Einzelbild herunterladen
 

N-. 283.

Mittwoch, den 21 Juni,

Fernsprecher No. 52.

1899

Fernsprecher No 52.

Morgen-Ausgabe

Ä Zunahme der Magen- nnd Darm- nch dieser Kochgeschirre zurückrufiihren

chrungen chielt an!

400

zahlendem Pensionspreis!

Beistandes" betrifft, übe

Stimmen au» dem Publikum.

(Für BerögeuNi-huiigen mit« dieser Uebtrfärift übernimmt die Redaktion keine« Bcrontnuittune.)

«• Jahrgang.

»mt in zwei Ausgaben. — Bezugs-PreiS: den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. 60 Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Iüv öas 3. giuarfaC 1899 auf das „Wiesbadener Tagblatt" zu abonniren, findet fich Gelegenheit im Verlag Lauggasse 27, bei den Ausgabestellen, den Zweig-Expeditionen in den Nachbar­orten und sämmtlichen deutschen Reichsxostanstalten.

Verlag: Langgasse 27.

Abonnenten

— Airinr Notizen, g. M. der König von Schweden und Norwegen ernannte bte Inhaberin der Firma van Bosch (Frau Elise van Bosch Wwe.) zur Hofphotographin. — Der Inspektor des „Residenz-Theaters", Herr Schiller, welchem schon mehrfache Ehrungen von Seiten des Königl. Sächsischen Hofes zu Theil wurden, erhielt auf ein an Ihre Majestät die Königin Carola von Sachsen gerichtetes Beileids-Telegramm gelegentlich des Unfalles in Sybillen- ort nachstehendes Schreiben von deni Obcrhofmcisteramt I. M. der Königin: „Ihre Majestät die Königin beauftragt mich. Ihnen für die dargebrachten guten Wünsche bestens zu danken. Das Befinden Allerhochstdersclben ist gottlob wieder recht gut. Shbillenort. den 19. Juni 1899. Ihrer Majestät der Königin Oberhofmitbür v. Marloti. ------------

♦ Klein» nalsauische Nachrichten. Der Bezirksausschuß hat die Genehmigung zur Uebernahme der Vorarbeiten zu einer Nebenbahn von Westerburg nach Siershahn ertheilt. — An Stelle des zum Bankrath bei der Nassauischen Landesbank in Wesbaden gewählten Amtsrichters Klau ist nunmehr zum 1. Juli Herr Amtsrichter v. Mittelstadt von Neuwied nach Hachenburg versetzt worden. — Bei einem heftigen Gewitter schlug der Blitz tu

— Nene Sterl-rkaMe. Der Verband evangelischer christlicher Arbeitervereine am Mrttelrhein hat eine Sterbekasse ins Leben ae- nifen, welche auch in Wiesbaden eine örtliche Verwaltungsstelle hüt. Der wöchentliche Beitrag beträgt 5 Pf., das beim Todesfall sofort SN zahlende Sterbegeld für Männer und Frauen 100 Mk. Nähere Auskunft ertheilen der Vorsitzende des Christlichen Arbeiterverein- Herr Pfarrer Diehl, sämmtliche Vorstandsmitglieder, sowie der Verwalter der Sterbekasse, HerrKaufmannBalzer, Faulbrunnen, straste 9.

wird nur die ungeheure Maschinenhalle stehen bleiben, aber auch ihr Aeußcrcs wird eine vollständige Aenderung erfahren. Im Mittelpunkt der Halle wird ein wunderbarer Festsaal von 6200 Quadratmeter Fläche eingerichtet werden, in dem 25,000 Menschen Platz finden sollen. Ferner werden auf dem Marsfelde folgende Ausstellungsgebäude untcrgebracht werden: der Palast für Landwirthschaft, der Elektricitätspalast, das Gebäude des G&iie civil und dasjenige des Unterrichtswesens, ferner die Paläste für Wissenschaften und Litteratnr, für Mechanik, Weberei, Bergbauwesen re. Alle diese Bauten werden, obgleich sie ver­schiedenen Baumeistern antiertrant sind, nach einem harmonischen Plan errichtet werden, der die Schönheit des Ganzen zu beben be­stimmt ist. Nur der Eiffelthurm wird in diesem feeenhafteil Bild wie ein Mißklang sieben bleiben, an ihm kann natürlich kaum etwas verändert werden, und die einzige Verjüngung, die man ihm geben kann, wird in einem Anstrich von silberweißer Farbe bestehen. In diesem Theil der Ausstellung werden der Elektricitätspalast und das Wasserschloß bie pieces de resistance bilden, der erstere durch seine blendende Beleuchtung, das letztere durch seine Wasserkünste. Be­sonders diese Kaskaden werden zweifellos die Bewunderung aller Besucher auf sich lenken, sie werden über die enorme Wassermenge von 1200 Litern in jeder Sekunde verfügen, deren Herbeischaffung durch die Maschinen der Ausstellung bewirkt wird, wobei sich diese dem Publikum zugleich in Thätigkeit vorführen können.

