich sehr verschieden unb so wirb es immer viele Leute geben, bie Tomatensauce, Puröe, Suppe, Salat unb gebratene Scheiben wohl lieben, benen aber der Geichmack der Früchte als Compot, Gemüse oder Marmelade zu säuerlich ist, während andere die letzte Bereitungsart vorziehen.
Tomaten werden auch viel und auf verschiedene Art konservirt, um sie auch während des Winters zur Verfügung zu haben.
In Böhmen läßt man recht sorgfältig gewaschene Früchte ganz und giebt fie mit einigen Meerrettichstückchen und Pfefferkörnern in große Glaskransen, übergießt sie mit gutem Essig und bindet sie mit Pergamentpapier zu.
Daß man fertige konseroirte Tomatenfauce kaufen kann, ist jedenfalls bekannt, macht man doch besonders in England, wo bie Saucen nach deutschem Geschmack sehr wenig gut sind, vielen und ausgedehnten Gebrauch von fertigen Saucen ober Soja.
Zum Bereiten dieser Saucen-Konserven kann man bie Früchte zu Brei kochen, durch ein Sieb geben, diesen Creme in weithalsige Flaschen füllen und in einem Wasserbade (bain marie) einige Zeit kochen. Man kann aber auch den burchgetriebenen Tomatenbrei mit Essig und Gewürz kochen und in Flaschen füllen.
Konservirter Tomatencreme hält sich monatelang, und eS ist von großem Werth, ihn im Hause zu haben, da man schnell ein Gericht verfeinern ober ein solches eiuschicben kann.
Dazu kommt, wie oben bemerkt, daß die Tomate zur Zeit ihrer Ernte wirklich billig ist und ihre Verwendung durchaus nicht kostspielig, sodaß fie es verdient, noch viel mehr ihren Weg auf den gutbnrgerlichen deutschen Tisch zu finden.
