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WikMM öagblatt

Verlag: Langgasse 27

Abottnrulen

-91 ttttnhmi« lür die Slberrd-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Moraen»Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. ®»w?* ”®**,*,M“M** nächsterscheinenden Ausgabe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.

— Für die Aufnahme später eingereichter Anzeigen zur

Ko. 283

Sonntag, den 4. Juni.

1899

Fernsprecher No. 52.

Fernsprecher No. 52.

Morgen-ftuagabe

Politische Uebersicht

große Rechn

Das 17. Ver-

konzert, Umjii

o.

der Villa Kapellenstraße

— Plittrirheinisiiir» Vrrbandsschirgrn. _ bandsschießen des Badischen Landesschützenvereins, des Pfälzischen und Mittelrheinischcn Schützenbundcs findet in Gießen vom 2. bis 9. Juli d. I. statt. Aus dem reichen Festprogramm des zehn­tägigen Festes s ' ~ -2-1-

— Rheinfallrt. Die am nächsten Donnerstag, den 8. Juni, stattfindende zweite Nheinfahrt der Kurverwaltung dürfte bei der eingetretenen prächtigen Sommerwitterung eine umso größere Betheilrgnng finden. Die Köln-Düsseldorfer Gesellschaft wird wieder ein vor?''~!1 - "'-r-—11 ----r-*-—-

von heut zu morgen thcilhattlg werden wird, geht für den, der es sonst bezweifeln sollte, jedenfalls schon daraus hervor, daß auf der Konferenz bereits der Gedanke angeregt wurde, diese Konferenz jm einer periodisch wicderkehrenden Institution zu machen. Der Areopag der Mächte will also dem Krieg geaennber die Theorie jenes empfindsamen Mannes zur Anwendung bringen, der seinein Hund den Schwanz stückweis abschnitt, damit es ihm nicht so un­angenehm auffalle.

Als ein recht heikles und komplizirtcs Werk stellt sich anH die Friedenaktion in Oesterreich-Ungarn dar, deren endliches Gelingen als umso schwieriger erscheint, da neben dem Konflikt zwischen Cis- und TranSlcitbnnicn parallel die innere Krisis in

2 Magazingenossenschaften. Nach der Haftart 57 mit un­beschränkter und 12 mit beschränkter Haftpflicht. — Mit lebhaftem Bedauern wurde Keuntniß davon genommen, daß der Borschußvercin zu Alzey von der Pfälzischen Bank an- aekauft worden sei, entgegen allen genossenschaftlichen Grundsätzen. Wenn auch ein augenblicklicher Nutzen, die Herauszahlung der Reserven an die Mitglieder, besteche, so wiege dies doch die Vor­theile, welche eine Genossenschaft durch billige Zinsen und die Interessenvertretung auch der geringeren Mitglieder biete, nicht auf. Von berichtenden 60 Vereinen betrug die Mitgliederzahk 47,314 nach Schluß des Jahres 1898 (+ 1153). Diese 60 Vereine haben im ver­flossenen Jahr ihren Mitgliedern an Krediten auf Jahresziel gemährt 73,987,000 Mk. gegen 61,491,000 Mk. in 1897. Der Zinsfuß für die gewährten Kredite ist in 1898 bei mehreren Vereinen weiter er­mäßigt worden und die meisten Vereine haben ihre bis­herigen mäßigen Zinsen trotz der schwierigen £age des Geld­marktes stabil gehalten. Die Gcschäftsantheile der Mit­glieder betrugen 14,292,000, die Reserven 4,494,000 Mark gegen fremdes Kapital 63,247,000. Das eigene Vermögen beträgt demnach im Durchschnitt 30 pCt. (1897 29,9 pCt.) des fremden Kapitals. Die Aktiven und Passiven betrugen 88,612,000 (1897 80,391,000Mk.). Dem Guthaben der Vereine bei Banken von

Anzetgen-PreiSr

Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige» 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfg. — Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Pfg., für Auswärts 75 Pfg.

Ans §tnbt und Kund.

Wiesbaden, 4. Juni.