Die Porte monumentale. Dieses Thor wird der Place de la Concorde gegenüber errichtet und wird eines der AuSstellnngs- wunder bedeuten. Der Van von grandiosen Verhältnissen wird nn spanisch-arabischen Stile gehalten fein. Der Haupttheil wird von einer riesigen, nach allen Seiten durchbrochenen Kuppel gc- bubet, die eine Höhe von 42 Metern erreicht, also etwa das Maß emeS Gebäudes von 6 Stockwerken. Sie wird auf drei gewaltigen Sockeln rnheit, die durch Säulengänge miteinander verbunden sind. In der Kuppel werden einige tausend Personen bequem Platz finden. Rund um diese weite Halle befinden sich me eigentlichen Eingangspforten, die so eingerichtet sind, baß 60,000 Menschen pro Stunde ohne Gedränge und ohne merk­liche Verzögerung passiren können. Aus der Höhe der Kiippel wird sich eine Riesenfigur der Friedensgöttin erbeben. In über 2 Meter Sofie über dem Boden erhält der Bau Bas-Nelief, die die meusch- licl)e Arbeit darstellen. Zn jeder Seite des Thores werden zwei Minarets von 50 Meter Höhe den großartigen Eindruck des Ganzen vervollständigen. Uebrigens euipfängt das ganze Thor einen Belag aus emaillirtem Eisenblech in glänzenden Farben, der das Licht der Sonne und der abendliche» Beleuchtung in Lichtern wieder- spiegeln werde». Dieser Glanz wird noch vermehrt sein durch die Anbringung einer Unzahl farbiger geschliffener Gläser und durch nestgc elektrische Scheiniverfer, die mit ihren Lichtbllndelii die Kiippel erhellen werden, während von den Minarets aus andere L-chemwerfer ihre Blitze über die Ausstellung hi »senden werden.

D ie Seine-Ufer. Vor der Jnvaliden-Esplanade bis zum Marsfelde, in einer Lange von 2 Kilometern, herrscht auf beide» Ufern ber Seine emsigste Thätigkeit. Man baut dort eine Menge von Gebäuden und eine ganze schwimmende Stadt, die leicht graziös aus dem Fluß auftauchen wird wie ein Märchen. Ans dem rechten Ufer wirb besonders der Pavillon ber Stabt Paris und der Gartenbau-Palast Aufsehen erregen. Letzterer wird eine Flache von 4000 Quadratmetern besitzen und gleichsam ein un­geheures Gewächshaus bilden, einem jungen Wald vergleichbar. Für dies Gebäude find allein 700,000 Francs bewilligt worden. In seiner nächsten Nachbarschaft liegt der Kongreß-Palast, der wahrend der Ausstellung nur selten uiibenutzt sein wird, da schon vor einigen Wochen rund 90 Kongresse, größtentheils inter- nationalen Charakters, angemeldet waren. Dann folgt weiter bas Gebäude für Socialökonomie, und bann, im Rohbau bereits vollendet, „Alt-Paris", bas vor dem Auge der Besucher das Paris der Renaissance und des 18. Jahrhunderts Wiedererstehen lassen wird. Weiter schließt sich bie Ausstellung der Lusthachten und ber mit bem Wassersport in Verbinbunq stehenden Snbuftrieen an. Parallel zum Ufer wird sich tu der ganzen Lange des Quais die „Rue de Paris" hinziehen, eine ©trajje, in bet bte Singspielhallen, Tanzsäle, Theater Unterkunft finden werden, ferner Schaustellungen anderer Art, wie z. B. ein Aquarium, von dessen Inhalt matt sich Wunder erzählt, und Anderes mehr. Gegenüber auf dem linken Ufer sind die Plätze für den Palast der auswärtigen Mächte, für das Palais der Armeen und Flotte, das allein eine Länge von 400 Metern enthält, das Gebäude für Handelsschiffahrt, diejenigen für Forstwirthschaft, Jagd und Fischerei rc.

