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Verlag: Langgaffe 27
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ZG,OOG Abonnenten
Donnerstag, den 22. Juni,
Uo. 285
1899
Fernsprecher No. 52.
Fernsprecher 9ta. 52.
Morgen-Ausgabe
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W. <S. Garstin verlangt mm jedoch lg von Bewässerungsanlagen zwischen lb des letzteren Platzes aber will er
eignen.
Kleine Chronik
— Töchterschulbau. Wie wir s. Zt. mittheilten. hat Herr Manrermeister und Stadtverordneter Georg B irck, welchem der Bau der neuen Töchterschule am Markt im Submissionswege übertragen ist, wegen der durch die mangelhafte Lieferung der Bausteine verursachten Stockung und Schädigung eine Abfindung verlangt. Die Angelegenheit ist von den Parteien einem Schiedsgericht unterbreitet worden und dieses hat sich, wie verlautet, dahin ausgesprochen, daß Herrn Birck ein Schadenersatz von 7000 Mk. zu gewähren sei, die Betheiligten haben sich indessen hierzu noch nicht geäußert. Die proponirte Summe bleibt übrigens wesentlich hinter dem von Herrn Birck erhobenen Anspruch zurück.
dessen Erledigung noch ge( außerordentlichen Sitzung zusammentreten mußte.
43. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs PreiS: durch den Verlag 50 Psg. monatlich, durch die Post 1 Mk. GO Psg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
o. Magistralosihnng. Der Magistrat fand in seiner gestrigen Sitzung ein so großes Arbeitspensum vor, daß er zu dessen Erledigung noch gestern Nachmittag um 5 Uhr zu einer
Iüv Sers 3. gmctrfaC 1899 auf bas „Wiesbadener Tagblatt" zu abonniren, findet sich Gelegenheit im Verlag Langgaffe 27, bei den Ausgabestellen, den Zweig-Expeditionen in den Nachbarorten und sLinmtlichen deutschen Reichsxostanstalteu.
‘X itttnltinr* für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Margen «Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. — Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur •U*’1 nächsterscheinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.
Die Engländer in Afrika.
Unser Londoner u-Korrespondentschreibt unsuuterm20.ds.: Expeditionen nach dem Innern Afrikas wurden ehedem als so ungeheure Wagnisse betrachtet, daß alle Welt stets mit fieberhafter Spannung auf ihre Resultate harrte und die kühnen Forscher als Helden feiern pflegte. Stanley war der letzte dieser, und hätte er nur ein wenig länger gezögert, ehe er seine berühmte Reise nach darkost Africa auf der suche nach Emin Pascha antrat, so würde dieses Unternehmen kaum zur Auffrischung seines Ruhmes als Afrika-Reisender beigetragen haben. Heutzutage durchkreuzen derartige Expeditionen oen dunklen Kontinent nach allen Richtungen, und wenn es sich nicht gerade um einen Marchand und ein Faschoda dabei handelt, hört kein Mensch etivas von ihnen, ausgenommen vielleicht, die eine oder die andere endet im Kochtopf irgend eines schwarzen Potentaten. Infolge der neuerlicheiiErfahrungen mit den Franzosen läßt England Afrika jetzt mit großem Eifer bereisen, doch allem Anschein nach macht es dabei oft schlechte Erfahrungen. In Uganda zum Beispiel brach ein Aufruhr unter den Mannschaften der letzten Expedition ans, und im Fall derjenigen, die vor einiger Zeit nach Barotseland und dem oberen Gambesi unternommen wurde, eni-
Das Schwurgericht in Osnabrück vernrtheilte den Bäcker Möllenkamp wegen Ermordung einer Dienstniagd zum Tode.
Ans Helgoland, 21. Juni, wird gemeldet: Die erste kleine Bucht kam gestern Abend 10 Uhr 28 Mimiken an, die zweite 10 Uhr 41 Minuten. Der erste Kutter, welcher heute Früh 8 Uhr 40 Minuten eiupassirte, ist die „BrunHilde"; die zweite Dacht, der Schoner „Charinian", langte um 9 Uhr 31 Minuten an, die dritte, „Amphitrite", ging um 10 Uhr 20 Minuten durchs Ziel. In nächster Nähe kam .Wendnr", anscheinend beschädigt, in Sicht, ferner „Betty" und drei weitere Dachten. Sämmtiiche Dachte» gehen direkt nach der Elbe. Die Preisvertheilung findet voraussichtlich in Kiel statt.