— Grfchichtvkalrndrt'. 4. Juni. 1896: t Ernesto Rosst zu Pescara, der. ital. Tragöde. 1859: Schlacht bei Magenta zwischen Oesterreicher und Franzosen und Sardinier. 1832: * Edmund v. Krieghainmcr zu Landshut, österr. Reichskriegsmiuister. 1815: Preußen erwirbt Neuvorpommern. 1813: Treffen bei Luckau. 1813: Waffenstillstand zu Poischwitz. 1799: Schlacht bei Zürich unter Karl Ludwig, Erzherzog von Oesterreich, gegen die Franzosen. 1796: Schlacht bet Altenkirchen a. d. Wied, Sieg der Franzosen unter Kleber. 1764: * K. F. Köhler zu Leipzig, Begründer der bet Leipziger Buchhandlung gleichen Namens (t 1833). 1745: Schlacht bet Hohenfriedberg, Steg Friedrichs des Großen. 1680: t August, letzter Erzbischof von Magdeburg. Magdeburg fällt an Brandenburg. 1568: Alba läßt die Grasen Egmont und Hoorn hinrichtcn. 1525: Niederlage der fränkischen Bauern bei Sulzdorf. 1417: f Papst Gregor XIII.

wurde. -----------

Ncreinö-Nachrichke».

(Kurze faßliche Strichle werden dereUwMlgsi unter dieser Urberlchriv ausgenommen.)

* Der „Scharrschc Männerchor" unternimmt heute Somttag, den 4. Juni, Nachmittags, einen Ausflug nach Erben­heim (Saalbau .Zum Löwen").

* TaS alljährliche Waldfest des Mannergcsang - Vereins „Friede" findet Henle Sonntag, den 4. Ium (bet günstiger Witterung) auf dem Terrain der Bürgerschiitzendalle statt. Di» Sänger des festgebeitden Vereins, sowie die der geladenen Gesang­vereine werden bei dieser Gelegenheit ihre besten Chöre zum Vor­trag bringen.

* Der Mannergesangverein .Cacilia" feiert heute Nach­mittag von 3 Uhr ab auf dem herrlich gelegenen „Speherskyps" fein diesjähriges Waldfest.

- zügliches, mit trefflicher Restauration versehenes Schiff stellen. Ein Mnfikcorps wird die Fahrt begleiten. Die Abfahrt vom Kurfaalplatz ist auf 8 Uhr 50 Minuten, also nicht zu frühzeitig, anbtraumt. In dem Programm ist vorgesehen: Besuch des Rheinstein, Aßmannshausen, mit Konzert in der Krone, des Jagdschlosses Niederwald (gemeinsames Mittagsmahl und Tanz), Spaziergang mit Mustk über den Niederwald, Schiffsbau auf der Rück­fahrt, bengalische Beleuchtung des Schlosses und der Rhcinufer zu Biebrich.

o. Militärische«. Die beiden hiesigen Bataillone des Füsilier- Regiments v. Gcrsdorff (Hess.) Nr. 80 rücken am Mittwoch, den 7. o. M., zum Regiments-Exerciren aus dem .Großen Sand" bei Mainz aus. Während desselben wird das Regiment in Kasernen und Baracken zu Mainz, das 1. Bataillon in der Schloßkaserne daselbst einquartiert.

o. Ilrne Gesetzgebung. Um den Richtern Gelegenheit zu geben, sich mit den neuen Gesetzen, insbesondere dem bürgerlichen Gesetzbuch, näher vertraut zu machen, sollen dieselben abwechselnd auf je sieben Wochen beurlaubt werden. Zur Vertretung der Beurlaubten sind die Herren Gerichts-Assessoren Dr. Proppinz und Dr. Schulze dem Landgericht hier, Herr Assessor Dr. Sarrazin von Eltville dem Amtsgericht dahier und Herr Assesfor Hilf dem Amtsgericht zu Hochhctm alsHülfsrichtcr iiver- wteseil worden.

— Eine neue Fahrradvorschrift für das Heer ist vom Kaiser erlaffcn worden. Heber Bewaffnung und Munition für Radfahrer werden in nächster Zeit besondere Festfetzungen getroffen werden. Hinsichtlich der neuen Bekleidungsproben für Radfahrer wird das Armee-Verwaltungsdepartement das Weitere veranlassen.

— Patentamilichrr Schutz wurde unter 116393 Herrn F. Deiters, Architekt hier, Seitens des Kaiserlichen Patentamts auf Filzstreifen-Thiirauschlag für geräuschlose 2c. Tbürschließung ertheilt. Wie uns mitgctbcilt, ist diese Erfindung bereits im Uin- und Erweiterungsbau der Lehrsttaße-Schule verwerthet worden.