Diese kleine Skizze mag Ihnen vorläufig genügen, um eilten entfernten Begriff von den großartigen Plänen zu geben, mit deren Vollendung die französische Hauptstadt im nächsten Jahre bie Welt überraschen will. ________

Ans Stadl und Kand.

Wiesbaben, 21. Juni.

— Grschichtsltalen-et-. 21. Juni. 1854: Oesterr. Truppen besetzen unter Erzherzog Albrecht bie Molban. 1819: Gefecht bei Beerfelben, Hirschhorn unb Eberbach in Baden. 1805: * Karl Friedrich Curschmann zu Berlin, beliebter Liederkompoiiist. 1796: $>t^ran3°fen unter Moreau bringen bei Kehl in Baden ein. 1305: ^Wenzel II., König in Böhmen. 1208: Otto VII., Graf von WittelSbach, ermorbet.

v. r — Die Stadtverordneten sinb auf Freitag, den 23. Juni dieses wahres, Nachmittags 4 Uhr, in den Bürgersaal des Rath- hauseS zur Sitzung eingeladen. Tagesordnung: 1. Anfrage der ^adwerorbiieten Güth und Genossen: „Welche Stellung nimmt der Magistrat zu den neuesten Projekten bezüglich der Erwerbung des Abler-Befltzthuius ein?" 2. Verkauf städtischen Baugeländes zwischen Herderstraße unb Kaiser Friedrich-Ning. (Zu Nr. 2 Be­richterstattung des Finanzausschusses.) 3. Hergabe eines Platzes für bas Freienius-Denkmal. 4. Festsetzung ber Normal-Einheits­preise ber Straßenbau- unb Kanalbaukosten, sowie ber Kosten für Reinigung ber Sanb- unb Fettfänge, für bas laufende Rechnungsjahr. 5. Ein Baugesuch des Kaufmanns Heinrich Buch wegen Er- richtuna eines Schiitzhäuscheus im Distrikt Atzelberg. (Zu Nr. 3 ms 5 Berichterstattung des Bauausschusses.) 6. Em Baugesuch des Unternehmers für Cemeut- rc. Arbeiten Leonhard Peiffer menen Errichtung einer Schutzhalle in der Dotzheimerstraße. 7. Ankauf von Grundstücken im Distritt Unterhollerborn. 8. An­stellung eines Straßenbauaufsehers. 9. Regelung der Gehalts- verhaltntsse mehrerer Bediensteter der Gaswcrksverwaltung. 10. An­stellung von Kindergärtnerinnen für den städtischen Bolks-Kinder- garten. 11. Ein Gesuch des Tünchermeisters Karl Becker um Gewährung von Entschädigung.

Anzeigen-PreiSr

Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. — Reklamen bie Pctitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