Jährlich werden in Deutschland nicht weniger als zwei Millionen Glasaugen fabrizirt, und es ist natürlich nicht anzunehnien, daß der ganze Verbrauch der Welt in diesem Artikel allein in Deutschland erzeugt werden sollte. Wo, so wird sich ein Jeder fragen, ist ein Bedarf für eine fo enorme Produktion vorhanden, da doch Glasaugen, wenn sie auch aus einem zerbrechlichen Material bestehen, nicht leicht Beschädigungen ausgesetzt sind und auch nicht gerade als Modeartikel bezeichnet werden können. Die Lösung des RäthselS ist ganz einfach: der überwiegend größere
Die einspaltige Petitzeile für loeale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Psg. — Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.
Ans Stadl and Land.
Wiesbaden, 22. Juni.
— Geschicht-Kalender. 22. Juni. 1897: f Professor Franz Ritter von Rziha zu Semmering, Erfinder des nach ihm benannten Tunnelbausystems (* zu Hainsbach). 1815: Abdankung Napoleons I. 1740: Friedrich des Großen Toleranz-Ordre. 1633: Galileo Galilei schwort in Rom die Kopernikanische Lehre ab. 1527: t Nieeolö di Bernardo bei Maechiavelli zu Florenz, einer der größten italienischen Staatsmänner und Geschichtschreiber. 1476: Schlacht bei Murten, Sieg der Schweizer über Karl den Kühnen. 1276: f Papst Jmiocenz V.
— Königliche Schauspiele. Der bei der Erinnerungsfeier B Johann Strauß die Trauerurne auf der Bühne schmückende erne Lorbeerkranz wurde von der Kgl. Intendanz der Wittwe Meisters nach Wien gesandt. — Herr Intendant Kammerherr v. Hülsen hat eine mehrmonatige Reise angetreten und wird sich am 3. Juli an Bord der.Hohenzollern" begeben, um dieNordlands- jahkt des Kaisers mitzumachen.
Vermischtes.
* Einen neuen seneestchern Kanstosf hat der Münchener Ingenieur C. A. Simmons erfunden. Aus demselben hergestellte Platten von 2 bis 6 Millimeter Stärke zeigten bei Versuchen, welche in Gegenwart von Regierungsbeamten und Mitgliedern der königlich bayrischen Vrandversicheruugskainnier, sowie mehrerer Fachleute vorgenommen wurden, selbst bei längerer Einwirkung einer GaSstichflnunne, die eine Hitze von ettva 700 Grad Reaumur entwickelte, nicht die geringste Spar einer Entflammung oder Ankohlung, erwiesen sich also als völlig nnverbrennbar und feuersicher. Wenn man die Platten im Augenblicke der höchsten Erhitzung plötzlich mit Wasser begoß, so schieferten sie auf der vom Feuer berührten Seite nur ganz wenig ab; die Rückseite blieb dabei völlig unversehrt. Legte man die Platten 48 Stunden ins Wasser, so erführen sie {einerlei Veränderung und waren hinterher ebenso feuerbeständig, wie ganz trockene Vlatten. Die kgl. bayrische VranbversicheruugSkamnier bezeichnet daher den Simmonsscheii Baustoff für besonders geeignet als feuerfester Ballende! aa in Gebäuden, sowie zur Herstelluiig feuerfester Wandverkleidungen, Decken, Böden, Jsoliruiigen und von feuerfesten Umfassungen für landwirthschaftliche Gebäude. Die Platten, welche in Stärke von 1 bis 10 Millimeter hergestellt werden, sind überdies schlechte Schall- und Wärmeleiter, sehr leicht und sollen sich billiger stellen, als jeder feuergefährliche Baustoff. Die Erfindung ist bereits beim Patentamt angemetbet.