«r. Jahrgang.

Erscheint in zwei Ausgaben. — Bezugs-PreiS: durch den Verlag 50 Psg. monatlich, durch die Post 1 Ml. Ob Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.

— tzch,U„achrichten. Am Montag, den 12. Juni d. I., Vormittags von 9 Uhr ab, und an den folgenden Tagen soll in der gewerblichen Zeichen- und Kunstgewerbeschlile zu Cassel eine Prüfung für Zeichenlehrer und Zeichenlehrerinnen abgehalten werden. Anmeldungen zu dieser Prüfung sind dis zum 31. l. M. an das Kgl. Provinzial-Schulkollegium in Cassel einzurcichen. — Dem Vor­sitzenden des Volksbildungsverein zu Wiesbaden, Herrn Professor Dr. Kühn, ist die Konzession zur Leitung einer Fortbildungsschule für nicht mehr schulpflichtige Mädchen Hierselbst ertheilt worden. — Gestorben ist in Limburg im Alter von beinahe 90 Jahren der Senior der nassauischen Lehrerwelt, der seit dem Jahre 1881 im Ruhestand lebende Lehrer Herr P. Seelbach. Derselbe war 51 Jahre im Schuldienst, zuletzt lange Zeit in W eher, Kreis Ober­lahn, thätig.

— Die Angenheilanstalt für Arme, Elisabetheustraße 9 und Kapellenstraße 42, veröffentlicht soeben ihren 43. Jahres­bericht 1898. Die Zahl der in diesem Jahre behandelten Kranken überstieg die Durchschnittsstärke der letzten 10 Jahre um 154; geheilt wurden 2385, gebessert 217, 3 mußten ungeteilt entlassen werden; zur einmaligen Konsultation (meist Brillen suchende) er­schienen 71. In die Anstalt wurden 844 Patienten aufgenommen mit 20,897 VerpfleguugStageu. Die Zinsen des StaarfondS ge­währten 20 bedürftigen Staarkrankcn völlig freie Station und Staar- brillen; da die Anstalt auch gänzlich Unbemittelten, die nicht in eine Freistelle eingewiesen werden können, die Anfuahme gewährt, mußten 3745 Mk. 31 Pf., bereit Beibringung nicht möglich war, nieder­geschlagen werden. Nachdem der Staarfouds die Höhe von 20,000' SRI. erreichte, erscheint eine weitere Ansammlung für den­selben vorerst nicht erforderlich; dagegen ist ein ausreichend botirter Fonds zur Gewährung der zahlreich begehrten Freistellen ein bringendes Bedürfnis;; der bisherige Freistellenfonds beträgt nur 14,000 Mk. Dem Neubaufonds konnten 1519 Mk. zugewiesen werden. Dem Jahresbericht sind einige Angaben über die jetzige Behand­lung der Hypopyon-Keraiitis, der Netzhaut-Ablösung, sowie die kurze Beschreibung einer in unserer Gegend seltenen Angen- erkrankung (Cysticercus im Auge) beigegeben. Für bedürftige Kranke bittet die Anstalt um getragene Kleider und Schuhe; auch Brillen sowie Leinwand sind erwünscht. Die Sprechstunde findet täglich von 11—1 Uhr, die Aufnahme von Kranken jeder Zeit statt.

— Grnosfertschafkskng. Der Verband deutscher Erwerbs­und Wirthschaftsgeiiossenschasten am Mittelrhein, zu welchem auch die beiden hiesigen Vorschubvereine gehören, tagte für dieses Jahr in dem Westerwaldstädtchen Montabaur, das für diese Tage sich durch reichen Flaggenschmuck ein festliches Gewand angelegt. Die Verhandlungen fanden in dem interessant gebauten Rathhause statt, und die staatlichen und städtischen Behörden zeigten durch die Gegenwart des Herrn LandrathS und des Herrn Bürger­meisters ihr lebhaftes Interesse an den gepflogenen Ver­handlungen. Der in der Vorversammlung nach Erledigung der nothwendigen Formalitäten erstatletc Bericht des Verbands- revisorS Herrn Seid erth brachte die segensreiche Einwirkung dieser periodisch in zwei Jahren sich wiederholenden Revisionen zum Ausdruck, indem mehr oder weniger fast jeder Verein sowohl seine Statuten als seine Geschäftsführung und Einrichtungen in der von dein Revisor angebeuteten Richtung ausgebaut und ver­vollkommnet habe, nur wenige Ausnahmen ftnb vorhanden, die sich auf ländliche Vereine beziehen, wo z. B. die ginSrückstänbe sich auf lange Jahre erstrecken ober die uchführung mangelhaft und unvollständig sei. Ms letztes Mittel gegen diese Vereine, wenn wiederholte Mahnungen und praktische Unterstützungen keinen bleibenden Erfolg Haben, wird der Ausschluß aus dem Verband erfolgen, wie in ähnlichen Fällen schon früher geschehen. Nach dem in der Hauptversammlung er­statteten Bericht des Derbandsdircktors Herrn Rechtsanwalt Dr. Alberti von hier gehören zum Verband zur Zeit 69Vereine, 64 Kredit-, 1 Rohstoff-, 1 Produktiv-, 1 Baugenossenschaft und