* Vergangenen Samstag brachte die Morgen-Ausgabe des „Wiesbadener Tagblatt" einen (von einer hiesigen Dame eins gesandten D. R.) Artikel über „Selbstschutz der Fran vor Noth im Alter unb bei Invalidität", der gewiß sehr woh^ gemeint war, indem er den arbeitenden Frauen die leider oft ver­nachlässigte Pflicht der Fürsorge für die Tage des Alters an« Herz legen und eine vielleicht besonders vorzügliche Nentenanstalt empfehlen wollte. Dagegen ist nichts eiiijuwenden und kein Ein- sichiiger wird seine Berufsgeuossen von ber Benutzung aller gebotenen Mittel dieser Art zurückhalten wollen, doch erfordert ein Punkt des genannten Artikels durchaus eine Richtigstellung, bnmit sich nicht gegen eine äußerst wohlthätige Einrichtung der Neuzeit ein Vornrtheil bilde, bas bcriclben hinderlich und schädlich werden könnte. Wohl mit mehr Selbstverleugnung und opferwilliger Nächstenliebe als Renienanstalten wie ber empfohlene „Deutsche Anker" find in den letzten Jahrzehnten hier unb ba Feierabendhäuser für alte Lehrerinnen gegründet, bevölkert unb im Segen geführt worden. Ich kenne zwei derselben ans eigener Anschauung, andere aus Erzählungen der dort Wohnenden, unb darum empörte sich mein Wahrheits- unb Ge­rechtigkeitsgefühl, als ich bie Auslassungen des erwähnten Artikel- las, und ich kann nicht anders, als einige Worte zur Ehrenrettung der Verleumdeten sagen. „Frieren" soll es den Besucher solcher Häuser „selbst am heißesten Sommertag" beim Anblick der „traurigen, bekümmerten unb verkümmerten Gesichter, aus denen gleichmäßig das Einerlei völliger Hoffnungslosigkeit herausblickt, die mit ber Oebe ber Umgebung in nur zu vollkommener Ucbercinfttmmung steht l" — Man kehre den ganzen Satz um, und wird mit dem Gcgentheil des Gesagten ungefähr das Rechte treffen. Wem sollte es nicht warm ums Herz werden, wenn er etwa 20 theils hoch- betagte, theils frühzeitig gebrechliche und invalide Lehrerinnen bei­sammen sicht, bie im FeicrabenbhauS ein Heim gefunden haben, wo Alles aufs Beste für sie bereitet ist, wo sie in kranken Tagen liebevoll gepflegt werden, wo es ihnen nicht an gebildetem Umgang und an gemeinsamen Festen, noch an der Freiheit fehlt, die ein a« Selbständigkeit gewöhnter gebildeter Mensch beanspruchen darf. Von der „Qede ber Umgebung" kann man sich einen Begriff machen. Wenn man hört, baß sowohl baS Göttinger, als noch mehr da« Wisseuer unb Gandersheimer Feierabenbhaus in reizvoller Gegend, dazu vor den betreffenden Städten, nahe am Wald und von schonen Gärten umgeben, liegen. Das Innere der Häuser ist sehr freundlich unb behaglich; im Winter wirb bas ganze Haus durchwärmt ; außer ben eigenen Räumen stehen ben Insassen noch Eß- unb Gesell­schaftszimmer zur Verfügung; bie Kost ist besser unb reichlicher, als sie Wohl die meisten m ihren Familien haben Würden, weit, weit besser, als die Damen sie sich mit einer Jahresrente von 1000 Mk. verschaffen könnten. Das Alles für 300 Mk. resp.

Mk. einmaliger Einzahlung unb ebenso viel jährlich zu rbem Pensionspreisl Was nun gar ben „Trost bes religiösen über ben bet' Verfasser des Artikels so bittere unb höhnische Worte in Bereitschaft hat, so wird berfelbe selbst in der milben Form von Morgen- unb Abendandachten keiner Feierabendhausbewohnerin auf gekrängt, sie darf ihn meiden; doch kann ich aus Erfahrung be­stätigen, daß die meisten ihn suchen, entweder als die ge­wohnte tägliche Speise ober doch als den im Alter gefundenen und erprobten Halt ihrer Seele. Möchten doch Alle, bte versucht sind, gering von ben F.-A.-Häusern zu denken, gehen und sehen! Ihr Urtheil wirb dann sicherlich nicht mit dem des betreffenden Artikels übereinftimmen, der gewiß nicht aus eigener Anschauung hervor» gegangen ist. Achtung vor Allen, die sich durch eigene Kraft ein unabhängiges Alter sichern; Liebe und Verehrung Denen, die ihrer weniger glücklichen Schwestern gedenken und ihnen ein freundliches, friedliches Altersheim bereiten I E.

(Nachdruck verboten.)

DiePariserWeltausstcllnng in ihm EMkhung.

Paris, im Juni 1899.