* Humoristische». Die verkannteBartbinbe. Bauer: „Bei bera Sommerpartei muß d' Fran a’ rechter Drach' sein! So oft ma' iljr’n Mann z' Haus sieht, hater 's Maul verbunden!" — Von der Schmiere. Direktor (zilW^Schauspieler): „In dem neuen Stück werden Sie im 5. Akt sterben. Da soll nun ein dreistimmiger Lerchengesang vorgetragen werden; weil wir aber nut noch zwei Säuger zur Verfügung haben, müssen Sie dann selbst mitsingen!" („Flieg. V!.") — Erster Gedanke. Finanzniann: , So, Sie sind Professor der Astronomie! . . . Nu, und was wirft Ihne' ab so e’ neuentdeckter Komet?" — Der angehende Geschäftsmann. Dem kleinen Moritz, Sohn des Inhabers eines Abzahlungsbazars, sind von seinem Vater für eine Unart „Fünfundzwanzig" zndiktirt worden. „Vater, Vater!" ruft Moritz in größter Angst, „streng' D'r nicht fo an — gieb fe m'r lieber in monatlichen Raten!" — Ans einer Vertheidigungsrede.
. Hoher Gerichtshof! Selbst wenn ich znm Schluß zugeben muß, daß mein Klient die Gans gestohlen hak, so dürfte als MilderungSgrund für ihn in die Wagichale fallen, daß die Gaus auch nicht den mindesten Widerstand geleistet hat!" („Flieg. Bl.")
Montabaur, wo Nachtquartier genommen wird. Den 2. Tag gebt es über Neckenthal durch das Gelbachthal nach dem GoethepnnS und Obernhof, wo das Essen stattfindet, bann zurück mit der Bah« über Schmalbach.
♦ Der am 16. Mai b. I. dahier gegründete Dilettanten» Verein „Urania* unternimmt kommenden Sonntag, den 25. dS., einen Familien-Ausflng nach Biebrich in den Saal zum Schützen- Hof, Wtesbadeuerstr. (Bes. I. Lippert) Der Verein hat den Zweck, durch Musik-, Gesangs- und theatralische Aufführungen die Talente seiner Mitglieder zu fördern, um sie bei den Veranstaltungen des Vereins zu betätigen.
Stimmen an» dem Publikum.
(Für Betöfleiillitlunßeii unter dieser Ueberschrist übernimmt die Redaktion terntetet Betanlwurluiig.)
* Auf die Entgegnung in der Morgen-Nummer des „Wiesbadener Tagblatt" vom 21. d. bezüglich des Artikels „DerSelbst- schütz vor Noth im Alter und bei Invalidität" hat bie Verfasserin zu erwidern, daß sie sehr wohl ans eigener Anschauung Feierabendhauser wie Damenheime kennt, daß sie deren Nützlichkeit und Nothwendigkeit in ihrem Artikel auch zugegeben, daß aber Einrichtungen, die arbeitenden und alleinstehenden Frauen ihre Selbständigkeit erhalten helfen, denn doch etwas Anderes bedeuten, als solche, die eben infolge eines Nothzustanbes errichtet sind. Nie wird die Verfasserin vergessen, mit welchem Ausdruck ihr zwei Insassen eines solchen Hauses sagten: „Wir uegetiren nur noch; hier hören alle geistigen Interessen auf;“ auch klagten sie über die Nahrung. Mit der Oede der Umgebung ist natürlich nicht die landschaftliche gemeint, sondern die häusliche und dabei vorzugsweise die geistige. Wie man aber in eine Sache etwas hineinlegen kann, was garnicht bfi steht, das zeigen die Worte des Emsenders: „Was nun gar den „Trost des religiösen Beistandes" betrifft, über den der Verfasser des Artikels so bittere und höhnische Worte in Bereitschaft hat" re. Wo steht ein bitteres ober höhnisches Wort? Es heißt, wie es ja Jedermann nachlesen kann, daß eben dieser Beistand von Mancher nicht nur als aufdringlich, sondern als qualvolle Bedrückung empfunden wird; das ist Alles, was über diese Thatsache dasteht. Auch Asyle für Obdachlose find gute und nützliche Einrichtungen, und dem, der eine ober gar mehrere Nächte ohne Obdach war, ist nach den erlittenen Qualen auch wohl darin. Alle Wohlthätigkeits- Einrichtnngen sind eine letzte Zuflucht; um dahin zu wirken, daß immer Wenigere nach einer solchen zu greifen brauchen, hat die Verfasserin es für ihre Pflicht gehalten, auf eine Einrichtung die Blicke ui lenken, welche die Erhaltung der Selbständigkeit bis zum letzten Athcmzuge ermöglicht. D. V.
