Einzelbild herunterladen
 

WMer Tagblstt

F

Verlag: Langgasie 27

16,000 Abonnenten

i

Samstag, den 10. Innr

U-- 208

1899

Fernsprecher No. 52.

Fernsprecher No. 52.

Morgen-Ausgabe

bitter Urberidiiift aufgtiiommeil.)

U

genannten

eben er-

in Dresden ein Bild:

.Christus".

Von

.Hafen in Genua". Von

aw

ikoi

.1

Anzeigen-Prei-r

Drc einspaltige Pctitzeile für locale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. Sicctomen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

Sitzung der Stadtverordneten

vom 9. Juni 1899.

gau" undKudheerde am Hohentwiel". Von R. Engels in Barmen ein Bild: .Einkäufe". Von A. Rieger in Wien ein Bild: Römische Ruine" (Forum Romauum). Von W. Schwär in München ein Bild:Stillleben". Von Leo Müsch in München eine Broneefignr:Kaiser Friedrich". Von Karl Küstner in München zwei Bilder:Winterabend" undHerbstlandschaft". Von W. Witkina in Dresden ein Bild:Christus". Von N. v. Astudin in Wiesbaden ein Bild:Hafen in Genua". Von Auguste Döll in Wien drei Bilder:Weintrauben",Wiesenblumen" undMaiglöckchen".

Verein o -An chrichten.

(Kurze sachliche Berichte werde» bereilwAigft Liter Meter

Erhebung der Gegend (Thurm 600 m), mit herrlicher Aussicht übe» dar ganze Gebirge, die Ebene im Süden und die Hochfläche im Norden. Von hier geht ein herrlicher Weg erst durch Hochwald, dann durch jungen Tannenforst, stets mit schöner Aussicht auf den Hochtaunu» und das Niedernhausener Thal, zum Zieglerkopf, einem östliche» Ausläufer der Kanzel, an welchem sich di« Eisensteingrube Ehren» fels befinbet von der jetzt wieder mehrere Schachte im Betrieb find. Erst durch Äuchenhochwald, dann noch kurz durch Feld hin wird das Dörfchen Königshofen erreicht und in einigen weiteren Minuten die gastliche Pulvcrmiihle, der Aufenthalt zahlreicherLuftschnapper", wo um 3 Uhr das Mittagessen eingenommen und dann noch einige Zeit verweilt wird. Die Rückfahrt von dem 5 Minuten ent­fernten Niedernhausener Bahnhof kann um 8 oder 9 Uhr erfolgen; die Marschzeit ist 5 Stunden, stets lohnende Waldwege. Liederbücher und ausreichender Proviant sind mitzubringen. Wer auf Theilnahme am Mittagsmahl reflcktirt, muß präcis 7 Uhr an obengenanntem Stelldichein sein, da von hier aus die Zahl bet Theilnehmer depeschirt wird. Gäste sind willkommen, wollen stch aber vor Antritt der Wanderung dem Führer, Herrn Fr. LaupuS, vorstellen.

Droschkentarif. Vom 15. Juni 1899 ab erleidet der Droschkcntarif mehrere Abänderungen, welche von dem ge­dachten Zeitpunkt ab aus den in den Droschken aufgehängten Plakattafeln ersichtlich sein müssen. Dieselben beziehen stch auf mehrere neu eingeschobene Fahrten außerhalb der Stadt und Land­häuser und Rundtourfahrten. Im Uebrigen bleibt der Tarif der bisherige. ______________

E weibliche Ausfall durch gesteigerte Thätigkeit des Staates und k der Gesellschaft zu ersetzen?" Fühlt irgend Jemand sich aufgeklärt M durch diese Formel? Oder ist irgend etwas damit genützt, M trenn derselbe Redner die Forderung vertritt, daß die höchste Bildung kf Gemeingut des ganzen Volkes werden müsse? Angenommen, es M wäre richtig so, was hilft die Forderung, wenn kein Mensch ahnt, E wie sie verwirklicht werden könnte? Jedem Bauer ein Huhn in s ben Topf zu wünschen, ist kinderleicht, die Schwierigkeit ist, die |* erforderlichen Hühner zu finden. Wir erkennen gern an, daß die R Kongresse auch ihre guten Seiten haben; wir beantragen nicht ihre ' Abschaffung. Aber eine gewisse Beschränkung scheint uns sehr g Wünschenswerth, eine quantitative und eine qualitative, womit wir BK meinen, daß sie sich nicht für mehr ausgeben, als sie find. Darin

