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Po. Z64

Freitag, den 9. Innr

Fernsprecher No. 52.

1899

Fernsprecher W#. 52.

Abend -Awgabe

mr.

crstehung die Schaaren der einheimischen Gläubigen diese von rein äußerlicher Schaulust hergeiricbenen, ellenbogen- dreisten Fremdlinge verschlingen, daß eine große Weihe-, eine gewallige Feierstimmung solche Dissonanzen verschwinden lassen würde, obgleich von der Kirchlichkeit des modernen Römers nirgends etwas Besonderes vermerkt steht. Zwar drängt er sich bei einem pomphaften Aufzug des Papstes heran uiid schreit in wülhendcr Begeisterung:Ewiva il papa re! und dann schreiben die Korrespondenten ausländischer Blätter: die Kundgebung lasse Rückschlüsse auf die Stellung des Königshauses in Roin zu. Aber dieselben begeisterten Römer brüllen vielleicht eine Stunde später, wenn sie etwa den König bei einer glänzenden Truppenschau erblicken, ebenso begeistert:Ewiva Umberto! und die Berichterstatter können nun ebenso richtig melden, das sei eine lehrreiche Kundgebung in Hinsicht auf die Lage des Vatikans in der italienischen Hauptstadt. Blöde Hurrahschreier giebl es eben überall in der Welt. Warum sollte Rom mit seiner leicht erregten Bevölkerung davon frei sein? Thatsache aber ist, daß für gewöhnlich das bunte Leben ungehemmt und theil- nahmslos am Vatikan vorüber hastet.

Freilich, der Kirchen sind unzählige in der Hauptstadt des römisch-katholischen Glaubensreiches mit seiner Viertel- milliarde Seelen, und sie wetteifern miteinander an Pracht. Schaarenweisc durchwandern die Zöglinge geistlicher Konvikte und Seminarien, manche stegellackroth gekleidet, die Straßen. Ueberall Mönche, Nonnen, hin und wieder ein hoher, geist­licher Würdenträger und auf Schritt und Tritt niedere Geistliche mit abgcmagerten Gesichtern, unrasirten Wangen und in schmutziger oder abgetragener Gewandung, sodaß man fast versucht wäre, in die Tasche zu greifen, um mit einigen Soldi diese armen Teufel zu unterstützen, deren allbekanntes, zum Himmel schreiendes, hoffnungsloses Elend mit dem kirchlichen Pomp so grell kontrastirt. Ja, Kirchen

dem finanziellen Ausgleich und den Rcntenstellen, ganz er­heblich abgeändert. Es wird jedoch mit Sicherheit darauf gerechnet, daß die Regierung sich in beiden Punkten den Beschlüssen der Mehrheit des Reichstags fügen und der Erledigung deS Gesetzes somit nichts im Wege stehen wird. Außer dieser Vorlage, von der noch der Rest der zweiten und die dritte Lesung aussteht, sollen noch folgende Vor­lagen erledigt werden: Der Nachtrags-Etat, dessen zweite und dritte Lesung ausstcht, das provisorische Handels­abkommen mit England, welches noch alle Lesungen durch- znmachen hat, die Vorlage zum Reichsinvalidcufonds und das Hypothekenbankgesetz, welche die erste Lesung durchgcmacht haben, der zweite Nachtragsetat, betreffend den Ankauf der spanischen Kolonieen, der dem Reichstag voraussichtlich noch vor der Vertagung zugehen wird, und die Wahlprüfungen. Außerdem soll noch die Erledigung des Gebührentarifs für den Kaiser Wilhelm-Kanal und der Reichsschuldcnordnung, welche dir erste Lesung passirt haben, und des Gesetzentwurfs über das Flaggenrecht der Kauffahrteischiffe, welcher die zweite Lesung durchgemacht hat, versucht werden. Endlich soll noch die erste Lesung des Gesetzentwurfs, betreffend den Schutz des gewerblichen Arbcitsverhältnisses, stattfindcn, deren Ergebniß die Verweisung der Vorlage an eine Kom­mission sein dürfte.