— Schuluachrichtcn. Das „Posener Tageblatt" berichtet unter dem 15. Juni: Die von Fräulein Hermine Ridder, früher in Wiesbaden, hierselbfl geleitete Kgl. Gewerbe- und Haushaltungs- schule für Mädchen wurde am 8. d. M. einer außerordentlichen Revision unterzogen. Die Revisionskommission bestand aus den Herren Geh. Ober-Regieruugsrath Brandl ans dem Knltus- minifterium und Geh. RegierungSrath Simon, vortragender Rath im Handelsministerium, dem Decerneuten der hiesigen Kgl. Regierung, Herrn Regierungs-Assessor v.Tilly: außerdeui waren hinzu- aezogen die Herren Geh. RegiernngSräthe Lake unb S(labnt), sowie Herr schulrath Baldamus. Die Herren wohnten sowohl Vormittags wie Nachmittags beni Unterricht bei und griffen wiederholt in den Gang ein. Herr Geheimer Ober-RegierungSrath Brandi, welcher die fiiiige Anstalt zum ersten Male sah, sprach wiederholt seine volle Befriedigung über ihre Einrichtungen wie über die Leistung ans, sodaß das Resultat der Besichtigung als ein recht erfreuliches bezeichnet werden kann. Im Anschluß an obige Mittheilung dürfte es auch für weitere Kreise von Interesse sein, daß die fetzige Leiterin der Kunst-, Industrie- und Haushaltungsschule Adeiheidstraße 3, Fräulein A. Sch rank, nicht nur bestrebt ist, das von ihr geleitete Institut auf der alten Grundlage fortzueutwickeln, sondern sich bemüht, den stets wechselnden Forderungen derGeqeuwart gerecht zu werden. Aus diesem Grund wird beabsichtigt, die praktische wie theoretische Ausbildung zum Handarbeitslehrerinnen-Examen auf einen größeren Zeitraum auSzudehnen, da die vermehrten Ansprüche, welche nach jeder Richtung, namentlich auch im deutschen Aufsätze, wie in Bezug auf fließenden und klaren mündlichen Ausdruck gemacht werden, eine längere Ausbildung dringend erfordern. Jungen Damen, welche beabsichtigen, sich der nächsten Prüfung zu unterziehen, kann daher in ihrem eigenen Jutercffe nur gerathen werden, sich dem schon begonnenen Kursus anzuschlichen. Meldungen werden von der Leiterin »och täglich angenommen. Um weitere Verbreitung b. Nachricht wird höflich ersucht.
