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1899
Freitag) den 26. Mai.
Fernsprecher N». 52.
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Fernsprecher No. 52.
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ermüdlicher Kleinarbeit, von Dorf zu Dorf vorgehend, muß dem Volke die Liebe am Spiele zurückgegeben werden, mnd diese allein richtige Pflege des Volksfpieles hat die deutsche Turner, chaft m den letzten Zähren auf ihre Fahne geschrieben. Helfen wir der- k-ii^n hirfp R.nhne bockbalteu und schützen wir sie vor der yer=
43. Jahrgang.
Erscheint in zwei Aufgaben. — Bezugs-Preis: durch den Verlag 50 Psg. monatlich, durch die Post 1 Mk. 60 Psg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
öen Worrat Juni auf das „Wiesbadener Tagblatt" zu abonniren, findet sich Gelegenheit im Verlag kanggaffe 27, bei den Ausgabestellen, den Zweig-Lzpeditionen in den Nachbarorten und säinmtlichen deutschen Aeichsxostanstalten.
— Patentwesen. Herrn St. Matt ar, Theerprodukten- fabrik in Biebrich a. Rh., wurden folgende Schutzrechte ertheilt: Waarenzeichenschutz unter Nr. 37645 und Nr. 37646 auf die Wortzeichen »Alyton“ und .Lythokoll“, ferner deutsches Patent unter Nr. 102819 auf »Verfahren zur Herstellung von Dachpappe' und auf denselben Gegenstand das Schweizer Patent Nr. 16561, Eanzösisches Patent Nr. 272460 und Belgisches BatentNr. 131863.
rner wurde Patentamtlicher Schutz ertheilt Herrn Ad. Grob, ankenstraße hier, unter Nr. 115527 auf: »Nach jeder Richtung oeglicher und verstellbarer Handstickrahmen mit Befestigung durch Druckhebel und guminiplattirten Klemmbacken nach Art des D. R.-G.-M. Nr. 105134“. Diese Schutzrechte wurden durch das Patentbüreau Ernst Franke hier erwirkt.
— Kochri mit ®ae! Wie uns von Seiten der Direktion des Gaswerks mitgetheilt wird, ist die Zahl der Abnehmer von Gas zu Kochzwecken in dem soeben abgelaufenen ersten Monat des Sommerhalbjahres mit dem ermäßigten Preis von nur10 Pf. für 1 cbm wiederum um 900 gestiegen gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres. Gleichzeitig stieg der Verbrauch für bie genannten Zwecke in der angegebenen Zeit von 53,000 cbm auf 84,000 cbm, also um 31,000 cbm --- 58 pCt.I Die Erkenntniß von den großen Vortheilen und Annehmlichkeiten des »Kochens mit Gas“ bnngt erfreulicher Weise in immer weitere Kreise, insbesondere auch m diejenigen, in welchen die Hausfrau selbst kocht und für welche das Wort: »Zeit ist Geld“, erst recht gilt.
o. Unfall. Gestern Vormittag kam auf dem Markt ein Radfahrer, als er einem Kinde ausweichen wollte, zn Fall und kam
Verlag: Langgasse 27
1®,OOO Abonnenten
den letzten Zähren auf ihre Fahne geschrieben. Herfen wir di selben diese Fahne hochhalten und schützen wir sie vor der * splitterung, welche ihr von dem modernen Specialistenthum auf dem Gebiete der Körperpflege droht.
- ..Achtnndvirrrigrr Nassauer CH»"""' " Die Leser unseres Blattes wird es sicher erfreuen, zu Horen, baß unser Mitarbeiter Dr. Spielmann die unter obigem Titel erichienenen Aufsätze gesammelt, verbessert, erweitert und illustnrt in Buchform herausgiebt. Die Darstellungen des Verfassers ,md allseits als gründlich und sachlich unparteiisch anerkannt. worden. Ohne -Zweifel wird sich auch für die Buchausgabe eine große Anzahl Liebhaber finden, sodaß die große Mühe, die das «ammeln des schwer zu erhaltenden Materials und die Gestaltung des Stoffes, auch des neuaufgenommenen, verursacht, einigermaßen Entschädigung findet. Es sei bemerkt, daß außer einer alten vergriffenen und dazu tendenziösen Darstellung von Riehl, die auch nur die Hälfte des Umfangs der Spielmannschen Broschüre erreicht, keine Darstellung der Vorgänge des ereignißvollen Jahres in Nassau exlstirt. Das 11 Bogen starke Buch erscheint zu Anfang nächster Woche tm Verlage von P. Plaum dahier und wird in allen Buchhandlungen zu haben sein.
