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«»• Jahrgang.
No. 279
Konnlas, den 18. Juni.
1899
Fernsprecher No. 52.
Fernsprecher No. 52.
Morgen-Ausgabe
Politische Uebersrcht.
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Dreyfus-Sache zweideutig und unehrlich benommen hatte, und dessen von der republikanischen Linken seit Langem geplanter Sturz nur auf de» geeigneten Zeitpunkt verschoben worden war. Aber auch mit diesem Kabinettswechsel ist die Liquidation der Dreyfus- Maffe noch keineswegs erschöpft, denn es ist eben der Fluch der bösen That, daß sie fortzeugend Böses muß gebären!
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M die Republikaner die Kundgebung zu
Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-Preis: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. «O Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
etwa 1000 cbm für die Besprengung verbraucht, fortan davon aber höchstens nur noch 200 cbm der allgemeinen Leitung entnommen werden, so wird eine bedeutende Ersparnis; an trinnunfftr erzielt, die der Allgemeinheit zu gute kommt.
— Die Kirchweihfeste im Rheingau haben mit der Frauen» steiner Kirmes ihren Anfang genommen und wickeln sich nun bald hier, bald dort der Reihe nach ab. Morgen ist »Niederwallufer Kerb" und dürfte in diesem herrlich gelegenen Orte der Fremdenbesuch, besonders aus Wiesbaden, Mainz und den umliegenden Ortschaften, ein ganz bedeutender werden, wenn man nach dem Verkehr an einem gewöhnlichen Sonntage schließen will.
Ückerraschungen zeitigt. Der Entscheidung des Kassationshof! Gunsten von DreyfuS war der Skandal der Nationalisten Auteull gefolgt, welchen, b!» d» X...tö4....a 0-
«ngchamp entgegenstellten. Die Folge dieser Kundgebung wiederum
*u »et Sturz des Kabinetts Dupuys, das sich im Laufe der
Den Pfad des Friedens und nicht den des Krieges wollen auch jetzt die Amerikaner gegenüber den Filipinos beschreiten, nachdem fie soeben erst alle Verhandlungen abgebrochen und zorn- mtbrannt die Fortsetzung des Krieges beschlossen hatten. Aber über Nacht ist den Staatsmännern in den Vereinigten Staaten eine «tue Erleuchtung und eine bessere Erkenntniß der Situation auf den Philippinen gekommen und die Frucht dieser Erkenntniß war die Einleitung neuer Verhandlungen mit den eigensinnigen Tagalen, welche die .Amerikaner-Befreier" durchaus nicht als.liebe Freunde und Mitbürger" begrüßen wollen.
Recht kriegerisch steht auch trotz aller Friedensbestrebungen die Situation in Frankreich aus, wo die Entwicklung desDreyfns- Nandals immer größere Dimensionen annimmt und immer neue
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die deutsche Regierung durch ihre Vertreter die regelmäßige öffcutlichuna der Sitzungsprotokolle beantragen lassen, ein Antrag, der vorläufig abgelehnt worden ist. über den die endgültige Entscheidung aber noch aussteht. Die endgültige Beschlußfassung hierüber wird mit Interesse zu erwarten sein, denn es handelt sich hier um eine Art Selbsteinschätzung der Konferenz in Bezug auf ihre Thätigkeit und die zu erwartenden Leistungen!
Die illoyale und im schlechtestenSinne tendenzioseVerichterstattung der offenbar ans offiziösen Quellen gespeisten englischen Presse ist nirgends so deutlich hervorgetreten, als in derSchiedsgerichts- frag e, welche allgemach den breitesten Raum in den Verhandlungen der Konferenz einnimmt. Von englischer Seite wurde der deutschen Regierung untergeschoben, daß sie dem Plan eines Schicds- —' x° lgt ablehnend gegeiiüberstehe. Der Zweck dieser liegt auf der Hand. Deutschland soll als der
interessant ist ...... „ „ , Monatsersten war Herr G. mit dem Vermiether R. über eine Forderung desselben „für Bedienung" in Streit gerathen und verweigerte die Zahlung des Betrags. Als er Abends nach Hause kam, fand er fein Zimmer verriegelt und mußte im Hotel liber- nachten. Gegen Hinterlegung der Streitsumme erwirkte er nun eine einstweilige Verfügung, wodurch R. aufgegeben wurde, bei Vermeiduiig zwangsweiser Einführung beut Kläger die Benutzung des Ziinmers zu gestatten. Da die Verfügung nicht befolgt wurde, so trat ein Gerichtsvollzieher in Aktion und führte G. zurück. In dem nun folgenden Civilprozcß wegen Erstattung der Hotelkosten wurde R. verurtheilt. dieselben mit 2 Mk. pro Tag an G. zurück- zuerstatten, da er das Retentionsrecht geltend machen und bte Exmissionsklage anstrengen, nicht aber die Benutzung des Zimmer' unmöglich machen durste.