-n. Krsundlirttogrheimnissr für Raucher. Es ist ein sehr auffallender Umstand, über den auch genug hin- und hergeschrieben ist, daß der Tabakgenuß dem Menschen verhältnißmäßig wenig schadet. Würde Jemand den Nicotingehalt, der in einer mäßig schweren Cigarre von mittlerem Kaliber steckt, in anderer Weise als in Form des Rauches zu sich nehmen, so würde er zweifellos ein recht merkliches Unbehagen verspüren. Der Grund, warum das beim Rauchen nicht geschieht, liegt in der eigenthüm- lichen Wehrkraft gewisser Organe gegen giftige Stoffe, zu denen das Nicotin ja in hohem Matze gehört. So besitzen lieber, Galle, die Danuschlennhäute, die äußere Haut bestimmte Eigenschaften, die sie zur Widerstandsfähigkeit gegen schädliche Substanzen befähigen. Den Rauclier interessirt aber in erster Linie die Be- fchasfenheit seiner Lunge, und da ist es gewiß von erheblicher Bedeutung, daß auch dieses wichtige Organ dem Menschen einen werthvollcn Schutz gegen Vergiftungen verleiht. Diese Thatsache hat Roger von der Medicinischen Fakultät in Pans erwiesen. Er impfte Kaninchen und Meerschweinchen mit giftigen Lösungen, und zwar bald in solche Adern, aus denen das Blut direkt zum Herzen und zur Lunge strömt, und bald in solche, aus denen sich das Blut zunächst in alle Körpertheile, mit Ausnahme der Lunge, vertheilt. Es stellte sich heraus, daß die Vergiftung weit weniger gefährlick; war, wenn die Giftstoffe vom Blute zunächst in die Lunge getragen wurden, ehe sie sich auf andere Körpertheile verbreiteten. Bon bett untersuchten Stoffen: Morphium, Ameisen-, Milch- und Oxalsäure, Schwefclammon, Nicotin re., wurde der letztgenannte Stoff zu besonderen Versuchen anserwählt. Und siehe da! die Verfnchsthiere widerstanden einer dreifachen Dosis des giftigen Tabaksaftes, wenn derselbe zuerst in bie Lunge gelangte. Die Raucher können sich also dazu beglückwünschen, wenn ihre Lunge in gutem Zustande ist, und umgekehrt dürfte eine fthwache oder kranke Lunge am ehesten dafür sprechen, daß ein Mensch xu Nicotinvergiftnngen neigt. Aber die Widerstandsfähigkeit der Lunge gegen das Nicotin und andere Gifte läßt sich auch noch künstlich erhöhen, indem die Lungenthätigkeit, d. h. die Oxydation der eingeatljmeten Stoffe gefördert wird; dies kann durch Zufuhr von Sauerstoff geschehen. Auch dafür liefert einer der Versuche Rogers den Beweis. Er ließ ein Thier, bei dem vorher der Luftröhrenschnitt aukgeführt war, eine gewisse Menge von reinem Sauerstoff einathtncn und impfte ihm bann eine unter anberen Umständen unbedingt töbtliche Dosts von Nicotin ein, sodaß das Gift zunächst in die Lunge gelangte, das Thier widerstand dem lebensgefährlichen Saft unb blieb am Leben. Daraus ergiebt sich bie Erklärung für eine oft beobachtete Thatsache unb außerdem auch eine Lehre für b ie Raucher. Jeder Verehrer des Tabaks wirb die Beobachtung an sich gemacht haben, baß er mehr baoou verträgt, wenn er im Freien, als wenn er in einem geschlossenen und vielleicht außerbem wenig geräumigen Zimmer raucht. Und wer das Rauchen überhaupt nicht sehr verträgt, aubererfeits aber nicht davon lassen will, dem sei gerathen, möglichst nur im Freien zu rauchen.
— Kleine Bei der Aachener Dombau-Geld-
Lotterre fiel ein Gewinn von 1000 Mk. auf Nr. 118,174 in die Kollekte von L. A. Mascke, Wilhelmstraße 30.
Perrin9-llni1;rtd|tetr.