— Zechs Singtabellen hat Herr Lehrer I. Jacobi zu Wiesbaden, der Verfasser der bereits weitoerbreileten »Gelanglehre , neuerdings im Verlag von L. Schwann in Düsseldorf erscheinen lassen. Die groß, deutlich und sauber ausgeführten Tabellen sollen als Anschauungsmittel für Schüler und Anfänger im Gesanguiiter- richt dienen. Es ist immer schwierig, abstrakte Begriffe zu vermitteln; ein rein abstrakter Unterricht aber will einfach ein Unding heißen. Wo es daher angängig ist. sollte der Unterrichtende zur konkreten, bildlichen, figürlichen Darstellung greifen; wir hangen alle mehr oder minder an Bildern und bildlichen Erscheinungen, ziehen sie vielfach herbei, um schwer verständliche Abstraktionen zu versinnlichen. So wird auch auf dem Gebiete der Musik ,unb des Gesanges vielfach verfahren. Der Lehrer des Gesanges muß natürlich den umgekehrten Weg einschlagen: vom Bilde zum Zeichen, vom Zeichen zum Begriffe, und auf diese Weise ist bei den Jacobischen Tabellen verfahren. Stufengemäß, klar und anschaulich erfolgt die Ueberführunm Auf Tabelle I wird die Tonleiter durch eine regelrechte Sprossenleiter, und die Tone werden durch Ziffern dargestellt. Damit sind die ersten Uebungen (auch an den Vierklangen) verbunden. Auf Tab II tritt das Tonzeichen, die Note, auf, nach der die rhythmischen Uebungen stattsinden, Taktarten und Taktgliederung, Betonung, Pausen und die dafür vorhandenen Zeichen :c. Tab. III veranschaulicht Singübungen nach Noten in Verbindung nut Ziffern (Ziffernoten) nebst den Grundformen des zweistimmigen Volksgesangs. Tab. IV bringt die v-änr-Tonleiter mit den mannigfachsten Uebungen. Tabelle V die G- und I'-äur-Tonleiter mit Uebungen, Vergleichung der drei bekannten Tonarten zc., Tab. VI endlich die übrigen Durtonarten, die Versetzungszeichen und die Einführung ins Mollgeschlecht. Wir können, unser Ürtheil, das wir gelegentlich der Besprechung der »Gesanglehre“ des Verfassers aussprachen, nur wiederholen, die Arbeit zeugt von technischer sowohl als auch pädagogisch-methodischer Durch- und Verarbeitung, und somit wird sie als rationelles und sachgemäßes Hülfsmittel dem Lehrer gute Dienste leisten. Der Preis, 8 Mk., ist zudem billig.
— Das Fnndrccht wird vom 1. Januar 1900 ab infolge der Neuordnung durch das bürgerliche Gesetzbuch von dem bisher in Preußen geltenden Rechte wesentlich abweichen. Eine Uebersicht hierüber mit besonderer Berücksichtigung der Pflichten der Polizeibehörden giebt Dr. Delius in Nr. 32 des »Preußischen Verwaltungsblattes“, welcher wir Folgendes entnehmen: Finder ist, wer eine verlorene Sache entdeckt und an sich nimmt. Erst durch das Nehmen, durch die Besitzergreifung entstehen die Rechte und Verpflichtungen aus dem Fund. Ob Jemand Besitz ergriffen hat, ist eine Frage des einzelnen Falles. Sie wird zu verneinen sein, wenn der Finder die Sache aufgenommen hat, nur nm sie zu besichtigen, und sie unverzüglich an dieselbe Stelle wieder hingelegt hat. Abweichend von dem in Preußen geltenden Recht kann man auch eine Sache finden, deren Verlierer man kennt (B. G.-B. § 965). Die Verpflichtungen des Finders sind auf das nothwendigste Maß beschränkt. Er hat unverzüglich Anzeige zu erstatten, und zwar entweder dem Verlierer oder dem Eigentümer oder dem sonstigen Empfangsberechtigten und, wenn er von diesen Personen Niemand kennt, der Polizei. Die Anzeige- Pflicht bei der Polizeibehörde fällt fort, wenn die Sache nicht mehr als 3 Mk. werth ist. Außer dieser Anzeigepflicht hat der Sinber ferner die Pflicht, die Sache ordnungsmäßig zu verwahren, afür hat et Anspruch auf Ersatz der Aufwendungen und auf Finderlohn. Der letztere wird jedoch nach B. G.-B erheblich geringer als nach bisherigem Recht. Letzteres forte denselben auf ein Zehntel des Werthes bis zu 1500 Mk. und vom Mehrwerth 1 pEt. Nach B. G.-B. § 971 beträgt bet Finderlohn 5 pEt. vom Werth bis zu 300 Mk., vom Mehrbetrag 1 pEt.