Als recht umfangreicher Restbestand bleiben mithin zehn Vorlagen für die Herbsttagung zurück, nämlich der soeben erwähnte Gesetzentwurf zum Schutze des gewerblichen ArbeiiS- verhältnisses, die Vorlage, betreffend Abänderung der Gewerbeordnung, die lex Heiuze, die Postvvrlage, die Fern­sprechgebühren-Ordnung, das Telegraphenwcgegesetz, die Fleischschau-Vorlage, der umfangreiche Antrag, betreffend die Einführung der Berufung :c., der in Verbindung mit der Eidvorlage behandelt worden ist, und die Vorlage, betreffend die Schuldverschreibungen. Diese Vorlagen habe» mit Aus­nahme der Streikvorlage, welche noch zur ersten Lesung kommen soll, sämmtlich nur die erste Lesung passirt. Rechnet man zu diesen Vorlagen noch die außerordentlich zahlreichen Jnitiativ-Anträge, die größten Theils überhaupt noch nicht in Angriff genommen sind, so sieht man, daß für die Herbsttagung bereits jetzt ein Material vorliegt, das nicht nur sehr reichlich ist, sondern auch Stoff zu recht ernsten Debatten und politischen Schlachten bietet.

i (Nachdruck verboten.)

Gin Osterrnorgen in Korn.

Alljährlich in der Woche vor Ostern fluthet ein un- J geheurer Fremdenstrom in die ewige Stadt. Die hohe Messe im größten katholischen Gotteshause der Welt, im St. Peiers- r dom, ist der Magnet, der diese Anziehungskraft ausübt. Und alle diese Tausende und Abertausende kommen in Erwartung L eines glänzenden Schauspiels und zugleich wohl in der Hoff- ? nung, im Genüsse dessen zugleich einen hehren, die Seele l ergreifenden religiösen Akt mit zu erleben. Auch ichfluthete" aus gleichen Gründen mit in das steinerne Häusermeer am Tiberstrom, obgleich es mir schwer wurde, mich von den blauen Wassern des Tyrrhenischen Meeres, der Götter- = lieblichkeit des Golfes von Neapel und der sprühenden E Lebensschönheit Capris zu trennen. Ein gütiges Geschick , waltete über mir. Obgleich Rom wieder überfüllt war und allein Hunderte von Obdachsuchenden in den letzten Tagen - von meinem Hotel abgewiesen worden, wurde mir Dank be­sonderer Umstände noch ein kleiner Rauchsalon eingeräumt und eine breite Chaiselongue zur Ruhestätte hergerichtet. Das ganze große Hotel bis in die höchsten Mansarden voll von . Osterpilgcrn, meist Engländern, die einen rücksichtslosen Lärm vollführten, den Salon zu einem unausstehlichen Tummelplatz ihres Idioms machten und dort den dilettantischen Leistungen ihrer sanges- oder klavierspielwüthigen Ladies Abends nach der Table dhöte einen so tobenden Beifall zollten, als hinge das Wohl und das Wehe der Verdauung davon ab. Rein nicht zum Aushalten! Und so in allen Hotels: Old England grassirt, Old England drückt dem römischen Ostern seine Signatur auf, lärmend, brutal oder mit dem ewigen, schläfrigenYeeeees", gegen welches dasSi, si signore der Italiener himmlische Musik bedeutet. Noch lebte freilich die Hoffnungen mir, daß am Tage der Auf-

Dir Geschäftslage tm Reichstag.

(Von unserem Berliner p-Korrespondenten.)

» Krrlin, 8. Juni.