Faschoda", der Major Marchand, den die Nationalisten aus Mangel an geeigneten Persönlichkeiten gern auf ihren stets bereit gehaltenen Schild heben wollen, hat keine Lust ober hält es doch für ein allzu gewagtes Beginnen, sich die Rolle eines neuen Soulanger aufdrängen zu lassen. Jedenfalls sieht man aus der Marchandkoinödie, wie stark der Ehrgeiz der Nationalisten herab- gefunten ist, die von den Generalen ichon auf den — Major gekommen sind. Wenn aber die französische Regierung mit den unbotmäßigen Generalen glücklich fertig werden sollte, wird sie an der „Majorsecke" nicht scheitern!

t Oesterreich läuft, von deren Lösung auch die Lösung des Konfliktes

s zwischen den beiden feindlichen Brüdern Oesterreich und Ungarn

abhängt. Die Ungarn waren von jeher Realisten in der Polittk und diese Eigenschaft crflärt ihr Verhalten während der AuSglcichs- krisiS. Die verworrene Lage in Oesterreich, welche durch den illoyalen Kampf der Regierung gegen die Deutschen und deren dadurch nothwendig gewordene Kriegserklärung gegen die Regierung geschaffen wurde, ist von den Ungarn dazu benutzt worden, möglichst günstige AuSgleichsbcdiiiguugen für sich herauszuschlagen. Die österreichische Regierung ist dadurch tn eine Sackgasse geraden, r aus welcher der Ausweg nicht leicht ist. Die „erste Hülse in allen Unglücksfällen", der berüchtigte § 14, hat sich diesmal als nicht e ausreichend erwiesen, denn die einzige Möglichkeit, der ungarischen Begehrlichkeit mit Erfolg entgegenzutreteu und einen auch für Oesterreich annehmbaren Ausgleich zu erzielen, besteht darin, daß es gelingt, das österreichische Parlament wieder arbeitsfähig zu machen. Diese Möglichkeit wird aber nur dadurch gegeben,' daß mit der staatszerrüttenden Politik gegenüber den Deutschen end­gültig gebrochen wird, und somit steht die chronische Krisis in Oesterreich, welche noch weit gefährlicher ist, als die jetzige akute österreichisch-ungarische Krisis, thatsächlich noch immer auf dem­selben Fleck, auf dem sie beim Rücktritt Badenis stand, dessen Nachfolger ihm an Kurzsichtigkeit und politischem Unverstand um Nichts nachgaben.

g: Den ersten entscheidenden Sieg gegenüber der vielgestaltigen

Opposition hat auch das auf Neu' gewaschene italienische Kabinett Pelloux erfochten, indem es bei der Wahl des Kammerpräsidenten den von ihr präsentirten Kandidaten Chinaglia mit allerdings nicht allzu bedeutender Mehrheit durchbrachte. Das Kabinett hat damit über die Opposition gesiegt, jetzt wird es zu zeigen haben, ob es auch über die Schwierigkeiten siegen wird, die zur Rekonstruktion des Kabinetts geführt haben. Die größte dieser Schwierigkeiten liegt auf dem Gebiet der auswärtigen Politik. Es güt, die Sanmnn-Frage so zu wenden und zu lösen, daß das italienische Prestige mit möglichst geringer Einbuße daraus hervor­geht. Das wird aber nicht leicht fein, beim sich mit Grazie und Anstand znrückzuzichen, gehört zu den fchwierigsten Aufgaben der diplomatischen Taktik.