Die einspaltige Petitzeile für locale Anzeige»
15 Psg., für auswärtige Aineigen 25 jpfg. — Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden 50 Psg., für Auswärts 75 Psg.
— Für bie Ausnahme später eingereichtet Anzeigen zur
Aus Siadt und §and.
Wiesbaben, 26. Mai.
— Geschichtskalender. 26. Mai. 1896: Krönung Kaiser Nikolaus zu Moskau. 1884: f Th. Achtermann, herv religiöser Bildhauer' (* 1799 bei Münster). 1883: f Add-el-Kader, der vnstige Gegner der Franzosen m Algier. 1879: Ausbruch des Aetna. 1831: Niederlage der Polen bet Ostrolenka. 1818: Einführung der Klassenstenet in Preußen. 1818: Erlaß der Ver- fassungsutkunde in Bayern, gegründet auf Reprasenta ion aller Stande. 1813: Gefecht bei Haynau. 1805: Krönung Napoleons im Dom zu Mailand mit der eisernen Krone der Lombardenkonigc. 1799: * Slug. Kopiich zu Breslau, Maler und Dichter, Entdecker der blauen Grotte auf Eapri, 1762: s Alexander Baumgarten zu Frankfurt a. O., der Begründer der Aesthetik (* 1714). 16/9. + Ferdinand Maria, Herzog von Bayern. 1249: Treffen bet Fossalta, König Enzio gefangen.
— Hundestenee. Der Vorstand des »Thierschntz-Verein“ bat an den Magistrat ein Gesuch gerichtet, welches einen Erlaß der Bundesteuer anstrebt für Diejenigen, welche sich statt der Zughunde fei anschaffen. Die Eingabe findet ihre Begründung darin, daß viele kleineren Geschäftsleute, welche die Hundesteuer schon bezahlt hätten, weiteres Geld zum Ankauf eines Esels, der bekanntlich vom genannten Verein jetzt sehr empfohlen und möglichst unterstützt wird, nicht mehr aufwenden könnten. Der Magistrat giebt denn auch dem Ansuchen insofern statt, als Denjenigen, welche m der Zeit bis zum 1. Oktober b. I. statt ber Zughunde Esel anschaffen, die ganze Hundesteuer, und Denjenigen, welche nach genanntem Termin ihre Zughunde mit Eseln vertauschen, die Hundesteuer zur Hälfte erlassen wird. t m
- o. Städtische Arbeiten. Die Ausführung der Renovirung »er Straßenfaffaden der beiden städtischen Häuser Goldgasse 10 and Michelsberg 15 ist dem Herrn Tüncher Jakob Krebs hier übertragen worden. — Der Abbruch des Aceise- und Leihamts in )er Neügasse ist zur Ausschreibung gelangt. Termin zur Einreichung von Angeboten ist auf den 6. Juni anberaumt. — An demselben Tag steht auch Termin an zur Einreichung von Offerten für den inneren Ausbau des VolkSkindergartengebäudes an der Gustav-Adolphstraße. Die Arbeiten sollen so beschleunigt werden, saß das Gebäude am 1. Oktober c. seiner Bestimmung übergeben werden kann. „ . . Ä ,
— Athleten-Sport. Bei dem zu Duisburg a. Rh. ab- .icbaltenen großen deutschen Athleten-Verbandswettstreit errang auch ein Mitglied des Slthleten-Vereins Wiesbaden, Herr Karl Schlegelmilch, einen 2. Preis im Dauerstemmen, einen 2. Preis im Schwer- aewichtstemmen und einen 2. Ehrenpreis (prachtvolle silberne Weni- vowle). Die Athleten sanden sich unter Vorantritt einer Musikkapelle am Dienstag Abend am Rbeinbahnhof, 8' - Uhr, em, um den Siegern (wie gemeldet, ist auch Herr Otto Grandpair dabei) einen herzlichen Empfang zu bereiten. Den Siegern ein kräftiges LHeill-Hell^ch tiwe Friedenoidee. Man schreibt uns: Unter dieser Ueberfdjrift befindet sich in der Abend-Ausgabe vom 24. Mai ein Aufsatz, bei