(Kurze sachlich« Berichte werde,'. bereitwAigll nutet dieser Uederschrift aufaeuemmen.) ♦ Der „Wiesbadener Rhein- und Taunus-Klub" hält Donnerstag, den 22. d. M., Abends 9 Uhr, die Wochen- Versammlung im neuen Klnblokal „Gambrinus" ab. In derselben werden das abgeänberte Thurmbauprojekt unb bie Kostenvoranschläge hierzu vorgelegt werben. Außerdein wirb bie 5. Haupt- toattberung zur Berathung kommen. Dieselbe ist 1'/,-tägig, geht den 1. Tag mit der Bahn nach Enis unb von da sofort nach
standen Uneinigkeiten unter deren Häuptern. An der Spitze derselben befindet sich ein gewiffer Major Gibbon« und begleiteten denselben sechs Herren, von denen drei dem Civilstande anaehörende Männer der Wissenschaft und drei Offiziere waren. Einer der letzteren unb die drei (Simliften kehrten jedoch soeben nach Hause zurück, weil sie sich mit dem Major, der angeblich zu sehr Soldaten Wielen wollte, nicht vertragen konnten. Inzwischen gcrieth ein Gerücht in Umlauf, demzufolge sich auch der übrige Thcil der »» dition in Wohlgefallen aufgelöst haben sollte, doch wurde dem- n von maßgebender Seite widersprochen. Major Gibbons muß ch -jedoch nun darauf beschränken, den oberen Lauf des Zambesi zu untersuchen, und hatte den ursprünglichen Plan, sich durch das Herz Afrikas hindurch nach Kairo zu begeben, fallen zu lassen. — Im Augenblick werden Vorbereitungen zu einer weiteren großen Expedition, und zwar Seitens Angehöriger der englischen Presse getroffen. Den Zweck derselben bilden nicht Forschungen, sondern, wenn man so sagen darf, Untcrfuchungcn, die in Thcilen Afrikas angestellt werden sollen, die, wiewohl wenig bekannt, doch das allgemeine Interesse erregen. Die Expedition wird voranssichtlich Beira zu ihrem Ausgangspunkt machen, und von da nach dem Innern Vordringen, um das Gebiet zwischen dem Zambcsi und den Seen zu untersuchen. Da sie alsdann beabsichtigt, aus dem Nil bie Reise nach Kairo fortzusetzen, so gilt es also einem Besuch berjenigeu Gegenden, die Mr. Rhodes für seine große transafrikanische Bahn und seine Telegraphenlinie ausersehen hat. Aller Voraussicht nach wird dieses Unternehmen wieder einmal die Ansnicrksamkcit des großen Publikums zu erregen vermögen. — Soeben ist übrigens der letzte der sogenannten Sudan-Berichte Sir W. E. Garstins erschienen, der schon darum interessant ist, weil er das englische Sprichwort iUuftrtrt, demzufolge es gegebenen Falles besser sein soll, eine schlechte, als gar keine Ausrede vorzubringen. Bekanntlich entschuldigte die englische Regierung ihre Eroberungspolitik im oberen Flußlaufe des Skiles immer damit, daß wenn sich eine andere Macht daselbst festsetzte, sie den Ml zu VewässernngSzweckeu ableiten und auf diese Weise Egypten zur Wüste machen könnte. Sir W. E. Garflin verlangt nun jedoch tn seinem Bericht die Einrichtung von Bewässerungsanlagen zwischen Berber und Chartum. Oberhalb des letzteren Platzes aber will er das Nilthal brainlren, unb glaubt, daß der Fluß dadurch bedeutend wasserreicher gemacht werden konnte, während gleichzeitig ungeheure Moräste dem Ackerbau zugängig gemacht mürben. Er besteht indeß barauf, daß bezüglich der Bewässerung die eqyptischen Behörden zu Rathe gezogen werden, damit diese die Jnteresfeil Egyptens wahrzunehmen vermöchten. Wie überrascht Major Marchand gewesen sein muß, der Monate lang durch endlose Sümpfe nach Faschoda watete, unb bort angelangt von den Engländern bc- dentet wurde, sein Verbleiben daselbst ginge nicht an, west mau ihn im Verdacht habe, bie Moräste bewäsfem zu wollen!' — Aus Britisch Ostafrika trafen hier soeben Berichte über eine fürchterliche, daselbst herrschende Hungersnoth ein. Dieselben wurden von Missionären gesandt, und ist mau hier im Publikum nicht wenig entrüstet, daß von offizieller Seite noch nichts darüber verlautete. Die Regierung scheint nicht einmal dafür gesorgt zu haben, daß ihre eignen, aus den Reihen der Eingeborenen fiaunnenden Angestellten vor Noth geschützt werden. Es ist das umso unverantwortlicher, «iS der letzte große Aufstand in Uganda bekanntlich dadurch veranlagt wurde, daß die Behörden es versäumten, für die Verpflegung der eingeborenen Truppen zu sorgen.
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