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— Ma» find Konditormaaren? Mit dieser wichtigen Frage hat sich dieser Tage das Kamntergericht in Berlin zu beschäftigen. Für Gewerbe, deren vollständige ober theilweise Ausübung an Sonn- uub Festtag! ” ' ‘'
ober an diesen Tagen besonders hi
gerichts unbebitit Machenschaften !..„. ... ... ..... .... ... ...
Störenfried hingestellt und für das estvaige Scheitern der Kon-
- sercnz In erster Reihe verantwortlich gemacht werden, um so, entsprechend den leicht erkennbaren Wünschen der englischen Politik, eine Mißstimmung zwischen Deutschland und Rußland, dem Ein- berufer der Konferenz, herbeizuführen. Diesen Machenschaften hat die deutsche Regierung sich genothigt gesehen, mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten und den thatsächlicheu Status quo festzustellen. Dieser besteht aber darin, daß die deutsche Regierung auf dem Boden des rnsstschen Vorschlags steht, welcher ein Schiedsgericht von Fall zu Fall anstrebt, während fie allerdings gegen den englischen Vorschlag, welcher ein ständiges Schiedsgericht konstituiren will, mehrfckche und ernste Bedenken geltend macht, die von der Konferenz bisher nicht gehoben werden konnten.
■? Die illoyale Haltung Englands muß umso sonderbarer erscheinen, als gerade dieses Land es ist, welches den Plänen der Konferenz, so in der Frage der Abschaffung her Dum-Dum-Geschosse imd des Schutzes des Pr ivateigenthums zur See, den entschiedensten Widerstand bereitet, obwohl cs sich hier um Dinge von weit größerer praktischer Bedeutung handelt, als bei der Frage eines Schiedsgerichts, welches die Staaten anerkennen, wenn sie wollen, und nicht anerkennen, wenn sie nicht wollen. Die Schwärmerei Englands für das Schiedsgericht ist auch durchaus einseitiger Natur, denn der Transvaal-Republik gegenüber weigert es sich gerade jetzt, auf die Lösung der zwischen den beiden Ländern schwebenden Streitfragen durch ein Schiedsgericht einzugehen. Das Vorgehen Englands gegen die Burenrcpublik zeigt auch aufs Deutlichst^ wie es mit der gerühmten Friedensliebe der Engländer bestellt ist, 1 obalb ihre eigenen Interessen in Frage kommen. Wenn die Eng- änber aus Anlaß der Verhandlungen im Haag die Friedensliebe ^Deutschlands versteckt oder gar offen zu bezweifeln wagen, so gleichen sie den Leuten, die im Glashause fitzen und dabet leicht- finniger Weise mit Steinen werfen!
Wenn, wie mit einiger Sicherheit anzunehmen ist, in diesem Fall ium Schluß die „Friedensliebe der Engländer siegen wird, so tragen daran nicht die Engländer, sondern die TranSvaal-Bnren die Schuld, denn in England ist man sich nicht darüber im Unklarem daß ein Feldzug gegen die kriegerischen Buren, deren Schlaa- jertigfeit die Engländer sehr zu ihrem Schaden schon wiederholt rennen gelernt haben, keineswegs ein „militärischer Spaziergang", sondern ein kriegerisches Unternehmen von weittragender Bedeutung wäre, dessen Ausgang durchaus nicht mit Sicherheit vorauszusehen jp. Die englische Regierung hat deshalb in dieser Frage den Treibereien des Kolonialhetzers Chamberlain nicht Folge geleistet, sondern den Beschluß gefaßt, vorläufig keine Schritte gegen Transvaal zu unternehmen. Da aber auch die Buren zu Zugeständnissen, - w wert fie den Interessen ihres Landes nicht direkt zuwiderlaufen, bereit find, wird man darauf rechnen können, daß der Streit trotz des zur Zeit bedrohlichen Aussehens ein friedliches Ende nimmt.