welchem zweifellos sehr patriotische Begeisterung die Feder geführt hat. Wie aber jedes Ding in der Welt, so hat auch der .Reichsverein für vaterländische Festspiele“ seine zwei Seiten, und es ist gewiß angezeigt, neben der dort gezeigten Lichtseite auch einmal bie weniger freundliche Rückansicht zu betrachten. Genannter „Reichsverein“ will seine Festspiele in Rübes- Heim abhalten, wo mit ungeheueren Kosten ein geeigneter Platz hergestellt werden soll. Das freundliche Rheinstadtchen mit Dem Nationaldenkmal giebt allerdings wohl bie nöthige poetische Oertlichkeit ab. Aber Rudesheirn liegt weit im Westen unseres großen Reichs unb die großen Kosten der Reise gestatten nur wenig Glücklichen bie Theilnahme an ben Volksspielen. . Volksspiele ist wohl überhaupt eine verkehrte Bezeichnung, denn die ganze Anlage der Sache verrath, daß bei einer Theilnahrne an berleiben doch nur bie sogenannten „oberen Zehntausend" in Betracht kommen. Alles, was die Bezeichnung »Volk“ trägt, hat seine Mittel für wichtigere Dinge nothwendig unb sollte vor fier Versuchung bewahrt bleiben, noch mehr Feste feiern « wollen, als es bis jetzt schon tbut. Der gute Kern, ben bie Sache ja ohne Zweifel hat, ist mit einer so vornehmen, undurch- oringlichen Hülle umgeben, daß zu fürchten ist. er wirb zum Keimen und' Sprießen überhaupt nicht kommen. Mit dem „Brod unb Eirkusspiel“ ber römischen Eäsarenzeit haben freilich die Bestrebungen nichts zu thun; aber ob sie dieselben Zustände nicht vorbereiten helfen, kann doch nur die Zukunft lehren. Thatsache ist, daß unser Volk durch geistige und körperliche Arbeit groß geworden ist und nicht durch Spiel. Die Körperpflege braucht ja nicht hinten angesetzt zu werden und wir haben dafür Institutionen, wie sie bei keinem anderen Volke gefunden werden. Was höhere und niedere Schulen auf diesem Gebiete heute leisten, ist von keiner früheren Zeit erreicht worben; kann boch bei ber vielgerühmten griechischen und römischen Erziehung niemals von einem Volke, sondern nur von ben Kindern der Freien und Begüterten bie Rede sein. Eine unvergleichliche Einrichtung für Körperpflege ist ferner das deutsche Mflitänvesen. Freilich sehnen wir uns mit Recht nach einer Befreiung von der drückenden Heereslast und der erste Schritt dazu ist bereits gethan, allein vorläufig werden unsere Jünglinge noch Soldat. Welches aber, so fragt man mit Recht, ist die größere körperliche Leistuna, wenn ein ganzes Regiment nach angestrengtestem Dienste noch einen tadellosen Parademarsch ausführt, ober wenn ein paar Dutzend Jünglinge aus ganz Deutschland zusammenkommen und sich im Diskuswerfen ober im Weitsprung überbieten. Endlich aber fei die deutsche Turnerschaft erwähnt, welche ohne jeden Zweifel bie richtige Adresse gewesen wäre, an welche man sich mit ber Pflege des Volksspieles hätte Wenden sollen. Das Spiel muß dem Volke gebracht werden, und dazu ist Niemand geeigneter, als die wohiorganisirte deutsche Turnerschaft. In un
gerade vor ein Steinfuhrwerk zu liegen. Dadurch, daß es dem Fuhrmann gelang, fein Pferd sofort zum Stehen zu bringen, kam der Radler mit dem Schrecken davon, fein Rad aber geneth unter ben Wagen und würbe bis zur Unbrauchbarkeit beschädigt.