E Ueber die Schwierigkeit eben dieser Ausgabe wird auch in den Bereinigten Staaten soeben in recht beweglichen Tönen Klage geführt, denn die Dinge auf den Philippinen stehen schlecht, sehr schlecht. Die Verhandlungen mit den Filipinos haben sich endgültig zerschlagen, denn diese haben keine Neigung, sich von den Aincrikanern mit Haut und Haaren verschlingen zu lassen, und die Slmerifaner wiederum haben ihre einstige ; Schwärmerei für die .Unabhängigkeit" der Philippinen, berent« I wegen sie angeblich ben Krieg gegen die Spanier begonnen haben, gründlich ad acta gelegt. Der Krieg der amerikanischen.Befreier" tzeaen Diejenigen, die sie angeblich befreien wollten, nimmt also feinen Fortgang, sehr zur Betrübuiß der überwiegenden t Mehrheit der Amerikaner, die längst zu der Ansicht gekommen sind,

daß das Objekt die Opfer nicht lohnt. Auf allzu viel Nachrichten vom Kriegsschauplatz wird man freilich schwerlich rechnen dürfen, denn wenn die Amerikaner auch stolz erklärt haben, daß sie den Krieg auch während der Regenzeit, welche Weg und Steg auf den Philippinen unwegsam macht, fortsetzen wollen, so ist das nichts als eitel Renommisterei, und der angefünbigte Feldzug wird in Bälde zu Wasser werden. Die Amerikaner werden freilich vielleicht einwenden, das thäle nichts, denn auf den Philippinen feien sie ohnehin schon längst aus dem Regen in die Traufe gefommen!

Ihrem baldigen Abschluß ruckt dagegen endlich die 81 (faire entgegen, die seit Jahren das polittsche Leden Frankreichs zer­rüttet hat. Der Dreyfus-Prozetz steht kurz vor seinem Ab­schluß und es ist zu hoffen, daß er zu einem Gesundungsprozeß für die französische Nation werden wird. Schneller als das große ; Revisionsdrama hat sich das Sattrspiel zu diesem, der Prozeß Deronlöde, abgespielt. Der .Barde der Nationalisten" ist von den Geschworenen freigesprochen worden zum Theil, weil ihnen die Tiraden Döronledes und seiner Anhänger in die nicht völlig klaren Köpfe gestiegen waren, zum Theil, weil sie in Seroulebc — und dies mit Recht — weniger eine gefährliche, als eine ' lustige Pxrson sahen. Männer vom Schlage Doroulödes haben - lischt.das Zeug zu einem Soulanger, aber auch der .Held von

£ cnrrläriu. Vorgestern Abend bemerkte der Eigenthumer . la Kapellenstraße 87 verdächtigen Rauch in feinem Hause. In der Meinung, es brenne, begab er uch zum nächsten Feuermelder und alarmirte die Feuerwehr, welcher infolge nicht sachgemäßer Benützung das Signal „Großfeuer" zuging. Lae bald an Ort und Stelle erschienene Feuerwache konnte nur lonftahren, daß der Rauch infolge der Hitze in das Haus gedrückt worden war. — Gegen 10 Uhr wurde die Wache nach dem Hanse Michelsberg 9a gerufen, woselbst Ruß in Brand geralhen war, der alsbald gelöscht

t • Auf dem Weltmarkt der Politik geht es zur Zeit lebhaft zu und die Aufmerksamkeit der politischen Welt ist, abgesehen von den Ereignissen sekundären und tertiären Grades, durch drei Ereignisse elften Ranges in Anspruch genommen, durch den im Haag tagenden Kongreß, dessen Verhandlungen dem Nichts — als Publikum nach Art der Medizin nut theelöffelweise verzapft werden, durch die kmtplizirte Doppelkrisis in Oesterreich-Ungarn und durch die Haupt- und Staatsaktion in Frankreich, hie sich sogar als eine L Trilogie von Ereignissen präseutirt. Die Konferenz im Haag, V die ursprünglich den stolzen Titel „Abrüstungskonferenz" trug, hat bereits in aller Stille und Geräuschlosigkeit ihre Firma geändert und sich auf.beit bescheidenen Namen „Friedenskonferenz" getauft.