Durch die gestrigen Beschlüsse des Seniorenkonvents ist endlich Klarheit über die geschäftlichen Dispositionen des Reichstags geschaffen worden, und diese Klärung der Situation wird hoffentlich dazu beitragen, daß die Erledigung des­jenigen Pensums, welches noch vor der Vertagung unter Dach und Fach gebracht werden soll, in flottem Tempo und ohne das übliche Hinderniß der Beschlußunfühigkeit gelingt. Bisher sah es freilich in Bezug auf den letzteren Punkt im Reichstag trüb aus. Eine nicht geringe Anzahl Volksvertreter hat sich noch immer nicht entschließen können, die Pfingstferien zu beenden, wobei wir ganz von denjenigen absehen und es sind ihrer nicht wenige welche ihre Ferien mit Beginn der Session beginnen und mit dem Reichstag nur durch eine Artentfernter" Seelenverwandtschaft verbunden sind. In der Thai stand der Reichstag auch in den jetzigen ersten Sitzungen nach den Pfingstferien unter den üblichen Zeichen der Beschluß- unfähigkeit, über die man sich nur dadurch mühsam hinweg­half, daß das Büreau bei zweifelhaften Abstimmungen sämmt- liche verfügbaren Augen zudrückte und das Ergebniß der Abstimmung nach ungefährem Gutdünken fcststellte. So wurde u. A. gestern bei der Berathung des Jnvaliden- gesetzentwurfs ein Abstimmungsergcbniß verkündet, welches nach Ansicht Vieler direkt unrichtig, ganz sicherlich aber : so zweifelhaft war, daß die Abstimmung nothwendiger Weise durch Auszählung hätte erfolgen müssen. Da man aber nicht gleich am zweiten Tage nach den Ferien den Anblick eines beschlußunfähigen Hauses präsentiren wollte und es sich zudem nicht um eine Sache von ent­scheidender Bedeutung handelte, ließ man den Zweck die Mittel heiligen und begnügte sich mit dem Vermuthungs- resultat. Es geht aber unmöglich an, daß auch die ent­scheidenden dritten Lesungen in dieser Weise vorgenommen und Gesetzvorlagen endgültig von einem beschlußunfähigen Hause angenommen werden. Es ist deshalb dringend zu wünschen und zu erwarten, daß ein Theil der säumigen Volksvertreter sich für die paar Tage, die der Reichstag noch zusammeubleibt, nach Berlin bemüht, damit der Reichs­tag nicht noch in den letzten Tagen das wenig rühmliche Bild der chronischen Beschlußunfühigkeit bietet.

Spätestens am 17. d. M. soll die Thätiakeil des Reichs- tags zu Ende gehen, und zwar wird der Reichstag (wahr­scheinlich bis zum 14. November) vertagt werden, damit die , nicht unbedeutende Arbeit, deren Ergebniß in den zahl- 7 reichen Kommissionen steckt, nicht völlig verloren geht. Das Pensum, welches noch vor der Vertagung erledigt werden i soll, dürfte sich aller Voraussicht nach glatt abwickeln lassen. Die meisten Differenzpunkte sind bei dem Jnvaliden- Versicherungsgesetz hervorgetreten, denn der Reichstag hat die Vorlage der Regierung in den beiden Hauptpunkten,

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und Geistliche genug in Hinsicht auf die Nachfrage eine starkeUeberproduktion" aber das kommt doch nicht dominirend zur Geltung im Getümmel der Großstadt-; es steht int Modernen fast wie etwas Sonderbares, Auliquirtes und trägt greisenhafte Züge. Diesem Ein­druck kann sich keiner verschließen, der, wenn auch noch so flüchtig, mit kritischem Blick die Verhältnisse prüft; Aber alles Sonderbare, alle leere Aeußerlichkeit, alleMache , - die Einem auf Schritt und Tritt aufstößt, das mußte ja verblassen, mußte ausgelöscht werden in der Erinnerung vor dem Eindruck des erhabenen Gottesdienstes in dem er­habensten Dom der Christenheit. Das war mein Gedanke, war meine Hoffnung, als mit einem leuchtenden, strahlenden Frühlingsmorgen ein rechter Auferstehungstag über der ewigen Stadt aufging. Konnte der würdiger begangen werden, als durch eine Wanderung in der schönen GoiteA» natur, eine Wanderung, die am besten vorbereiten mochkd für den Gottesdienst in St. Peters Dom! Und so pilgerte ich denn hinaus durch die Porta Pinciana und erwirkte mir gegen 5 Soldi Eintrittsgeld den Permiß des geldbedürftigen Fürsten Borghese, in seinem Riesenpark lustwandeln zu dürfen. Keine menschliche Seele weit und breit. Immer­grüne Eichen, blühender Lorbeer, lichte Pinienwälder, rauschende Brunnen und auf der Weide innerhalb eines weiten Rennplatzes friedlich grasende Rinder. Einige Meisen, dem tückischen Garne der Vogelsteller noch entgangen, huschten zirpend durch das Gezweige; an den Baumstämmen sonnten sich zierliche, smaragdgrüne Eidechsen und im Grase funkelte der Thau. So ging ich einsam dahin, während von der Stadt her ein Summen und Klingen herüberscholl, wie von den Glocken der Kirchen. Und weiter wandernd um die Mauer des Aurelian, über die hinweg gleich Riesen­sträußen die lila blühenden Kronen unseres hier zu« Bäumchen gewordenen Seidelbastes niederarüßten, stieg ich