— Kleine Notizen. Das nach ben Beschlüssen der Stadt- verordneten vom Stabtbmmmte umgearbeitete Promt, betreffend bie Errichtung einer B edürsnißanstalt an der oberen Platter- straße in der Nähe ber Abzweigung zu ben «chietzstanden, hat bie Genehmigung bes Magistrats vorbehaltlich der Zustimmung, ber ©teibtneroebneten gefunden. — Auf dem am 12. unb 18. Juni in Riidesheim ftattfinbenben nassauischen Städtetag wirb ber Magistrat durch Herrn Bürgermeister Heß vertreten Jem.— Sie nächste Magistrats-Sitzung findet am Dienstag, den 30. Mat, Morgens 9 Uhr, statt.
(Kutte iachliche Berichte w^den bcteUwLigswuiter Meier Ueietfdjtift ausgenommen.)
* Die »Gefangriege des Turn-Verein“ folgt am H Juni d. I. einer Einlabung ber Kurverwaltung von Bad EmS unb wirkt in einem Konzert mit, welches Nachmittags rm Kurgarten bafelbft stattfindet. Die Riege Wirb in einer Starke von über 70 aktiven Säugern an ber Sängerfahrt theilnehmen unb eine ganze Reihe ihrer vorzüglich einftubirten Lieder zum Vortrag bringen. Mit der Sängerfahrt ist gleichzeitig ein FaunlieiEiisflug verbunden, zu welchem auch alle Freunde der Riege mit ihren Angehörigen eingeladen sind. Die Kgl. Eisenbahn-Direktion Frankfurt a. M. hat einen Extrazug zur Verfügung gestellt, welcher um 6 Uhr 23 Min. Früh von hier abfährt und schon um 8 Uhr 42 Mm. in Ems ankommt. Ein reichhaltiges Programm, dessen Abwicklung die Zeit nur zu rasch verstreichen lassen wird, füllt den Tag aus und um 9 Uhr Abends wird die Rückfahrt angetreten. Die Ankunft hierselbst erfolgt schon um 11 Uhr 20 Min. Der Fahrpreis betragt für Hin- und Rückfahrt 3,70 M. und das gemeinschaftliche Mittagessen kostet 1,20 Mk. Die Anmeldelisten werben schon am Sonntag Mittag geschlossen.
* Sonntag, ben 28. Mai, findet im Gasthaus „Zur schonen Aussicht" in Erbenheim bie Mai-Versammlung des »Brenen- züchter-Verein, Sektion Wiesbaden", statt. Dieselbe beginnt um 4 Uhr. Bei günstiger Witterung werden auf dem Stande bes Herrn Hartinaiinshenn praktische Arbeiten ausgeführt, yert Schnnedemeister Hrch. Lind-Igstadt wird über gemischten Betrieb sprechen Auch sonst stehen noch wichtige unb interessante Fragen und Gegenstände auf der Tagesordnung.
Stimmen ans dem Publikum.
<k?ür BeröfteuUichunaen unter Meter Ueberfdjrift übernimmt Me Redaktion (entertet iierantmortun».)