§ sind sie geradezu schädlich, daß sie bei ihren Theilnehmern das k Gefühl erwecken, fte hätten wirklich etwas geleistet und könnten sich W nun bis zum nächsten gemüthlichen Zusammensein, froh ihrer Leit- B£ sätze, die Arbeit cr. iateu.

auf das laufende Rechnungsjahr zum Gesammtbetrage von 151,583 Mk. Dieser Betrag setzt sich im Wesentlichen aus folgenden Beträgen zusammen: 4567 Mk. für dieBcdürfnißanstalt am L-edan- platz, 1000 Mk. für Eisenhülsen zu Fahnenmasten in der Wilhclm- stratze, 22,334 Mk. für Erbreiterung de: Mainzerstraße incl. Grunderiverb, 8320 Mk. für die Neuanlage des Trottoirs in der oberen Wilhelmstraße, 8205 Mk. für den Ausbau der Wilhelminenstraße hinter der Stiftstraßschule, 3054 Mk. für den Ausbau und die Er­breiterung der Schützenstraße, 2332 Mk. für den Ausbau der Straße im oberen Dambachthal, 10,160 Mk. für Anlage des Drei­ecks Ecke der Wörth- und Schiersteinerstraße, 6000 Mk. für Neu­pflasterung der Goldgasse, 1500 Mk. desgl. des Kochbrunnenplatzes, 5920 Mk. für größere Pflasterreparaluren in der Schlachthausstraße, 10,605 Mk. für'Nenpflasterung der Langgasse zwischen Goldgasse und Kranzplatz, 4140 Mk.. für den Ausbau der Echostraße vor dem Bargenscheu Grundstück, 11,264 Mk. für den Ausbau der Schiersteiner­straße, 25,110 Mk. für Grunderwerb zur Straßenfreilegung im Dambachthal, Moritzstraße und Kaiser Friedrich - Ring zwischen Adolfsallee und Oranienstraße, 4360 Mk. für die Anlage von Schnee- einwursschachten und 17,052 Mk. für die Erweiterung des neuen Friedhofs. Der Finanzausschuß empfiehlt die Genehmigung des Magistratsantrags, nachdem er sich überzeugt hat, daß es Ausgaben sind, deren Genehmigung er auch hellte noch empfehlen kann, und nachdem ihm mitgetheilt worden ist, baß infolge des Nichtverbrauchs der betreffenden Summen im abgelaufenen Jahre der Ueberschuß aus diesem Vorjahre ein sehr bedeutender werden und die vorerwähnte Summe bedeutend übersteigen wird. Er beantragt:Die Stadt­verordnetenversammlung wolle sich damit einverstanden erklären, daß die erwähnten, im abgelaufenen Rechnungsjahre nicht verbrauchten Beträge in einer Gesammtsumme von 151,583 Mk. auf das Rechnungs­jahr 1899 übertragen werden." Er beantragt ferner, daß diese Summe dem Ueberschuß des abgelaufenen Rechnungsjahres entnommen werde, mld daß bloß der nach Abzug der 151,583 Mk. verbleibende Restbetrag des Ueberschusses aus dem Vorjahr dem Schulhausbaufonds und dem Neupflasterungsfonds überwiesen werden solle. Auf den Dispositions­fonds der Stadtverordneten-Versammliing fei keiner dieser Über­tragenen Posten zu verbuchen. Der Antrag wird angenommen.

Der Ankauf eines Grundstücks im DistriktBor Heiligenborn" von den Erben Momberger zum Preise von 17,547 Mk., oder 300 Mk. pro Ruthe, wird aus Antrag des Finanzausschusses (Berichterstatter: Herr Kneseli) genehmigt. (Schluß folgt.)

der Weisheit betrifft, sind sie, wiederum von einzelnen Ausnahmen " abgesehen, werth, mit so vielen Umständen, mit diesem Aufgebot