Eine Riesenausstellung in ihren verschiedenen Entwickelungs- - stufen zu beobachten, hat einen eigenen Reiz, Es geht uns damit ;; ebenso, als ob es uns vergönnt ist, in die Entstehungsgeschichte eines großangelegten Dramas zu blicken. So unschön das Unfertige wirkt, wenn es noch nach der Eröffnung einer Ausstellung, wie es : ja meist der Fall ist, als Nachzulieferndes stehen geblieben ist, so imposant Wirkt das Unvollendete, wenn man über eine weite Fläche hin Tausende und Abertausende von Menschen an seiner Vollendung i arbeiten sieht. Gegenwärtig kann übrigens das Architektonische der F Weltausstellung zu seinem guten Theil schon beurteilt werden, unb E es dürfte Ihren Lesern, denen der Besuch von Paris im nächsten | Jahre hoffentlich in großer Zahl gegönnt ist, nicht unwillkommen F fein, sich schon jetzt über die ganze ungeheure Anlage eine kurze Ueberschau zu nehmen, und Sie können vielleicht auch Manches - daraus lernen, was später in der fertigen Ausstellung dem Auge verschwunden sein wirb.

... Die Ausstellung finbet bekanntlich auf einem bereits burch H frühere Weltausstellungen eingeweihten Gelände ihren Platz, aber K vergrößert um ben ganzen Raum vor bem Juvaliden-Palast, einem F Thetle der Champs-Elysäes und dem Raume zwischen dem F Jnvaliden-Palast und dem MarSsclde von etwa 4 Quadratkilometer' r 0'lache. Unternehmen Sie mit mit eine Wanderung über das ge- | wattige Feld unb verweilen Sie für einige Minuten an benjenigen U Pützen, wo es bereits jetzt am meisten zii sehen giebt.

Die Champs-Elysöes. Hier sind bie Arbeiten am 6 -^testen vorgeschritten. Der große unb ber kleine Palast, zur M ""-rnahnie bet 100-jährigen unb ber 10-jährigen Ausstellung ber E ~53tien Künste bestimmt, sind fast vollendet. Das Dach steht bis | auf. einen Theil ber zahlreichen Kuppeln, bie es überragen, jr fertig da. Auch die Verzierungen und das reiche Schnitzwerk s bte den Gebäuden von außen her bis ins Einzelne einen M künstlerischen Eindruck verleihen, sind schon allenthalben angebracht. i Um diese reichaeschntückten Gebäude vor Unfällen und vor der | . Witterung zu schützen und ihnen ihre ganze Frische bis an den M Tag der Eröffnung zu erhalten, hat man sie mit einer starken M grauen Pappe überzogen, die außerbem mit Mörtel übertüncht ist. Selbe Bauwerke bieten bem Auge eine glänzende Faqade bar, von i «ner Unzahl von Säulen getragen, zwischen denen sich Nischen, mit . Statuen geschmückt, einfügen. Der innere Ausbau ber Paläste ist | soweit vorgeschritten, daß man bie Anordnung ber Säle erkennen E rann. Diese wie fast alle Gebäude der Ausstellung erhalten zwei E Stockwerke, um möglichst viel Raum zu schaffen. Zwischen dem M großen Palast von quadratischem Umriß und dem kleinen Palast, M ,ble Farm eines Trapezes besitzt, wird sich die Avenue E Nicolas II. hinziehen, ein breiter prächtiger Wanbelgang, von ' mehreren Baumreihen eingefaßt und mit Springbrunnen und | Statuen geschmückt. Dieser Platz verspricht einer der schönsten der f Ausstellung zu Werden.