* Vereheliche Redaktion! Vergebens suchte ich am Donnerstag Morgen nach einem Berichte über den Brand, der gestern in unserem Stadttheil gemeldet wurde. Zwischen 3 und 4 Uhr Nachmittags stürmte es nämlich bei uns hier draußen aber nicht auf ber Gewerbeschule, fonberu auf bet Blücherschule. Wir sind xS zwar feit langer Zeit gewöhnt, aus unseren besten Gedanken durch die schrillen Töne des SchulglöckleinS aufgeschreckt zu werden, sodaß wir in größter Gefahr schweben, unsere besten Gedanken werden ihre bisherige Heimstätte noch ganz verlassen. Nicht allem, daß durch besagtes Alarmsignal alle Pausen em- unb ausgelautet werben, auch nach Schluß des Unterrichts wird ab und zu an dem Glockenstrang gerissen, so, als ob derselbe muthwtlligey Kindern zugänglich Wäre. Am Mittwoch nun war es ein regelrechtes Feuerläuten von je drei Schlägen mit einer Pause dazwischen. Sollte es sich um eine Glockenprobe gehandelt haben, so hatte man dies boch vorher mittheilen können. UebrigenS ist überhaupt schwer einzusehen, was eigentlich die Glocke mit dem schauerlichen Gebimmel auf ber Schule soll. Für bie Nachbarschaft genügt die Uhr, unb bie Lehrer, bie in ber Blücherschule unterrichten versichern, baß man bie Glocke in ben meisten Lehrzimmern lw-rhaupt nicht höre. Sollte man ba nicht lieber tm Hause selbst elektrnche Klingeln aiigebracht haben, bie ihren Zweck erfüllen würben, ohne bie Nachbarschaft fortgesetzt zu belästigen? u
* Bezüglich ber gestrigen „Stimme aus bem Publikum au8 Frankfurt, I. B. unterzeichnet, wirb uns mitgetheilt, daß die Suche nach Unterkunft am letzten «onntag m Wirklichkeit eine kolossale gewesen ist. Nach 8 Uhr Abends war absolut kem Bett mehr zu bekommen in irgend einem der gewiß zahlreichen Hotels, Badehäuser, Pensionen oder WirthShauier. Dw Kuftcher fuhren oft stundenlang umher unb viele mußten die A"sassen ihrer Droschken direkt nach Mainz fahren. Zwei Düsseldorfer Herren Bauunternehmer denen es auf keinen Preis ankam, waren höchst erfreut, als ihnen der Kutscher sein und seiner Gattin Bett zur Verfügung stellte; ein anderer Kutscher nahm sogar 4 Personen mit nach Hanse. Dieses sind nur vereinzelte Falle, die zu unserer Kenntniß gelangt, cs sollen derselben aber bedeutend mehrere fein. Die Einrichtung einer Eentralstelle in dem gedachten Sinne wart daher gewiß nur zu empfehlen.
* Dem hiesigen Magistrat und den Stadtverordneten empfehlen Wir, sich die Fortschritte an bet hiesigen Marktschule einmal genau anzu sehen und bie Arbeit zu beobachten. Wenn in biefem Tempo weiter gearbeitet wirb, so haben wir in ich" Zähren noch keinDach auf dem Bau, während dicht daneben dieHerrnmühlem sage und schreibe zwei Monaten einen Riesenbau hmg-stellt hach Hier muß Abhülfe geschafft werden, und wenn der. Masfoat sich dieser Sache nicht aniummt, so muffen bie Vertreter der Burger, bie Stadtverordneten, diese Angelegenheiten di^Hand nehmen.
♦ Die Anwohner der oberen Rheinstraße bitten ben Maaifott, bafür su fernen baß bie elektrische Bahnlinie Bahnhöfe, obere Rheinstraße, Kaiser FO^d'tich-Ring unter J?" Eichen zum Kreisturnfest von ben Tausenben, welche doch zum Festplatz ’ wollen, schon befahren werben kgnn. Oder mufc, die Rheinstraße wie auswärts schon öfter bemerkt würbe. Wieder tinmal warten bis bas .Schooßkind“ Wilhelmstraße auch elektrisch befriebigt ifo ^Eichen Steuerzahler ber oberen Rheinstraße.
* Wiesbaden, 24. Mai. Das „Militär-Wochenblat meldet o Dewitz, Oberstleutnant beim Stabe des Fus-Regis. v Gersdorff (Hess.) 9k. 80, unter Versetzung zum JA-ReM Kaiser Wilhelm (2. Großherzogi. Hess.) Nr. 116 mit der bieses Regiments beauftragt. Freiherr v. Huget, -eonim, Württemberg. Oberstleutnant, bisher BataillonS-KoiNnmndnrrW 10. Württemberg Jnfl-Regt. Nr. 180, komma-idirt Zach bem Stabe des FtfoRegts. v. Gersdorff (Hess.) Nr. 80 übenouiem Schuch, Major und Bataillons-Kommandeur im JNf.-me^ Markgraf Karl (7. Brandenburg.) Nr. 60, unter Stellung h 1» WH«