äußerlicher Zurüstungen dem Publikum daraeboten zu werden? Wir haben fast immer gefunden, daß die besten Vorträge ebenso aut oder besser als Broschüre oder Artikel einer Zeitschrift der Oeffentlichkeit hätten können übergeben werden und in dieser Form wahrscheinlich mehr gewirkt hätten. Oder auch, daß selbst be­gabteste und kenntnißreichste Männer in dieser unmittelbaren Be­rührung mit einem unausgewählten Publikum sich verführen lassen, Trivialitäten rhetorisch aufzuputzen, oder umgekehrt Themata von vielseitigstem Inhalt, die eine gründliche Behandlung erfordern, in ? elegantes Taschenformat zusammenzupressen. Ein Beispiel dieser l- Art hat uns ganz kürzlich der in Kiel abgehaltene evangeiifch-soeiale 8 Kongreß geboten, wo eine Versammlung von hochgebildeten und von ernstem Streben, wenn auch irrigem, nach unserer

befcheidenen Meinung, erfüllten Männern sich an dem rednerischen L" Spiel mit den schwierigsten Problemen in überflüssigen foati

Leitsätzen und in, bei Lichte besehen, nichts fördernden Re. . - baut haben. Was soll man vom dürren Holze erwarten, luetut g ein so bedeutender Gelehrter und Denker, wie Paulsen, Leitsätze r verarbeitet wie diesen:Die sociale Frage ist, vom Gesichtspunkte

der Selbsterhaltung der 9lat' m gesehen, gleichbedeutend mit der Frage: wie ist, unter den mehr und mehr sich verändernden Lebens- bedingungen des Volkes, der Familie die Fähigkeit zur Erhaltung | eines tüchtigen Nachwuchses zu erhalten, und wie ist der nnver-

«» Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. Bezugs-Preis: durch den Verlag 50 Pfg. monatlich, durch die Post 1 8)tt. CO Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

Touristische». Im herrlichsten Grün und im vollen dichten Schmuck der Laubkronen prangt jetzt unser prächtiger Taunuswald, und vergeblich bemüht sich Mutter Sonne, mit ihren jetzt schon sehr warmen Strahlen das Laubdach zu durchdringen, um die Blumen und Gräser des Waldbodens zu küssen. Und wie prangt die Waldwiesc im bunten Blumenschmuck der Orchideen, Maßliebchen, Glockenblumen und wie fie, alle heißen mögen, die lieblichen Kinder des Frühlings, die des Schnitters Sense jetzt so bald hinraffen wird! Ist das nicht die schönste Zeit, dieser Uebergang vom Frühling zum _ Sommer? Das empfindet wohl jeder Naturfreund, und stärker wohl noch der Tourist, der mit der Statur in engere und häufigere Berührung kommt, wie die meisten seiner Mitmenschen. Darum plant auch derRhein- und Taunus-Klub" für morgen Sonntag, den 11. Juni, einen richtigen, ächten Waldspaziergang, der folgendermaßen ausgeführt wird: Abmarsch ganz präcis 7 Uhr von der Ecke der Taunus- und Geisbergstraße, durch das Dambach­thal, Melibocuseiche, Idsteiner Weg, vor dem Trompeter rechts ab über den Steinkopf, der einige liebliche Ausblicke bietet, in das oberste Goldsteinthal, und immer durch Wald auf guten Wegen weiter, manchmal eine Hochwiese kreuzend, die alle herrliche Ausblicke in die Rhein- und Mainebene gewähren, zum Schimachstein. Es ist dies eine felsige Höbe mit Ausücht nach Südosten, wo die erste Frühstücksrast gemacht wird. Für reichlichen Proviant muß sich Jeder selbst sorgen, und wer mit dem prächtigen, klaren Quellwasser nicht zuftieden ist, auch für gehalt­volleres Getränk. Vom Schimachstein geht der Weilermarjch nach den ausgedehnten Hochwiesen des Trockenbornerröders und von hier, die Rambachquelle kreuzend, von Norden mit ganz geringer und kurzer Steigung auf den Kellerskopf. Mit den Vorarbeiten für den Thurmban ist bekanntlich begonnen; man ist am AuSgraben des Fundaments, und am Gerüst flattert in der Höhe der Tburm- zinne (19 m) weithin sichtbar im Land eine Fahne. Riesige Stein­haufen lagern ringsum und 4-spämiige Wagen fördern weitere Steine und Haufen von Rheinsand zum Gipfel. Rach kurzer Rast geht es etwas hinab und dann ziemlich eben auf guter Fahrstraße weiter zum Bechtawald und von da an einem Wafserstollen vorüber zum Daisbachthal und der Quelle Schönwäfferchen, wo um 'Ml oder 11 Uhr die Hauptfrühstücksrast stattfindet. Auf Quellwasser ist die Schaar der Wanderer hier aber nicht angewiesen: Ein Faß Bicr und Wein in Flaschen wird parat sein, um den grimmigsten Durst erfolgreich zu bekämpfen. Es ist eine schöne und geschützte Stelle. Von hier geht es nach längerer Rast und Labung auf ganz mählich steigenden Wegen zur Hohen Kanzel hinan, der höchsten