Wenn die Erhaltung des Weltfriedens lediglich von der internationalen Friedenskonferenz abhinge, die mit heißem Bemühen irn Haag thätig ist, dann müßte man füglich mit Banger Sorge in die Zukunft blicken, denn die Hoffnungen, daß das Er- gebniß der Konferenz eine wesentliche Stärkung des Weltfriedens sein werde, sind allgemach beträchtlich gesunken. Die Friedenskonferenz stand — vielleicht liegt das' in der tottur der Sache — von vornherein unter dem Zeichen der Uiisriedlichkeit. Man erinnert sich, daß schon die Frage her Einladung zur Konferenz fich zu einer Art europäischen Frage auswuchs, an der die ffonfetenz fast schon vor ihrem Beginn gescheitert wäre, jluch jetzt hat fich wieder eine zweite nicht minder heftige Streitfrage erhoben, die mit den Fragen, welche ans der Konferenz »erhandelt und wenn möglich gelöst werden sollen, an sich nichts zu thun hat, nämlich die Frage der Veröffentlichung der Sitzungs- Protokolle. Die Mehrzahl der im Haag versammelten Diplomaten geht von der Anschauung aus, daß ihre Thätigkeit das Licht der Oeffentlichkeit zu scheuen habe, und sie wünschen, daß die Konferenz dem Veilchen gleichen solle, das still und bescheiden im Verborgenen blüht. Aus diesen find noch anderen Erwägungen heraus hatte die Konferenz die Geheimhaltung ihrer Verhandlungen beschlossen. Dieser Beschluß ist aber nicht von allen Seiten eingehalten worden. Vom Beginn der Konferenz an sind aus englischer Quelle über die Verhandlungen im Haag Berichte verbreitet worden, welche einseitig und tendenziös gefärbt waren und den aus- «sprochenen Zweck verfolgten, die Haltung Deutschlands auf der Friedenskonferenz in ein schiefes Licht zu stellen und zu verdächtigen. Um diesem unlauteren Treiben entgegen zu treten, hat die deutsche Regierung durch ihre Vertreter bte regelmäßige Ver-
Aus Stadt nnd §and.
Wiesbaben, 18. Juni.
— Geschichtskalendrr. 18. Juni. 1896: Enthüllung des Kaiser Wilhelm-Denkmals auf dem Kyffhäuser. 1871: f George Grote zn London, ber. en gl. Geschichtschreiber. 1866: Besetzung Dresdens. 1849: Ende des deutschen Rumpfparlaments. 1815: Schlacht bei Belle-Allianee (Waterloo). 1757: Schlacht bei Kolli». Riederlage Friedrichs des Großen. 1675: Schlacht bei Fehrbellin. Sieg des großen Kurfürsten über die Schweden. 1530: Allgem. Reichsversammlung zu Augsburg.
— Königliche Schauspiele. Der außerordentliche Erfolg, den die künstlerischen Darbietungen unseres illustren Wiener Gastes, des K. K. Kammersängers Herrn Fritz Schrödter, am hiesigen Königs. Theater gefunden, hat die Königl. Intendantur veranlaßt, dessen Gastspiel um einige Rollen zu erweitern. Herr Schrödter wird demzufolge zunächst am Montag, den 19. d. M., in „Cavalleria rusticana“ den Turriddu und im „Bajazzo" den Canio singen. Ferner hat er gelegentlich ber Seitens ber Königl. Intendantur für Dienstag, den 20. b. M., als Erinnerungsabend an den verstorbenen Johann Strauß in Aussicht genommenen Aufführung der „Fledermaus" die Rolle des Eisenstein übernommen. Dieser Vorstellung gebt ein von Joseph Lauff gedichteter Prolog voraus, der von Frl. Willig gesprochen wird.