er vertreten seien, seien die geeigneten Organe, wen, ob in einem Betrieb besondere Gefahren für die en. (Beifall bei den Socialdemokraten.)Staatssekretär Y bittet dringend, die Bestimmungen wieder zu streichen. : über die Gefährlichkeit der Betriebe und dieBefugniß

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Deutscher Reichst,ig.

C Kcrlin, 8. Juni.

Am BundesrathStisch Graf Posadowsky. Auf der Tages­ordnung steht die Fortsetzung der zweiten Lesung des Jnvaliditats- Vcrsicherungsgesetzes. Die §§ 67 bis 73 werden unverändert an­genommen nach den Beschlüssen der Kommission. In § 74 (Ver­fahren vor dem Schiedsgericht) beantragen die Abgg. Albrecht und Genossen (Soc.) einen Zusatz, nach welchem der Rentenerwerber in der Wahl der von ihm zu bestellenden Bevollmächtigten nicht be­schränkt sein soll. Die mit Stimmenmehrheit gefällte Entscheidung soll den Parteien innerhalb drei Wochen nach der Vertagung zugestellt werden. Nach kurzer Debatte wird ein Theil des Antrags Albrecht und Genossen, welcher die Zu- stcllungsfrist fcstsetzt, angenommen. Im Uebrigen wird der Antrag abaelehnt. Alsdann gelangte der dadurch abgeändcrte 8 74 zur Annahme. Bei § 74 b (ReichS-Vcrsicherungsamt, dessen

oiujftdUSbefuQHifK) bestätigt Direktor im Reichsamt des Innern, v. Wodtke, daß das Reichs-Versicherunasamt die Bcfugniß hab«, die Geschäftsführung der Versicherungsanstalten zu prüfen und Ab­stellung etwaiger Mängel zu verlangen. § 74b wird unverändert angenommen, ebenso die §§ 74 c bis 86. Zu 8 87 (Auszahlung der Rente) wird folgende Resolution des Abg. Grafen BernstorK Ueltzen (Welfe) angenommen: An den Hcrm Reichskanzler daS Ersuchen zu richten, bei der Auszahlung der Rente ein einfacheres Verfahren einfuhren zu wollen. § 87 wird angenommen, ebenso die §§ 88 bis 101. Zu § 102 (Ausstellung der Quittungskarten) be? antraacn die Abgg. Albrecht u. Gen., statt52Beitragswochen zu setzen 56 mit der Bezeichnung der Kalenderwoche versehene Felder. Direktor v. Wödtke sagt Erwägung und Vereinfachung d«S Markenklebens zu, dem Antrag könne aber der Bundesrath nicht zustimmen. Der Antrag Albrecht wird abgelehnt, 8102 unverändert angenommen. Gleichfalls angenommen werden die §§ 103 bis 121. § 122 regelt die Entscheidung von Streitigkeiten zwischen Ver- sichcrungsorganen, Versicherten oder Arbeitgebern. Abg. Lehr (nat.-Ilb.) beantragt hier einen Zusatz, durch welchen Streitigkeiten, deren Entscheidung von grundsätzlicher Bedeutung erscheint, auf Antrag des Vorstandes der Versicherungsanstalt dem Reichs-Versichemngsamt zur Verhandlung und Entscheidung überwiesen werden soll. Gcheimrath Dr. Kaufsmann kann ein Bedürfniß für eine solche Bestimmung nicht ancrkenncii und bittet deshalb um Ablehnung des Antrags. Der Antrag Lehr wird angenommen, desgleichen bei damit abgeändcrte § 122 und fe *-!- 00

handelt von der Vermögensvcrwali ß 129 c .....