E Anwefendsind unter dem Vorfitz des Herrn Landesbankdirektors f!- R e n f ch 28 Mitglieder des Kollegiums, Seitens des Magistrats die Herren Oberbürgermeister Dr. v. Shell, Bürgermeister Heß, Beigeordneter Körner und Beigeordneter Mangold. ferner

K Herr Obersekretär Rosalewski als Protokollführer.

Der Vorsitzende giebt Kenntniß von einer Einladung des kVerschönerungs-Verein" zu dem Wartthurmfest am nächsten | Sonntag, den 11. d. M., und macht Mittheilung davon, daß eine F mitViele Steuerzahler" unterzeichnete, aber sonst anonvme Ein- E gäbe eingelaufen fei, die sich gegen einen Angestellten der Wasier- k und Gaswerke richte. Dieselbe wird, weil sie anonym ist, ohne k verlesen zu werden, dem Magistrat übergeben.

Mit dem Vorschlag« des Wahlausschusses, die Herren Stadt- | verordneten Flindt und Schupp als Vertreter der Stadt- | oerordneten-Versammlung zu dem Nassauischen Städtetag zu RüdeS- Z heim am 12. und 13. Juni er. zu wählen, wird gutgeheißen.

M Heber die Hebertragung bewilligter, aber noch nicht ver- E. brauchter Kreditposten des Bauetats auf dasRechnungs- L jahr 1899 reftrirt Herr Dr. Dreyer Namens des Finanz- r ausschuffes: Von den un Budget für 1898/99 den Bauverwaltungen t gewährten Krediten sind viele entweder gar nicht oder nur zum H Theil verbraucht worden, weil die betreffenden Arbeiten im Laufe k des verflossenen Rechnungsjahres nicht ganz ausgeführt werden : konnten. Der Magistrat beantragt die Hebertragung dieser Posten

* Johannisberg, 9. Juni. Nächsten Sonntag, den 11. ds., findet in Johannisberg Kreis-Kriegerverbandsfe st statt im Zusammenhang mit der Einweihung des Kriegerdenkmals. ES haben sich von ben dem Kreisverband angehörenden 30 Vereinen bereits 20 mit ca. 500 Mitgliedern angesagt. Ebenso werden zahl­reiche eingeladene Gaste, darunter viele höhere Offiziere, mit ihren Damen erscheinen. Die Parade nimmt Herr Oberstleutnant v. Detten-Wiesbaden ab. An derselben werden sich ca. 5- bis 600 Mann mit stimmtlichen Fahnen und mehreren Kapellen, sowie das gesammte Offiziercorps unter dem Kommando des Herrn Ritt­meister v. Lade betheiligen. Ein kühler Trunk aus Kleinscher Kellerei wird die lechzenden Gaumen erquicken. Das Denkmal, von Bildhauer Hcrni Eduard Steiger in Aschaffenburg in wahrhaft künstlerischer Weise ausgeführt, ist eine Zierde für den Ort. Nach den getroffenen Vorbereitungen zu schließen, wird das Fest groß­artig. Auch für den zweiten Tag, an dem dasVolksfest" ab» gehalten wird, sind noch mehrere Ucberrnschungen geplant, so z. B. von der Turugesellschaft, welche schon längere Zeit hierfür Hebungen abhält.