— Kunstsalon Kanser. Neu ausgestellt: Große Sonder- Ausstellung von Hermione v. Preuschen: „Kirke mit den Schweinen, „Lebenssphinx", „Asrael, ber Todesengel", „Konrad Telmann auf dem Todtenbett", „Konrad Telmann bei der Arbeit", „Studie bei Porto d'Anzio", „Dämmerung", „Allerseelentaa", „Friedhof bei Porto d'Anzio", „Herme in Villa Borghese", „Herbst", „Allerseelen", „Allerseelen", „Im Park", „Stillleben", „Jsistempel bei Philae", „Meer bei Porto d'Anzio", „Mühle bei Porto d'Anzio", „Arabische Begräbnißstätte",„Agavenund Ginster,Sorrent", „Noch eine hohe Säule (Porto d'Anzio) , In der Wüste", „Weiße Orchideen am Meer", „Lila Orchideen am Balkon", „Lila Orchideenstraub", Goldene Lebensfrüchte" „Ältegyptisches Stillleben", „Aus Cosa Telmann", „Impression, Kind im Stuhl", Kapuzinerkresse", „Säule am Meer bei Porto d'Anzio", „Agaven n. Gsiister, Sorrent", „Chigikapelle in S. Maria bei popolo", „Kapelle in S. Maria popolo", „Im Camelliengarten", „Im Obstgarten", „Potnrnerscher Gemüsegarten", „In Villa Borghese", „Pergola in Fiesole", „Am Bach", „Untern Kirschbaum", „ÄusNnbien", „Meerstudie", „Meer bei Porto d'Anzio", „Helonan in der Wüste", „Haus mit Lilien", „Bei Pompeji", „Sonntagsruhe", „Alter unterm Apfelbaum", „Bei Assiout (Egypten)", „Waldstudie", „Waldeinsamkeit" „Holzhütte", „Von der Meendoka, „Buchenstamm", „Bei den Apfelbäumen", „Im Wald", „Aus Villa Medici", „Am Bach", „Poinmersche Bauernstube", „Das Weid", „Im VenuStempel" „Cyclamen", Fischerknabe", „Lux, römische FriihlingSlandschast", „Schlüssel- ftnbie“. — Ein Rahmen mit Handzeichnungen von Ludwig Hohl- wein-WieSbaden.
— §d)nlnnd)tid)ten. Gestorben sind ber seit dem Jahre 1886 im Ruhestand lebende Lehrer Herr Massenkeil in Lorchhausen, sowie die noch beide im jugendlichen Alter stehenden Lehrer Scheer er in Birlcubach bei Diez und Dithmar in Langenbach, Kreis Oberwesterwald. Die erledigte Schulstelle zu Hinterwald, Kr. St. Goarshausen, wurde Herrn Lehrer Holler zu Braubach übertragen.
— MalhaUa-Theater. Der am 16. er. eingetretene Wechsel im Künstlerpersonal brachte eine ganze Reihe interesianter Novitäten. Sensationelle und wirklich sehenswerthe Leistungen bot das französische Tanz-Quartett Salvaggi Molasso, welches mit ihren Wirbeltänzen stürmischen, nicht endenwollenden Beifall erzielte; schon diese Nummer allein dürste den Besuch des Walhalla-Theaters empfehlenswerth machen. Daßlon und Gizella nennt sich ein Radfahrcrpaar, welches allen Freunden und Sennern des Rad- fahrsports das grüße Interesse einstößen dürfte. Die durchwegs schwierigen Trics werden mit Leichtigkeit und Eleganz ausgefiihrt. Schallende Heiterkeit erregten die Musical-Excentrics Black und White, desgleichen die urkomischen Zauberparodisten. Der Humorist Rudolf Riedel brachte ein völlig neues Repertoire, mit welchem er vielen Beifall erntete; auch dasPannonia-Sextett prüsentirte sich in neuen Kostümen und mit neuem Repertoire, dagegen konnte die Liedersängerin Katharina Mirani das Publikum wenig erwärmen. Eine neue Serie vorzüglicher lebender Photographieen brachte der Americain Biomatograph, u. A. Bilder von Stierkämpfen in Madrid zc.