| Diese Neufirmiriing wurde nothwendig, nachdem der vom russischen Czaren in einer mehr schwachen als guten Stunde er­sonnene Abriistiingsvorschlag von der Konferenz in einer eigens zu diesem Zweck gebildeten Konimissiou begraben 1 worden ist. Ob die Konferenz wenigstens dem bescheideneren Titel der Friedenskonferenz Ehre machen wird, bleibt mit umso größerer Sorge abzuwarten, als von Seiten Englands sowohl dem Verbot der Dum-Dum-Geschosse als auch der Ausdehnung der für den Landkrieg geltenden Vereinbarungen auf den Seekrieg anscheinend mit einem Eifer widersprochen wird, der einer besseren Sache würdig wäre. Daß die Welt der Segnungen einer Milderung der C Kriegsformen und einer verstärkten Sicherung des Friedens nicht von beut’ zu morgen theilhaftig werden wird, geht für den, der

.„„.p... „.,„J sei Folgendes hervorgehobeu: Das Fest wird ein- geieitet am 25. Juni durch eine aus Probebankett, Probeschieben, Konzert und Probeaufführung bestehende Vorfeier. Am 1. Juli (Samstag) findet Empfang der Schützen und die Eröffnung des Festes statt. Der 2. Juli (Sonntag) wird Weckruf, Festzug und Konkurrenzschieben bringen. Am 3. Juli (Montag) ist Frühschoppen­konzert, Umzug durch oie Stadt und Abends großes Konzert der vereinigten Gießener Männergesang-Vereiue; am 4. Juli (Dienstag) Schiitzentag des Mittelrheinischen Schützendiuides und Ver- bandsschutzentag, Abends Aufführung eines Festspiels; am 5. Juli (Mittwoch) u. A. am Nachmittag Ballonauffahrt mit Fallschirmabsturz, am Abend turnerische Aufführungen der Gießener Turnerschaft. Der 6. Juli (Donnerstag) wird u. 81. ein großes Moustre - Konzert der Bereinigten Militärkapellen bringen, der Freitag (7. Juli) großes Brillant­feuerwerk. Der Samstag (8. Juli) ist für das Gießener Jugend- fest (Aufstellung des Jugendfestzugs um ‘/»2 Uhr) und die Wieder­holung der Festspiele vorgesehen. Am 9. Juli (Sonntag) findet Vertheilung der 10 ersten Preise auf sämrntliche Scheiben und offizieller Schluß des Festes statt. Es sind bereits ansehnliche Preise gestiftet. Die zu Preisen bestimmten Medaillen erhalten noch dadurch besonderen Werth, daß der hohe Protettor des Schützenfestes, Sc. König!. Hoheit der Großherzog von Hessen, die Erlaubniß ertheilt hat, sein Bildniß auf denselben anzubringen.

ea. 7,663,000 stehen nut ca. 800,000 Mk. an Bankschulden gegenüber. Hieran reihten sich mehrere Vorträge der Herren Dr. Wernicke aus Berlin, Dr. Meißner von Frankfurt und Dr. Alherti von hier über für die Genossenschaften wichtige Punkte aus der neuen Gesetzgebung. Die im vorigen Jahr in dem Rahmen des all- gcineineit Verbands gebildete Ruhegehaltskasse für die Vorstands­mitglieder und Beamten der Vereine hat bis jetzt nur geringe Be- tHeiligung in dem sonst durch seine Größe als auch feine vorzügliche innere Gestaltung an der Spitze bet deutschen Verbände stehenden Mittelrheinischen Verband gefunden, gegenüber den anderen Verbänden. Der Vertreter der Berliner Anwaltschaft empfahl dringend den Anschluß. Manches Interessante und für die Allgemeinheit Wichtige brachten noch die Mittheilungen aus den einzelnen Vereinen. Zn dem Ende Juli in Berlin stattfindenden allgemeinen VereinStag in Berlin und daran anschließende Ein­weihung des Denkinals des AttmcistcrS Schultze-Delitz ch steht eine große Betheiligung der Verbands-Vereine in Aussicht. Dem Rechnung tragend, hat auch die Unterverbandskasse mehr wie sonst an Heinere Vereine Beihülfe bewilligt. Als Ort des nächsten Lerbandstags wurde Crouberg gewählt und der Vorschußverein Wiesbaden wiederum als geschaftsleiteuder Verein bestimmt.