* Kleine nassauische Nachrichten. Die Familie de» verstorbenen Präsidenten von simson hat ihrer Anerkennung für die Dienste, welche Schlangenbad als Kurort dem verewigten geleistet bat, erneuten Ausdruck gegeben durch Heberwenung eines Bildes Eduard von Simsons, welches im Gescllschaftshaufe ange­bracht worden ist. Der bisherige Forstaffeffor Schmidt zu Hers- felb, Regierungsbezirk Cassel, ist znm §gl. Oberförster ernannt worden. Demselben ist vom 1. Juli d. I. ab di« Oberforstcritelle Nastätten übertragen worden. Dem Kgl. Oberförster Goebels zu Hohensolms ist die infolge Versetzung des Forstmeisters Krum- haar erledigte Oberförsterstelle Johannisburg vom 1.Juli d.J. ab übertragen worden. In Siegen hat der Lcimbacher Weiher wieder zwei Opfer gefordert. Beim Baden in demselben ertranken der Schmied Heinrich Thomas und der Maurer Karl Schmidt. Heinrich Thomas war 21 und Karl Schmidt 20 Jahre alt. In ANendorf a. d. Lahn brannten Montag Abend nach 10 llhr vier Scheuern ab. Bei Raunheim im Mönchwald entstand durch abgegebene Feuerfunken der Maschine des Frankfurter Eisen­bahnzuges ein Brand, der 30 bis 40 Morgen des 23-jährigen Be­standes vernichtete. In Groß-Heubach bei Hanau wurde der Jagdpächter Paul Bonn im Walde auf dem Pürfchgauge von einem Wilderer erschossen. Von dem Mörder fehlt dis jede Spur. Leutnant Döring in Koblenz, der wegen Zweikampfes zu 2Vi Jahren Festungshaft kriegsgerichtlich vernrtheilt wurde, hat sich zur Verbüßung seiner Strafe nach Wesel begeben. SanitätS- rath Dr. Goltz, m ben Jahren 1874 bis 1895 in Ems al»

Ans Stadt und Kund.

Wiesbaden, 10. Juni.

Gefchichtokalenver. 10. Juni. 1863: Einzug der Fran­zosen in die Hauptstadt Mexiko. 1836: ff Andre Marie Ampere zu Marseille, franz. Physiker, berühmt durch seine elektro-dynamische Theorie. 1811: f Karl Friedrich, erster Großherzog von Baden (* 1728). 1807: Treffen bei Heilsberg. 1654: t A. Algardi, ber. ital. Bildhauer des 17. Jabrh. 1580: f Louis de Camoöns, der größte Dichter der Portugiesen. 1556: f M. Agricola zu Magde­burg, führte zuerst die jetzt übliche Notenschrift ein (* zu Sorau). 1538: Nürnberger Bund gegen die Protestanten.

König!. Kchanspieie. Wegen erneuter Unpäßlichkeit der Frau Rcnß-Belce wird Frau Leffler-Burckhard vom Groß-, herzoglichen Hostheater in Weimar in der morgigen Opernvorstellung Götterdämmerung" dieBrunhildc" singen.

Nassauischer Kunstverein. Neu ausgestellte Bilder: Von A. CheliuS in München zwei Bilder:Schafheerde im Rhein-

Kongressr über Kongresse.

Ein treffendes Wort über die erschreckende Zunahme von Kon­gressen, Vrrbandstagen und ähnlichen Veranstaltungen finden wir in derWeser-Zeitung". Sie schreibt: Ein großer Unterschied zwischen der Neuzeit und dem vorhergehenden Abschnitt der Ge­richte, sagen wir dem Leben vor dem Jahre 1830, besteht in der Menge der Versammlungen, die seit jener Epoche, vornehmlich aber während des letzten Menschenalters, abgehaltcn worden sind, in der alljährlich immer noch anschwellenden Fülle von Kongreffen, Ver- bandstagcn, Generalversammlungen und wie diese Veranstaltungen sonst noch heißen, die eine jede im Durchschnitt mehrere Hunderte von Menschen aus verschiedenen Städten an irgend einen wechselnden ober jetten Mittelpunkt zusammenführt, jede eine gewisse Anzahl von Reden, Referaten und Resolutionen über irgend eine wichtige SE ober auch unwichtige Angelegenheit zu Tag fordert und nicht | selten noch einen gedruckten Rechenschaftsbericht ober eine steno­graphische Aufzeichnung ber Debatten als Denkmal ihres ephemeren Daseins hinterläßt. Etwas annähernd Achnliches haben unsere Großväter nicht gekannt, auch nicht in den belebtesten und ange­regtesten Tagen, schon deswegen nicht, weil ihnen die Vorbedingung ber ganzen Erscheinung, die schnelle und wohlfeile Beförderung der Reisenden, fehlte. Wenn man nun fragt, ob dem Aufwand« von - Zeit, Geld und Arbeit, den diese massenhafte Bewegung voraus­fetzt, ber Ertrag an Früchten entspreche, so wird man, glauben wir, nicht leicht mit einem Ja antworten. Schon die Dichtigkeit der Saat hindert ein gedeihliches Wachsthum der Ernte; auch das M. empfänglichste Publikum ist nicht im Stande, den von allen Seiten erschallenden Redeströmen seine Aufmcrksamkcit zu bewahren; vor der verwirrenden Mannigfaltigkeit der Erscheinungen erlahmt bas Interesse, und auch die größten Zeitungen sind schließlich nicht mehr im Stande, von dem, was vorgeht, mehr als ganz summarische Berichte zu geben. Abgesehen daher von einigen wenigen Aus­nahmen, die sich durch einen Gegenstand von außergewöhnlichem, aktuellem Interesse oder durch hervorragende Wortführer auszeichnen, lassen diese Zusammenkünfte keinen andern Nach- und Widerhall zurück, als in dem relativ engen Kreise derer, die persönlich an­wesend gewesen find, und selbst bei diesem wird oft genug die Er­innerung mehr an den üblichen Festmahlzeiten, Ausflügen und gemüthlichen Beisammenseinsstuuden" hasten als an den Worten der Weisheit, die sie vernommen haben. Und was nun diese Worte