o. Der Masterin-nigel ober besser gesagt bie von ben geringeren Nieberschlägen in ben beiben letzten Wintern herriihrende Abnahme in den sonst so reichen Vorräthen an Onellwasscr in den verschiedenen Stollen und Brunnenkammern ist bekanntlich feit längerer Zeit Gegenstand eingehender Erörterungen in den städtischen Körperschaften. Dieselben haben kürzlich zu einem Beschlüsse geführt, von dessen Ausführung auf lange Zeit hinaus eine befriedigende Lösung der Äasserfrage erwartet wird. Doch bis zur Ausführung dieses Planes ist noch mit den gegenwärtigen Verhältnissen zu rechnen, die, wenn auch noch nicht, wie in manchen anderen Orten, beispielsweise in Frankfnrt,von einer Wasserkalamitätgesprochen werden kann, in ber jüngsten Zeit sich etwa? ungünstiger gestaltet haben. In ben heißen Tagen hat fich nämlich der tägliche Wasserverbrauch der Stadt fast verdoppelt — er ist von 6000 auf 11,000 cbm angewachsen — sodaß die Stadtverwaltung ans Sparen denken mußte. Sic hat damit zunächst bei sich selbst an- gefangen und Vorkehrungen getroffen, um die Entnahme von Wasser zum Straßendesprengen aus der Hauptleitung ganz einzustellen ober doch möglichst zu beschränken. Zu biefem Zweck ist die Gallerielcitung, bie aus bem Wellritzthal kommt und früher verschiedene Laufbrunnen speiste, sowie eine Bachleitung, die den Wilhelmsplatz kreuzt, herangezogen worden. Von der ersteren ist eine Zapfstelle am Faulbrunnenplatz und von der letzteren auf dem Wilhelmsplatz errichtet worden. Dort werden alle Sprengwagen gefüllt bis auf diejenigen, welche in den sehr weit von diesen Stellen entfernten Straßen verkehren, wie im Nerothal. Bei den großen Umwegen, welche dadurch gefahren werden müssen, vertheuert sich begreiflicher Weise die Besprengung, und diese selbst kann bei Vermehrung des Materials nicht so flott von Statten gehen als bisher. Aber da bei trockenem Weiter täglich
ien zur Befriedigung täglicher
.... ... „ , yervortretender Bedürfnisse der Bevölkerung erforderlich ist, können, wie bekannt, durch Verfügung der höheren Verwaltungsbehörde Ausnahmen zugelassen werden. Verschiedene Regierungspräsidenten, u. A. auch der Regierungspräsident zu Diisseldorf, haben daher bestimmt, daß auch an gewissen Nachmittagsstunden der Sonntage Konbitorwaaren verkauft werden diirfcn. Ein Konditor hatte zur fraglichen Zeit u. Ä. auch Chokoladenwaaren und Bonbons verkauft; die Staatsanwaltschaft rechnete diese nicht zu den Konbitorwaaren. Ander» das Landgericht, das den Konditor freisprach. Bei der Revision vor dem Kammergericht erklärte der Staatsanwalt, Chokoladen- waarcn gehörten nicht zu ben Konbitorwaaren; unter Konditor- w-raren verstehe man Erzeugnisse ber Fein- und Zuckerbäcker. Da» Kammergericht erkannte jedoch auf Zurückweisung der von ber Staatsanwaltschaft erhobenen Revision. Nach der Entscheidung des Kammergerichts sind Konditorwaaren alle Maaren, bie in Konditoreien verkauft werden; es kommt nicht darauf an, ob die Maaren in der Konditorei angefertigt werden oder nicht.
— Für Ehambre-Garuisten und deren WlrchMevte .--eich interessant ist eine Entscheidung des Berliner Amtsgerichts I. Am
— Uiel Tinte, Arbeit und Mühe würde erspart, wenn allgemeiner der nachfolgenden Anregung ber BuderuSfchen Eisenwerke in Wetzlar Folge gegeben würde: Zwecks Vereinfachung des kaufmännischen Briefwechsels und von dem Grundsatz ausgehend, daß es nicht erforderlich ist, im laufenden Geschäftsverkehr biejentgen Versicherungen ber Ergebenheit und Hochachtung zu wieberholcn, bie wir als selbstverständliche Grundlage ber cmzuknüpfenben ober zu unterhaltenden Geschäftsverbindungen betrachten, werden wir für die Folge bte bei der Anrede und beim Schluß ber Geschäftsbriefe üblichen veralteten Redewendungen fortfallen lassen. Wir rechnen hierbei auf die Zustimmung unserer Geschästsfreunbe, die wir bitten, das gleiche Verfahren zu beobachten. Nachahmung ist in allen geeigneten Fällen empfehlenswerth.