Die Brücke Alexander HI. Dieses monumentale Bau- f: werf überschreiten wir, wenn wir von dem in ben Champs-Elysöes I gelegenen Theile bet Ausstellung nach den Gebäuden hinüber gehen f wollen, die sich auf der Jnvaliden-Esplanade zu erheben beginnen. | In ihrer Breite unb Pracht Wirb biefe Brücke vielleicht bie schönste I fein, bie bie Architektur jemals hervorgebracht hat. Sie wirb von F einem einzigen Bogen getragen, ber wieder in kleinere Bogen ge- i gliedert ist, unb sich zur Rechten und zur Linken auf mächtige | Granitpfeiler stutzt. In der Mitte wird der Riesenbogen beider- M Jetts durch Ornamente von gewaltigen Dimensionen gekrönt, auf | der einen Seite durch das Wappen des Czaren Alexander III., auf [ der anderen durch das Wappen der Stadt Paris. Langs derBrust- | wehr schlingt sich eine künstlerische Guirlande, bte bie reich- r geschmückten Trager initeinanber üerbinbet. An beiben Briickenenbeu k Werben sich Pylonen erheben, bie dem Bauwerk schon von Weitem einen E monumentalen Eindruck verleihen werde». Jede der Pylone» ist voll- [ kommen In massivem Stein aufgefübrt unb erhebt sich in strengen M Linien über einem Sockel, als einzige architektonische Gliederung | dienen bte tn ben Winkeln angebrachte» Bündel von Säulen. In I ben Nischen werden Statuen ihren Platz erhalten. Auf der Höhe M der Pylonen sollen Gruppen gigantischer Flügelrösse ausgestellt Er werden, bte von allegorischen Gestalten am Zügel geführt werben. F In ihrem Ganzen wirb biefe Brücke eine ber „clous“ ber Aus- | stellnng bilden.

K D„ Die Jnvaliden-Esplanade. Jenseits der Brücke | Alexander III. sind die Arbeiten vor dem berühmten Jnvaliden- M- Palast noch ziemlich weit zurück. Der Platz war bisher vielfach M uneben und erforderte einen großen Aufwand von Erdarbeiten, | Me.« vollständig nivellirt war. Man Hai an citudncn Stellen M Walle bis zu 2‘Ä Meter Höhe aufwerfen müssen. Diese Arbeiten k sind jetzt vollendet, auch der Grundstein ber Gebäude ist bereits k ?^gt, und an vielen Plätzen erheben Ach schon die Mauern zu be- 1 trachtttcher Hohe. In der Mitte der Esplanade wirb ebenfalls eine M Avenue von 25 Meter Breite angelegt, die eine Verlängerung B der Avenue in den Champs-Elysöes und der Briicke Alexander III. E bilden unb von drüben eine prächtige Perspektive gewähren M Wird, abgeschloffen durch den herrlichen Dom der Jnvaliben-Kapelle, k unter bem sich das Grab Napoleons I. befindet. Die auf diesem k Gelände errichteten Gebäude werben die verschiedensten Snbuftrieen | beherbergen, bte der Herstellung von Möbeln und der Ausstattung E und Ausschmückung öffentlicher und privater Bauten dienen.

U Das M arsseld. Aus diesem Platze ist noch am meisten zu M ihun, ba hier erst bie Gebäude der alten Ausstellung abgerissen U werden mußten, was nun durchweg geschehen ist. Man hat die U Materialien ber alten Gcbäube selbstverständlich benutzt, aber ■ un aobere Plätze geschafft. Die vollständigen Skelette mancher M Riesenbauten sind auf diese Weise von einer Stelle an U Re andere geschoben worden. Von der Ausstellung von 1889

— Sie Gefahren des emaillirten Kochgeschirrs. In einem Londoner Brief der „Berliner Medizinische» Wochenschrift" heißt es u. A.: Dr. Sharpin aus Brighton hat eine Reihe inter­essanter Untersuchungen veröffentlicht, in denen er auf die Gefahren hiiiweist, welche in bem so verbreiteten Gebrauch emaillirten Koch­geschirrs liegen. Er fanb, baß nach ganz kurzem Gebrauch bte Emaillining tn kleinsten unb größeren Stücken abspriugt, weil sich bas Eisen unb bas Email bet Erhitzung verschieden stark aus- dehnen. Zahlreiche biefer Splitter sinb äußerst klein, lassen sich aber bet genauer Untersuchung in Gemüsen, die in solchen Töpfen gekocht sind, Nachweisen. Dr. Sharpin glaubt, daß das häufige Verschlucken solcher Splitter nicht ohne schädliche Folgen bleiben tonne, da bte äußerst scharfen, glasartigen Thcilchen leicht zu Ver- letzungen ber Magen- unb Darinschleimhant führen können. Wenn wir auch nicht ohne Weiteres bem Autor bnhin folgen wollen an- zunehuieu, baß bie große Zunahme der Magen- und Darm- kraukhctteni auf den Gebrauch dieser Kochgeschirre zurückzuführen fei, so tst bte Frage doch vielleicht einer Nachprüfung Werth.