* Der GesangvereinNene Co ncor d i a" hielt am Dienstag, den 6. d. MtS., im Vereinslokal seine diesjährige ordentliche General­versammlung ab. An Stelle des 1. Präsidenten erstattete der Vice­präsident Herr Horz den Jahresbericht. Darnach steht der Verein gegen die 'verflossenen Jahre nicht zurück. Der Kassenbericht des Kassirers, Herrn Kohlhöfer, zeigte, daß die Kassenverhältniffe in diesem Jahre sich besonders günstig gestalteten. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde als 1. Präsident Herr Karl Dörr, als 2. Präsident Herr Louis Horz gewählt. Der langjährige Kassirer Herr Jakob Kohlhöfer wurde einstimmig wiedergewäylt. Zum Schriftführer wurde Herr Wilhelm Dopp und als Oekonom yerr Ang. Thiel gewählt. Als Beifitzer traf die Wahl die Herrn Hannappel, Hanfelmann, Raißle und Bach. Der langjährig« Fahnen­träger des Vereins, Herr Kohlhöfer, wurde auf seinen Antrag seines Amtes enthoben und an dessen Stelle Herr Pfeiffer gewählt. Zn Rechnungsprüfern wurden die Herren Jung, Götz und Köhler ernannt.

* Zu Ehren ber Wettturner vom Feldberg ladet derTurn- Verein" feine Mitglieder und Freunde der Turncrei auf Sonntag, den 11. Juni, Abends 81'» Uhr, zu einer geselligen Familienfeier in feine Vereinsturnhalle, Hellmundstraße 25, ein.

Stimmen au6 dem Publikum.

(Für Veröffentlichungen unter dieser Überschrift übernimmt die Hubartivn teinerlN Verantwortung.)

* In der letzten Zeit ist es zu nachtschlafender Stunde vor einem bestimmten Hanse in der mittleren Steiugafse wiederholt zu Lärmsce ne n gekommen, welche ben anständigen Theil der Anwohnerschaft in hohem Grade belästigen müssen. Angetrunkene Burschen ans allen Ständen waren die Akteure, und ihre Be­mühungen, Einlaß zu finden, unterstützten sie nicht selten durch dm lauten Zuruf von Angeboten klingender Art. Ist schon am Tage das Treiben gewisser Personen aller Schamhaftigkeit bar, so muß man es sich hier auch noch Nachts gefallen lassen, ans der Ruhe aufgeschreckt und durch abscheuliche Redensarten bclcidigt zu werde«. Eingaben an die zuständigen Behörden haben bisher leider feinen Erfolg gehabt, hoffen wir, daß dieFlucht in die Oeffentlichkeit" ein besseres Ergeb-'"; bat. Mehrere Bewohner ber Steingasse.

Ättttnltm» für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. Für die Aufnahme später eingereichtcr Aiizeigen zur - jiuiiiiipiie nächsterscheinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorg« getragen.