rernet die §§ 125 bis 128, § 129 ttung. Nach kurzer Debatte wird angenommen, ebenso debattelos § 130. Diesem Paragraph hat die Kommission als § 130 a bis e Bestimmungen hinzugefügt, nach denen den Versicherungsanstalten die Befugniß zustehen soll, für bestimmte Berufszweige und Betriebsarten Schutzvorschriste« unter Strafandrohung zu erlassen. Abg.Richtersfreis.Bolksp.) beantragt Streichung dieser neu eingefiigten Paragraphen. Abg. «inner (Soc.) bittet um Ablehnung des Richterschen Antrags. Für seme Freunde seien gerade die neuen Bestimmungen einer der werth- vollsten Bcstandtheile des Gesetzes. Wo bleibe die Arbeiter-Freund­lichkeit, wenn die gcsammte Schleifstein- und Scharfmacher-Preffe und auch die freisinnige sich gegen diese Schutzvorschriften richtete. Die Interessen des Unternchmerthums würden sicher nicht gefährdet durch diese Bestimmungen. Der Unternehmer-Hochmuth müsse ge­brochen werden. Die Versicherungsanstalten, in deren Vorstand Arbeiter und Arbeitgeber vertreten seien, seien die geeigneten Organe, nm zu entf-1"1'-- -* -* ~p

Arbeiter bei

Ameiaen Annahme Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. - Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur

®*? iiachsterscheinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen. "

Posadowski

Eine Kontrolle über die Gefährlichkeit der Betriebe und die Befugniß zum Erlassen von Arbeiter-Schutzbestimmungen seien bereits außer dem Bundesrath den Berufsgenossenschaften und lokalen Aufsichts­behörden, den Innungen und den Handwerkerkammern cingcräumt worden. Eine Vennehrnng der Aufsichtsbeamten könne man von den Emzellandtagen fordern, anstatt hier eine neue Katcgotte von Beamten zu schaffen, die leicht mit den anderen in Konflikt kommen können. (Lebhafter Beifall.) Abg. Gamp (Reichsp.) entgegnet dem Aba. Singer, daß er nur neue Organe fördere, weil er wisse, daß damit noch mehr Unzufriedenheit geschaffen werde. Der hier vorgeschlagene Weg sei unannehmbar. Man möge es doch dem Bundcsrath überlassen, regulirend ein- zngreifen, wo sich ein Bedürfniß hierfür ergebe. (Beifall rechts.) Abg. Hitze (Centrum) betont, die Versicherungsanstalten ver­dienten genau dasselbe Vertrauen, wie die Berufsgenossenschaften ober ine Polizeibchörben. Nur biese, nicht ber Gewerberath, könnten solche Vorschriften erlassen. Die Versicherungsanstalten mußten für alle btejenigen Unfälle eintreten, bie nicht durch bie Berufsgenossen­schaften gebcckt seien. Deshalb müsse man den Invaliditäts-Anstalten auch das gleiche Recht einräumen, wie den Berufsgenossenschaften. Abg. Richter (freif. Volkspartei) führt aus, der Abgeordnetk Schmidt habe sich in der Kommission direkt gegen diese Bestimmung ausgefprochen. Sollte ein anderes Mitglied daselbst dafür stimmt haben, so sei es geschehen, weil man die Kommission iy der zweiten Lesung damit Überrascht habe und eine Rück­sprache mit der Fraktion nicht mehr möglich gewesen sei. (Ruf bei den Socialdemokraten: Faule Redensarten.) Redner verbittet