(ÜBeltcre Lokalnotizen siehe Nachtrag.)
Urreins-Nadfridsten.
(Snrze sachliche Berichte werden bereitwmigst unter dieser tieberschrisi anlaenommen.»
* Die „Westend-Casino-Gesellschafi" veranstaltet heute Nachmittag 4 Uhr einen Familien-Ausflug nach bem Saale „Zum Burggraf".
* Der „Zither-Verein" und der „Konbitoren-Ver etn halten heute Sonntag gemeinschaftlich ein Waldfcst, vom Bahn- Holz rechts an bem schön gelegenen Wiesenthal, von 3 Uhr an- fangenb, ab.
* DasWalbfest des Wiesbadener Karnevalverein „N ar rh alla", welches, wie aus dem Juferatentheil dieses Blattes ersichtlich, heute Nachmittag 3 Uhr auf „Speyerskopf" beginnt, dürfte das Ziel Tausender werden. Hat es doch der strebsame Verein seit seinem Bestehen verstanden, durch seine vortrefflichen Leistungen unter ber Devise „Wohlthun durch Humor" sich in ber Gunst des Publikums festzusetzen. Das erste Walbfest ber „Narrhalla" wirb sicher alle Besucher zu bem Rufe veranlassen: „Vivat sequena!“
* Die Gesellschaft „Unverbesserlich" macht heute Sonntag einen Ausflug (Unterhaltung mit Tanz uub Hammel-Verloosung) nach bem Saale „Zur Germania", Platterstr. 100 (H. Schreiner).
Stimmen aus dem Publikum.
<Für Brröffrntlichangcn unter dieser Neberschrisi übernimm die Redaktion keinerlei Lerarrtwormng.)
* Um dem Wassermangel in den Höhenlagen der Stadt theilweise abzuhelfen, hat bie städtische Behörde das Besprengen der Straßen so eingeschränkt, daß bei dem heftigen Nordwind der aufwirbelnde Staub bis in bie höchst gelegenen Wohnungen dringt. Dieser Wassermangel in den Höhenlagen liegt nicht an dem fehlenden Wasserzuflusse zu den verschiedenen Cisternen, es wird den Rohren, die nach den umliegenden Höhen führen, das Wasser durch den zu großen Konsum so entzogen, daß auch bet einem vermehrten Wasserquantum durch neue Bohrungen diesem liebel nicht abgeholfen wird. Die Wohnung des Einsenders hegt 180 Meter und die Sohle der Wassercisterne an der Platterstraße 185 Meter über dem Meeresspiegel. Nachmittags von 2 bis 10 Uhr fehlt das Wasser im Hause durch den starken Konsum bei dem Sprengen der vielen Pärkstraßen und Gartenanlagen. Wenn dadurch den Cisternen Nachmittags zu viel Wasser entzogen wird und dieselben nicht genügend Zufluß haben, so sollte man annehmen, daß durch den vollen Nachtzufiuß am Morgen genügend Wasser in den Cisternen sei. Jetzt fehlt aber schon Morgens von 8 bis 10 Uhr das Wasser in ben Höhenlagen, ein Wassermangel ist zu dieser Zeit in den Cisternen nicht vorhanden, der Sprengkonsum entzieht den Wafferzuflnß nach den Höhenlagen und dieser Wassermangel wird dort auch bei dem doppelten Wasser- vorrath beständig bleiben. Hier kann nur ein vernünftig mit Berechnung ausgeführter Wasserverbrauch diesem Uebel abhelfen l Ber dem jetzt großen Wasserverbrauch am Tage ist es rathsam, mit dem Sprengen der vielen Parkanlagen und vielen Straßen Abend» nach 11 Uhr zu begingen. Es ist doch nicht abzuleugnen, daß bei dem
